Kategorie-Archiv: Linuxnachrichten

Fedora 8 ist fertig und kommt mit neuem Soundserver

Vor zwei Jahren bin ich von Fedora 5 auf Ubuntu umgestiegen, weil es mich mit seinem unreifen Paketmanagement aufgeregt hat und ich nur selten Quellcode fertig-compiliert bekam, wenn ich mir was, was nicht in den Repos war, installieren wollte.

Das neue Fedora 8 sieht wie immer bei Fedora sehr schick aus und kommt etwa mit der gleichen Softwareausstattung wie Ubuntu 7.10 daher, der KDE-„Spin“ aber ganz ohne schon fertige Elemente von KDE 4 („Spins“ sind Varianten der Distribution, finde ich sehr gut, so muss man sich nicht neue Namen für eine Distribution mit Xfce oder KDE ausdenken, sondern kann sie einfach Fedora 8 KDE/Xfce-Spin nennen). Was ich aber richtig cool finde, ist der neue von Red Hat entwickelte Soundserver Pulse Audio in Gnome, der als Compiz für Sound gelobt wird und z.B. einen lokalen Audiostream auf einen anderen Rechner umlenken kann. Sehr, sehr cool, hoffentlich kommt das bald auch in andere Distributionen und wird „nativ“ in Gnome aufgenommen.

Pulse Audio kann ich vielleicht bald sehr gut gebrauchen, weil ich am Zusammenfrickeln einer Party-Soundlösung für einen Freund bin und da noch große Probleme mit dem Netzwerk-Stream habe. Auch ist jetzt auf meiner neuen 500 GB-SATA2-Platte genug Platz, um wieder mehr als zwei Betriebssysteme (bisher Ubuntu und OSx86 sowie ein paar sehr minimalistische, hauptsächlich virtuelle) zu installieren *stolz*.

Auf Golem findest Du einen ausführlichen Test des neuen Fedora-Systems.
Das Fedora-Projekt ist wie Debian sehr auf Freiheit bedacht und ist die Gemeinschaftsversion von Red Hat Enterprise Linux, wird von Red Hat finanziert und als Testwiese für neue Technologien für RHEL eingesetzt. Red Hat ist eine tolle Firma und beteiligt sich nicht wie Novell, Linspire und Xandros am fiesen Microsoft-Pakt. Fedora gilt als eine der innovativsten Distributionen und andere, wie Ubuntu (das auch Innovationen bringt, aber bei dem sie dem Normalanwender mehr bringen), greifen sie gerne auf. Sehr toll ist auch das für Fedora 7 entwickelte neue Druckermanagement, das einen Drucker beim Anstecken installiert und den richtigen Treiber auswählt. Findet es keinen für den bestimmten Drucker, installiert es einen für ein ähnliches Modell. Das wurde auch schon in Ubuntu übernommen. Dagegen fehlen Fedora Dinge wie der sichere Modus von Ubuntu 7.10, der dem Nutzer auch dann noch die grafische Oberfläche zugänglich macht, wenn die X.org-Konfigurationsdateien Fehler haben.

Aber „trotzdem“ ist Fedora eine sehr interessante und qualitativ hohe Distri, die man, wenn man kein Ubuntu oder Debian einsetzen will und mit SUSE liebäugelt, diesem unbedingt vorziehen sollte.

Was man mit dem Video-Plugin von Compiz Fusion machen kann…

In den mplayer hineingezoomt mit dem Video Playback-Plugin von Compiz Fusion und einem kleinen mplayer-PatchIm mehr oder weniger offiziellen Compiz Fusion-Blog habe ich was sehr cooles gefunden: Eine Erklärung, wofür das Video Playback-Plugin in Compiz Fusion ist und was man damit machen kann.

Im Groben: Im Artikel lädt man einen mplayer runter, patcht ihn und compiliert ihn neu (./configure , make , sudo checkinstall make install – ist „checkinstall“ noch nicht installiert, installiere es vorher). Der Prozess lief bei mir ohne Probleme beim ersten Versuch durch. Dann aktiviert man im CompizConfig-Einstellungs-Manager (ccsm) das Video Playback-Plugin, und der Spaß kann losgehen: Navigiere auf der Konsole in einen Ordner mit einer Videodatei (am besten in HD) und öffne sie dann mit mplayer video.mov . Jetzt zieh das Fenster mal klein (an den Fensterecken, oder mit Alt+Mausradtaste) und dann zoom mit Compiz Fusion hinein (bei mir Windows/Apfel+Mausrad). Das Videofenster ist jetzt „auflösungsunabhänig“! Das laufende Video im kleinen Fenster wird schärfer, wenn Du hineinzoomst! Auch cool: Das Groß- und Kleinziehen des Videos geht jetzt sehr fließend.

