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		<title>M&#228;dchengespr&#228;che</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2010/01/17/maedchengespraeche/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 21:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit der Pubert&#228;t hat sich der Kontakt mit M&#228;dchen f&#252;r mich auf das N&#246;tigste in der Klasse reduziert, seit da, wo ich es am meisten h&#228;tte brauchen k&#246;nnen. Ich glaube, das k&#246;nnte mir wirklich gut tun und heilsame Impulse geben, aber es ist eben immer die heikle Geschlechterthematik dazwischen.
Gespr&#228;che mit M&#228;dchen zu f&#252;hren erf&#252;llt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der Pubert&#228;t hat sich der Kontakt mit M&#228;dchen f&#252;r mich auf das N&#246;tigste in der Klasse reduziert, seit da, wo ich es am meisten h&#228;tte brauchen k&#246;nnen. Ich glaube, das k&#246;nnte mir wirklich gut tun und heilsame Impulse geben, aber es ist eben immer die heikle Geschlechterthematik dazwischen.</p>
<p>Gespr&#228;che mit M&#228;dchen zu f&#252;hren erf&#252;llt und n&#252;tzt mir mehr, weil sie realistischer (n&#252;chterner) und einf&#252;hlsamer sind, und weniger dabei konkurrieren. Das Problem ist nur, dazu zu kommen: Ich habe stets die Bef&#252;rchtung, es wirke wie eine bl&#246;de Anmache. Dabei will ich doch nur reden&#8230;</p>
<p>Da die Frauen durch den Geschlechtstrieb der M&#228;nner best&#228;ndig Anfechtungen finden, ja schon von selbst diesen entgegensehen, sobald ein Mann ihnen nahe kommt, umgeben sie sich notwendigerweise mit einer Reihe sch&#252;tzender Vorurteile, die sie auf Distanz und unter Kontrolle wie Bestimmtheit halten, ganz zurecht.<br />
Daraus folgt eine schnelle Abwehrhaltung in Kontaktversuchen, eine depressive Voreinstellung, die man als Mann erst einmal per &#220;berzeugung bezwingen muss: In die Richtung, dass sie einen interessant oder attraktiv finden und gew&#228;hren lassen, oder dass sie einen nicht als Interessenten einsch&#228;tzen und als keine Gefahr sehen, oder aber sie wehren einen ab.</p>
<p>Bei jeder Handlung frage ich mich: Darf ich das? Ist das zu viel? Was k&#246;nnte sie da interpretieren?<br />
Ab wann ist es eine Anmache, ab wann f&#252;hlt sie sich bedr&#228;ngt und bel&#228;stigt, ab wann w&#228;hnt sie Gefahr und zieht sich zur&#252;ck?<br />
Ich will keine bel&#228;stigen, oder das Gef&#252;hl davon aufkommen lassen und ich will nicht, dass sie in den Gattungsinstinkt fallen und sich f&#252;rchten, nicht bei mir.</p>
<p>Ich habe mich dazu entschlossen, dieses &#8220;Klischee&#8221; (es ist ja keines) nicht bedienen zu wollen, und bin auch geflissentlich darum bem&#252;ht, unter keinen Umst&#228;nden daf&#252;r gehalten zu werden, auch und besonders unbeabsichtigt.<br />
Ich f&#252;hlte mich dabei gew&#246;hnlich, selbsts&#252;chtig, berechnend, unethisch, unaufrichtig, und selbst ertappt als L&#252;stling, der nur nach einem strebt &#8211; so will ich nicht sein!<br />
Ich finde die von den M&#228;nnern gepflegten weiblichen Umgangsarten in diesem Bereich falsch, ich verachte das und ich will nicht f&#252;r einen von ihnen, mit diesen niederen Zielen gehalten werden, auf keinen Fall, und schon beim F&#252;r-Gehalten-Werden geht es um meine Selbstachtung (&#8220;Ich habe versagt und wenn ich so offensichtlich versagt habe, dann bin ich vielleicht wirklich so wie die Gattung, dann beseele ich meine Ethik nicht, dann mache ich mir nur in Idealismus selber etwas vor!&#8221;).</p>
<p>Das ist, wenn ich gerne einfach reden w&#252;rde. Und dann gibt&#8217;s da ja noch das andere, dass auch ich hin und wieder Interesse h&#228;tte&#8230;<br />
Was sich da jetzt in mir auftut, ist ziemlich schwierig f&#252;r mich. Ich stehe im Konflikt mit meinen eigenen Interessen: Dem weiblichen Gesch&#246;pf den vollsten Respekt erweisen (was in seiner Extremauspr&#228;gung bedeutet, gar keinen Kontaktversuch zu lancieren), oder meinem pers&#246;nlichen Interesse nachzugehen (oder eben auch nur dem Gespr&#228;chswunsch). Und momentan stelle ich den Respekt noch an vorderste Stelle.</p>
<p>Es stellt sich mir auch die Frage, soll es offensichtlich sein, darf es offensichtlich sein, oder darf es das gar nicht, und was bedeutet das im Umkehrschluss f&#252;r mein erwartetes Verhalten, wenn ich nur eine Gespr&#228;chspartnerin m&#246;chte? Wie signalisiere ich meine Intention ohne Missverst&#228;ndnisse, besonders dasjenige, das man mich in das M&#228;nner-Klischee abstempelt &#8211; davor habe ich viel Angst und das f&#252;hrte dazu, dass ich mich aus Unsicherheit die letzten Jahre eigentlich gar nicht mit M&#228;dchen au&#223;erhalb meiner Klasse zu sprechen traute.<br />
Wie unterscheiden sich Flirt und eine respektvolle selbstbezweckte Unterhaltung in der Umgangsform?<br />
Und wenn ich Interesse habe, wie soll ich mich verhalten, um dennoch nicht pauschalisiert werden zu k&#246;nnen? Wie?!</p>
<p>Ich verhalte mich oft vielleicht auch absichtlich etwas kindisch vor M&#228;dchen, nicht mal, wenn ich einen Gespr&#228;chswunsch h&#228;tte, sondern schon ganz ohne, um es nicht so erscheinen zu lassen, dass ich mich um ein besonders gutes Bild von mir vor ihnen bem&#252;he und ihnen sofort gef&#228;hrlich werden k&#246;nnte als charmanter, heimt&#252;ckischer Aufrei&#223;er, einfach um ihnen die Angst zu nehmen. (Oh Gott, die Abstru&#223;it&#228;t und Selbstbenachteiligung wird mir erst gerade beim Formulieren klar!)</p>
<p>Die Bef&#252;rchtung beim blosen Gespr&#228;chswunsch in mir ist auch, sie denken gegen Ende des Gespr&#228;chs, ich war auf einen Flirt oder ein &#8220;N&#228;heranschauen&#8221; aus, aber sie h&#228;tten mir dann doch nicht gefallen und w&#252;rden das als Verletzung erleben und mir in Folge entsprechend heimzahlen wollen&#8230;</p>
<p>Oder ich habe Angst, dass ich mich, trotz aller Vorsicht, bei Interesse oder Gespr&#228;chswunsch, falsch verhielte, so dass mein Kontaktversuch als offensichtlichste Anmache gesehen und (mitleidvoll) belacht wird, denn sie alle haben ja schon viel mehr Erfahrung mit so was&#8230;</p>
<p>Ich w&#252;rde mich in der Schule wirklich gerne mal mit ein paar M&#228;dchen unterhalten, die ich wirklich spannende Pers&#246;nlichkeiten finde, aber es geht nicht.<br />
Aus dem gleichen Grund habe ich Komplexe davor, mit jungen Unterstuflerinnen ganz harmlosen Austausch zu f&#252;hren, aus der Sorge, ich w&#252;rde argw&#246;hnisch als notgeiler Anmacher an j&#252;ngeren, oder gar P&#228;dophiler gesehen.</p>
<p>Intergeschlechtliche Kommunikation funktioniert f&#252;r mich nur rudiment&#228;r mit den M&#228;dchen aus meiner Klasse, weil da mittlerweile eine Art famili&#228;res Verh&#228;ltnis herrscht.<br />
Aber wie soll Geschlechterkommunikation &#252;berhaupt mit dem Problem der Geschlechtlichkeit unter sonstigen Normalbedingungen in der Gesellschaft funktionieren? Ist die nicht verdammt in eine Schein-Einigkeit des Fortbestehens des Systems wegen und darunter feindsame Spaltung? Ich will gerne mit nein antworten, doch exakt so erlebe ich es.</p>
<p>Ein Problem scheint auch meine Herzlichkeit und Offenheit zu sein: Wenn ich mich ganz nat&#252;rlich und offen wie ein Kindergartenkind vor M&#228;dchen verhalte, dann werde ich verschreckt und be&#228;ngstigt angesehen und mit R&#252;ckweichung bestraft. Durch diese (f&#252;r einen Jungen) un&#252;bliche Art aktiviert sich also der weibliche Gefahrenschutz.<br />
Wie kann ich also mit M&#228;dchen als Leutschaft sprechen? Das *ist* meine &#8220;verhalte dich einfach ganz nat&#252;rlich&#8221;-Art! Die hab ich mir &#252;ber die Jahre als reinste Form behalten, alles dar&#252;ber sind bei mir nur aufgesetzte Schutzh&#252;llen! Und ich will doch in solchen (und Interesse-) Situationen dann aufrichtig und ehrlich &#8220;ganz ich selbst&#8221; sein!<br />
Wie kann ich da nur zu einer Synthese finden, ohne mich zu verstellen? Brauche ich daf&#252;r noch mehr gereiften Charakter?</p>
<p>Dazu kommt noch, &#252;berhaupt: wie soll ich es nur schaffen, in einer gesteigerter Verliebtheit (nein, kommt nicht oft vor) vor Begeisterung nicht v&#246;llig entz&#252;ckt und &#252;berdreht aufzutreten? F&#228;llt mir sehr schwer.</p>
<p>Hier sollte es bewusst mal nur um meine Sorgen und Bef&#252;rchtungen vor und bei M&#228;dchengespr&#228;chen gehen, die anderen Dinge wie Sch&#252;chternheit und fatale Unf&#228;higkeit zum verbalen Gespr&#228;ch lasse ich bewusst hier raus.<br />
Ich frage mich immer wieder, warum es so mit mir gekommen ist, was ist da nur falsch gelaufen&#8230;<br />
Ich habe den leisen Verdacht und Angst vor meinen Untiefen, dass manches davon nur eine Sublimation meiner Sozialunkompetenz sein k&#246;nnte&#8230;<br />
Vielleicht sind meine Einstellungen zu dem Ganzen aber auch goldrichtig, was aber nichts daran &#228;ndert, dass ich zuschauen muss, und nur das kann, wie die anderen Jungen dennoch Kumpelinen und Freundinnen haben, halten und bekommen. So komme ich ins Zweifeln und das macht es doppelt schwierig. Sie kriegen es hin und ich nicht, das ist der Punkt.</p>
<p>Man merkt: Ich denke ziemlich viel, ziemlich unterbewusst. Ziemlich ungut oft f&#252;r mich. Gerade hier.</p>
<p>Das ist wieder eines dieser Beispiele, wo ich denke, ich habe des einen zu viel, w&#228;hrend (wahrscheinlich) noch der Reife zu wenig.</p>
<p>Warum schreibe ich das alles jetzt? Weil ich es jetzt kann, weil es mir bewusst wurde, und weil ich es klar f&#252;r mich machen und f&#252;r die Fragen endlich L&#246;sungen finden will.</p>
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		<title>Das Jahr und ich</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 22:14:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein ziemlich unkontrollierter Monolog &#252;ber das Jahr und was mich gerade besch&#228;ftigte. Ich spreche sonst nicht viel, darum ist das formulierungstechnisch nicht ganz so top und das bitte ich euch, mir zu verzeihen.  
Warum man sich das ansehen sollte kann ich auch nicht sagen, ihr habt ja aber immer einen Grund.  
Gesamtl&#228;nge: 24 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein ziemlich unkontrollierter Monolog &#252;ber das Jahr und was mich gerade besch&#228;ftigte. Ich spreche sonst nicht viel, darum ist das formulierungstechnisch nicht ganz so top und das bitte ich euch, mir zu verzeihen. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Warum man sich das ansehen sollte kann ich auch nicht sagen, ihr habt ja aber immer einen Grund. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Gesamtl&#228;nge: 24 min</p>
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<span id="more-1176"></span></p>
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<p>F&#252;gt der Liste der Negativeigenschaften noch hinzu: nicht spontan und gro&#223;er Theoretiker. Ah ja, und das mit der schnellen Gedanken&#252;bersteuerung.<br />
Und es hei&#223;t nat&#252;rlich nicht Schuljahr, sondern Halbjahr.</p>
<p>Vom visuellen Ausdruck her kann ich eigentlich mehr, aber nur, wenn keiner hinsieht und ich nicht aufnehme (ha!). <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ich wollte ja eigentlich keinen Google-Dienst daf&#252;r nutzen, aber Vimeo als N&#228;chstbester erlaubt kein HD-Einbinden in eigene Seiten und hat eine 500 MB-Dateibegrenzung, die nicht mal f&#252;r einen Teil hier ohne verlustbehaftete Neucodierung gereicht h&#228;tte.</p>
<p>&#220;berlebt den Jahreswechsel m&#246;glichst am St&#252;ck und ich w&#252;nsche uns allen ein Jahr mit vielen erfreulichen Entwicklungen!</p>
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		<title>Reife + Gedanken</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/11/15/reife-gedanken/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 23:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe Angst. Ich nehme nicht am gemeinsamen Reifen meiner Gleichaltrigen teil, bin aber gleichzeitig so depressiv, dass ich mich auch nicht besonders mit anderen gro&#223;en Themen besch&#228;ftige. Sehe ich so.
