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	<title>Frumble201 &#187; Berichte und Artikel</title>
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		<title>Zeiten des Aufruhrs: Die Desktop-Frage 2011 &#8211; Eine Analyse</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 10:11:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Linuxnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Mac OS X(86) und Apple]]></category>

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		<description><![CDATA[»I don&#8217;t want you to think of this as just a film &#8211; some process of converting electrons and magnetic impulses into shapes and figures and sounds &#8211; no. Listen to me. We&#8217;re here to make a dent in the universe. Otherwise, why even be here? We&#8217;re creating a completely new consciousness, like an artist&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»<em>I don&#8217;t want you to think of this as just a film &#8211; some process of converting electrons and magnetic impulses into shapes and figures and sounds &#8211; no. Listen to me. We&#8217;re here to make a dent in the universe. Otherwise, why even be here? We&#8217;re creating a completely new consciousness, like an artist or a poet. That&#8217;s how you have to think of this. We&#8217;re rewriting the history of human thought with what we&#8217;re doing.</em>« —Steve Jobs im Spielfilm &#8220;Pirates of Silicon Valley&#8221;, 1999</p>
<p>Ein Zitat, das mir vermittelnd-bezeichnend zu sein scheint f&#252;r den Geist des Umbruchs, den wir gerade erleben. Denn es passieren Dinge auf der Welt, die unsere Gedankenwelt ver&#228;ndern, weil wir sp&#252;ren, dass es Zeit daf&#252;r ist.<br />
Doch hier soll es um Linux gehen, und auch dort l&#228;sst sich das Zitat einsetzen. Kein anderes Thema war in diesem Jahr im Linux-Umfeld so aufregend wie der Kurs des Linux-Desktops. Es fanden bedeutende Entscheidungen und Ver&#246;ffentlichungen statt, die mit dem alten Paradigma der Benutzeroberfl&#228;che brachen, einfach, weil man fand, es sei an der Zeit.</p>
<p>Ich m&#246;chte den Versuch wagen, ein wenig die Zusammenh&#228;nge und Ideen zu beleuchten, die die Projekte ausmachen, die mich dieses Jahr so umtrieben. Es ist offensichtlich: Die Reise geht hin zu Touch-optimierten Oberfl&#228;chen und einer radikalen Zuwendung zu Applikationsorientierung und Semantik, weg von der makrokosmisch offenbarten strukturellen Technik. Oftmals fragt man sich: Gibt es abseits dessen eine Langzeitvision, ist da was? Meine Betrachtung ist offen subjektiv und ich lade zur Diskussion ein.<br />
Es wurde so viel geschrieben. Die Arbeit, die neuen Desktop-Umgebungen bis ins Detail vorzustellen, haben andere gemacht und an Ende dieses Beitrags habe ich einige Links gesetzt.</p>
<p><em>Kapitel:</em><br />
<em><a href="#revolution">1 &#8211; Revolution statt Evolution</a></em><br />
<em><a href="#unity">2 &#8211; Unity — die UI-Konzept-Katastrophe</a></em><br />
<em><a href="#compiz">3 &#8211; Compiz als Grundlage</a></em><br />
<em><a href="#canonical">4 &#8211; Canonical, der Schurke</a></em><br />
<em><a href="#flucht">5 &#8211; Flucht!</a></em><br />
<em><a href="#kde">6 &#8211; KDE</a></em><br />
<em><a href="#software-architektur">7 &#8211; Der Wert einer sch&#246;nen Software-Architektur</a></em><br />
<em><a href="#integriertheit">8 &#8211; Von Integriertheit und Harmonie</a></em><br />
<em><a href="#plattform">9 &#8211; Plattform vs. &#214;kosystem</a></em><br />
<em><a href="#featureregressions">10 &#8211; Feature Regressions</a></em><br />
<em><a href="#philosophie">11 &#8211; Philosophische Erg&#252;sse</a></em><br />
<em><a href="#zukunft">12 &#8211; Wo es denn nun hingeht</a></em><br />
<em><a href="#konvergenz">13 &#8211; Neue Ger&#228;teklassen und die Konvergenz</a></em><br />
<em><a href="#finale">14 &#8211; Finale</a><br />
<a href="#artikel">15 &#8211; Auswahl weiterf&#252;hrender Artikel</a><br />
</em></p>
<p><strong>1 &#8211; Revolution statt Evolution</strong><a name="revolution"></a><br />
<img class="size-full wp-image-1487 alignleft" title="GNOME-Logo" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/gnome-logo.png" alt="" width="199" height="76" />Mit Version 3 wurde GNOME seinem seit der Ver&#246;ffentlichung von Version 2 gef&#252;hrten Entwicklungsmodell untreu, das viele kleine stetige Verbesserungen statt die Konzentration auf gro&#223;e Neuerungen bedeutete. Ergebnis dieser Anstrengungen von 2002 bis 2009 war ein Desktop Environment, ziemlich nah an der Marke, die man Perfektion nennen k&#246;nnte: Hohe Produktivit&#228;t, kurze Mauswege, reich an Individualisierungsm&#246;glichkeiten.<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/06-der-fertige-desktop.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-973" title="GNOME 2, um 2009" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/06-der-fertige-desktop-150x84.jpg" alt="" width="150" height="84" /></a>Doch die Entwicklung stagnierte, man hatte sich im konzeptionellen Design verfahren. Viele neue Ideen, die die Nutzer w&#252;nschten, erschienen ungeeignet f&#252;r die Art, wie man GNOME mit seinen Panels, Applets und Systray bediente. Der ganze Desktop war Datei-orientiert aufgebaut: Dateien im Dateisystem, nicht Informationen des Nutzers. F&#252;r Forderungen wie Benachrichtigungsblasen konnte man im GNOME-Projekt keine Umsetzungsm&#246;glichkeit finden. Es gab eine Menge Ideen die man h&#228;tte integrieren k&#246;nnen, die Umsetzung aber w&#228;re nicht ganzheitlich gewesen, weil sie das bisherige konsistente UI-Konzept unterlaufen h&#228;tte, mit bestehenden runden Paradigmen gebrochen h&#228;tte.<br />
Auftritt Canonical 2008: Der vom GNOME-Projekt viel geliebte Ubuntu-Distributor emanzipiert sich. „Sie liefern die beste GNOME-Distribution, sie liefern GNOME so aus, wie es wirklich ist!“, war der Chorus bisher. Canonicals Ayatona-Projekt leuchtet skizzenhaft immer mal wieder auf. Der Ubuntu-Entwickler tritt unber&#252;hrt der Interface-Mimosen des GNOME-Projektes an die Verwirklichung von unverwirklichten Ideen. Zu aller erst wird ein neues Abmeldemen&#252; rechts im oberen Panel, dann ein Benachrichtigungssystem und dann eine neue Art von interaktivem Panel-Element, Indikatoren, angegangen. W&#228;hrend die Ubuntu-Community den k&#252;hnen Vorsto&#223; jubelnd Willkommen hei&#223;t, werden GNOME-Entwickler und etablierte Standardisierungsgremien bei den Canonical-Entw&#252;rfen gro&#223;teils &#252;bergangen. Die zu keinem Ergebnis f&#252;hrenden, da kontroversen Diskussionen mit GNOME-Leuten werden von Canonical-Entwicklern vermieden, die n&#246;tigen Patches mehr oder weniger letztlich selber mit hei&#223;er Nadel in die Distributionspakete eingepflegt, ohne dass sie Upstream gehen.<br />
Wer aufmerksam war, konnte in der Ferne bereits den sich abzeichneten unvermeidlichen Bruch von Ubuntu mit GNOME erahnen.<br />
Dann begann die Diskussion zu GNOME Version 3, aus der sich Canonical raushielt, prinzipiell mit dem Verweis auf die geleisteten Eigenentwicklungen zum Wohle des ganzen Desktops, diese m&#246;ge man doch integrieren.</p>
<p>Der weitere Entwicklungsverlauf von GNOME 3 sei hier ausgespart, ich will mich gleich mit dem Ergebnis besch&#228;ftigen:<br />
<a href="http://www.gnome.org/gnome-3/">GNOME 3</a> hat die Gem&#252;ter von vielen langj&#228;hrigen Nutzern auf Kesseltemperatur gebracht: Es sei zu bevormundend, zu restriktiv; das neue Aktivit&#228;ten-Paradigma, nun ganz inhaltzentrisch und Anwendung-orientiert, inkompatibel zum Power-Nutzer; es lie&#223;e sich nichts mehr einstellen. (&#8220;GNOME 3 ist restriktiver als Apple erlaubt.&#8221;) Vieles der Kritik l&#228;sst sich mit den von den Entwicklern untersch&#228;tzter notwendige Umsetzungszeit erkl&#228;ren, es ist einfach noch nicht fertig; anderes sind grundlegende Design-Entscheidungen, die getroffen wurden, und manchem nicht schmecken.<br />
DIe bei Planung angedachten eigentlich zentralen Elemente ›Zeitgeist‹ und sein Front-End ›Activity Journal‹ zur Aufzeichnung von verschiedenen Nutzer-Aktivit&#228;ten in eine systemweite intelligent kombinierende Datenbank mit APIs f&#252;r alle Anwendungen haben noch immer nicht Einzug in die GNOME-Kompilation gehalten, das betrachte ich als <em>den</em> Startfehler von GNOME 3 &#252;berhaupt. Ohne diese Komponenten ist das forcierte neue Bedienparadigma unstimmig, da inkonsequent und unvollendet. Ich hoffe sehr, dass sich da sehr bald etwas tut.<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/gnome3-aktivitaeten-kaetzchen-voll-suess.png"><img class="alignright size-medium wp-image-1484" title="GNOME 3.2, Foto von derStandard.at (weil so s&#252;&#223;): derstandard.at/1319181917429" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/gnome3-aktivitaeten-kaetzchen-voll-suess-300x225.png" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Um es kurz zu machen: Ich bin kein Fan der neuen Aktivit&#228;ten-Oberfl&#228;che, vor allem, weil sie mir Kontrolle nimmt, die ich vorher hatte &#8211; das aber auch haupts&#228;chlich durch Fremdsoftware wie Compiz, das wegen der engen Verzahnung von Aktivit&#228;ten-Overlay und Fenstermanager nun nicht mehr direkt einsetzbar ist. Besonders gut gef&#228;llt mir das neue Panel-Paradigma mit konsistent integrierten Benachrichtigungen und dynamisch einblendenden Systray-Bereich. Die neue Richtung einer voll Touch-ausgerichteten Oberfl&#228;che halte ich f&#252;r weitsichtig und angebracht. Generell spricht mich GNOME 3 Shell mehr an als das gleich zu behandelnde Unity, vor allem, weil ich eine Vision erkenne, die es dem Nutzer ganz von Herzen einfacher machen m&#246;chte. Viele der anf&#228;nglichen Kritikpunkte wurden mit GNOME 3.2 entsch&#228;rft, oder durch die exzellente Scriptbarkeit des neuen Desktops mit externen Erweiterungen behoben. GNOME 3 Shell hat Potential, es ist durchdachte Technik mit einer gro&#223;en Weitsichtigkeit im UI-Design, die uns noch &#252;berraschen wird, aber es braucht mehr Zeit. F&#252;r eine neue Generation von Nutzern, die mit Inhalten umgehen m&#246;chten und nicht mit Containern, halte ich GNOME 3 Shell (einmal mit Zeitgeist und Activity Journal) f&#252;r die ideale Oberfl&#228;che &#252;ber Ger&#228;teklassen hinweg, und wollte es selber nutzen, wenn ich nicht so ein alter Hase w&#228;re und mehr (nicht erst noch zu erschaffende!) M&#246;glichkeiten gewohnt. Zum Thema der Feature Regressions f&#252;hre ich weiter unten noch meine Gedanken aus.</p>
