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	<title>Frumble201 &#187; Berichte und Artikel</title>
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		<title>Best&#252;rzende moderne weibliche k&#246;rperliche Gesellschaftszw&#228;nge</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 21:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir fiel die letzten Jahre immer deutlicher an den M&#228;dchen meiner Klassenstufe auf, dass, je &#228;lter sie werden, dass da etwas mit ihren Beinen nicht stimmen kann. Sie wirken aus einem inneren Gef&#252;hl heraus irgendwie befremdlich unnat&#252;rlich. Dahinter stand kein gr&#246;&#223;eres L&#246;sungsinteresse und &#252;berhaupt waren die Beobachtungen eher unbewusst.
Nun, durch einen Zufall erlebte ich vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir fiel die letzten Jahre immer deutlicher an den M&#228;dchen meiner Klassenstufe auf, dass, je &#228;lter sie werden, dass da etwas mit ihren Beinen nicht stimmen kann. Sie wirken aus einem inneren Gef&#252;hl heraus irgendwie befremdlich unnat&#252;rlich. Dahinter stand kein gr&#246;&#223;eres L&#246;sungsinteresse und &#252;berhaupt waren die Beobachtungen eher unbewusst.</p>
<p>Nun, durch einen Zufall erlebte ich vor kurzem eine Szene, in der von Freundinnen &#252;ber andere M&#228;dchen und eines im Speziellen gel&#228;stert wurde, das sich die Beinhaare nicht rasiert: »Wu&#228;&#228;h! Wie unm&#246;glich!« &#8211; Beinhaare rasieren?!<br />
Das war es also, was nicht stimmte. Ich hatte es doch schon gef&#252;hlt&#8230;<br />
Das hat mich enorm schockiert. Diese M&#228;dchen diskriminierten sich also untereinander bei nichtrasierten Beinen. Ich hab mit offenem Mund gestaunt.</p>
<p>Ich war entsetzt, als mir aufging, wie lange meine Mitsch&#252;lerinnen das schon tun mussten: Schon Jahre bevor ich anfing, mir regelm&#228;&#223;ig meinen Bart zu rasieren.<br />
Ich dachte immer, das w&#252;chse so, beziehungsweise &#8220;in dem Alter&#8221; NOCH NICHT. Ich hatte eine obskure Vorstellung davon, dass die Beinhaare erst ab Anfang 30 bei Frauen beginnen zu wachsen, wie gesagt, ich hatte mir dar&#252;ber noch nie bewusst Gedanken gemacht.</p>
<p>Auf Nachfrage, wie sie das &#252;ber das Jahr &#252;ber hielten, erkl&#228;rte man mir in Eile, dass das &#8220;darauf ankommt, ob man &#8216;nen Freund hat&#8221;. Aber in wiefern, in welche Richtung? Erwarten das etwa sogar die Jungen in einer (k&#246;rperlichen?) Liebesbeziehung, und gilt es ganz abstrakt als wichtiger Attraktivit&#228;tspunkt? Oder aber braucht man gerodete Beinhaare nur, solange man noch keinen Freund hat, weil dieser dann vollstes Verst&#228;ndnis zeigt?<br />
Damit warf sich in mir die Frage auf, ob eine Beinglattrasur gar schon pers&#246;nliches Sch&#246;nheitsideal f&#252;r die Frauen geworden ist und nicht nur Konvention.</p>
<p>Das ist doch nur ein leichter Flaum, nicht so was wie bei M&#228;nnern!<br />
— Dabei f&#228;llt mir auf, dass ich eigentlich gar keine Vorstellung davon habe, wie junge Frauenbeine unrasiert aussehen. Nur aus Einsch&#228;tzung und Gef&#252;hl heraus glaube ich aber, es sind nicht so viel, es sind weniger und zartere Haare, und farbloser.</p>
<p>Was hier nat&#252;rlich aufkommen k&#246;nnte und das ich vorsorglich kl&#228;ren m&#246;chte: Ich bin nicht vom anderen Ufer. Ich hab keine Schwester, ich hab keine Freundinnen (hier), ich hab keine Freunde in der Gegend, mit denen ich besonders viel gemein h&#228;tte. &#220;ber solche, ich sage mal, weltlichen Dinge, kommt kaum einer (meiner Freunde) auf die Idee zu chatten, man spricht doch &#252;ber diesen Themenkomplex eher, wenn man real zusammensitzt. Meine Gespr&#228;che sind in der Regel bestimmt von Abstrakta und Theorie, nicht vom Auspacken von seltsamen Geschichten und Beobachtungen am anderen Geschlecht. Diese Sachverhalte nicht zu kennen und auch gr&#246;&#223;tenteils nicht die gegenw&#228;rtige &#8220;Kultur- und Sch&#246;nheitsempfindung&#8221; zu teilen, erkl&#228;ren sich somit durch meine vorwiegende Kommunikationsart und meinen Freundeskreis.</p>
<p>Bald kam ich, logisch erweiternd, auch noch auf ein ganz anderes Gebiet: Die Achseln. Mir schauderte es, als ich begriff, dass wie die Beinhaare wohl auch Frauen Achselhaare wachsen m&#252;ssen und &#8211; der Grund des Schauderns &#8211; allerorts absolut unbeanstandbare glatte Achselh&#246;hlen zeigen, was bedeuten muss, dass sie sie penibelst und akribisch in sehr h&#228;ufigen Abst&#228;nden rasieren und &#252;berpr&#252;fen m&#252;ssen, wovon ich aber noch nie sprechen geh&#246;rt habe. Man schweigt dar&#252;ber. DAS ist das Unheimliche!</p>
<p>Seit wann ist das schon so, seit wann ist das Pflicht, Mode, Norm? Ich erinnere mich noch d&#252;ster: Mitte der 90er konnte man noch viel &#246;fter Achselhaare bei Frauen sehen (erinnere mich nur allgemein, nicht, bei welcher Altersgruppe). Ich war zwar noch sehr jung, aber sagt mir, ist das Einbildung?</p>
<p>M&#228;nner k&#246;nnen mit Achselhaaren herumlaufen, ein bisschen sollen sie sogar, glaube ich, haben. Auch das scheint Frauen verboten zu sein, aber das ist noch ein bisschen nachvollziehbarer als das mit den Beinhaaren. (Schwei&#223; durch Arbeit → m&#228;nnlich; keine Schwei&#223;abf&#228;nger → &#8220;weiblicher&#8221;)</p>
<p>Dadurch separiert ihr euch noch mehr von den M&#228;nnern und steckt euch damit SELBER in ein konservatives Frauenbild hinein! Es ist antifeministisch!</p>
<p>Da man (- ich) nur perfekt rasierte Frauenachseln sieht, und da ich einsch&#228;tzen kann, wie schnell dort die Haare nachwachsen, muss ich doch annehmen, dass ihr sie <em>t&#228;glich</em> gen&#246;tigt seid zu rasieren. Hammer.</p>
<p>Bei manchen ist das &#228;u&#223;erst sexy, an vielen sieht es einfach nicht gut aus, haarlose Beine passen an ihnen nicht zum K&#246;rper (was &#252;berhaupt nichts mit Burschikosit&#228;t zu tun hat). Das sind die, an denen es dann auch besonders unnat&#252;rlich, befremdlich, falsch wirkt und an denen der gesellschaftliche Zwang am deutlichsten wird, durch den sie es dennoch tun.</p>
<p>Wenn ich die 90er nicht miterlebt h&#228;tte, und daheim nicht meine Mutter sehen w&#252;rde, die aus der Mitl&#228;uferzeit heraus ist, l&#228;ge das Denken nur allzu nahe, Frauen h&#228;tten keine Achselhaare! Eine perfekte Illusion da drau&#223;en, und ihr alle spielt mit!!<br />
Dass ich dachte, Frauenbeinhaare w&#252;chsen auch erst mit Anfang 30, ist genau das Selbe! Ich seh einfach keine unter diesem Alter mit Beinhaaren!</p>
<p>T&#228;glich die Achselhaare rasieren, das muss f&#252;r euch zum Tag geh&#246;ren wie Z&#228;hneputzen. Reizt das die Haut nicht irrsinnig? Nicht selten, wenn ich das mach, schneid ich mich dabei. Ich wei&#223; nicht, ob ich&#8217;s wirklich wissen will, welche Tricks und Apparaturen ihr daf&#252;r bem&#252;ht, damit das immer so aalglatt aussieht&#8230; Vielleicht habt ihr da ja ganz andere Haut, oder ihr seid auch gar nicht so perfekt und immer gr&#252;ndlich, aber habt dann &#8220;drau&#223;en&#8221; gro&#223;e Hemmungen, euch nat&#252;rlich zu bewegen, weil andere die W&#252;ndchen oder nichtrasierte (!!!) Stellen sehen k&#246;nnten, zieht euch dann auch f&#252;r diese Tage was Geschlosseneres an&#8230;</p>
<p>Je l&#228;nger ich &#252;ber dieses und &#228;hnliche Themen nachdenke, desto mehr Leid tut ihr mir.</p>
<p>Damit komm ich zur Frage: Macht ihr das auch so verbindlich wie Z&#228;hneputzen, oder seht ihr das an Wochenenden, in Ferien und Co. nicht doch etwas legerer? Geht es euch darum, in einer fest definierten Gruppe euren Status zu wahren (&#8220;Schulklasse&#8221;), oder wollt ihr auch &#8220;f&#252;r&#8221; Fremde auf der Stra&#223;e (in den Ferien z.B.) unbehaarte Achselh&#246;hlen und Beine haben? Wenn ja, <em>wof&#252;r</em>? Warum meinen denn so viele von euch, immer sexuell attraktiv sein zu m&#252;ssen (nach den Konventionen) und nicht nur einfach h&#252;bsch? Wo ist der Sinn dabei? Und hey, ihr seid M&#228;dchen, das H&#252;bschsein wird euch von der Natur schon viel leichter gemacht als uns; oder meint ihr nicht? Warum braucht&#8217;s da noch mehr?<br />
Damit erreicht ihr h&#246;chstens eine Penetration, nicht aber euren Traummanntyp, den ihr erhofft. Was also soll das? Es kommt mir vor, als w&#228;r die ganze Konvention von l&#252;sternen M&#228;nnern erdacht, und euch durch Gehirnw&#228;sche aufgezwungen!</p>
<p>Wie haltet ihr es, wenn ihr mehrere Tage das Haus nicht verlasst (Ferien; dabei schlie&#223; ich zwar von mir auf andere, aber mal angenommen)?<br />
Und &#252;berhaupt: Wie haltet ihr das im Winter, in der Jahreszeit, in der ihr &#252;berhaupt niemandem eure Beine und Achseln zeigen, geschweige denn Rechenschaft dar&#252;ber ablegen m&#252;sst?<br />
Eure Antworten auf diese Fragen, gerne differenziert, beantworten euch, ob ihr nur gezwungenerma&#223;en den aktuellen Sch&#246;nheitskonventionen folgt, um nicht ausgeschlossen zu werden, oder ob ihr sie als nat&#252;rlich empfindet. Ob ihr euch sch&#228;mt, wenn ihr nicht rasiert seid.</p>
<p>Ich spreche bei den Achselhaaren nicht von drei Zentimetern, ich spreche von noch &#228;sthetischen L&#228;ngen.<br />
Bei beidem nehme ich euch nicht ab, dass &#8220;die M&#228;nner das einfach so wollen&#8221;. Ihr k&#246;nnt euch sehr wohl gegen solchergestalten Anspr&#252;che wehren und sie ausschlagen. Nat&#252;rlich war das zu erst Hollywood, die Idee wurde bekannt, der Wunsch ge&#228;u&#223;ert, dann habt ihr euch alle angepasst und seid pariert.<br />
Welcher Trend soll als n&#228;chstes folgen? In welche bedingungslose Verzichtabh&#228;ngigkeit und falsche Tugend &#8211; denn nichts anderes ist das &#8211; soll euch das noch f&#252;hren?<br />
Nietzsche: »Nutzen der gro&#223;en Entsagung: Das N&#252;tzlichste an der gro&#223;en Entsagung ist, dass sie uns jenen Tugendstolz mitteilt, verm&#246;ge dessen wir von da an leicht viele kleine Entsagungen von uns erlangen.«<br />
Wir erschaffen eine neo-viktorianische Gesellschaft, aber diesmal gibt es keiner zu!</p>
<p>Ich empfinde es hier als angebracht, die Funktionen der Haare ins Ged&#228;chtnis zu rufen: Arm- und Beinhaare zum K&#228;lteschutz, popul&#228;rste &#220;berreste des Ganzk&#246;rperfells. Achsel- und Schamhaare: Schwei&#223;abnehmer &#8211; das sind beides Extremit&#228;tenendzonen, in denen viel Muskelarbeit und Reibung stattfindet.<br />
&#214;hm, ok. Weiter ausf&#252;hren, dass letztgenannte Regionen ohne wenigstens leichte Behaarung schnell sehr schwei&#223;ig werden, brauche ich wohl nicht. Und das der Schwei&#223; runterrillt und dann ernsthaft riecht, gro&#223;fl&#228;chig &#252;ber den K&#246;rper verteil. Oder doch&#8230;?<br />
Die Haare haben einen Sinn. Auch heute. Welche falsche Scham aus diesem durchdachten Prinzip baut ihr also daraus?</p>
<p>Wollt ihr wissen, wie ich meinen K&#246;rper zur&#252;ckweise? Ihr wollt es nicht, aber ich sag es euch trotzdem: Alle drei Monate lasse ich mir die Kopfhaare schneiden, etwa alle drei Wochen rasier ich mir die Schamhaare, alle zwei Wochen schneid ich mir die N&#228;gel, ebenso etwa alle zwei Wochen die Achselhaare, und auch etwa alle zwei Wochen die Brusthaare, wenn ich die Brust gerade lieber glatt habe; alle zwei bis drei Werktage rasiere ich meinen Bartwuchs, jeden Tag putz ich mir die Z&#228;hne. Punkt. Eventuell nicht repr&#228;sentativ f&#252;r einen Jungen, aber so sieht&#8217;s aus. Versteht aus diesem Standpunkt meinen Schock &#252;ber euren einvernehmlich selbstaufgestachelten K&#246;rperkult.<br />
Ich hab schon oft versucht, einen tieferen Sinn in eurer emsiger Besch&#228;ftigung und Auseinandersetzung mit eurem K&#246;rper (in allen Bereichen) zu finden, diese gro&#223;e K&#246;rperlichkeit und K&#246;rperkonzentriertheit, aber ich komme einfach auf keinen. Verzeiht, aber so m&#252;sste ich eigentlich denken, ihr seid so nieder materialistisch und objektizistisch und dabei paranoid untereinander. Und doch schwingt dabei etwas mit: Unterdr&#252;ckung durch den Mann und der Wille nach Freiheit, aber sogleich mit ihm, als sei es eine Miterscheinung, das Schaffen von Strukturen zum eigenen Ausgrenzen und Erschweren in seltsam diametraler Richtung gegen die Ann&#228;herung der eigenen Rechte hinauf zu jenen des Mannes.<br />
Das ist kein Emanzipationsproblem mehr, sondern ein ganz neuer Streit darum, was es hei&#223;t, eine Frau zu sein, aus euren Reihen. Vielleicht aus reaktion&#228;rer Angst, vielleicht w&#228;hrend der zunehmenden Emanzipation eine Suche nach wahrer Weiblichkeit, verleitet gestrandet im Materiellen, vielleicht sind auch gewisse Elemente so konstelliert, dass sie eine eigene Wettbewerbsordnung erschaffen, dass sie ein eigenes Funktionssystem aus sich heraus entwerfen m&#246;chten, aber schlie&#223;lich ist es eine Identit&#228;tskrise.</p>
<p>Auf mich wirkt euer Beinhaarumgang widernat&#252;rlich und befremdlich. Ich finde ihn &#252;bertrieben und neurotisch.<br />
Euren Achselhaarumgang finde ich schlicht schockierend. Zwar gebe ich zu, dass haarlose Achseln sexyer sind, ich kenne es aber auch nicht mehr anders. Macht es wieder sexy, <em>seid sexy</em> mit eurem Kopf, macht leichte Achselbehaarung wieder salonf&#228;hig, indem ihr sie im Kollektiv langsam wieder einf&#252;hrt und sanft erh&#246;ht &#8211; dann wird sie auch akzeptiert. Ein Tabubruch muss erfolgen! Behindert euer Positionsfortschreiten nicht selber, tretet ein f&#252;r eine zwangsfreie, <em>freie</em> Lebensgestaltung! Es ist h&#246;chste Zeit!</p>
<p><strong>Nachwort (26. September 2009)</strong><br />
Es wurde von einigen gefragt, was mich das Thema denn anginge, »schlie&#223;lich ist er kein M&#228;dchen«, das k&#246;nne mir doch vollkommen egal sein.<br />
Ihr tut mir einfach furchtbar Leid.</p>
<p>Wenn es mich doch nicht direkt selbst betrifft, so m&#246;chte ich zumindest, dass meine noch ungeborenen T&#246;chter einmal nicht in einer Welt unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen und Zw&#228;ngen werden leben m&#252;ssen.</p>
<p>Das Pl&#228;doyer ist sogar sehr eigenn&#252;tzig: Wenn ich als Mann dauerhaft neue Rechte erhalten m&#246;chte, die bisher den Frauen vorenthalten waren, muss es ein gerechtes Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern geben, sonst wird meine &#8220;Nahme von Rechten&#8221; immer argw&#246;hnisch be&#228;ugt werden; und *k&#246;rperliche* Zw&#228;nge sind dabei absolutes No-Go und unzuwirklich dem Ziel, so was darf es nicht geben.</p>
<p>Der K&#246;rper ist das Niederste, und Gedanken sind seinen Ideen, seinen Vorstellungen in gewisser Weise bedingt und unterworfen.<br />
Die Enthaarungspraxis und der gesellschaftliche k&#246;rperliche Zwang dahinter dient nur der Unterdr&#252;ckung und Unterwerfung; von den M&#228;nnern mehr oder weniger bewusst lanciert und in eure K&#246;pfe verpflanzt, um euch unfrei, &#8220;bewusstlos&#8221;, zu halten, ihnen &#8220;ungef&#228;hrlich&#8221;.<br />
Ihr m&#252;sst doch das erkennen, was hier mir euch gemacht wird! Ihr seid Sklaven der Vorstellungen der M&#228;nner, geschickt von ihnen in eure eigenen Ideale geschrieben!</p>
<p>Wenn ihr gar nicht das Bed&#252;rfnis habt, dagegen zu rebellieren, &#8211; das versteh ich voll! Aber denkt doch mal &#252;ber dieses System auf einer h&#246;heren Ebene nach, ihr werdet erkennen, wie es funktioniert; dass die &#8220;nat&#252;rliche Notwendigkeit&#8221; durch die Medien &#8211; und letztendlich dahinter den l&#252;sternen M&#228;nnerk&#246;pfen als Entscheidern, die eben genau so etwas sehen wollen &#8211; seit Jahren propagiert wird, bis ihr es tats&#228;chlich als Eigenschaft von &#8220;Weiblichkeit&#8221; annahmt, das ist fatal!!</p>
<p>Wenn ich hypothetisch mit einem M&#228;dchen den K&#246;rper tauschen w&#252;rde, ich w&#252;rde mich aktuell sehr bedr&#228;ngt, unter Zw&#228;ngen und Erwartungen und Idealen f&#252;hlen, nicht gleichberechtigt und von anderen bestimmt, befohlen und eingeschr&#228;nkt; das empf&#228;nde ich als h&#246;chst unangenehm.<br />
Das stelle ich mir schrecklich vor, ich empfinde ja schon alleine die geistige Unfreiheit, die nat&#252;rlich auch ich habe, als gro&#223;e Behinderung in meiner pers&#246;nlichen Auslebung und Entfaltung, dazu noch mehr k&#246;rperliche Zw&#228;nge, oh Gott! So wollte ich nicht leben! Das ist keine Freiheit!</p>
<p>Macht euch dessen bewusst, was mit euch <em>*getan wird*</em>, macht euch dessen bewusst, <em>*was ihr nicht d&#252;rft*</em>, was euch <em>*verhindert wird*</em>, was euch an Freiheit <em>*entgeht*</em>. Die Freiheit geh&#246;rt euch durch die Natur, sie wird euch genommen; ihr seid nicht Frauen, ihr seid <strong>*Menschen*</strong> und sie steht euch zu!</p>
<p>Dagegen m&#252;sst ihr was tun, echt. Mir ist v&#246;llig klar, dass ihr euch nicht trauen werdet, in Trotz auf einmal mit Bein- und Achselbehaarung herumzulaufen, w&#252;rde ich mich an eurer Stelle auch nicht.<br />
Das Thema muss diskutiert werden, es muss &#246;ffentlich gemacht werden und es muss zum &#246;ffentlichen Interesse werden &#8211; was es nat&#252;rlich unter jeder von euch schon sein sollte.<br />
Sprecht mit M&#228;nnern dar&#252;ber, nicht nur Partnern, sondern allgemein mit Freunden. Macht ihnen klar, wie ihr den Zw&#228;ngen unterworfen seid, und glaubt mir, die werden nachsichtiger damit werden und sein, als ihr selbst untereinander, die m&#246;chten euch helfen.<br />
Sprecht &#252;berhaupt mit so vielen Freundinnen und Freunden wie m&#246;glich dar&#252;ber, wenn ihr einen Blog habt, bloggt dar&#252;ber, stellt eure Situation dar. Das ist der Schritt hin zu ungehemmter Emp&#246;rung, Mut und schlie&#223;lich einer &#196;nderung, die gesellschaftlich akzeptiert wird.</p>
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		<title>Schule. Ein Leidensbericht.</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich entschlossen, meine Gef&#252;hle und Verfassung zur Schule in einen zweiten Beitrag zu ver&#246;ffentlichen, weil sie sonst dem objektiv angelegten ersten Teil seine Glaubhaftigkeit, St&#228;rke und Signifikanz n&#228;hmen und, wie ich finde, auch nicht dazugeh&#246;ren.