Weder lese ich dicke Romane, programmiere, bin ein Linux-Crack, designe, interessiere mich gro&#223; f&#252;r Naturwissenschaften, spiele ein Instrument, spiele Theater, schreibe Gedichte, oder lerne Tolkien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe Angst. Ich nehme nicht am gemeinsamen Reifen meiner Gleichaltrigen teil, bin aber gleichzeitig so depressiv, dass ich mich auch nicht besonders mit anderen gro&#223;en Themen besch&#228;ftige. Sehe ich so.<br />
Weder lese ich dicke Romane, programmiere, bin ein Linux-Crack, designe, interessiere mich gro&#223; f&#252;r Naturwissenschaften, spiele ein Instrument, spiele Theater, schreibe Gedichte, oder lerne Tolkien auswendig.<br />
Ich sitze daheim, mache meine Hausaufgaben viel zu selten selbst, lese Twitter, vielleicht noch ein paar IT-Nachrichtenseiten, microblogge selbst, h&#246;re seltener Musik, sehe Filme, lese immer mal wieder Esoterik, Philosophie und etwas Weltliteratur, und reflektiere meine Gedanken.<br />
Dieses Gest&#228;ndnis hier abzugeben, h&#228;tte ich mich vor einem Jahr und vor meinem Microbloggingbeginn noch nicht getraut.<br />
Ich habe Angst um meine Reife. Gro&#223;e. Ich wei&#223; nicht, wo das mit mir hinf&#252;hrt. Andere, die auch wenig f&#252;r die Schule machen, und andere, die sich auch so selten in Gesellschaft wie ich befinden, besch&#228;ftigen sich zumindest, sind sie intelligent, noch mit gewissen Bereichen in extremer Form. Ich nicht. Ich kann mich mit nichts Erreichtem von mir identifizieren, kann auf fast nichts von mir stolz sein.<br />
Es ist mir oft, als sei ich zu intelligent, wahrlich zu &#8220;reif&#8221;, um mich auf Dinge einzulassen, mich f&#252;r sie voller Herzen zu begeistern, oder sie konsequent zu verfolgen.<br />
So, als w&#252;sste ich zu viel, als s&#228;he ich, unbewusst und ohne Anstrengung, geradezu instinktiv, zu weit auf den kommenden Verlauf. Ganz komisch.<sup>1</sup><br />
Zu viel offenbar, um ein erf&#252;lltes Leben zu f&#252;hren. Gleichzeitig fasse ich es dann nicht, wie dumm und einf&#228;ltig ich bin, oder mich eben dadurch so verhalte. Es ist ein ambivalentes Gef&#252;hl, ich wei&#223; nicht, was ich von mir denken soll, ist das nun extreme, katastrophal fehlgeleitete Intelligenz, oder gro&#223;e Torheit, und wo ist da noch der Unterschied?</p>
<p>Nicht mal im Microblogging, wovon ich sagen k&#246;nnte, ich betreibe es exzessiv, bin ich wirklich gut. Meine &#252;berschaubare Follower-Anzahl macht mir dabei nicht so viel aus; ich bin mit meinem Stil unzufrieden. Es gibt viele, die nicht weniger sensibel als ich zu sein scheinen, und sich ebenfalls in ihrer aktuellen Lebenssituation unwohl f&#252;hlen, aber sie bringen trotzdem noch eine irre Sprachpoesie, Beobachtungsleistung und Realphilosophie auf die Reihe. Das ist dann wieder das, wo ich mir Vorw&#252;rfe mache.</p>
<p>Ich wei&#223;, dass ich ziemlich intelligent bin, aber ich nutze die Gabe nicht, und was bringt mir unge&#252;bte Intelligenz; sie muss geschliffen werden durch das Leben zu einem funkelnden Edelstein. Ehrlich, ich sehe das so, dass ich die letzten Jahre verschenkt habe, mich mental und emotional weit nicht so weit entwickelt habe, wie es in meinen M&#246;glichkeiten gestanden w&#228;re &#8211; ich muss auch so hart zu mir selbst sein und zugeben, dass ich nicht f&#252;r alles meine ungl&#252;ckliche Schulsituation verantwortlich machen kann, die h&#228;ngt dabei mit einer ganzen Menge zusammen, aber ich h&#228;tte viel fr&#252;her aus der L&#228;hmung erwachen k&#246;nnen.<br />
Wie ich in meinem <a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/09/schule-ein-leidensbericht/">Schulleidensbericht</a><sup>2</sup> schon erz&#228;hlte, habe ich die dritte Klasse wiederholt und bin seitdem mit einen Jahr J&#252;ngeren zusammen. Das Prek&#228;re liegt dabei darin, dass ich au&#223;erhalb der Schule nicht unter Menschen bin, die Schule also der einzige Ort ist, an dem ich in Sozialkompetenz und Charakter eine Lernm&#246;glichkeit habe (ein sehr ung&#252;nstiger Ort; wie ich *<em>dieses</em>* Jahr langsam mitbekam, verhalten sich junge Leute au&#223;erhalb der Schule komplett anders).<br />
Nun ist es so, dass ein Jahr einen gro&#223;en Unterschied in Intellektsentwicklung ausmacht, ein Gebiet, auf dem ich sowieso weiter als so einige bin. Wir haben also keine gleiche Basis im Verstehen und Auffassen von Dingen, aber sie sind daf&#252;r weiter in allem Nachau&#223;entragenden. Eine komische Situation, wenn man das so bedenkt. Es f&#252;hrt dazu, dass mir mein Verstand nicht m&#246;glich macht, quasi verbietet, ihren gew&#246;hnlichen Weg des Aufbaus von Kompetenzen in den Gebieten nachzumachen (denn um Selbstbewusstsein, Charakter und st&#252;tzendes Ego in jungen Jahren aufzubauen, braucht es immer eine bestimmte Verengung und Verkr&#252;mmung des Sichtfelds).</p>
<p>Da ich mich dort auch noch zus&#228;tzlich in meinen Schulleistungen als schlecht empfinde (→an diesem Ort also, an dem ich Sozialkompetenz und Charakter lernen k&#246;nnte; erkennt ihr meine Verbindung?), kommt als psychisches Gesamtergebnis ein erw&#252;rgender Minderwertigkeitskomplex heraus. Hinein spielt, dass mir durch meine Reflexionsgabe allzeit klar ist, wie falsch ich mich verhalte, wie wenig ich wei&#223;, und was von mir erwartet wird. Der Hauptgrund meiner Depression. W&#228;re das Bewusstsein darum nicht, ich k&#246;nnte wenigstens als gro&#223;es Arschloch noch gl&#252;cklich leben.</p>
<p>Mein bester Schulfreund seit vier Jahren, der herausragend gut im Leben steht, und an sich markant clever ist, spielt hier auch eine Rolle. Er hat mir sehr oft, bewusst oder unbewusst, ehrlich und ohne Besch&#246;nigungen, ganz sachlich meine Unf&#228;higkeiten aufgezeigt, wof&#252;r ich ihm dankbar bin, aber dann, das werfe ich ihm vor, mich meistens einfach auf den Erkenntnissen sitzen lassen, ohne mir psychisch zu helfen (wenn auch ich nicht w&#252;sste, wie genau man das k&#246;nnte, aber vielleicht einfach mit etwas mehr Sensibilit&#228;t&#8230;).<br />
Was er sagte, davon sp&#252;rte ich, dass es stimmte.<br />
So jemanden Speziellen dann in der eigenen Klasse zu haben, bei dem man die Reifeprozessprozedur in quasi Zeitraffer miterleben kann, zog mich runter und nahm mir Motivation (auch ganz sicher, weil ich gewisse Dinge eindr&#252;cklicher verstand als andere). F&#252;r meine so kleinen Schritte bekam ich dann, gerade von ihm, was mir wichtig gewesen w&#228;re, weil ich so viel von ihm halte, auch &#228;u&#223;erst wenig Lob, was mich weiter niedergeschlagen machte. Das ist schlicht eine ung&#252;nstige Zusammenstellung. Ich wage die Behauptung, dass es solche H&#246;henflieger-Ego-Reife-Typen lange nicht in jeder Klasse gibt, ich hatte hier einen echten &#8220;Nachteil&#8221;; nat&#252;rlich ergeben zusammen mit meinen Minderwertigkeitskomplexveranlagungen.</p>
<p>Die Depression geht so weit, dass ich mir viele, viele Dinge da drau&#223;en nicht zutraue, dass ich mich f&#252;r *<em>unw&#252;rdig</em>* f&#252;r eine Menge Dinge halte, mich auf manches nicht konzentrieren kann, selbst wenn ich es will. Da wird das allgemeine Unterlegenheitsgef&#252;hl zur Depression.</p>
<p>Mein Gott, ich bin 18! Was gibt es nicht f&#252;r weitentwickelte 18-J&#228;hrige da drau&#223;en; ich habe weder Selbstbewusstsein, noch wahren echten Charakter, noch ein (st&#228;rkendes und st&#252;tzendes) Ego. Ich bin eine Null.<br />
Ich habe mich die letzten sechs Jahre in die Parallelwelt der IT verkrochen, sie fast vollst&#228;ndig mein Leben ausf&#252;llen lassen, habe mich tumb machen lassen, bin geflohen vor dem Leben und seinen Herausforderungen, nahm mich oft nicht wahr als freier Geist mit Selbstentscheidungsprivileg, lie&#223; mich in nebliger Wonne apathisch treiben von meiner Tagesbesch&#228;ftigung, nicht handeln zu m&#252;ssen, nicht an mich zu denken, nicht um mich, vergessen k&#246;nnen, immer allein, daheim in meinem Zimmer, sechs Jahre, dabei immer mit der dumpfen Ahnung, ja schon in diesem zugefl&#252;chtetem Asyl qu&#228;lend st&#246;rend, da ist noch mehr, da ist noch viel mehr in dir.<br />
Was andere als ihre minderj&#228;hrige Jugend erlebten, da las ich IT-Nachrichten, dokterte an meinen Betriebssystemen herum, und hatte Verst&#228;ndigungsprobleme in der Schule. Bis zur neunten Klasse l&#228;sst sich darauf mein Leben reduzieren. Dann mit dieser Klasse und meinem 16. Lebensjahr wurde es besser, ich erkannte zunehmend meine M&#246;glichkeiten und begann, sie zaghaft auszutesten. Doch dann kam etwas, was mir &#252;ber ein halbes Jahr lang alles d&#252;ster vernebelte, die zehnte Klasse, in der es lag, war die schlimmste meiner bisherigen Schulzeit (ihr hab sicher schon eine Idee, was so was ausl&#246;sen k&#246;nnte). Als ich mich aus der geistigen Klammer entwand, begann ich immer mehr zu verstehen, aber Handeln vermochte ich noch nicht.<br />
Das wird jetzt die Zeit werden, ich will es anpacken, ich will mein Leben &#228;ndern, ich will es gl&#252;cklich machen, und jetzt bin ich f&#228;hig dazu.<br />
Und das ist mir so viel Bewusstes, ich wei&#223; gar nicht, wo anfangen.</p>
<p>Um wieder den Bogen zu schlagen zu der Angst um meine Reife und Entwicklung: Oft sp&#252;re ich Gedankenblitze aufkommen, die ich beachten, verarbeiten, bearbeiten und Resultate nutzen m&#246;chte, aber mir fehlen dazu Informationen, gesellschaftliche, verhaltensbezogene, soziale, mir fehlen sogar W&#246;rter, und ich bleibe mit stotterndem Motor verloren und hilflos in dem Versuch zur&#252;ck. Man kann das auch so formulieren, dass ich meine Eindr&#252;cke nicht in Ergebnisse oder Ausdr&#252;cke zu &#252;berf&#252;hren vermag. Meine Intelligenz ist wesentlich h&#246;her als meine Reife, das sp&#252;re, und das belastet mich seit langem.<sup>3</sup> Es macht mich tief ungl&#252;cklich. So, jetzt ist das raus.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1143" class="footnote">Das macht es auch schwer, W&#246;rter daf&#252;r zu finden &#8211; ich wei&#223; es aus einem inneren Gef&#252;hl heraus, es ist erst mal keine Logik, die Logik darin muss ich erst selbst suchen und dann versuchen, allverst&#228;ndlich zu vermitteln. (Wobei hier nun gefragt werden darf, ob jene mit viel Anstrengung gefundene Logik alles ist, oder nur das Offensichtlichste, ob in manchem Gef&#252;hl nicht ein allumfassendes Verst&#228;ndnis liegt: das irritiert mich, denn wenn ich tiefer in diesen Eindr&#252;cken bohre, erkenne ich mehr Details, Beweggr&#252;nde und Zusammenh&#228;nge der Menschen, wie aus einer ewigen Quelle, es gibt selten ein Stopp, es ist ein Denkmodell, das sich aus der Rationalit&#228;t heraushebt -  es ist, als l&#228;gen die Informationen in mir, nicht in den Dingen &#8211; die Diskussion, die sich nun hier&#252;ber wieder auftut, lasse ich mal aus.) </li><li id="footnote_1_1143" class="footnote">F&#252;r die Stelle im Schulleidensbericht suchen nach &#8220;Was ich vor allem in der Schule br&#228;uchte&#8221;</li><li id="footnote_2_1143" class="footnote">Bitte bekommt das mit der Intelligenz nicht in den falschen Hals, ich will nicht angeben und habe auch durch meine objektiven Leistungen keinen Grund daf&#252;r, aber ich muss das hier in dieser deutlichen Form schreiben, weil es stets vernachl&#228;ssigter Part des Problems ist.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Wenn das Alte nicht mehr soll, muss was Neues sich entwickeln</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 21:22:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer mir auf Twitter oder &#252;ber status.net folgt, bekam seit einem Jahr enorm viel von mir mit, aber hier auf meinem Blog wurde es immer stiller.
Nun bin &#252;ber was hinweg gekommen, glaub ich.
Ich will wieder schreiben.
Ich will wieder schreiben, es tut mir gut. Die Person, die mich so lange blockierte, soll keine indirekte Macht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer mir auf <a href="http://twitter.com/frumble">Twitter</a> oder &#252;ber <a href="http://bleeper.de/frumble">status.net</a> folgt, bekam seit einem Jahr enorm viel von mir mit, aber hier auf meinem Blog wurde es immer stiller.</p>
<p>Nun bin &#252;ber was hinweg gekommen, glaub ich.<br />
Ich will wieder schreiben.</p>
<p>Ich will wieder schreiben, es tut mir gut. Die Person, die mich so lange blockierte, soll keine indirekte Macht mehr &#252;ber mich haben.<br />
Sie hatte zu nicht geringem Teil indirekt &#252;ber zwei Jahre das Programm meines Blogs bestimmt &#8211; jetzt hab ich das &#252;berwunden und bin wieder geistig frei.</p>
<p>Ich habe mit diesem Blog durch brutale Selbstdisziplin immer wieder meine Grenze &#252;berschritten und die Latte h&#246;her gelegt, aber zu welchem Preis? F&#252;r die kl&#228;glichen zehn dieses Jahr ver&#246;ffentlichten Beitr&#228;ge habe ich viel zu viele Stunden gebraucht, meistens &#252;ber Tage hingeggezogen. Das kann man auch anders machen. Davon abgesehen, dass diese letzten Beitr&#228;ge sehr komplexe Introspektionen erforderten und waren (<a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/10/ein-produktionseinblick-fuer-euch-entstehung-von-schule/">horrendes Beispiel</a>), und mehr wissenschaftliche Auseinandersetzungen als Blogbeitr&#228;ge, glaube ich, l&#228;sst sich das Sprachniveau auch mit weniger Bem&#252;hen erreichen, setzt man sich nur h&#228;ufiger mit Schrift auseinander.<br />
Das m&#246;chte ich probieren: Mehr schreiben, und daran evolution&#228;r wachsen, nicht mehr in revolution&#228;ren Spr&#252;ngen, wie ich es bisher unter gro&#223;en Gehirnverrenkungen tat. Das ist der bessere Weg und auch der Weg, durch den man eher total lernt, als beim revolution&#228;ren, bei dem man sich meist auf seinen einen Text und dessen steife Bedingungen verengt. Durch den evolution&#228;ren Weg kristallisiert man mit der Zeit situationslosen Charakter (und kein &#8220;System&#8221; wie beim revolution&#228;ren) aus seinen Anlagen, er ist viel mehr nat&#252;rlich, er ist der Lernweg des Lebens.</p>
<p>Ich bin mit meinem Blog an einem Punkt, an dem es nicht mehr weiter geht. Ich will das so nicht mehr.<br />
Recht h&#228;ufig bekomme ich kleine Ideen f&#252;r Blogbeitr&#228;ge, die ich aus Mangel an &#8220;Tiefe&#8221; und &#8220;Relevanz&#8221; nicht weiter verfolge. So habe ich viele Dinge, die mir auf dem Herzen lagen, verdr&#228;ngt. Ich habe mich auf diesem Blog in einen wahnsinnigen Selbstanspruch getrieben, der letzten Endes nur der verzweifelte und verst&#246;rte Wunsch war, jemandem zu gefallen und etwas umzuschreiben.<br />
Jetzt habe nicht mehr die Absicht, damit vor wem Bestimmtes zu imponieren oder mich zu beweisen, was es einfacher macht, &#252;ber Kleinigkeiten, Banalit&#228;ten, kompaktere Gedanken und Erlebnisse zu berichten, ganz nach Lust. Ich habe vor, den Blog neu zu erfinden.</p>
<p align="center"><em><strong>~Hiermit lege ich den zwanghaften Brutal-Perfektionismus ab und sage mich von ihm los~</strong></em></p>
<p>Ich mache mir zur Zeit, auch gerade wegen Twitter, viele Gedanken dar&#252;ber, wie und warum ich so viel Privates und Intimes von mir ins Netz stelle.<br />
Ich habe wenig Freunde, im realen Leben verdammt wenige. Microblogging ist eine Strategie von mir, &#8220;unter Menschen zu kommen&#8221;, und auch v&#246;llig neue Charakterbilder kennen zu lernen, denen ich im normalen Leben niemals begegnet w&#228;re.</p>
<p>Auf Twitter, f&#228;llt mir immer st&#228;rker auf, m&#246;chte ich mich als tolle Person darstellen und m&#246;glichst viele &#8220;Freunde&#8221;, Sympathisanten, um mich scharen (was sie mir geben und was ich ihnen zur&#252;ckgebe ist noch mal eine ganz andere Geschichte, die mir auch zuweilen schlechtes Gewissen bereitet).<br />
Ich f&#252;hle mich alleine, m&#246;chte nette Antworten, m&#246;chte doch im Grunde nur mit *Freunden zusammen sein* &#8211; das ist es. Ich gebe in naher Verzweiflung so viel von mir preis, damit sie mir n&#228;her sein k&#246;nnen, und damit mir jede ihrer Reaktionen n&#228;her vorkommt.<br />
Das ist so traurig, ich will da was an meinem Leben &#228;ndern.<br />
Ich schreibe auch allgemein zu viel auf Twitter. Nur wirklich verdammt Guten mit so viel Tweets wie ich &#252;ber den Tag folge ich selber, meinen Account wollte ich mit diesem ganzen gelangweiltem Gepl&#228;nkel eigentlich keinem Fremden zumuten. Ich will schauen, wie ich das verbessern kann.</p>
<p>Was kommen wird, ist auch ein neues Blog-Design, dazu hatte ich noch nicht die Zeit und werde sie mir noch eine ganze Weile lassen, denn so was will gut gew&#228;hlt sein. Das jetzige dumdum-Thema hielt hier mit der Umbenennung von WinLux-Blog auf Frumble201 im Juli 2008 Einzug und jetzt ist es Zeit f&#252;r etwas Neues.</p>
<p>An meinem Schreibstil muss ich weiter arbeiten. Wenn ich z. B. <a href="http://twitter.com/verdachtsmoment">@verdachtsmoment</a>s Twitter-Account und <a href="http://lexiebloggt.blogspot.com/">Blog</a> lese, und sie ist erst 16, wird mir ganz anders. Der muss nicht nur besser werden, der muss auch nat&#252;rlicher und schneller werden. Den Handlungsbedarf seh ich da so herb, weil Schreibenk&#246;nnen noch eines meiner kleinen raren Stolzreliquien ist.</p>
<p>Ich will jetzt also versuchen, nachdem ich es jetzt kann, keine so gro&#223;e Selbstdarstellung mehr zu betreiben, sondern meine Texte ohne unterschwellige Angeberei (die ich aus Unsicherheit n&#246;tig hatte, im Grunde rede ich mir selbst dabei etwas ein) f&#252;r sich sprechen zu lassen.</p>
<p>Die kommenden Beitr&#228;ge auf diesem Blog werden erst mal noch Verarbeitungen von Themen sein, die mich schon lange Zeit belasten und die ich endlich rauslassen m&#246;chte. Danach wird es hier dann Format&#228;nderungen geben.</p>
<p>Langsam erkenne ich, was mir wirklich wichtig ist, wo meine St&#228;rken liegen, und was meine Herzensw&#252;nsche sind. Ich m&#246;chte in st&#228;rkerem Bewusstsein leben, gl&#252;cklich werden, ich m&#246;chte darauf zuarbeiten.</p>
<p>Ich will mich neu erfinden,<br />
Ich will mein Leben ver&#228;ndern und fange mit meinem Online-Leben an, weil das einfacher ist.</p>
<p>Ich m&#246;chte mehr gute private Blogs ohne Tech-Zeug lesen und daf&#252;r Tech-Zeug aus meinem Feedreader rausschmei&#223;en. &#220;berhaupt, mein Feedreader ist eine Katastrophe: So ungelesen, dass ich ihn schon kaum mehr &#246;ffne.<br />
Ich will mehr B&#252;cher lesen.<br />
Ich will vom Autor wieder zum Blogger werden.</p>
<p>Ich m&#246;chte vieles &#228;ndern.<br />
Parallel zu dem hier Genannten will ich versuchen, das auch au&#223;erhalb des Internets und meines Zimmers zu tun.</p>
<p>Das ist ein Neustart und ich begr&#252;&#223;e euch bei meinem Versuch eines erf&#252;llteren Lebens.</p>
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		<title>Schnitt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 21:21:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<title>Best&#252;rzende moderne weibliche k&#246;rperliche Gesellschaftszw&#228;nge</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/09/10/bestuerzende-moderne-weibliche-koerperliche-gesellschaftszwaenge/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 21:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir fiel die letzten Jahre immer deutlicher an den M&#228;dchen meiner Klassenstufe auf, dass, je &#228;lter sie werden, dass da etwas mit ihren Beinen nicht stimmen kann. Sie wirken aus einem inneren Gef&#252;hl heraus irgendwie befremdlich unnat&#252;rlich. Dahinter stand kein gr&#246;&#223;eres L&#246;sungsinteresse und &#252;berhaupt waren die Beobachtungen eher unbewusst.
