Windowsnachrichten

Gastauftritt bei MacUnplugged über OOXML

Ich war wieder einmal bei Grzegorz, dem polnischen Germanisten, bei MacUnplugged zu Gast, Thema der Sendung: Microsofts Office Open XML. Auf die Idee eines Gastauftritts kam Grzegorz, als ich ihm einen Artikel von Linux Magazin Online schickte, in dem die erneuten ISO-Standardisierungsversuche von Microsofts OOXML perfekt hinterleuchtet wurden. Das eigentlich Wichtige, dass Microsoft korrumpiert und sich Stimmen einkauft, haben wir zwar dann doch vergessen, aber ich denke, die Podcast-Folge ist trotzdem ein ganz netter Überblick über die kaum zu überblickende komplexe Situation, in der das ISO-Gremium und die ganze Freie Software-Welt aktuell stecken.

Als “Randnotiz” möchte ich hier noch auf einen älteren Artikel über meine Verbalsprache verweisen, damit sich keiner wundert, warum meine Sätze in der Folge nicht so schön sind. ;)

Die naive Volksmeinung zu Vista vs. XP

Eine Frage an meine (noch ;) ) Windows-benutzenden Abonnenten: Wie steht ihr zu Vista vs. XP?

Es interessiert mich aus dem Grund, dass ich viel von Leuten lese, die meinen, dass sie mit XP sehr zufrieden wären und Vista doch der letzte Schrott sei, sie warteten aber auf Windows (Codename) 7 in 2010. Das ist etwas, was ich wirklich nicht verstehe: Windows XP ist sehr, sehr alt, herausgegeben 2001, das war vor 7 Jahren. Sein Kernel wurde hauptsächlich nur mit den drei Service Packs verbessert, echte Innovationen gab es in diesem Prozess aber noch nicht. Die Benutzerführung und das Benutzeroberflächenkonzept blieb seit 2001 unverändert, wenn man aber einzelne Applikationen wie den Windows Media Player herauspickt, möchte man fast zu dem Schluss kommen, es habe sich verschlechtert.

Die Benutzeroberfläche von Vista ist zwar nicht mein Ding, aber ich finde sie um Längen intuitiver und funktionaler als die von XP, sieht man sich z.B. nur mal den Datei-Explorer an. Gegen Vistas Oberfläche wird gerne argumentiert, dass man nichts wiederfindet. Das ist korrekt, aber es steht meiner Meinung einem Softwareanbieter vollkommen frei, sein Bedienkonzept mit der Zeit auch radikal zu ändern. Geht man als völliger Anfänger an einer PC mit Vista heran, kann ich mir vorstellen, findet man ihn intuitiver als einen noch mit XP. Ich glaube daran, es kann nicht sein, dass Microsofts Bedienbarkeits-Forschung so falsche Ergebnisse geliefert hat, und die stecken wirklich eine Menge Energie da rein, zusätzlich steht ihnen die Möglichkeit offen, von Apples Mac OS X und Linux’ Gnome gelungene Konzepte zu kopieren. Ein echter Kritikpunkt, auch von mir, ist Vistas Systemsteuerung, oder, die kategorische Ansicht der Einstellbarkeiten, die ist nämlich wirklich unglücklich unlogisch eingeteilt.

Vor allem Anfang 2007 waren die PC-Magazine voll von Artikeln, wie man “XP zu Vista” transformieren kann. Sei es nur die Optik, oder auch in der Funktionalität. Ja, das geht, aber einem muss klar sein, dass solche Bastelarbeiten bei Windows-Systemen immer zu einem Overhead des Systems führen, man kann nur etwas hinzufügen, nichts modifizieren. Das Ergebnis ist ein lahmender Rechner mit seltsamen Problemen. Wenn man also auf die neuen Features scharf ist, lohnt es sich wirklich mehrmals und ganz genau zu überlegen, ob man nicht gleich auf die aktuelle Version des Betriebssystems umsteigen will, die diese Features gleich fest integriert und ineinander verzahnt bietet, quasi “massiv”.

Abseits der Oberfläche hat sich bei Vista, gerade jetzt auch durch das Service Pack 1, sehr viel technisches getan, nicht nur beim DRM. Konkret fällt mir dazu jetzt wenig ein (ja, schwach ;) ), ich habe aber schon einige Interviews mit Kernel-Entwicklern gesehen (aus denen mir jetzt doch nichts mehr einfällt, aber es waren doch irgendwie gefühlte große Verbesserungen gegenüber Server 2003/XP).