<p><strong>2 &#8211; Unity — die UI-Konzept-Katastrophe</strong><a name="unity"></a><br />
<img class="alignright size-thumbnail wp-image-1501" title="Unity-Logo" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/unity-logo-150x150.png" alt="" width="150" height="150" />Canonicals Antwort auf GNOME 3 Shell ist <a href="http://unity.ubuntu.com/">Unity</a>. Hervorgegangen aus einem urspr&#252;nglich f&#252;r Netbooks entwickelten Minimal-Hack auf Compiz zur Bildschirmplatzersparnis entschied sich der Distributor als es ernst mit GNOME 3 Shell wurde, eigene Wege zu gehen, um ›am Markt herausstechen zu k&#246;nnen‹. Sonderbares Vorgehen bei einer Linux-Distribution, aber gut, es ist Freie Software. Die &#196;hnlichkeit der GNOME 3 Shell-Aktivit&#228;ten und einiger Elemente von Unity ist nicht zuf&#228;llig, schlie&#223;lich waren die Designstudien zu GNOME 3 l&#228;ngst entwickelt. Wie bei GNOME 3 Shell bekommt es der Nutzer bei Unity mit einem revolution&#228;ren statt evolution&#228;ren Bruch in der Oberfl&#228;che zu tun, wenn sich Unitys Bruch auch mehr auf &#196;u&#223;erlichkeiten als das tats&#228;chliche Bedienparadigma bezieht, wie man es bei GNOME 3 Shell versucht. Aber der Reihe nach: Was sie zu dieser UI geritten hat, ich wei&#223; es nicht. Canonical ist eigentlich daf&#252;r bekannt, professionelle Benutzbarkeitsstudien durchzuf&#252;hren &#8211; ich habe selber auch damals das Verschieben der Fensterkn&#246;pfe nach links begr&#252;&#223;t. Unity betrachte ich als Fehldesign durch und durch.<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Ubuntu-Oneiric-Unity-Anwendungen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1517" title="Unity: WAS soll das sein?!" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Ubuntu-Oneiric-Unity-Anwendungen-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" /></a> In meinem Verst&#228;ndnis liegt dieses gro&#223;e Fehldesign konkret bei: Es kann nicht sein, dass man f&#252;r die Programmsuche die Index-Suche durch Eintippen des Programmamens verwenden muss, weil die alten Men&#252;kategorien absichtlich verschwert zug&#228;nglich gemacht wurden. Das Konzept funktioniert nicht, wenn ich ein Einsteiger bin und &#252;berhaupt nicht wei&#223;, wie die Programme hei&#223;en, sondern nur beispielsweise nach einem Schreibprogramm schauen m&#246;chte. Oder mir die Programmnamen nicht merken kann (weil sie mir schei&#223;egal sind, zu Recht), oder ich eben *nicht an einem Laptop arbeite* und meine Zwei-H&#228;nde-Wege von Maus zu Tastatur nervend lang ausfallen &#8211; und nein, das Anpinnen im Dock von jeder kleinen Anwendung, die ich &#252;ber die Woche brauche, ist keine ernsthafte Alternative dazu (&#220;brigens: Ich hasse Docks!!).<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/GNOME3-Anwendungsuebersicht.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1583" title="GNOME3-Anwendungs&#252;bersicht" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/GNOME3-Anwendungsuebersicht-300x174.jpg" alt="" width="300" height="174" /></a>Zum Vergleich in GNOME 2: Ich fahre an die obere linke Bildschirmecke, klicke und fahre nach unten, hinein in die entsprechende Kategorie, zeige auf die Anwendung, und lasse die Maustaste los. Meistens selbst in meinen vollen Men&#252;s keine zwei Sekunden. Und die Kategorien sind &#252;brigens das, was Einsteiger oft am meisten unter Linux liebten: Weil es das unter Windows nicht gibt! Und was machen GNOME 3 und Unity nun? Sie verleugnen &#8211; das kann man so sagen &#8211; ja, verleugnen die sinnvollen Anwendungskategorien und m&#246;chten das Arsenal am Liebsten als gro&#223;en Haufen mit Symbolen in &#220;bergr&#246;&#223;e anzeigen. Und warum? Weil sie Apples iOS kopieren! Sinnverloren! Unity noch mehr als GNOME 3, da sind die Anwendungskategorien wenigstens noch dominant sichtbar, aber auch erst mit ZWEI Klicks zu erreichen, wo bei GNOME 2 <em>einer</em> reichte, um das Men&#252; und sp&#228;ter die Anwendung zu &#246;ffnen. Im &#220;brigen halte ich auch das Global Menue von Unity f&#252;r schwachsinnigen Apple-Kopiertrieb. War bei denen sinnvoll, als man noch niedrigere Aufl&#246;sungen hatte, und ist es heute auf der hoffentlich bald vollends verreckenden Ger&#228;tegattung der Netbooks, aber ich will meinen Bildschirmplatz auch ausnutzen, und auch nicht erst Fenster fokussieren m&#252;ssen, um &#252;ber einen Mausumweg in ihr Men&#252; zu gelangen, dessen Sektionen dann au&#223;erdem erst beim Maus-&#220;berfahren &#252;berhaupt angezeigt werden! &#8211; Dass man das Global Menue deinstallieren kann, spielt nichts zur Sache! Fehldesign!<br />
Auch kann es doch nicht sein, dass eine grafische Benutzeroberfl&#228;che erst ›wirklich produktiv‹ wird (so schreiben Ubuntu-Fanblogs!), wenn man eine l&#228;ngere Liste Tastenkommandos gelernt hat. &#8211; Hallo — eine grafische Benutzeroberfl&#228;che sollte es gerade unn&#246;tig machen, dass man mit der Tastatur arbeiten *muss*!<br />
Puh, erst mal beruhigen. Man sieht, Oberfl&#228;chen&#228;nderungen verursachen immer hochemotionale Regungen in der Community. Aber Unity ist auch wirklich richtig schlecht. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
In der Anwendungssuche werden zur Installation angebotene Anwendungen prominent angezeigt, w&#228;hrend die Liste mit den zu einem Stichwort gesuchten <em>installierten</em> zusammengeklappt wird. Auch irgendeine Strategie, ein Konzept wie man die Verwaltung dieser Such-›Linsen‹ plant, kann ich nicht erkennen. Ich k&#246;nnte jedes zweite Design-Element von Unity auseinandernehmen; ich sehe darin einfach keine klare Linie und Vision; St&#252;ckwerk; der Desktop geht am Nutzer vorbei, zuallererst an mir.</p>
<p><strong>3 &#8211; Compiz als Grundlage</strong><a name="compiz"></a><br />
Ich bin Compiz-<span style="text-decoration: underline;">Enthusiast</span> seit 2006. Ich liebe Compiz. Ich wei&#223;, das klingt seltsam. Ich liebe meinen Firefox mit seinen dr&#246;lfzig Add-Ons und ich liebe mein bis ins letzte Detail konfiguriertes Compiz. Ich liebe es. (Das Wort verwende ich nur mit dem allergr&#246;&#223;ten Bedacht, doch hier z&#246;gere ich keinen Moment, es zu benutzen.) Ohne die Grundparadigmen seiner Bedienung will ich nicht mehr am PC arbeiten.<br />
Ich bin es gewohnt, mit einem Mausschwenk oder Tastendruck das Schicksal von dutzenden Fenstern zu kontrollieren, in einer Geschwindigkeit und Direktheit, die Mac-Nutzer ins Staunen versetzt. Ich liebe die wabbelnden Fenster und die sich aufspannenden Kontextmen&#252;s. Den W&#252;rfel &#8211; bei mir ein Zylinder &#8211; mit den virtuellen Arbeitsoberfl&#228;chen und 3D-Fenstertiefe. Ich bin verr&#252;ckt nach allem, was mehr organisches Element, Physik, Plastizit&#228;t, Realismus in meinen Computer-Alltag bringt.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/3220996?byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="400" height="300"></iframe><br />
(Klassiker-Video von 2007)</p>
<p>Canonical baut Unity seit Ubuntu 11.04 auf Grundlage des Compositing-Fenstermanagers Compiz auf. Darin eingegossen lassen sie noch ihr eigenes OpenGL-Toolkit Nux laufen, aber das Zentralmanagement &#252;ber die Komponenten hat der Fenstermanager. Das Unternehmen befindet sich in einer verzwickten Lage: Ihre Spezial-Patches f&#252;r GNOME 2 Shell gingen nicht Upstream &#8211; wie schon erw&#228;hnt durch eine Mischung aus Absonderungswillen und Arroganz &#8211; aber jetzt ist GNOME 3 Shell fertig und macht ihre Anpassungen inkompatibel. Nicht einfach inkompatibel, sondern unumsetzbar mit den neuen Gegebenheiten. Man k&#246;nnte fast meinen, die Erkenntnis traf die Truppe ein bisschen &#252;berraschend. Man hat also viel Forschung und Integration &#252;ber Jahre voran getrieben, und steht pl&#246;tzlich ohne passendes Fundament da. GNOME 2-Komponenten werden veralten, einen Fork zu machen ein irrwitziges Unterfangen, alles aufgeben will man aber auch nicht, nicht zuletzt, weil es zum Bild der Distribution geworden ist und Nutzer sich daran gew&#246;hnt haben. Was also tun? Canonicals Antwort: Wir nehmen das aktuelle GNOME 3 als Grundlage, ersetzen aber die f&#252;r unsere Vorhaben unanpassbare Shell durch eine eigene. Ein sch&#246;ner Kompromiss, will man meinen.<br />
Ich sage: Compiz ist nicht die L&#246;sung. Compiz ist ein au&#223;erordentliches Projekt, getrieben vom Experimentiergeist &#8211; und das ist auch gut so. Canonical denkt, es sei ihre L&#246;sung und begeht damit einen Fehler: Ist es nicht, denn es ist nicht in das Desktop Environment als ganzes integriert. Hier kommen wir wieder bei den Bedienparadigmen an.<br />
Was sie also tun, ist den Unity-Desktop <em>IN</em> Compiz hineinzubauen, was reichlich absurd ist. F&#252;r Compiz sprach wahrscheinlich die extreme Plugin-Architektur; die Situation, das man schon bisher f&#252;r Desktop-Effekte darauf gesetzt hatte und keine Feature Regessions bei den Nutzern wollte, und ihr offizielles Statement, dass man sich mit Compiz besser auskenne als mit Mutter (der neue GNOME 3 Shell-Fenstermanager mit Compositing-F&#228;higkeiten). &#220;berhaupt, die neue Unity-Oberfl&#228;che sollte 3D sein und Fenster verwalten, da ist es doch am einfachsten, man erweitert einen (unsichtbaren) Fenstermanager um eine (sichtbare) eigene Bedienoberfl&#228;che und vereinheitlicht mit einer eigenen Konfiguration. Das haben sie getan, und jetzt haben sie das Problem, dass die GNOME 3-Plattform sich mit jedem Major-Release in sich konsistenter macht in ihrem Ziel, ihr neues Bedienparadigma ganzheitlich umzusetzen. Jede Komponente bei GNOME 3 ist darauf ausgelegt und strebt das Projektziel an, das sich in ganz grunds&#228;tzlichen Fragen, eben Bedienparadigmen, von dem doch eher klassischen Ansatz Unitys unterscheidet. Also in Zukunft wieder viele GNOME-Komponenten patchen?</p>
<p>»<em>Hier entsteht dann etwas der Eindruck, dass man bei Canonical nicht so recht wei&#223;, wie man die zunehmend divergierenden Ans&#228;tze von GNOME und Ubuntu zusammenbringen kann, um ein rundes Ganzes zu erzeugen.</em>« —<a href="http://derstandard.at/1317019445461/Oneiric-Ocelot-Ubuntu-1110-veroeffentlicht---und-gleich-im-Test">derStandard.at-Test von Ubuntu 11.10</a> (S. 14)</p>