Nun, durch einen Zufall erlebte ich vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir fiel die letzten Jahre immer deutlicher an den M&#228;dchen meiner Klassenstufe auf, dass, je &#228;lter sie werden, dass da etwas mit ihren Beinen nicht stimmen kann. Sie wirken aus einem inneren Gef&#252;hl heraus irgendwie befremdlich unnat&#252;rlich. Dahinter stand kein gr&#246;&#223;eres L&#246;sungsinteresse und &#252;berhaupt waren die Beobachtungen eher unbewusst.</p>
<p>Nun, durch einen Zufall erlebte ich vor kurzem eine Szene, in der von Freundinnen &#252;ber andere M&#228;dchen und eines im Speziellen gel&#228;stert wurde, das sich die Beinhaare nicht rasiert: »Wu&#228;&#228;h! Wie unm&#246;glich!« &#8211; Beinhaare rasieren?!<br />
Das war es also, was nicht stimmte. Ich hatte es doch schon gef&#252;hlt&#8230;<br />
Das hat mich enorm schockiert. Diese M&#228;dchen diskriminierten sich also untereinander bei nichtrasierten Beinen. Ich hab mit offenem Mund gestaunt.</p>
<p>Ich war entsetzt, als mir aufging, wie lange meine Mitsch&#252;lerinnen das schon tun mussten: Schon Jahre bevor ich anfing, mir regelm&#228;&#223;ig meinen Bart zu rasieren.<br />
Ich dachte immer, das w&#252;chse so, beziehungsweise &#8220;in dem Alter&#8221; NOCH NICHT. Ich hatte eine obskure Vorstellung davon, dass die Beinhaare erst ab Anfang 30 bei Frauen beginnen zu wachsen, wie gesagt, ich hatte mir dar&#252;ber noch nie bewusst Gedanken gemacht.</p>
<p>Auf Nachfrage, wie sie das &#252;ber das Jahr &#252;ber hielten, erkl&#228;rte man mir in Eile, dass das &#8220;darauf ankommt, ob man &#8216;nen Freund hat&#8221;. Aber in wiefern, in welche Richtung? Erwarten das etwa sogar die Jungen in einer (k&#246;rperlichen?) Liebesbeziehung, und gilt es ganz abstrakt als wichtiger Attraktivit&#228;tspunkt? Oder aber braucht man gerodete Beinhaare nur, solange man noch keinen Freund hat, weil dieser dann vollstes Verst&#228;ndnis zeigt?<br />
Damit warf sich in mir die Frage auf, ob eine Beinglattrasur gar schon pers&#246;nliches Sch&#246;nheitsideal f&#252;r die Frauen geworden ist und nicht nur Konvention.</p>
<p>Das ist doch nur ein leichter Flaum, nicht so was wie bei M&#228;nnern!<br />
— Dabei f&#228;llt mir auf, dass ich eigentlich gar keine Vorstellung davon habe, wie junge Frauenbeine unrasiert aussehen. Nur aus Einsch&#228;tzung und Gef&#252;hl heraus glaube ich aber, es sind nicht so viel, es sind weniger und zartere Haare, und farbloser.</p>
<p>Was hier nat&#252;rlich aufkommen k&#246;nnte und das ich vorsorglich kl&#228;ren m&#246;chte: Ich bin nicht vom anderen Ufer. Ich hab keine Schwester, ich hab keine Freundinnen (hier), ich hab keine Freunde in der Gegend, mit denen ich besonders viel gemein h&#228;tte. &#220;ber solche, ich sage mal, weltlichen Dinge, kommt kaum einer (meiner Freunde) auf die Idee zu chatten, man spricht doch &#252;ber diesen Themenkomplex eher, wenn man real zusammensitzt. Meine Gespr&#228;che sind in der Regel bestimmt von Abstrakta und Theorie, nicht vom Auspacken von seltsamen Geschichten und Beobachtungen am anderen Geschlecht. Diese Sachverhalte nicht zu kennen und auch gr&#246;&#223;tenteils nicht die gegenw&#228;rtige &#8220;Kultur- und Sch&#246;nheitsempfindung&#8221; zu teilen, erkl&#228;ren sich somit durch meine vorwiegende Kommunikationsart und meinen Freundeskreis.</p>
<p>Bald kam ich, logisch erweiternd, auch noch auf ein ganz anderes Gebiet: Die Achseln. Mir schauderte es, als ich begriff, dass wie die Beinhaare wohl auch Frauen Achselhaare wachsen m&#252;ssen und &#8211; der Grund des Schauderns &#8211; allerorts absolut unbeanstandbare glatte Achselh&#246;hlen zeigen, was bedeuten muss, dass sie sie penibelst und akribisch in sehr h&#228;ufigen Abst&#228;nden rasieren und &#252;berpr&#252;fen m&#252;ssen, wovon ich aber noch nie sprechen geh&#246;rt habe. Man schweigt dar&#252;ber. DAS ist das Unheimliche!</p>
<p>Seit wann ist das schon so, seit wann ist das Pflicht, Mode, Norm? Ich erinnere mich noch d&#252;ster: Mitte der 90er konnte man noch viel &#246;fter Achselhaare bei Frauen sehen (erinnere mich nur allgemein, nicht, bei welcher Altersgruppe). Ich war zwar noch sehr jung, aber sagt mir, ist das Einbildung?</p>
<p>M&#228;nner k&#246;nnen mit Achselhaaren herumlaufen, ein bisschen sollen sie sogar, glaube ich, haben. Auch das scheint Frauen verboten zu sein, aber das ist noch ein bisschen nachvollziehbarer als das mit den Beinhaaren. (Schwei&#223; durch Arbeit → m&#228;nnlich; keine Schwei&#223;abf&#228;nger → &#8220;weiblicher&#8221;)</p>
<p>Dadurch separiert ihr euch noch mehr von den M&#228;nnern und steckt euch damit SELBER in ein konservatives Frauenbild hinein! Es ist antifeministisch!</p>
<p>Da man (- ich) nur perfekt rasierte Frauenachseln sieht, und da ich einsch&#228;tzen kann, wie schnell dort die Haare nachwachsen, muss ich doch annehmen, dass ihr sie <em>t&#228;glich</em> gen&#246;tigt seid zu rasieren. Hammer.</p>
<p>Bei manchen ist das &#228;u&#223;erst sexy, an vielen sieht es einfach nicht gut aus, haarlose Beine passen an ihnen nicht zum K&#246;rper (was &#252;berhaupt nichts mit Burschikosit&#228;t zu tun hat). Das sind die, an denen es dann auch besonders unnat&#252;rlich, befremdlich, falsch wirkt und an denen der gesellschaftliche Zwang am deutlichsten wird, durch den sie es dennoch tun.</p>
<p>Wenn ich die 90er nicht miterlebt h&#228;tte, und daheim nicht meine Mutter sehen w&#252;rde, die aus der Mitl&#228;uferzeit heraus ist, l&#228;ge das Denken nur allzu nahe, Frauen h&#228;tten keine Achselhaare! Eine perfekte Illusion da drau&#223;en, und ihr alle spielt mit!!<br />
Dass ich dachte, Frauenbeinhaare w&#252;chsen auch erst mit Anfang 30, ist genau das Selbe! Ich seh einfach keine unter diesem Alter mit Beinhaaren!</p>
<p>T&#228;glich die Achselhaare rasieren, das muss f&#252;r euch zum Tag geh&#246;ren wie Z&#228;hneputzen. Reizt das die Haut nicht irrsinnig? Nicht selten, wenn ich das mach, schneid ich mich dabei. Ich wei&#223; nicht, ob ich&#8217;s wirklich wissen will, welche Tricks und Apparaturen ihr daf&#252;r bem&#252;ht, damit das immer so aalglatt aussieht&#8230; Vielleicht habt ihr da ja ganz andere Haut, oder ihr seid auch gar nicht so perfekt und immer gr&#252;ndlich, aber habt dann &#8220;drau&#223;en&#8221; gro&#223;e Hemmungen, euch nat&#252;rlich zu bewegen, weil andere die W&#252;ndchen oder nichtrasierte (!!!) Stellen sehen k&#246;nnten, zieht euch dann auch f&#252;r diese Tage was Geschlosseneres an&#8230;</p>
<p>Je l&#228;nger ich &#252;ber dieses und &#228;hnliche Themen nachdenke, desto mehr Leid tut ihr mir.</p>
<p>Damit komm ich zur Frage: Macht ihr das auch so verbindlich wie Z&#228;hneputzen, oder seht ihr das an Wochenenden, in Ferien und Co. nicht doch etwas legerer? Geht es euch darum, in einer fest definierten Gruppe euren Status zu wahren (&#8220;Schulklasse&#8221;), oder wollt ihr auch &#8220;f&#252;r&#8221; Fremde auf der Stra&#223;e (in den Ferien z.B.) unbehaarte Achselh&#246;hlen und Beine haben? Wenn ja, <em>wof&#252;r</em>? Warum meinen denn so viele von euch, immer sexuell attraktiv sein zu m&#252;ssen (nach den Konventionen) und nicht nur einfach h&#252;bsch? Wo ist der Sinn dabei? Und hey, ihr seid M&#228;dchen, das H&#252;bschsein wird euch von der Natur schon viel leichter gemacht als uns; oder meint ihr nicht? Warum braucht&#8217;s da noch mehr?<br />
Damit erreicht ihr h&#246;chstens eine Penetration, nicht aber euren Traummanntyp, den ihr erhofft. Was also soll das? Es kommt mir vor, als w&#228;r die ganze Konvention von l&#252;sternen M&#228;nnern erdacht, und euch durch Gehirnw&#228;sche aufgezwungen!</p>
<p>Wie haltet ihr es, wenn ihr mehrere Tage das Haus nicht verlasst (Ferien; dabei schlie&#223; ich zwar von mir auf andere, aber mal angenommen)?<br />
Und &#252;berhaupt: Wie haltet ihr das im Winter, in der Jahreszeit, in der ihr &#252;berhaupt niemandem eure Beine und Achseln zeigen, geschweige denn Rechenschaft dar&#252;ber ablegen m&#252;sst?<br />
Eure Antworten auf diese Fragen, gerne differenziert, beantworten euch, ob ihr nur gezwungenerma&#223;en den aktuellen Sch&#246;nheitskonventionen folgt, um nicht ausgeschlossen zu werden, oder ob ihr sie als nat&#252;rlich empfindet. Ob ihr euch sch&#228;mt, wenn ihr nicht rasiert seid.</p>
<p>Ich spreche bei den Achselhaaren nicht von drei Zentimetern, ich spreche von noch &#228;sthetischen L&#228;ngen.<br />
Bei beidem nehme ich euch nicht ab, dass &#8220;die M&#228;nner das einfach so wollen&#8221;. Ihr k&#246;nnt euch sehr wohl gegen solchergestalten Anspr&#252;che wehren und sie ausschlagen. Nat&#252;rlich war das zu erst Hollywood, die Idee wurde bekannt, der Wunsch ge&#228;u&#223;ert, dann habt ihr euch alle angepasst und seid pariert.<br />
Welcher Trend soll als n&#228;chstes folgen? In welche bedingungslose Verzichtabh&#228;ngigkeit und falsche Tugend &#8211; denn nichts anderes ist das &#8211; soll euch das noch f&#252;hren?<br />
Nietzsche: »Nutzen der gro&#223;en Entsagung: Das N&#252;tzlichste an der gro&#223;en Entsagung ist, dass sie uns jenen Tugendstolz mitteilt, verm&#246;ge dessen wir von da an leicht viele kleine Entsagungen von uns erlangen.«<br />
Wir erschaffen eine neo-viktorianische Gesellschaft, aber diesmal gibt es keiner zu!</p>
<p>Ich empfinde es hier als angebracht, die Funktionen der Haare ins Ged&#228;chtnis zu rufen: Arm- und Beinhaare zum K&#228;lteschutz, popul&#228;rste &#220;berreste des Ganzk&#246;rperfells. Achsel- und Schamhaare: Schwei&#223;abnehmer &#8211; das sind beides Extremit&#228;tenendzonen, in denen viel Muskelarbeit und Reibung stattfindet.<br />
&#214;hm, ok. Weiter ausf&#252;hren, dass letztgenannte Regionen ohne wenigstens leichte Behaarung schnell sehr schwei&#223;ig werden, brauche ich wohl nicht. Und das der Schwei&#223; runterrillt und dann ernsthaft riecht, gro&#223;fl&#228;chig &#252;ber den K&#246;rper verteil. Oder doch&#8230;?<br />
Die Haare haben einen Sinn. Auch heute. Welche falsche Scham aus diesem durchdachten Prinzip baut ihr also daraus?</p>
<p>Wollt ihr wissen, wie ich meinen K&#246;rper zur&#252;ckweise? Ihr wollt es nicht, aber ich sag es euch trotzdem: Alle drei Monate lasse ich mir die Kopfhaare schneiden, alle drei Wochen stutz ich mir die Schamhaare, alle zwei Wochen schneid ich mir die N&#228;gel, ebenso etwa alle zwei Wochen die Achselhaare, und auch etwa alle zwei Wochen die Brusthaare, alle zwei bis drei Werktage rasiere ich meinen Bartwuchs, jeden Tag putz ich mir die Z&#228;hne. Punkt. Eventuell nicht repr&#228;sentativ f&#252;r einen Jungen, aber so sieht&#8217;s aus. Versteht aus diesem Standpunkt meinen Schock &#252;ber euren einvernehmlich selbstaufgestachelten K&#246;rperkult.<br />
Ich hab schon oft versucht, einen tieferen Sinn in eurer emsiger Besch&#228;ftigung und Auseinandersetzung mit eurem K&#246;rper (in allen Bereichen) zu finden, diese gro&#223;e K&#246;rperlichkeit und K&#246;rperkonzentriertheit, aber ich komme einfach auf keinen. Verzeiht, aber so m&#252;sste ich eigentlich denken, ihr seid so nieder materialistisch und objektizistisch und dabei paranoid untereinander. Und doch schwingt dabei etwas mit: Unterdr&#252;ckung durch den Mann und der Wille nach Freiheit, aber sogleich mit ihm, als sei es eine Miterscheinung, das Schaffen von Strukturen zum eigenen Ausgrenzen und Erschweren in seltsam diametraler Richtung gegen die Ann&#228;herung der eigenen Rechte hinauf zu jenen des Mannes.<br />
Das ist kein Emanzipationsproblem mehr, sondern ein ganz neuer Streit darum, was es hei&#223;t, eine Frau zu sein, aus euren Reihen. Vielleicht aus reaktion&#228;rer Angst, vielleicht w&#228;hrend der zunehmenden Emanzipation eine Suche nach wahrer Weiblichkeit, verleitet gestrandet im Materiellen, vielleicht sind auch gewisse Elemente so konstelliert, dass sie eine eigene Wettbewerbsordnung erschaffen, dass sie ein eigenes Funktionssystem aus sich heraus entwerfen m&#246;chten, aber schlie&#223;lich ist es eine Identit&#228;tskrise.</p>
<p>Auf mich wirkt euer Beinhaarumgang widernat&#252;rlich und befremdlich. Ich finde ihn &#252;bertrieben und neurotisch.<br />
Euren Achselhaarumgang finde ich schlicht schockierend. Zwar gebe ich zu, dass haarlose Achseln sexyer sind, ich kenne es aber auch nicht mehr anders. Macht es wieder sexy, <em>seid sexy</em> mit eurem Kopf, macht leichte Achselbehaarung wieder salonf&#228;hig, indem ihr sie im Kollektiv langsam wieder einf&#252;hrt und sanft erh&#246;ht &#8211; dann wird sie auch akzeptiert. Ein Tabubruch muss erfolgen! Behindert euer Positionsfortschreiten nicht selber, tretet ein f&#252;r eine zwangsfreie, <em>freie</em> Lebensgestaltung! Es ist h&#246;chste Zeit!</p>
<p><strong>Nachwort (26. September 2009)</strong><br />
Es wurde von einigen gefragt, was mich das Thema denn anginge, »schlie&#223;lich ist er kein M&#228;dchen«, das k&#246;nne mir doch vollkommen egal sein.<br />
Ihr tut mir einfach furchtbar Leid.</p>
<p>Wenn es mich doch nicht direkt selbst betrifft, so m&#246;chte ich zumindest, dass meine noch ungeborenen T&#246;chter einmal nicht in einer Welt unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen und Zw&#228;ngen werden leben m&#252;ssen.</p>
<p>Das Pl&#228;doyer ist sogar sehr eigenn&#252;tzig: Wenn ich als Mann dauerhaft neue Rechte erhalten m&#246;chte, die bisher den Frauen vorenthalten waren, muss es ein gerechtes Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern geben, sonst wird meine &#8220;Nahme von Rechten&#8221; immer argw&#246;hnisch be&#228;ugt werden; und *k&#246;rperliche* Zw&#228;nge sind dabei absolutes No-Go und unzuwirklich dem Ziel, so was darf es nicht geben.</p>
<p>Der K&#246;rper ist das Niederste, und Gedanken sind seinen Ideen, seinen Vorstellungen in gewisser Weise untergeordnet und unterworfen.<br />
Die Enthaarungspraxis und der gesellschaftliche k&#246;rperliche Zwang dahinter dient nur der Unterdr&#252;ckung und Unterwerfung; von den M&#228;nnern mehr oder weniger bewusst lanciert und in eure K&#246;pfe verpflanzt, um euch unfrei, &#8220;bewusstlos&#8221;, zu halten, ihnen &#8220;ungef&#228;hrlich&#8221;.<br />
Ihr m&#252;sst doch das erkennen, was hier mir euch gemacht wird! Ihr seid Sklaven der Vorstellungen der M&#228;nner, geschickt von ihnen in eure eigenen Ideale geschrieben!</p>
<p>Wenn ihr gar nicht das Bed&#252;rfnis habt, dagegen zu rebellieren, &#8211; das versteh ich voll! Aber denkt doch mal &#252;ber dieses System auf einer h&#246;heren Ebene nach, ihr werdet erkennen, wie es funktioniert; dass die &#8220;nat&#252;rliche Notwendigkeit&#8221; durch die Medien &#8211; und letztendlich dahinter den l&#252;sternen M&#228;nnerk&#246;pfen als Entscheidern, die eben genau so etwas sehen wollen &#8211; seit Jahren propagiert wird, bis ihr es tats&#228;chlich als Eigenschaft von &#8220;Weiblichkeit&#8221; annahmt, das ist fatal!!</p>
<p>Wenn ich hypothetisch mit einem M&#228;dchen den K&#246;rper tauschen w&#252;rde, ich w&#252;rde mich aktuell sehr bedr&#228;ngt, unter Zw&#228;ngen und Erwartungen und Idealen f&#252;hlen, nicht gleichberechtigt und von anderen bestimmt, befohlen und eingeschr&#228;nkt; das empf&#228;nde ich als h&#246;chst unangenehm.<br />
Das stelle ich mir schrecklich vor, ich empfinde ja schon alleine die geistige Unfreiheit, die nat&#252;rlich auch ich habe, als gro&#223;e Behinderung in meiner pers&#246;nlichen Auslebung und Entfaltung, dazu noch mehr k&#246;rperliche Zw&#228;nge, oh Gott! So wollte ich nicht leben! Das ist keine Freiheit!</p>
<p>Macht euch dessen bewusst, was mit euch <em>*getan wird*</em>, macht euch dessen bewusst, <em>*was ihr nicht d&#252;rft*</em>, was euch <em>*verhindert wird*</em>, was euch an Freiheit <em>*entgeht*</em>. Die Freiheit geh&#246;rt euch durch die Natur, sie wird euch genommen; ihr seid nicht Frauen, ihr seid <strong>*Menschen*</strong> und sie steht euch zu!</p>
<p>Dagegen m&#252;sst ihr was tun, echt. Mir ist v&#246;llig klar, dass ihr euch nicht trauen werdet, in Trotz auf einmal mit Bein- und Achselbehaarung herumzulaufen, w&#252;rde ich mich an eurer Stelle auch nicht.<br />
Das Thema muss diskutiert werden, es muss &#246;ffentlich gemacht werden und es muss zum &#246;ffentlichen Interesse werden &#8211; was es nat&#252;rlich unter jeder von euch schon sein sollte.<br />
Sprecht mit M&#228;nnern dar&#252;ber, nicht nur Partnern, sondern allgemein mit Freunden. Macht ihnen klar, wie ihr den Zw&#228;ngen unterworfen seid, und glaubt mir, die werden nachsichtiger damit werden und sein, als ihr selbst untereinander, die m&#246;chten euch helfen.<br />
Sprecht &#252;berhaupt mit so vielen Freundinnen und Freunden wie m&#246;glich dar&#252;ber, wenn ihr einen Blog habt, bloggt dar&#252;ber, stellt eure Situation dar. Das ist der Schritt hin zu ungehemmter Emp&#246;rung, Mut und schlie&#223;lich einer &#196;nderung, die gesellschaftlich akzeptiert wird.</p>
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		<title>Ein Produktionseinblick f&#252;r euch &#8211; Entstehung von &#8220;Schule.&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 21:21:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Es kam der Wunsch auf, mal Einblick zu gew&#228;hren, wie ich diese Texte schreibe. Die Schultexte waren seit Dezember 2008 die aufw&#228;ndigste und die mir nahegehendste Ausarbeitung, und so liegt es doch nahe, es an ihr jetzt mal zu betrachten.