Warum ich das hier ver&#246;ffentliche, wei&#223; ich nicht genau. Ich wollte es in erster Linie in Selbsttherapie f&#252;r mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich entschlossen, meine Gef&#252;hle und Verfassung zur Schule in einen zweiten Beitrag zu ver&#246;ffentlichen, weil sie sonst dem objektiv angelegten ersten Teil seine Glaubhaftigkeit, St&#228;rke und Signifikanz n&#228;hmen und, wie ich finde, auch nicht dazugeh&#246;ren.<br />
Warum ich das hier ver&#246;ffentliche, wei&#223; ich nicht genau. Ich wollte es in erster Linie in Selbsttherapie f&#252;r mich herausarbeiten und wenn ich auf kein Ziel wie eine Blogver&#246;ffentlichung hinarbeite, w&#252;rde das nie fertig und niemals so ausformuliert, wie es jetzt geworden ist.</p>
<p>Die Schule ist f&#252;r mich ein einziges Drama.<br />
Was nun kommt, ist ein Streifzug durch die F&#228;cher, die mir am meisten Kummer bereiten. Doch wenn nicht explizit anders erw&#228;hnt, bedeutet ein hier aufgef&#252;hrtes Fach nicht, dass ich darin deshalb notisch schlecht w&#228;re.</p>
<p><em>Inhalt: Mathe, Englisch und Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde, Sport, Biologie, Bildende Kunst, Mein Biorhythmus, Teile meiner Hochsensibilit&#228;t, Stresskonsequenzen, Freunde, Selbstbewusstsein, Psyche, Das n&#228;chste Schuljahr, Schlussgedanken.</em></p>
<p><strong>Mathe</strong><br />
Ich wei&#223;, viele Leute, die mich kennen, erwarten das nicht von mir: Ich bin sauschlecht in Mathe.</p>
<p>Das Maximum, was ich w&#228;hrend der Stunde noch hinkriege, ist &#196;quivalenzumformung &#8211; und auch das nicht, wenn ich unverhofft aufgerufen werde.<br />
Ich habe w&#228;hrend den Stunden regelrechte Angstzust&#228;nde.<br />
Was ich gerne h&#228;tte, w&#228;re ein psychologisch beglaubigter Attest f&#252;r Mathe.<br />
Mein Denken ist eingefroren, mein ganzes Denken ist blockiert.<br />
Ich bin so kaputt, dass sogar meine Rechtschreibung katastrophal wird.</p>
<p>&#220;ber Mathe bin ich unter allen F&#228;chern am ungl&#252;cklichsten, hier ist der Leidensdruck am st&#228;rksten.</p>
<p>W&#228;hrend des Tafelabschreibens kann ich nichts lernen. Ich habe ja schon die gr&#246;&#223;te Not, diese Zahlen und W&#246;rter in H&#228;ppchen zu erfassen, zu behalten und zu kopieren. Und dann wird ja meistens auch nebenher noch weitererkl&#228;rt!</p>
<p>Das Fach ist hektisch. Ich bin <em>nur</em> angespannt.</p>
<p>Mir dr&#228;ngt sich Stunde um Stunde das Gef&#252;hl (oder: die Illusion) auf, ich w&#228;re hier in der Intelligenz s&#228;mtlichen Mitsch&#252;lern unterlegen. Dadurch ziehe ich mich erst recht in eine vermeintliche Schutzposition zur&#252;ck, mache mich ganz klein. Dazu kommen weiter unten noch beschriebene &#220;berreizungen der Umgebung.</p>
<p>Au&#223;erdem m&#246;chte ich immer originelle und kreative L&#246;sungen pr&#228;sentieren und das kann ich in Mathe nicht &#8211; weil ich nichts gelernt habe, weil ich darin nicht lernen *kann*. Aber ich M&#214;CHTE doch so gerne etwas darin lernen!</p>
<p>Sag ich was Falsches, deprimiert mich das die ganze Stunde (oder werde ich eben &#252;berraschend aufgerufen; ich sch&#228;me mich dann vor der ganzen Klasse).<br />
Mathe ist f&#252;r mich reine Berieselung und Hoffen, nicht aufgerufen zu werden.<br />
Fast nie kann ich w&#228;hrend Arbeitsphasen etwas mit den Aufgaben anfangen.</p>
<p>Schon immer musste ich den in der Schule eigentlich vermittelten Stoff in den naturwissenschaftlichen und sprachlichen F&#228;chern zu Hause nachholen, weil ich es in der Schule nicht auf die Reihe bekomme. Das ist schrecklich. Ich sitze ganze Stunden da, <em>m&#246;chte</em> etwas von dem dargereichten Stoff verstehen und behalten, aber kann es nicht.</p>
<p>Ich mache eigentlich nur kleine Fehler, aber die sind &#8220;mit gro&#223;er Wirkung&#8221; und es gibt in den seltensten F&#228;llen jemanden, der bereit ist, mir kurz zu helfen, weil jeder so auf sich konzentriert ist, weil alles so schnell geht. &#8211; Den Lehrer zu fragen, nat&#252;rlich, traue ich mich nicht.<br />
Die &#8220;gro&#223;en&#8221; Fehler sind bei mir eher die Ausnahme, viel mehr mache ich kleine, aus Unverst&#228;ndnis mit anderen Stoffbereichen zusammenh&#228;ngend, die ich einfach nicht (mehr) beherrsche.</p>
<p>&#220;brigens &#8211; das will ich noch klarstellen &#8211; streckenweise, vor mancher Arbeit, habe ich echten Spa&#223; an dieser Essenz der Rationalit&#228;t. Streckenweise meine ich auch, ich w&#252;rde Dinge schneller verstehen als meine Mitsch&#252;ler.<br />
Aber, die Einschr&#228;nkung die kommen muss, ich bin de facto in Mathematik so eine verlorene Seele, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe, jemals gleich wie die anderen dem aufeinanderfolgenden Stoff verstehen zu k&#246;nnen. Mir fehlen viele Grundlagen, Dinge, vor denen ich mich damals gesperrt habe aus Uneinsicht, bei denen ich heute sagen muss, h&#228;ttest du doch wenigstens diese Dinge damals richtig gelernt, dann w&#228;re dein Problem mit dem Fach heute ein partiell anderes. Selbst wenn ich diese Grundlagen nachlerne, f&#252;hle ich mich nicht sicher, f&#252;hle ich mich gegen&#252;ber den anderen minderwertig, glaube, dass die doch noch so viel mehr im Zusammenhang damit verstehen m&#252;ssten, dass ich so weit abgeschlagen bin, dass es sinnlos ist, dass ich nur verlieren kann.<br />
Mein Problem mit Mathe ist ein psychologisches.<br />
Mathelehrer glauben ja immer ganz selbstverst&#228;ndlich, etwa in Elterngespr&#228;chen, man m&#252;sse ja nur &#252;ben, um den Zustand zu &#228;ndern, und w&#228;re eben faul.</p>
<p>Ich habe schon gemerkt, dass ich nicht der Schlechteste bin. Den &#8220;anderen Schlechten&#8221; scheint ihre Lage aber nicht aufzufallen, sie nicht zu st&#246;ren, sie machen sogar oft vergn&#252;gt am Unterricht mit. Sie scheinen nicht zu bemerken, wie viele Zusammenh&#228;nge sie nicht erfasst haben, sie scheinen es nicht weiter mit sich in Verbindung zu setzen, nicht pers&#246;nlich zu nehmen.<br />
Ich sch&#228;me mich daf&#252;r, das selbe &#252;brigens in Franz&#246;sisch.</p>
<p>Ich bin keineswegs von der Mathematik &#252;berfordert, mich &#252;berfordert die Klasse.</p>
<p><strong>Englisch und Gemeinschaftskunde</strong><br />
Ich denke viel zu kompliziert und abstrakt und finde keine Worte daf&#252;r. Ich kann selten direkte, klare Gedankenwege kreieren.<br />
Bei vielen Fragen nehme ich dagegen die erwartete L&#246;sung schon als selbstverst&#228;ndlich an und suche auf dieser aufbauend krampfhaft mit meiner ganzen Kreativit&#228;t nach etwas &#8220;Mystischem&#8221;, was ich ebenso als selbstverst&#228;ndlich halte. So &#252;bersehe ich tonnenweise einfache, simple Antworten und &#228;rgere mich griesgr&#228;mig best&#228;ndig &#252;ber mich selbst.<br />
Und das, weil ich nicht in mir ruhe, weil ich mich unfrei f&#252;hle, bedr&#228;ngt, bedroht.</p>
<p><strong>Gemeinschaftskunde (</strong><strong></strong><strong>„</strong><strong>Politik</strong><strong>“</strong><strong>)</strong><br />
W&#228;re es nur der Stoff, w&#228;r ich besser. Es gibt jede Stunde dumme Witze, &#8220;soziale Verh&#228;ltnisse&#8221; in einer Art, der ich abgeneigt gegen&#252;berstehe, durch die ich genervt bin, sie gefallen mir nicht, ich f&#252;hle mich unwohl, nicht dazugeh&#246;rend und ich blocke ab; versuche zwar, den Stoff trotzdem noch an mich ranzulassen, aber das ist verdammt schwer; es wird sehr viel geschrien, es gibt sehr viel L&#228;rm.<br />
Ich bin au&#223;erordentlich interessiert an dem Stoff, aber hier wird es mir wirklich richtig, richtig schwer gemacht, auch nur zu Konzentration zu finden und nicht gleich f&#252;r mich das gesamte Fach hinzuschmei&#223;en.</p>
<p><strong>Sport</strong><br />
Ich bin die gegenseitigen Anschuldigungen der Jungen der Homosexualit&#228;t Leid. So was von.</p>
<p>Mir tut nach jeder Stunde Irgendetwas weh, nicht, weil ich unbedingt etwas falsch gemacht h&#228;tte, sondern weil ich (meistens) b&#246;sartig mit B&#228;llen beworfen werde, oder sonstige Sp&#228;&#223;e ertragen muss. Sport haben wir zusammen mit einer Parallelklasse und summa summarum kommt da ein ordentlicher Haufen Proleten zusammen, die sich in einem Fach &#252;ber k&#246;rperliche Kondition sehr wohl f&#252;hlen.</p>
<p>In den Kabinen herrscht eine unzumutbare Luft, verpestet durch unz&#228;hlige Deos und &#8220;Bel&#252;ftungsaktionen&#8221; mit dem Wandf&#246;hn (!!). Auch in der Turnhalle west schreckliche Luft dahin; dazu der eklige schmutzige Boden (Popels?).</p>
<p>Ich bin durch einen Spielunfall als Kleinkind auf dem rechten Auge blind und habe somit kein direktes optisches 3D-Sehen, ich muss alles sch&#228;tzen aus Erfahrung.<br />
Darum brauche ich l&#228;nger; ich hasse B&#228;lle, ich hasse Ballspiele, ich hasse Aufgaben mit Anlaufen, ich hasse sie alle.</p>
<p><strong>Biologie</strong><br />
Ich denke mit Absicht an das Schwierigste, ich m&#246;chte dem Lehrer nicht zuspielen und irgendwie versuche ich immer den schwierigsten Weg, um mir selbst etwas zu beweisen. Es ist sehr lange her, als ich das letzte Mal in Biologie eine geniale Assoziationskette hatte, dabei ist das ja eigentlich das, mit dem ich mir gefalle und was ich von mir erwarte.<br />
Ich kann nicht frei denken, bin nicht kreativ.<br />
Analog zu Englisch und Gemeinschaftskunde fehlen mir, zumindest, wenn ich etwas vor der Klasse sag, auf einmal alle Fachausdr&#252;cke.</p>
<p><strong>Bildende Kunst</strong><br />
Seit Jahren habe ich darin nichts mehr geschaffen, worauf ich stolz gewesen w&#228;re. In keinem anderen Fach sch&#228;me ich mich so wie in BK (gerechtfertigt zu dem, was die besten anderen kreieren). Und denke, ich kann das doch viel, viel besser. Meine zu Hause zweifelsohne in &#220;berma&#223;en vorhandene Kreativit&#228;t ist in der Schule geradezu eingefroren, chronisch in BK.</p>
<p>——</p>
<p><strong>Mein Biorhythmus</strong><br />
Mein Biorhythmus ist eine Ausnahme &#8211; ich erreiche meine h&#246;chste Leistungst&#228;rke von 21:00 Uhr bis 03:00 Uhr. Um die Uhrzeit 02-03 Uhr +-1 h bin ich auf meinem kognitiven H&#246;hepunkt. Es ist einfach so. Ich sp&#252;re das immer wieder an Wochenenden und in Ferien.<br />
Morgens ist &#252;berhaupt nicht meine Zeit. Selbst wenn ich mal ausgeschlafen bin. Ich kann mit den Vormittagen kognitiv nicht so viel anfangen.</p>
<p>Da ich durch meinen Biorhythmus sehr schlecht nachts einschlafe &#8211; ich schlafe verst&#228;ndlicherweise &#228;u&#223;erst widerwillig zu der Zeit ein, zu der ich mich am leistungsf&#228;higsten f&#252;hle &#8211; bin ich meistens in der Schule recht m&#252;de.<br />
Dazu kommt noch eine, gerade durch den Schlafmangel beg&#252;nstigte, schwache Blase. Es ist grauenhaft.</p>
<p><strong>Teile meiner Hochsensibilit&#228;t</strong><br />
Ich bin <a href="http://www.festland-verlag.com/zb/2/2.1.htm">hochsensibel</a>, und in der Schule wird meine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t">Reizgrenze</a> &#252;berschritten. Es ist &#228;u&#223;erst unangenehm.</p>
<p>Es geht dort hektisch zu, ich bin unter vielen Sch&#252;lern mit unterschiedlichsten Emotionen, die ich allesamt unbewusst beobachte und analysiere, dann der Zeitdruck aus dem Unterricht&#8230;<br />
Ich habe jeden Tag Angst vor der Schule.<br />
Die Schule sch&#252;chtert mich ein, durch verlangte und im von den meisten erbrachte &#8220;Disziplin des Funktionierens&#8221;, durch ein K&#246;nnen, das ich nicht habe.</p>
<p>Ich kann effektiv und gr&#252;ndlich lernen, aber beim Stress, der von au&#223;en, nicht von mir, kommt, bin ich blockiert. Ich lerne gerne etwas f&#252;r die Schule, kann es aber nicht unter diesem Stress. Ich leide sehr darunter.<br />
Im ersten Schuljahreshalbjahr von September bis Februar ist das immer am schlimmsten, danach wird alles etwas lockerer.</p>
<p>Ich brauche Besinnlichkeit, ich brauche Ruhe, ich brauche Zeit f&#252;r mich. Ich scheine vollkommen inkompatibel zu diesem Modell von Schule zu sein.</p>
<p>Wie meine Deutschlehrerin in der 9. Klasse vor der Tafel erkl&#228;rte: In subtilen Anspielungen bin ich der absolute Meister, da kommt keiner an mich ran.<br />
Das bedeutet auch, dass jedes Wort, jede Formulierung in mich mit einer viel enormeren Gewalt einschl&#228;gt, mehr Nerven ber&#252;hrt, mehr wehtut oder mehr erheitert (ich lache oft &#252;ber &#8220;ganz banale&#8221; Formulierungen). Das ist Teil der Hochsensibilit&#228;t.<br />
In einem Satz, den ich in der Schule sage, zerrei&#223;t es mich innerlich schier an der Entscheidungsfindung, wie er zu formulieren w&#228;re, um entweder ganz spezielle subtile Anspielungen hervorzurufen oder bei allen, bei denen es mir darauf ankommt &#8211; und das ist so irre schwer &#8211; keine aufkommen zu lassen. Dabei kann ich noch nicht mal wirklich gut verbal sprechen und formulieren, ich konnte das nie lernen.</p>
<p>Wenn wir etwas lesen oder besprechen, kommen mir, habe ich den Eindruck, viel mehr Gedanken aus den skurrilsten Herleitungen, als anderen. Vor allem Bilder kommen mir in den Sinn und &#252;bergeordnete Zusammenh&#228;nge versuche ich durch h&#228;ndisches Aufeinanderzubewegen der verschiedenen Fakten und Drehen der Ansichtsweisen zu entdecken.<br />
Andere k&#246;nnen sich einfach auf die Fakten, so wie sie sind, konzentrieren, sie hinnehmen, lernen &#8211; und anwenden. Ich nicht.<br />
Und ist eine Frage offiziell aufgel&#246;st, h&#228;ngt in mir immer noch ein Nachbild meiner Konstruktion meiner Gedanken zu der Frage auf den Liedern, und ich habe die gr&#246;&#223;te M&#252;he, meine eigenen Gedanken als offenbar ›falsch‹, unpassend und unwesentlich zu akzeptieren und zu verwerfen. Spricht der Lehrer weiter, m&#246;chte ich am Liebsten weiter auf meinen eigenen Gedanken aufbauen &#8211; was mich nach k&#252;rzester Zeit wieder aus dem Verst&#228;ndnis wirft.</p>
<p><strong>Stresskonsequenzen</strong><br />
Ich f&#252;hle mich wirklich richtig unwohl.<br />
Unter den Schulbedingungen kann ich mich nicht vern&#252;nftig konzentrieren.<br />
Ich kann einen Lehrer nicht etwas fragen, nicht mal in den mir angenehmeren F&#228;chern, und mich naher noch genau an seine Antwort erinnern. Es geht nicht.</p>
<p>Ich wei&#223;, dass ihr jetzt denkt: »Haha, es sind nat&#252;rlich immer die Anderen!«, doch ich bin mir meiner Situation absolut bewusst und ja, es sind die anderen. Doch nicht so, dass sie einfach schlimm w&#228;ren. Es bin ich in Beziehung zu diesen anderen.<br />
Ich werde erdr&#252;ckt von Gedankeng&#228;ngen, die ich zu ber&#252;cksichtigen habe, ich wei&#223; zu viel &#252;ber die anderen, habe sie schon zu tief analysiert, und will (muss) immer fortsetzen darin.<br />
Ich habe mit ein paar wenigen tiefeinschneidende Erlebnisse und ein Traum gehabt (ja, das Wort ist mit Bedacht gew&#228;hlt). Das sind momentan gewaltige (und bitte nicht zu untersch&#228;tzende) Energien in mir, die in die Bew&#228;ltigung hineinflie&#223;en, in die Umschiffung von Problemhafen, in skurrile Fantasien, es wieder umzuschlagen; und daneben Scham, gro&#223;e Scham.<br />
All das bildet ein Konglomerat aus entgegengesetzten Gef&#252;hlen, das ich selber nicht ergr&#252;nden kann. Es stellt auf jeden Fall eine schwere Last auf mir dar, immer wenn ich in dieser Klasse bin.</p>
<p>So viel Pein, so viel zu ber&#252;cksichtigen, so eine Belastung! Das macht mich kaputt! Nach der Schule bin ich immer emotional total fertig und habe so viele Eindr&#252;cke gesammelt, dass ich Stunden brauche, um wieder zu <em>mir</em> zu kommen. Ich habe den Eindruck, ein Schultag stresst mich so sehr wie andere ein hohes Pensumlimit in einem Beruf. Ich bin danach deutlich kaputter, als wenn ich daheim lange lerne oder Nachrichten lese.</p>
<p>Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie es ist, den Kopf ganz frei zu haben und sich vollkommen auf den Stoff und sich konzentrieren zu k&#246;nnen. Es muss wunderbar sein. Es muss eine Wonne sein. Das reine, pure Verst&#228;ndnis muss zu Erkenntnissen f&#252;hren.<br />
Das dr&#252;ckt ein Bild davon aus, was ich unter Schule und Lernen begreife (bis auf die Wonne) &#8211; und wovon ich so weit in meinem Empfinden und Kummer entfernt bin.</p>
<p><strong>Freunde</strong><br />
Seit jetzt zwei Jahren, als mein damals bester Freund von der Schule ging und seit nun einem Jahr, seit ich ein anderes besch&#228;mendes und angstmachendes Problem mit wem in der Klasse habe, f&#252;hle ich mich ganz allein. Niemand, den ich interessant finde, interessiert sich seitdem noch von sich aus f&#252;r mich, ich kann die gr&#246;&#223;ten St&#246;rungen und Unwohlheiten zeigen, niemand spricht mich darauf an.<br />
Ich m&#246;chte am liebsten da nicht mehr hin!</p>
<p>Dieses Jahr verlassen insbesondere zwei Mitsch&#252;ler die Klasse, die sehr gest&#246;rt haben, ja, aber die in ihren Gebieten auch tolle Kameraden waren. Ohne sie werde ich mich wieder ein St&#252;ck einsamer f&#252;hlen.</p>