<p>Wenn man sich diese Trag&#246;die anschaut, sieht man wieder ganz deutlich, warum ein offenes Entwicklungsmodell und Kollaboration und gemeinsames verst&#228;ndiges Entwickeln in der Welt von kleinen Unternehmen und offenen Systemen ein MUSS ist.<br />
Trotzdem glaube ich, hat Canonical in Anbetracht ihrer Situation das Richtige getan &#8211; zum Einen, weil ihre Patches f&#252;r neue Konzepte wie Indikatoren nicht Upstream gingen, und das ist de facto ein Problem f&#252;r sie, zum anderen, weil ihre Ideen teilweise doch wirklich etwas taugen. Sie m&#252;ssen nat&#252;rlich noch (sehr viel^^) geschliffen werden, aber sind auf dem besten Wege zu einem tollen Nutzungserlebnis f&#252;r den nicht professionellen Heimanwender &#8211; f&#252;r die Massen. Maximierte Anwendungen sind z.B. sehr nett umgesetzt. Das Potential ist da. Canonical wird die Verzahnung von Compiz und Desktop irgendwie hinbekommen, aber es wird keine Integration sein und es wird sie noch sehr viel Ressourcen kosten. Ihr Problem ist heute ihr historisches Setzen auf GNOME und dessen &#214;kosystem (was damals jedoch zweifelsfrei die vern&#252;nftigere Wahl war), wenn man den Alleinstellungsdrang sowieso nicht als Problem betrachten will.</p>
<p><strong>4 &#8211; Canonical, der Schurke</strong><a name="canonical"></a><br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/apluntu.png"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1498" title="&quot;Apluntu&quot;, geklaut von be-jo.net/2010/03/jobs-der-zweite/" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/apluntu-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich muss an dieser Stelle meiner Entt&#228;uschung &#252;ber Ubuntu in den letzten Versionen Luft machen. Ich war Nutzer seit 5.04 Hoary Hedgehog, davor Fedora, Debian und SuSE. Bei Ubuntu habe ich meine Heimat gefunden, eine Distribution, die sich von Release zu Release f&#252;r mich als Nutzer verbesserte, einfach *funktionierte*, sch&#246;n schlank kam, auf dass ich meine pers&#246;nlichen Anpassungen auf sie schmei&#223;en konnte, und mit einfachen Systemtools punktete.<br />
Mit 11.04 Natty Narwhal &#228;nderte sich das. Der neue Standarddesktop wurde Unity, und ich h&#228;tte in 11.04 noch GNOME 2 Shell trotzdem als meinen Desktop starten k&#246;nnen, w&#228;re das vollkommen verhunzte System nicht gewesen. Angefangen von GRUB, der falsch installierte und nun auch keine Installationsoption mehr bot, &#252;ber den Kernel, der ohne ACPI-Deaktivierung nicht mehr bootete, was in einem permanenten Stromverbrauch des Hexacore-Rechners von &#252;ber 150 W und hochlaufendem L&#252;fter resultierte, bis zu widerspenstigen Compiz-Paketen und einer Reihe von Anwendungen, die pl&#246;tzlich sehr seltsames Verhalten zeigten. Und Ubuntu 11.10 soll ja noch viel kaputter geworden sein.<br />
Der Selbstgeltungszwang und die entschiedene Abgrenzung mit der Marke ›Ubuntu‹ vom restlichen Linux-Distributionsgeschenen von Canonical wird immer schlimmer, und es immer schwerer, die Sonderwege, die Ubuntu geht, in einer Installation loszuwerden.<br />
Die Anstrengungen in das ›Software-Center‹, die angestrebte ›Appifizierung‹ (wie ich ›App‹ f&#252;r Desktop-Anwendung hasse!) und die enge ›heile Welt‹, in die einen Canonical mit seinem &#214;kosystem-Korsett zu f&#252;hren versucht, machen nur umso deutlicher, was schon lange offensichtlich durch das selbstherrliche Auftreten des Unternehmens ist: Sie m&#246;chten das ›Apple der Linux-Welt‹ sein. Nebenbei wird Basis-Software wie GIMP und Synaptic aus der Distribution entfernt, ich meine, SYNAPTIC!! Eine Distribution, die den grafischen hochfunktionalen und essentiellen Paketmanager aus der Standardinstallation mit einem App Store ersetzt, ist nicht mehr die meine!<br />
Das &#220;brige tun die von Canonical gew&#252;nschten Copyright Assignment zu Kernprojekten wie dem Sotware-Center (Code-Einreicher geben Canonical unbegrenztes Lizenzierungsrecht &#252;ber ihren eingereichten Code, dieses kann ihn dann sp&#228;ter auch propriet&#228;r machen; laut Mark Shuttleworth, um dadurch den ›Wettbewerb‹ mit anderen Projekten zu erh&#246;hen und besseren Code abzuliefern, <a href="http://blog.tenstral.net/2011/08/ds2011-panel-on-copyright-assignment.html">so argumentiert er</a>, ernsthaft!). Das Unternehmen wird mir unsympathisch bis ins Mark (h&#246;h&#246;!). Es lohnt sich, in <a href="http://bethesignal.org/blog/2011/03/12/relationship-between-canonical-gnome/">die Chroniken eines GNOME-Entwicklers</a> &#252;ber die Zusammenarbeit mit Canonical hineinzulesen.</p>
<p>Das alles war f&#252;r mich Grund, meine Langzeitbeziehung zu Ubuntu zu beenden und auf <a href="http://linuxmint.com">Linux Mint Debian Edition</a>/Debian Testing zu wechseln, und langfristig auf KDE 4. Ubuntu 11.04+ bringt mich in die Situation, Linux-Einstiegswilligen keine Empfehlung mehr reinen Herzens f&#252;r eine Distribution aussprechen zu k&#246;nnen. Ubuntu hat meistens funktioniert. Mandriva und Mageia, die vielleicht am ehesten vergleichbaren Distributionen, sind mir zu exotisch, beziehungsweise unpopul&#228;r, openSUSE ist leider f&#252;r den Einsteiger wie den willigen Amateur nach meiner Meinung eine Konfigurations-Katastrophe.</p>
<p><strong>5 &#8211; Flucht!</strong><a name="flucht"></a><br />
Wie bereits ausgef&#252;hrt, bin ich ehrlich angetan von GNOMEs neuem Nutzungsparadigma, aber es ist nichts f&#252;r mich, weil ich mit etwas mehr technischem Verst&#228;ndnis als der Normalnutzer wei&#223;, wie ich schneller ans Ziel komme als &#252;ber die neuen chicen Nutzungswege, die GNOME 3 einf&#252;hrt. Sie vereinfachen vieles bisher Versteckte und Komplizierte und machen es einfacher zu lernen, aber ich bin nun mal versierter und schon ganz andere (multiple) M&#246;glichkeiten gewohnt als die, die das neue GNOME mir nun noch anbietet. Es ist tats&#228;chlich intuitiver; uns f&#228;llt das wahrscheinlich nicht auf, weil wir schon so ›versaut‹ von der Technik-abstammenden Bedienung sind. Ich werde damit langsamer, aber ich bin mir sicher, ein Gro&#223;teil der Nutzer wird damit schneller.<br />
Als GNOME 3-Abtr&#252;nniger hat man &#252;berschaubare Optionen, sofern man bei einer gro&#223;en integrierten Desktop-Umgebung bleiben m&#246;chte, weil man den gebotenen Komfort sch&#228;tzt: Festhalten an GNOME 2 beziehungsweise dem Fork ›<a href="http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&amp;px=OTgxMA">MATE</a>‹, Wechsel auf <a href="http://xfce.org/">Xfce</a>, oder Migration auf <a href="http://kde.org/">KDE</a> SC 4. Ich sage bewusst Migration, weil KDE eine ›andere Welt‹ ist mit seinen Qt-Anwendungen und eigenem Bibliotheken-Fundus als GNOME und Xfce mit GTK+.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/xfce-logo.png"><img class="size-thumbnail wp-image-1506 alignleft" title="Xfce-Logo" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/xfce-logo-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Ja, die Arbeit der Xfce-Entwickler wird in der Presse nicht gew&#252;rdigt. Die Desktop-Umgebung liefert ein sch&#246;n integriertes Anwendungsarsenal und bietet fortgeschrittene Features, die sich teils mehr als mit GNOME messen lassen k&#246;nnen (teil aber auch gar nicht). Insgesamt steht Xfce f&#252;r Reduktion von UI-Firlefanz und Addition von Pro-User-wesentlicher Funktionalit&#228;t. Der gewisse ›Firlefanz‹ hat mir in Xfce immer gefehlt, aber es ist <a href="http://xfce.org/about/tour">eine sehr solide Oberfl&#228;che</a>.<br />
Nicht wenige w&#228;hlten die Alternative nach ihrer Entt&#228;uschung &#252;ber Unity oder pers&#246;nlichen Inkompatibilit&#228;t mit GNOME 3 als ihr Refugium. Das ist keinesfalls verwerflich, doch jeder sollte sich klar machen: Xfce steht f&#252;r die Stagnation von UI-Evolution. Klassisch und konservativ. Wer sich daf&#252;r entscheidet, steigt mit gewisser Endg&#252;ltigkeit aus der *sinnvollen* Diskussion sowie Fortevolution der Desktop-Metaphern aus.<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/linuxmint12-preview.jpg"><img class="size-full wp-image-1567 alignright" title="Linux Mint 12-Vorschau mit Mint GNOME Shell Extensions ›MGSE‹" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/linuxmint12-preview-300x189.jpg" alt="" width="300" height="189" /></a>Das Selbe ist &#252;brigens der Fall bei allen, die den GNOME 2-Fork MATE aufgesprungen sind. Bei diesem ist obendrein h&#246;chst ungewiss, wie lange das Projekt &#252;berhaupt mit dem Mega-Unterfangen durchh&#228;lt. &#196;hnliches Problem wie beim KDE 3-Fork Trinity.<br />
Immer ernsthafter in Erw&#228;gung sollte auch das Bleiben bei GNOME mit GNOME 3 gezogen werden, das durch das von Woche zu Woche breiter werdende Angebot an GNOME 3-Anpassungsscripten zusehends attraktiver wird. Die Ubuntu zur Basis nehmende Distribution (also Achtung!) Linux Mint 12 will z.B. mit Mint GNOME Shell Extensions ›MGSE‹ <em>(siehe Bild)</em> das Nutzungsparadigma von GNOME 2 mit seiner klassischen Datei-orientierten Fensterliste und Anwendungsmen&#252;s f&#252;r GNOME 3-Anwender retten &#8211; und dennoch GNOME 3 Shell laufen lassen. Ein Ansatz, den ich f&#252;r am vielversprechendsten halte.</p>
<p><strong>6 &#8211; KDE</strong><a name="kde"></a><br />
<img class="size-full wp-image-1555 alignright" title="KDE-Logo" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/KDE-Logo.png" alt="" width="128" height="128" />Ich habe vor, noch 2011 endg&#252;ltig auf KDE 4 Plasma zu wechseln, weil die eingeschlagene Richtung der GNOME 3 Shell mich zu sehr in meiner Arbeitsweise einschr&#228;nkt und ich mit KDE Plasma schon l&#228;nger lieb&#228;ugele. Diesen Juli ver&#246;ffentlichte das KDE-Projekt <a href="http://kde.org/announcements/4.7/">Version 4.7 von KDE Software Compilation</a> (SC) und ich habe dem Termin ziemlich entgegengefiebert.<br />
Ich m&#246;chte jeden ermutigen, die Desktop-Umgebung auszuprobieren, es macht wirklich sehr viel Spa&#223;. Wie ich schon Dezember 2008 auf Twitter schrieb, kombiniert KDE 4 die grafische Eleganz von Apples Aqua mit der Konfigurierbarkeit und dem Funktionsreichtum von KDE 3 &#8211; eine m&#228;chtige Mischung, deren gesundes Verh&#228;ltnis zu erforschen eben auch nicht ohne Experimente gelingen kann. Wer bisher nur KDE 3 kennt, wird sehr &#252;berrascht sein, wie das Projekt das Benutzerparadigma weiterentwickelt hat.<br />