Ja, und ich nutz das auch gleich, um mich hier ein bisschen selbst zu loben, bevor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kam der Wunsch auf, mal Einblick zu gew&#228;hren, wie ich diese Texte schreibe. Die Schultexte waren seit Dezember 2008 die aufw&#228;ndigste und die mir nahegehendste Ausarbeitung, und so liegt es doch nahe, es an ihr jetzt mal zu betrachten.<br />
Ja, und ich nutz das auch gleich, um mich hier ein bisschen selbst zu loben, bevor ich den ganzen Aufwand, der das war, wieder vergesse. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die Texte waren von der ersten Idee an, wahrscheinlich Mai, als Gro&#223;projekt geplant. Ich wollte mir alle Systemwut, allen Schmerz, allen Kummer von der Seele schreiben, wollte es endlich f&#252;r mich mal exakt in Worte giesen.</p>
<p>Mitte Mai, glaube ich, fing ich an, mir erste Notizen zu machen. Notizen mit Gedankenfetzen, Ideen, Dinge, die mir in den Sinn kamen. So mach ich das bei diesen Gro&#223;projekten: Ich schreib mir alles auf, was mir einf&#228;llt, alles, sp&#228;ter erst wird dann geordnet, verwertet und nichtverwertet.<br />
Dann lies ich wegen zu viel emotionalen Schulstress (insbesondere Zentrale Klassenarbeiten) die Weiterarbeit an den Schultexten ruhen, raffte mich mit M&#252;h und Not aber zum Ende des Schuljahres noch mal dazu auf, weil mir das Thema so wichtig war, und dann sammelte ich gute 5 Schulwochen Gedanken, w&#228;hrend der Schule und vor allem Nachts im Bett.</p>
<p>Bin ich von so einem Projekt &#252;berzeugt, geht das Stoffsammeln von ganz alleine, leider eher in den unlieberen Momenten wie im Bett und (diesmal) in einigen F&#228;chern, w&#228;hrend ich nur schwierig etwas fachfremdes notieren kann (haupts&#228;chlich wegen dem Tempo des Faches). Da wurden Mathe- und Bio-Heftr&#228;nder vollgekritzelt, und auch die letzten drei Seiten meines Schulblocks setzte ich daf&#252;r ein.<br />
Ich habe es mir seitdem zur Angewohnheit gemacht, &#252;berall hin ein quadratisches Notizzettelchen und meinen Lieblingskugelschreiber mitzunehmen, im Bett habe ich schon seit &#252;ber einem Jahr einen Notizzettel an meiner Seite.</p>
<p>Meine letzten Blogprojekte brauchten l&#228;nger f&#252;r die Stoffsammlung, als man sich vielleicht denkt; aber ich wei&#223; ja nicht, was man sich denkt, wenn man das so sieht&#8230;<br />
Die meisten letzten Beitr&#228;ge waren von so pers&#246;nlicher Gef&#252;hlstiefe, dass ich sie nicht mal eben runterrazzen konnte. Die Herausforderung, die eigentliche Arbeit, ist die Stoffsammlung, das Zusammensetzen ist nur Knobelei, auf vollkommen anderem Niveau.<br />
Ich habe so einen bunten Gef&#252;hlstrahl in mir, wenn ich an bestimmte Themen denke. Nacheinander, durch Zufall, fasse ich Gegenst&#228;nde daraus in Begriffe. Ich f&#252;hle, ob da noch etwas ist, was ich nicht erfasst habe, und so lange bin ich nicht zufrieden. Ich beginne erst mit der &#8220;Postproduktion&#8221;, wenn ich das Gef&#252;hl habe, meine Gedanken zu einem Thema komplett erfasst zu haben.</p>
<p>Dazu eine kleine &#8220;Anekdote&#8221;: Ich bin da recht zwanghaft, Ende Mai, in den Pfingstferien, hatte ich die Idee zum Nationalstolz-Artikel. Ich fand das ein sehr interessantes, wichtiges und aktuelles Thema und sammelte ein wenig. Aber bald wurde es mir richtig stark zu wider, ich wei&#223; nicht, warum. Ich habe es fast gehasst.<br />
Aber ich hatte mir vorgenommen, <em>als n&#228;chsten Artikel den Nationalstolzartikel zu ver&#246;ffentlichen</em>, das musste einfach so sein, ich musste das hinbekommen, weil es wichtig, gut war, verdammt! Aber ich hing fest! Ich konnte nicht weiterschreiben, es widerstrebte mir so sehr!<br />
Konsequenz: Ganze zwei Monate kein neuer Blogartikel.<br />
Dazu kam die Vornahme mit der Schulauseinandersetzung: Ich nahm mir streng vor, zu erst den Nationalstolz-Artikel und dann den Schultext zu ver&#246;ffentlichen.<br />
Mitte der Sommerferien (!!) (etwa Mitte August) spornte mich diese zwanghafte Selbstvornahme und Selbstdisziplin an, mich, sehr widerwillig, wieder dem Nationalstolz-Artikel zu widmen. Die Botschaft, die ich mit ihm r&#252;berbrachte, ist &#252;brigens schlie&#223;lich auch eine ganz andere geworden, als die, die ich urspr&#252;nglich hatte.<br />
Um noch ein Element einzubringen: In den letzten Schulwochen bekam ich das Bed&#252;rfnis, noch ein weiteres Thema auszuf&#252;hren, das, was heute noch als Artikel ver&#246;ffentlicht wird. Schon zu Beginn der Ferien machte ich mir dazu einige Notizen und das sah bald schon recht vielversprechend aus, was mich dann zus&#228;tzlich etwas anspornte, diesen verhassten Nationalstolz-Artikel zu einem Ende zu bringen. Die beiden bearbeitete ich dann parallel (was einfach bedeutet, dass mir zu beiden durcheinander Ideen, Begriffe einfielen) und schlie&#223;lich h&#228;tte ich den heute noch ver&#246;ffentlichenden Artikel noch vor dem Nationalstolz-Artikel online stellen k&#246;nnen (er war schon ziemlich gut, aber durch die lange Wartezeit konnte er dann noch mal an einigen Stellen stark reifen). Da dieser jedoch die &#8220;neueste Idee&#8221; war, stellte ich ihn hinten an. So wurde dann am 29.08. <a href="http://www.frumble.de/blog/2009/08/29/nationalstolz-reloaded/">Nationalstolz reloaded</a>, am 07.09. <a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/07/schule/">Schule.</a> und am 09.09. <a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/09/schule-ein-leidensbericht/">Schule.</a><a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/09/schule-ein-leidensbericht/"> </a><a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/09/schule-ein-leidensbericht/">Ein</a><a href="http://www.frumble.de/blog/2009/09/09/schule-ein-leidensbericht/"> Leidensbericht.</a> ver&#246;ffentlicht. Den Text, den ihr hier gerade lest, ist &#252;brigens eine Spontanidee und anders als diese sonstigen Artikel relativ geradlinig, wie man sich das so vorstellt, runtergeschrieben. Dass er noch vor dem n&#228;chsten heute zu ver&#246;ffentlichen und direkt nach den Schulausarbeitungen kommt, liegt daran, dass er eben das &#8220;Making Of&#8221; dieser Ausarbeitungen darstellt und dazugeh&#246;rt.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Bettzettelbeispiele-klein.jpeg" rel="lightbox[1059]"><img class="size-medium wp-image-1080 alignleft" style="margin: 7px;" title="Bettzettelbeispiele - Graphologen verzieht euch bitte." src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Bettzettelbeispiele-klein-200x300.jpg" alt="Bettzettelbeispiele-klein" width="200" height="300" /></a>Zur&#252;ck also zu den Schulausarbeitungen.<br />
Ich nahm mir noch zur Schulzeit vor, sie zwei Wochen vor den Sommerferien fertig werden zu lassen. Ich hab dann aber auch gemerkt, dass ich das unm&#246;glich leisten kann, eben weil ich noch bei weitem nicht die Farbpalette meines Kopfes dazu begrifflich gemacht habe.<br />
In den Ferien schob ich die Arbeit auch schier endlos lange vor mir her, ich meinte wohl, das sei nicht mehr viel Aufwand und auch wollte ich mich jetzt nicht mit der Schule besch&#228;ftigen. Als ich mich dann dazu zwang, nach Ver&#246;ffentlichen des Nationalstolz-Artikels, wurde mir doch sehr schnell klar, dass das eine noch nie dagewesene Stoffmenge, Vielschichtigkeit, teilweise Paradoxie und Komplexit&#228;t war und verlangte.<br />
Die f&#252;r mich neue Herausforderung war es bei dieser irrsinnig langen Sammlung von Gedanken, sie auf ein Mal zu einem Text zu verarbeiten. Bisher entwickelte ich l&#228;ngere Texte anders: Es gab Immer einen Faden, immer die aktuelle Baustelle und was mir sonst noch einfiel, kam in die Gedankensammlung, die sp&#228;ter verarbeitet wurde, aber ich habe sonst immer progressiv geschrieben. (Wer die Megabildversion zum Entziffernversuchen will: <a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Bettzettelbeispiele.jpeg" rel="lightbox[1059]">Klick</a>)</p>
<p>Elf Seiten Gedankenteile zusammenzuf&#252;hren ist &#228;u&#223;erst schwierig, man braucht einen &#220;berblick dar&#252;ber, muss wissen, was man hat. Ich musste, wenn man so will, die elf Seiten in meinen Arbeitsspeicher laden, um sie zu indizieren. Das geht nicht mit schnell dar&#252;berlesen, sondern ist ein langwieriger Prozess, praktisch ein Auswendiglernen, bei dem ich immer wieder mal Abschnitte las, sie im Kopf frisch machte, weiterlas und nach und nach assoziieren konnte. Selbst, wo das ja alles von mir selbst geschrieben wurde, ist das in dieser Menge ein ungeheures St&#252;ck Arbeit.</p>
<p>Zum ersten Mal musste ich mir ein Arbeitssystem ausdenken; das war der Wechsel von der chaotischen in die systematische Arbeit.<br />
Bald sah ich, dass ich bei dieser L&#228;nge unbedingt Kategorien mit &#220;berschriften ben&#246;tigte. Bisher hatte ich nur selten Kategorien benutzt, diesmal ging ich sogar noch weiter und erstellte Unterkategorien. Um auf die n&#246;tigen Kategorien zu kommen, brauchte ich eine halbe Stunde. Das war dann auch der Punkt, an dem ich mir &#252;berlegte, es in einen objektiven, schulsystemkritischen, und einen subjektiven, gef&#252;hlsbetonten Teil aufzuteilen. Das Prinzip hat zus&#228;tzlich noch den Vorteil, dass ich, sollte ich einmal Probleme damit bekommen, den Leidensbericht einfach passwortsch&#252;tzen, und somit vom Netz nehmen kann, ohne die mir ebenfalls sehr wichtige allgemeine Schulkritik den interessierten Besuchern zu verwehren.<br />
Dann brauchte ich &#252;ber f&#252;nf Stunden, um die Gedanken in die Kategorien zu <em>ordnen</em> und in die zwei Teile zu trennen. Um selber nicht den &#220;berblick zu verlieren, ben&#246;tigte ich ein eigenes Inhaltsverzeichnis. Es waren zeitweise mehr als drei Textfenster gleichzeitig offen.<br />
Der erste objektive Teil war schwerer als der zweite pers&#246;nliche.<br />
Den zweiten arbeitete ich im Wesentlichen von unten nach oben aus, das erschien mir leichter. Ab dem Ordnen brauchten beide Ausarbeitungen zusammen noch etwa zehn Stunden Zeit.<br />
Es war ein tolles Gl&#252;cksgef&#252;hl, als ich endlich zufrieden mit mir und der Ausarbeitung war. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ein paar Zahlen:<br />
Meine Stoffsammlung hatte elf Seiten (in OO.o kopiert) komprimierte <em>Gedanken</em>. F&#252;hrt euch das vor Augen: Elf Seiten Stoffsammlung! Das meiste waren Mini-Abs&#228;tze von zwei S&#228;tzen, dazwischen aber auch schon gr&#246;&#223;ere, die ich dann fast ohne &#196;nderungen gleich &#252;bernehmen konnte. Jedenfalls war es gigantisch.<br />
Der fertige erste Schulteil z&#228;hlte (kopiert) f&#252;nf Seiten, der zweite stolze neun. Da Wordpress aber nicht mehr als eine Leerzeile zwischen zwei Abs&#228;tzen erlaubt, sind es ohne diese zus&#228;tzlichen &#8211; noch mal zum Erfassen und zur &#196;sthetik eigentlich sehr dienlichen &#8211; Zeilenabstande im ersten Teil vier und im zweiten acht Seiten. Wie man&#8217;s auch anschauen will, das ist eine ganze Menge.</p>
<p>&#220;brigens schreibe ich diese Bettzettel, selbst wenn ein Projekt nicht &#8220;akut&#8221; ist, fast t&#228;glich ab. Das &#8220;t&#228;glich&#8221; ist dabei einfach wichtig, weil meine Schrift auch f&#252;r mich in dieser Rumfizzellei zu 30% unleserlich ist und ich die Zettel eigentlich nur dadurch abschreiben kann, indem ich mich beim Sehen der Schn&#246;rkel erinnere, was ich dabei empfunden habe und so wieder auf die S&#228;tze komme, oft. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  F&#252;r alle meine Projekte nutze ich das <a href="http://wiki.ubuntuusers.de/Tomboy">geniale</a> Desktop-Wiki <a href="http://projects.gnome.org/tomboy/">Tomboy</a>. Es ist &#228;u&#223;erst angenehm, auf den Notizzettel im oberen Gnome-Panel zu klicken oder Alt+F12 zu machen, eine Liste mit den aktuellen Notizzetteln zu bekommen, durch einen Klick und ohne weitere Ladezeit einen zu &#246;ffnen, einen simplizistischen Texteditor zu haben, der ein paar Formatierungsoptionen kennt und alle Notizzettel als Wiki untereinander verlinkbar und durchsuchbar macht, und der automatisch speichert. Das ist echt cool. Gibt es mittlerweile &#252;brigens auch f&#252;r Mac OS X und Windows. Kann auch auf WebDav synchronisieren und bald kommt auch ein selbsthostbarer Webdienst daf&#252;r. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt=':cool:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ja, das sollte ein kleiner Einblick in die Produktion so einer Ausarbeitung geworden sein. Ich hoffe (f&#252;r mich), dass ich es in n&#228;chster Zeit nicht mehr f&#252;r n&#246;tig erachte, so viel Aufwand aufzubringen und mir selbst oft so bl&#246;de Selbstversprechensvorw&#252;rfe zu machen. Das war diesmal wirklich nicht sch&#246;n. Zum Ende habe ich es aber doch geschafft, und das sogar noch in den Sommerferien.</p>
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		<title>Schule. Ein Leidensbericht.</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich entschlossen, meine Gef&#252;hle und Verfassung zur Schule in einen zweiten Beitrag zu ver&#246;ffentlichen, weil sie sonst dem objektiv angelegten ersten Teil seine Glaubhaftigkeit, St&#228;rke und Signifikanz n&#228;hmen und, wie ich finde, auch nicht dazugeh&#246;ren.
