Geek-Welt
Ich bin ganz allein…
2Jetzt habe ich seit sieben Tagen Pfingstferien – und seit fünf ist Christoph auf Chorreise. Nicht nur der ist weg, auch die meisten anderen aus meiner Klasse, die irgendwie ab und an online waren. Das heißt, bis auf eine Hand voll Geeks bin ich allein. Allein, das war ich schon immer, aber es fiel nie richtig auf, weil ich doch in den Chatprogrammen immer Kontakte zu anderen hatte, die auch noch ein Leben hatten. Das beschränkt sich jetzt auf Leute wie mich, die auch nichts anderes machen, als am Rechner zu sitzen (im Weekend-Trash so treffend “Nicht-Menschen” tituliert) und damit werden gleich viele Themen unmöglich, die mit “normalen” Freunden ohne Probleme funktionierten. Ich will aber nicht immer nur über Technik und Webfunde sprechen, das ist doch langweilig. Und so nüchtern.
Wie war das mit “Ein Mensch braucht täglich mindestens eine zärtliche Berührung, sonst wird er krank”? Das konnte ich bisher mit Chats sehr gut kompensieren (und zugegebenermaßen vielleicht auch noch durch Rumbubeln in der Schule), aber jetzt mit diesen kalten Maschinen am anderen Ende der Leitung erreicht es einen Punkt, der mich psychisch platt macht. Ich habe keine besondere Lust mehr, lang aufgeschobene Dinge zu erledigen oder mir Programm-Dokumentationen reinzuziehen. Ich seh keinen Sinn mehr darin. Ich muss irgendwie unter Leute kommen, sonst richtet mich das zu Grunde. Allein “raus” zieht nicht, das war ich jetzt schon jeden zweiten Tag (na gut, auf die Bank, in den Media Mark, auf die Hausbaustelle…). Und hey, es sind Ferien, und ich verkümmer hier an meiner Einsamkeit. Keine Angst, ich werde schon kein Amokläufer.
Immer wieder überraschend finde ich, wie ich mir selber so leicht solche Probleme eingestehen kann…
Neuer Blogname und Tumblelog
2Viele werden es schon bemerk haben: Der WinLux-Blog hat einen neuen Namen, Frumble201. Das Frumble hat so ziemlich gar keine Bedeutung und 201 fand ich einfach ästhetisch – noch dazu sähe der Blogtitel ohne neues WordPress-Thema nur mit “Frumble” etwas klein aus. *höhö*
In der Seitenleiste ist zum neuen Namen eine Umfrage gestartet, es wäre nett, wenn ihr Eure Meinung kurz kundtun könntet. Wenn ihr meint, ich soll es nur Frumble ohne das 201 nennen, dann überleg ich es mir noch mal. Mit dem Namen meine ich übrigens nicht das kranke Trinkspiel, sondern gar nichts, – oder alles. Ich kam mal beim Spaßen mit einem Freund darauf und wir benutzen es als Dehnwort-Alternative für alle Verben (“frumblen”), der Auslöser war irgendein Versprecher. Es gibt da noch die Konkurrenz mit “schlumpfen”, aber die ist in den letzten Jahren schon fast etwas obszön geworden.
Ja, jedenfalls find ich den Namen lustig und fühle mich dabei immer ein bisschen an “Google” erinnert, das man ähnlich ausspricht. Und ich denke mal, er ist sicherlich besser als “WinLux”, denn seit ich Mitte 2006 komplett auf Linux umgestiegen bin, habe ich mit dem “Win”-Teil eigentlich nichts mehr zu tun und kann mich nur noch ab und an in kritischen Artikeln darüber äußern.