<a href="http://kde.org/announcements/4.7/screenshots/dolphin-gwenview.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1564" title="KDE 4.7 - Dateimanager Dolphin und Bildbetrachter Gwenview" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/KDE47-Dolphin-Gwenview-Vorschaubild.png" alt="" width="300" height="169" /></a>Hochinteressant ist das Streben nach der der Nutzbarmachung von sogenannten ›Aktivit&#228;ten‹, eine logische Weiterentwickelung von mehreren virtuellen Arbeitsoberfl&#228;chen. Die Oberfl&#228;che soll sich kontextorientiert an die Aufgabe anpassen, also entsprechende Widgets anzeigen, Programmgruppen starten, oder <em>in</em> angepassten Programmen nur bestimmte Funktionen oder Inhalte anbieten. Das h&#246;rt sich &#228;u&#223;erst abstrakt an, man kann sich aber einen Nutzen ganz leicht schon vorstellen, wenn man nur einmal an die unterschiedlichen Nutzungsszenarien von Arbeit/Freizeit denkt. Aktivit&#228;ten-F&#228;higkeiten halten in immer mehr Komponenten des Desktops Einzug und der zuk&#252;nftige Nutzen f&#252;r mobile und Ultramobil-Ger&#228;te wie Tablets und Smartphones l&#228;sst sich schon erahnen.<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/ao4mQxwkyNY" frameborder="0" width="480" height="360"></iframe></p>
<p>Von dem pers&#246;nlichen Umstiegs-Schritt h&#228;lt mich bisher noch KWins Tr&#228;gheit auf meiner Hardware und mangelnde Eleganz in Details als alter Compiz-Poweruser, und Dolphins oftmals etwas unlogisches Verhalten ab (abgesehen von dem weiterhin Vermissen von aktuellen Paketen f&#252;r Debian Unstable *seufz*). &#220;berhaupt sind die meisten KDE-Programme eigentlich extrem cool, doch an der Alltagsbenutzbarkeit scheitert es zu oft an kleinen nervigen Details. Aber das wird; hoffe ich zumindest. Wenn man keinen Code einreicht, ist es immer schwierig mit den Feature Requests bei diesen Bug-geplagten Gro&#223;projekten. Die Arbeiten an KDE SC 4.8 sehen auch schon sehr vielversprechend aus.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/81PGq5zJG6Y?hd=1" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe><br />
<em> Beispiel Dateimanager Dolphin 2.0 im kommenden KDE SC 4.8: Sehr verhei&#223;ungsvoll, sehr lecker.</em></p>
<p><strong>7 &#8211; Der Wert einer sch&#246;nen Software-Architektur</strong><a name="software-architektur"></a><br />
KDE 4.0 Developer Preview war die Grundsteinlegung f&#252;r eine g&#228;nzlich neu gedachte Anwendungsplattform. Ich halte das KDE-Prinzip f&#252;r die durchdachtere L&#246;sung, f&#252;r langfristig besser angelegt, und es wird sich mit der Zeit sicher noch auszahlen. Ein Wort: Frameworks. Alles wurde abstrahiert, alles wurde dynamisch austauschbar und portierbar gemacht. Eine ausgezeichnete Einf&#252;hrung in die Software-Architektur von KDE SC 4 bekommt man in der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UneGtZlehTU">Release Event Keynote von 4.0</a> bei Google.<br />
Zwei der ganz gro&#223;en Frameworks sind Phonon und Solid. Phonon als Multimedia-API, Solid als Schnittstelle f&#252;r die Erkennung von Hardwarekomponenten. Beispielsweise hat es zwar *hust* Jahre gedauert, bis nun auch in KDE GStreamer als Backend f&#252;r Phonon richtig eingezogen ist (wie bei GNOME, das fr&#252;h komplett und exklusiv ohne Abstraktion darauf setzte), aber das Meta-Modell &#8211; an dieser Stelle mit Phonon und den austauschbaren Sound-Backends &#8211; bot per Design gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Wahl, Freiheit und Potentialentwicklingschancen; h&#228;tte &#252;ber die Jahre auch verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig leicht auf neue Entwicklungen reagieren k&#246;nnen. Dass vieles bei KDE SC so lange brauchte, ist wahrscheinlich der Zahl der Entwickler und der ›selbstverschuldeten‹ zu erst notwendigen Schaffung und Stabilisierung von Meta-Frameworks geschuldet.<br />
Jetzt, da <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FSI-4TuUebs&amp;hd=1">KDE mit Plasma Active</a> auf <a href="http://www.golem.de/1108/85534.html">Tablets und Smartphones</a> expandieren will, zahlt sich die Entwicklungsarbeit in Solid aus, da nun Dinge wie Multicore-Erkennung nicht f&#252;r eine andere ganz eigen-spezifische Hardware-Plattform in dutzende Anwendungen h&#228;ndisch eingepflegt werden muss, sondern ein zentrales Framework die Informationen aggregiert und verteilt. Gerade bei Plasma Active wird deutlich, wie massiv skalierbar KDE 4 angelegt ist: Die verschiedenen Plasma Workspaces als dezidierte Oberfl&#228;chen f&#252;r verschiedene Ger&#228;te-Klassen basieren alle auf dem selben Widget-, bzw. ›Plasmoid‹-Arsenal und den selben Technologien, die hochabstrahiert neuangeordnet und neuintegriert neue Einsatzzwecke erm&#246;glichen. Die Plattform war per Design darauf ausgelegt, &#252;ber Ger&#228;te-Klassen hinweg eingesetzt werden zu k&#246;nnen.</p>
<p>Damit ist man dann vielleicht auch bei dem Kritikpunkt an KDE, der vor allem von GNOME-Anwendern vorgebracht wird: Es wird eine eindeutige Vision f&#252;r ein Oberfl&#228;chenmodell vermisst. Alles ist Baustein, doch der Kathedralen-Architekt ist nicht so richtig anwesend. Wo die Vision&#228;re des GNOME-Lagers Human Interface Guidelines schreiben und <a href="https://afaikblog.wordpress.com/2011/11/10/gnome-design-update/">UI-Skizzen auf dem Flip-Chart Board machen</a>, sind die Vision&#228;re im KDE-Projekt passionierte Technik-Designer. Sie w&#252;rden sich eigentlich bestens erg&#228;nzen. (Wer den Hinweis mit der Kathedrale verstanden hat, <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Die_Kathedrale_und_der_Basar">ist gut</a>; es ist richtig: Wir wollen doch mit freier Software eine Kathedrale bauen, die in ihrer Gr&#246;&#223;e den Vergleich nicht mit den propriet&#228;ren Domen zu scheuen braucht; der Basar braucht einen Baumeister!)<br />
Leider begeisterte auch mich in der Vergangenheit das Entwicklungsmodell der KDE-Plattform mehr, als das wirkliche Nutzen. Plasmoid-Zeug, das alles irgendwie spinnt, instabil ist, pl&#246;tzliches Verschwinden von Kontrollleisten und fitzelige Details in Plasmoid-Oberfl&#228;chen und systemauslastende Hintergrunddienste sind nur einige der nicht richtig sch&#246;nen Eigenarten des Desktops, an denen ich aneckte. Doch es wird besser, rapide.</p>
<p><strong>8 &#8211; Von Integriertheit und Harmonie</strong><a name="integriertheit"></a><br />
Compiz war damals revolution&#228;r, und der erste wirkliche Effekte-WM (obwohl schon KDE 3 anno dazumal (2004?) einige hochexperimentelle Compositing-Effekte bot) und sollte &#8211; wie seine Entwickler selber betonten &#8211; die Spielwiese f&#252;r neue Konzepte sein, die dann in die nativen Fenstermanager der Desktops integriert werden sollten. Alleine das ist sinnvoll f&#252;r den Standardnutzer. Compiz ist einfach ein Monster f&#252;r sich und so h&#252;bsch es auch ist, geh&#246;rt dieses Experimentierolymp in keine Normalnutzer-Standardinstallation.<br />
GNOME 3 hat mit dem Fenstermanager ›Mutter‹ die Chance vertan, ein ordentliches Animations- und Erweiterungsframework zu schaffen &#8211; das Ding ist statisch wie der Microsoft Windows Desktop Window Manager. (Ja, es geht offenbar irgendwie, die <a href="http://www.webupd8.org/2011/10/gnome-shell-focus-effects-extension.html">Fokus-Effekt-Erweiterung</a> sieht f&#252;r mich aber wie eine ›Injection‹ oder Hack aus, nicht wie der Gebrauch einer daf&#252;r ausgelegten Schnittstelle.) Immerhin sind Pl&#228;ne im Gespr&#228;ch, das Animationsframework Clutter direkt in Mutter und GTK+ zu integrieren, und nicht nur als Abh&#228;ngigkeit einzubinden. Dies w&#252;rde eine v&#246;llig neue Art von GNOME-Anwendungen erm&#246;glichen, die starken Gebrauch von Mac-artigen Effekten machen, und diese mit Wissen &#252;ber die Desktop-Geometrie verkn&#252;pfen (&#228;hnliches ist bei KWin auch im Gange).<br />
KDE SC macht es dagegen richtig: Perfektes Zusammenspiel von Desktop Plasma und Fenstermanager KWin &#8211; von Beginn an so konzipiert, nat&#252;rlich modular. Man sp&#252;rt, wie alles sch&#246;n durchdacht ist und ineinander &#252;bergreift, wie Plasmoid-Anwendungswidgets Gebrauch von KWin machen; die KWin-Einstellungen im KDE SC-Kontrollzentrum sitzen und perfekt mit der Konfiguration und dem Verhalten der Arbeitsoberfl&#228;che zusammenspielen; es f&#252;hlt sich alles wie aus einem Guss an. Das mag ich, und KDE &#8211; darum teilweise auch meine Euphorie &#8211; <span style="text-decoration: underline;">&#252;bertr&#228;gt Systemparadigmen von Mac OS X hierbei auf den freien Linux-Desktop,</span><span style="text-decoration: underline;"> wie man es in dieser Integriertheit und Innen-System-Harmonie dort bisher noch nicht sah</span>.<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/KDE47vsGNOME32-Systemeinstellungen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1577" title="KDE SC 4.7- vs. GNOME 3.2-Systemeinstellungen: Der erste Eindruck t&#228;uscht nicht..." src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/KDE47vsGNOME32-Systemeinstellungen-263x300.jpg" alt="" width="263" height="300" /></a> Die Arbeit ist gro&#223;artig! Die besprochene Integriertheit zieht sich bei KDE SC durch alle Bereiche: Die Benachrichtigungen k&#246;nnen im Kontrollzentrum feingranular f&#252;r jede Anwendung und Funktion aktiviert oder deaktiviert werden, gleich verf&#228;hrt man mit einem zentralen Kontrollpult bei der Einrichtung von Tastenkombinationen f&#252;r alle KDE-Anwendungen &#8211; es ist ein Traum!<br />
GNOME 3 versucht mit seinem neuen Systemeinstellungen mit KDE SC 4 gleichzuziehen, hat aber noch verdammt viel nachzuholen. Traditionell wurde bei GNOME alles auf seiner Insel entwickelt, und sp&#228;ter Upstream gebracht. Bei GNOME 3 hatten die Entwickler sich die Herausforderung gestellt, verschiedene Systemtools unter einer wirklich-wirklich konsistenten Konfigurationsoberfl&#228;che zu vereinen.</p>
<p><strong>9 &#8211; Plattform vs. &#214;kosystem</strong><a name="plattform"></a><br />
Mit GNOME 3 ist ein verst&#228;rkter Trend vom Insel-Upstream-Zusammenarbeiten hin zum Komponentenmodell erkennbar. Die nun tiefer verzahnten Systemelemente formen gemeinsam den Desktop. Tats&#228;chlich aber verh&#228;lt es sich so, dass GNOME, &#228;hnlich Apple im Vorgehen, ein eigenes &#214;kosystem schafft, w&#228;hrend KDE SC eine <em>Plattform</em> darstellt, in die man Komponenten hineinstecken kann, und welche diese dann in einem dynamischen Prozess integriert.<br />