<p>In den gro&#223;en Pausen streife ich ziellos durchs Erdgeschoss und den Schulhof. Mir ist langweilig, wenn nicht gerade sch&#246;nes Wetter ist, w&#252;nsche ich mir so schnell wie m&#246;glich ein Ende der Pause herbei. An den oberfl&#228;chlichen, egofr&#246;hnenden Gespr&#228;chen, die meine Klassenkameraden in der Zeit untereinander f&#252;hren, kann ich nichts finden.<br />
Auch in den Pausen f&#252;hl ich mich schlecht, bedr&#252;ckt. W&#252;rde ich als externer Beobachter mal meinen ungl&#252;cklichen Pausengang beobachten, ich w&#252;rde wahrscheinlich &#252;ber meine Einsamkeit weinen.</p>
<p><strong>Selbstbewusstsein</strong><br />
Selbstbewusst _ <em>sein</em> hei&#223;t, sich trauen, selbst zu denken. Das tue ich in einigen F&#228;chern nicht.<br />
Ich kann mich nicht nur auf mich konzentrieren, nicht einfach sein.</p>
<p>Ich denke bei und w&#228;hrend <em>allem</em>, was ich f&#252;r die Schule tu, in erster Linie an die anderen. Es als alleiniges Vergleichen zu erkl&#228;ren, w&#252;rde dem nicht gerecht werden. Ich habe viel Angst und verstehe die anderen nicht. Verstehe ihr Bewusstsein nicht, das sich offenbar so stark von meinem unterscheidet.</p>
<p>Die anderen scheinen fast ausschlie&#223;lich in sich zu ruhen, anstatt &#252;ber alles um sie herum nachzudenken, ihrem Ego zu fr&#246;nen (das ich praktisch &#8220;nicht habe&#8221;). Das Schockierende ist, dass sie trotzdem weiterkommen. Sie machen viel falsch, aber durch eine spezielle gesellschaftliche Dynamik, die zuversichtlich ist, dass dazugelernt wird, werden sie in ihren Gruppen sogar noch unterst&#252;tzt, wird ihnen verziehen, wird ihrem Ego gehuldigt (!!).</p>
<p>Ich glaube in dieser Klasse immer, mich verteidigen oder rechtfertigen zu m&#252;ssen.<br />
Ich bin in der Schule zu 80% eingesch&#252;chtert.<br />
Die einzige Zeit des Jahres, in der ich in meinem reinen Bewusstsein sein kann, wirklich zu mir selbst finden kann, sind die Sommerferien, kleinere Ferien reichen nicht aus, nur die Sommerferien, weil das so viel Zeit ist, dass ich wirklich vergesse und durch die anderen nicht verunsichert werde, nicht bedr&#252;ckt bin, alleine in mich schauen kann.<br />
Dabei werde ich klarer und meine Intelligenz legt sich frei, die sich zur Schulzeit unter Zw&#228;ngen und starren Anforderungen verkriecht.<br />
Ich schreie dagegen an: Ich m&#246;chte meine Intelligenz nutzen k&#246;nnen!!<br />
Das ist, warum ich die Schule hasse, oder genauer: Ich habe Furcht vor ihr!</p>
<p>Mir wird eingeschlossen damit das Assoziieren erschwert &#8211; das bedr&#252;ckende Unterlegenheitsgef&#252;hl und der st&#228;ndige Pessimismus weitet sich auch auf meinen au&#223;erschulischen Privatbereich aus.</p>
<p>Wenn ich mich eh schon eingesch&#252;chtert f&#252;hle, tu ich mir noch schwerer, mit dem Eindr&#252;ckebeschr&#228;nken → bin unsicher, schwach, verletzbar von au&#223;en, &#8220;ablenkbar&#8221;.</p>
<p>Ich seh nicht, was ich kann, ich seh nur, was ich nicht kann und wie schlecht ich in der Schule bin. Ich k&#246;nnte auch niemals auf einem Schulfest feiern, ich habe nichts zu feiern, das ist mir jede Minute in der Institution im Bewusstsein. Ich bin so viel schlechter, als ich sein k&#246;nnte.</p>
<p>Ich erinnere mich an viele angesammelte peinliche, schamvolle Momente der Vergangenheit. Ich kann kaum &#252;ber sie hinwegsehen, sie setzen mich in meinem Selbstwert noch immer herab.</p>
<p>Auff&#228;llig ist auch, dass die anderen schneller von der Tafel abschreiben. Ich schreibe nicht langsamer als sie, und so f&#252;hre ich das darauf zur&#252;ck, dass sie sich mehr W&#246;rter oder Elemente am St&#252;ck beim Hinschauen auf die Tafel merken als ich. In F&#228;chern, in denen ich mich wohl f&#252;hle, bin ich nicht unter den Langsamsten. Also hat auch das etwas mit dem Selbstbewusstsein und Wohlbehagen zu tun.</p>
<p>Ich bin eh schon deprimiert &#252;ber meine Leistungen und das geht mir an den Selbstwert, soweit, dass ich mir in bestimmten F&#228;chern nur Minimales im Kurzzeit- wie im Langzeitged&#228;chtnis behalten kann.<br />
Ich bin in mir unwohlen F&#228;chern in einem neuen Thema ab dem Punkt schlecht, an dem vorhin erw&#228;hntes Wissen ganz exakt und vom Lehrer als nat&#252;rlich vorhanden-vorausgesetzt angenommen wird. Ich wei&#223;, dass da noch etwas war, aber kann mich nicht mehr genau entsinnen. Ich schaue scheu und best&#252;rzt um mich herum &#8211; dabei wird die Klassen-Kamera zur Hauptkamera und ich halte die Lehrerkamera kaum noch aus. Ich bin so deprimiert &#252;ber mich, dass ich in mir zusammensacke, mir Vorw&#252;rfe mache, tief traurig bin und dem Lehrer nur noch ein »Ja, red Du nur, ich komme ja eh nicht mit!« zudenken kann.<br />
Da dies Erfahrung ist, verkr&#252;ppelte das mein Selbstbewusstsein so sehr, dass ich es kaum noch wage zu versuchen, mitzukommen. Alleine der Versuch ist ein Kampf gegen meine Erfahrung und mein kaputtes Selbstbewusstsein, bei dem ich, wenn ich einmal Oberhand gewinne, immer noch die Stimme h&#246;re: »Es bringt nichts, Du wei&#223;t es, gleich hast du wieder versagt.« &#8211; Womit ich fr&#252;her oder sp&#228;ter dann auch wieder den Anschluss verliere.</p>
<p><strong>Psyche</strong><br />
Wenn ich nur an die Schule denk, werd ich schon nerv&#246;s und mein Denken entgleitet mir.<br />
Alleine die Vorstellung, mit meinen Mitsch&#252;lern zusammen sein zu m&#252;ssen, l&#246;st das schon aus. Wie beim Schreiben dieses Textes: Ich denke nur an die Schule und beginne zu Schwitzen und meine Gedankeng&#228;nge werden durcheinander und hektisch.</p>
<p>&#196;u&#223;erst perplex bin ich &#252;ber die jahrelang gemachte Beobachtung, dass ein Gro&#223;teil meiner Klasse keine Moral besitzt; ich denke mir, wie kann man nur so sein. Sie kennen keine Grenzen, keine Werte, sind egoistisch, kennen keinen Anstand. Und doch funktioniert das Klassengef&#252;ge unter ihnen irgendwie. Aber ich kann doch nicht mit solchen unzuverl&#228;ssigen Menschen (Morallosigkeit: Nichteinhalten von menschnat&#252;rlichen Werten) gl&#252;cklich (theoretisch) in einer Klasse sein, ich hab immer Furcht vor ihren n&#228;chsten unberechenbaren Aktionen. &#8220;Perplex&#8221; trifft das wirklich am besten, ich kann ihre Art auf keiner Ebene verstehen und bin immer wieder &#252;berrascht, wie r&#252;cksichtslos sie sich verhalten. Verstehe auch nicht, warum das so gut bei dem Rest ankommt. Ich halte es f&#252;r gesellschaftssch&#228;ndigend falsch.</p>
<p>Was ich vor allem in der Schule br&#228;uchte, w&#228;re wieder unter Gleichaltrigen zu sein, was leider unm&#246;glich ist. Ich f&#252;hle mich immer an einer losen Leine au&#223;erhalb der Klasse, die an gespannter Leine kollektiv nach vorne zieht. Ich habe keine F&#252;hrung. In sehr vielen bin ich denen voraus, in anderen anscheinend Jahre hinterher, es ist unvereinbar (im Denkhorizont, in der Gef&#252;hls- und Emotionswelt weeeit voraus, in allem Nachau&#223;entragendem hinterher).<br />
Das ist gerade so wichtig, weil ich eigentlich nur w&#228;hrend der Schule im realen Kontakt mit Menschen bin. Ich bin total unsicher, weil ich mich nur dort unter welchen erlebe, und dabei so schlecht in allem Nachau&#223;entragendem.</p>
<p>Im Gef&#252;hlsbereich k&#246;nnen die anderen mir nichts Neues mehr beibringen, und so fehlt mir eine Orientierung nach vorne. Ich wei&#223; nicht mehr, wie es ist, emotional gefordert zu sein. Ich bin nie real unter Gleichaltrigen. Das hei&#223;t f&#252;r mich, ich muss mir selber Ideale suchen &#8211; Ideale, nicht Idole. Und das hei&#223;t, ich verhalte mich etwas &#8220;weltfremd&#8221;. Und das hei&#223;t auch, dass ich dann erst recht unsicher werde, weil ich nie sagen kann, wie sich Gleichaltrige verhalten w&#252;rden, was sie denken w&#252;rden, wie sie abstrakte Visionen umsetzen w&#252;rden; ich f&#252;hle mich ausgeschlossen, separiert und ungleich.<br />
Ich sch&#228;me mich daf&#252;r, mit 18 in die 11. Klasse zu kommen und mit so jungen Mitsch&#252;lern zusammen zu sein. Die 3. Klasse freiwillig zu wiederholen, weil ich auf eine andere Schule gewechselt bin, <em>war einer der gr&#246;&#223;ten Fehler meines Lebens</em>.</p>
<p>Ich denke dauernd, ich habe den Gleichaltrigen so viel hinterher, sie haben schon so viel mehr Stoff als ich gelernt, haben schon viel mehr erlebt, sind ein Jahr eher mit der Schule fertig, ich denke immer daran, wenn ich welche sehe und wenn ich mit welchen kommuniziere.<br />
Ich seh meine Gleichaltrigen vor mir schon ein Jahr weiter in der Schule, schon viel weiter im Stoff, schon viel mehr hinter sich gebracht, Dinge, die ich noch nicht verstehe, mit denen ich mich noch abqu&#228;len werde, sie sind viel weiter. Das macht mich fertig und bringt mich bis zum Weinen.</p>
<p>Es gibt in meiner Klasse Leute, die mir in logischen Gedankeng&#228;ngen recht &#228;hnlich sind, zwar in ihrer Leistungsf&#228;higkeit arg unterlegen, aber sie sind bedeutend besser auf den Gebieten Verbalformulierung, Selbstbewusstsein, Sozzeln [= soziale Geschicklichkeit, Sympathie bei anderen erweckend]; davon gibt es in meiner Klasse einige. Alles in allem f&#252;hrt das dazu, dass ich mich minderwertig f&#252;hle, ich mit meinem Nachau&#223;entragenden nicht gegen diese anderen ankomme, dann auch nat&#252;rlich im Denken schlechter und schlie&#223;lich depressiv werde.<br />
Aus Entt&#228;uschung &#252;ber etwa meine Formulierf&#228;higkeiten, kann ich mich immer &#246;fter beobachten, wie ich mich einfach wie die anderen ohne Bedacht im Sprechen gehen lasse. Daf&#252;r verachte ich mich dann so richtig.</p>
<p>Ich bin lernwillig, aber ich kann in der Schule nichts lernen. (Viele sind ja nicht lernwillig. Ich dagegen bin im Grunde sehr motiviert.)<br />
Ich st&#246;re nie den Unterricht, weil ich etwas ›langweilig‹ oder ›unverst&#228;ndlich‹ f&#228;nde, eher noch habe ich dann meist Respekt vor einem Thema, halte mich zur&#252;ck, beobachte, und bin nur noch &#252;ber mich selbst deprimiert.</p>
<p>Ich habe einen sehr hohen Selbstanspruch. Mir reicht es nicht, &#8220;gut&#8221; zu sein, ich will immer &#8220;au&#223;ergew&#246;hnlich&#8221; sein. Ich will nicht besser sein als die anderen, sondern ich sehe es irgendwie als ganz &#8220;nat&#252;rlich&#8221;, als meine &#8220;Bestimmung&#8221;, an der Spitze zu sein. Das ist vielleicht sehr arrogant formuliert, ich meine es aber nicht arrogant. Ich will perfekt sein, es ist triebhaft, zwanghaft. Ich f&#252;hle mich immer ungen&#252;gend, wenn ich nicht perfekt bin, jeder Fehler setzt mir zu, mehr als anderen. Dazu kommt Angst vor Blosstellung.<br />
Wenn ich in der Schule von so vielen Eindr&#252;cken und analytischen Gedanken abgelenkt und besch&#228;ftigt werde, dann kann ich das unm&#246;glich halten &#8211; ich konnte es nie halten &#8211; und verfalle in Depression und gestehe mir kaum noch Selbst<em>wert</em> zu &#8211; der Rest schafft es ja!</p>
<p>Wenn ich die Hausaufgaben nicht gewissenhaft erledige, h&#228;ngt das w&#228;hrend des Unterrichts oftmals tonnenschwer an meinem Selbstbewusstsein und ich f&#252;hle mich gar nicht mehr <em>w&#252;rdig</em>, das Wissen w&#228;hrend der Stunde aufzunehmen.</p>
<p>Wenn ein Lehrer spricht, von mir sehr sympathischen Lehrern und mich pers&#246;nlich brennend interessierenden Themen abgesehen, bebt in mir der Widerstand gegen diese Einrichtung, gegen das System, gegen den verlogenen Zwang.<br />
Ich bin vielleicht so ein radikaler Schulkritiker einer speziellen Art, dass ich sie nicht bewusst verweigere, sondern mir selbst die Teilnahme &#8220;verbiete&#8221;, wer wei&#223;.</p>
<p>Ich k&#246;nnte mir gut vorstellen, mir allen Stoff selbst, daheim, beizubringen; ohne Privatlehrer, vielleicht mit Ansprechlehrer. Aber leider ist das &#8220;Unschooling&#8221; in Deutschland, anders als in vielen Nachbarl&#228;ndern, nur in absoluten gesundheitlichen Ausnahmef&#228;llen m&#246;glich.</p>
<p>Das mag ein kolossal subjektiv falsches Fehlgef&#252;hl sein, aber ich habe den Eindruck, dass ich in ein, zwei Parallelklassen sehr viel besser hineinpassen w&#252;rde, als in meine momentane. Dass ich mich dort betr&#228;chtlich wohler f&#252;hlen w&#252;rde. Dass die Leute dort mich besser verstehen k&#246;nnten, und seien es auch nur die M&#228;dchen.<br />
Unsere Klasse wurde nicht geteilt. Ich Idiot musste in der 5. unbedingt die Klasse nehmen, die als erste Fremdsprache mit Franz&#246;sisch begann (darum kann ich auch nicht einfach die Klasse wechseln). Jetzt sind wir sechs Jahre zusammen. Und egal, was man mir weismachen m&#246;chte: Diese Klasse ist kaputt, es gibt keinerlei Dynamik mehr. Jeder hat seine Rolle. Wenn man Grundlegendes an sich &#228;ndern m&#246;chte, dann bleibt man auf seiner alten Position gefesselt.</p>
<p><strong>Das n&#228;chste Schuljahr</strong><br />
Es ist f&#252;r mich der absolute Albtraum, wenn nicht Horror, noch ein Jahr in dieser Klasse sein zu m&#252;ssen.<br />
Ich kann mich nicht an <span style="text-decoration: line-through;">viele</span> sch&#246;ne Momente mit meinen Mitsch&#252;lern erinnern, in denen ich mich so ganz gut wohl gef&#252;hlt h&#228;tte. Nein, ich habe keine positiven Erinnerungen an dieses Schuljahr. Vielleicht einige Momente, die ich meiner Geschichtslehrerin zu verdanken habe.<br />
Sonst, wenn ich an Sch&#246;nes in der Schule denken m&#246;chte, lande ich gedanklich immer in der 9. Klasse.</p>
<p>Eine aus meiner Klasse hat es zum Jahresende Klasse 10 richtig gemacht: Sie wechselt das Gymnasium. Eine schlicht geniale L&#246;sung. Meinen tiefsten Respekt f&#252;r diese Entscheidung. Ich hab mir in den Ferien &#252;berlegt, es ihr gleichzutun, selbst wenn ich dann in eine Klasse k&#228;me, die mit Englisch und nicht Franz&#246;sisch als erste Fremdsprache angefangen hat. Aber daf&#252;r war es da schon zu sp&#228;t.<br />
Ich will aus der Klasse raus, ich will so gerne einen Neuanfang.</p>
<p>Nach einigen Beobachtungen, scheinen viele ihre Arbeitshaltung zur Schule mit dem Beginn der Oberstufe zu &#228;ndern. Jene, die davor die Schule noch nicht ernst genommen haben, legen in der Oberstufe richtig los und glauben die Einbl&#228;uungen, die Schule sei das Wichtigste, der Sinn, das Ziel. Ihr ganzes Denken transformiert sich ins radikal <em>schul</em>-logische, sie werden rationalistisch, werden angepasst, sie ergeben sich vollkommen dem System.<br />
Wer das nicht tut oder kann, der scheint keine Chance zu haben, &#8220;gut zu sein&#8221;. Man muss funktionieren. Man muss angepasst sein.<br />
Die Oberstufler stellen das nicht infrage, sie nehmen es an; sie k&#246;nnen sich &#252;berhaupt nicht leisten, es infrage zu stellen.<br />
Davor habe ich Angst: Erstens sehe ich die Wichtigkeit unserer Schule so nicht ein und dann bin ich eben einfach hochsensibel und werde das so niemals umsetzen k&#246;nnen und an dem eventuellen Versuch sicherlich zerbrechen. Und ich will mich nicht so anpassen. Das geht gegen meine philosophische Auffassung.</p>
<p>Im Film Logan&#8217;s Run (deutscher Titel: Flucht ins 23. Jahrhundert) leben die letzten Menschen vollkontrolliert unter einer riesigen Stadtkuppel, und es besteht ein Alterslimit der B&#252;rger von 30 Jahren, zu dem sie &#8220;erneuert&#8221;, aber tats&#228;chlich get&#246;tet werden, um die Population niedrig zu halten. Die Menschen in der Kuppel glauben, die Welt au&#223;erhalb w&#228;re lebensfeindlich und sehen das Erneuerungskarussell als selbstverst&#228;ndlich.<br />
Genau das vergleiche ich mit der Schule, damit, wie Gehirnw&#228;sche betrieben wird, wie manipuliert wird, f&#252;r einen eigenn&#252;tzigen Zweck, f&#252;r die vermeintliche &#8220;Wirtschaft&#8221;.</p>
<p>Ich habe Angst vor n&#228;chstem Schuljahr. Angst, meinen Charakter durch die Schule zu &#8220;bilden&#8221;, Angst davor, so zu sein und werden zu m&#252;ssen, wie ich es nicht f&#252;r gut halte. Oder mich am Widerstand aufzuspie&#223;en.</p>
<p><strong>Schlussgedanken</strong><br />
Ich kann lernen. Ich halte mich f&#252;r recht intelligent. Aber ich kann es nicht in der Schule, nicht in dieser Art Schule. &#8220;Wenn ich nicht so mit mir selbst besch&#228;ftigt w&#228;re&#8221;, und wenn ich das System bespringen w&#252;rde, wie manch anderer, w&#228;re ich ein exzellenter Sch&#252;ler, da bin ich mir sicher. So bin ich ein durchschnittlicher, auch wenn ich mir selbst viel, viel schlechter vorkomme. So jemanden nennt man Underachiever.<br />
Doch mein Leidensdruck ist hoch, ich halte das so nicht mehr lange durch.</p>
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		<title>Schule.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 21:52:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich m&#246;chte, f&#252;r alle lesbar, meine Unzufriedenheit mit dem deutschen Gymnasium (und in meinem Fall speziell dem Baden-W&#252;rttembergischen) zu einen kleinen Essay fassen.
Das mag den Eindruck einer harten Abrechnung erwecken, aber das ist es nicht, schon gar nicht eine mit meinen Lehrern. Dahinter steht kein b&#246;ser Wille, sondern sachliche Systemwut.
