Geek-Welt

The Geekster Rises – Das Ende einer Tech Culture

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»To geek out: The act of becoming emotionally and physically aroused by the sight or the thought of a technicality of a certain topic of major interest. It resembles an ‘orgasm of the mind’.« –urbandictionary.com

Das Thema IT wird in einer breiteren Öffentlichkeit denn je diskutiert, es ist für die Breite der Gesellschaft alltäglich geworden. Es hat sich über die letzten Jahre eine neue Konsum-Coolness für die Massen um neue Branchen-Entwicklungen gebildet. Die Rede ist von Smartphones, einer aberwitzigen Zahl verschieden konfigurierter Smartphones, Tablets, und ein paar sozialen Web-Diensten. Es hat sich eine Art Subkultur von Menschen herausgebildet, die nach Lifestyle gieren, nach Neuheiten schreien, und sich über Marken identifizieren.

Ich beobachte da gerade etwas: Was dort nun lautstark in der Mitte der Gesellschaft diskutiert wird, ist nicht mehr das, was ich unter Computern verstehe, sondern sind massentaugliche Konsumprodukte.
Ich betrachte mich zugehörig zu einer Gruppe von rebellischen Tech-Begeisterten. Wir haben diese Kultur aufgebaut, wo wir seit Jahren als Selbstbeschäftigung um die neuesten Mobile-Trends kreisen und uns gegenseitig versichern, wie bedeutsam diese Entwicklungen sind. Und selbst ich überhöhe künstlich die Bedeutung der Post-PC-Gerätschaften (für mich), wenn ich abschreckend lange Mobile-OS-Analysen schreibe: Denn in meiner Realität nutze ich zu allerhäufigst für das Allermeiste nach wie vor den PC und das wird auch so bleiben.
Denn ich bin kein Hipster, ich bin Geek.

Zu Anfang stand die Verweichlichung des Nerds in die Popkultur durch Matrix, wodurch Computer erstmals mit Coolness assoziiert wurden. Diese Darstellung griffen in Folge weitere Filme auf und statteten die wirr redenden Protagonisten mit beeindruckenden Technik-Gadgets aus. Der Blick schwenkte auf die unverstandenen, aber drolligen Wissensanhäufer im Experimentierkämmerlein und gab auch diesen erfolglosen Charakteren eine Bühne. Ein Abziehbildchen des Geeks ist zum Popkulturphänomen geworden. Er wurde gefeiert, er wurde stilisiert, er wurde irgendwie cool. Er wurde kopiert, aber er wurde dabei nicht verstanden.

Der Tech-Hipster ist der Gegenentwurf zum Geek, bei flüchtiger Betrachtung scheinen sie aber dem selben Schlag anzugehören. Noch frappierender ist, das dies ebenso für die eigene Selbstreflektion gilt – leicht verwechseln wir unsere Intentionen. Nachrichtenportale richten sich auf eine vergrößerte Zielgruppe aus, immer stärker werden die gegenseitigen Überschneidungen dessen, womit sich beschäftigt wird, beziehungsweise womit nicht mehr. Aufschlussreich geben sich beispielsweise die Kommentare auf The Verge: Was zu techy ist, ist gleich uncool, was eine flutschige UI hat, am besten noch proprietär, Mac-only, das gilt als cool.
Ich bin nicht der Type, der immer die neuesten Spielsachen hat und sich mit allen Hypes auskennt – ich bin jemand, der Freude am Erforschen hat. Ich bin ein Tüftler. Und ich verliere gerade eine Selbstidentifikation. Es scheint, Technik ist zu einfach geworden. Ich schaue irritiert auf die Nutzerschaft: Das ist nicht mehr das faszinierende, weite, geheimnisvolle Land voller Rätsel und Abenteuer, das mich einst anzog.

Origins: Tech-Hipster
Es gab da diese Phase, in der “Gadget” zu einer einschließenden Einheit von “Geek” wurde. Das iPhone war im Prinzip der Wendepunkt: Ab 2007 wurde es in der Geek-Kultur aufregend und cool, einen Taschencomputer bei sich zu tragen, der nicht mehr wie frühere PDAs den PC-Paradigmen folgte und nun eine angenehmere Bedienung ermöglichte. Ausschlaggebend für die Akzeptanz innerhalb der Gemeinde dürfte zudem das rebellische Image gewesen sein, das Apple zu dieser Zeit noch anhaftete. Es vertrug sich gut mit der Selbstidentifikation der Geeks. Apple wurde von uns abgefeiert und viel Konfetti stob auch außerhalb unserer Kreise. Mancher verschrieb sich der neuen Philosophie und wurde von Apples Hardware-Ökosystem in den Bann gezogen. Andere wurden zu regelrechten Jüngern, zu Evangelisten, und mancheiner Rollenmodell für die aus dem Geek-Lager abtrünnigen, und sich zugleich aus der Mitte der Gesellschaft nährenden Hipster.
Gadgets liegen heute in jedermanns Hand, sie wirken cool. Das sind sie auch, aber Gadgets sind in erster Linie Appliances, keine ‘Computer’. Wenn wir sie nutzen, arbeiten wir nicht mit Software, sondern mit Objekten, wir denken so natürlich, wie wenn wir einen Wasserhahn bedienen (im Speziellen bei iOS).