Das habe ich schon an KDEs Herangehensweise an das Thema Multimedia-Backends illustriert: Man erstellt ein Meta-Framework, in die sich diese, oder eine jene andere Entwicklung backend-en l&#228;sst. Man ist hochflexibel, man ist auf der Geschwindigkeit der Str&#246;mung der Linux-Technologie, zumindest in der Theorie — und man erm&#246;glicht mehr evolution&#228;re Auslese und den Nutzern mehr Freiheit.<br />
Unterstrichen werden kann meine Meinung mit GNOMEs &#246;ffentlichen &#220;berlegungen, zuk&#252;nftig GTK+ und GNOME nur mehr f&#252;r Linux und keine anderen UNIXoide &#8211; und Windows, man denke an die Auswirkung auf GIMP &#8211; zu entwickeln. Das ist eindeutig &#214;kosystem-Strategie.<br />
Dass Canonicals Unity-Prozess eine langausgelegte &#214;kosystemstrategie zur Marktdifferenzierung ist, brauche ich eigentlich gar nicht erst zu erw&#228;hnen. Interessanterweise scheinen sie mit all ihrer Absonderungsarbeit tats&#228;chlich eine eigene Plattform zum Ziel zu haben &#8211; aber ganz im autorit&#228;ren Stile Apples.<br />
Ulkigerweise scheint dem Unternehmen selbst noch nicht klar ist, wie diese aussehen soll &#8211; zu beobachten an dem st&#228;ndigen Wechsel von Toolkits; der Bestrebung f&#252;r eine eigene Entwicklungsumgebung, aber jetzt schon mit veralteten Technologien usw. usf..<br />
Das sind meine Beobachtungen. Hieraus ergibt sich f&#252;r mich die Erkenntnis, dass die KDE SC-Plattform eher das darstellt, was ich unter Linux und freier Software verstehe. Und nutzen m&#246;chte.</p>
<p><strong>10 &#8211; Feature Regressions</strong><a name="featureregressions"></a><br />
&#8220;Never touch a running system&#8221;? Doch! Warum? Weil wir Fortschritt wollen und Fortschritt bedeutet auch Bruch mit Altem. Man muss aber fairerweise unterscheiden: Zum einen die evolution&#228;re und revolution&#228;re Weiterentwicklung von Software, die Br&#252;che in Paradigmen, Funktionalit&#228;t, Kompatibilit&#228;t n&#246;tig macht, will sie Fortschritt erreichen, und will sie sich sanieren. Zum anderen ›das Recht des Nutzers‹ auf allgemeine Funktionsf&#228;higkeit. Sind Entscheidungen von Gro&#223;projekten mit gro&#223;er Nutzerbasis, ›alles neu zu schreiben‹, tragbar? Ist es richtig, den Nutzer, selbst wenn nur vorr&#252;bergehend, mit starken Feature Regressions zu konfrontieren, sogar mit v&#246;llig neuen UI-Ans&#228;tzen, hat er sich doch &#252;ber die Jahre an die Software gew&#246;hnt und erwartet, dass sie nicht bricht? Es ist fast schon eine ethische Fragestellung, und sie ist bewusst provokant formuliert. Aus technischer und projektzentrierter Sicht f&#228;llt die Antwort nicht schwer: Das &#220;bel nimmt man in Kauf f&#252;r die Zukunft des Projektes, sei es eine Plattformaktualisierung, ein Schwenk auf eine elegantere Programmiersprache, die f&#252;r das Projekt besser geeignet ist, oder die Neuorientierung f&#252;r neue Interaktionsmodelle, oder alles zusammen. Das Problem wirkt sich insbesondere bei Projekten negativ aus, die sehr viel mehr technikbegeisterte Entwickler mit To-Boldly-Go-Innovationstrieb als Nutzbarkeitsinteressierte haben: Die Nutzer f&#252;hlen sich dann unverstanden. (Hier ein schieler Blick auf KDE SC 4.) Was dagegen getan werden kann: <span style="text-decoration: underline;">Kommunikation der Absichten</span>. Kommunikation ist das Wichtigste.</p>
<p><strong>11 &#8211; Philosophische Erg&#252;sse</strong><a name="philosophie"></a><br />
Das Wesen eines Linux-Geeks kennzeichnet sich mit dadurch, dass er hofft, dass alles besser *wird*. Wir sind ausdauernde Idealisten. (Ein Grund &#252;brigens, weshalb ich an eine Piratenpartei mit einer Gro&#223;zahl IT-Verst&#228;ndigen glaube.) Wir sind z&#228;h und wir nehmen mitunter unsagbare Verluste in Bedienung und Funktionsumfang in Kauf, weil wir &#252;berzeugt auf ein gro&#223;es Ziel hinleben, sei es ideologisch im Sinne der Freiheit, sei es durch den Gedanken an die neuen Horizonte, die sich durch Architekturumbauten werden anschiffen lassen. Weil wir daran glauben. Weil wir immer ein perfekteres Softwaredesign als Selbstzweck anstreben. Wir k&#228;mpfen nicht f&#252;r uns, sondern daf&#252;r, dass das Ding besser wird. Das macht uns zu den Guten. Und das gibt uns die moralische Legitimation daf&#252;r, Dinge zu brechen.<br />
So weit, so sch&#246;n. Doch die Sache geht &#252;ber ihren Selbstzweck hinaus in die gr&#246;&#223;ere Einheit ›Ziel‹. Denn IT-Projekte w&#228;ren als reiner Selbstzweck &#8211; „Weil wir es k&#246;nnen!“ &#8211; sinnlos. Ihr Selbstzweck liegt in ihrer Sch&#246;nheit und fortw&#228;hrender Evolution des Dinges. Und euch ist schon meine Verwendung des Begriffes ›Ding‹ aufgefallen: Genau das sind diese Projekte n&#228;mlich nur &#8211; sachliche Dinge. Nichts tut man sachlich ohne menschlichen Nutzen<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/CLU-Tron-Legacy.jpg"><img class="size-full wp-image-1521 alignright" title="C.L.U. 2 aus Tron: Legacy (Disney 2010)" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/CLU-Tron-Legacy-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a> &#8211; und dieser sind die Nutzer, aber nat&#252;rlich auch der pers&#246;nlich-menschliche Spieltrieb der Entwickler, welche diese ›Dinge‹ erst beleben. Kommen wir nun auf die Kommunikation zur&#252;ck, die als Element zwischen Entwickler und Nutzer wichtig ist. Ein Ausloten zwischen Nutzerinteressen und denen des Dinges ist notwendig, und hier vertrete ich die Meinung, dass das Dinginteresse h&#246;her gestellt werden sollte: Darauf baut alles auf, was das Projekt als Ganzes ist. Die Nutzer k&#246;nnen sich vor Br&#252;chen str&#228;uben, wie sie wollen &#8211; Blockierung der Umsetzung des Idealismus der Entwickler f&#252;hrt zum langsamen Tod des Projektes, n&#228;mlich metaphorisch gesprochen zur Hemmung der Fortevolution und damit zum Aussterben. Nur kann es sein, dass die Entwickler den rechten Evolutionspfad noch nicht kennen &#8211; unwahrscheinlich, aber m&#246;glich &#8211; und da liegen die Nutzer in der Verantwortung. In Verantwortung f&#252;r das, was die reine, bessere Architektur des Dinges ist, nicht in Verantwortung daf&#252;r, sie an sich anzupassen.<br />
<em>C.L.U. 2 aus Tron: Legacy: Ein Programm, das <em>in Idealismus </em>geschrieben wurde, die Welt zu verbessern, dies aber zum Selbstzweck macht und nach vernichtender Perfektion strebt. Was ihm fehlt: Das Ziel f&#252;r die Gemeinschaft.</em></p>
<p><strong>12 &#8211; Wo es denn nun hingeht</strong><a name="zukunft"></a><br />
Ich konnte hierf&#252;r <a href="https://plus.google.com/113490624731194193134/posts">Leszek</a>, der mit seinem Podcast und vormals PDF-Magazin <a href="https://techviewpodcast.wordpress.com/">Techview</a> seit Jahren eines meiner inspirierenden Vorbilder in Sachen Linux- und IT-News-Geek ist, zu einem Kommentar &#252;berreden =) :<br />
»<em>Ich glaube, eine gro&#223;e Vision gibt es in den Desktops nicht mehr. Alle scheinen sich in die Entwicklung Touch zu bewegen und gleichzeitig neue Infrastrukturen in Form von Bibliotheken bzw. API-Anbindungen f&#252;r die Integration von Webapplikationen zu bieten. KDE beispielsweise setzt neben Solid jetzt auch richtig auf den E-Mail-/Kontakte-/Kalender-Austauschdienst Akonadi. GNOME 3 integriert ebenfalls mit ›Kontakte‹ und ›Dokumente‹ das Web in die Desktopoberfl&#228;che. Windows 8 soll ebenfalls eine Integration von verschiedenen Diensten bieten, dass sogar soweit geht, dass im &#214;ffnen-/Speichern-Dialog Webressourcen wie GMail, Flickr usw. angezeigt werden. Ich denke, im Nachfolger von OS X Lion wird es &#228;hnlich werden.</em><br />
<em>Augenscheinlich ist aber, dass Microsoft und die Linux-Desktops ihr Aussehen und ihr Bedienkonzept teilweise komplett &#228;ndern. Bei Mac OS X fehlt das noch. Ich k&#246;nnte mir vorstellen, dass Launchpad (der ›iOS-Launcher‹ f&#252;r den Desktop) bei der n&#228;chsten Version noch weiter ausgebaut werden wird und dann eventuell als Desktopersatz zum Standard erkl&#228;rt wird.</em>« Danke! (Einen Blick wert sind &#252;brigens auch seine Linux-Distributionen <a href="http://www.zevenos.com/de">ZevenOS und ZevenOS-Neptune</a>!)<br />
Faszinierend zu beobachten ist im Moment, dass sich drei der gr&#246;&#223;ten Arbeitsoberfl&#228;chen in sehr &#228;hnliche Richtungen entwickeln: GNOME 3, Canonicals Unity, Apples Mac OS X Aqua. Ein interessanter weiterf&#252;hrender Denkansto&#223; dazu bietet der Artikel <a href="http://www.muktware.com/blog/45/290/23/2010/396?page=0,0">Mac OS X Lion Features are Ubuntu Rip-Off</a>.<br />
Da kann ich gleich einhaken: Es gibt gute Gr&#252;nde, warum ich nicht OS X als Haupt-OS nutze, obwohl ich einen Hackintosh besitze: Ich will die Oberfl&#228;che nicht auf Dauer nutzen m&#252;ssen. Sie schr&#228;nkt mich ein, sie ist hinderlich, verumst&#228;ndlicht Abl&#228;ufe. Aqua ist ein zwar perfekt designtes, aber fitzeliges UI, das mich in seine akkuraten Bahnen zwingt. Die Linux-Desktops waren bisher selbst mit dem beh&#252;tenden GNOME Gegenentw&#252;rfe zu dieser Mentalit&#228;t, doch GNOME 3 und Unity rei&#223;en das Ruder ganz klar in Richtung Apple-Kopie. Ich habe Bedenken bei dieser Entwicklung. Mittlerweile kann ich es jedoch, so es um GNOME 3 geht, f&#252;r mich relativieren, da immer mehr vorhandene Userscripte ein umfangreicheres Personalisieren erm&#246;glichen.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Activity-Journal-Prototyp.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-1531" title="Activity-Journal-Prototyp, soll letztlich in die &quot;Aktivit&#228;ten&quot;-Shell kommen" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Activity-Journal-Prototyp-300x195.png" alt="" width="300" height="195" /></a>Die Str&#246;mungen, die ich so erkenne, sind generell der Wunsch, Dateien zu Informationen zu machen und als Information behandelnd zu kategorisieren. GNOME 3 und indirekt Unity haben mit <a href="http://zeitgeist-project.com/experience/">Zeitgeist und dem Activity Journal</a> aufregende Forschungsfelder aufgetan und dabei Pionierarbeit geleistet. Was habe ich gestern <a href="http://www.omgubuntu.co.uk/2011/04/zeitgeist-work-towards-gnome-3-2/">f&#252;r Dokumente bearbeitet</a>, welche Videos habe ich gesehen, was ist meine meistgespielte Musik des Monats? Welche Programme habe ich wof&#252;r wann verwendet, wo habe ich gespeichert? Solche Fragen k&#246;nnen die GNOME-Unterprojekte beantworten und stellen dabei Schnittstellen f&#252;r alle Destop-Anwendungen zur Verf&#252;gung, womit diese Zugriff auf Datenbanken mit gro&#223;en Wissen &#252;ber die Nutzergewohnheiten erlangen, was zu einer noch nie gekannten ›Service-Intelligenz‹ der Computeroberfl&#228;che f&#252;hren kann. <em>Bild: Activity-Journal-Prototyp. Soll letztlich direkt in die ›Aktivit&#228;ten‹-Shell-Oberfl&#228;che mit reicher Such-Grammatik integriert werden.</em><br />
