Wunderlampe ohne Welle in Compiz Fusion hacken

Durch einen schon etwas älteren Beitrag vom Januar im Ubuntuusers-Forum, bin ich darauf gekommen: Eine Anleitung, wie man in Compiz die „Wunderlampenanimation“ auf eine Welle zurückhackt.
Worum geht’s? Wir alle kennen vermutlich den „Genie-Effekt“ in Aqua auf Mac OS X, wenn man ein Fenster ins Dock minimiert. In der Anfangszeit von Compiz war davon ein 1:1-Nachbau im Paket, eben diese Animation beim Minimieren der Fenster. Das ging so Angang 2006 bis Herbst 2007, als die Compiz-Entwickler auf ein Softwarepatent von Apple aufmerksam gemacht wunden – Apple hat sich tatsächlich die Animation patentieren lassen, zum Glück ist das noch nicht in der EU möglich. (Auch noch mehr Elemente von Aqua sind patentiert, sehr, sehr hässliche Sache, in KDE4 spürt man richtig, wie die Entwickler um diese Patente herumbauen mussten.) Daher ist seitdem die Wunderlampenanimation mit mindestens drei „Wellen“ im Code, das Fenster schwingt also beim Einsaugen und die Wellen lassen sich in den Einstellungen zwar überzeugend mit zig Parametern konfigurieren und noch mehr hinzufügen, aber das ganze ist doch eher unschön. Jetzt gibt es eine Möglichkeit, ein binär installiertes Compiz nachträglich ohne Quellcodeänderung wieder so zu hacken, dass der Effekt keine statt drei Wellen hat.
Ich gehe im Folgenden davon aus, dass ihr Ubuntu 8.04 und das Compiz-Backports-Repos von Intrepid für Compiz 0.7.6 eingeschaltet habt:

  1. sudo gedit /usr/share/compiz/animation.xml (in Kubuntu „kate“ statt gedit schreiben)
  2. Suchen nach <short>Magic Lamp Max Waves</short>
  3. Ein paar Zeilen darunter steht <min>3</min> – ersetzt die 3 durch eine 0 und speichert die Datei ab
  4. Wir installieren einen Hex-Editor: sudo apt-get install ghex
  5. sudo ghex2 /usr/lib/compiz/libanimation.so → Bearbeiten → Suchen, in der rechten Fensterspalte (der kleineren) „magic_lamp_max_waves“ eingeben (einfügen geht leider nicht) und auf „Weitersuchen“ klicken.
  6. Im Hauptfenster wird jetzt die Stelle rot markiert, das Suchfenster könnt ihr über „Abbrechen“ schließen. Eine Zeile unter der Stelle in der rechten Fensterspalte steht wieder ein <min>3</min>, dass ihr ebenfalls auf 0 ändert und dann die Datei abspeichert.
  7. In diesem Augenblick wird vermutlich der Fenstermanager durch die X.org-Fehlerprävention automatisch auf Metacity gewechselt. Gebt einfach in Alt+F2 oder ein Terminal compiz –replace ein (zwei Bindestriche), um Compiz wieder zu starten.
  8. Das war’s auch schon. Jetzt noch in CCSM (dem Einstellungsmanager) im „Animationen“-Modul unter „Animation ‚Minimieren'“ die Wunderlampe als Minimiereffekt einstellen.

So sieht das dann aus:
[hier war mein ein Video]

Aber es ist ja nicht so, dass man als Compiz-Benutzer auf die Wunderlampe angewiesen wäre, es gibt in CCSM noch sage und schreibe 17 andere Minimieranimationen zur Auswahl, bisher habe ich alternativ „Zoom“ genutzt, das dem Minimiereffekt von Aero Glass ähnelt. Doch die Wunderlampe ist natürlich das Sahnehäubchen. =) Der Hack ist meines Wissens absolut legitim und legal für Privatpersonen – innerhalb der EU so wie so für alle Personen.

Nachtrag:
Die Anleitung funktioniert nachweislich auch mit dem in Ubuntu 8.10 bis 10.10 enthaltenen Compiz Fusion! =)

1 thought on “Wunderlampe ohne Welle in Compiz Fusion hacken

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