Ich seh da nicht mehr mich. Ich liebe Technik. Ich schätze Appliances, die einfach tun, für bestimmte Zwecke. Aber ich bin nicht post-PC, ich bin sogar noch sehr PC. Ich habe Ideale von völliger Freiheit, die mit Computern nur an einem PC umsetzbar sind. Wir sollten uns fragen: Sind moderne Gadgets heute wirklich ‘geekig’, oder nur ‘convenient’? Sind wir dem Komfort verfallen? Was haben wir dafür geopfert? Können wir das mit unseren Werten vereinen?

Hipsters gonna hip
Was können wir tun, um unsere unterwanderte Tech-Geek-Kultur zu retten? Die Frage ist vielleicht auch, ob es diese Kultur überhaupt wert ist, gerettet zu werden. Vielleicht lohnt es sich nicht, sich mit Tech-Hipstern in einen Image-Kampf zu begeben, vielleicht liegt unsere Zukunft darin, zu akzeptieren, dass Technik existiert und das Beste aus ihr herauszuholen, ohne sie zu idealisieren oder zu hypen. Vielleicht sind wir von der Zeit eingeholt worden und vielleicht wäre es sinnvoll, sich neu zu orientieren.

Sinnkrise – Der Traum ist wahr geworden
Aus meiner Perspektive hat die IT-Branche die größten Ihrer Träume bereits in der richtigen Weise umgesetzt und kluge Fundament-Konzepte ersonnen und beschäftigt sich nun mit deren Optimierung. Da sind die Webentwickler, die unerbittlich daran arbeiten, dass sich das Web mehr wie eine Betriebssystem-native Software anfühlt. Oder das Beispiel Kernel-Entwickler: Wir haben schon ‘alles’, und was nun noch passiert, sind nur Verfeinerungen und Raffinessen – aber es scheint, diese Art von Technik ist ‘fertig’ erforscht bis an ihre Grenzen. Wir brauchen neue Perspektiven, ich brauche neue Perspektiven – denn ich bin noch jung und habe schon jetzt das Gefühl, diese Technik hält uns keine Neuheiten mehr parat – und persönlich möchte ich nicht einer sich so selbst verfestigenden Kultur angehören, die scheinbar ihr Strebeziel schon erreicht hat. Das, wo sich jetzt noch Innovation und Weiterentwicklung zeigt, ist auf einer so hochtechnologisch-abstrakten Ebene, dass ich es nicht mehr überblicken kann; dass ich als neugieriger Dilettant keinen Zugang mehr dazu habe. Alles wird noch schneller, noch effizienter, noch mobiler, noch komfortabler, noch vernetzter. Sicher, an der UI und UX wird sich noch viel tun, neue Geräteklassen werden enthoben. Aber es ist nichts, was wir uns nicht schon ausgedacht oder erträumt hätten. Wir *haben* Computer, wir sind da.

Das sage ich als ein junger Mensch, der die letzten zehn Jahre unermesslich viel Lebenszeit in das hauptsächlich aus Neugierde getriebene Erkunden der Digitalwelt gesteckt hat. Ich frage mich ganz persönlich, wie sinnvoll meine dauergetriebene Beschäftigung mit der IT noch ist. Ich bin Experte, keine Frage, aber was nützt das meinem Leben? Ich beabsichtige aus mehreren Gründen nicht, mit IT mal mein Geld zu verdienen (wenn es dann noch Geld gibt) und studiere auch konsequent Sozial- und Geisteswissenschaften. Gerne würde ich diese Fokus-Fixierung bei mir lösen, aber es scheint für mich nicht möglich zu sein, weil 2/3 meiner Weltentdeckung am Computer über das WWW und Filme geschehen. Wenn ich mir ein neues Thema abseits von IT aufmache, steht es gleich in Abhängigkeit zu meiner IT, was mich in einer Teufelsspirale wieder dazu veranlasst, diese zu optimieren. Ich bin an die Technik gefesselt.
Ich bin jung, ich suche mich selbst, und diese Selbsterfahrungen funktionieren schlechter über Technik. Tatsächlich wünsche ich mir für ganz persönliches Wachstum eine Welt ohne Computer. Ich wäre gerne unabhängig, nur von meinem Verstand gestützt. Einfach ich selber, nicht ‘ich und mein Computer’. Dass das heute unpraktikabel ist, ist klar, als Gedanke ist es aber anziehend. Damit so ein Leben wieder möglich würde, bräuchte es den gesellschafts-politischen strukturellen Zusammenbruch, der mit dem, wahrscheinlich früher, als wir denken, eintretendem weltweiten Zusammenbruch der Idee von ‘Geld’ einhergehen könnte und gute Nachwirkungen haben könnte, ohne uns dabei tatsächlich Technik zu nehmen, sondern nur deren Sinn im Leben neu zu verhandeln.

Individualität
Wir sind in einer Krise, wir haben in unseren Milieu das Bewusstsein darüber verloren, was wir eigentlich alles menschlich können. Wir suggerieren uns in unserer aufgebauten Kultur, in erster Linie Computer-Menschen zu sein. Es geht dadurch viel kreative Kapazität verloren. Wir machen einen Fehler, uns so festzulegen. Unser Selbstverständnis baut direkt darauf, IT den anderen Interessen überzuordnen.
Die Lösung sollte sein, wieder so etwas wie Nerds zu werden, ‘back to the roots’; wieder auf eigenen Beinen zu stehen, sich zurückzubesinnen. – Etwas können, selbst etwas sein, auch ohne technische Geräte.