Zurück zum den XP-Treuen. Es gibt doch tatsächlich welche, die naiv glauben, Windows Codename 7 würde ~2010 besser als Windows Vista, würde ihnen mehr gefallen. Dass Microsoft alle seine über die Jahre gefestigten Paradigmen jeder Art mit dieser Veröffentlichung ändern wird.
Da sage ich: Nein. Wird es nicht. Windows 7 wird nicht radikal anders. Wenn es schlecht läuft, und es gibt Anzeichen dafür, bekommt es nicht mal den neuen WinWin-Kernel. Was tatsächlich für mich glaubhaft ein abrupten Denkwechsel für Microsoft darstellen würde, wäre, wenn sie auf Singularity setzten, von dem es just erst eine neue, quelloffene (!!) Version herausgegeben hat und wenn sie noch einmal alles (darüber) von Grund auf neu schreiben würden. Für Windows 7 war einmal geplant, dass es nicht mehr rückkompatibel zu den bisherigen Windows-Anwendungen sein würde. Wenn man aber schon jetzt lustige detailverliebte Aero-Verbesserungen in den herausgegebenen Entwickler-Builds implementiert, ist anzunehmen, dass am Fundament nicht viel getan wird (denn ich würde ja bei so einem Projekt Prioritäten setzen).
Was ist nun mit den Leuten, die bei XP blieben? Zum Einen tun sie mir sehr leid, weil XP ihre Hardware nicht effizient ausnutzt, das können Vista und Linux besser. Zum Anderen wird es immer weniger Software für das alte System geben, oder zunehmend “legacy”-Versionen von Software-Titeln. Diese Leute werden mit der Zeit immer und immer mehr Probleme mit ihrer Hard- und Software bekommen, weil die Vision von Programmen auf der XP-Plattform schon seit Jahren zerstört ist. Ein Beispiel ist Anwendungsdesign: Es gibt keine sich durch XP-Anwendungen durchziehenden Bedienparadigmen mehr. Jeder Hobby- und Profi-Programmierer hat seine eigenen Vorstellung der HIG. Es gibt keine Standards, nicht mal eine allgemeine HIG-Einkategorisierung von Programmen mit ähnlichen Aufgaben ist möglich. Das macht XP-Nutzer konfus, unnötig unglücklich, ohne, dass sie den Grund kennen. Das macht Anwendungsentwickler orientierungslos, visionslos, begleitet sie nicht auf dem Weg zu einer barrierefreien und funktionalen Applikation. Beides hat zur Folge, das der Nutzer gefrustet wird, sich nicht wohl fühlt. Vistas Aero-Konzept gibt den Entwicklern weniger offensichtliche Designfreiheit und bietet ihnen eine stärkere Anwendungsvision.

Ich denke, wenn man Vista nicht nutzen will, soll man dazu stehen. Es hat keinen Sinn, mit ein bisschen Computerhorizont noch an XP oder 2000 festzuhalten, die Technik ist zu alt. Auch die mitgelieferten Funktionen sind nicht mehr mit den aktuellen produktivitätssteigernden und Wohlfühl- Highlights der anderen Systeme zu vergleichen. Wem Vista nicht gefällt, soll nicht rumheulen, sondern tätig werden, und das hieße, auf Linux oder Mac OS X zu migrieren. Was die Leute daran hindert, ist nur ihre Faulheit. Ich hoffe sehr, dass das die Masse in den nächsten Jahren versteht und Windows 7 wird einfach mal nicht besser. Das muss sie einsehen. Die Alternativen sind da, und selbst Linux ist nun endgültig an dem Punkt, an dem man es fast bedenkenlos an die meisten Noch-nie-ein-Betriebssystem-Installierten empfehlen kann, und die Nutzer damit eine klare Vision dafür bekommen, wie sie entwickeln und arbeiten sollen, können, wollen.

Wie ist Eure Meinung dazu? Wie seht ihr Vista, wie steht ihr zu dem Umstieg auf Vista oder ein anderes Betriebssystem? Was denkt ihr über das krampfhafte Festhalten vieler an XP?

Sammelnachrichten vom Januar bis Februar 08

Da sind sie wieder, meine über zwei Monate gesammelten Computernachrichten, wieder “lieber” auf einen Schlag veröffentlicht, weil ich zu faul bin, zu jeder ein einzelnes Statement zu schreiben. Aber die Links müssen aus meinen Lesezeichen raus… Viel Spaß:
Apple

Haiku

Linux

Microsoft

Sonstiges

Jetzt fühl ich mich wieder ein Stück freier.^^
Wenn ihr Fehler findet, Tipp-, oder Linkfehler, schreibt das bitte in die Kommentare.