Warum ich das hier ver&#246;ffentliche, wei&#223; ich nicht genau. Ich wollte es in erster Linie in Selbsttherapie f&#252;r mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich entschlossen, meine Gef&#252;hle und Verfassung zur Schule in einen zweiten Beitrag zu ver&#246;ffentlichen, weil sie sonst dem objektiv angelegten ersten Teil seine Glaubhaftigkeit, St&#228;rke und Signifikanz n&#228;hmen und, wie ich finde, auch nicht dazugeh&#246;ren.<br />
Warum ich das hier ver&#246;ffentliche, wei&#223; ich nicht genau. Ich wollte es in erster Linie in Selbsttherapie f&#252;r mich herausarbeiten und wenn ich auf kein Ziel wie eine Blogver&#246;ffentlichung hinarbeite, w&#252;rde das nie fertig und niemals so ausformuliert, wie es jetzt geworden ist.</p>
<p>Die Schule ist f&#252;r mich ein einziges Drama.<br />
Was nun kommt, ist ein Streifzug durch die F&#228;cher, die mir am meisten Kummer bereiten. Doch wenn nicht explizit anders erw&#228;hnt, bedeutet ein hier aufgef&#252;hrtes Fach nicht, dass ich darin deshalb notisch schlecht w&#228;re.</p>
<p><em>Inhalt: Mathe, Englisch und Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde, Sport, Biologie, Bildende Kunst, Mein Biorhythmus, Teile meiner Hochsensibilit&#228;t, Stresskonsequenzen, Freunde, Selbstbewusstsein, Psyche, Das n&#228;chste Schuljahr, Schlussgedanken.</em></p>
<p><strong>Mathe</strong><br />
Ich wei&#223;, viele Leute, die mich kennen, erwarten das nicht von mir: Ich bin sauschlecht in Mathe.</p>
<p>Das Maximum, was ich w&#228;hrend der Stunde noch hinkriege, ist &#196;quivalenzumformung &#8211; und auch das nicht, wenn ich unverhofft aufgerufen werde.<br />
Ich habe w&#228;hrend den Stunden regelrechte Angstzust&#228;nde.<br />
Was ich gerne h&#228;tte, w&#228;re ein psychologisch beglaubigter Attest f&#252;r Mathe.<br />
Mein Denken ist eingefroren, mein ganzes Denken ist blockiert.<br />
Ich bin so kaputt, dass sogar meine Rechtschreibung katastrophal wird.</p>
<p>&#220;ber Mathe bin ich unter allen F&#228;chern am ungl&#252;cklichsten, hier ist der Leidensdruck am st&#228;rksten.</p>
<p>W&#228;hrend des Tafelabschreibens kann ich nichts lernen. Ich habe ja schon die gr&#246;&#223;te Not, diese Zahlen und W&#246;rter in H&#228;ppchen zu erfassen, zu behalten und zu kopieren. Und dann wird ja meistens auch nebenher noch weitererkl&#228;rt!</p>
<p>Das Fach ist hektisch. Ich bin <em>nur</em> angespannt.</p>
<p>Mir dr&#228;ngt sich Stunde um Stunde das Gef&#252;hl (oder: die Illusion) auf, ich w&#228;re hier in der Intelligenz s&#228;mtlichen Mitsch&#252;lern unterlegen. Dadurch ziehe ich mich erst recht in eine vermeintliche Schutzposition zur&#252;ck, mache mich ganz klein. Dazu kommen weiter unten noch beschriebene &#220;berreizungen der Umgebung.</p>
<p>Au&#223;erdem m&#246;chte ich immer originelle und kreative L&#246;sungen pr&#228;sentieren und das kann ich in Mathe nicht &#8211; weil ich nichts gelernt habe, weil ich darin nicht lernen *kann*. Aber ich M&#214;CHTE doch so gerne etwas darin lernen!</p>
<p>Sag ich was Falsches, deprimiert mich das die ganze Stunde (oder werde ich eben &#252;berraschend aufgerufen; ich sch&#228;me mich dann vor der ganzen Klasse).<br />
Mathe ist f&#252;r mich reine Berieselung und Hoffen, nicht aufgerufen zu werden.<br />
Fast nie kann ich w&#228;hrend Arbeitsphasen etwas mit den Aufgaben anfangen.</p>
<p>Schon immer musste ich den in der Schule eigentlich vermittelten Stoff in den naturwissenschaftlichen und sprachlichen F&#228;chern zu Hause nachholen, weil ich es in der Schule nicht auf die Reihe bekomme. Das ist schrecklich. Ich sitze ganze Stunden da, <em>m&#246;chte</em> etwas von dem dargereichten Stoff verstehen und behalten, aber kann es nicht.</p>
<p>Ich mache eigentlich nur kleine Fehler, aber die sind &#8220;mit gro&#223;er Wirkung&#8221; und es gibt in den seltensten F&#228;llen jemanden, der bereit ist, mir kurz zu helfen, weil jeder so auf sich konzentriert ist, weil alles so schnell geht. &#8211; Den Lehrer zu fragen, nat&#252;rlich, traue ich mich nicht.<br />
Die &#8220;gro&#223;en&#8221; Fehler sind bei mir eher die Ausnahme, viel mehr mache ich kleine, aus Unverst&#228;ndnis mit anderen Stoffbereichen zusammenh&#228;ngend, die ich einfach nicht (mehr) beherrsche.</p>
<p>&#220;brigens &#8211; das will ich noch klarstellen &#8211; streckenweise, vor mancher Arbeit, habe ich echten Spa&#223; an dieser Essenz der Rationalit&#228;t. Streckenweise meine ich auch, ich w&#252;rde Dinge schneller verstehen als meine Mitsch&#252;ler.<br />
Aber, die Einschr&#228;nkung die kommen muss, ich bin de facto in Mathematik so eine verlorene Seele, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe, jemals gleich wie die anderen dem aufeinanderfolgenden Stoff verstehen zu k&#246;nnen. Mir fehlen viele Grundlagen, Dinge, vor denen ich mich damals gesperrt habe aus Uneinsicht, bei denen ich heute sagen muss, h&#228;ttest du doch wenigstens diese Dinge damals richtig gelernt, dann w&#228;re dein Problem mit dem Fach heute ein partiell anderes. Selbst wenn ich diese Grundlagen nachlerne, f&#252;hle ich mich nicht sicher, f&#252;hle ich mich gegen&#252;ber den anderen minderwertig, glaube, dass die doch noch so viel mehr im Zusammenhang damit verstehen m&#252;ssten, dass ich so weit abgeschlagen bin, dass es sinnlos ist, dass ich nur verlieren kann.<br />
Mein Problem mit Mathe ist ein psychologisches.<br />
Mathelehrer glauben ja immer ganz selbstverst&#228;ndlich, etwa in Elterngespr&#228;chen, man m&#252;sse ja nur &#252;ben, um den Zustand zu &#228;ndern, und w&#228;re eben faul.</p>
<p>Ich habe schon gemerkt, dass ich nicht der Schlechteste bin. Den &#8220;anderen Schlechten&#8221; scheint ihre Lage aber nicht aufzufallen, sie nicht zu st&#246;ren, sie machen sogar oft vergn&#252;gt am Unterricht mit. Sie scheinen nicht zu bemerken, wie viele Zusammenh&#228;nge sie nicht erfasst haben, sie scheinen es nicht weiter mit sich in Verbindung zu setzen, nicht pers&#246;nlich zu nehmen.<br />
Ich sch&#228;me mich daf&#252;r, das selbe &#252;brigens in Franz&#246;sisch.</p>
<p>Ich bin keineswegs von der Mathematik &#252;berfordert, mich &#252;berfordert die Klasse.</p>
<p><strong>Englisch und Gemeinschaftskunde</strong><br />
Ich denke viel zu kompliziert und abstrakt und finde keine Worte daf&#252;r. Ich kann selten direkte, klare Gedankenwege kreieren.<br />
Bei vielen Fragen nehme ich dagegen die erwartete L&#246;sung schon als selbstverst&#228;ndlich an und suche auf dieser aufbauend krampfhaft mit meiner ganzen Kreativit&#228;t nach etwas &#8220;Mystischem&#8221;, was ich ebenso als selbstverst&#228;ndlich halte. So &#252;bersehe ich tonnenweise einfache, simple Antworten und &#228;rgere mich griesgr&#228;mig best&#228;ndig &#252;ber mich selbst.<br />
Und das, weil ich nicht in mir ruhe, weil ich mich unfrei f&#252;hle, bedr&#228;ngt, bedroht.</p>
<p><strong>Gemeinschaftskunde (</strong><strong></strong><strong>„</strong><strong>Politik</strong><strong>“</strong><strong>)</strong><br />
W&#228;re es nur der Stoff, w&#228;r ich besser. Es gibt jede Stunde dumme Witze, &#8220;soziale Verh&#228;ltnisse&#8221; in einer Art, der ich abgeneigt gegen&#252;berstehe, durch die ich genervt bin, sie gefallen mir nicht, ich f&#252;hle mich unwohl, nicht dazugeh&#246;rend und ich blocke ab; versuche zwar, den Stoff trotzdem noch an mich ranzulassen, aber das ist verdammt schwer; es wird sehr viel geschrien, es gibt sehr viel L&#228;rm.<br />
Ich bin au&#223;erordentlich interessiert an dem Stoff, aber hier wird es mir wirklich richtig, richtig schwer gemacht, auch nur zu Konzentration zu finden und nicht gleich f&#252;r mich das gesamte Fach hinzuschmei&#223;en.</p>
<p><strong>Sport</strong><br />
Ich bin die gegenseitigen Anschuldigungen der Jungen der Homosexualit&#228;t Leid. So was von.</p>
<p>Mir tut nach jeder Stunde Irgendetwas weh, nicht, weil ich unbedingt etwas falsch gemacht h&#228;tte, sondern weil ich (meistens) b&#246;sartig mit B&#228;llen beworfen werde, oder sonstige Sp&#228;&#223;e ertragen muss. Sport haben wir zusammen mit einer Parallelklasse und summa summarum kommt da ein ordentlicher Haufen Proleten zusammen, die sich in einem Fach &#252;ber k&#246;rperliche Kondition sehr wohl f&#252;hlen.</p>
<p>In den Kabinen herrscht eine unzumutbare Luft, verpestet durch unz&#228;hlige Deos und &#8220;Bel&#252;ftungsaktionen&#8221; mit dem Wandf&#246;hn (!!). Auch in der Turnhalle west schreckliche Luft dahin; dazu der eklige schmutzige Boden (Popels?).</p>
<p>Ich bin durch einen Spielunfall als Kleinkind auf dem rechten Auge blind und habe somit kein direktes optisches 3D-Sehen, ich muss alles sch&#228;tzen aus Erfahrung.<br />
Darum brauche ich l&#228;nger; ich hasse B&#228;lle, ich hasse Ballspiele, ich hasse Aufgaben mit Anlaufen, ich hasse sie alle.</p>
<p><strong>Biologie</strong><br />
Ich denke mit Absicht an das Schwierigste, ich m&#246;chte dem Lehrer nicht zuspielen und irgendwie versuche ich immer den schwierigsten Weg, um mir selbst etwas zu beweisen. Es ist sehr lange her, als ich das letzte Mal in Biologie eine geniale Assoziationskette hatte, dabei ist das ja eigentlich das, mit dem ich mir gefalle und was ich von mir erwarte.<br />
Ich kann nicht frei denken, bin nicht kreativ.<br />
Analog zu Englisch und Gemeinschaftskunde fehlen mir, zumindest, wenn ich etwas vor der Klasse sag, auf einmal alle Fachausdr&#252;cke.</p>
<p><strong>Bildende Kunst</strong><br />
Seit Jahren habe ich darin nichts mehr geschaffen, worauf ich stolz gewesen w&#228;re. In keinem anderen Fach sch&#228;me ich mich so wie in BK (gerechtfertigt zu dem, was die besten anderen kreieren). Und denke, ich kann das doch viel, viel besser. Meine zu Hause zweifelsohne in &#220;berma&#223;en vorhandene Kreativit&#228;t ist in der Schule geradezu eingefroren, chronisch in BK.</p>
<p>——</p>
<p><strong>Mein Biorhythmus</strong><br />
Mein Biorhythmus ist eine Ausnahme &#8211; ich erreiche meine h&#246;chste Leistungst&#228;rke von 21:00 Uhr bis 03:00 Uhr. Um die Uhrzeit 02-03 Uhr +-1 h bin ich auf meinem kognitiven H&#246;hepunkt. Es ist einfach so. Ich sp&#252;re das immer wieder an Wochenenden und in Ferien.<br />
Morgens ist &#252;berhaupt nicht meine Zeit. Selbst wenn ich mal ausgeschlafen bin. Ich kann mit den Vormittagen kognitiv nicht so viel anfangen.</p>
<p>Da ich durch meinen Biorhythmus sehr schlecht nachts einschlafe &#8211; ich schlafe verst&#228;ndlicherweise &#228;u&#223;erst widerwillig zu der Zeit ein, zu der ich mich am leistungsf&#228;higsten f&#252;hle &#8211; bin ich meistens in der Schule recht m&#252;de.<br />
Dazu kommt noch eine, gerade durch den Schlafmangel beg&#252;nstigte, schwache Blase. Es ist grauenhaft.</p>
<p><strong>Teile meiner Hochsensibilit&#228;t</strong><br />
Ich bin <a href="http://www.festland-verlag.com/zb/2/2.1.htm">hochsensibel</a>, und in der Schule wird meine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t">Reizgrenze</a> &#252;berschritten. Es ist &#228;u&#223;erst unangenehm.</p>
<p>Es geht dort hektisch zu, ich bin unter vielen Sch&#252;lern mit unterschiedlichsten Emotionen, die ich allesamt unbewusst beobachte und analysiere, dann der Zeitdruck aus dem Unterricht&#8230;<br />
Ich habe jeden Tag Angst vor der Schule.<br />
Die Schule sch&#252;chtert mich ein, durch verlangte und im von den meisten erbrachte &#8220;Disziplin des Funktionierens&#8221;, durch ein K&#246;nnen, das ich nicht habe.</p>
<p>Ich kann effektiv und gr&#252;ndlich lernen, aber beim Stress, der von au&#223;en, nicht von mir, kommt, bin ich blockiert. Ich lerne gerne etwas f&#252;r die Schule, kann es aber nicht unter diesem Stress. Ich leide sehr darunter.<br />
Im ersten Schuljahreshalbjahr von September bis Februar ist das immer am schlimmsten, danach wird alles etwas lockerer.</p>
<p>Ich brauche Besinnlichkeit, ich brauche Ruhe, ich brauche Zeit f&#252;r mich. Ich scheine vollkommen inkompatibel zu diesem Modell von Schule zu sein.</p>
<p>Wie meine Deutschlehrerin in der 9. Klasse vor der Tafel erkl&#228;rte: In subtilen Anspielungen bin ich der absolute Meister, da kommt keiner an mich ran.<br />
Das bedeutet auch, dass jedes Wort, jede Formulierung in mich mit einer viel enormeren Gewalt einschl&#228;gt, mehr Nerven ber&#252;hrt, mehr wehtut oder mehr erheitert (ich lache oft &#252;ber &#8220;ganz banale&#8221; Formulierungen). Das ist Teil der Hochsensibilit&#228;t.<br />
In einem Satz, den ich in der Schule sage, zerrei&#223;t es mich innerlich schier an der Entscheidungsfindung, wie er zu formulieren w&#228;re, um entweder ganz spezielle subtile Anspielungen hervorzurufen oder bei allen, bei denen es mir darauf ankommt &#8211; und das ist so irre schwer &#8211; keine aufkommen zu lassen. Dabei kann ich noch nicht mal wirklich gut verbal sprechen und formulieren, ich konnte das nie lernen.</p>
<p>Wenn wir etwas lesen oder besprechen, kommen mir, habe ich den Eindruck, viel mehr Gedanken aus den skurrilsten Herleitungen, als anderen. Vor allem Bilder kommen mir in den Sinn und &#252;bergeordnete Zusammenh&#228;nge versuche ich durch h&#228;ndisches Aufeinanderzubewegen der verschiedenen Fakten und Drehen der Ansichtsweisen zu entdecken.<br />
Andere k&#246;nnen sich einfach auf die Fakten, so wie sie sind, konzentrieren, sie hinnehmen, lernen &#8211; und anwenden. Ich nicht.<br />
Und ist eine Frage offiziell aufgel&#246;st, h&#228;ngt in mir immer noch ein Nachbild meiner Konstruktion meiner Gedanken zu der Frage auf den Liedern, und ich habe die gr&#246;&#223;te M&#252;he, meine eigenen Gedanken als offenbar ›falsch‹, unpassend und unwesentlich zu akzeptieren und zu verwerfen. Spricht der Lehrer weiter, m&#246;chte ich am Liebsten weiter auf meinen eigenen Gedanken aufbauen &#8211; was mich nach k&#252;rzester Zeit wieder aus dem Verst&#228;ndnis wirft.</p>
<p><strong>Stresskonsequenzen</strong><br />
Ich f&#252;hle mich wirklich richtig unwohl.<br />
Unter den Schulbedingungen kann ich mich nicht vern&#252;nftig konzentrieren.<br />
Ich kann einen Lehrer nicht etwas fragen, nicht mal in den mir angenehmeren F&#228;chern, und mich naher noch genau an seine Antwort erinnern. Es geht nicht.</p>
<p>Ich wei&#223;, dass ihr jetzt denkt: »Haha, es sind nat&#252;rlich immer die Anderen!«, doch ich bin mir meiner Situation absolut bewusst und ja, es sind die anderen. Doch nicht so, dass sie einfach schlimm w&#228;ren. Es bin ich in Beziehung zu diesen anderen.<br />
Ich werde erdr&#252;ckt von Gedankeng&#228;ngen, die ich zu ber&#252;cksichtigen habe, ich wei&#223; zu viel &#252;ber die anderen, habe sie schon zu tief analysiert, und will (muss) immer fortsetzen darin.<br />
Ich habe mit ein paar wenigen tiefeinschneidende Erlebnisse und ein Traum gehabt (ja, das Wort ist mit Bedacht gew&#228;hlt). Das sind momentan gewaltige (und bitte nicht zu untersch&#228;tzende) Energien in mir, die in die Bew&#228;ltigung hineinflie&#223;en, in die Umschiffung von Problemhafen, in skurrile Fantasien, es wieder umzuschlagen; und daneben Scham, gro&#223;e Scham.<br />
All das bildet ein Konglomerat aus entgegengesetzten Gef&#252;hlen, das ich selber nicht ergr&#252;nden kann. Es stellt auf jeden Fall eine schwere Last auf mir dar, immer wenn ich in dieser Klasse bin.</p>
<p>So viel Pein, so viel zu ber&#252;cksichtigen, so eine Belastung! Das macht mich kaputt! Nach der Schule bin ich immer emotional total fertig und habe so viele Eindr&#252;cke gesammelt, dass ich Stunden brauche, um wieder zu <em>mir</em> zu kommen. Ich habe den Eindruck, ein Schultag stresst mich so sehr wie andere ein hohes Pensumlimit in einem Beruf. Ich bin danach deutlich kaputter, als wenn ich daheim lange lerne oder Nachrichten lese.</p>
<p>Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie es ist, den Kopf ganz frei zu haben und sich vollkommen auf den Stoff und sich konzentrieren zu k&#246;nnen. Es muss wunderbar sein. Es muss eine Wonne sein. Das reine, pure Verst&#228;ndnis muss zu Erkenntnissen f&#252;hren.<br />
Das dr&#252;ckt ein Bild davon aus, was ich unter Schule und Lernen begreife (bis auf die Wonne) &#8211; und wovon ich so weit in meinem Empfinden und Kummer entfernt bin.</p>
<p><strong>Freunde</strong><br />
Seit jetzt zwei Jahren, als mein damals bester Freund von der Schule ging und seit nun einem Jahr, seit ich ein anderes besch&#228;mendes und angstmachendes Problem mit wem in der Klasse habe, f&#252;hle ich mich ganz allein. Niemand, den ich interessant finde, interessiert sich seitdem noch von sich aus f&#252;r mich, ich kann die gr&#246;&#223;ten St&#246;rungen und Unwohlheiten zeigen, niemand spricht mich darauf an.<br />
Ich m&#246;chte am liebsten da nicht mehr hin!</p>
<p>Dieses Jahr verlassen insbesondere zwei Mitsch&#252;ler die Klasse, die sehr gest&#246;rt haben, ja, aber die in ihren Gebieten auch tolle Kameraden waren. Ohne sie werde ich mich wieder ein St&#252;ck einsamer f&#252;hlen.</p>