Sollte dies einer meiner Lehrer lesen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte, f&#252;r alle lesbar, meine Unzufriedenheit mit dem deutschen Gymnasium (und in meinem Fall speziell dem Baden-W&#252;rttembergischen) zu einen kleinen Essay fassen.<br />
Das mag den Eindruck einer harten Abrechnung erwecken, aber das ist es nicht, schon gar nicht eine mit meinen Lehrern. Dahinter steht kein b&#246;ser Wille, sondern sachliche Systemwut.<br />
Sollte dies einer meiner Lehrer lesen: Ich will Ihnen nichts B&#246;ses. Ich kritisiere hier nicht Sie, sondern dieses System von Schule.</p>
<p>Ich spreche nur einige wenige F&#228;cher an, bei den anderen mir bekannten hielt ich den Unterrichtszustand nicht in diesen Ma&#223;en f&#252;r kritisierbar.</p>
<p><strong>Mathe</strong><br />
Wir bekommen in diesem Fach so unglaublich viel unn&#252;tzes Wissen eingetrichtert, und leider traut sich keiner mal die tats&#228;chliche Sinnhaftigkeit der Themen objektiv zu betrachten, weil es ja so stark legitimiert ist als &#8220;Denksport&#8221; und Disziplin der Intelligenten; weil man ja insgeheim diese Pr&#228;zision ehrf&#252;rchtig anstrebt und sieht, dass die, die auch in vielen anderen Feldern auffallend intelligent sind, Spa&#223; daran haben, also muss es gut sein.</p>
<p>Ich sage: Wir m&#252;ssen das nicht alle k&#246;nnen!<br />
Ganz klar geh&#246;rt Logik geschult, die Schule ist der richtige Ort daf&#252;r. Logik! Logik kann man auch anders lernen!</p>
<p>Das Fach Mathematik ist an den deutschen Gymnasien ab der Mittelstufe <em>Geldverschwendung</em> des Staates. Von 30 Sch&#252;lern braucht voraussichtlich nicht einmal immer einer das Schul-Mathematikwissen ab der Oberstufe im sp&#228;teren Beruf. Das bedeutet, 29 Sch&#252;ler einer Klasse von 30 Sch&#252;lern werden ~vier Jahre in der Schule mit dem Lernen von absoluten Fachwissen gepeinigt, das sie nie gebrauchen k&#246;nnen.<br />
Ich schreie innerlich vor vergeudeter Lebenszeit! Mir scheint, als lernte ich es nur zum Selbstzweck! Das ist Wissen, das ich nie brauchen kann und selbst wenn ich es in ein paar Jahren brauchen k&#246;nnte, *habe ich es sowieso schon wieder vergessen*.</p>
<p>Was im Fach Mathematik gelehrt werden sollte, ist praktisch umsetzbares Wissen f&#252;r den Alltag; da m&#246;gen auch mal diese oder jene Spezialgebiete auf dem Plan stehen, um ein ehrlich brauchbares Bild der F&#228;higkeiten zu ergeben. Aber der Fokus sollte stets auf der Praxis liegen.<br />
Jeder, der dar&#252;ber hinaus <em>ganz spezielle</em> mathematische F&#228;higkeiten f&#252;r ein Studium und so auch einen Beruf ben&#246;tigt, dem sollen gerne kostenlose F&#246;rderkurse angeboten werden; dort sind dann wenigstens die Leute zusammen, die auch wirklich am Erlangen des Wissens ein pers&#246;nliches Interesse haben.<br />
Das Fach Mathematik, so wie es heute besteht, geh&#246;rt revolutioniert, und jeder, der sich objektiv mit den Fakten besch&#228;ftigt, wird auf den gleichen Standpunkt kommen.</p>
<p>Ich frage mich angesichts dessen sogar, warum Mathematik auf dem Gymnasium ab der Mittelstufe noch als Hauptfach gelehrt werden muss. (Seine Berechtigung hat es darunter eindeutig, schon als Ged&#228;chtnis&#252;bung.)<br />
Und w&#228;re es nicht auch naheliegend, es abw&#228;hlen zu k&#246;nnen, wenn man nichts damit anzufangen wei&#223;? Was spricht dagegen?</p>
<p>Es hei&#223;t bei Mathe lakonisch »Du musst«.<br />
Ich &#8220;muss&#8221;, weil das vor Jahrzehnten Entscheider festgelegt haben, ich &#8220;muss&#8221; es nur weil es in der Schule *Pflicht* ist, Pflicht in einem abgesteckten System, ich m&#246;chte sagen, in einem ganz eigenen &#214;ko-System (streicht das &#214;ko, aber damit dr&#252;cke ich die Separation aus), das an dieser Stelle heute v&#246;llig entartet ist zu dem, was seine Wurzel, der Auftrag, ist: Die Sch&#252;ler auf das Leben und Berufkompetenzen vorzubereiten! Es geht heute nicht um Bildung, es geht um Abschl&#252;sse! Ich &#8220;muss&#8221; nur, um mein Abi zu schaffen! Was ist das f&#252;r ein M&#252;ssen! Das ist doch absurd! Und niemandem scheint das aufzufallen und zu st&#246;ren!</p>
<p>Trotz alledem, mein Standpunkt zu Mathe ist: Ich &#228;u&#223;ere diese Kritik, aber ich setze Energien dahinein, trotzdem den Stoff zu lernen, weil ich es eben &#8220;muss&#8221;. Das sehe ich ein.</p>
<p><strong>Musik</strong><br />
»Wenn man es nicht braucht, muss man auch keine Partituren lesen k&#246;nnen (seh ich jedenfalls so), deshalb find ich den erzwungenen Musikunterricht in der Schule stellenweise (okay, mehr als stellenweise… <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  ) auch ziemlich schwachsinnig.« —<a href="http://www.chary-smile.de/?p=804#comments">Charysmile</a></p>
<p>Wenn man als einzige Voraussetzung f&#252;r eine 1 im Referat im Schulorchester sein muss, ist f&#252;r mich die n&#246;tige Objektivit&#228;t f&#252;r ein Schulfach nicht gegeben.</p>
<p>Auch was man so in Musik macht ist ja selten d&#228;mlich: Ein gutes Viertel der Zeit verbrachten wir dieses Schuljahr mit Singen (danke Himmel, dass es nicht benotet wird&#8230;), wer eh im Chor ist, dem macht das Spa&#223;, wer ein komplizierteres Instrument spielt, ist ein Ass in s&#228;mtlichen Notenfragen.<br />
Klassische Musikgeschichte seh ich als wesentliches Kultur- und Allgemeinwissen, der Rest interessiert mich nicht, brauch ich nicht.<br />
Bis darauf ist das Fach einfach unn&#246;tig. Der Stoff geh&#246;rt nicht in eine allgemeinbildende Schule.</p>
<p><strong>Chemie</strong><br />
Grundlagen sind OK, aber ich werde nie, nie, niemals in meinem sp&#228;teren Leben irgendeine dieser Reaktionen durchzuf&#252;hren gezwungen sein. Man sollte sich mehr auf allgemeine Kenntnisse, ein breites Basiswissen konzentrieren, als die spitze Entkonglomeratisierung unserer Materie. Auch mehr Geschichte in das Fach hereinzubringen w&#228;re ein Gewinn; eine gewagte Forderung die Zusammenlegung mit Erdkunde.</p>
<p><strong>Physik</strong><br />
Physik hat schon eher erkannt, dass es den Sch&#252;lern nicht alles zu vermitteln braucht, was zu vermittelbar ist. Anerkennenswert. Aber auch hier ist der Lehrplan noch voller Details und Episoden, die keinerlei Nachwirkeffekt, bis auf die Noten haben. Da ist so viel, was man einfach wieder vergisst nach der Arbeit, und was einem im Leben nicht mal als kluge Hintergrundserkl&#228;rung noch dienlich w&#228;re. F&#252;r Physik wie Chemie gilt: Interessiert mich ein exakter Prozess pers&#246;nlich, kann ich mir das Wissen am effektivsten selbst aneignen.</p>
<p><strong>Sport</strong><br />
Den Sinn des Faches Sport habe ich bis heute nicht verstanden. &#8220;K&#246;rperliche Ert&#252;chtigung&#8221; w&#252;rde ja noch einleuchten, aber ich sp&#252;r keine Ert&#252;chtigung. Weder st&#228;rken die 2h w&#246;chentlich meine Muskeln, noch nehme ich aus den Stunden auch nur *irgendetwas* mit nach Hause.<br />
Sport ist das ungerechteste Fach, das es gibt, mit diesen pauschalen Leistungsanforderungen ohne R&#252;cksicht auf die individuelle Konstitution und die unterschiedlichen K&#246;rper; und ein &#220;berbleibsel der spartanischen k&#246;rperlichen Leistungskultur, das abgeschafft geh&#246;rt.</p>
<p><strong>Religion</strong><br />
Warum gibt es dort keine krassen theologischen Er&#246;ffnungen und Diskussionen? Warum muss ich mir 2h in Religion Filme &#252;ber Recycling-Vorg&#228;nge ansehen?! (Ohne Witz!)</p>
<p>Unser Lehrer ist ja ein sehr netter Mensch, doch er scheint jede Stunde zu gr&#252;beln, mit was er die Zeit nur totschlagen soll. So meine ich, 1h w&#246;chentlich reicht locker, um das Jahrespensum unterzubringen. Oder: Die Zeit, in der man &#8220;Nichts&#8221; tut, lie&#223;e sich sinnvoller mit Philosophie verbringen, nur m&#252;ssten die Religionslehrer das auch mit sich vereinbaren k&#246;nnen&#8230;</p>
<p><strong>Geschichte</strong><br />
Mehr Zeit daf&#252;r. Geschichte ist wichtig, man kann aus der Vergangenheit f&#252;r die Zukunft lernen. Das Fach wird wirklich viel zu sehr vernachl&#228;ssigt.<br />
Es geht mir nicht unbedingt um ein breiteres Stoffspektrum, sondern um Zeit f&#252;r liebevolle Details.<br />
Durch dieses Fach kann man zu h&#246;heren Erkenntnissen gelangen, vor allem durch den Inhalt der ersten drei Lehrjahre. Diese riesige Chance f&#252;r die Sch&#252;ler wird bislang weitgehend str&#228;flich vernachl&#228;ssigt. (Ich hatte Gl&#252;ck durch eine geniale Lehrerin, die wir zwei Jahre in Deutsch und Geschichte hatten und sich so die Stunden selbst sehr frei einteilen konnte.)</p>
<p><strong>Gemeinschaftskunde („Politik“)</strong><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><br />
Mehr Geschichte, alte Geschichten aus der Antike, diese mit neueren vergleichen; das ist spannend.<br />
Die Sch&#252;ler sollen &#8211; und m&#252;ssen &#8211; ein Gef&#252;hl f&#252;r Politik entwickeln.<br />
Auch nirgends sonst unten den weltlichen F&#228;chern ist es wichtiger f&#252;r den Staat, die Sch&#252;ler zu Erkenntnis zu f&#252;hren, als in Politik.<br />
Gerade mit diesem &#8220;Gef&#252;hl entwickeln&#8221; komme ich &#252;ber das Beispiel Politik auf eins meiner zentralen Anliegen: Das Notensystem herunterfahren und mehr auf Erkenntnis setzen.</p>
<p><strong>Ideen</strong><br />
Aus der Schule kommen auf den Materialismus und Kapitalismus getrimmte Leute heraus. Die Schule gibt den Sch&#252;lern nur Fakten, die Schule l&#228;sst sie nicht sich selbst finden. Sie bietet keinen Platz und keine Zeit daf&#252;r.<br />
Darum pl&#228;diere ich f&#252;r das neue Fach <em>Geistesschulung</em>. Darin k&#246;nnte man Ideen und &#220;bungen Rudolf Steiners in einf&#252;hlsamer Art ansto&#223;en (auch ohne sich mit der von vielen als zu obskur befundenen &#8220;Esoterik&#8221; zu besch&#228;ftigen, der &#8220;Geheimwissenschaftsteil&#8221; lie&#223;e sich gut auskoppeln).<br />
Bringt die Methoden der Anthroposophie in die staatliche Schule, die Sch&#252;ler werden es euch danken!</p>
<p>Sprachlich neben Englisch sollte unbedingt Esperanto unterrichtet werden. Ich h&#246;re die Rufe: »Das spricht doch keiner!« &#8211; genau deswegen. Diese Plansprache, die das beste aus Europas Sprachrepertoire vereint, ist in jeder Hinsicht kinderleicht zu lernen und irgendwer muss ja mal anfangen, sie staatlich zu unterrichten. Esperanto ist eine L&#246;sung f&#252;r Europa, sein Sprachproblem geregelt zu kriegen: Es ist einfacher als Englisch zu erlernen, viel, viel einfacher, dennoch ungeheuer pr&#228;zise und kein Land hat es als Muttersprache, so w&#228;ren in der Kommunikation alle gleichgestellt. Englisch ist aus diesem Grund nicht f&#252;r ein Europa der B&#252;rger geeignet. Da Esperanto so wirklich ph&#228;nomenal einfach ist, w&#252;rde vorerst auch nur eine Stunde w&#246;chentlich ein halbes Jahr gen&#252;gen, um stabile Grundlagen zu vermitteln. Ich halte es f&#252;r wichtiger, Esperanto zu unterrichten, als irgendeine andere zweite Fremdsprache au&#223;er Englisch &#8211; diese w&#228;re f&#252;r ein Land, Esperanto ist f&#252;r Europa und den Rest der Welt.</p>
<p>An unseren Gymnasien gibt es heute zwei &#8220;Profile&#8221;: Das naturwissenschaftliche und das sprachliche.<br />
Habt ihr nicht auch das wage Gef&#252;hl, da fehlt etwas?<br />
Weder &#8220;Naturwissenschaft&#8221; noch Fremdsprachen sind mein Ding, mein &#8220;Hobby&#8221;. Was ich gerne h&#228;tte, was mir vorschwebt, ist ein <em>neues humanistisches Profil</em>, verst&#228;rkt mit F&#228;chern wie Deutsch, Geschichte, Politik, Rhetorik, Psychologie, Philosophie, Geistesschulung.<br />
Das soll schon nicht zum Dr&#252;ckebergerprofil werden, Anspr&#252;che d&#252;rfen gerne gestellt werden.<br />
Ich meine, das ist wirklich einen Gedanken wert. Klar, Englisch ist wichtig, und noch ein bisschen Esperanto und Franz&#246;sisch oder etwas in der Richtung, warum nicht. Auch die &#8220;Naturwissenschaften&#8221; sehe ich als wichtig, aber f&#252;r mich eben nur die Basis. Ich muss die ganzen Zusammenh&#228;nge nicht auf Arbeiten gepaukt haben. Mir reicht eine gesunde Basis, wenn ich mich f&#252;r etwas n&#228;her interessiere, kann ich es mir ja selbst beibringen. Ich habe nicht vor, ein Studium, respektive einen Beruf anzufangen, bei dem ich mehr als gesundes Allgemeinwissen in diesen Bereichen brauche.</p>
<p><strong>Reformen</strong><br />
Eine weitere Idee, die das Profilproblem sogar aus der Welt schafft: Nach meinen Vorschl&#228;gen &#252;ber das Neuauffassen und gegebenenfalls K&#252;rzen einiger F&#228;cher k&#246;nnte man zu dem Schluss kommen, das Abitur lie&#223;e sich noch weiter fr&#252;her herabsetzen, was ich aber trotz der Zeitersparnisse f&#252;r bedenklich hielte. Meine Vorstellung w&#228;re eher die, das Kurs-Prinzip schon mit der Mittelstufe einzuf&#252;hren, nach Ende der Mittelstufe eine neue Pr&#252;fung, &#228;hnlich dem heutigen Abitur anzusetzen, und die Oberstufe freier zu machen: Die Oberstufler sich verst&#228;rkt mit dem besch&#228;ftigen zu lassen, was ihnen liegt, indem sie sich ganz frei in die Details deren F&#228;cher vertiefen, f&#252;r die sie zuvor neugierig wurden. Am Ende der Oberstufe eine neue letzte Pr&#252;fung oder Begutachtungen der Ausarbeitungen, die, ganz individuell, ihre Lernerfolge bewertet.<br />
Dabei sollte kein Zwang bestehen bei der Menge der zu absolvierenden F&#228;cher oder Themen. Jedoch ergibt der Eindruck dieser Leistungen zusammen mit den Werten der Pr&#252;fung nach der Mittelstufe das &#8220;Abitur&#8221;.<br />
Das heutige Kurse-Prinzip sollte weitergedacht werden: Jede Themeneinheit geh&#246;rt als eigener Kurs abgesplittet, und &#252;ber das Jahr hin wiederholen sich bei verschiedenen Lehrern die Unterkurse. So ist man absolut frei im W&#228;hlen dessen, was man f&#252;r wichtig h&#228;lt. Die Zeit der Oberstufe soll nicht mehr in Schuljahren betrachtet werden, sondern an sich als eines, was erlaubt, sich beliebigen Stoff zu beliebigen Zeit vorzunehmen. Wer m&#246;chte, kann sich pr&#252;fen lassen und bekommt &#8211; optionale &#8211; Noten. F&#252;r Pr&#252;fungen k&#246;nnen ein besuchter Unterkurs oder mehrere Voraussetzung sein; &#8211; ihr seht, in welche Richtung und zu welchen M&#246;glichkeiten das f&#252;hrt!<br />
So fordert man wahren Freigeist, Individualit&#228;t und Bildung!</p>
<p>An dieser Stelle m&#246;chte ich auf den exzellenten Artikel &#8220;<a href="http://thefutureisnow-dots.blogspot.com/2009/07/die-schule-der-zukunft-v20.html">Die Schule der Zukunft (v2.0)</a>&#8221; verweisen, der da noch sehr viel weiter geht und insbesondere die Auswirkungen eines Bedingungslosen Grundeinkommens auf das Schulwesen entwickelt und beleuchtet. Ebenfalls zu empfehlen ist Klaus Sinderns Sachbuch &#8220;<a href="http://www.tologo.de/tamagotchi-schule/">Tamagotchi Schule</a>&#8220;, in dem der festgefahrene Selbstzweck unserer Schule allzu deutlich wird.</p>
<p><strong>Was k&#246;nnen wir tun?</strong><br />
Als erster Schritt muss &#252;berhaupt erst mal wieder eine Diskussion &#252;ber die Schule legitimiert werden, muss ein Bewusstsein &#252;ber das, was uns in der Schule vorgesetzt wird, auf breiter Ebene hergestellt und erlaubt werden. Nicht nur bei Eltern und P&#228;dagogen, sondern vor allem in den K&#246;pfen der Sch&#252;ler. Es kann nicht angehen, dass man dieses aktuelle System einfach hinnimmt, ohne sich zu beschweren. Macht euch Gedanken dar&#252;ber, bloggt dar&#252;ber, diskutiert mit Freunden, sagt eure Meinung wohl dosiert den Lehrern. Es wird einfach Zeit, dieses archaische Schulsystem zu einem Bildungssystem zu machen! Was daf&#252;r zu erst geschehen muss, ist die Aufr&#252;ttlung, ist dass sich mehr Sch&#252;ler &#252;berhaupt einmal trauen, &#252;ber die heutige Schulmaschinerie nachzudenken, anstatt sie als gottgegeben zu nehmen und sich f&#252;gsam in ihren Schlund zu werfen!</p>
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		<title>Nationalstolz reloaded</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/08/29/nationalstolz-reloaded/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 21:54:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir Deutschen geben klar zu, dass es mit unseren Nationalstolz nicht sehr weit her ist. Wir haben ihn verloren mit Ende des Krieges und der Aufarbeitung unserer Taten darin.
Italien und Russland haben ihre Kriege weit nicht so aufgearbeitet wie wir. Sie haben keinen Selbstwertschaden erlitten. Wir dagegen forschten unnachgiebig nach, so weit, dass wir uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir Deutschen geben klar zu, dass es mit unseren Nationalstolz nicht sehr weit her ist. Wir haben ihn verloren mit Ende des Krieges und der Aufarbeitung unserer Taten darin.<br />
Italien und Russland haben ihre Kriege weit nicht so aufgearbeitet wie wir. Sie haben keinen Selbstwertschaden erlitten. Wir dagegen forschten unnachgiebig nach, so weit, dass wir uns seitdem f&#252;r unsere Nationalit&#228;t sch&#228;men, und wenn nicht, zumindest viel Kraft aufbringen m&#252;ssen, um uns nicht von der Scham &#252;berzeugen zu lassen (»Ich hatte damit nichts zu tun«).<br />
Das Schlechte siegt &#252;ber das Gute? Oder ist der Nationalstolz schon das Schlechte, das durch noch mehr Schlechtes offenbart wird?</p>
<p>Ginge es nur um Gr&#252;nde, stolz auf Deutschland zu sein, dann fielen mir da einige Dinge ein, die es hervortun und mir gefallen:</p>
<p>Deutschland ist einer der Hauptfinanziers Europas. Eine Frau ist unsere Bundeskanzlerin.<br />
Wir haben eine gute Regierung. Sie hat Konzepte entwickelt, der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und wir haben ein momentan konfuses und ungerechtes, aber zumindest garantiert funktionierendes Sozial- und Gesundheitssystem.<br />
Wir bekommen Netzsperren f&#252;r Seiten mit Kinderpornografie (kleiner Scherz).<br />
Wir n&#246;rgeln und regen uns &#252;ber die Politik auf, das zeigt, wir B&#252;rger haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben; und wir sind interessiert an der Politik.</p>
<p>Die deutsche Sprache ist eine &#228;u&#223;erst „begriffliche Sprache“, exakt und pr&#228;zise. Sie unterst&#252;tzt Wortzusammensetzungen (›Donaudampfschiffskapit&#228;nsm&#252;tze‹). Vertritt man die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese">Sapir-Whorf-Hypothese</a>, nach der der Wortschatz und die Grammatik einer Sprache einen kausal zwingenden Einfluss auf das Denken nehmen, so kann man annehmen, dass das auf uns gewisse Auswirkungen hat.</p>
<p>Wir haben ein Land mit nur wenig Rohstoffvorkommen, sind aber dennoch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exportweltmeister">Exportweltmeister</a>. Um das zu erreichen liegt es ganz klar: Unser eigentliches Gut ist unser K&#246;nnen.<br />
Wir sind das Land der Dichter und Denker, „geborene Metaphysiker“ wie Verne in „Von der Erde zum Mond“ schreibt. Damit kann ich mich identifizieren. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das weltber&#252;hmte „Made in Germany“ ist ein Pr&#228;dikat f&#252;r hohe Qualit&#228;t, Durchdachtheit und Robustheit.<br />
Unsere Fernsehsender, staatliche wie private, haben ein Designniveau, wie ich es noch nirgends anders gesehen habe. Ich m&#246;chte meinen, unsere Fernsehanimationen und -Grafiken, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Design">Corporate Design</a> der Sender, sind Weltspitze. Was sie produzieren, sieht wirklich &#228;sthetisch, frisch, angenehm, modern aus und nervt nicht (!!). Die Intros zu etlichen Shows und Sendungen sind k&#252;nstlerische Meisterwerke, die man erst sch&#228;tzen lernt, wenn man mal das Ausland erlebt. Bei unseren Nachbarl&#228;ndern ringsherum kommt mir der deutsche Entwicklungsvorsprung mitunter wie mehrere Jahrzehnte vor; und vom graulichem effekthaschendem und hektischen amerikanischen Fernsehen braucht man gar erst anfangen.</p>
<p>Auch in der Technik, und was mir hier noch besonders am Herzen liegt, in der IT mischt Deutschland ganz weit vorne mit.<br />
Das Frauenhofer und das Max Planck-Institut z&#228;hlen zu den mir am gel&#228;ufigsten Einrichtungen, aus denen kontinuierlich Innovationen und wegbereitende Forschungsergebnisse hervorgebracht werden. So sind der mp3- und AAC-Codecs zu einem gro&#223;en Teil deutsche Entwicklungen!<br />