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Vor einem Jahr…

Ein Bild von mir von 2005 aus meinen SuSE-Zeiten ;)… wurde das Ende des Windows-Monopols durch die Markteinführung von Windows Vista beschlossen. Und 2008 wird nun wirklich das Jahr, in dem sich Linux am Desktop durchsetzen wird. ;)

Sammelnachrichten der letzten Wochen

Heute ist ein großer Tag für mich und den Rest der Menschheit, denn heute bekomme ich es endlich hin, meine angehäuften Nachrichtenlinks der letzten Wochen zusammenzufassen. Eigentlich möchte ich ja zu jeder einzelnen einen Artikel schreiben, aber wenn ich mal ein paar Tage nicht dazu komme, werden das in meiner Warteschlange so viele, dass ich bald überhaupt keine Lust mehr habe, irgendwo überhaupt damit anzufangen, sie abzuarbeiten. Die einzige, hier schon bewährte Lösung ist, das in einem Sammelartikel alles los zu werden.

Apple

Haiku

  • Gobe Productive läuft auf Haiku!
  • Apples/KDEs Webseiten-Renderer WebKit compiliert nach der mühsamen Arbeit eines bei Googles Summer of Code-Mitmachenden nun auch auf Haiku und nach weiterem Stress von ihm, gibt es jetzt auch einen ersten grafischen Webbrowser für Haiku, der darauf basiert (Opera 3.62 in seiner uralten BeOS-Version läuft auch schon).
  • Der Entwickler von OOffice, eines nativen OpenOffice-Ports für Haiku, meldet, dass er nun alle bisher unter Haiku noch fehlenden Oberflächen-Widgets nachentwickelt hat, um mit der Entwicklung des Programms beginnen zu können.
  • Das neue Programm BeDock bietet BeOS, ZETA und wahrscheinlich Haiku-Nutzern ein Leopard-ähnliches Dock. Hier gibt es Bildschirmfotos.
  • Von Leszeks PDF-Betriebssystemmagazin Techview ist Ausgabe 4 erschienen (auf der Seite ganz nach unten fahren). Mit dabei sind ein Artikel über Vistas Neuerungen und das Ende von ZETA.
  • Von Leszeks Techview-Videocast ist Folge 2 heraus.

Linux *schluchz* (jetzt rächt sich meine Faulheit…)

Microsoft

Sonstiges

Puh, ich hoffe, ihr könnt damit etwas anfangen. Ich fühle mich jetzt jedenfalls erst mal “erleichtert”. ;)

“Exposé” offiziell von Microsoft nun auch für Windows

Der Microsoft Instant Viewer in Aktion, passenderweise auch gleich mit laufendem iTunesDa komme ich aus Langeweile auf die Microsoft-Seite, klicke gedankenverloren in den neuen Produkten rum und finde – Exposé! Nicht als echte Software zum Kaufen, sondern als Bestandteil eines neuen Maustreibers für die neue “Wireless Entertainment Desktop 8000“-Maus! Geht in die Flash-Produktpräsentation (“Product Tour”) und klickt bei “Innovation” auf das Mausrad. Microsoft nennt die Funktion “Instant Viewer”. Wow. Hätte ich nie gedacht, dass Microsoft das so direkt kopiert, zumal sie ja mit Flip3D in Vista schon etwas Neues in der Richtung brachten (und dafür von aller Welt verspottet wurden).

Natürlich gab es Exposé für Windows auch schon bisher von Drittanbietern, aber halt nicht direkt von Microsoft. Der größte Gag: Im Beispiel in der Flash-Präsentation als Fenster in Instant Viewer hat Microsoft ein iTunes offen.

Prost!

Update vom 27.11.07: Unter ConnectionGadgets button findet sich auch noch eine “Dashboard“-Taste wie in Mac OS X (unter Tiger normal auf F12 gemappt).

Ein paar weitere Infos zu Windows 7

Microsoft gibt sich zur Zeit sehr auskunftsfreudig über die Entwicklung von Windows 7, den Vista-Nachfolger, der für 2010-2012 geplant ist. Zu erst wurde stolz der neue Kernel “MinWin” gezeigt, dessen Kern “nur” noch 25 MByte groß sei und nur noch um die 100 Moduldateien umfassen soll.


Eric Traut talks Windows 7 and MinWin from Long Zheng on Vimeo.

Man möchte meinen, dass der Kernel aus dem Microsoft Singularity-Projekt, einem Forschungsprojekt für einen neuen Windows-Kernel stammen würde. Etwas ganz Neues, etwas, das wie der iMac ’98 altlastfrei und innovativ (damals ohne den ADB und serielle Schnittstellen und dafür nur noch mit USB und später auch Firewire) sein würde. Aber nein, Microsoft bekommt diesen Schritt nicht fertig. Stattdessen wird der Kernel nur neu geschrieben und es wird versucht, größtmögliche Abwärtskompatibilität zu gewährleisten.