Gerade geht ein zweiter Twitter-Hype um und jetzt beginnen auch viele der Leute damit es zu nutzen, die noch vor wenigen Monaten dagegen wetterten. Ich muss ganz klar sagen, das Konzept von Twitter ist nicht mein Ding, was ich gerade mache kann anderen doch so was von egal sein und ich denke, das ist es auch. (Übrigens halte ich es für sehr gefährlich, alles so zentral nur über einen Anbieter, Twitter, zu machen. Es gibt auch Alternativ-Anbieter, aber die sind nicht so bekannt und weil man sich gegenseitig zitieren und auf Fragen seiner Freunde direkt antworten will, nutzen alle nur Twitter…) Außerdem würde das die Konzentration bei der Sache stören, wenn ich mich ständig daran erinnern müsste, einen Statusbericht auf Twitter zu liefern. Und wenn ich das nicht täte, dann wär’s doch viel zu unregelmäßig. Aber allein die Idee von Twitter gefällt mir, schnell, ohne viele Worte was hinauszuschießen. Ich habe das “Problem”, dass ich in kürzester Zeit viel interessantes und/oder lustiges im Web finde und dann den Drang verspüre, das wem mitzuteilen, also muss irgendein Skype-Kontakt daran glauben. Das ist manchmal ganz nervig, weil ich dann noch erklärende Worte nachliefern muss. Bei e2b bin ich auf das Konzept der Tumblelogs gestoßen, kleine Mini-Blogs, die sich ähnlich wie Twitter benutzen lassen, aber besser sind. So kann man direkt Bilder in Beiträge einbinden oder Videos embedden, wie mit einer Blog-Software wie WordPress, aber etwas zügiger. Der Einsatzzweck solcher Microblogs sind dann Webseitenempfehlungen, gefundene Bilder, lustige Podcast-Episoden, Zitate aus Chats oder wie auf Twitter kurze Situationsbefunde. Das ist was, was mir im Ansatz sehr gut gefällt und jetzt will ich es mal ausprobieren: Ich habe unter http://www.frumble.de/tumblelog/ das CMS Chyrp installiert und mich schon ein paar Stunden durch seine “Federn” und Module gekämpft; wenn ich in den nächsten Stunden das Problem mit den fehlerhaften Links lösen kann, geht es dort los. Ihr könnt einfach den RSS-Feed abonnieren, parallel zu meinem richtigen Blog, und das neue “Angebot” mal verfolgen. Als Extra, das man normal nicht in einem Tumblelog findet, habe ich sogar ein Kommentar-Modul eingerichtet, das Ding ist also richtig Web 2.0ig. 
Ich hoffe also, Euch spricht mein zweiter Blog auch an und ich erwarte gespannt Eure Meinung zum neuen Namen!
Mein Nachtleben in den Ferien
2Irgendwas mach ich falsch, wenn ich in den Ferien jede Nacht um 2 – 4 Uhr zu Bett geh und so lange mit Christoph chatte, telefoniere und Filme anschaue, der bei diesem Spiel genau so eifrig mitmacht. Und seitdem er jetzt auch Nachrichten-Feeds abonniert hat, kann man ihn auch schon fast als Geek bezeichnen. Wird noch.
Mein Vorsatz für die zweite Ferienwoche: Früher Schlafen gehen, dann hab ich auch noch was von den Vormittagen (“Ähm, aber nichts mehr von den Nächten!” “Halt’s Maul!” –Eine kleine innerköpfliche Kontroverse).
Vorsatz: Fünf Tage fast ohne den PC
9Ich habe mir einen interessanten Vorsatz für diese Ferienwoche gegeben: Ich möchte fünf Tage lang den PC auf’s Nötigste rationalisieren. An drein davon plane ich, ihn erst um 18:00 einzuschalten, für zwei habe ich mir eine komplette Ruhepause verordnet. Warum?
Das letzte Mal war ich vor zwei Jahren mehrere Tage im Urlaub und also von meinem Rechner abgeschnitten. Seitdem gab es verstreut mal einen Tag, an dem wir in der Familie etwas Größeres unternommen haben und der PC somit auch kurzzeitig still stand. Aber mehrere Tage war, zumindest mein neuer Selbstbaurechner vom Juni 2007, glaube ich noch nie aus.
Da greift sich der Durchschnittsverbraucher wohl an den Kopf, betet für mein Seelenheil und möchte mir das Gerät als Entzugsmaßnahme wegnehmen, denn ich bin ja so süchtig. Aber nein, ich bin nicht süchtig, ich bin abhängig. Das ist eine goldfädene Trennlinie, die man da ziehen muss. Ich kann sehr wohl ohne den Rechner auskommen, aber dann bekomme ich sehr schnell die Probleme, keine Kommunikation mehr mit anderen aufbauen, und keine Konversationen mehr führen zu können, völlig von allen Informationen und (IT-)Nachrichten abgeschnitten zu sein und keine Unterhaltung mehr genießen zu können, denn auch die läuft bei mir ausschließlich am Computer über Podcasts und aufgenommene und heruntergeladene Fernsehsendungen ab.