»Hipster sein wird Mainstream, aber Hipster sein bedeutet, nicht Mainstream zu sein, deshalb bedeutet Hipster zu sein, kein Hipster zu sein. Das ist das Hipster-Paradoxon.«Binärgewitter-Podcast, Folge 37

Peter Lustig auf unsere Fahne
Die Begeisterungsfähigkeit des Geeks liegt schon mit in seiner Definition. Wir sind nicht nur fasziniert, wir sind versessen in Themenfelder. Wäre es nicht von großem Nutzen für die Gesellschaft, wenn wir unser Interessensgebiet weiten würden? Eine ‘humanistische Allgemeinbildung’ in der Tech-Szene ist jetzt schon Credo unter Geeks und macht uns Spaß. Wie lässt sich das Fenster eventuell mehr in die Weite öffnen? Entscheidendes Merkmal der Geek-Kultur ist die Mentalität des begeisterten Weitergebens: “Das kannst Du ausprobieren, da kannst Du Dich einarbeiten und damit experimentieren, das sieht cool aus.” Die vorherrschende Mentalität in unserer Gesellschaft dagegen sind starre Konventionen und Regelwerke. Es scheint, die zwei seien unverbindbare Welten. Gibt es die Perspektive, die ganze Gesellschaft für uns interessanter zu machen? Die Piratenpartei lässt sich als laufendes Experiment dessen sehen. Wo können wir uns noch mit unserer Mentalität des vorbehaltlosen Teilens und transparentem Austauschs einbringen? Über manches müssten wir uns hinwegsetzen und gesellschafts-konventionelle Hemmungen abbauen. Aber wir sollten uns zu nichts zwingen, was uns keine Freude bereitet. Ein lebensbejahendes neues Massenbewusstsein darüber in der Geek-Gemeinschaft, dass es außerhalb der IT noch so viel Spannendes gibt, könnte Begeisterungswellen für neues Terrain erzeugen und – entscheidend – unsere Begeisterung dort sähen, wo bislang Bürokratie und Industrie herrscht.

Auf der Suche nach einer neuen Selbstidentifikation
Lasst uns zu Universalgenies werden, vielleicht mit weniger Genie als universal, aber lasst uns das doch zu unserem Ideal erklären. Eine institutionslose Kultur des Austauschs von Lebensproduktivitätsfaktoren gründen.

Lasst uns mehr sein als Geeks.

Absicht dieses Beitrages ist, zum Nachdenken über die eigene Lebensausrichtung anzuregen. – Wir sollten uns wieder als die Kreativen begreifen, als die Tüftler und Wissbegierigen, als die Vordenker und idealistischen Forscher. Unser Schlag Leute hat das noch in sich, wir haben es nur seit Jahrzehnten vergessen. Wir sind geblendet von der Geek-Kultur und haben den Gedanken an uns Individuen verloren. Wir sind die Extremen, aber lasst euch auf nichts festschreiben, lasst euch nicht einreden, wo euer Interessensgebiet zu liegen hat!

The Tüftler Rises!

Von der Einsamkeit

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Vor einem Jahr um diese Zeit habe ich gerade mein Abitur geschrieben gehabt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Vorstellung über das Danach. Besser sollte es werden.
Mittlerweile habe ich das erste Semester an der Uni durchharrt und stehe auch noch einigermaßen hinter meiner Fachwahl. Der Kontakt zu meinen alten Mitschülern ist abgebrochen, was wenig überrascht, weil es ihn außerhalb der Schule quasi nicht gab. Mein einziges vertrautes Miteinander der letzten Jahre fand für mich vormittags mit meinen SchulkameradInnen statt. Das war nicht immer gut, aber ich habe viele ins Herz geschlossen, auch wenn ich es ihnen meistens nicht gesagt habe. Sie waren da. Verlässlich. Wir haben etwas miteinander erlebt, wir waren eine Gemeinschaft.
Nach einem Semester an der Uni konnte ich noch keinen Ersatz für solche Beziehungen finden und ich habe das Gefühl, ich werde das dort auch nie finden. Jeder geht ab jetzt seinen eigenen Weg. Ich wohne noch daheim in der nächstgelegenen Stadt, bekomme daher nichts vom studentischen Leben Tübingens mit und habe auch keinen Kontakt zu studentischen Verbindungen. Das waren jetzt sehr trostlose, sehr lange Semesterferien für mich.
Ich denke mir immer: So sollte es nicht sein. Ich sollte nicht so einsam sein. Ich hab keinen Grund dafür. Ich bin 21, weiß viel, bin kein Autist, habe keine Sozialphobie, bin universalinteressiert, reflektiere viel über mich nach, habe mein Ego unter Kontrolle. Nein, ich sollte nicht so einsam sein. Aber ich bin es. Ich kann mit niemandem darüber reden. Ich kann mit Menschen darüber schreiben und die sagen mir dann, ich solle rausgehen und Leute kennenlernen. Aber das ist nicht so einfach. Ich komme mir überall deplatziert vor. Peinlich. Wenn es mal vorkommt, und ich Leute ‘kennenlerne’, dann nur oberflächlich, und gleich sind sie wieder weg, weil ich nicht wusste, wie ich Kontaktmöglichkeiten in nicht aufdringlicher Weise einholen sollte.