Das soll kein produktiver Videoabspieler sein, sondern eine Technikdemo. Hoffentlich kommen die Features aber bald auch in Totem/gstreamer, Xine und VLC. Ich habe die Idee mal bei Gnome-Look.org als Topaz Brainstorm eingestellt – da könnt ihr fleißig dafür stimmen und das gerne auch an die richtigen Entwickler weiterreichen. 😉

Ubuntu 7.10 ist raus – und warum man mit der Installation noch warten sollte

Ubuntu LinuxHeute wurde, getreu des Zeitplans, Ubuntu 7.10 alias Gutsy Gibbon veröffentlicht. Es bietet einige nette neue Funktionen wie NTFS-Schreibzugrüff über NTFS-3G, mit der Installation aktiviertes Compiz Fusion, die schnelle Desktopsuche Tracker in Gnome (in Kubuntu dafür Strigi), Gnome-Applets zum schnellen Benutzerwechsel (ähnlich wie in OS X), eine sich selbst konfigurierende Druckertreiberverwaltung, einen grafischen Dialog, um die Grafikkarte- und Monitor-betreffenden Einstellungen an X.org vorzunehmen und mehrere Bildschirme zu verwalten, bei fehlerhaften Einstellungen dessen einen VESA-Modus, in dem man grafisch die X.org-Einstellungen bearbeiten kann, den Linux-Kernel 2.6.22, eine einfache Installationsmöglichkeit des Flash- (oder freien Gnash-) Plugins für Firefox und alle Neuerungen von Gnome 2.20, Xfce 4.4.1 und KDE 3.5.8.

Das ist kein besonders bestechendes Veränderungsprotokoll, aber ein Update auf *buntu 7.10 oder am Besten eine Neuinstallation lohnen sich sicher, schon wegen des neuen Kernels und neuen Treibern. Aber an dieser Stelle mein wichtiger Rat: Warte noch gute zwei Wochen mit der Installation. Die Veröffentlichung hat jetzt noch eine Reihe von Fehlern, die zwar demnächst über Updates gefixt werden, aber wenn man das neue Ubuntu gleich installiert, muss man sich von Anfang an mit den Problemen auseinandersetzen. Es ist nicht so, dass ich viele Probleme von *buntu 7.10 kennen würde, ich habe mir nicht eine der Vorversionen installiert oder auch nur heruntergeladen, weiß aber aus Erfahrung, dass es in den ersten Wochen immer noch die ein oder anderen Systeminfrastrukturprobleme gibt, Dinge nicht richtig zusammenarbeiten oder sich seltsam verhalten. Also einfach noch gute zwei Wochen warten, dann Installieren und gleich ein Update machen. Außerdem tust Du damit Canonical und den Ubuntu-Spiegelservern etwas Gutes, weil jetzt jeder Depp meint, Upgraden zu müssen und die Server auslastet.

Computernachrichten der letzten Wochen

Euch wird sicher aufgefallen sein, dass ich seit Schulbeginn am 10. September wieder viel weniger als sonst geschrieben habe. Das lag daran, dass ich mehr Stress hatte, unausgeschlafener war und mich erst wieder an die Schule und daran, dass zwei gute Freunde aus meiner Klasse nun auf einer anderen Schule sind, gewöhnen musste.
Trotzdem habe ich natürlich meine Newsletter und RSS- und Atom-Feeds fleißig gelesen und mir in einem wunderschönen Lesezeichenordner „für Artikel“ schön in Kategorien die wichtigsten Nachrichten hinterlegt… Ich bringe sie Euch nun in absoluter Kurzform, weil ich bei dieser Menge nicht mehr im Stande bin, sie Euch anders abzuarbeiten:

Haiku

Firewire-Treiber entwickelt und Samba 3.10 auf Haiku portiert

Entwicklung der Haiku- und BeOS-Treiber für Nvidia GeForce-Grafikkarten geht weiter