Erfreulich hier, dass <a href="http://www.omgubuntu.co.uk/2010/11/zeitgeist-coming-to-kde/">auch KDE an der Integration von Zeitgeist arbeitet</a>. Umso erfreulicher, dass KDE im Rahmen seines <a href="https://beyondserenity.wordpress.com/2010/08/29/nepomuk_in_kde_-_theorie_und_praxis/">Nepomuk-Projekts</a>, das sogar von der EU mit Millionen Euro mitfinanziert wurde, an einem &#8211; Framework &#8211; wie sollte es anders sein &#8211; zur Sammlung und Vernetzung von verschiedendsten Metadaten &#252;ber Dateien arbeitet. Das Ergebnis eines so von den Anwendungen automatisch get&#228;tigten Durchbeschriften mit Schlagw&#246;rtern und technischen Informationen und der vom Anwender selbst mitgeteilten pers&#246;nlichen Bedeutung f&#252;r ihn im Sinne einer Qualit&#228;t, bahnt ebenfalls die Stra&#223;e zu einer neuen Generation von Anwendungen: Die, welche von einer zentralen Datenbank gef&#252;ttert, Ontologie-basiert, erstmals wissen, *was auf dem Computer <em>IST</em>*, und welche Beziehung es zum Nutzer hat. Klassische Index-Suchen werden nebenbei auch immer besser, und sind wie bei KDE SC 4 schon tief in der Standardkompilation integriert. Es w&#228;re jedoch w&#252;nschenswert, dass die KDE-Entwickler es cooler finden w&#252;rden, mehr Frontend-Bewegung erkennen zu lassen, als &#252;ber die ungeahnten M&#246;glichkeiten ihrer Technologie zu philosophieren, sonst bleibt der semantische Desktop auf KDE leider weiterhin ein Buzzword.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/beos.png"><img class="size-medium wp-image-1506 alignright" title="Ein BeOS-Desktop" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/beos.thumbnail.png" alt="" width="128" height="96" /></a>Wie schon herausgekommen sein m&#252;sste, habe ich ein Faible f&#252;r Sch&#246;nheit in Konzept-Architektur. So bin ich auch ein gro&#223;er Fan von <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/BeOS">BeOS</a> und <a href="http://www.haiku-os.org/">Haiku</a>, die ihrerseits durch ein extrem modulares, dynamisches Konzept bestechen. Das 2000 wegen Microsoft&#8217;schen Kartellverst&#246;&#223;en aufgegebene Betriebssystem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ggCODBIfWKY">BeOS</a> (und dessen Open Source-Nachbildung Haiku) f&#252;hrte das Be File System BFS ein, das noch nach heutigen Ma&#223;st&#228;ben eine Revolution darstellt: Metadaten und Programm-Assoziationen zu Dateien werden in eine im Dateisystem integrierte Datenbank geschrieben. Dies hat weitreichende Konsequenzen f&#252;r alle Anwendungen auf dem System, die sich viel Code sparen, und obendrein untereinander interoperabler werden. Auch die Dateisuche findet direkt &#252;ber die Dateisystem-Datenbank ohne zus&#228;tzlichen Indizierungsdienst statt, ist also ressourcensparend und extrem flink.<br />
Das habe ich an den neuen Ideen des Linux-Desktops zu kritisieren: Sie k&#246;nnen schnell in ›Bloatware‹ ausarten. Zeitgeist, Nepomuk, Strigi, Tracker, Akonadi und wie sie alle hei&#223;en, sind zus&#228;tzliche Dienste, die eine weitere Abstraktionsschicht auf das Dateisystem legen. Microsoft hatte Gro&#223;es bei Windows Codename: Longhorn vor mit <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/WinFS">WinFS</a>, das in eine &#228;hnliche Richtung ging, ist aber bei der Entwicklung wegen der hoffnungslosen Aufbl&#228;hung und Verkomplexierung gescheitert. Warum setzen sich die Desktop-Entwickler nicht mal mit den Kernel-Entwicklern zusammen, und sprechen &#252;ber Metadaten auf Dateisystemebene? Warum l&#228;sst man die Chance bei dem gerade heranreifenden Next-Gen-Dateisystem Btrfs verstreichen, wirkliche tiefgreifende Innovation f&#252;r den Desktop zu erm&#246;glichen?</p>
<p><strong>13 &#8211; Neue Ger&#228;teklassen und die Konvergenz</strong><a name="konvergenz"></a><br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Asus-Eee-Pad-Transformer-Prime.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1549" title="ASUS Eee Pad Transformer Prime" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Asus-Eee-Pad-Transformer-Prime-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a>Einer der sich f&#252;r n&#228;chstes Jahr abzeichnenden Computing-Trends sind Ultrabooks. Ultrabook &#8211; Intels Spezifikation f&#252;r extrem flache Notebooks im Stile des MacBook Air. Der Chip-Hersteller hat f&#252;r dieses neue Segment sein umfassendstes Kommunikationsprogramm seit Jahren angek&#252;ndigt, da wird bald richtig was geh&#8217;n. Ultrabooks sind d&#252;nn, und sie sind aus ganzen Bl&#246;cken gefr&#228;st: Neben Aluminium soll zur Produktionsteigerung auch Glasfaser als Geh&#228;use verwendet werden. Und sie sind d&#252;nn. Klingelt da etwas? Die n&#228;chste Tablet-Generation wird auch d&#252;nn, mit 8 mm und fallend sind Ger&#228;te angek&#252;ndigt. Es ist jetzt m&#246;glich, leistungsf&#228;hige Hardware ungeahnt kompakt zu packen, sogar mit starkem Akku, ordentlichen Lautsprechern, FullHD-Kamera und nat&#252;rlich mit Multitouchscreen. Ich sehe die Entwicklung klar dahin gehen, dass Tablets mit Docking-Stationen zu ultramobilen Laptops werden &#8211; eine Konvergenz der Ger&#228;teklassen. Intel setzt Energie in einen vollen <a href="http://www.golem.de/1109/86428.html">Android-Port f&#252;r x86</a>, auf der anderen Seite wird Windows 8 auch f&#252;r die ARM-Architektur erscheinen. Ich stelle mir Ger&#228;te vor, die Tablet sind, die aber durch Einstecken in ein Tastatur-Dock mehr Anschl&#252;sse bereitstellen, mehr Speicher, vielleicht mehr Rechenleistung. Mir kommt der Sabber bei dieser Vorstellung. Das ist die Art von mobilem Ger&#228;t, die ich m&#246;chte, endlich!<em><br />
ASUS Eee Pad Transformer Prime: Nvidia Tegra 3-Tablet mit Android 4 und Tastatur-Dock mit Zusatzakku, siehe <a href="https://www.youtube.com/watch?v=g8ogu3rgbFI">Spezifikationen</a></em></p>
<p>Stellt sich die Frage nach der konkreten Benutzeroberfl&#228;che solcher Ger&#228;te. Habe ich ein Tablet in der Hand, will ich mit geschwinden Touch-Gesten meinen Startbildschirm bedienen und Apps &#8211; wirklich Apps, vereinfachte und Touch-optimierte Varianten von Desktop-Anwendungen nutzen, um rasch an (meinst konsumierbare) Ergebnisse zu kommen. Sitze ich vor einem Notebook, m&#246;chte ich mein System bequem per Tastatur und Trackpad steuern, nicht unbedingt meine Arme heben, und auch eher nicht meinen Bildschirm verschmieren. Zudem ist meine Notebook-Steuerm&#246;glichkeit viel exakter als die per Touch und ich habe den Anspruch, mit Dateien und Werkzeugleisten umzugehen; meine Eingabekompetenz ist ›fitzelig-tauglich‹. Wie bringt man die zwei Welten zusammen?<br />
Spannend, was sich mal wieder bei Apple tut: Im diesem Sommer erschienen <a href="https://www.apple.com/de/macosx/whats-new/">Mac OS X 10.7 Lion</a> hielten bereits eine Reihe feiner iOS-Essenzen ihren Einzug. Auff&#228;lligste das ›nat&#252;rliche Scrollen‹ &#8211; Scrollen vom <em>Inhalt</em>, nicht Bewegen einer Scrolleiste mit dem Mausrad oder dem Trackpad. Dazu das von Leszek angesprochene Launchpad als iOS-artiger Anwendungsstarter, sowie systemweite Multitouch-Gesten auf dem Trackpad. Dass Apple in der Zukunft recompilierte iOS-Apps aus seinem unermesslichen Fundus an iPad-Software f&#252;r Macs mit Multitouch-Screen und vielleicht entkoppelbarer Tastatur anbieten wird, liegt nahe wie noch was.<br />
Microsofts Hoffnungstr&#228;ger <a href="http://www.golem.de/1109/86411.html">Windows 8</a> bezaubert den Nutzer auf allen PCs ab n&#228;chsten Sommer mit der neuen kubistischen Tablet-Oberfl&#228;che Metro als Standarddesktop, der nur mit dem klassischen Fenster-Desktop gewechselt werden soll, wenn es eine ›Legacy‹-Anwendung n&#246;tig macht &#8211; schlie&#223;lich ist in Zukunft ja alles ganz toll Touch-optimiert und in HTML5 und JavaScript geschrieben. Also, alles, ja. [...] Den alten Desktop wird es dabei nur noch auf x86(_64) geben, reine Windows-Tablets mit ARM-Prozessor werden nur mit Metro kommen. Microsoft bleibt uns noch einen Entwicklerfaden f&#252;r ernsthafte Anwendungen in ›Metro-style‹, wie sie es so gerne nennen, schuldig. Nichtsdestotrotz l&#228;sst sich die selbe Absicht in der Verschmelzung wie bei Mac OS X erkennen, wenn auch aus der entgegengesetzten Position, dass Microsoft noch keinen App-Fundus hat, sondern sie erst mit Windows etablieren will.<br />
Um endlich auf Linux zu kommen: GNOME 3 ist durch und durch geschaffen f&#252;r Ger&#228;te, die beides sein m&#246;chten, <span style="text-decoration: underline;">GNOME 3 <em>IST</em> die Konvergenz</span>, ist die Synthese! Es mag den Desktop-Nutzer gerade an manchen Stellen schmerzen, aber das ist die Richtung, und GNOME 3 und die GNOME 3 Shell tritt bestens aufgestellt in in diese neue Ger&#228;tewelt, von der ich glaube, dass sie die generelle Zukunft von Mobilcomputern ist.<br />
KDE hat Plasma Active als neue Voll-Touch-Umgebung, zwischen der und dem Standard-Plasma man w&#228;hrend der Sitzung wird wechseln k&#246;nnen, ohne die laufenden Anwendungen zu beenden, sie sogar wird mitnehmen. Der verhei&#223;ungsvolle Wechsel auf <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/QML">Qt QML</a> macht wie bei Android verschiedene Nutzeroberfl&#228;chen eines Programms f&#252;r verschiedene Aufl&#246;sungen, oder auch Umgebungs-Anforderungen m&#246;glich. Der E-Mail-Client wird also auf Plasma Active ein anderes Layout zeigen als auf Plasma, und doch ist es die selbe Anwendung. Auch eine kluge Herangehensweise mit dem Vorteil, den Power-Nutzer nicht einzuschr&#228;nken. &#8211; Und es wird an der Umsetzung dieser Vision gearbeitet, viele KDE-Entwickler besch&#228;ftigen sich bereits mit dem Freundlichmachen ihrer Anwendungen f&#252;r Touch-Ger&#228;te.<br />