Alle meine Freunde und Bekannte des RL habe ich durch Institutionen kennengelernt: Kindergarten, Schule, nichts. Weil, mehr hatte ich eigentlich nicht. Freunde durch Freunde kennenlernen, auf einer Party oder öffentlichen Veranstaltungen, das hatte ich nie. Ich komme mit der Aufgabe nicht klar. Sicherlich spielt eine Rolle, dass ich nie mit Freunden unterwegs bin, nie zu Partys eingeladen werde und keine öffentlichen Veranstaltungen besuche. Weil meine Freunde richtigerweise mit Anführungszeichen geschrieben werden müssten, mich niemand kennt, der Partys schmeißt (oder einlädt) und ich nicht weiß, was ich auf öffentlichen Veranstaltungen soll.
Ich sitze ganz schön in der Scheiße. Jemand könnte sagen, das sei doch bei mir genauso, wie wenn man in eine fremde Stadt zieht, da kennt man auch noch keinen, und bei mir sei doch noch überhaupt nichts verloren, sondern alles zum Besten, ich sei nur ein unbeschriebenes Blatt, und ich solle einfach jetzt damit beginnen, Kontakte aufzubauen. Aber ich habe nie die Kompetenzen dafür entwickeln können. Sorry, ich kann das nicht. Ich bin einsam und ich war mein Leben lang einsam. Ich wünsche mir einen Freund, der mich da bei der Hand nimmt, einen Freund, den ich nicht habe. Ich weiß nicht, was ich tun soll und es macht mich total fertig. Ja, ich bin eines dieser Kellerkinder, das nie raus kommt, nur ohne Keller, und im Sommer gehe ich sogar sehr gerne raus, zum Lesen. Weil, alles andere macht mir allein keine Freude mehr.

Die schönen Dinge, die man in seiner Jugend gewöhnlich so erlebt: Nicht erlebt, weil keine Gelegenheit dazu gehabt. Bei Schulkameraden beobachtet und eine Ahnung davon bekommen, wie das wohl wäre. Nur stets aus der Distanz eine Lebenswirklichkeit betrachtet, die nicht die meine war. Ich dachte immer, das ändert sich noch, und eine lange Zeit hat es mir auch nichts ausgemacht. Aber jetzt bin ich raus aus der Schule, ein echter Student, wenn auch noch daheim lebend, und es hat sich für mich nichts zum Besseren gewendet, es ist schlechter geworden. Zwar gibt es auf der Uni mehr Neukontakt, aber noch weniger Möglichkeiten, um Beziehungsnähe aufzubauen.
Die Situation ist für mich alarmierend. Ich seh für mich da keine Perspektive, bin aber auch kein Selbstmörder-Type. Ich hab im RL überhaupt keinen Anschluss an Gleichaltrige. Ich muss mein Leben irgendwie ändern, sonst werd ich damit nicht glücklich.
Die Menschen auf Twitter sind toll, ohne diesen gesellschaftlichen Austausch und die vielen netten Worte wäre ich heute ein Wrack. Oder hätte vielleicht gerade deswegen doch andere Wege finden müssen, minimalen Austausch haben zu können – mit der Zeit, die für Twitter draufgeht, die ich dann frei gehabt hätte, nicht unrealistisch. Aber Twitter ist auch nicht das RL, es ist eben nur Microblogging.

Ich studiere nichts Technisches. Da spricht man in den Pausen nicht über Betriebssysteme. Mein Wissensvorteil als Computer-Geek hilft mir da nicht bei der Bekanntmachung mit anderen. Fast alle meine Hobbys drehen sich in der einen oder anderen Weise um diesen Kasten, doch ich bin nicht monothematisch interessiert. Es sind sehr viele Dinge, die mich eben letztlich digital erreichen, und damit umzugehen, darin bin ich vielleicht besonders gut als Geek. Aber es muss für mich nicht technisch sein. Ich kann auch etwas zu Goethe, Anthroposophie, oder Feminismus sagen. Aber es kommt nie dazu.

Bei Arbeiten für die Uni weiß ich oft nicht, wie ich die Kraft dafür aufbringen soll. Ich bin unglücklich mit mir. Ein liebes Lächeln oder eine Umarmung wären viel. Niemand umarmt mich. Niemand ist da, der mich anlächeln könnte. Da ist bei mir so viel Einsamkeit, Bitterkeit und Verzweiflung. So sollte das nicht sein.

Können wir uns treffen, auch wenn ich ein seltsamer Junge bin?

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Ich weiß beim besten Willen nicht, was ich mit “normalen” Jungen, die keine Computer-Geeks sind, reden soll. Mit Mädchen/Maiden wüsste ich es. Da kann ich über ziemlich alles sprechen. Jungen wollen mit dir nicht über die wirklich wichtigen, emotionalen Dinge im Leben sprechen. Sie sprechen immer in einer technischen Form, und wenn du sie einmal da raus führst, werden sie gleich sehr unsicher und ihnen wird das Gespräch unbehaglich. Meine Erfahrung ist, dass mir Gespräche mit tollen Mädchen viel mehr nützen als mit Jungen, und dass ich mich dabei viel angenehmer fühle.