In mir kam schon vor einer Weile der Eindruck auf, dass ich mir einige Lernprobleme in der Schule richtig selber verursache, indem ich in meiner Freizeit so enorm viele Nachrichten lese, und das ja nicht erst seit kurzem, sondern schon seit gut drei Jahren. Diese extreme Fülle und Dichte an Informationen, die sich innerhalb weniger Tage oft selbst revidieren, relativieren und unlogisch machen und diese Fülle an Dingen, bei denen man nur überrascht ist, wenn man neue Innovationen liest, mag es z.B. ein neuer Videocodec sein, der so effizient wie noch kein anderer sein Werk verrichtet, lassen in der Schule einen Egalismus, also den Abbau der kritischen Analyse, das Abnicken von vorgesetztem Stoff und eine Das-ist-nicht-so-wichtig,-das-kommt-ja-eh-bald-wieder-Mentalität entstehen. Jeder kann sich denken, dass das wirklich nicht vorteilhaft im Unterricht ist, und da sich zunehmend weniger (was für ein Wortspiel) des Stoffes daheim wenige Tage vor den Arbeiten aus den Heften oder Büchern in quasi-elitärer Selbstgelehrtheit beibringen lässt, ohne etwas von den Erläuterungen der Lehrer dauerhaft im Kopf behalten zu haben, schlägt sich das auch negativ auf die Noten nieder. Diese dutzenden Nachrichten-Feeds können ein Grund dafür sein, neben meiner Faulheit und einigen zum Lehrplan quergestellten überzeugten Auffassungen über die Relevanz des Stoffes, warum ich, ganz allgemein, ein Problem mit der Schule habe.
Abseits dem stellte ich auch fest, dass mir Zeit für mich, meine Gedanken und meine Umgebung fehlen. Es ist nicht so, dass ich sie nicht hätte. Mir ist oft auch vor dem Rechner langweilig, aber da komm ich nicht auf den Gedanken, mein Zimmer radikal umzustrategen, ein Buch zu lesen, oder zu meditieren.
Darum setze ich mir dieses Experiment an, fünf Tage weitend ohne den Computer zu verbringen und in dieser Zeit absolut keine Nachrichten zu lesen und keine technischen Podcasts zu hören. Ich hoffe sehr, dass ich so “leben” kann, ohne ihn, in dieser Abstinenz, fehlt mir wahrhaftig alles vom Aufgabenplaner über die Musikanlage zum Kommunikator, weil ich fast keine separaten Geräte oder “analogen” Arbeitsmöglichkeiten nutze.
Zumindest morgen/heute wird das aber noch nicht ganz planmäßig funktionieren. Ich muss vorher noch einiges vorbereiten, wie meine Remember The Milk-Aufgaben auf Papier “synchronisieren” und meine neue Musik auf den iPod übertragen (ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den nicht auch aussperren soll, schließlich kann man viel damit machen, im Grunde zu viel, und ich werde dadurch von mir abgelenkt).
Dann kann das eine wirklich spannende Woche werden, in der ich wieder ein Stück weit zu mir selber finden kann und vielleicht bringt sie mich ja sogar dazu, das Haus zu verlassen!
Wie die Speicherauslastung durch ein bisschen Webdesign steigen kann…
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Doch wirklich erstaunlich: Da bastel ich in Ektase an einer Bildergalerie und nutze eigentlich nur Firefox/Swiftweasel, Konqueror, Quanta Plus und GEdit, da steigt meine Speicherauslastung mal kurz auf 1,7 GB.
Die vermutete Ursache: Bei der aufwendigen Animation der Galerie stürzte mir Swiftweasel während der Entwicklung oft ab und ich hab nach seinem Neustart jeweils immer nur die letzte Sitzung wiederherstellen lassen, so hat sich mein Speicher mit vielen kleinen und großen Speicherlecks von Swiftweasel gefüllt; goldig. Nach einem echten Swiftweasel-Neustart kam er dann wieder nur auf 40 MB von davor 1,1 GB. Aber hey, mit meinem 64-Bit-Ubuntu gingen noch theoretisch viel größere Speicherleichen!
Gastauftritt bei MacUnplugged über OOXML
0Ich war wieder einmal bei Grzegorz, dem polnischen Germanisten, bei MacUnplugged zu Gast, Thema der Sendung: Microsofts Office Open XML. Auf die Idee eines Gastauftritts kam Grzegorz, als ich ihm einen Artikel von Linux Magazin Online schickte, in dem die erneuten ISO-Standardisierungsversuche von Microsofts OOXML perfekt hinterleuchtet wurden. Das eigentlich Wichtige, dass Microsoft korrumpiert und sich Stimmen einkauft, haben wir zwar dann doch vergessen, aber ich denke, die Podcast-Folge ist trotzdem ein ganz netter Überblick über die kaum zu überblickende komplexe Situation, in der das ISO-Gremium und die ganze Freie Software-Welt aktuell stecken.
Als “Randnotiz” möchte ich hier noch auf einen älteren Artikel über meine Verbalsprache verweisen, damit sich keiner wundert, warum meine Sätze in der Folge nicht so schön sind.