Wir haben SAP, neben IBM und Oracle der gr&#246;&#223;te Firmenintegrationssoftwareentwickler weltweit.<br />
Eine ganz erstaunliche Anzahl der Drittanbietersoftwareentwickler f&#252;r den Mac sind Deutsche – und dann, was ich damals irre fand: Als Mitte 2006 die Public Beta von Windows Vista freigegeben wurde, gab es sie in Englisch, Chinesisch und Deutsch! Weltweit, f&#252;r das Austesten und Fehlerfinden eines neuen Betriebssystems bedachte Microsoft als dritten von drei die deutschsprachigen L&#228;nder! Wenn das mal nichts &#252;ber unsere Signifikanz in der IT aussagt!<br />
&#220;brigens war der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zuse_Z3">Zuse Z3</a> 1941 der erste funktionsf&#228;hige (und programmierbare!) Digitalrechner – der erste Computer!<br />
In der privaten Internetanbindm&#246;glichkeit ist Deutschland unter den besten L&#228;ndern Europas, wir bekommen hier in St&#228;dten mit DSL 16.000 und VDSL 50.000 schon vergleichsweise sehr schnelle Leitungen (in den USA ist man da, so weit meine Kenntnis, im Allgemeinen und Schnitt eher auf DSL 2.000-Niveau unterwegs).<br />
Wir haben hier eine gigantische Anzahl an Geeks – auf unsere Landesgr&#246;&#223;e relativiert – und eine im sonstigen nicht-englischen Raum unvergleichbare Anzahl an IT-Nachrichtenseiten, Foren, Wikis und computerbezogenen Blogs. Man st&#246;&#223;t zu IT-Themen in keiner anderen Sprache nach Englisch mehr so oft so viel auf lesenswerte Seiten aller Art (Probleml&#246;sungen, Forendiskussionen, Artikel, Blogs, Podcasts) als im Deutschen – in manchen Extrembereichen ist es f&#252;r den „Rest“ Gang und Gebe, sich deutsche Seiten maschinell &#252;bersetzen zu lassen, um an die ben&#246;tigten Informationen zu gelangen.</p>
<p>Wir haben die zweitgr&#246;&#223;te <a title="Vergleicht die erstellten Artikel" href="http://wikipedia.org/">Wikipedia</a> geschaffen, ist das nicht krass? Und die *beste*, denn die deutschen Nutzer erstellen Artikel mit Verstand und Ordnung. In Chaosradio Express <a href="http://chaosradio.ccc.de/cre093.html">hie&#223; es einmal</a> (aus dem Kopf, unkontrolliert), dass „die deutsche Wikipedia die heimliche wahre Wikipedia ist“. Wir haben selbst solche hohen Anspr&#252;che an uns, unsere Gr&#252;ndlichkeit und unseren Stil, dass so ein bombastisches Werk dabei herauskommen kann. Vergleicht doch mal zum Spa&#223; die deutschen Artikel mit den franz&#246;sischen, spanischen, italienischen, oder englischen. Ern&#252;chterung werdet ihr erleben! Was die englische Wikipedia als theoretischen Vorteil hat, dass Englisch die erkl&#228;rte Weltsprache ist, hat sie auch zum Nachteil, denn viele Artikel sind zwar planlos vollplakatiert mit unbelegten Informationen, aber dabei l&#228;sst das allgemeine Stilniveau sehr zu w&#252;nschen &#252;brig, eben weil ein Gro&#223;teil der Autoren die Sprache nicht als Muttersprache beherrscht. Es gibt dort keine allgemeinen Konventionen im Artikelaufbau, viele Texte sind einfach Matsch, unvollst&#228;ndig, begonnen aber gleich wieder abgebrochen. Ulkigerweise trifft man die selben M&#228;ngel bei den genannten anderen Sprachen auch in fraglichen Dosen an; hier ist die deutsche Wikipedia ganz klar Top.</p>
<p>Nicht zu vergessen sind auch unsere deutschen Tugenden: P&#252;nktlichkeit, Zuverl&#228;ssigkeit, Flei&#223;, Strebsamkeit, Ausdauer, Disziplin, Treue, Ordentlichkeit, Genauigkeit, Gr&#252;ndlichkeit, Protokollismus, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit. Zuletzt als n&#252;tzlich erwiesen haben sie sich beim Wiederaufbau, bei dem in letzter Instanz dann auch die milit&#228;risch angelegten preu&#223;ischen Tugenden ein St&#252;ck weit ge&#228;chtet wurden.<br />
&#220;brigens habe ich irgendwie das Gef&#252;hl, diese positiven und einst weit hochgehaltenen Tugenden heute noch am pr&#228;sentesten bei uns W&#252;rttembergern vorzufinden, um hier mal etwas zu feixen. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Doch Nietzsche sagt ja »Gebet zu Menschen: &#8220;Vergib uns unsere Tugenden&#8221;«. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Es ist unvermeidlich: Etwas zum zweiten Weltkrieg.<br />
Das ist nat&#252;rlich ein heikles Thema, aber in dieser Zeit haben wir eindrucksvoll gezeigt, was wir k&#246;nnen.<br />
&lt;beliebig lange Distanzierungserkl&#228;rung von den Nazis&gt;<br />
Wir waren enthusiastisiert, propagandiert und ideologisiert, aber diese Zeit lie&#223; erkennen, was in uns steckt, welches Potenzial wir haben. Die ganze deutsche Tugendpalette kam zum Einsatz. Und bei allem Respekt, was wir damals geleistet haben *war* beeindruckend.<br />
Ich bin &#252;berzeugt, dieses Potenzial l&#228;sst sich auch f&#252;r Gutes nutzen.</p>
<p>Da waren Entscheider, Machthaber, Propagandaf&#252;hrer, &#214;konomen, das waren ohne Frage intelligente Leute, die leider furchtbar fehlgeleitet waren und wurden. Einmal aus der kalten Sicht des Rationalismus betrachtet, haben diese Menschen Beachtliches geleistet.<br />
Ich bin wirklich der Meinung, der zweite Weltkrieg zeigte auf bedr&#252;ckendste Weise unser Potential.</p>
<p>Nach Kriegsende schauten alle L&#228;nder mit Argwohn und Suspekt auf uns, wie schnell wir wieder emporschossen, uns rehabilitierten. „Wirtschaftswunder“ wurde das genannt, die wirkenden Kr&#228;fte in der Bev&#246;lkerung waren f&#252;r Au&#223;enstehende geradezu unheimlich.<br />
Unser Protokollismus w&#228;hrend des Krieges machte eine bis dahin nicht gekannte Kriegsaufarbeitung m&#246;glich. Wir haben ihn aufgearbeitet und verarbeitet, uns in allen Details mit ihm auseinandergesetzt, uns unserer Vergangenheit gestellt. Dabei half uns auch unsere Wahrheitsliebe und Ausdauer. Und da entwickelten wir Scham um unsere Nationalit&#228;t.</p>
<p>Da wir wissen, dass die anderen L&#228;nder nicht wissen, wie sehr wir uns mit dem Krieg besch&#228;ftigt haben und Asche &#252;ber unser Haupt streuen, trauen wir uns keine nationalen Geb&#228;rden aller Art, um nicht das »Aha, die Deutschen wieder!« zu provozieren.</p>
<p>Ich bezweifle, dass die Deutschen in den n&#228;chsten 100 Jahren wieder zu Nationalstolz finden.<br />
Hinsichtlich der EU m&#246;chte man meinen, Nationalstolz w&#228;re dem Projekt nicht f&#246;rderlich, &#8220;Arroganz&#8221; k&#246;nnte keine L&#228;nder vereinen. So ist es auch. Doch wir &#252;bersehen: Wir Deutschen haben ihn nicht mal in gesunden vern&#252;nftigen Ma&#223;en. Wir haben ihn gar nicht. Und damit haben wir einen Nachteil bei der Integration, so paradox es klingt. (F&#252;r ein besseres Europa bin ich, aber nicht f&#252;r den vorliegenden Lissabon-Vertrag oder gar eine NWO, erzeugt durch &#196;ngste.)</p>
<p>Mein Vorschlag: Den Begriff nicht in strikter geografischer Nationalit&#228;t sehen, sondern gelang einer Kulturnation einen neuen finden.<br />
Bei &#8220;national&#8221; schwingt immer &#8220;Regierung&#8221; mit, man denkt an Kaiserzeiten und Spr&#252;che wie: »Wo hat Er gedient?«, &#8211; und nat&#252;rlich leitet jeder unserer sch&#252;chternen Gedanken an die Politik fr&#252;her oder sp&#228;ter unwillk&#252;rlich auf den Nationalsozialismus &#252;ber.</p>
<p>Was aus dieser Betrachtung folgt, ist dass wir, wenn wir sagen, wir sind Deutsche, nicht an unsere Politik und an unsere Grenzen denken sollten, sondern an das, was unsere Gesellschaft ausmacht und was unsere Denker bisher schon vollbracht haben. Damit verabschieden wir uns von der Nationalit&#228;t und sehen auf unsere Kultur. Wie w&#228;re es mit, ein Proof of Concept, »Volksstolz«? »Volksverm&#228;chtnis«, »Kulturerleben«, »Kulturempfinden«? Mit jedem dieser W&#246;rter lenken wir den Blick auf die Kultur. Denken wir an eine Kulturnation, nicht an eine regierte Nation!</p>
<p>Dort wo unsere Kultur mit ihren urgr&#252;ndlichsten Werten und Kr&#228;ften erkennbar ist, da lebt das geistige Prinzip der Deutschen. In der Sapir-Whorf-Hypothese steckt sicher ein Kern Wahrheit, wenn ich aber daraus auch nicht folgern will, dass alle deutschsprachig denkenden &#8220;Deutsche&#8221; in ihrer eigenen Gesinnung sind. Es ist aber einfach dieses Gebiet, diese Zone in Europa, nicht ein spezifisches, mit harter politischer Grenze abgestecktes Land, das „deutsch“ ist.</p>
<p>Aber kommen wir wieder auf die Frage zur&#252;ck, wie man Nationalstolz als solchen bewerten soll.<br />
Schopenhauer schreibt &#252;ber Nationalstolz (Aphorismen zur Lebensweisheit; Parerga und Paralipomena &#8211; Teil 1):<br />
»Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verr&#228;t in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein k&#246;nnte, indem er sonst nicht zu dem greifen w&#252;rde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende pers&#246;nliche Vorz&#252;ge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie best&#228;ndig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erb&#228;rmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein k&#246;nnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angeh&#246;rt, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en zu verteidigen.«</p>
<p>Ich kann <em>nicht</em> ehrlich stolz sein auf die gro&#223;en deutschen Wissenschaftler, Schriftstellern, Philosophen, Luther, exzellente Politiker und K&#252;nstler. Ich kann nicht auf die Leistungen anderer stolz sein, als w&#228;ren es meine. Ich kann deren Ideen und Begriffe in mir sp&#252;ren und sie verbreiten, mich f&#252;r sie einsetzen und sie unterst&#252;tzen. Das kann ich, denn ich identifiziere mich pers&#246;nlich mit vielen deren Ansichten, wei&#223; innerlich, dass sie richtig sind. Ebenso ist mein Verh&#228;ltnis zu vielen unserer Tugenden, aus irgendeinem Grund liegen sie mir im Gem&#252;te und habe herzliche Freude an ihnen.<br />
Ich besch&#228;ftige mich aber auch damit, was bedauernswerterweise ja die &#252;berwiegende Anzahl der B&#252;rger nicht tut. Ich habe eine pers&#246;nliche Beziehung zu den guten Ideen geschaffen und lasse sie durch mich leben und wirken, dadurch f&#252;hle ich mich als tief verwurzelte Pflanze, die ebenso neue Bl&#252;ten hervorbringt; dadurch erst entsteht meine &#252;berzeugte Nationalit&#228;t; als Deutscher. Und so kann ich auch aufrichtig sagen: Ich bin stolz, Deutscher zu sein.</p>
<p>Ist denn das nicht die einzige vern&#252;nftige, verst&#228;ndige, vermittelnde und hilfreiche Art, sich national zu f&#252;hlen? Wenn man es denn kann, wenn man die Ideen in sich findet, wenn man sich mit ihnen identifizieren kann.<br />
Wie steht ihr zu der Thematik?</p>
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		<title>Eine Ubuntu-Neuinstallation als Upgrade, richtig gemacht</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 00:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Nicht-Geeks, die sich in den letzten Jahren f&#252;r Linux auf dem Desktop entschieden haben, und es ist toll, dass es sie gibt! Das zeigt, wie weit wir in Benutzerfreundlichkeit sind.
Der Ubuntu-Installationsassistent trifft, etwa bei der Partitionierung, also der Aufteilung der Festplatte, sehr undifferenzierte, pauschale Entscheidungen, wenn man ihn auf den Mach-alles-f&#252;r-mich-Werten bel&#228;sst, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Nicht-Geeks, die sich in den letzten Jahren f&#252;r Linux auf dem Desktop entschieden haben, und es ist toll, dass es sie gibt! Das zeigt, wie weit wir in Benutzerfreundlichkeit sind.<br />
Der Ubuntu-Installationsassistent trifft, etwa bei der Partitionierung, also der Aufteilung der Festplatte, sehr undifferenzierte, pauschale Entscheidungen, wenn man ihn auf den Mach-alles-f&#252;r-mich-Werten bel&#228;sst, was die meisten Nutzer ja tun, weil sie sich nicht trauen, selbst &#252;ber das System zu bestimmen, sondern das System bestimmen lassen.</p>
<p>F&#252;r wen ist diese Anleitung? Ich wei&#223; es selber nicht so genau. Sie ist ein seltsamer Mischling zwischen pers&#246;nlichem Blog-Eintrag und einer Tipp-Sammlung. Sie richtet sich sicher nicht an Ubuntu-Einsteiger, sondern eher an die, die schon mehrmals ein Ubuntu installiert haben, die sich aber immer den Vorentscheidungen des Installationsassistenten gebeugt haben und nun mal von Grund auf alles richtig machen wollen. Ich will damit keine schrittweise Anleitung, sondern Anregungen und Ideen geben und auf M&#246;glichkeiten der Konfiguration aufmerksam machen. Der rote Faden ist ein ›Upgrade‹ auf das neue Ubuntu 9.04, das Ende April herauskam.</p>
<p><strong>Meine Haltung zu Upgrades</strong><br />
Upgrades sind Aktualisierungen von Systemen oder Programmen auf die n&#228;chste ›gro&#223;e‹ Version mit gr&#246;&#223;eren &#196;nderungen. Man kann Windows, Mac OS X und Linux-Distributionen auf die n&#228;chste gro&#223;e Ver&#246;ffentlichungsversion upgraden, ohne seine Systemeinstellungen, Programme und Dateien zu verlieren, theoretisch. Praktisch ist das unter Windows so, dass ein Upgrade ein meistens sowieso schon altes/benutztes/mit Software bespieltes und von Fehlern duchl&#246;chertes Windows-System noch mal zerkratzt, so dass man zwar in den meisten F&#228;llen ein benutzbares System erh&#228;lt, es aber einfach nicht rund l&#228;uft.<br />
In der Theorie ist das Upgrade eines Linux- oder sonst wie unixiiden Systems das sauberste, das man durchf&#252;hren kann, weil die Systembestandteile sehr klar deklariert sind, jede Datei versioniert, die Programme dabei eher evolution&#228;re als revolution&#228;re &#196;nderungen erfahren und au&#223;er dem Systemkern auch noch die allermeisten darauf laufenden Applikationen, da sie aus dem Paketserver-Pool der Linux-Distribution stammen, mitaktualisiert werden.<br />
Wann sollte man also dennoch eine Neuinstallation als Upgrade in Betracht ziehen? Vier m&#246;gliche Gr&#252;nde:</p>
<ul>
<li> Das System l&#228;uft irgendwie nicht mehr zuverl&#228;ssig, oder so, wie es sollte</li>
</ul>
<ul>
<li> Man hat das System ›verkonfiguriert‹</li>
</ul>
<ul>
<li> Man hat im Laufe der Zeit so viele zus&#228;tzliche Programmtitel zum Testen installiert, dass die Men&#252;s prallvoll sind und man hat keine Lust, von Hand auszumisten (wobei dann auch nur die Programme selber und nicht ihre mitgezogenen Abh&#228;ngigkeiten mitentfernt w&#252;rden)</li>
</ul>
<ul>
<li> Man m&#246;chte auf eine intelligentere Partitionierung umstellen</li>
</ul>
<p>Seht ihr eurer System in einem der Punkte beschrieben, dann rate ich euch wirklich: Macht eine Neuinstallation statt eines Upgrades. Das f&#252;hlt sich auch allein ideologisch schon besser an.</p>
<p><strong>Zur Konfiguration</strong><br />
Ein grundlegender Unterschied zum Microsoft-System: Mit Windows hat man immer Arbeit, ein Linux dagegen l&#228;uft in der Regel, nachdem man einmal eine hohe Konfigurationsh&#252;rde erreicht hat, sehr lange ziemlich gut.<br />
Ich selbst schiebe die Installation einer neuen Version immer einige Zeit vor mir her, weil es halt wirklich Arbeit ist. Dann nehme ich mir mehrere Tage einige Stunden das System vor, f&#252;r Ubuntu 9.04 habe ich gesch&#228;tzte 16h gebraucht, bis alles so lief, wie auf meiner vorigen Installation. Diese Zahl ist ungesch&#246;nt, aber ich will bemerken, dass ich ein Perfektionist bin, dann der Entwickler von <a href="http://www.frumble.de/blog/fertibunti/">Fertibunti</a> (was auch Zeit kostete), wirklich viel individuell haben m&#246;chte, und dass gerade mein Rechner (gem&#228;&#223; meinem Fachwissen, es darf ja nicht einfach funktionieren&#8230; Ich staune, wie toll sich die Computer meiner Freunde, die nicht so versiert sind, einer Ubuntu-Installation f&#252;gen&#8230;) mir gerne dazwischenfunkt.</p>
<p>Das, was wohl auf einem Windows-System am meisten Zeit verschlingt, ist die Installation von Software. Die <em>Installation</em>. Die Setups sind unglaublich lahm und umst&#228;ndlich. Die Einrichtung des Systems macht man bei Windows mehr oder weniger nebenher.</p>
<p>Durch die geniale Paketverwaltung von Linux-Distributionen nimmt dort die Nachinstallation zus&#228;tzlicher Programme den kleinsten Teil der Nacharbeit ein. Benutzt ihr <a href="http://www.frumble.de/blog/fertibunti/">mein Fertibunti</a>, das automatisch alles Notwendige und noch ein bisschen mehr nachinstalliert und einrichtet, kommt ihr zeitlich wirklich gut damit weg. Auf einem halbwegs aktuellen Rechner sollte das mit DSL 16.000 nicht &#252;ber eine Stunde dauern. Umgerechnet auf die Zeit, die diese Programmf&#252;lle durch den typischen Windows-Installationsweg vernichten w&#252;rde, w&#228;ren das sicher &#252;ber sechs Stunden Arbeit, und dabei macht Fertibunti alles automatisch.</p>
<p><strong>Wir sichern&#8230;</strong><br />
Bevor wir neuinstallieren, sollten wir nat&#252;rlich die wesentlichen Dinge unseres noch laufenden Systems sichern, ein paar, die mir wichtig erscheinen:</p>
<ul>
<li>/etc/fstab</li>
</ul>
<ul>
<li> /etc/X11/xorg.conf</li>
</ul>
<ul>
<li> /etc/apt/</li>
</ul>
<ul>
<li> /boot/grub/menu.lst</li>
</ul>
<p>&#220;berhaupt w&#228;re eine Komplettsicherung des Systems auf eine andere Festplatte/Partition ratsam. Ich empfehle daf&#252;r <a href="http://wiki.ubuntuusers.de/sbackup">sbackup</a>.</p>
<p>Hat man /home noch nicht auf einer separaten Partition (dazu sp&#228;ter mehr), so muss man nat&#252;rlich auch alle seine sichtbaren und versteckten Dateien in seinem ›Heim-Ordner‹ sichern. Dabei kann es vorkommen, dass einige Dateien sich nicht kopieren lassen, weil etwa die pers&#246;nlichen Rechte nicht dazu ausreichen. Es kann gesagt werden, dass die alle nichts Wichtiges sind, fast immer auch nur sehr klein. Einfach &#252;berspringen, das macht sp&#228;ter nichts aus.</p>
<p>Woran dann fast niemand mehr denkt, sind ›Sicherungen‹ von allgemeinen Systemzust&#228;nden. Ich rate, Bildschirmfotos zu machen:</p>
<ol>
<li> Vom Desktop mit offenem Nautilus-Fenster (so hat man die laufenden Panel-Applets und die Nautilus-Lesezeichen festgehalten)</li>
<li>Falls man ein alternatives Anmeldefenster installiert hat, den Anmeldefenstermanager &#246;ffnen und sich den Namen des Themas rausschreiben, damit man es sp&#228;ter wieder auf <a href="http://www.gnome-look.org/">Gnome-Look.org</a> findet</li>
<li>Eventuell schauen, wie man den Drucker konfiguriert hat</li>
<li>Von Synaptic (-Paketverwaltung) → Ursprung → Lokal/* (unter den Subkategorien von Lokal werden alle installierten Pakete gelistet, die nicht &#252;ber die System-Quellen von Apt installiert wurden)</li>
<li>Von GParded mit den Partitionen (Mountpunkte) (Wenn noch nicht installiert: Paket gparted installieren und dann &#252;ber System → Systemverwaltung → Partition Editor starten)</li>
</ol>
<p>Die Bildschirmfotos von GParded und eine Kopie der Datei /etc/fstab legt ihr nun auf einen USB-Stick, bereit f&#252;r die Installation.</p>
<p><strong>64-Bit?</strong><br />
Das ist eine Frage, die sehr oft in Linux-Foren gestellt wird: Soll ich die 32-Bit-, oder die 64-Bit-Version installieren?<br />
In den Foren melden sich dann oft die, die sagen, dass es sich nicht lohnt, weil man den Unterschied fast nicht sp&#252;rt, oder nur in pomp&#246;sen Datenbankanwendungen.</p>
<p>Ob man die 64-Bit-Version installieren sollte, wenn der Prozessor 64-Bit unterst&#252;tzt? Ich beantworte das mit einem klaren Ja, warum nicht!, mit einer Einschr&#228;nkung: Hat man unter 1 GB RAM, k&#246;nnte es besser sein, noch ein 32-Bit-System zu installieren.<br />
64-Bit bringt keine Nachteile mehr. Flash l&#228;uft gut, Java gibt es, Multimediacodecs machen seit Jahren keine Probleme mehr. Warum also sollte man auf ein bisschen Mehrleistung verzichten, wenn es die Hardware hergibt?<br />
Auch bei der Softwareauswahl muss man keine Abstriche machen, praktisch 1:1 hat man die gleiche F&#252;lle wie ein 32-Bit-Nutzer in den Quellen zur Verf&#252;gung.<br />
Linux war der erste Kernel f&#252;r die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/AMD64">AMD64-Plattform</a> (die auch heute Intel-Prozessoren implementieren, wenn sie 64-Bit-Code ausf&#252;hren) und damit zum ersten Mal in seiner Geschichte die Pr&#228;ferenz- und Standardplattform f&#252;r eine neue Rechnerarchitektur. Es l&#228;uft toll darauf.<br />