Mir geht’s nicht gut. Mir ging es die letzten vier Schuljahre nicht gut, sogar richtig schlecht.
Meine soziale Kompetenz ist nicht stark, ich habe es über die Kursstufe immerhin geschafft, keine groben Verhaltensprobleme mehr in Gruppen zu zeigen, irritiere aber immer noch mit ungewöhnlichen Formen von Unangepasstheit. Ich besitze in helleren Momenten eine heitere, spielerische Natur, aber zusammen immer noch mit einer bissigen Selbst-Hartnäckigkeit, einer Spielart des Perfektionismus, die für Beobachter sehr schwer einzuordnen ist. Ich bin in hellen Momenten skurril, bestenfalls amüsant. Aber nicht so amüsant, dass ich cool wäre und mensch direkt Kontakt mit mir außerhalb der Lehrveranstaltung wollte. Und das sind die hellen Momente.
Niemand kommt auf mich zu und fragt, wollen wir Freunde sein. Derartiges hab ich die letzten 10 Jahre nicht erlebt. Es war immer ich, der deutliches Kontaktinteresse verbalisieren musste.

Ich würde so gern einmal mit jemandem sprechen, der mich einfach mag, mich umarmt und Freund mit mir ist. Mit dem ich einfach ich selbst sein kann, mit dem ich mein Selbst durch seines entdecken kann, ohne eine Rolle erfüllen zu müssen. Ich schaffe es nicht, solche Beziehungen aufzubauen, nicht im RL. Ich weiß gar nicht, wie das geht. Wie mensch zueinander findet und Freude an sich haben kann. In mir fühle ich, dass es möglich sein muss. Aber ich war immer nur allein. Mein Beitrag “Ich wünsche mir einen Freund” von letzten Februar trifft das noch immer auf den Kopf. Ich bin sehr einsam und es zermürbt mich.

Zu den Mädchen: Mir geht es nicht gut und das nimmt mensch wahr, zumindest unbewusst. Darauf angesprochen haben mich in den letzten Jahren nur sehr wenige, meist durch mein desorientiertes Verhalten nachdenklich gemacht, und ich bin ausgewichen.

Wenn du seltsam drauf bist und sie dann fragst, wollen sie nichts mit dir machen. “Ich find Dich cool”, “Ich find Dich inspirierend”, “Es macht Spaß mit Dir”, “Ich fühl mich gut mit Dir” – das führt alles zu nichts. Nie Zeit, wochenlang, monatelang; viel zu tun; nein, ich mag nicht mit Dir.
Ich fand das schlimm. Es hat mich wirklich verletzt. Ich hab mir immer Mühe gegeben.

Es ist eigentlich sehr simpel: Wenn du Mädchen fragst, ob sie was mit dir machen wollen und nicht selbstbewusst rüberkommst, wird die Antwort in den meisten Fällen nein sein. Deine Intention ist dabei egal; ob du einfach nur Freunde suchst, ob du sie inspirierend findest, ob sie dir helfen, mit dir besser klar zu kommen. Ich habe auch wenig Erfahrung mit Jungen, aber ich weiß, dass sie da gnädiger sind, wohl auch, weil sie die Situation selber kennen.
Wenn du irgendwie komisch bist und ein Mädchen dann fragst, dann bittest du sie um ein Date. Eine Strategie, die Falle zu vermeiden, wäre sofort klar zu stellen, dass es aber kein Date sein soll. Absolut kein Interesse, keine Sorge. – Aber ich will das nicht ausschließen, hey, weil ich hetero bin. Ich habe wahrscheinlich sowieso keine Chancen, aber ich will es nicht ausschließen, verdammt!

Tut mir leid, ich bin nicht schwul, können wir trotzdem Freunde sein? NEIN!
Ich leide darunter. Ich weiß auch nicht richtig, was ich will – eigentlich beides (ich glaube, das spüren sie), aber dafür sollte ich mich nicht schlecht fühlen, das ist normal, das will doch jeder. Mir macht es ein schlechtes Gewissen. Ich kann damit nicht umgehen und niemand gibt mir die Chance, damit umgehen zu lernen.

Mir fehlt das soziale Sprungbrett, eine Plattform, auf der man sich schon außerhalb von jedem Unterricht kennenlernen und abschätzen kann. Ich hab nichts. Ich bin dieser Computer-Mensch mit seinem Linux und ungeheurer unbrauchbarem IT-Kulturwissen, daheim.

Jetzt auf der Uni scheint es so weiter zu gehen. Der quantitative Neukontakt ist erheblich mehr geworden, aber die qualitative Nähe noch geringer. Mich macht das sehr traurig. Ich will nicht so allein sein.

Twitter für eine lakonische freie Welt

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Lange Zeit hielt ich mich vom Thema Microblogging zurück. Mir war ziemlich klar, dass wenn ich damit jetzt auch noch anfinge, ich mir eine weitere ›Web-Sucht‹ schaffen würde.