QNX Neutrino-Kernel jetzt frei
Das hat in so fern mit Haiku zu tun, dass einige Entwickler mit dem NewOS-Kernel von Haiku (einem Klon des original BeOS-Kernel von einem ehemaligen Be-Entwickler) nicht zufrieden waren und vorschlugen, QNX Software Systems zu bitten, ihnen eine freie Version des QNX-Kernels zu schenken, damit sie unabhänig des eigentlichen Haiku-Projekts (quasi als Branch) diesen zum Haiku-Kernel machen und die Systemsoftware anpassen. Die Freigabe des Quellcodes kam jetzt offensichtlich nicht wegen den paar Haiku-Leuten zu Stande, aber jetzt stehen ihnen alle Möglichkeiten offen.

Die lange Geschichte des Haiku-Logos

TuneTracker – die teuerste BeOS-Software aller Zeiten
TuneTracker ist eine Studiolösung für Radios und läuft nur auf BeOS. Es gibt die Software in einer Basic- und einer Command Center-Version zu 200, respektive 700$ zu kaufen. Wer keinen BeOS-kompatiblen Rechner hat, kann sich auch gleich das 1300-2850$-teure Bundle mit BeOS-Workstation mitkaufen. Damit scheint die Firma auch gleich der letzte BeOS-Hardwarehersteller zu sein. Besonders in den USA scheinen sehr viele Radio-Stationen die Software zu nutzen, wie man über eine Google Earth-Datei die es auf der Homepage zum Download gibt, sehen kann.

Microsoft

Windows-Klon ReactOS 0.3.3 erschienen
Wie Golem berichtet, bietet die neue Version verbesserte Windows-Treiber-Kompatibilität, bessere Unterstützung für Windows Server 2003-Programme, bessere Stabilität und ein Programm, mit dem sich automatisch Programme, die garantiert auf ReactOS laufen, herunterladen und installieren lassen.
ReactOS ist ein echter Windows-Klon und hat auch einen windows-ähnlichen Kernel. Die Oberfläche sieht nach Windows 2000 aus. Die ReactOS-Entwickler arbeiten eng mit den Wine-Entwicklern, also den Leuten der Windows-Emulationsschicht für Linux zusammen und biten so akzeptable Programmunterstützung. Aber Achtung: ReactOS bleibt nach wie vor im Alpha-Stadium!

Linux

Golem-Artikel zu KDE 4 Beta 2 mit netten Bildschirmfotos

AMDs offene Chipspezifikationen werden wirklich „offen“ und nicht unter NDA sein

Erste freie und ersten neu geschriebene proprietäre AMD-Treiber draußen

Nettes Interview mit Mark Shuttleworth gefunden (Video)

Nickles Linux-Report
Der vor wenigen Monaten noch linuxfeindliche Michael Nickles, bekannt durch seine PC-Reports mit deftiger Ausdrucksweise, hat die Seiten gewechselt. In seinem Linux-Report stellt er klar, dass er selbst noch ein Anfänger ist, aber hilft dem Leser trotzdem über viele harte Hürden, richtet 3D-Desktops ein und erklärt einige Treiberinstallationen. „Die Zeit ist reif“, sagt er selber und das finde ich großartig: Einer der größten Windows-Verfechterautoren im deutschen Raum sieht die Zeit für Linux gekommen. Auch der Standard lobt das Buch.

Trottel bei Cnet will, dass Linux das Geek-OS bleibt

Trottel beim Wall Street Journal rät Anwendern von Linux ab
Hintergrund: Der Type ist ein Freund von Steve Jobs und will natürlich kein drittes Betriebssystem zwischen Mac OS X und Windows.

Sonstiges

Standard für virtuelle Maschinen vorgestellt
Es soll einmal möglich sein, eine virtuelle Maschine in VMware, Xen und Microsoft VirtualPC gleich gut starten und konfigurieren zu können; – hoffentlich macht da Innotek mit seinem VirtualBox auch noch mit.

Einen „XO“-Laptop für jeden Volksschüler in Österreich
Österreich möchte den „100$-Laptop“ an seinen Volksschulen ausprobieren – das MUSS schief gehen (zumal man schon herausgefunden hat, dass die afrikanischen Kinder ihre XO-Laptops gerne zur Porno-Suche verwenden).

European Telecom Standards Institute (ETSI) schlägt SUCHFUNKTION über Netztidentitätem vor
Unglaublich, unbedingt lesen!