Das ist einerseits enttäuschend, andererseits macht es mich irgendwie glücklich. :D Also wird auch Windows 7 nicht der Linux-Kernel-Killer.

Microsoft will mit “Clipping-Listen” die Task-Leiste ergänzen

Lest das am besten selber bei Golem.

Ich finde das Konzept ziemlich krank und habe das Gefühl, dass man krampfartig an eigener alter Innovation (der Taskleiste von Windows 95) festhält, aber bei Linux und Mac OS X sieht, dass es auch raffinierter geht. Und genau da gibt Microsoft nun dem Druck der Hardwarehersteller nach und baut noch eine platzfressende Sidebar zusätzlich in Windows ein, was die Anwender zu einem größteren Bildschirm (mit höherer Auflösung) zwingen wird.

Die Clipping-Sidebar finde ich auch, nachdem, was ich auf den Patentbildern so sehe, sehr umständlich. Man wird sehen, wie es aufgenommen wird. Vermutlich dann 2014 mit Windows (Codename) 7/Vienna/Blackcomb…

Apropos Blackcomb: Microsoft hatte 2001 schon ein Konzept für eine Sidebar, die auch die Task-Leiste ablösten sollte und obendrauf sogar noch innovativ war!

Longhorn Reloaded von Microsoft gestoppt

Das Projekt Longhorn Reloaded machte sich daran, das 2004 erschienene Windows Codename Longhorn Build 4074 mit dem Build 6.0.4074 zu kombinieren und das ursprünglich geplante Longhorn mit all seinen Features so doch noch erwachsen zu machen. Hintergrund: Microsoft stellte 2004 die bis dato erfolge Longhorn-Entwicklung ein, weil es, ähnlich wie bei Apples Rhapsody und Copland, zu einer Spielweise für neue Technologien verkommen war, die sich nicht gut ineinanderfügten. Das darf man sehen wie man will, ich habe gehört, Build 4074 sei schon sehr schick und gut gewesen, nur noch etwas verbuggt… (Bild: Wikipedia)

Microsoft bekam jetzt Wind von dem ehrgeizigen Projekt, als dieses eine erste Version online stellte…
… und verbat es und da die Entwickler öffentlich bekannt waren, sahen sie es auch ein und beendeten die Entwicklung, weil sie keinen Ärger mit Microsoft wollten. Schade, aber man kommt ja _noch_ dran…

Bilder von Longhorn Reoladed gibt es hier und hier.

Skandalöse Unfähigkeit der Entwickler: Vista nutzt maximal 4 Kerne

Bei einer Podiumsdiskussion gab Ty Carlson, Direktor für technische Strategie bei Microsoft, öffentlich und sogar direkt zu, dass Windows Vista keine herausragenden Skalierfähigkeiten habe.
Vista sei “gestaltet, um auf 1, 2 und vielleicht 4 Prozessoren” zu laufen. Damit meinte er ausdrücklich die Anzahl der Kerne, nicht der Prozessorsockel.
Es ist allgemein bekannt, dass der Thread-Zuweiser von Microsofts Desktopsystemen sehr unflexibel mit multiplexen Kernen umgeht. Scheinbar soll jener während der Vista-Entwicklung besonders überarbeitet worden sein, aber wenn ein “modernes” Betriebssystem nicht mit mehr als “vielleicht” vier Kernen klar kommt, sollte bei allen etwas professionellen Anwendern das rote Lichtchen aufleuchten und vermuten lassen, dass noch viel mehr am Vista-Kernel nicht stimmt.

Typische unixartige Kernel wie Linux, *BSD und Mac OS X’ “Darwin” kommen schon heute mit einer multiplexen Anzahl der bei Vista möglichen CPU-Kerne klar. (OK, BeOS wird da auch nichts Herausragendes sein, aber auch nur, da es seit 6 Jahren keine echten Kernelüberarbeitungen mehr erfahren hat, Haiku kommt heute schon zumindest mit zwei Prozessorkernen (oder mehr, das entzieht sich meiner Kenntnis) zurecht.

Doch nicht 2007: Windows Server “Longhorn” wird “2008″ heißen

Kürzlich schrieb ein Hilfedokument-Autor von Microsoft auf einer öffentlichen Seite von “Windows Server 2007″ und da dieser Mensch von Microsoft war, nahm man an, dass das der endgültige Name sein wird. Ein paar Tage später hat nun Microsoft offiziell den Namen verkündet, und er lautet nicht 2007, sondern 2008. Eigentlich völlig wurst, aber ich wollte mich hiermit korrigieren.