Auf die Idee des Microbloggings kam 2006 Twitter.com, ein Startup von unter anderem Evan Williams, ein Mitbegründer von Blogger.com. Die Idee ist so simpel wie komplex zu erklären: Ein Nutzer schreibt ›was er gerade tut‹ in ein Eingabefeld, hat dafür 140 Zeichen, und ›Freunde‹, die ihn auf Twitter abonniert haben, bekommen diese Zeile auf ihrer persönlichen Twitter-Seite angezeigt. Die Wenigsten schreiben wirklich davon, was sie gerade tun, sondern es sind eher ›in den Raum gepustete Bemerkungen‹, Kommentare und kleine Konversationen. Im Video Twitter in Plain English ist das auch noch mal sehr schön erklärt.
Weil das so alleine langweilig wäre, gibt es auch viele Desktop- und Mobilanwendungen, um auf die Twitter-API zuzugreifen und ›Tweets‹ zu lesen und zu verfassen. Will man auf einem Kommentar antworten, schreibt man den Nutzer mit @Name an, will man nichtöffentliche Direktbotschaften verschicken, schreibt man ein d Name und dahinter jeweils den Inhaltstext.
Wie es sich für ein Web 2.0-Angebot gehört, gibt es kurioserweise noch kein Geschäftsmodell. Twitter sagt zwar, sie hätten eines, das auf zusätzlichen Leistungen basiert, die bald eingeführt werden sollen, sagen aber noch nichts Konkretes.

Twitter ist also eine Mischung aus Chat und Gästebuch, Blog und SMS.
Auch wenn sich das so profan als unglaublich belanglos und öde anhört, ist man doch sehr schnell von der neuen Kommunikationsplattform fasziniert und kommt nicht mehr von ihr los. Beim Nutzen von Twitter bekommt man Einblick in die Privatsphäre und den Alltagsablauf von anderen Menschen und entwickelt dafür eine spezielle Form der Sozialkompetenz, beständiges Interesse für andere, kann sie in ihren Kompetenzfeldern um Hilfe zu bitten, entwickelt Einfühlungsvermögen, Respekt, ›Ambient Awareness‹ und fühlt sich allgemein weniger alleine. ;)

Nun, Twitter hat aber einen ganz großen Nachteil an sich: Es ist ein proprietäres, unfreies, in sich geschlossenes System. Heute spielt sich erneut ab, was vor ± 15 Jahren mit E-Mails war: Nutzer von AOL und CompuServe konnten nur Nutzern ihres eigenen Dienstes E-Mails schreiben, erst später wurde die Einschränkung aufgehoben.

Man macht sich also voll von Twitter, der Twitter-Software, der Twitter-API und von überhaupt den Servern des Unternehmens abhängig. Auch falls der, man ist geneigt, ihn Monopolist zu nennen, seine AGBs ändert und Dinge einbaut, wie beispielsweise von ICQ und Facebook vorgemacht, die dem Anbieter das Copyright (!!) an allen über das System versandten Botschaften einräumen, und er sich natürlich Zensurmöglichkeiten offenhält, ist man weiterhin an Twitter wegen all seinen Kontakten dort gebunden. Haargenau gleich übrigens bei ICQ, Skype und allen sozialen Netzwerken (kommt natürlich darauf an, bei welchem Anbieter das mit nationalen Recht vereinbar ist, in Deutschland etwa sind die Urheberrechte unübertragbar). Denkt auch an die ganz handgreiflichen Nachteile eines zentralisierten Systems: ›Vorprogrammierte‹ Server-Überlastungen, bei Twitter kommt das mehrmals täglich vor.
Das alles birgt eine große Gefahr in sich und widerstrebt mir persönlich als Open Source-Verfechter absolut.

Im Mai 2008 startete ich meinen Tumblelog wegen exakt dem Punkt, dass ich das zentralisierte Twitter nicht nutzen möchte.
An meinem Geburtstag im September schließlich gab ich mir selbst nach und verfiel den Freuden des Systems.

Keine drei Monate später, im frühen Januar 2009, stieß ich auf das Laconica-Projekt. Laconica scheint die Lösung für alle Zentralisierungs-, Vertrauens- und Kompatibilitätsprobleme zu sein, die mit Twitter bestehen. Zwar gibt es eine Reihe weiterer Twitter-Nachahmer, doch diese haben Laconica alle mindestens eines hinterher: Sie sind wieder geschlossene Systeme.
Das unter AGPL stehende freie Laconica wurde 2008 vom Kanadier Evan Prodromou mit genau diesem Ansatz entwickelt, eine Microblogging-Software zu schaffen, die dezentral wie das Chatprotokoll Jabber eingesetzt werden kann. Auf seiner Referenzinstallation (und derzeit noch der der größten) identi.ca kann ein Nutzer nicht nur Botschaften eines identi.ca-Nutzers abonnieren, sondern auch die eines jeden anderen Nutzers eines Anbieters einer Laconica-Installation. Etwa einmal im Monat gibt es ein Laconica-Update, die Weiterentwicklung ist also im vollen Gange. Auf Basis des gemeinsamen und im Rahmen des Projektes entwickelten OpenMicroBlogging-Protokolls, kann auch bereits eine kleine Anzahl anderer Microblogging-Systeme mit Laconica-Konten kommunizieren.
Die meist genutzten deutschsprachigen Installationen von Laconica sind bleeper.de und zwitscher.at, eine Liste mit allen Servern gibt es auf der Laconica-Projektseite.