Meinen vollen Enthusiasmus in Sachen Linux auf ›Tabbooks‹/›Lapdocks‹/›WebTops‹ schm&#228;lert zur Zeit noch, dass X.org noch immer eine Multitouch-API fehlt; sie wird von Version zu Version aufgeschoben. Das k&#246;nnte noch ein d&#252;steres Erwachen geben. Multitouch ist zwar m&#246;glich, man muss bisher aber die Eingabeger&#228;te direkt am Treiber ansprechen und daf&#252;r erst kennen, um sie dann in ein von X separates Framework zu mappen, welches &#252;berhaupt erst allgemeine Muster und damit Gesten erkennt. Canonical t&#228;tigte zumindest dabei einen l&#246;blichen Vorsto&#223; mit <a href="http://unity.ubuntu.com/projects/utouch/">uTouch</a>, das seit Ubuntu 10.10 mitinstalliert wird, leider aber auch auf anderen Distributionen erst einen speziell ›Hack‹-gepatchten X.org erfordert.<br />
Ja, danach sieht&#8217;s aus.</p>
<p><strong>14 &#8211; Finale</strong><a name="finale"></a><br />
Der Paradigmenumbruch findet statt. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Die traditionelle Desktop-Metapher weicht nach Jahren etwas Neuem; was es ist, wird immer greifbarer. Es ist sehr erfreulich, dass man den Umbruch in der Industrie weitsichtig vorausgesp&#252;rt hat und jetzt besser aufgestellt ist als die propriet&#228;re Konkurrenz.<br />
Ich rate zum Experimentieren. Dabei auf die Nachhaltigkeit der eigenen Plattform-Entscheidung zu achten.<br />
Das Sch&#246;ne ist: Wir haben die Wahl auf Linux.<br />
Es sind aufregende Zeiten.</p>
<p><strong>15 – Auswahl weiterf&#252;hrender Artikel</strong><a name="artikel"></a><br />
Im Folgenden noch eine Auswahl einiger lesenswerter Artikel der letzten Monate, die es erm&#246;glichen, sich selbst ein breites Urteil zu bilden. Damit schneller ersichtlich ist, wohin eine Empfehlung f&#252;hrt, habe ich die Links sichtbar geschrieben.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Unity</span></p>
<ul>
<li>Unity &#8211; Der Anfang vom Ende f&#252;r Ubuntu?<br />
<a href="http://kofler.info/blog/154/1/Unity----Der-Anfang-vom-Ende-fuer-Ubuntu/">http://kofler.info/blog/154/1/Unity&#8212;-Der-Anfang-vom-Ende-fuer-Ubuntu/</a></li>
<li>What&#8217;s really going on with Ubuntu Unity (2010)<br />
<a href="http://blogs.computerworld.com/17234/whats_really_going_on_with_ubuntu_unity">http://blogs.computerworld.com/17234/whats_really_going_on_with_ubuntu_unity</a></li>
<li>Ubuntu 11.10 ohne Unity3D? — Unity 2D in Qt<br />
<a href="http://www.glasen-hardt.de/?p=1225">http://www.glasen-hardt.de/?p=1225</a></li>
<li>Schwingende Fenster: Neue Optik f&#252;r Linux &amp; Co. (2005, historisch!)<br />
<a href="http://www.golem.de/0504/37579-2.html">http://www.golem.de/0504/37579-2.html</a></li>
<li>Compiz is getting rapidly sick of Gnome &#8211; erkennbare Vor&#252;berlegungen zu Unity, wenn auch nicht von Canonical (2009)<br />
<a href="http://www.stefanoforenza.com/compiz-is-getting-rapidly-sick-of-gnome/">http://www.stefanoforenza.com/compiz-is-getting-rapidly-sick-of-gnome/</a></li>
<li>Warum Unity gut f&#252;r den freien Desktop ist<br />
<a href="http://fernmannblog.wordpress.com/2011/04/28/warum-unity-gut-fur-den-freien-desktop-ist/">http://fernmannblog.wordpress.com/2011/04/28/warum-unity-gut-fur-den-freien-desktop-ist/</a></li>
<li>Mac OS X Lion Features Are Ubuntu Rip-Off<br />
<a href="http://www.muktware.com/blog/45/290/23/2010/396?page=0,0">http://www.muktware.com/blog/45/290/23/2010/396?page=0,0</a></li>
<li>Distrowatch: Ubuntu erstmals mit deutlichem Popularit&#228;tsverlust<br />
<a href="http://derstandard.at/1308679567656/Distrowatch-Ubuntu-erstmals-mit-deutlichem-Popularitaetsverlust">http://derstandard.at/1308679567656/Distrowatch-Ubuntu-erstmals-mit-deutlichem-Popularitaetsverlust</a></li>
<li>»finde konsole nicht ubuntu 11.04«<br />
<a href="http://kenntwas.de/2011/linux/ubuntu/finde-konsole-nicht-ubuntu-11-04/">http://kenntwas.de/2011/linux/ubuntu/finde-konsole-nicht-ubuntu-11-04/</a></li>
<li>H&#228;lfte der Menschheit bald zu bl&#246;d f&#252;r Ubuntu (April 2011)<br />
<a href="http://www.naturalnik.de/wordpress/2011/04/halfte-der-menschheit-bald-zu-blod-fur-ubuntu/">http://www.naturalnik.de/wordpress/2011/04/halfte-der-menschheit-bald-zu-blod-fur-ubuntu/</a><br />
Besonders sch&#246;n: »<em>8 Tester haben es nicht geschafft, ein Icon zum Launcher hinzuzuf&#252;gen. Warum wei&#223; keiner so genau, das Ding hat sich halt gewehrt.</em> <em>9 von 11 Testern haben es geschafft, ein Fenster zu schlie&#223;en. Das klingt jetzt toll, aber die anderen 9 haben sich nur von pl&#246;tzlich auftauchenden Bugs oder verschwindenden Buttons nicht so sehr ablenken lassen wie die restlichen zwei.</em>«</li>
<li>User Testing of Unity Reveals Surprising Results<br />
<a href="http://www.omgubuntu.co.uk/2011/11/user-testing-of-unity-reveals-some-surprising-results/">http://www.omgubuntu.co.uk/2011/11/user-testing-of-unity-reveals-some-surprising-results/</a><br />
»<em>Interestingly, the number of users who could tell how many apps were running was higher in 2010.</em>« &#8211; Vollkommen unbedenkliche Entwicklung, nicht wahr?</li>
<li>Ubuntu 11.10 ver&#246;ffentlicht &#8211; und gleich im Test<br />
<a href="http://derstandard.at/1317019445461/Oneiric-Ocelot-Ubuntu-1110-veroeffentlicht---und-gleich-im-Test">http://derstandard.at/1317019445461/Oneiric-Ocelot-Ubuntu-1110-veroeffentlicht&#8212;und-gleich-im-Test</a><br />
»<em>Hier entsteht dann etwas der Eindruck, dass man bei Canonical nicht so recht wei&#223;, wie man die zunehmend divergierenden Ans&#228;tze von GNOME und Ubuntu zusammenbringen kann, um ein rundes Ganzes zu erzeugen.</em>« (S. 14)</li>
<li>Jobs der Zweite? (2010)<br />
<a href="http://be-jo.net/2010/03/jobs-der-zweite/">http://be-jo.net/2010/03/jobs-der-zweite/</a></li>
<li>Ubuntu should zig to Apple’s zag<br />
<a href="http://bytebaker.com/2011/10/19/ubuntu-should-zig-to-apples-zag/">http://bytebaker.com/2011/10/19/ubuntu-should-zig-to-apples-zag/</a><br />
»<em>The longer I see Ubuntu’s development the more it seems that they are shunning the Unix philosophy in the name of “user friendliness” and “zero configuration”. And they’re doing it wrong. I think that’s absolutely the wrong way to go.</em>«</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">Canonicals Copyright Assignments</span></p>
<ul>
<li>Harmony Agreements<br />
<a href="http://blog.tenstral.net/2011/06/harmony-agreements.html">http://blog.tenstral.net/2011/06/harmony-agreements.html</a></li>
<li>Shuttleworth: Firmen und freie Software<br />
<a href="http://blog.tenstral.net/2011/05/shuttleworth-firmen-und-freie-software.html">http://blog.tenstral.net/2011/05/shuttleworth-firmen-und-freie-software.html</a></li>
<li>Warum Copyright-Assignments schlecht sind… oder: Der Fall Canonical und die Community.<br />
<a href="http://blog.tenstral.net/2011/05/warum-copyright-assignments-schlecht.html">http://blog.tenstral.net/2011/05/warum-copyright-assignments-schlecht.html</a></li>
<li>Why I would not sign a Harmony Agreement<br />
<a href="http://blog.martin-graesslin.com/blog/2011/07/why-i-would-not-sign-a-harmony-agreement/">http://blog.martin-graesslin.com/blog/2011/07/why-i-would-not-sign-a-harmony-agreement/</a></li>
<li>DS2011 – Panel on Copyright Assignment<br />
<a href="http://blog.tenstral.net/2011/08/ds2011-panel-on-copyright-assignment.html">http://blog.tenstral.net/2011/08/ds2011-panel-on-copyright-assignment.html</a></li>
<li>Open-Source-Kontroverse: Mark Shuttleworth hofft auf ›Gro&#223;z&#252;gigkeit‹ der EntwicklerInnen<br />
<a href="http://derstandard.at/1311802889905/Open-Source-Kontroverse-Mark-Shuttleworth-hofft-auf-Grosszuegigkeit-der-EntwicklerInnen">http://derstandard.at/1311802889905/Open-Source-Kontroverse-Mark-Shuttleworth-hofft-auf-Grosszuegigkeit-der-EntwicklerInnen</a></li>
<li>Wie es besser geht: Contributor License Agreements mit Offenheitsverpflichtung<br />
<a href="http://www.golem.de/1109/86416.html">http://www.golem.de/1109/86416.html</a></li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">GNOME 3</span></p>
<ul>
<li>Eine Woche Gnome 3: Der uniformierte Desktop<br />
<a href="http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=86">http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=86</a></li>
<li>Warum&#8230; Unity, Gnome und der Schlag ins Gesicht<br />
<a href="http://oyox.de/archives/141-Warum...-Unity,-Gnome-und-der-Schlag-ins-Gesicht.html">http://oyox.de/archives/141-Warum&#8230;-Unity,-Gnome-und-der-Schlag-ins-Gesicht.html</a></li>
<li>Wird GNOME wieder zum Zwerg? – eine Generalkritik zur neuen Shell<br />
<a href="http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=79">http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=79</a></li>
<li>Adieu, Desktop. Der langsame Abschied von der Arbeitsoberfl&#228;che?<br />
<a href="http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=84">http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=84</a></li>
<li>Taskleiste, Panel, Dock &amp; Co. oder: Der Vorteil der vergessenen Fensterlisten<br />
<a href="http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=91">http://www.knetfeder.de/linux/index.php?id=91</a></li>
<li>&#220;berlegungen zu GNOME 2 (Essay, 2002)<br />
<a href="http://ometer.com/free-software-ui.html">http://ometer.com/free-software-ui.html</a></li>
<li>On the relationship between Canonical and GNOME<br />
<a href="http://bethesignal.org/blog/2011/03/12/relationship-between-canonical-gnome/">http://bethesignal.org/blog/2011/03/12/relationship-between-canonical-gnome/</a></li>
<li>Timeline: It’s 2009… and they have a plan<br />
<a href="http://bethesignal.org/blog/2011/03/18/timeline-gnome-canonical-2009/">http://bethesignal.org/blog/2011/03/18/timeline-gnome-canonical-2009/</a></li>
<li>Linus Torvalds nennt GNOME 3 ein ›gro&#223;es Durcheinander‹<br />
<a href="http://www.golem.de/1108/85472.html">http://www.golem.de/1108/85472.html</a></li>
<li>A Fork Of GNOME 2: The Mate Desktop (August 2011)<br />
<a href="http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&amp;px=OTgxMA">http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&amp;px=OTgxMA</a></li>
<li>Auf dem Desktop zieht “Revolution statt Evolution” nicht – auch nicht bei Apple<br />
<a href="http://campino2k.de/2011/08/18/auf-dem-desktop-zieht-revolution-statt-evolution-nicht-auch-nicht-bei-apple/">http://campino2k.de/2011/08/18/auf-dem-desktop-zieht-revolution-statt-evolution-nicht-auch-nicht-bei-apple/</a><br />
Mit h&#246;chst am&#252;santem Video eines genervten Lion-Nutzers!</li>