Ich finde, dass die 8 nicht so negativ besetzt ist wie die 7…

Windows “Longhorn” Server wird “Windows 2007 Server” und es gibt einen öffentlichen Test

Aus einem Patzer eines Hilfedokumentschreibers für den Longhorn Server ist entnehmbar, dass Longhorn Server “Windows Server 2007″ heißen wird. Langweilig.

Kurz vor dieser unfreiwilligen Namensverkündung stellte Microsoft noch den Longhorn Server Beta 3 für alle Testwilligen auf seine öffentlichen Server. Für den Download wird nur eine Windows Live ID benötigt. Bei meinen mehrfachen Downloadversuchen stellte sich das Vorhaben aber als schiere Unmöglichkeit heraus: Anfangs bei noch 16000 kb/s, schwächelt die Verbindung innerhalb einer Minute immer auf knappe 40 kb/s ab. Vermutlich läuft auf dem Server Longhorn.

Microsoft und Novell arbeiten gemeinsam an Windows Vienna

MicroVell - Novells CEO Ron Hovsepian und Steven Ballmer knuddeln sichWie der Microsoft Insider Paul Thurrott berichtet, soll sich ein neues Einsatzgebiet für die Microsoft-Novell Partnerschaft ergeben haben: Man arbeitet hinter verschlossenen Türen mitlerweile gemeinsam am Windows Fiji-Nachfolger Vienna. Vienna soll, wie schon früher angekündigt, einen völlig neuen Kernel besitzen und nicht mehr abwärtskompatibel zu früheren Versionen von Windows sein. Durch einen undichten Microsoftmitarbeiter soll Paul erfahren haben, dass Novell anscheinend immer noch große Eigentumsanteile an dem eigentlich an SCO/Caldera verkauften UnixWare besitze, die bei der Entwicklung von Vienna als Basis dienen sollen. Somit gäbe es auch keine Probleme mit den Lizenzen von freier Software, die man hätte, wenn man auf Linux setzen würde (insbesondere nicht mit der GPL3). Die Frage, warum Microsoft nicht allein fähig ist, einen neuen Kernel zu schreiben sei mal dahin gestellt. Und warum man sich von UnixWare bedient, auch. UnixWare ist als Server-OS ohne viel Komfort und keiner weiten Hardwareunterstützung designt. Worauf es aber letztendlich ankommen wird, ist die Oberfläche des Betriebssystems. Es ist wohl zu erwarten, dass Microsoft den Benutzer in Windows Vienna nicht wie bei Linux die Wahl des Desktops geben wird, sondern auf eine einheitliche, sehr wahrscheinlich codegeschlossene Entwicklung setzt. Vienna soll in der Gegend von 2012 – 2014 erscheinen und nach dem “Vista – Zweite Ausgabe” Codename Fij, welches nur ein überarbeitetes Vista sein wird, die erste große Neuerung seit Windows NT werden. Microsoft versuchte schon einmal, ein Unixsystem – nämlich Linux – mit dem Windowsdesktop zu kombinieren, mit flopsigem Erfolg – wenige Monate nach Projektbeginn wurde es aus unveröffentlichten Gründen fallen gelassen. Als Oberflächentechnologie dürfte sich Microsoft bei Vienna noch “mehr” als bei Vista bei der Windows Presentation Foundation bzw. Avalon bedienen. Zu Avalon kann man sich hier und hier Videos ansehen. Klar ist aber, dass Microsoft ein neues Desktopkonzept braucht. Während sich die großen Linuxdesktops und Aqua von Mac OS X stetig weiterentwickeln gibt es nur sehr selten etwas grundlegend neues im Windowsdesign. Das aufgesetzte Aero Glass auf Vista ist nur eine Notmaßnahme, damit es so scheint, Microsoft hätte den Windowsdesktop stetig weiterentwickelt. Schaut man sich Quarz Extreme auf Mac OS X und dessen Entwickler-APIs an, sieht man schnell die Unterschiede. Auch holten die Linuxdesktops in ihren Features immer mehr auf, so dass sie heute schon teilweise über Aqua hinaus zielen. Das wird Microsoft, das nur alle paar Jahre eine neue Revision des einheitlichen Windows Desktop abliefert, zu schaffen machen: Es muss auf einen Schlag wenigstens annähernd vergleichbare Features mit Aqua, oder den Linuxdesktops bringen, was entwicklungstechnisch wieder in ein ein Disaster (siehe Longhorn) führen wird.