Noch einige weitere interessante Funktionen, die Laconica von Twitter abheben:

  • XMPP/Jabber-Schnittstelle rein und raus für die ›Dents‹ (›Tweets‹)
  • SMS-Versand der Botschaften
  • OpenID-Authentifizierung (fakultativ)
  • Cross-Posting zu Twitter
  • integrierte Hashtags
  • Gruppen – ist man in einer, bekommt man alle Botschaften von anderen mit !Gruppenname vorangestellt zugeliefert und kann selber so an eine breite Interessensschafft z.B. interessante Links liefern
  • URL-Kürzung mit wählbarem Dienst
  • Mehrsprachige Oberfläche (!!)

Wie Twitter bietet auch Laconica eine API für Desktop- und Mobilanwendungen an, die schon einige ›Twitter-Clients‹ implementiert haben, man also wie aus einem Chat-Programm heraus schreiben und lesen kann.

Warum bringe ich den Artikel jetzt? Ich möchte die Menschen so schnell wie möglich auf die reale Twitter-Alternative aufmerksam machen. Es ist höchste Zeit und nun nötig, dass sich da etwas bewegt. Wir wollen keinen Monopolisten auf dem Gebiet Microblogging – die meisten ehemaligen strammen Twitter-Konkurrenten sind eingegangen, weil sie nur ihr geschlossenes Netz kannten und wenig Nutzer hatten.
Aktuell ist die ›Marktsituation‹ so: Auf Laconica treiben sich Tech-Geeks und Nerds herum, speziell aus dem Open Source-Umfeld. Auf Twitter sind Blogger, Podcaster, leider noch die allermeisten Geeks, und der ›Mainstream‹.

Wer (außer mir ;) ) noch großen Einfluss hat, sind Zeitungen. Viele bieten Twitter-Feeds und manchmal Twitter-Aktionen an. Auch die Betreiber von Gewinnspielen, bei denen man etwas über Twitter posten muss, um mitzumachen, wären ein gutes Vorbild für das Laconica-Rollout. Ich finde es sogar für diese ›Mächtigen‹ ein journalistisches und freiheitliches Armutszeugnis, nur einen Anbieter, und eben den geschlossenen zu unterstützen.

Dann sollten die ganzen Web-Twitter-Tools Laconica-Konten lernen irgendwie zu unterstützen. Diese Drittanbieterwerkzeuge für Twitter machen denke ich einen signifikanten Teil des Langzeitspaßes von Twitter aus.

Es muss jetzt etwas passieren. Facebook hat Twitters Kernfunkionalität auch schon als ›Status‹ kopiert und jetzt muss schnellstmöglich Laconica bekannt gemacht werden, ehe Facebook – und das tut es allen Ernstes hierzulande schon bei Über-40-Jährigen – auf dem Gebiet der Quasi-Standard wird – und vor einem Facebook als Microblogging-Monopolist habe ich noch sehr viel mehr Angst als vor Twitter.

Nun, die Technik ist da, die Seiten sind da, die Benutzer kommen langsam und ihr könnt neue begeistern! Schaut euch mal bleeper.de an, registriert euch, macht es euch profiltechnisch gemütlich und schaut ein wenig umher, wen ihr interessant findet zu ›connecten‹ und macht vor allem mehr Leute auf das Laconica-System aufmerksam. Microblogging ist keine Randgruppenerscheinung mehr und als solche darf es dafür nicht nur einen zentralen, proprietären und übermächtigen Anbieter geben!

Linkempfehlungen ;) :
Meiniges Bleeper-Profil
, Twitter-Profil und eine Podcast-Episode zum Thema vom Hackerfunk.

Update vom 10. September 2009:
Laconica wurde umbenannt zu Status.net. Man kann auf der gleichnamigen Seite eigene Status.net-Installationen anlegen, vom Prinzip her gleich wie WordPress-Installationen auf wordpress.com, oder sich die gesamte Software herunterladen und selbst installieren. Nicht verwirren lassen. Weiterhin gibt es natürlich Bleeper.de, Identi.ca und die anderen Laconica/Status.net-Seiten, da ändert sich überhaupt nichts.

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Und keiner soll was sagen.