<p>In den gro&#223;en Pausen streife ich ziellos durchs Erdgeschoss und den Schulhof. Mir ist langweilig, wenn nicht gerade sch&#246;nes Wetter ist, w&#252;nsche ich mir so schnell wie m&#246;glich ein Ende der Pause herbei. An den oberfl&#228;chlichen, egofr&#246;hnenden Gespr&#228;chen, die meine Klassenkameraden in der Zeit untereinander f&#252;hren, kann ich nichts finden.<br />
Auch in den Pausen f&#252;hl ich mich schlecht, bedr&#252;ckt. W&#252;rde ich als externer Beobachter mal meinen ungl&#252;cklichen Pausengang beobachten, ich w&#252;rde wahrscheinlich &#252;ber meine Einsamkeit weinen.</p>
<p><strong>Selbstbewusstsein</strong><br />
Selbstbewusst _ <em>sein</em> hei&#223;t, sich trauen, selbst zu denken. Das tue ich in einigen F&#228;chern nicht.<br />
Ich kann mich nicht nur auf mich konzentrieren, nicht einfach sein.</p>
<p>Ich denke bei und w&#228;hrend <em>allem</em>, was ich f&#252;r die Schule tu, in erster Linie an die anderen. Es als alleiniges Vergleichen zu erkl&#228;ren, w&#252;rde dem nicht gerecht werden. Ich habe viel Angst und verstehe die anderen nicht. Verstehe ihr Bewusstsein nicht, das sich offenbar so stark von meinem unterscheidet.</p>
<p>Die anderen scheinen fast ausschlie&#223;lich in sich zu ruhen, anstatt &#252;ber alles um sie herum nachzudenken, ihrem Ego zu fr&#246;nen (das ich praktisch &#8220;nicht habe&#8221;). Das Schockierende ist, dass sie trotzdem weiterkommen. Sie machen viel falsch, aber durch eine spezielle gesellschaftliche Dynamik, die zuversichtlich ist, dass dazugelernt wird, werden sie in ihren Gruppen sogar noch unterst&#252;tzt, wird ihnen verziehen, wird ihrem Ego gehuldigt (!!).</p>
<p>Ich glaube in dieser Klasse immer, mich verteidigen oder rechtfertigen zu m&#252;ssen.<br />
Ich bin in der Schule zu 80% eingesch&#252;chtert.<br />
Die einzige Zeit des Jahres, in der ich in meinem reinen Bewusstsein sein kann, wirklich zu mir selbst finden kann, sind die Sommerferien, kleinere Ferien reichen nicht aus, nur die Sommerferien, weil das so viel Zeit ist, dass ich wirklich vergesse und durch die anderen nicht verunsichert werde, nicht bedr&#252;ckt bin, alleine in mich schauen kann.<br />
Dabei werde ich klarer und meine Intelligenz legt sich frei, die sich zur Schulzeit unter Zw&#228;ngen und starren Anforderungen verkriecht.<br />
Ich schreie dagegen an: Ich m&#246;chte meine Intelligenz nutzen k&#246;nnen!!<br />
Das ist, warum ich die Schule hasse, oder genauer: Ich habe Furcht vor ihr!</p>
<p>Mir wird eingeschlossen damit das Assoziieren erschwert &#8211; das bedr&#252;ckende Unterlegenheitsgef&#252;hl und der st&#228;ndige Pessimismus weitet sich auch auf meinen au&#223;erschulischen Privatbereich aus.</p>
<p>Wenn ich mich eh schon eingesch&#252;chtert f&#252;hle, tu ich mir noch schwerer, mit dem Eindr&#252;ckebeschr&#228;nken → bin unsicher, schwach, verletzbar von au&#223;en, &#8220;ablenkbar&#8221;.</p>
<p>Ich seh nicht, was ich kann, ich seh nur, was ich nicht kann und wie schlecht ich in der Schule bin. Ich k&#246;nnte auch niemals auf einem Schulfest feiern, ich habe nichts zu feiern, das ist mir jede Minute in der Institution im Bewusstsein. Ich bin so viel schlechter, als ich sein k&#246;nnte.</p>
<p>Ich erinnere mich an viele angesammelte peinliche, schamvolle Momente der Vergangenheit. Ich kann kaum &#252;ber sie hinwegsehen, sie setzen mich in meinem Selbstwert noch immer herab.</p>
<p>Auff&#228;llig ist auch, dass die anderen schneller von der Tafel abschreiben. Ich schreibe nicht langsamer als sie, und so f&#252;hre ich das darauf zur&#252;ck, dass sie sich mehr W&#246;rter oder Elemente am St&#252;ck beim Hinschauen auf die Tafel merken als ich. In F&#228;chern, in denen ich mich wohl f&#252;hle, bin ich nicht unter den Langsamsten. Also hat auch das etwas mit dem Selbstbewusstsein und Wohlbehagen zu tun.</p>
<p>Ich bin eh schon deprimiert &#252;ber meine Leistungen und das geht mir an den Selbstwert, soweit, dass ich mir in bestimmten F&#228;chern nur Minimales im Kurzzeit- wie im Langzeitged&#228;chtnis behalten kann.<br />
Ich bin in mir unwohlen F&#228;chern in einem neuen Thema ab dem Punkt schlecht, an dem vorhin erw&#228;hntes Wissen ganz exakt und vom Lehrer als nat&#252;rlich vorhanden-vorausgesetzt angenommen wird. Ich wei&#223;, dass da noch etwas war, aber kann mich nicht mehr genau entsinnen. Ich schaue scheu und best&#252;rzt um mich herum &#8211; dabei wird die Klassen-Kamera zur Hauptkamera und ich halte die Lehrerkamera kaum noch aus. Ich bin so deprimiert &#252;ber mich, dass ich in mir zusammensacke, mir Vorw&#252;rfe mache, tief traurig bin und dem Lehrer nur noch ein »Ja, red Du nur, ich komme ja eh nicht mit!« zudenken kann.<br />
Da dies Erfahrung ist, verkr&#252;ppelte das mein Selbstbewusstsein so sehr, dass ich es kaum noch wage zu versuchen, mitzukommen. Alleine der Versuch ist ein Kampf gegen meine Erfahrung und mein kaputtes Selbstbewusstsein, bei dem ich, wenn ich einmal Oberhand gewinne, immer noch die Stimme h&#246;re: »Es bringt nichts, Du wei&#223;t es, gleich hast du wieder versagt.« &#8211; Womit ich fr&#252;her oder sp&#228;ter dann auch wieder den Anschluss verliere.</p>
<p><strong>Psyche</strong><br />
Wenn ich nur an die Schule denk, werd ich schon nerv&#246;s und mein Denken entgleitet mir.<br />
Alleine die Vorstellung, mit meinen Mitsch&#252;lern zusammen sein zu m&#252;ssen, l&#246;st das schon aus. Wie beim Schreiben dieses Textes: Ich denke nur an die Schule und beginne zu Schwitzen und meine Gedankeng&#228;nge werden durcheinander und hektisch.</p>
<p>&#196;u&#223;erst perplex bin ich &#252;ber die jahrelang gemachte Beobachtung, dass ein Gro&#223;teil meiner Klasse keine Moral besitzt; ich denke mir, wie kann man nur so sein. Sie kennen keine Grenzen, keine Werte, sind egoistisch, kennen keinen Anstand. Und doch funktioniert das Klassengef&#252;ge unter ihnen irgendwie. Aber ich kann doch nicht mit solchen unzuverl&#228;ssigen Menschen (Morallosigkeit: Nichteinhalten von menschnat&#252;rlichen Werten) gl&#252;cklich (theoretisch) in einer Klasse sein, ich hab immer Furcht vor ihren n&#228;chsten unberechenbaren Aktionen. &#8220;Perplex&#8221; trifft das wirklich am besten, ich kann ihre Art auf keiner Ebene verstehen und bin immer wieder &#252;berrascht, wie r&#252;cksichtslos sie sich verhalten. Verstehe auch nicht, warum das so gut bei dem Rest ankommt. Ich halte es f&#252;r gesellschaftssch&#228;ndigend falsch.</p>
<p>Was ich vor allem in der Schule br&#228;uchte, w&#228;re wieder unter Gleichaltrigen zu sein, was leider unm&#246;glich ist. Ich f&#252;hle mich immer an einer losen Leine au&#223;erhalb der Klasse, die an gespannter Leine kollektiv nach vorne zieht. Ich habe keine F&#252;hrung. In sehr vielen bin ich denen voraus, in anderen anscheinend Jahre hinterher, es ist unvereinbar (im Denkhorizont, in der Gef&#252;hls- und Emotionswelt weeeit voraus, in allem Nachau&#223;entragendem hinterher).<br />
Das ist gerade so wichtig, weil ich eigentlich nur w&#228;hrend der Schule im realen Kontakt mit Menschen bin. Ich bin total unsicher, weil ich mich nur dort unter welchen erlebe, und dabei so schlecht in allem Nachau&#223;entragendem.</p>
<p>Im Gef&#252;hlsbereich k&#246;nnen die anderen mir nichts Neues mehr beibringen, und so fehlt mir eine Orientierung nach vorne. Ich wei&#223; nicht mehr, wie es ist, emotional gefordert zu sein. Ich bin nie real unter Gleichaltrigen. Das hei&#223;t f&#252;r mich, ich muss mir selber Ideale suchen &#8211; Ideale, nicht Idole. Und das hei&#223;t, ich verhalte mich etwas &#8220;weltfremd&#8221;. Und das hei&#223;t auch, dass ich dann erst recht unsicher werde, weil ich nie sagen kann, wie sich Gleichaltrige verhalten w&#252;rden, was sie denken w&#252;rden, wie sie abstrakte Visionen umsetzen w&#252;rden; ich f&#252;hle mich ausgeschlossen, separiert und ungleich.<br />
Ich sch&#228;me mich daf&#252;r, mit 18 in die 11. Klasse zu kommen und mit so jungen Mitsch&#252;lern zusammen zu sein. Die 3. Klasse freiwillig zu wiederholen, weil ich auf eine andere Schule gewechselt bin, <em>war einer der gr&#246;&#223;ten Fehler meines Lebens</em>.</p>
<p>Ich denke dauernd, ich habe den Gleichaltrigen so viel hinterher, sie haben schon so viel mehr Stoff als ich gelernt, haben schon viel mehr erlebt, sind ein Jahr eher mit der Schule fertig, ich denke immer daran, wenn ich welche sehe und wenn ich mit welchen kommuniziere.<br />
Ich seh meine Gleichaltrigen vor mir schon ein Jahr weiter in der Schule, schon viel weiter im Stoff, schon viel mehr hinter sich gebracht, Dinge, die ich noch nicht verstehe, mit denen ich mich noch abqu&#228;len werde, sie sind viel weiter. Das macht mich fertig und bringt mich bis zum Weinen.</p>
<p>Es gibt in meiner Klasse Leute, die mir in logischen Gedankeng&#228;ngen recht &#228;hnlich sind, zwar in ihrer Leistungsf&#228;higkeit arg unterlegen, aber sie sind bedeutend besser auf den Gebieten Verbalformulierung, Selbstbewusstsein, Sozzeln [= soziale Geschicklichkeit, Sympathie bei anderen erweckend]; davon gibt es in meiner Klasse einige. Alles in allem f&#252;hrt das dazu, dass ich mich minderwertig f&#252;hle, ich mit meinem Nachau&#223;entragenden nicht gegen diese anderen ankomme, dann auch nat&#252;rlich im Denken schlechter und schlie&#223;lich depressiv werde.<br />
Aus Entt&#228;uschung &#252;ber etwa meine Formulierf&#228;higkeiten, kann ich mich immer &#246;fter beobachten, wie ich mich einfach wie die anderen ohne Bedacht im Sprechen gehen lasse. Daf&#252;r verachte ich mich dann so richtig.</p>
<p>Ich bin lernwillig, aber ich kann in der Schule nichts lernen. (Viele sind ja nicht lernwillig. Ich dagegen bin im Grunde sehr motiviert.)<br />
Ich st&#246;re nie den Unterricht, weil ich etwas ›langweilig‹ oder ›unverst&#228;ndlich‹ f&#228;nde, eher noch habe ich dann meist Respekt vor einem Thema, halte mich zur&#252;ck, beobachte, und bin nur noch &#252;ber mich selbst deprimiert.</p>
<p>Ich habe einen sehr hohen Selbstanspruch. Mir reicht es nicht, &#8220;gut&#8221; zu sein, ich will immer &#8220;au&#223;ergew&#246;hnlich&#8221; sein. Ich will nicht besser sein als die anderen, sondern ich sehe es irgendwie als ganz &#8220;nat&#252;rlich&#8221;, als meine &#8220;Bestimmung&#8221;, an der Spitze zu sein. Das ist vielleicht sehr arrogant formuliert, ich meine es aber nicht arrogant. Ich will perfekt sein, es ist triebhaft, zwanghaft. Ich f&#252;hle mich immer ungen&#252;gend, wenn ich nicht perfekt bin, jeder Fehler setzt mir zu, mehr als anderen. Dazu kommt Angst vor Blosstellung.<br />
Wenn ich in der Schule von so vielen Eindr&#252;cken und analytischen Gedanken abgelenkt und besch&#228;ftigt werde, dann kann ich das unm&#246;glich halten &#8211; ich konnte es nie halten &#8211; und verfalle in Depression und gestehe mir kaum noch Selbst<em>wert</em> zu &#8211; der Rest schafft es ja!</p>
<p>Wenn ich die Hausaufgaben nicht gewissenhaft erledige, h&#228;ngt das w&#228;hrend des Unterrichts oftmals tonnenschwer an meinem Selbstbewusstsein und ich f&#252;hle mich gar nicht mehr <em>w&#252;rdig</em>, das Wissen w&#228;hrend der Stunde aufzunehmen.</p>
<p>Wenn ein Lehrer spricht, von mir sehr sympathischen Lehrern und mich pers&#246;nlich brennend interessierenden Themen abgesehen, bebt in mir der Widerstand gegen diese Einrichtung, gegen das System, gegen den verlogenen Zwang.<br />
Ich bin vielleicht so ein radikaler Schulkritiker einer speziellen Art, dass ich sie nicht bewusst verweigere, sondern mir selbst die Teilnahme &#8220;verbiete&#8221;, wer wei&#223;.</p>
<p>Ich k&#246;nnte mir gut vorstellen, mir allen Stoff selbst, daheim, beizubringen; ohne Privatlehrer, vielleicht mit Ansprechlehrer. Aber leider ist das &#8220;Unschooling&#8221; in Deutschland, anders als in vielen Nachbarl&#228;ndern, nur in absoluten gesundheitlichen Ausnahmef&#228;llen m&#246;glich.</p>
<p>Das mag ein kolossal subjektiv falsches Fehlgef&#252;hl sein, aber ich habe den Eindruck, dass ich in ein, zwei Parallelklassen sehr viel besser hineinpassen w&#252;rde, als in meine momentane. Dass ich mich dort betr&#228;chtlich wohler f&#252;hlen w&#252;rde. Dass die Leute dort mich besser verstehen k&#246;nnten, und seien es auch nur die M&#228;dchen.<br />
Unsere Klasse wurde nicht geteilt. Ich Idiot musste in der 5. unbedingt die Klasse nehmen, die als erste Fremdsprache mit Franz&#246;sisch begann (darum kann ich auch nicht einfach die Klasse wechseln). Jetzt sind wir sechs Jahre zusammen. Und egal, was man mir weismachen m&#246;chte: Diese Klasse ist kaputt, es gibt keinerlei Dynamik mehr. Jeder hat seine Rolle. Wenn man Grundlegendes an sich &#228;ndern m&#246;chte, dann bleibt man auf seiner alten Position gefesselt.</p>
<p><strong>Das n&#228;chste Schuljahr</strong><br />
Es ist f&#252;r mich der absolute Albtraum, wenn nicht Horror, noch ein Jahr in dieser Klasse sein zu m&#252;ssen.<br />
Ich kann mich nicht an <span style="text-decoration: line-through;">viele</span> sch&#246;ne Momente mit meinen Mitsch&#252;lern erinnern, in denen ich mich so ganz gut wohl gef&#252;hlt h&#228;tte. Nein, ich habe keine positiven Erinnerungen an dieses Schuljahr. Vielleicht einige Momente, die ich meiner Geschichtslehrerin zu verdanken habe.<br />
Sonst, wenn ich an Sch&#246;nes in der Schule denken m&#246;chte, lande ich gedanklich immer in der 9. Klasse.</p>
<p>Eine aus meiner Klasse hat es zum Jahresende Klasse 10 richtig gemacht: Sie wechselt das Gymnasium. Eine schlicht geniale L&#246;sung. Meinen tiefsten Respekt f&#252;r diese Entscheidung. Ich hab mir in den Ferien &#252;berlegt, es ihr gleichzutun, selbst wenn ich dann in eine Klasse k&#228;me, die mit Englisch und nicht Franz&#246;sisch als erste Fremdsprache angefangen hat. Aber daf&#252;r war es da schon zu sp&#228;t.<br />
Ich will aus der Klasse raus, ich will so gerne einen Neuanfang.</p>
<p>Nach einigen Beobachtungen, scheinen viele ihre Arbeitshaltung zur Schule mit dem Beginn der Oberstufe zu &#228;ndern. Jene, die davor die Schule noch nicht ernst genommen haben, legen in der Oberstufe richtig los und glauben die Einbl&#228;uungen, die Schule sei das Wichtigste, der Sinn, das Ziel. Ihr ganzes Denken transformiert sich ins radikal <em>schul</em>-logische, sie werden rationalistisch, werden angepasst, sie ergeben sich vollkommen dem System.<br />
Wer das nicht tut oder kann, der scheint keine Chance zu haben, &#8220;gut zu sein&#8221;. Man muss funktionieren. Man muss angepasst sein.<br />
Die Oberstufler stellen das nicht infrage, sie nehmen es an; sie k&#246;nnen sich &#252;berhaupt nicht leisten, es infrage zu stellen.<br />
Davor habe ich Angst: Erstens sehe ich die Wichtigkeit unserer Schule so nicht ein und dann bin ich eben einfach hochsensibel und werde das so niemals umsetzen k&#246;nnen und an dem eventuellen Versuch sicherlich zerbrechen. Und ich will mich nicht so anpassen. Das geht gegen meine philosophische Auffassung.</p>
<p>Im Film Logan&#8217;s Run (deutscher Titel: Flucht ins 23. Jahrhundert) leben die letzten Menschen vollkontrolliert unter einer riesigen Stadtkuppel, und es besteht ein Alterslimit der B&#252;rger von 30 Jahren, zu dem sie &#8220;erneuert&#8221;, aber tats&#228;chlich get&#246;tet werden, um die Population niedrig zu halten. Die Menschen in der Kuppel glauben, die Welt au&#223;erhalb w&#228;re lebensfeindlich und sehen das Erneuerungskarussell als selbstverst&#228;ndlich.<br />
Genau das vergleiche ich mit der Schule, damit, wie Gehirnw&#228;sche betrieben wird, wie manipuliert wird, f&#252;r einen eigenn&#252;tzigen Zweck, f&#252;r die vermeintliche &#8220;Wirtschaft&#8221;.</p>
<p>Ich habe Angst vor n&#228;chstem Schuljahr. Angst, meinen Charakter durch die Schule zu &#8220;bilden&#8221;, Angst davor, so zu sein und werden zu m&#252;ssen, wie ich es nicht f&#252;r gut halte. Oder mich am Widerstand aufzuspie&#223;en.</p>
<p><strong>Schlussgedanken</strong><br />
Ich kann lernen. Ich halte mich f&#252;r recht intelligent. Aber ich kann es nicht in der Schule, nicht in dieser Art Schule. &#8220;Wenn ich nicht so mit mir selbst besch&#228;ftigt w&#228;re&#8221;, und wenn ich das System bespringen w&#252;rde, wie manch anderer, w&#228;re ich ein exzellenter Sch&#252;ler, da bin ich mir sicher. So bin ich ein durchschnittlicher, auch wenn ich mir selbst viel, viel schlechter vorkomme. So jemanden nennt man Underachiever.<br />
Doch mein Leidensdruck ist hoch, ich halte das so nicht mehr lange durch.</p>
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		<title>Schule.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 21:52:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich m&#246;chte, f&#252;r alle lesbar, meine Unzufriedenheit mit dem deutschen Gymnasium (und in meinem Fall speziell dem Baden-W&#252;rttembergischen) zu einen kleinen Essay fassen.