Anders als die 64-Bit-Versionen von Windows und Mac OS X kommt eine 64-Bit-Linux-Distribution ausschlie&#223;lich mit 64-Bit-Software daher und jedes Programm, das man &#252;ber die Paketverwaltung nachinstalliert, ist auch f&#252;r 64-Bit gebaut, abgesehen von einigen propriet&#228;ren Dingen wie Flash, Adobe Air oder Zattoo, die immer noch eine Kompatibilit&#228;tsschicht ben&#246;tigen, was aber auch wenig Probleme macht. Bis auf die codegeschlossenen Applikationen hat man dann tats&#228;chlich ein massiv 64-bittiges System, ist das nicht cool? Vergleicht das mit Windows, wo noch nicht mal Microsoft seine Produktpalette wenigstens zu einem nennenswerten Teil in 64-Bit anbietet, von den Drittanbietern ganz zu schweigen!</p>
<p><strong>/boot und /home als separate Partitionen</strong><br />
In einer Standardinstallation sind /boot und /home Unterverzeichnisse der „/“-Partition. Im Prinzip kann man jedes Verzeichnis einer Linux-Distribution aber auf eine separate Partition auslagern. Das bringt f&#252;r mich vor allem Systemsicherheit mit sich: Ich wei&#223; genau, dass der Kernel und die GRUB-Konfiguration auf dieser ersten kleinen Partition liegen, au&#223;erdem erlaubt es mir so, der &#252;bersichtlichen Konsequenz wegen, nur /boot als prim&#228;re Partition anzulegen und alle weiteren Partitionen als logische in einem erweiterten Container zu erstellen.<br />
/home als separate Partition sollte Pflicht sein: Ist das System besch&#228;digt und startet nicht mehr, kann man ›einfach‹ Linux noch einmal installieren und wieder die entsprechende Partition als /home einh&#228;ngen und man hat sofort seine individuelle Desktop-Konfiguration und sein Heimatverzeichnis. Theoretisch ist es auch m&#246;glich, f&#252;r mehrere Linux-Distributionen wie Ubuntu, Fedora und SUSE die gleiche Home-Partition anzugeben (was aber an der unterschiedlichen installierten Software dann in Men&#252;s nicht gut aussieht). Und sowieso, weil ich so oft neuinstalliere, w&#228;re es furchtbar umst&#228;ndlich, jedes mal /home zu sichern und sp&#228;ter zur&#252;ckzuspielen.</p>
<p><strong>Option 1: Eine frische Installation mit ganz neuer Partitionierung</strong><br />
Ich will hier nicht auf die einzelnen Schritte eingehen, weil ich einfach davon ausgehe, dass ihr ein ›Upgrade‹ machen wollt und schon mit fr&#252;heren Installationen Erfahrungen sammeln konntet. Nicht schaden kann es, wenn ihr euch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Partition_%28Festplatte%29">Wikipedia-Artikel zu Partitionen</a> durchlest, besonders die Sache mit prim&#228;ren, erweiterten und logischen Partitionen solltet ihr sp&#228;ter k&#246;nnen.</p>
<p>Zun&#228;chst ein ›Insider‹: Den Computer ausschalten und ein paar Minuten vor Beginn der Installation abk&#252;hlen lassen. Das ist wahrscheinlich vollkommen sinnlos, aber es gibt einem ein gutes Gef&#252;hl; wie »Jetzt ruhst Du dich noch einmal aus und dann geht es konzentriert los.«<br />
Auch das Zimmer mal gut durchl&#252;ften, damit man selbst genug Frischluft hat, um k&#252;hl denken zu k&#246;nnen. Vernachl&#228;ssigt das nicht, es ist ungeheuer wichtig, bei der Partitionierung keine Fehler zu machen.</p>
<p>Startet von der CD, w&#228;hlt ›Ubuntu ausprobieren (Rechner bleibt unver&#228;ndert)‹ aus dem Bootmen&#252; und wartet, bis die Oberfl&#228;che geladen ist.</p>
<p>Bei einer vollkommenen Neuinstallation (oder eben wenn man die Festplatte komplett neu einteilen m&#246;chte) mit dem Partitionseditor (unter System → Systemverwaltung) Platz f&#252;r /boot, /, /home und swap schaffen.<br />
Legt dann 4 neue Partitionen f&#252;r Ubuntu an (Dateisystem alle <a href="http://www.pro-linux.de/berichte/ext4/ext4.html">Ext4</a> bis auf Swap, da w&#228;hlt ihr ›Linux-Auslagerungsspeicher‹)</p>
<ul>
<li> /boot : 200 MB</li>
</ul>
<ul>
<li> / : 10-20 GB</li>
</ul>
<ul>
<li> swap : Mindestens so gro&#223; wie der verbaute Arbeitsspeicher, aber nicht mehr als doppelt so viel</li>
</ul>
<ul>
<li> /home : mindestens 10 GB</li>
</ul>
<p>Zu /home : Kommt darauf an, wie ihr vor habt, eure Nutzerdateien zu verwalten. Man kann entweder wirklich /home nutzen, um dort seine Bilder, Videos und die Musiksammlung unterzubringen, spricht nichts dagegen. Ich habe, um flexibler zu sein mit anderen Distributionen, auf /home nur das N&#246;tigste, also Konfigurationsdateien und meinen Podcasts-Ordner liegen und nutze die Partition mehr oder weniger als tempor&#228;res Abstelllager von Arbeitsdateien und speichere meine ›Eigenen Dateien‹ auf einer anderen Partition. Aber spricht wie gesagt nichts dagegen, /home f&#252;r alles zu nutzen.</p>
<p>Bleibt zu sagen, dass ihr die Partitionierung mit GParted durchf&#252;hren solltet, bevor ihr das Setup mit dem Icon auf dem Desktop startet.</p>
<p>Folgt dem Assistenten wie gewohnt, bis ihr gefragt werdet, wie ihr die »Festplatte vorbereiten« m&#246;chtet. Dort w&#228;hlt ihr »Partitionen manuell festlegen (fortgeschritten). Darauf seht ihr eure vorhin angelegte Partitionierung und k&#246;nnt den Partitionen Einh&#228;ngepunkte (auch ›Mountpoints‹) und Dateisysteme zuweisen (sollte nat&#252;rlich wieder alles Ext4 sein, bis auf die Swap).</p>
<p><strong>Option 2: Neuinstallation &#252;ber Vorg&#228;ngerversion von Ubuntu</strong><br />
Nach dem Starten von CD (analog zur vorherigen Option, mit ›Ubuntu ausprobieren (Rechner bleibt unver&#228;ndert)‹ ) den vorbereiteten USB-Stick mit den Bildschirmfotos und der fstab einstecken, dann den Installationsassistenten starten. Der USB-Stick sollte automatisch eingeh&#228;ngt und ge&#246;ffnet werden. Der Installationsassistent wird uns gleich anbieten, den USB-Stick wieder auszuh&#228;ngen, was wir aber dankend verneinen.</p>
<p><em>Fall 1</em>: Ihr habt im vorherigen Ubuntu noch keine separate /boot- und /home-Partition gehabt. Vor der Neuinstallation sichertet ihr also euer ganzes Benutzerverzeichnis unter /home inklusive aller versteckter Ordner auf DVD oder eine andere Partition oder Festplatte. Jetzt wollt ihr diese Partitionen anlegen, das geht am besten mit dem Partitionseditor (unter System → Systemverwaltung). Der sollte noch vor dem Installationsassistenten gestartet werden.<br />
Verschiebt, &#228;ndert Gr&#246;&#223;en und l&#246;scht nach euren W&#252;nschen vorhandene Partitionen, um, falls ihr das braucht und in der alten Installation gemerkt habt, dass ihr mehr Platz f&#252;r z.B. /home ben&#246;tigt, als zuvor die Partition hergegeben hat.</p>
<p><em>Fall 2</em>: Ihr habt schon eine /boot- und eine /home-Partition und seid damit zufrieden. Bestens.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/02-das-wichtigste.png" rel="lightbox[940]"><img class="alignright size-medium wp-image-946" style="margin: 10px 5px;" title="Die wichtigsten Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugewiesen" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/02-das-wichtigste-300x168.png" alt="Die wichtigsten Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugewiesen" width="300" height="168" /></a>Im Installationsassistenten dann zun&#228;chst /boot, /, /home und swp (wieder) besetzen. Zum Formatieren davon nur die /boot- und /-Partition vormerken (bei Fall 2)! Dateisystem der Wahl f&#252;r /boot, / und /home (nur bei Fall 1 nat&#252;rlich auch /home formatieren) ist das neue schnelle Ext4.</p>
<p>Jetzt kommen unsere Bildschirmfotos von GParted vom Vorsystem ins Spiel. &#214;ffnet sie vom USB-Stick und richtet die Mountpunkte der anderen Partitionen getreu diesen Bildern ein. Dabei immer als Dateisystem das w&#228;hlen, was schon im Hauptfenster in der Spalte &#8220;Verwendung&#8221; steht. Der Mountpunkt muss mit der Tastatur eingegeben werden (etwa /media/sdb8) &#8211; eben so, wie er fr&#252;her schon war, gem&#228;&#223; dem Bildschirmfoto.<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/03-alle-partitionen-zugewiesen.png" rel="lightbox[940]"><img class="size-medium wp-image-947 alignnone" style="margin: 10px;" title="Alle Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugeteilt" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/03-alle-partitionen-zugewiesen-300x168.png" alt="Alle Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugeteilt" width="300" height="168" /></a><br />
&#220;brigens: Hat man in der vorherigen Installation einigen Partitionen noch gar keine fixen Mountpunkte verpasst, bietet sich nun die Gelegenheit dazu. Hei&#223;t die Partition etwa /dev/sda10, so kann man sie als /media/sda10 einh&#228;ngen lassen. (Bitte nicht beachten, dass ich in nebenstehendem Bild in den Mountpunkten immer sdb statt sda, wie das /dev-Ger&#228;t hei&#223;t, eingebe. Das hat esoterisch-unerkl&#228;rliche technische Gr&#252;nde, irgendwie zusammenh&#228;ngend mit meinem BIOS. Einfach nicht beachten. Auch bitte im Bild nicht darum k&#252;mmern, dass zwei Partitionen im Fensterfoto des Partitionseditors vom alten Ubuntu als &#8220;unbekannt&#8221; markiert sind; ich hatte diese schon als Ext4 benutzt, aber die dort eingesetzte Version des grafischen Partitionsmanagers unterst&#252;tzte zu dem Zeitpunkt noch kein Ext4.)<br />
Versucht nicht, meine Partitionierung zu verstehen. Macht euch nur klar, wie ihr die alten Belegungen der Mountpunkte &#252;bernehmt. Dieser Dialog ist der fordernste und gef&#228;hrlichste am ganzen Betriebssystem.</p>
<p>Die Partitionierung, egal wie frustierend sich das Werkzeug geb&#228;rdet, unbedingt gewissenhaft und mit gr&#246;&#223;ter Konzentration durchf&#252;hren, dabei mehrmals die Angaben auf Mountpunkte und Formatierungen &#252;berpr&#252;fen, gegebenenfalls hier sogar eine kleine Pause einlegen, wieder an den PC gehen und noch einmal alles &#252;berpr&#252;fen und &#252;berdenken; vielleicht will man ja etwas doch anders machen. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich, eine intelligente und ma&#223;geschneiderte Festplattenaufteilung zu haben.</p>
<p>Sodann das erledigt ist, werdet ihr nach euren Anmelde- und Benutzerdaten gefragt. F&#252;hrt ihr ein &#8220;Upgrade&#8221; durch, dann m&#252;sst ihr nat&#252;rlich euren Benutzer wieder so nennen, wie er schon zuvor hie&#223;. Hattet ihr mehrere Konten, dann erstellt jetzt einfach eines der Konten, sp&#228;ter im installierten System lassen sich dann noch weitere Benutzer hinzuf&#252;gen (es geht dabei nur um die Registrierung beim System an sich, eure Benutzerdaten sind ja auf der separaten Home-Partition (Fall 2) oder spielt ihr sp&#228;ter von der Sicherung zur&#252;ck (Fall 1)).<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/04-installationszusammenfassung.png" rel="lightbox[940]"><img class="alignright size-medium wp-image-948" style="margin: 10px;" title="Die &#220;bersichtsseite des Ubuntu-Installationsassistenten kurz vor dem Startschuss" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/04-installationszusammenfassung-300x239.png" alt="Die &#220;bersichtsseite des Ubuntu-Installationsassistenten kurz vor dem Startschuss" width="168" height="134" /></a><br />
Nachdem euch der Assistent noch gefragt hat, ob ihr von einem installierten Windows-System Benutzerdaten importieren wollt (tut&#8217;s nicht!), seht ihr auf einer &#220;bersichtsseite noch einmal alle auszuf&#252;hrenden Aktionen und Einstellungen. Vergewissert euch dort erneut von der Richtigkeit der Formatierungsaufgaben. Dann sollte die CD werkeln und Ubuntu 9.04 auf eure Festplatte schaufeln.</p>
<p><strong>Erste Aufgaben nach dem „Upgrade“</strong><br />
<em>Fall 1</em>: Ihr habt eine Standardinstallation vor euch, nichts ist eingerichtet.<br />
Spielt von eurem Backup, seien es DVDs oder eine Backup-Partition, wieder eure ganzen versteckten und nicht versteckten Dateien eures alten /home/$BENUTZERNAME$ zur&#252;ck, wenn ihr gefragt werdet, wie ihr mit schon vorhandenen Dateien verfahren wollt, sagt, er soll sie &#252;berschreiben.<br />
Am Kritischten dabei sind die Benutzerrechte, dass die stimmen. Bekommt ihr Probleme dabei, fragt mich hier in den Kommentaren oder im Ubuntuusers.de-Forum.</p>
<p><em>Fall 2</em>: Da ihr euer /home behalten habt, sollte euer gewohnter Desktop wieder vor euch erscheinen:<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/05-die-grundausstattung.png" rel="lightbox[940]"><img class="size-medium wp-image-949 alignnone" style="margin: 10px;" title="Die Grundausstattung - man beachte die fehlenden Programme hinter den Verkn&#252;pfungen" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/05-die-grundausstattung-300x168.png" alt="Die Grundausstattung - man beachte die fehlenden Programme hinter den Verkn&#252;pfungen" width="300" height="168" /></a></p>
<p><em>Fall 1+2 anschlie&#223;end</em>:<br />
Ihr seht, dass die Panels sehr leer aussehen, oben links sind Platzhalter f&#252;r einige Starter und oben rechts ist die Begrenzung der Benachrichtigungsfeld-Symbole viel zu weit links. Das kommt schlicht daher, dass noch nicht alle Programme installiert sind, die ihr/ich in eurer vorherigen Installation hattet, die liefen, und von denen ihr Starter angelegt habt.<br />
Jetzt geht es also an das Installieren dieser zus&#228;tzlichen Pakete.<br />
Daf&#252;r, und um &#252;berhaupt mal eine ansehnliche Auswahl von – aus meiner Sicht – unentbehrlichen Anwendungen zu bekommen, lege ich euch <a href="http://www.frumble.de/blog/fertibunti/">mein Fertibunti-Script</a> ans Herz. Es erweitert selbst&#228;ndig die Paketquellen um z.B. Medibuntu, Wine und VirtualBox und installiert alle n&#246;tigen Mediacodecs, „echte“ Multimediasoftware, Internetprogramme wie Skype, Filezilla, Firefox 3.5 und Midori und eben viele Systemerweiterungen und -Programme wie VirtualBox, Compiz Fusion-Plugins, volle PulseAudio-Kontrollapplets, Envy, Gnome Do und so weiter. In meinem Freundeskreis ist das sehr beliebt und es funktioniert auch wirklich.<br />
Au&#223;erdem konfiguriert Fertibunti ganz zart den Desktop, stellt auf das chice Gnome-Thema „<a href="http://news.softpedia.com/news/Ubuntu-9-04-039-s-New-Themes-106961.shtml">Neue Welle</a>“ um und installiert einen h&#252;bscheren Anmeldebildschirm.<br />
Man k&#246;nnte es als die eierlegende Wollmilchsau f&#252;r die Neuinstallation eines Ubuntu-Systems bezeichnen.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/06-der-fertige-desktop.png" rel="lightbox[940]"><img class="size-medium wp-image-973 alignnone" style="margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;" title="Der fertige Desktop - so k&#246;nnte es aussehen *h&#246;h&#246;*" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/06-der-fertige-desktop-300x168.png" alt="Der fertige Desktop - so k&#246;nnte es aussehen *h&#246;h&#246;*" width="300" height="168" /></a></p>
<p><strong>Einrichtungstipps</strong><br />
Nach Fertibunti geht es dann an die Einrichtung der Hardware (DAS ist es, was bei mir immer so viel Zeit kostet). Normal sollte alles Wichtige schon laufen, Drucker lassen sich grafisch einrichten etc.. Wenn ihr eine ATI- oder Nvidia-Grafikkarte habt, empfehle ich, zur Installation des Treibers EnvyNG zu nutzen (Anwendungen → Systemwerkzeuge → EnvyNG) , und nicht den von Ubuntu selbst vorgeschlagenen Treiber (weil EnvyNG einen neueren kennt).<br />
Weiter geht es mit den Applikationen, die nicht in den Quellen sind, und von deren Liste ihr euch vor der Neuinstallation in Synaptic ein Foto gemacht habt (das war das unter Ursprung → Lokal/*).</p>
<p>Wollt ihr den Bootmanager anpassen, eignet sich der (von Fertibunti installierte) StartUp-Manager (System → Systemverwaltung → StartUp-Manager). Damit lassen sich unz&#228;hlige Einstellungen komfortabel &#228;ndern, z.B. das als Standard zu startende Betriebssystem, die Wartezeit und die Bildschirmaufl&#246;sung des Bootbildes. Ganz nett finde ich auch, &#252;ber das Deaktivieren des H&#228;kchens bei ›Zeige Bootmen&#252;‹ &#252;berhaupt erst mal kein Bootmen&#252; anzuzeigen, sondern es erst durch Dr&#252;cken von Esc einzublenden, was den Systemstartprozess konsistenter erscheinen l&#228;sst.</p>
<p>Um nicht unn&#246;tig auf / Platz zu verschwenden, ist es klug, in Synaptic unter Einstellungen → Dateien → Tempor&#228;re Dateien → ›Heruntergeladene Paketquelldateien nach der Installation l&#246;schen‹ zu aktivieren (und einmal den Knopf ›Alle Paketdateien im Zwischenspeicher l&#246;schen‹ zu bet&#228;tigen).</p>
<p>Wer sich noch nicht intensiver damit besch&#228;ftigt hat, sollte auch unbedingt einmal die Auswahl an Panel-Applets durchw&#252;hlen. Einfach einen Rechtsklick auf eines der Panels und ›Zum Panel hinzuf&#252;gen &#8230;‹ w&#228;hlen. Was ich absolut empfehlen kann:</p>
<ul>
<li> Tomboy – Eine intelligente Notizenverwaltung, die f&#252;r mich eines der Highlights von Gnome darstellt – ist mir absolut unbegreiflich, warum Canonical das nicht in der Standardinstallation gleich im Panel aktiviert</li>
</ul>
<ul>
<li> Systemmonitor – Eine Live-Systemlastenanzeige &#252;ber CPU und bei Interesse auch Speicher, Netzwerk, Swap, Last und Festplattenaktivit&#228;t. Wie kann man ohne eine Lastenanzeige arbeiten?!</li>
</ul>
<ul>
<li> &#220;berwachen der Prozessortaktstufen – manuelle Regelung der Prozessortaktstufen. Das kann f&#252;r Notebook-Besitzer zum Stromsparen interessant sein, und ist es umgekehrt, wenn der Kernel bei HD-Videos einfach nicht richtig hochtakten will, wie er es sollte (<a href="http://forum.ubuntuusers.de/topic/warum-taktet-mein-athlon64-x2-bei-videos-so-s/">hier</a> ein Foreneintrag zu dem Problem)</li>
</ul>
<ul>
<li> Netzkerk&#252;berwachung – Ein Applet, das haupts&#228;chlich blinkt, wenn Daten &#252;bertragen werden, oder das ein durchgestrichenes Symbol zeigt, wenn man keine Verbindung hat (ich nutze an meinem Desktop-PC das, weil ich auf den gro&#223;en Netzwerkmanager verzichte)</li>
</ul>
<ul>
<li> <a href="http://www.getdeb.net/app/media-applet">Medien-Applet</a> – Superpraktisches Pulldown-Men&#252; mit einer Liste aller verf&#252;gbaren Partitionen, und mit Aush&#228;ngeknopf</li>
</ul>
<ul>
<li> Deskbar – Universalsuche mit individuell zuschaltbaren Plugins. Sucht nach Anwendungen, Kontakten, Dateien (&#252;ber Tracker), kann auf Twitter und identi.ca ver&#246;ffentlichen, kann im Web suchen und so weiter. Kann man sich vorstellen wie der Spotlight-Knopf in Mac OS X. Eine ideale Erg&#228;nzung zu Gnome Do (manches geht mit Gnome Do schneller, manches mit der Deskbar)</li>
</ul>
<ul>
<li> Fisch – Klickt man darauf, &#246;ffnet sich ein „Gl&#252;ckskeks“ mit Sinnspr&#252;chen, Witzen oder Wissenswertem, dank Fertibunti sogar auf Deutsch. Man sollte aber unbedingt in den Einstellungen die Pause nach jedem Einzelbild der Schwimmanimation auf 10 Sekunden hochsetzen, denn sein Gezappel h&#228;lt sonst keiner aus</li>
</ul>
<ul>
<li> Temperaturindikator – ist in der Uhr schon integriert. Klickt auf die Uhrzeit und expandiert unten ›Orte‹. &#220;ber ›Bearbeiten‹ l&#228;sst sich dann der Wohnort (oder eine Stadt nahe des Wohnorts) bestimmen</li>
</ul>
<ul>
<li> Zeiterfassung – Eine Art Stoppuhr mit genauer Protokollierung der Art der Arbeit. Ist leider sehr manuell und bringt nur etwas, wenn man sich auch streng an sein eingegebenes Thema h&#228;lt, ohne abzuschweifen. Dann bietet es aber eine grafisch nette Analyse der T&#228;tigkeiten und Zeiten.</li>
</ul>
<p>Ich hoffe nun, euch einige interessante Anregungen f&#252;r zuk&#252;nftige Installationen gegeben zu haben. Eine Neuinstallation lohnt sich wirklich bei vielen Nutzern statt eines Upgrades, vor allem, da die Systeme oft schon einige holprige Upgrades hinter sich haben. Wenn es Probleme gibt, dann&#8230; &#228;hm, nun ja, das ist so eine Sache. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Fragt besser nicht mich, sondern im <a href="http://forum.ubuntuusers.de/">Ubuntuusers.de-Forum</a>, da bekommt ihr schnell kompetente, nette Hilfe.</p>
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		<title>Twitter f&#252;r eine lakonische freie Welt</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/03/24/twitter-fuer-eine-lakonische-freie-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 21:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Geek-Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange Zeit hielt ich mich vom Thema Microblogging zur&#252;ck. Mir war ziemlich klar, dass wenn ich damit jetzt auch noch anfinge, ich mir eine weitere ›Web-Sucht‹ schaffen w&#252;rde.