Ausflug mit dem iPod in die Psychologie

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Heute führte uns der alljährliche Klassenausflug zu Beginn des neuen Schuljahres nach München in die Bavaria Filmstudios und anschließend in das Stadtzentrum zu einem einstündigen verkrüppeltem Schaut-euch-an-was-euch-gefällt, das zu einem Sucht-euch-so-schnell-wie-möglich-so-viel-wie-möglich-Nahrung,-denn-wir-werden-wieder-vier-Stunden-zurückfahren wurde.
Auf der Rückfahrt ist mir etwas sehr Spannendes passiert: Ich saß mit meinem iPod nano 3G auf meinem Sitzplatz und hörte meine Podcasts durch. Die Situation war ausgesprochen langweilig; daheim laufen die meisten Podcasts parallel zu anderen Dingen, die ich erledige, jetzt war ich also “unterfordert” (ja, ich kann Multitasking im Kopf). Wie so oft suchte ich also in den Einstellungen und den Extras nach einer Beschäftigung; die Spiele fesseln mich nicht, also blieb nicht viel mehr übrig als die Einstellungen der “Anzeigesperre”. – An diesem Punkt verließ mich mein Oberbewusstsein.
Ein paar Sekunden später schockte ich auf: Neben einem Schlosssymbol wurde eine Codeeingabe von mir verlangt. Fuck! Während die schon laufende Folge der Esel- und Teddy-Show lief, versuchte ich eine ganze gute Viertelstunde, durch Logik auf den Pin zu kommen. Ich probierte in den Nummernfeldern mehrere recht clevere Ideen aus, keine führte zum Erfolg. Ich war endgültig resigniert und gab für mich auf. – Mein Unterbewusstsein bevollmächtigte sich wieder mir – und Sekunden später war der iPod über den Code “0002″ wieder entsperrt. Wow. Wie konnte das sein?
Meine These: Ich schuf mir selber ein Problem zum Arbeiten, eine Herausforderung, die ich mit einem Erfolg brauche, um längerfristig mein Selbstbewusstsein und den Spaß an der Arbeit zu behalten, das kommt sicher vom Computer. Als ich oberbewusst aufgab, löste mein Unterbewusstsein die Aufgabe auf. Ich hatte sie nicht gelöst. Nicht mein unterfordertes Oberbewusstsein.

Ich komme darauf, weil es praktisch unmöglich ist, bewusst einen Pin einzurichten und ihn auch noch einmal korrekt zu bestätigen.
Das ist ein hochinteressanter psychologischer Akt, beinahe ein Paradoxon, zumindest eine Lücke im “System” (weil ich extrem analytisch denke), durch die man ein Stückchen “Wahrheit” strahlen sehen kann. Kann man daraus ableiten, dass wir uns alle Probleme durch uns erst selber machen und sie genauso wieder selbst schließen können und sollen? Dass das was wir tun und wie wir sind, unmittelbare Auswirkungen auf unsere uns gegenüber aufkommenden Konfrontationen hat, dass wir uns unsere “Gegner” selber bestimmen, oder dass sie uns folgerichtig zugeteilt werden, damit wir wieder “perfekt” werden können?

Stolz schrie ich den Erfolg im Omnibus einem Freund zu und fühlte mich erst einmal toll – bis mein Analytismus griff und ich verstand: Ich wollte mich wieder besser fühlen und erreichte das durch eine anstrengende und doch aussichtslose Aufgabe, die ich mir, wie ich sie mir selber gestellt hatte, wieder selber beantwortete und ich durch die lange hartnäckige Knobelei und dem letztendlichen Doch-Eureka ein süßes Sieges- und Erfolgsgefühl verspürte. Ein tiefenintelligenter Psychotrick, den wahrscheinlich so nicht viele Leute erkennen würden. Mann, bin ich krank.

Pro-Blogger Maxi bekommt Geschenke

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Wie putzig: Ein Brief, adressiert an Frumble201, mein Name in Zeile zwei. :D

Drinnen eine USB-LED-Lampe mit zurechtbiegbarem 36 cm-Arm und ein Schreiben, in dem ungewöhnlich und überraschend direkt darauf gekommen wird, dass die Lampe eine Form von Werbegeschenk ist. Der Absender und Intressenhaber, MonsterZeug.de, biete in seinem Online-Shop noch mehr von diesen Dingen an, die man nicht braucht, aber haben will und wo es “noch viel abgefahrenere und coolere Gadgets und Geschenke als die USB-Lampe” gäbe. Jau. ;)

Am Rande wird noch im Schreiben vorgeschlagen, ich könnte ja über meine Erfahrungen mit der Leuchte und MonsterZeug.de bloggen. Dass ich es auch tue, kommt nicht von Bringschuld, sondern weil ich die Idee, Blogger direkt anzuschreiben und dann sogar ihren Namen in die Anrede zu setzen und eine echte Unterschrift darunter zu zwirbeln, so authentisch finde. Den Backlink habt ihr euch verdient.^^

Die Seite ist wirklich ganz nett, solltet ihr mal drüber schauen. Da gibt es mehr als die USB-Raketenwerfer, viel mehr, also, die Seite ist genau genommen gefährlich. ;) Die zwei Wörter werden dort zwar nirgends in den Mund genommen, aber es ist ein Krempelladen für Geeks und Nerds. Ich schrieb mir mal das Sun Jar und Thinking Putty-Schleim auf meine Wunschliste (haha, aber die ist schon lange ;) ). Ach ja, einen 5%-Rabattgutschein auf meinen nächsten Kauf bekam ich auch noch obendrein, ist doch perfekt.
Die Lampe kann ich jetzt zwar so nicht direkt brauchen, weil ich selten mit einem Notebook arbeite, doch LEDs sollen ja lange halten. ;) Sie brennt auch am USB-Hub meiner iMac-Tastatur, vielleicht kommen ja mal dunkle Zeiten (will ich nicht hoffen, das hieße, der Bildschirm täte nicht mehr *hö*). ;) Aber bis ich den Thinking Putty-Schleim habe, kann ich mal das Kabel der Lampe missbrauchen. Die kostet übrigens auf der Seite 9,95€.
Sehr aufmerksam, danke!

Nachtrag vom 29. August 2008: Die Lampe macht sich nachts doch auch bei mir ganz chick, selbst wenn genug Licht wäre, so ein schräger Lichtstrahl quer über die Tastatur kommt echt cool.

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