Das mag den Eindruck einer harten Abrechnung erwecken, aber das ist es nicht, schon gar nicht eine mit meinen Lehrern. Dahinter steht kein b&#246;ser Wille, sondern sachliche Systemwut.
Sollte dies einer meiner Lehrer lesen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte, f&#252;r alle lesbar, meine Unzufriedenheit mit dem deutschen Gymnasium (und in meinem Fall speziell dem Baden-W&#252;rttembergischen) zu einen kleinen Essay fassen.<br />
Das mag den Eindruck einer harten Abrechnung erwecken, aber das ist es nicht, schon gar nicht eine mit meinen Lehrern. Dahinter steht kein b&#246;ser Wille, sondern sachliche Systemwut.<br />
Sollte dies einer meiner Lehrer lesen: Ich will Ihnen nichts B&#246;ses. Ich kritisiere hier nicht Sie, sondern dieses System von Schule.</p>
<p>Ich spreche nur einige wenige F&#228;cher an, bei den anderen mir bekannten hielt ich den Unterrichtszustand nicht in diesen Ma&#223;en f&#252;r kritisierbar.</p>
<p><strong>Mathe</strong><br />
Wir bekommen in diesem Fach so unglaublich viel unn&#252;tzes Wissen eingetrichtert, und leider traut sich keiner mal die tats&#228;chliche Sinnhaftigkeit der Themen objektiv zu betrachten, weil es ja so stark legitimiert ist als &#8220;Denksport&#8221; und Disziplin der Intelligenten; weil man ja insgeheim diese Pr&#228;zision ehrf&#252;rchtig anstrebt und sieht, dass die, die auch in vielen anderen Feldern auffallend intelligent sind, Spa&#223; daran haben, also muss es gut sein.</p>
<p>Ich sage: Wir m&#252;ssen das nicht alle k&#246;nnen!<br />
Ganz klar geh&#246;rt Logik geschult, die Schule ist der richtige Ort daf&#252;r. Logik! Logik kann man auch anders lernen!</p>
<p>Das Fach Mathematik ist an den deutschen Gymnasien ab der Mittelstufe <em>Geldverschwendung</em> des Staates. Von 30 Sch&#252;lern braucht voraussichtlich nicht einmal immer einer das Schul-Mathematikwissen ab der Oberstufe im sp&#228;teren Beruf. Das bedeutet, 29 Sch&#252;ler einer Klasse von 30 Sch&#252;lern werden ~vier Jahre in der Schule mit dem Lernen von absoluten Fachwissen gepeinigt, das sie nie gebrauchen k&#246;nnen.<br />
Ich schreie innerlich vor vergeudeter Lebenszeit! Mir scheint, als lernte ich es nur zum Selbstzweck! Das ist Wissen, das ich nie brauchen kann und selbst wenn ich es in ein paar Jahren brauchen k&#246;nnte, *habe ich es sowieso schon wieder vergessen*.</p>
<p>Was im Fach Mathematik gelehrt werden sollte, ist praktisch umsetzbares Wissen f&#252;r den Alltag; da m&#246;gen auch mal diese oder jene Spezialgebiete auf dem Plan stehen, um ein ehrlich brauchbares Bild der F&#228;higkeiten zu ergeben. Aber der Fokus sollte stets auf der Praxis liegen.<br />
Jeder, der dar&#252;ber hinaus <em>ganz spezielle</em> mathematische F&#228;higkeiten f&#252;r ein Studium und so auch einen Beruf ben&#246;tigt, dem sollen gerne kostenlose F&#246;rderkurse angeboten werden; dort sind dann wenigstens die Leute zusammen, die auch wirklich am Erlangen des Wissens ein pers&#246;nliches Interesse haben.<br />
Das Fach Mathematik, so wie es heute besteht, geh&#246;rt revolutioniert, und jeder, der sich objektiv mit den Fakten besch&#228;ftigt, wird auf den gleichen Standpunkt kommen.</p>
<p>Ich frage mich angesichts dessen sogar, warum Mathematik auf dem Gymnasium ab der Mittelstufe noch als Hauptfach gelehrt werden muss. (Seine Berechtigung hat es darunter eindeutig, schon als Ged&#228;chtnis&#252;bung.)<br />
Und w&#228;re es nicht auch naheliegend, es abw&#228;hlen zu k&#246;nnen, wenn man nichts damit anzufangen wei&#223;? Was spricht dagegen?</p>
<p>Es hei&#223;t bei Mathe lakonisch »Du musst«.<br />
Ich &#8220;muss&#8221;, weil das vor Jahrzehnten Entscheider festgelegt haben, ich &#8220;muss&#8221; es nur weil es in der Schule *Pflicht* ist, Pflicht in einem abgesteckten System, ich m&#246;chte sagen, in einem ganz eigenen &#214;ko-System (streicht das &#214;ko, aber damit dr&#252;cke ich die Separation aus), das an dieser Stelle heute v&#246;llig entartet ist zu dem, was seine Wurzel, der Auftrag, ist: Die Sch&#252;ler auf das Leben und Berufkompetenzen vorzubereiten! Es geht heute nicht um Bildung, es geht um Abschl&#252;sse! Ich &#8220;muss&#8221; nur, um mein Abi zu schaffen! Was ist das f&#252;r ein M&#252;ssen! Das ist doch absurd! Und niemandem scheint das aufzufallen und zu st&#246;ren!</p>
<p>Trotz alledem, mein Standpunkt zu Mathe ist: Ich &#228;u&#223;ere diese Kritik, aber ich setze Energien dahinein, trotzdem den Stoff zu lernen, weil ich es eben &#8220;muss&#8221;. Das sehe ich ein.</p>
<p><strong>Musik</strong><br />
»Wenn man es nicht braucht, muss man auch keine Partituren lesen k&#246;nnen (seh ich jedenfalls so), deshalb find ich den erzwungenen Musikunterricht in der Schule stellenweise (okay, mehr als stellenweise… <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  ) auch ziemlich schwachsinnig.« —<a href="http://www.chary-smile.de/?p=804#comments">Charysmile</a></p>
<p>Wenn man als einzige Voraussetzung f&#252;r eine 1 im Referat im Schulorchester sein muss, ist f&#252;r mich die n&#246;tige Objektivit&#228;t f&#252;r ein Schulfach nicht gegeben.</p>
<p>Auch was man so in Musik macht ist ja selten d&#228;mlich: Ein gutes Viertel der Zeit verbrachten wir dieses Schuljahr mit Singen (danke Himmel, dass es nicht benotet wird&#8230;), wer eh im Chor ist, dem macht das Spa&#223;, wer ein komplizierteres Instrument spielt, ist ein Ass in s&#228;mtlichen Notenfragen.<br />
Klassische Musikgeschichte seh ich als wesentliches Kultur- und Allgemeinwissen, der Rest interessiert mich nicht, brauch ich nicht.<br />
Bis darauf ist das Fach einfach unn&#246;tig. Der Stoff geh&#246;rt nicht in eine allgemeinbildende Schule.</p>
<p><strong>Chemie</strong><br />
Grundlagen sind OK, aber ich werde nie, nie, niemals in meinem sp&#228;teren Leben irgendeine dieser Reaktionen durchzuf&#252;hren gezwungen sein. Man sollte sich mehr auf allgemeine Kenntnisse, ein breites Basiswissen konzentrieren, als die spitze Entkonglomeratisierung unserer Materie. Auch mehr Geschichte in das Fach hereinzubringen w&#228;re ein Gewinn; eine gewagte Forderung die Zusammenlegung mit Erdkunde.</p>
<p><strong>Physik</strong><br />
Physik hat schon eher erkannt, dass es den Sch&#252;lern nicht alles zu vermitteln braucht, was zu vermittelbar ist. Anerkennenswert. Aber auch hier ist der Lehrplan noch voller Details und Episoden, die keinerlei Nachwirkeffekt, bis auf die Noten haben. Da ist so viel, was man einfach wieder vergisst nach der Arbeit, und was einem im Leben nicht mal als kluge Hintergrundserkl&#228;rung noch dienlich w&#228;re. F&#252;r Physik wie Chemie gilt: Interessiert mich ein exakter Prozess pers&#246;nlich, kann ich mir das Wissen am effektivsten selbst aneignen.</p>
<p><strong>Sport</strong><br />
Den Sinn des Faches Sport habe ich bis heute nicht verstanden. &#8220;K&#246;rperliche Ert&#252;chtigung&#8221; w&#252;rde ja noch einleuchten, aber ich sp&#252;r keine Ert&#252;chtigung. Weder st&#228;rken die 2h w&#246;chentlich meine Muskeln, noch nehme ich aus den Stunden auch nur *irgendetwas* mit nach Hause.<br />
Sport ist das ungerechteste Fach, das es gibt, mit diesen pauschalen Leistungsanforderungen ohne R&#252;cksicht auf die individuelle Konstitution und die unterschiedlichen K&#246;rper; und ein &#220;berbleibsel der spartanischen k&#246;rperlichen Leistungskultur, das abgeschafft geh&#246;rt.</p>
<p><strong>Religion</strong><br />
Warum gibt es dort keine krassen theologischen Er&#246;ffnungen und Diskussionen? Warum muss ich mir 2h in Religion Filme &#252;ber Recycling-Vorg&#228;nge ansehen?! (Ohne Witz!)</p>
<p>Unser Lehrer ist ja ein sehr netter Mensch, doch er scheint jede Stunde zu gr&#252;beln, mit was er die Zeit nur totschlagen soll. So meine ich, 1h w&#246;chentlich reicht locker, um das Jahrespensum unterzubringen. Oder: Die Zeit, in der man &#8220;Nichts&#8221; tut, lie&#223;e sich sinnvoller mit Philosophie verbringen, nur m&#252;ssten die Religionslehrer das auch mit sich vereinbaren k&#246;nnen&#8230;</p>
<p><strong>Geschichte</strong><br />
Mehr Zeit daf&#252;r. Geschichte ist wichtig, man kann aus der Vergangenheit f&#252;r die Zukunft lernen. Das Fach wird wirklich viel zu sehr vernachl&#228;ssigt.<br />
Es geht mir nicht unbedingt um ein breiteres Stoffspektrum, sondern um Zeit f&#252;r liebevolle Details.<br />
Durch dieses Fach kann man zu h&#246;heren Erkenntnissen gelangen, vor allem durch den Inhalt der ersten drei Lehrjahre. Diese riesige Chance f&#252;r die Sch&#252;ler wird bislang weitgehend str&#228;flich vernachl&#228;ssigt. (Ich hatte Gl&#252;ck durch eine geniale Lehrerin, die wir zwei Jahre in Deutsch und Geschichte hatten und sich so die Stunden selbst sehr frei einteilen konnte.)</p>
<p><strong>Gemeinschaftskunde („Politik“)</strong><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><br />
Mehr Geschichte, alte Geschichten aus der Antike, diese mit neueren vergleichen; das ist spannend.<br />
Die Sch&#252;ler sollen &#8211; und m&#252;ssen &#8211; ein Gef&#252;hl f&#252;r Politik entwickeln.<br />
Auch nirgends sonst unten den weltlichen F&#228;chern ist es wichtiger f&#252;r den Staat, die Sch&#252;ler zu Erkenntnis zu f&#252;hren, als in Politik.<br />
Gerade mit diesem &#8220;Gef&#252;hl entwickeln&#8221; komme ich &#252;ber das Beispiel Politik auf eins meiner zentralen Anliegen: Das Notensystem herunterfahren und mehr auf Erkenntnis setzen.</p>
<p><strong>Ideen</strong><br />
Aus der Schule kommen auf den Materialismus und Kapitalismus getrimmte Leute heraus. Die Schule gibt den Sch&#252;lern nur Fakten, die Schule l&#228;sst sie nicht sich selbst finden. Sie bietet keinen Platz und keine Zeit daf&#252;r.<br />
Darum pl&#228;diere ich f&#252;r das neue Fach <em>Geistesschulung</em>. Darin k&#246;nnte man Ideen und &#220;bungen Rudolf Steiners in einf&#252;hlsamer Art ansto&#223;en (auch ohne sich mit der von vielen als zu obskur befundenen &#8220;Esoterik&#8221; zu besch&#228;ftigen, der &#8220;Geheimwissenschaftsteil&#8221; lie&#223;e sich gut auskoppeln).<br />
Bringt die Methoden der Anthroposophie in die staatliche Schule, die Sch&#252;ler werden es euch danken!</p>
<p>Sprachlich neben Englisch sollte unbedingt Esperanto unterrichtet werden. Ich h&#246;re die Rufe: »Das spricht doch keiner!« &#8211; genau deswegen. Diese Plansprache, die das beste aus Europas Sprachrepertoire vereint, ist in jeder Hinsicht kinderleicht zu lernen und irgendwer muss ja mal anfangen, sie staatlich zu unterrichten. Esperanto ist eine L&#246;sung f&#252;r Europa, sein Sprachproblem geregelt zu kriegen: Es ist einfacher als Englisch zu erlernen, viel, viel einfacher, dennoch ungeheuer pr&#228;zise und kein Land hat es als Muttersprache, so w&#228;ren in der Kommunikation alle gleichgestellt. Englisch ist aus diesem Grund nicht f&#252;r ein Europa der B&#252;rger geeignet. Da Esperanto so wirklich ph&#228;nomenal einfach ist, w&#252;rde vorerst auch nur eine Stunde w&#246;chentlich ein halbes Jahr gen&#252;gen, um stabile Grundlagen zu vermitteln. Ich halte es f&#252;r wichtiger, Esperanto zu unterrichten, als irgendeine andere zweite Fremdsprache au&#223;er Englisch &#8211; diese w&#228;re f&#252;r ein Land, Esperanto ist f&#252;r Europa und den Rest der Welt.</p>
<p>An unseren Gymnasien gibt es heute zwei &#8220;Profile&#8221;: Das naturwissenschaftliche und das sprachliche.<br />
Habt ihr nicht auch das wage Gef&#252;hl, da fehlt etwas?<br />
Weder &#8220;Naturwissenschaft&#8221; noch Fremdsprachen sind mein Ding, mein &#8220;Hobby&#8221;. Was ich gerne h&#228;tte, was mir vorschwebt, ist ein <em>neues humanistisches Profil</em>, verst&#228;rkt mit F&#228;chern wie Deutsch, Geschichte, Politik, Rhetorik, Psychologie, Philosophie, Geistesschulung.<br />
Das soll schon nicht zum Dr&#252;ckebergerprofil werden, Anspr&#252;che d&#252;rfen gerne gestellt werden.<br />
Ich meine, das ist wirklich einen Gedanken wert. Klar, Englisch ist wichtig, und noch ein bisschen Esperanto und Franz&#246;sisch oder etwas in der Richtung, warum nicht. Auch die &#8220;Naturwissenschaften&#8221; sehe ich als wichtig, aber f&#252;r mich eben nur die Basis. Ich muss die ganzen Zusammenh&#228;nge nicht auf Arbeiten gepaukt haben. Mir reicht eine gesunde Basis, wenn ich mich f&#252;r etwas n&#228;her interessiere, kann ich es mir ja selbst beibringen. Ich habe nicht vor, ein Studium, respektive einen Beruf anzufangen, bei dem ich mehr als gesundes Allgemeinwissen in diesen Bereichen brauche.</p>
<p><strong>Reformen</strong><br />
Eine weitere Idee, die das Profilproblem sogar aus der Welt schafft: Nach meinen Vorschl&#228;gen &#252;ber das Neuauffassen und gegebenenfalls K&#252;rzen einiger F&#228;cher k&#246;nnte man zu dem Schluss kommen, das Abitur lie&#223;e sich noch weiter fr&#252;her herabsetzen, was ich aber trotz der Zeitersparnisse f&#252;r bedenklich hielte. Meine Vorstellung w&#228;re eher die, das Kurs-Prinzip schon mit der Mittelstufe einzuf&#252;hren, nach Ende der Mittelstufe eine neue Pr&#252;fung, &#228;hnlich dem heutigen Abitur anzusetzen, und die Oberstufe freier zu machen: Die Oberstufler sich verst&#228;rkt mit dem besch&#228;ftigen zu lassen, was ihnen liegt, indem sie sich ganz frei in die Details deren F&#228;cher vertiefen, f&#252;r die sie zuvor neugierig wurden. Am Ende der Oberstufe eine neue letzte Pr&#252;fung oder Begutachtungen der Ausarbeitungen, die, ganz individuell, ihre Lernerfolge bewertet.<br />
Dabei sollte kein Zwang bestehen bei der Menge der zu absolvierenden F&#228;cher oder Themen. Jedoch ergibt der Eindruck dieser Leistungen zusammen mit den Werten der Pr&#252;fung nach der Mittelstufe das &#8220;Abitur&#8221;.<br />
Das heutige Kurse-Prinzip sollte weitergedacht werden: Jede Themeneinheit geh&#246;rt als eigener Kurs abgesplittet, und &#252;ber das Jahr hin wiederholen sich bei verschiedenen Lehrern die Unterkurse. So ist man absolut frei im W&#228;hlen dessen, was man f&#252;r wichtig h&#228;lt. Die Zeit der Oberstufe soll nicht mehr in Schuljahren betrachtet werden, sondern an sich als eines, was erlaubt, sich beliebigen Stoff zu beliebigen Zeit vorzunehmen. Wer m&#246;chte, kann sich pr&#252;fen lassen und bekommt &#8211; optionale &#8211; Noten. F&#252;r Pr&#252;fungen k&#246;nnen ein besuchter Unterkurs oder mehrere Voraussetzung sein; &#8211; ihr seht, in welche Richtung und zu welchen M&#246;glichkeiten das f&#252;hrt!<br />
So fordert man wahren Freigeist, Individualit&#228;t und Bildung!</p>
<p>An dieser Stelle m&#246;chte ich auf den exzellenten Artikel &#8220;<a href="http://thefutureisnow-dots.blogspot.com/2009/07/die-schule-der-zukunft-v20.html">Die Schule der Zukunft (v2.0)</a>&#8221; verweisen, der da noch sehr viel weiter geht und insbesondere die Auswirkungen eines Bedingungslosen Grundeinkommens auf das Schulwesen entwickelt und beleuchtet. Ebenfalls zu empfehlen ist Klaus Sinderns Sachbuch &#8220;<a href="http://www.tologo.de/tamagotchi-schule/">Tamagotchi Schule</a>&#8220;, in dem der festgefahrene Selbstzweck unserer Schule allzu deutlich wird.</p>
<p><strong>Was k&#246;nnen wir tun?</strong><br />
Als erster Schritt muss &#252;berhaupt erst mal wieder eine Diskussion &#252;ber die Schule legitimiert werden, muss ein Bewusstsein &#252;ber das, was uns in der Schule vorgesetzt wird, auf breiter Ebene hergestellt und erlaubt werden. Nicht nur bei Eltern und P&#228;dagogen, sondern vor allem in den K&#246;pfen der Sch&#252;ler. Es kann nicht angehen, dass man dieses aktuelle System einfach hinnimmt, ohne sich zu beschweren. Macht euch Gedanken dar&#252;ber, bloggt dar&#252;ber, diskutiert mit Freunden, sagt eure Meinung wohl dosiert den Lehrern. Es wird einfach Zeit, dieses archaische Schulsystem zu einem Bildungssystem zu machen! Was daf&#252;r zu erst geschehen muss, ist die Aufr&#252;ttlung, ist dass sich mehr Sch&#252;ler &#252;berhaupt einmal trauen, &#252;ber die heutige Schulmaschinerie nachzudenken, anstatt sie als gottgegeben zu nehmen und sich f&#252;gsam in ihren Schlund zu werfen!</p>
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		<title>Nationalstolz reloaded</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/08/29/nationalstolz-reloaded/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 21:54:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir Deutschen geben klar zu, dass es mit unseren Nationalstolz nicht sehr weit her ist. Wir haben ihn verloren mit Ende des Krieges und der Aufarbeitung unserer Taten darin.