Auf die Idee des Microbloggings kam 2006 Twitter.com, ein Startup von unter anderem Evan Williams, ein Mitbegr&#252;nder von Blogger.com. Die Idee ist so simpel wie komplex zu erkl&#228;ren: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange Zeit hielt ich mich vom Thema Microblogging zur&#252;ck. Mir war ziemlich klar, dass wenn ich damit jetzt auch noch anfinge, ich mir eine weitere ›Web-Sucht‹ schaffen w&#252;rde.</p>
<p>Auf die Idee des Microbloggings kam 2006 <a href="http://twitter.com">Twitter.com</a>, ein Startup von unter anderem Evan Williams, ein Mitbegr&#252;nder von Blogger.com. Die Idee ist so simpel wie komplex zu erkl&#228;ren: Ein Nutzer schreibt ›was er gerade tut‹ in ein Eingabefeld, hat daf&#252;r 140 Zeichen, und ›Freunde‹, die ihn auf Twitter abonniert haben, bekommen diese Zeile auf ihrer pers&#246;nlichen Twitter-Seite angezeigt. Die Wenigsten schreiben wirklich davon, was sie gerade tun, sondern es sind eher ›in den Raum gepustete Bemerkungen‹, Kommentare und kleine Konversationen. Im Video <a href="http://www.vimeo.com/757146">Twitter in Plain English</a> ist das auch noch mal sehr sch&#246;n erkl&#228;rt.<br />
Weil das so alleine langweilig w&#228;re, gibt es auch viele Desktop- und Mobilanwendungen, um auf die Twitter-API zuzugreifen und ›Tweets‹ zu lesen und zu verfassen. Will man auf einem Kommentar antworten, schreibt man den Nutzer mit <em>@Name</em> an, will man nicht&#246;ffentliche Direktbotschaften verschicken, schreibt man ein <em>d Name</em> und dahinter jeweils den Inhaltstext.<br />
Wie es sich f&#252;r ein Web 2.0-Angebot geh&#246;rt, gibt es kurioserweise noch kein Gesch&#228;ftsmodell. Twitter sagt zwar, sie h&#228;tten eines, das auf zus&#228;tzlichen Leistungen basiert, die bald eingef&#252;hrt werden sollen, sagen aber noch nichts Konkretes.</p>
<p>Twitter ist also eine Mischung aus Chat und G&#228;stebuch, Blog und SMS.<br />
Auch wenn sich das so profan als unglaublich belanglos und &#246;de anh&#246;rt, ist man doch sehr schnell von der neuen Kommunikationsplattform fasziniert und kommt nicht mehr von ihr los. Beim Nutzen von Twitter bekommt man Einblick in die Privatsph&#228;re und den Alltagsablauf von anderen Menschen und entwickelt daf&#252;r eine spezielle Form der Sozialkompetenz, best&#228;ndiges Interesse f&#252;r andere, kann sie in ihren Kompetenzfeldern um Hilfe zu bitten, entwickelt Einf&#252;hlungsverm&#246;gen, Respekt, ›<a href="http://www.nytimes.com/2008/09/07/magazine/07awareness-t.html">Ambient Awareness</a>‹ und f&#252;hlt sich allgemein weniger alleine. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Nun, Twitter hat aber einen ganz gro&#223;en Nachteil an sich: Es ist ein propriet&#228;res, unfreies, in sich geschlossenes System. Heute spielt sich erneut ab, was vor ± 15 Jahren mit E-Mails war: Nutzer von AOL und CompuServe konnten nur Nutzern ihres eigenen Dienstes E-Mails schreiben, erst sp&#228;ter wurde die Einschr&#228;nkung aufgehoben.</p>
<p>Man macht sich also voll von Twitter, der Twitter-Software, der Twitter-API und von &#252;berhaupt den Servern des Unternehmens abh&#228;ngig. Auch falls der, man ist geneigt, ihn Monopolist zu nennen, seine AGBs &#228;ndert und Dinge einbaut, wie beispielsweise <a href="http://www.mynethome.de/2005/03/20/nutzer-haben-keine-rechte/">von ICQ und Facebook vorgemacht</a>, die dem Anbieter das Copyright (!!) an allen &#252;ber das System versandten Botschaften einr&#228;umen, und er sich nat&#252;rlich Zensurm&#246;glichkeiten offenh&#228;lt, ist man weiterhin an Twitter wegen all seinen Kontakten dort gebunden. Haargenau gleich &#252;brigens bei ICQ, Skype und allen sozialen Netzwerken (kommt nat&#252;rlich darauf an, bei welchem Anbieter das mit nationalen Recht vereinbar ist, in Deutschland etwa sind die Urheberrechte un&#252;bertragbar). Denkt auch an die ganz handgreiflichen Nachteile eines zentralisierten Systems: ›Vorprogrammierte‹ Server-&#220;berlastungen, bei Twitter kommt das mehrmals t&#228;glich vor.<br />
Das alles birgt eine gro&#223;e Gefahr in sich und widerstrebt mir pers&#246;nlich als Open Source-Verfechter absolut.</p>
<p>Im Mai 2008 <a href="http://winlux.pytalhost.de/tumblelog/2008/05/17/der-erste-beitrag/">startete ich meinen Tumblelog</a> wegen exakt dem Punkt, dass ich das zentralisierte Twitter nicht nutzen m&#246;chte.<br />
An meinem Geburtstag im September schlie&#223;lich gab ich mir selbst nach und verfiel den Freuden des Systems.</p>
<p>Keine drei Monate sp&#228;ter, im fr&#252;hen Januar 2009, stie&#223; ich auf das <a href="http://laconi.ca">Laconica-Projekt</a>. Laconica scheint die L&#246;sung f&#252;r alle Zentralisierungs-, Vertrauens- und Kompatibilit&#228;tsprobleme zu sein, die mit Twitter bestehen. Zwar gibt es eine Reihe weiterer Twitter-Nachahmer, doch diese haben Laconica alle mindestens eines hinterher: Sie sind wieder geschlossene Systeme.<br />
Das unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GNU_Affero_General_Public_License">AGPL</a> stehende freie Laconica wurde 2008 vom Kanadier <a href="http://identi.ca/evan">Evan Prodromou</a> mit genau diesem Ansatz entwickelt, eine Microblogging-Software zu schaffen, die dezentral wie das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jabber">Chatprotokoll Jabber</a> eingesetzt werden kann. Auf seiner Referenzinstallation (und derzeit noch der der gr&#246;&#223;ten) <a href="http://identi.ca">identi.ca</a> kann ein Nutzer nicht nur Botschaften eines identi.ca-Nutzers abonnieren, sondern auch die eines jeden anderen Nutzers eines Anbieters einer Laconica-Installation. Etwa einmal im Monat gibt es ein Laconica-Update, die Weiterentwicklung ist also im vollen Gange. Auf Basis des gemeinsamen und im Rahmen des Projektes entwickelten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/OpenMicroBlogging">OpenMicroBlogging-Protokolls</a>, kann auch bereits eine kleine Anzahl anderer Microblogging-Systeme mit Laconica-Konten kommunizieren.<br />
Die meist genutzten deutschsprachigen Installationen von Laconica sind <a href="http://bleeper.de">bleeper.de</a> und <a href="http://www.zwitscher.at">zwitscher.at</a>, eine <a href="http://laconi.ca/trac/wiki/ListOfServers">Liste mit allen Servern</a> gibt es auf der Laconica-Projektseite.</p>
<p>Noch einige weitere interessante Funktionen, die Laconica von Twitter abheben:</p>
<ul>
<li>XMPP/Jabber-Schnittstelle rein und raus f&#252;r die ›Dents‹ (›Tweets‹)</li>
</ul>
<ul>
<li> SMS-Versand der Botschaften</li>
</ul>
<ul>
<li> OpenID-Authentifizierung (fakultativ)</li>
</ul>
<ul>
<li> Cross-Posting zu Twitter</li>
</ul>
<ul>
<li> integrierte Hashtags</li>
</ul>
<ul>
<li> Gruppen &#8211; ist man in einer, bekommt man alle Botschaften von anderen mit <em>!Gruppenname</em> vorangestellt zugeliefert und kann selber so an eine breite Interessensschafft z.B. interessante Links liefern</li>
</ul>
<ul>
<li> URL-K&#252;rzung mit w&#228;hlbarem Dienst</li>
</ul>
<ul>
<li> Mehrsprachige Oberfl&#228;che (!!)</li>
</ul>
<p>Wie Twitter bietet auch Laconica eine API f&#252;r <a href="http://laconi.ca/trac/wiki/Apps">Desktop- und Mobilanwendungen</a> an, die schon einige ›Twitter-Clients‹ implementiert haben, man also wie aus einem Chat-Programm heraus schreiben und lesen kann.</p>
<p>Warum bringe ich den Artikel jetzt? Ich m&#246;chte die Menschen so schnell wie m&#246;glich auf die reale Twitter-Alternative aufmerksam machen. Es ist h&#246;chste Zeit und nun n&#246;tig, dass sich da etwas bewegt. Wir wollen keinen Monopolisten auf dem Gebiet Microblogging &#8211; die meisten ehemaligen strammen Twitter-Konkurrenten sind eingegangen, weil sie nur ihr geschlossenes Netz kannten und wenig Nutzer hatten.<br />
Aktuell ist die ›Marktsituation‹ so: Auf Laconica treiben sich Tech-Geeks und Nerds herum, speziell aus dem Open Source-Umfeld. Auf Twitter sind Blogger, Podcaster, leider noch die allermeisten Geeks, und der ›Mainstream‹.</p>
<p>Wer (au&#223;er mir <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ) noch gro&#223;en Einfluss hat, sind Zeitungen. Viele bieten Twitter-Feeds und manchmal Twitter-Aktionen an. Auch die Betreiber von Gewinnspielen, bei denen man etwas &#252;ber Twitter posten muss, um mitzumachen, w&#228;ren ein gutes Vorbild f&#252;r das Laconica-Rollout. Ich finde es sogar f&#252;r diese ›M&#228;chtigen‹ ein journalistisches und freiheitliches Armutszeugnis, nur einen Anbieter, und eben den geschlossenen zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Dann sollten die ganzen <a href="http://www.mbc09.de/2008/11/twitter-tools-galore/">Web-Twitter-Tools</a> Laconica-Konten lernen irgendwie zu unterst&#252;tzen. Diese Drittanbieterwerkzeuge f&#252;r Twitter machen denke ich einen signifikanten Teil des Langzeitspa&#223;es von Twitter aus.</p>
<p>Es muss jetzt etwas passieren. Facebook hat Twitters Kernfunkionalit&#228;t auch schon als ›Status‹ kopiert und jetzt muss schnellstm&#246;glich Laconica bekannt gemacht werden, ehe Facebook &#8211; und das tut es allen Ernstes hierzulande schon bei &#220;ber-40-J&#228;hrigen &#8211; auf dem Gebiet der Quasi-Standard wird &#8211; und vor einem Facebook als Microblogging-Monopolist habe ich noch sehr viel mehr Angst als vor Twitter.</p>
<p>Nun, die Technik ist da, die Seiten sind da, die Benutzer kommen langsam und ihr k&#246;nnt neue begeistern! Schaut euch mal <a href="http://bleeper.de">bleeper.de</a> an, registriert euch, macht es euch profiltechnisch gem&#252;tlich und schaut ein wenig umher, wen ihr interessant findet zu ›connecten‹ und macht vor allem mehr Leute auf das Laconica-System aufmerksam. Microblogging ist keine Randgruppenerscheinung mehr und als solche darf es daf&#252;r nicht nur einen zentralen, propriet&#228;ren und &#252;berm&#228;chtigen Anbieter geben!</p>
<p><em>Linkempfehlungen <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  :<a href="http://bleeper.de/frumble"><br />
Meiniges Bleeper-Profil</a>, <a href="http://twitter.com/frumble">Twitter-Profil</a> und eine <a href="http://www.hackerfunk.ch/index.php?id=31">Podcast-Episode zum Thema</a> vom Hackerfunk.</em><a href="http://bleeper.de/frumble"></a></p>
<p><strong><em>Update vom 10. September 2009:</em></strong><br />
Laconica wurde umbenannt zu <a href="http://status.net/">Status.net</a>. Man kann auf der gleichnamigen Seite eigene Status.net-Installationen anlegen, vom Prinzip her gleich wie Wordpress-Installationen auf wordpress.com, oder sich die gesamte Software herunterladen und selbst installieren. Nicht verwirren lassen. Weiterhin gibt es nat&#252;rlich Bleeper.de, Identi.ca und die anderen Laconica/Status.net-Seiten, da &#228;ndert sich &#252;berhaupt nichts.</p>
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		<title>Mein erster Disco-Besuch</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/02/23/mein-erster-disco-besuch/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 17:58:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Vorfeierlaune auf ihr abgeschlossenes Abitur im n&#228;chsten Jahr, luden die Abi-2010er in unserer Schule vergangene Woche f&#252;r eine Diskothekenveranstaltung in eine diesbez&#252;glich bekannte Einrichtung in Reutlingen ein.
Noch nie hat es mich zu Veranstaltungen mit vielen Menschen hingezogen, erst recht nicht dorthin, wo laute Musik spielt, und dann noch Musik, mit der ich nichts anfangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorfeierlaune auf ihr abgeschlossenes Abitur im n&#228;chsten Jahr, luden die Abi-2010er in unserer Schule vergangene Woche f&#252;r eine Diskothekenveranstaltung in eine diesbez&#252;glich bekannte Einrichtung in Reutlingen ein.<br />
Noch nie hat es mich zu Veranstaltungen mit vielen Menschen hingezogen, erst recht nicht dorthin, wo laute Musik spielt, und dann noch Musik, mit der ich nichts anfangen kann. Wie ich es aber <a href="http://www.frumble.de/blog/2008/03/16/ein-geek-auf-einer-schulparty/">schon letztes Jahr anfingt</a>, wollte ich mich selbst in eine solche Situation bringen; selbst die Erfahrung machen. Ohne Selbsterfahrung darf ich weder dar&#252;ber im Negativen, noch im Positiven sprechen, und gewiss fehlt mir so lange die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Qualia">Qualia</a> und somit das Verst&#228;ndnis um die Motivation der anderen, zu solchen Veranstaltungen zu gehen.</p>
<p>Es war kurz vor 22:00 Freitagabend. Vor dem Eingang der Einrichtung, die ich im Folgenden mit F4 abk&#252;rzen werde (um nicht den vollen Namen zu schreiben und dann durch Suchmaschinen nach diesem gefunden zu werden), dr&#228;ngelte sich eine Schlange von Jugendlichen in den Pavillon vor den Eingang, um nicht vom Nieselregen erwischt zu werden. Lange stand ich unter dieser keine zehn Meter langen &#220;berdachung, wartend, von einem der ›Pf&#246;rtner‹ meinen Personalausweis kontrollieren zu lassen – das erste Mal &#252;berhaupt mit meinen 17 ½ Jahren, dass ich ihn brauchte. Dann ging es durch einen Treppengang, der auf mich wie der auf abenteuerlich metallplattierte Wartebereich zu einer Achterbahn wirkte, um darauf hin den Wegzoll in H&#246;he von 3,50€ zu begleichen. Der Herr vor mir behauptete, 18 zu sein und auf Aufforderung, seinen Ausweis zu zeigen, lie&#223; er diesen in seinem Geldbeutel-Karten-Netz. Als er dann unter gr&#246;&#223;ter Anstrengung der Kassiererin trotzdem als unter 18 erkannt wurde, musste ich staunen, welche Moral hier herrschte. Denn selbst wenn er sich h&#228;tte reinmogeln k&#246;nnen, wenn etwas passieren w&#252;rde, bek&#228;me F4 die Schwierigkeiten&#8230;<br />
Ich bekam einen Stempel auf meine untere Handsehne und bog um eine Ecke. Mit meinem Blick nach rechts sprangen aus einer abgegrenzten Zone zwei M&#228;dchen aus meiner Klasse auf, begr&#252;&#223;ten mich &#252;berrascht, und fragten, was ich denn hier machte. Da wurden meine Jackentaschen grob von einem W&#228;chter aufgerissen, ich: »Schauen Sie, das sind ist nur mein Brillen-Etui und in der anderen ein zusammengestopfter Schal.« Nett hier, haha&#8230; Ich fragte eine der Klassenkameradinnen, ob es  nicht eine Garderobe g&#228;be, um meine Jacke aufzuh&#228;ngen, und ich wurde auf eine lange Schlange um eine Steinmauer herum verwiesen. Dort stand ich dann gute 10 min an, musste einen weiteren Euro zahlen und bekam das Nummernetikett meines Kleiderb&#252;gels, der vom Personal mit meiner Jacke in den langen Stangenreihen versenkt wurde.</p>
<p>Kaum auf dem Weg ins Geschehen, wurde ich schon von von ein paar weiteren netten Bekannten &#252;berrascht begr&#252;&#223;t. Danach erforschte mein Blick zum ersten Mal die Pr&#228;senz dieser Lokalit&#228;t. Gerade vor mir eine Tanzfl&#228;che, weiter davor auf einer Anh&#246;he ein Pult mit dem DJ, rechte Seite entlang der Tanzfl&#228;che eine Bar, linke Seite und in einer Herumf&#252;hrung einer Begrenzung zum Eingang hin eine niedrige Plattform mit B&#228;nken. Beidseitig neben dem DJ-Pult standen je drei &#252;bereinandergestellte Bildschirme, die Silhouetten mit wechselfarbigen Hintergrund von sich l&#252;stern r&#228;kelnden, scheint&#8217;s kaum bekleideten, jungen Frauen zeigten, ohne dabei die Visualisierung an die Stimmung der Musik anzupassen. &#220;ber mir verstreut an der Decke des Raumes Disco-Kugeln, an den Seitenl&#228;ngen feste Lichterinstallationen.<br />
Sollte mir dieses Ambiente dank filmischer Bildung nicht neu sein (bis auf die Damen), war es noch mal etwas v&#246;llig anderes, tats&#228;chlich selbst darin zu stehen. Zaghaft infusionierente ich mich entlang der rechten Seite ins Geschehen. OK&#8230; Also, die tanzten hier, anscheinend in Stilfreiheit, jeder f&#252;r sich. Mein Blick klebte auf den DJ, wie auf einen Gruppen-Yoga-Trainer. Rhahr&#8230; Ich riss mich los und versuchte mich zur Musik zu bewegen. Die ersten zehn Minuten starrte ich immer gebannt auf den DJ, das muss sehr au&#223;ergew&#246;hnlich ausgesehen haben, wie sich da einer irgendwie anstellt zu tanzen und unentwegt gebannt seinen Blick und Kopf auf den Musik-Mischer richtet&#8230; Diese Unsinnigkeit begriff ich zwar recht schnell, aber brauchte doch &#252;ber zehn Minuten, mich von der Gestalt dort oben zu verabschieden und zu probieren, Menschen ins Gesicht zu sehen.<br />
Das klappte erst mal auch nicht so recht, ich war so befangen fasziniert von der grellen Lichterinstallation. Einfarbige helle Scheinwerfer an der Decke, eine sture Abfolge hintereinander durchgehend und dann die Intermezzos mit Farbenspielen von irgendwoher; ich versuchte eine Logik darin zu erkennen, aber fand keine.</p>
<p>Nach einer Verschnaufpause am Rand und einem zweiten Start wagte ich mich noch einmal in das Get&#252;mmel und bekam die Anteilnahme nun bewusster hin. In den Bewegungen der anderen konnte ich keine Schw&#228;rme und Laufwege erkennen. Es schien, jeder entschied aufgrund eigener, mir unbekannten Motive, einen bestimmten Punkt aufzusuchen.<br />
Mir kam auch ein hilfreicher Gedanke, der mir &#252;ber die mir eigene Zur&#252;ckhaltung hier ein St&#252;ck weit hinweg half: Ich dachte mir, es ist Fasching, es macht nichts aus, wenn Du da jetzt mitmachst. Au&#223;erdem f&#228;llt es geradezu auf, sich nicht so leidenschaftlich wie die anderen zu verhalten.</p>
<p>Zur Musik: Gespielt wurden schlecht-gecoverte Versionen von St&#252;cken auf gef&#228;hrlich gro&#223;en Lautsprechern mit &#228;u&#223;erst schlechten Tonh&#246;hen.<br />
Wenn der Mann schon nicht selber singt, k&#246;nnte er dann nicht wenigstens die Originale spielen? Sind die Lizenzkostendifferenzen da so ausschlaggebend?<br />
Ansonsten liefen, ja, ich kenne mich da nicht aus, ich denke Techno- und House-Titel. Nichts besonderes, keines davon markant melodisch, alles nebliges Gesabbel, um den Tieft&#246;ner ins Schwingen zu bringen.</p>
<p>Auf der Tanzfl&#228;che lagen Flaschen. Ist denn das erlaubt, Getr&#228;nke da mit rauf zu nehmen? Jedenfalls sammelte ich ein paar auf und brachte sie zur Theke; ich f&#252;hlte mich daf&#252;r verantwortlich, dass niemand zu Schaden kommt, gerade wenn ich so etwas mitbekomme. Je sp&#228;ter es wurde, umso enger und dichter ward die Gesellschaft auf der Fl&#228;che. Gerempelt und weggedr&#252;ckt zu werden, wurde legitim, auch wenn es meinem Gef&#252;hl nach jeder versuchte, bei anderen zu vermeiden. Ach &#252;brigens, das Alter hab ich noch ganz vergessen: Die Palette fing bei 16-J&#228;hrigen an (wenngleich ich mich wunderte, wie viele Menschen schon 16 sein m&#246;gen und nicht danach aussehen – bislang dachte ich immer, nur ich s&#228;he nicht altersgem&#228;&#223; aus&#8230;), erreichte ihre Dichte bei 17- und 18-J&#228;hrigen und ging entfernt in weit geringerem Ausma&#223;e hoch bis noch vielleicht 22.<br />
Im Suchen in der Menge konnte ich nur &#228;u&#223;erst wenige Brillen ausmachen. Ein Zeichen&#8230;? <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Auf dem Ausklang der linken Seite bemerkte ich bald ein paar Jungen aus einer Parallelklasse und wurde hergewunken. Interessant zu sehen, wie die ›abgingen‹, wohl unter Alkoholeinfluss.</p>
<p>Muss ich noch erw&#228;hnen, dass ich keinen Alkohol trank? Ich trank sogar gar nichts von den dort feilgebotenen Getr&#228;nken; das Billigste fing bei 1,80€ an. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  So verwendete ich beherzt auf dem Klo-Waschbecken meine H&#228;nde als Trinkschale&#8230; (Meine Eltern erz&#228;hlten mir &#252;brigens, »zu ihrer Zeit« w&#228;re im Eintrittspreis einer Diskothek immer schon ein Getr&#228;nk inbegriffen gewesen&#8230;)</p>
<p>Mich kannten erstaunlich viele Leute und ich haderte immer mit meinem schlechten Namensged&#228;chtnis, das mich aber meistens dann doch im Stich lie&#223;. &#214;fters wurde ich in begeisterten Ton auf bestimmte M&#228;dchen meiner Klasse angesprochen&#8230; (»Hey, Du bist doch bei DER in der Klasse?&#8230;«)</p>
<p>Damit er&#246;ffne ich ein neues Thema. Ein Vorfall, der mich besch&#228;ftigt hat:<br />
Ein M&#228;dchen, das in einer Dreiergruppe mit Freundinnen dastand, sprach mich gegen die Musik k&#228;mpfend an: »Hi! Woher kommst Du?« »Hm, was sagt man da gew&#246;hnlich?«, fragte ich verdutzt und l&#228;chele verschreckt. »Aus welcher Stadt? Reutlingen oder so?« »Ja, Reutlingen.« »Cool.« &#8211; Sie drehte sich kurz um, und hat wahrscheinlich darauf gewartet, dass ich sie gleich wieder anspreche. Habe ich aber nicht.<br />