Italien und Russland haben ihre Kriege weit nicht so aufgearbeitet wie wir. Sie haben keinen Selbstwertschaden erlitten. Wir dagegen forschten unnachgiebig nach, so weit, dass wir uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir Deutschen geben klar zu, dass es mit unseren Nationalstolz nicht sehr weit her ist. Wir haben ihn verloren mit Ende des Krieges und der Aufarbeitung unserer Taten darin.<br />
Italien und Russland haben ihre Kriege weit nicht so aufgearbeitet wie wir. Sie haben keinen Selbstwertschaden erlitten. Wir dagegen forschten unnachgiebig nach, so weit, dass wir uns seitdem f&#252;r unsere Nationalit&#228;t sch&#228;men, und wenn nicht, zumindest viel Kraft aufbringen m&#252;ssen, um uns nicht von der Scham &#252;berzeugen zu lassen (»Ich hatte damit nichts zu tun«).<br />
Das Schlechte siegt &#252;ber das Gute? Oder ist der Nationalstolz schon das Schlechte, das durch noch mehr Schlechtes offenbart wird?</p>
<p>Ginge es nur um Gr&#252;nde, stolz auf Deutschland zu sein, dann fielen mir da einige Dinge ein, die es hervortun und mir gefallen:</p>
<p>Deutschland ist einer der Hauptfinanziers Europas. Eine Frau ist unsere Bundeskanzlerin.<br />
Wir haben eine gute Regierung. Sie hat Konzepte entwickelt, der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und wir haben ein momentan konfuses und ungerechtes, aber zumindest garantiert funktionierendes Sozial- und Gesundheitssystem.<br />
Wir bekommen Netzsperren f&#252;r Seiten mit Kinderpornografie (kleiner Scherz).<br />
Wir n&#246;rgeln und regen uns &#252;ber die Politik auf, das zeigt, wir B&#252;rger haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben; und wir sind interessiert an der Politik.</p>
<p>Die deutsche Sprache ist eine &#228;u&#223;erst „begriffliche Sprache“, exakt und pr&#228;zise. Sie unterst&#252;tzt Wortzusammensetzungen (›Donaudampfschiffskapit&#228;nsm&#252;tze‹). Vertritt man die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese">Sapir-Whorf-Hypothese</a>, nach der der Wortschatz und die Grammatik einer Sprache einen kausal zwingenden Einfluss auf das Denken nehmen, so kann man annehmen, dass das auf uns gewisse Auswirkungen hat.</p>
<p>Wir haben ein Land mit nur wenig Rohstoffvorkommen, sind aber dennoch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exportweltmeister">Exportweltmeister</a>. Um das zu erreichen liegt es ganz klar: Unser eigentliches Gut ist unser K&#246;nnen.<br />
Wir sind das Land der Dichter und Denker, „geborene Metaphysiker“ wie Verne in „Von der Erde zum Mond“ schreibt. Damit kann ich mich identifizieren. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das weltber&#252;hmte „Made in Germany“ ist ein Pr&#228;dikat f&#252;r hohe Qualit&#228;t, Durchdachtheit und Robustheit.<br />
Unsere Fernsehsender, staatliche wie private, haben ein Designniveau, wie ich es noch nirgends anders gesehen habe. Ich m&#246;chte meinen, unsere Fernsehanimationen und -Grafiken, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Design">Corporate Design</a> der Sender, sind Weltspitze. Was sie produzieren, sieht wirklich &#228;sthetisch, frisch, angenehm, modern aus und nervt nicht (!!). Die Intros zu etlichen Shows und Sendungen sind k&#252;nstlerische Meisterwerke, die man erst sch&#228;tzen lernt, wenn man mal das Ausland erlebt. Bei unseren Nachbarl&#228;ndern ringsherum kommt mir der deutsche Entwicklungsvorsprung mitunter wie mehrere Jahrzehnte vor; und vom graulichem effekthaschendem und hektischen amerikanischen Fernsehen braucht man gar erst anfangen.</p>
<p>Auch in der Technik, und was mir hier noch besonders am Herzen liegt, in der IT mischt Deutschland ganz weit vorne mit.<br />
Das Frauenhofer und das Max Planck-Institut z&#228;hlen zu den mir am gel&#228;ufigsten Einrichtungen, aus denen kontinuierlich Innovationen und wegbereitende Forschungsergebnisse hervorgebracht werden. So sind der mp3- und AAC-Codecs zu einem gro&#223;en Teil deutsche Entwicklungen!<br />
Wir haben SAP, neben IBM und Oracle der gr&#246;&#223;te Firmenintegrationssoftwareentwickler weltweit.<br />
Eine ganz erstaunliche Anzahl der Drittanbietersoftwareentwickler f&#252;r den Mac sind Deutsche – und dann, was ich damals irre fand: Als Mitte 2006 die Public Beta von Windows Vista freigegeben wurde, gab es sie in Englisch, Chinesisch und Deutsch! Weltweit, f&#252;r das Austesten und Fehlerfinden eines neuen Betriebssystems bedachte Microsoft als dritten von drei die deutschsprachigen L&#228;nder! Wenn das mal nichts &#252;ber unsere Signifikanz in der IT aussagt!<br />
&#220;brigens war der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zuse_Z3">Zuse Z3</a> 1941 der erste funktionsf&#228;hige (und programmierbare!) Digitalrechner – der erste Computer!<br />
In der privaten Internetanbindm&#246;glichkeit ist Deutschland unter den besten L&#228;ndern Europas, wir bekommen hier in St&#228;dten mit DSL 16.000 und VDSL 50.000 schon vergleichsweise sehr schnelle Leitungen (in den USA ist man da, so weit meine Kenntnis, im Allgemeinen und Schnitt eher auf DSL 2.000-Niveau unterwegs).<br />
Wir haben hier eine gigantische Anzahl an Geeks – auf unsere Landesgr&#246;&#223;e relativiert – und eine im sonstigen nicht-englischen Raum unvergleichbare Anzahl an IT-Nachrichtenseiten, Foren, Wikis und computerbezogenen Blogs. Man st&#246;&#223;t zu IT-Themen in keiner anderen Sprache nach Englisch mehr so oft so viel auf lesenswerte Seiten aller Art (Probleml&#246;sungen, Forendiskussionen, Artikel, Blogs, Podcasts) als im Deutschen – in manchen Extrembereichen ist es f&#252;r den „Rest“ Gang und Gebe, sich deutsche Seiten maschinell &#252;bersetzen zu lassen, um an die ben&#246;tigten Informationen zu gelangen.</p>
<p>Wir haben die zweitgr&#246;&#223;te <a title="Vergleicht die erstellten Artikel" href="http://wikipedia.org/">Wikipedia</a> geschaffen, ist das nicht krass? Und die *beste*, denn die deutschen Nutzer erstellen Artikel mit Verstand und Ordnung. In Chaosradio Express <a href="http://chaosradio.ccc.de/cre093.html">hie&#223; es einmal</a> (aus dem Kopf, unkontrolliert), dass „die deutsche Wikipedia die heimliche wahre Wikipedia ist“. Wir haben selbst solche hohen Anspr&#252;che an uns, unsere Gr&#252;ndlichkeit und unseren Stil, dass so ein bombastisches Werk dabei herauskommen kann. Vergleicht doch mal zum Spa&#223; die deutschen Artikel mit den franz&#246;sischen, spanischen, italienischen, oder englischen. Ern&#252;chterung werdet ihr erleben! Was die englische Wikipedia als theoretischen Vorteil hat, dass Englisch die erkl&#228;rte Weltsprache ist, hat sie auch zum Nachteil, denn viele Artikel sind zwar planlos vollplakatiert mit unbelegten Informationen, aber dabei l&#228;sst das allgemeine Stilniveau sehr zu w&#252;nschen &#252;brig, eben weil ein Gro&#223;teil der Autoren die Sprache nicht als Muttersprache beherrscht. Es gibt dort keine allgemeinen Konventionen im Artikelaufbau, viele Texte sind einfach Matsch, unvollst&#228;ndig, begonnen aber gleich wieder abgebrochen. Ulkigerweise trifft man die selben M&#228;ngel bei den genannten anderen Sprachen auch in fraglichen Dosen an; hier ist die deutsche Wikipedia ganz klar Top.</p>
<p>Nicht zu vergessen sind auch unsere deutschen Tugenden: P&#252;nktlichkeit, Zuverl&#228;ssigkeit, Flei&#223;, Strebsamkeit, Ausdauer, Disziplin, Treue, Ordentlichkeit, Genauigkeit, Gr&#252;ndlichkeit, Protokollismus, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit. Zuletzt als n&#252;tzlich erwiesen haben sie sich beim Wiederaufbau, bei dem in letzter Instanz dann auch die milit&#228;risch angelegten preu&#223;ischen Tugenden ein St&#252;ck weit ge&#228;chtet wurden.<br />
&#220;brigens habe ich irgendwie das Gef&#252;hl, diese positiven und einst weit hochgehaltenen Tugenden heute noch am pr&#228;sentesten bei uns W&#252;rttembergern vorzufinden, um hier mal etwas zu feixen. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Doch Nietzsche sagt ja »Gebet zu Menschen: &#8220;Vergib uns unsere Tugenden&#8221;«. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Es ist unvermeidlich: Etwas zum zweiten Weltkrieg.<br />
Das ist nat&#252;rlich ein heikles Thema, aber in dieser Zeit haben wir eindrucksvoll gezeigt, was wir k&#246;nnen.<br />
&lt;beliebig lange Distanzierungserkl&#228;rung von den Nazis&gt;<br />
Wir waren enthusiastisiert, propagandiert und ideologisiert, aber diese Zeit lie&#223; erkennen, was in uns steckt, welches Potenzial wir haben. Die ganze deutsche Tugendpalette kam zum Einsatz. Und bei allem Respekt, was wir damals geleistet haben *war* beeindruckend.<br />
Ich bin &#252;berzeugt, dieses Potenzial l&#228;sst sich auch f&#252;r Gutes nutzen.</p>
<p>Da waren Entscheider, Machthaber, Propagandaf&#252;hrer, &#214;konomen, das waren ohne Frage intelligente Leute, die leider furchtbar fehlgeleitet waren und wurden. Einmal aus der kalten Sicht des Rationalismus betrachtet, haben diese Menschen Beachtliches geleistet.<br />
Ich bin wirklich der Meinung, der zweite Weltkrieg zeigte auf bedr&#252;ckendste Weise unser Potential.</p>
<p>Nach Kriegsende schauten alle L&#228;nder mit Argwohn und Suspekt auf uns, wie schnell wir wieder emporschossen, uns rehabilitierten. „Wirtschaftswunder“ wurde das genannt, die wirkenden Kr&#228;fte in der Bev&#246;lkerung waren f&#252;r Au&#223;enstehende geradezu unheimlich.<br />
Unser Protokollismus w&#228;hrend des Krieges machte eine bis dahin nicht gekannte Kriegsaufarbeitung m&#246;glich. Wir haben ihn aufgearbeitet und verarbeitet, uns in allen Details mit ihm auseinandergesetzt, uns unserer Vergangenheit gestellt. Dabei half uns auch unsere Wahrheitsliebe und Ausdauer. Und da entwickelten wir Scham um unsere Nationalit&#228;t.</p>
<p>Da wir wissen, dass die anderen L&#228;nder nicht wissen, wie sehr wir uns mit dem Krieg besch&#228;ftigt haben und Asche &#252;ber unser Haupt streuen, trauen wir uns keine nationalen Geb&#228;rden aller Art, um nicht das »Aha, die Deutschen wieder!« zu provozieren.</p>
<p>Ich bezweifle, dass die Deutschen in den n&#228;chsten 100 Jahren wieder zu Nationalstolz finden.<br />
Hinsichtlich der EU m&#246;chte man meinen, Nationalstolz w&#228;re dem Projekt nicht f&#246;rderlich, &#8220;Arroganz&#8221; k&#246;nnte keine L&#228;nder vereinen. So ist es auch. Doch wir &#252;bersehen: Wir Deutschen haben ihn nicht mal in gesunden vern&#252;nftigen Ma&#223;en. Wir haben ihn gar nicht. Und damit haben wir einen Nachteil bei der Integration, so paradox es klingt. (F&#252;r ein besseres Europa bin ich, aber nicht f&#252;r den vorliegenden Lissabon-Vertrag oder gar eine NWO, erzeugt durch &#196;ngste.)</p>
<p>Mein Vorschlag: Den Begriff nicht in strikter geografischer Nationalit&#228;t sehen, sondern gelang einer Kulturnation einen neuen finden.<br />
Bei &#8220;national&#8221; schwingt immer &#8220;Regierung&#8221; mit, man denkt an Kaiserzeiten und Spr&#252;che wie: »Wo hat Er gedient?«, &#8211; und nat&#252;rlich leitet jeder unserer sch&#252;chternen Gedanken an die Politik fr&#252;her oder sp&#228;ter unwillk&#252;rlich auf den Nationalsozialismus &#252;ber.</p>
<p>Was aus dieser Betrachtung folgt, ist dass wir, wenn wir sagen, wir sind Deutsche, nicht an unsere Politik und an unsere Grenzen denken sollten, sondern an das, was unsere Gesellschaft ausmacht und was unsere Denker bisher schon vollbracht haben. Damit verabschieden wir uns von der Nationalit&#228;t und sehen auf unsere Kultur. Wie w&#228;re es mit, ein Proof of Concept, »Volksstolz«? »Volksverm&#228;chtnis«, »Kulturerleben«, »Kulturempfinden«? Mit jedem dieser W&#246;rter lenken wir den Blick auf die Kultur. Denken wir an eine Kulturnation, nicht an eine regierte Nation!</p>
<p>Dort wo unsere Kultur mit ihren urgr&#252;ndlichsten Werten und Kr&#228;ften erkennbar ist, da lebt das geistige Prinzip der Deutschen. In der Sapir-Whorf-Hypothese steckt sicher ein Kern Wahrheit, wenn ich aber daraus auch nicht folgern will, dass alle deutschsprachig denkenden &#8220;Deutsche&#8221; in ihrer eigenen Gesinnung sind. Es ist aber einfach dieses Gebiet, diese Zone in Europa, nicht ein spezifisches, mit harter politischer Grenze abgestecktes Land, das „deutsch“ ist.</p>
<p>Aber kommen wir wieder auf die Frage zur&#252;ck, wie man Nationalstolz als solchen bewerten soll.<br />
Schopenhauer schreibt &#252;ber Nationalstolz (Aphorismen zur Lebensweisheit; Parerga und Paralipomena &#8211; Teil 1):<br />
»Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verr&#228;t in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein k&#246;nnte, indem er sonst nicht zu dem greifen w&#252;rde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende pers&#246;nliche Vorz&#252;ge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie best&#228;ndig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erb&#228;rmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein k&#246;nnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angeh&#246;rt, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en zu verteidigen.«</p>
<p>Ich kann <em>nicht</em> ehrlich stolz sein auf die gro&#223;en deutschen Wissenschaftler, Schriftstellern, Philosophen, Luther, exzellente Politiker und K&#252;nstler. Ich kann nicht auf die Leistungen anderer stolz sein, als w&#228;ren es meine. Ich kann deren Ideen und Begriffe in mir sp&#252;ren und sie verbreiten, mich f&#252;r sie einsetzen und sie unterst&#252;tzen. Das kann ich, denn ich identifiziere mich pers&#246;nlich mit vielen deren Ansichten, wei&#223; innerlich, dass sie richtig sind. Ebenso ist mein Verh&#228;ltnis zu vielen unserer Tugenden, aus irgendeinem Grund liegen sie mir im Gem&#252;te und habe herzliche Freude an ihnen.<br />
Ich besch&#228;ftige mich aber auch damit, was bedauernswerterweise ja die &#252;berwiegende Anzahl der B&#252;rger nicht tut. Ich habe eine pers&#246;nliche Beziehung zu den guten Ideen geschaffen und lasse sie durch mich leben und wirken, dadurch f&#252;hle ich mich als tief verwurzelte Pflanze, die ebenso neue Bl&#252;ten hervorbringt; dadurch erst entsteht meine &#252;berzeugte Nationalit&#228;t; als Deutscher. Und so kann ich auch aufrichtig sagen: Ich bin stolz, Deutscher zu sein.</p>
<p>Ist denn das nicht die einzige vern&#252;nftige, verst&#228;ndige, vermittelnde und hilfreiche Art, sich national zu f&#252;hlen? Wenn man es denn kann, wenn man die Ideen in sich findet, wenn man sich mit ihnen identifizieren kann.<br />
Wie steht ihr zu der Thematik?</p>
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