Jaaa, ich wei&#223;, was ich falsch gemacht habe und wie ich es h&#228;tte richtig tun k&#246;nnen. Aber ich wei&#223;, was mir in dem Moment durch den Kopf ging.<br />
Das h&#228;tte genauso gut ein Junge sein k&#246;nnen (wie es mir dann im Laufe des Abends noch ein paar mal &#228;hnlich passierte) &#8211; ich kann keinen Smalltalk f&#252;hren. In drei W&#246;rtern und ihrer ganz eigenen Aussprache liegen f&#252;r mich auch schon zig abstrakte M&#246;glichkeitswelten einer Deutung und ich versuche instinktive R&#252;ckschl&#252;sse auf den Gedankengang des Gegen&#252;bers zu ziehen. In solch einer Situation mit Fremden bin ich nicht selten partout &#252;berlastet; ich bekomme zu viel Input rein und er&#246;ffne zu viele Bearbeitungsschritte, bis ich dann eigentlich zur Beurteilung kommen sollte, aber mich mein Denken l&#228;hmt. Ich wei&#223; nicht mehr, wie viele Selbsterinnerungen und Geschichten mir in dieser einer Sekunde in das Bewusstsein kamen, die in sich dann auch teils wieder emotionale Reaktionen ausl&#246;sten.</p>
<p>Und &#252;berhaupt zu erst einmal war ich verdammt verschreckt, von einem M&#228;dchen angesprochen zu werden.<br />
Was ich nach au&#223;en von meinem Ich zeige, ist meinem Eindruck nach nur ein schwacher Abdruck meines wahren Selbst. Darum sehe ich andere, die sich f&#252;r diesen Maxi interessieren, den sie erleben, nie wirklich f&#252;r mich interessieren, sondern f&#252;r dieses unfertige, makelhafte, kommunikations- und gemeinschaftsunf&#228;hige Ich, und das bin nicht ich, das ist das, was ich gerade so von mir zeigen kann. Dass es mir so ergeht, ist eine Folge von dem, dass ich eben seit Jahren nur daheim sitze, auf hohem Niveau mit hellen K&#246;pfen chatte und meine eigentliche Entwicklung in dem Bereich dort stattfand &#8211; gerade umgekehrt zu der des ›Normalen‹. (Das wird nat&#252;rlich von niemandem so anerkannt&#8230;) Da gewinnt die Beschreibung ›Kopfmensch‹ eine ganz neue Gr&#246;&#223;e.<br />
Ganz sachte erhebt sich in mir langsam die Idee, dass ich vielleicht doch nicht so schlecht nach au&#223;en bin wie ich denke&#8230; Jedoch werde ich Ann&#228;herungsversuche von Jungen wie auch von M&#228;dchen wohl erst in mir auf der entscheidenden Ebene f&#252;r relevant und ›echt‹ halten k&#246;nnen, wenn mir mein Selbstwertgef&#252;hl f&#252;r mein &#228;u&#223;eres Ich andere Dinge reflektiert.</p>
<p>Beim Tanzen spielte mich mancher einer M&#228;dchengruppe zu oder ich bekam Avancen &#8211; hui&#8230; *fr&#246;stel* &#8211; Intuitiv, und das ist traurig, das Wort in dem Kontext verwenden zu m&#252;ssen, wand ich mich ab oder wich aus. Der Grund&#8230; Ich glaube, ich will fair sein, fair und ehrlich. Wegen meiner speziellen Sicht auf mein inneres und &#228;u&#223;eres Ich m&#246;chte ich niemanden mit dem ›falschen‹ besch&#228;ftigen oder konfrontieren. Und ein Bisschen bin ich auch entsetzt &#252;ber das Gegen&#252;ber, dass es sich f&#252;r so einen interessiert – und gebe ihm damit einen Stempel »Irrer«. Oh ja, das ist nicht gut&#8230; Es erstaunt mich zwar, dass diese Erkenntnis bei so etwas wie einer Disco kommt (das hatte wahrscheinlich irgendeinen Grund in der neuen Situation und anderen angeregten Hirnarealen), aber hier ist es mir nur bewusst geworden; die wahren Erlebnisse, die dieses Ph&#228;nomen bei mir aufzeigen, erlebte ich schon lange Zeit im Alltag.</p>
<p>Wenn ich in anscheinender Irrationalit&#228;t (die in ihrer Absurdheit Sinn er&#246;ffnet) Witze und Bemerkungen mache, werde ich in meinem Umgang in der Schule meistens nicht verstanden und f&#252;r einen Au&#223;enseiter erkl&#228;rt (dabei sind meine Bemerkungen doch oft eigentlich so clever&#8230;).<br />
Hier drehte sich das um: Waren bisher die anderen die rein Rationalen und f&#252;r mich Verst&#228;ndnislosen, lie&#223;en diese nun jede tiefere Logik fallen und verhielten sich so irrational, wie ich selten Jugendliche erlebe.<br />
Doch es war kein Chaos, keine Anarchie der Bestrebungen; diese ihre neue Art hatte einen ganz eigenen Taktgeber, etwas, was ich nicht verstehe. In sich Freude und Lust am gegenw&#228;rtigen <em>Sein</em>, in dem Moment lebend, anscheinend verbindend in der Menge und dann doch egoistisch.</p>
<p>Diesen Bewusstseinszustand kenne ich von mir nicht, ich kann ihn so nicht erleben. Ich bin st&#228;ndig am allumfassenden Analysieren, Abw&#228;gen, Beurteilen, Mustererkennen und prognostizieren. Und nat&#252;rlich m&#246;chte ich alles wahrnehmen und mitbekommen, was sich in meiner Umgebung abspielt. Die Konsequenzen daraus w&#252;rden manche eine Konzentrationsst&#246;rung nennen, aber das ist es nicht, es ist der Wille nach Wissen, nach Macht, nach einer Waffe gegen andere, in dem ich besser und weiter bin als sie; ich bin mir dessen bewusst, dass sie nur in meinem Kopf sein kann.<br />
Ist diese meine Hochanalyse-Praxis doch auf die Menge einer Schulklasse eingespielt, bekomme ich bei so viel Input wie auf einer Disco damit den <a href="http://www.festland-verlag.com/zb/2/2.10.htm">totalen Overhead</a>. Es stresste mich ungeheuer, diese vielen Informationen wahrzunehmen, zu verarbeiten, zu bewerten und abzulegen, diese vielen feinen Informationen, von denen ich sicher bin, dass andere sie nicht wahrnehmen. Das ist eine verflixte Begabung, mehr Details wahrzunehmen, aber sie dann auch verarbeiten zu m&#252;ssen. Und andere k&#246;nnen ihre Mitmenschen ganz ausblenden und nur f&#252;r sich leben, das kann ich nicht. Ich habe nicht Furcht vor Blo&#223;stellung, ich habe eine zu starke ›Menschenliebe‹, das Bed&#252;rfnis, Hilfe zu geben, wo es nur in meinen M&#246;glichkeiten liegt. Und so selbstverst&#228;ndlich das f&#252;r mich ist, so stark vermisse ich es ungl&#228;ubig &#252;berrascht an anderen.</p>
<p>Nun, das forderte also f&#252;r mich eine sehr hohe Konzentration. Dazu kam meine Unerfahrenheit beim Tanzen, so dass ich mich umschaute und eine Geste nach der anderen versuchte zu lernen. In der Hauptzeit dann war das immer noch eine hohe Konzentrationsaufgabe: Ich konnte das alles nicht intuitiv, wie offenbar die Menge hier, ich war im Kopf hellwach und wirklich angespannt im absoluten Stress, wie ich mich hier positioniere, m&#246;glichst ohne l&#228;cherlich zu wirken und zu stark aufzufallen.<br />
H&#228;tte ich mittendrin die Wahl bekommen, eine Franz&#246;sisch-Arbeit zu schreiben, oder in dieser ›Matrix‹ weiterzumachen, h&#228;tte ich gerne die Arbeit gew&#228;hlt, ehrlich (wenn es aber auch nur ein wirklicher Matrix-Wechsel gewesen w&#228;re, sprich, die Welt dort ohne mich nicht mehr weitergelaufen w&#228;re, denn das hielt mich auch dort und lie&#223; mich nicht nach Hause wandern, neben meinem Ehrgeiz f&#252;r meine Selbsterfahrung).</p>
<p>Gespr&#228;che mit intellektuellem Charakter waren bei dem ›L&#228;rm‹ unm&#246;glich. Das geh&#246;rt aber wahrscheinlich zum Konzept einer Disco; sich nicht mehr durch blo&#223;e Kopf- und sprachliche Ausdrucksst&#228;rke etablieren zu k&#246;nnen und somit alle in begrenztem Ma&#223;e gleichzumachen.</p>
<p>Kurze Zeit bevor der DJ die anwesenden Unter-18-j&#228;hrigen aufrief, sich langsam auf die Heimreise zu machen, erschienen noch ein paar weitere Klassenkameradinnen von mir, die mich auch &#252;berrascht begr&#252;&#223;ten. Ich nehme an, die lie&#223;en sich einen ›<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muttizettel">Muttizettel</a>‹ ausf&#252;llen, um l&#228;nger bleiben zu d&#252;rfen. Ich verabschiedete mich von ein paar Bekannten, die ich noch sah.<br />
An der Garderobe stand ich erst &#252;ber 10 min falsch an (war aber damit nicht alleine!) und wurde, als ich einen Warteplatz am Tresen einforderte, der mir nach dieser Zeit schon lange zustand, von einem betrunkenen Proleten, der gerade erst in die Schlange kam und auch etwa mein Alter hatte (wenn dabei auch immens bespeckter gebaut) mit beiden H&#228;nden nach hinten geworfen. Br&#252;ll, Quak, Plutsch&#8230; »Gaaanz ruhig.«, ich beschwichtigte mit einer Handgeste. »Gaaanz ruhig. Ich tu dir nichts, ich will keinen Streit. Ich war trotzdem vor dir, und das wei&#223;t Du.« »Jetzt bin ich aber vorne!!« &#8211; Ich dachte mir nur, das ist Karma, ich brauch ihm nichts zur&#252;ckzuzahlen, das kommt auf ihn ohne mein Zutun zur&#252;ck. Und genau da wurden unsere Traube auf die eigentliche Schlange von einem dieser W&#228;chter aufmerksam gemacht.</p>
<p>Raus ging es wieder durch den Eingang, wie einfallslos. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Den gleichen Abenteuerattraktionen-Gang zur&#252;ck, hinaus in den Regen, der mittlerweile st&#228;rker geworden war. Ich lief den Weg zu Fu&#223; nach Hause, bald rannte ich, und nahm die Brille ab, denn ohne sie sah ich mittlerweile besser als mit ihr. Ich kam, am Oberk&#246;rper gl&#252;cklicherweise wenig ben&#228;sst, um kurz vor ein Uhr Nachts daheim an.</p>
<p><em>Mein Fazit:</em><br />
Gerade diese Erkenntnis, dass mein &#228;u&#223;eres Selbstbewusstsein tief im Keller ist, hat den Besuch gelohnt. Das Bewusstsein darum habe ich aus dem Sinn verloren, ich hatte das schon mal. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt hin zu einer Konsolidierung und schlie&#223;lich einem heilenden L&#246;sungsprozess.</p>
<p>Die zwei Stunden, die ich dort war, konnte ich mich wahrlich nicht am&#252;sieren. Zu intensiv die Eindr&#252;cke, zu gro&#223; der Stress, zu viel Kopfarbeit. Zu viele Dinge, die ich nicht kenne und nicht kann. Ich f&#252;hlte mich in jedem Moment als Fremdk&#246;rper. Einer, der die Regeln nicht kennt, der nicht wei&#223; wie gespielt wird, und der nicht den Bewusstseinszustand dieser Mengengruppe teilt.</p>
<p>Ich m&#246;chte noch anmerken, dass die meisten meiner hier beschriebenen Gedanken mir nicht erst bei der Arbeit an diesem Artikel kamen, sondern unmittelbar w&#228;hrend meinem Aufenthalt in der Disco. Die haben mich nat&#252;rlich dann auch noch mal bek&#252;mmert und resigniert.<br />
Kann mir bitte irgendjemand best&#228;tigen, dass das nicht normal ist? Danke.</p>
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		<title>Gesch&#252;tzt: Mein 2008 &#8211; gek&#252;rzte Fassung</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 22:35:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt keine Kurzfassung, da dies ein gesch&#252;tzter Artikel ist.]]></description>
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		<title>Gesch&#252;tzt: Mein 2008</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2008 19:08:41 +0000</pubDate>
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		<title>Kinoeindr&#252;cke zu WALL·E</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2008 21:04:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorgestern zog es mich, nachdem der Film jetzt doch schon seit Ende September l&#228;uft, ins Kino in Pixars achten Animationsfilm WALL·E. Prinzipiell widerstrebt es mir, in einen Film zu gehen, der so viel Fernseh- und Plakatwerbung bekam, die, so witzig sie ist, doch mit der Zeit auch ziemlich genervt hat. Mit Werbung will ich weitermachen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestern zog es mich, nachdem der Film jetzt doch schon seit Ende September l&#228;uft, ins Kino in Pixars achten Animationsfilm WALL·E. Prinzipiell widerstrebt es mir, in einen Film zu gehen, der so viel Fernseh- und Plakatwerbung bekam, die, so witzig sie ist, doch mit der Zeit auch ziemlich genervt hat. Mit Werbung will ich weitermachen: Es war ein sehr gro&#223;er Fehler von mir, <a href="http://www.moviemaze.de/media/trailer/3391,wall-e.html">alle ver&#246;ffentlichten Trailer</a> schon lange vor dem Kinogang gesehen zu haben. Die Charaktere und ihre Bewegungsweisen &#252;berraschten mich keinen Deut mehr, das wurde mir deutlich, als die &#8220;Mitinsassen&#8221; der Vorstellung zu Momenten ge-oht und ge-wowt haben, die mir nur noch den Kopf schr&#228;g legten und in meinem Gesicht ein erwartendes L&#228;cheln hervorriefen.<br />
Das Kino: Seit dem in tiefem Christentum braven Prinz Kaspian hatte ich mir vorgenommen, nicht mehr in das <a href="http://www.cineplex.de/kino/home/city43/">Reutlinger Cineplex</a> zu gehen. Das Bild war grauenhaft verzerrt, hatte viele Fehler und der Ton war viel zu leise. Halten konnte ich mir den Vorsatz nur bis &#252;ber Batman &#8211; The Dark Knight, f&#252;r den ich mit meiner Mutter nach Stuttgart ins <a href="http://www.cinemaxx.de/cinema/">Cinemaxx</a> fuhr &#8211; ein komplett anderes Kinoerlebnis, wenn es jetzt noch digital w&#228;re, k&#246;nnte man das die Perfektion nennen. F&#252;r WALL·E war mir dann doch der Weg alleine nach Stuttgart zu umst&#228;ndlich und ich h&#228;tte dabei die irre Bahn bem&#252;hen m&#252;ssen (Gott bewahre) und so reservierte ich mir online eine Karte f&#252;r 18:30, sprintete um 18:34 von daheim los, kam um wohl 18:40 am Kino an und hatte noch Zeit, auf&#8217;s Klo zu gehen, ehe <a href="http://wua.la/Pixar+und+mehr/Presto+-+Pixar+%282008%29.avi">der Vorfilm, Presto</a> (den ich Schelm nat&#252;rlich auch schon kannte) begann. Also, f&#228;nde ich mich um mein Zeitmanagement nicht cool, w&#228;re ich der Werbung wegen dem Kino ja sauer&#8230; Die T&#252;te billiges Supermarkt-Popcorn unter der Jacke wurde ebenso wenig ausgemacht, wie der HD-Camcorder; ne, das war jetzt Spa&#223;. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  (Ja, das war <em>Spa&#223;</em>! Ehrlich!)<br />
In dem Saal war zwar das Bild ertr&#228;glich, aber mal so was von klein (gesch&#228;tzte 12m-Leinwand waagrecht) und der Ton wieder erstaunlich leise und absolut unspektakul&#228;r, dass ich mich frage, wohin diese Kino-Kette ihr Geld aus den Wucher-7€-Karten und Wucher-Fressalien pumpt.<br />
Zur Handlung an sich will ich nicht viele Worte verlieren, da gibt es die zugem&#252;llte Erde und die Menschen, die vor 700 Jahren in einem Luxus-Freizeit-Raumschiff das Weite gesucht haben (unter ihnen sind &#252;brigens nur Wei&#223;e und Schwarze, aber keine Mischungen und keine Gelbh&#228;uter) und die Erde einer Schar &#8220;Waste Allocation Load Lifter&#8221;, kurz WALL·E, zum Aufr&#228;umen &#252;berlassen haben. Nach dieser Zeit ist der einzige &#252;briggebliebene dieser Roboter so weit, dass er ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat, und sich die Abende &#252;ber Filme auf einem iPod Video (5G?) ansieht. Anscheinend reicht ihm seine Kakerlake als Kumpane nicht und so h&#228;lt er seine eigenen H&#228;nde bei &#8220;Hello, Dolly!&#8221; &#8211; bis ein Erkundungsschiff mit der anfangs noch recht aggressiven Roboterdame EVE (Extraterrestrial Vegetation Evaluator) die Erde besucht &#8211; und er sich spontan in sie verliebt. Dann wird sie nat&#252;rlich wieder abgeholt, nachdem sie etwas auf der Erde gefunden hat, und WALL·E klemmt sich mit an den Transporter, bis er schlie&#223;lich auf den Spaceliner zu einer Horde anderer Roboter kommt und er diverse kleine irrwitzige &#8220;Abenteuer&#8221; mit EVE gegen das Zentralorgan des Schiffes, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HAL_9000">HAL 9000</a>-Humage &#8220;OTTO&#8221;, der die Menschen nicht zur&#252;ck zur Erde lassen will, besteht, als dann der von &#220;bereifer gepackte Kapit&#228;n es gegen OTTO aufnimmt und die Menschheit irgendwie gerettet ist &#8211; denn sie kann jetzt zur&#252;ck zur Erde&#8230;</p>
<p>Die Handlung spielt bei WALL·E eindeutig eine untergeordnete Rolle und kommt narratorisch lange nicht an einen Ratatouille oder Nemo heran. Die ersten drei&#223;ig Minuten kommt der Film ganz ohne Worte aus, eine beeindruckende Leistung f&#252;r einen Animationsfilm. Die k&#252;nstlerische Perfektion der Landschaften, Roboter und des Alls so wie der Mimik der Roboter &#8211; was sich alleine schon unglaubw&#252;rdig und fast unm&#246;glich anh&#246;rt &#8211; sind die Ausmachungen des Films. Action gibt es verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig, daf&#252;r eine Menge Slapstickeinlagen und, in einem f&#252;r Pixar bis dato ganz neuem Verh&#228;ltnisma&#223;, bezaubernd viel Liebe. Die Liebe ist hier Handlungsmotor, wie ich es zuletzt bei einem Disney-Film wie Die Sch&#246;ne und das Biest (1991) erlebt hatte. Vielleicht gerade darum, sollten sich Eltern auf den ein oder anderen G&#228;hner ihrer Kinder w&#228;hrend denn tiefen LCD&lt;-&gt;Fernglas-Blicken gefasst machen, grunds&#228;tzlich sollte man schon etwas mit dem Thema Liebe anfangen k&#246;nnen.<br />
Interessant f&#252;r Geeks: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Ive">Jonathan Ive</a> von Apple (Pixar geh&#246;rt ja quasi Steve Jobs) durfte an EVE mitbasteln, macht man sich das bewusst, sieht das spitze, wei&#223;e, eigerf&#246;rmige Wesen aus wie ein (retro-)futuristischer iPod. Auch bei jedem &#8220;Neustart&#8221; von WALL·E und dem dann ert&#246;nenden Mac-Startsound musste ich wiehern und erbrachte mir so unverst&#228;ndnisvolle Blicke meiner Nebensitzer ein. Den in einem Pixar-Film obligatorischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pixar_Animation_Studios#Versteckte_Anspielungen">Pizza-Planet-Truck</a> konnte ich diesmal nirgends sichten, vielleicht irgendwo in all den Schrottbergen auf der Erde?<br />
Ein Logikfehler, der mich nicht losl&#228;sst: Warum bitte entschied die Firma &#8220;Buy&#8217;n Large&#8221;, die das Luxus-Raumschiff gebaut hat und der offenbar auf der Erde alles geh&#246;rte (Resident Evils Umbrella Corp. l&#228;sst gr&#252;&#223;en), schon vor 700 Jahren, dass die Menschheit nie auf die Erde zur&#252;ckkehren d&#252;rfe? Wurde da etwa geschnitten? Ich verstehe es nicht, das ist sinnlos. Ich hatte eine KI-Verschw&#246;rung gr&#246;&#223;ten Ausma&#223;es in Erinnerung an &#8220;I, Robot&#8221;s V.I.K.I. erwartet, aber hier sind die Roboter nur die Sklaven-Diener der verfetteten und durch die schwache Gravitation unbeweglich gewordenen Menschen ohne echten eigenen Standpunkt. Das mag auf Kinder vielleicht weniger komplex und verst&#246;rend wirken (immerhin bedeutete ein eigener Standpunkt der Roboter schlussfolgerichtig, dass sie sich gegen die Menschen richten k&#246;nnten und das hat Angst-Potenzial) aber f&#252;r mich fehlt so der Ausmacher des Roboter-Genres und einmal mehr begriff ich den Film als f&#252;r Kinder gemacht. Ja, w&#228;re da nicht das Ding mit der Liebe, paradox, nicht wahr? Das Thema der Umweltverschmutzung wird eher kom&#246;diantisch vorgesetzt, als f&#252;r Ratatouilles Gourmet &#8220;Ego&#8221; raffiniert zubereitet. Da h&#228;tte ich doch wirklich mehr erwartet, es h&#228;tte die Geschichte exzellent hergegeben. Etwas verwirrt bin ich &#252;ber das Ende, als die inzwischen lebensfernen Menschen auf die immer noch verm&#252;llte Erde (OK, SPOILER-ALARM! Aber gebt&#8217;s zu, Leute, darauf w&#228;rt ihr auch selber gekommen) zur&#252;ckkehren und das als gl&#252;ckliches, erstrebenswertes Ziel sehen &#8211; f&#252;r mich ist das ihr sicherer Tod, aber na gut. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/WALL-E">Wikipedia &#8220;schreibt&#8221;</a>, im Abspann s&#228;he man, wie sich die K&#246;rper der fettleibigen Monster zur&#252;ckentwickelten und wie die Erde wieder ein Paradies w&#252;rde; ich blieb bis nach dem Abspann im Kino, nach der diesmal sehr &#252;bersichtlichen Aufz&#228;hlung der deutschen Synchronstimmen ging direkt das Projektorlicht aus und der Vorhang fiel.</p>
<p>Unter&#8217;m Strich bleibt ein fantastischer Familienfilm mit Stoff f&#252;r alle Altersgruppen, der Erwachsene &#252;ber die zahlreichen Anspielungen auf Klassiker der Science-Fiction zum Schmunzeln bringt und Kinder &#252;ber WALL·Es tollpatschig-s&#252;&#223;es Verhalten zum Lachen. Ansonsten bietet &#8220;WALL·E &#8211; Der Letzte r&#228;umt die Erde auf&#8221; eine, wie von Pixar gewohnt, erneut ma&#223;stabheraufsetzende Optik und erstmals eine Spur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dystopie">Dystropie</a>.</p>
<p>F&#252;r Interessierte empfehle ich noch drei Blog-Artikel, die ich sehr erhellend fand und aus denen ich ganz frech ein paar Ideen f&#252;r mich klaute:</p>
<ul>
<li><a href="http://misssophie.wordpress.com/2008/09/28/filmkritik-wall%C2%B7e/">Filmkritik: “Wall·E” auf Miss Sophies Blog</a></li>
<li><a href="http://www.kingoli.net/blog/2008/09/28/wall-e/">&#8220;Wall-E&#8221; auf The KingOli Blog</a></li>
<li><a href="http://www.blog-ha.us/?p=1727">Filmkritik: &#8220;Wall-E&#8221; auf Das Blog-Ha.us</a></li>
</ul>
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