<li>GNOME-Designer Jon McCann about the future of GNOME3<br />
<a href="http://derstandard.at/1313024283546/Interview-GNOME-Designer-Jon-McCann-about-the-future-of-GNOME3">http://derstandard.at/1313024283546/Interview-GNOME-Designer-Jon-McCann-about-the-future-of-GNOME3</a><br />
GNOME-Entwickler ein bisschen gr&#246;&#223;enwahnsinnig? Wollen spezielle Audio-, Foto-, Dokumente-, Video- und Mail-Anwendungen f&#252;r GNOME 3 schreiben?!<br />
»<em>People will go off and do different things &#8211; and they certainly do have that right. But I still think if we value GNOME and we believe in GNOME we need to do the right thing by our own vision.</em>«<br />
»<em>I&#8217;m not saying that all this people will be completely convinced and that&#8217;s unfortunate but I think over time people will realize what we are doing has been at least thought through.</em>«<br />
»<em>I don&#8217;t think we are all that different in the end. There are a lot of things we have in common. Who doesn&#8217;t like to listen to music? Who doesn&#8217;t need to check email, who doesn&#8217;t need to chat with friends? Or lookup a map to know how to get to dinner, or even use the web, where most of the daily usage is nowadays. There is so much commonality. We do end up focusing on the differences more than we should.<br />
You do see a lot of hackers using Mac OS X these days and I think that&#8217;s a little bit unfortunate and probably there are many reasons why they do that, but that&#8217;s not immediately what you might think of as a super hacker-focused OS.</em>«<br />
»<em>Unfortunately on the internet &#8211; and in free software in particular &#8211; we have a lot of people whose voices aren&#8217;t heard very loudly, and we have to take their needs into accounts as well as those who are vocal.</em>«<br />
»<em>As how we react to those latest criticisms: It&#8217;s very difficult cause not all of those necessarily agree with one another. In some sense people who are against something think they have something in common, but when you look at it in more detail &#8211; which of course we try to do &#8211; very few actually agree on much of anything other than that&#8217;s not what they are used to.</em>«</li>
<li>&#8220;Anwender reagieren positiv auf GNOME 3&#8243;<br />
<a href="http://www.golem.de/1105/83493.html">http://www.golem.de/1105/83493.html</a></li>
<li>Linux Mint 12 Preview<br />
<a href="http://blog.linuxmint.com/?p=1851">http://blog.linuxmint.com/?p=1851</a><br />
»<em>We’ve been using application menus, window lists and other traditional desktop features for as far as I can remember. It looked different in KDE, Xfce, or even Windows and Mac OS, but it was similar. GNOME 3 is changing all that and is developing a better way for us to interact with our computer. From our point of view here at Linux Mint, we’re not sure they’re right, and we’re not sure they’re wrong either. What we’re sure of, is that if people aren’t given the choice they will be frustrated and our vision of an Operating System is that your computer should work for you and make you feel comfortable.</em>«</li>
<li>Nachrichten aus dem Land der GNOME-Shell (Juli 2011, reich bebilderter Ausblick auf GNOME 3.2)<br />
<a href="http://linuxundich.de/de/ubuntu/nachrichten-aus-dem-land-der-gnome-shell/">http://linuxundich.de/de/ubuntu/nachrichten-aus-dem-land-der-gnome-shell/</a></li>
<li>GNOME 3.2 ist da: Ein saftiger Nachschlag f&#252;r den Linux-Desktop<br />
<a href="http://derstandard.at/1314652803662/WebStandard-Test-GNOME-32-ist-da-Ein-saftiger-Nachschlag-fuer-den-Linux-Desktop">http://derstandard.at/1314652803662/WebStandard-Test-GNOME-32-ist-da-Ein-saftiger-Nachschlag-fuer-den-Linux-Desktop</a></li>
<li>GNOME Shell l&#228;uft k&#252;nftig auch ohne Hardware-3D-Support<br />
<a href="http://derstandard.at/1319181969534/Funktionstuechtig-GNOME-Shell-laeuft-kuenftig-auch-ohne-Hardware-3D-Support">http://derstandard.at/1319181969534/Funktionstuechtig-GNOME-Shell-laeuft-kuenftig-auch-ohne-Hardware-3D-Support</a></li>
<li>GNOME 3 Shells Fenstermanager ›Mutter‹ ist offenbar doch erweiterbar &#8211; hoffen wir auf die wabbelnden Fenster!<br />
<a href="http://www.webupd8.org/2011/10/gnome-shell-focus-effects-extension.html">http://www.webupd8.org/2011/10/gnome-shell-focus-effects-extension.html</a></li>
<li>GNOME3: Neue Designs zeigen weitere Zukunft des Desktop<br />
<a href="http://derstandard.at/1319182584290/Ausblick-GNOME3-Neue-Designs-zeigen-weitere-Zukunft-des-Desktop">http://derstandard.at/1319182584290/Ausblick-GNOME3-Neue-Designs-zeigen-weitere-Zukunft-des-Desktop</a><br />
Original Blog: GNOME Design Update <a href="https://afaikblog.wordpress.com/2011/11/10/gnome-design-update/">https://afaikblog.wordpress.com/2011/11/10/gnome-design-update/</a></li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">KDE</span></p>
<ul>
<li>KDE 4.0 Release Event Keynote (2008)<br />
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=UneGtZlehTU">https://www.youtube.com/watch?v=UneGtZlehTU</a></li>
<li>Video: Aaron Seigo von KDE &#8211; Desktop Summit 2011 &#8211; Kleiner Beinahe-Versprecher des Oberfl&#228;chenchefs, ist aber auch kompliziert mit den ganzen Plasma-Komponenten <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
<a href="http://video.golem.de/oss/5475/aaron-seigo-von-kde-desktop-summit-2011.html">http://video.golem.de/oss/5475/aaron-seigo-von-kde-desktop-summit-2011.html</a></li>
<li>Chani&#8217;s KDE Screencasts: Activities in Action<br />
<a href="https://blip.tv/chanis-kde-screencasts/activities-in-action-4629891">https://blip.tv/chanis-kde-screencasts/activities-in-action-4629891</a></li>
<li>Plasma Active will mit iOS und Android gleichziehen<br />
<a href="http://www.golem.de/1108/85534.html">http://www.golem.de/1108/85534.html</a></li>
<li>Zeitgeist coming to KDE<br />
<a href="http://www.omgubuntu.co.uk/2010/11/zeitgeist-coming-to-kde/">http://www.omgubuntu.co.uk/2010/11/zeitgeist-coming-to-kde/</a><br />
und Golem: Zeitgeist-Integration in KDE <a href="http://www.golem.de/1106/84033.html">http://www.golem.de/1106/84033.html</a></li>
<li>Interview: KDE-Initiator Matthias Ettrich, Nokia (2009)<br />
<a href="http://www.linux-magazin.de/Online-Artikel/LIP-Lounge-KDE-Initiator-Matthias-Ettrich-Nokia">http://www.linux-magazin.de/Online-Artikel/LIP-Lounge-KDE-Initiator-Matthias-Ettrich-Nokia</a><br />
Hochinteressantes, aufschlussreiches Interview mit Matthias Ettrich, dem Gr&#252;nder von KDE; &#252;ber Featuritis sagt er:<br />
»<em>Die ersten KDE-Entwickler hatten einen klaren Fokus auf Endanwender. Dieser wurde sp&#228;ter von der Entwicklergemeinschaft und den fr&#252;hen Anwendern in Richtung Linuxexperten verschoben &#8211; erst langsam und schrittweise, dann immer schneller, und schlie&#223;lich wurde es Teil des Projektes. Denn oft gilt, ›wer macht hat Recht.‹ Ziel war es jedoch nie, den Linux-Anwendern einen ultra-konfigurierbaren Desktop mit Tausenden von Optionen zu geben, um damit jeden noch so verquasteten Workflow zu unterst&#252;tzen. Ziel war es vielmehr, Linux neue Anwenderschichten aus der Mitte der Gesellschaft zu erschlie&#223;en. Im Grunde ist der Mac mit Mac OS X das geworden, was Linux mit KDE h&#228;tte sein k&#246;nnen: Das bessere System.</em>«</li>
<li>Trinity – Desktop ohne Zukunft<br />
<a href="http://www.freiesmagazin.de/mobil/freiesMagazin-2011-09-bilder.html#11_09_trinity">http://www.freiesmagazin.de/mobil/freiesMagazin-2011-09-bilder.html#11_09_trinity</a></li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gemischtes</span></p>
<ul>
<li>Video: Why Linux Sucks Talk 2011 (&#8220;less than before&#8221;)<br />
<a href="http://rockiger.com/de/blog/view/why-linux-sucks-talk-2011">http://rockiger.com/de/blog/view/why-linux-sucks-talk-2011</a></li>
<li>»<em>Von den 2 Milliarden Windows-Nutzern sind vielleicht 200 Mio. Poweruser, die mehr machen, der Rest braucht eine einfache Oberfl&#228;che. Betonung liegt hier auf EINE Oberfl&#228;che.</em>«<br />
<a href="http://forum.golem.de/kommentare/applikationen/steven-sinofsky-windows-8-bekommt-einen-app-store/byebye-windows/54661,2773858,2773858,read.html#msg-2773858">http://forum.golem.de/kommentare/applikationen/steven-sinofsky-windows-8-bekommt-einen-app-store/byebye-windows/54661,2773858,2773858,read.html#msg-2773858</a></li>
<li>»I&#8217;ve solved the GNOME suspend/poweroff controversy:«<br />
<a href="http://pic.twitter.com/gZqTEim">http://pic.twitter.com/gZqTEim</a></li>
<li>Uncyclopedia: GNOME<br />
<a href="http://uncyclopedia.wikia.com/wiki/GNOME">http://uncyclopedia.wikia.com/wiki/GNOME</a><br />
Ein bisschen Humor <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
»<em>Whereas KDE policy is „If you disKover some empty spaKe, add an useless feature or somethinK very very irritatinK. The iKon must be shiny, rotatinK, and Kontain at least one K.“, the GNOME policy is the opposite: „If you find a feature, it might confuse a user, so remove it.</em>“«</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Bildrechte</strong></span>:</p>
<p>GNOME Foundation, <a href="http://derstandard.at/1319181917429/WebStandard-Test-Fedora-16-veroeffentlicht-Linux-Desktop-in-Fast-Bestform">derStandard.at</a> (K&#228;tzchen), Canonical (Unity), <a href="http://be-jo.net/2010/03/jobs-der-zweite/">be-jo.net</a> (Apluntu), Xfce, KDE, Disney, ASUS</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kontemplation</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2011/04/29/kontemplation/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 21:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Begegnungen, die uns ver&#228;ndern, uns einen Einschein geben in etwas Gro&#223;es, etwas vorher Ungedachtes. Meist sind sie nicht von gro&#223;er Dauer, und meist f&#252;hrt die Dauer unserer Erkenntnisbildung weit &#252;ber die der Situation hinaus. Eigenart dieser Begegnungen ist ihr seltenes Auftreten und anschlie&#223;end die bedachtvolle Wehmut, die dankbar auf die Erfahrung blickt. Es&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Begegnungen, die uns ver&#228;ndern, uns einen Einschein geben in etwas Gro&#223;es, etwas vorher Ungedachtes. Meist sind sie nicht von gro&#223;er Dauer, und meist f&#252;hrt die Dauer unserer Erkenntnisbildung weit &#252;ber die der Situation hinaus.<br />
Eigenart dieser Begegnungen ist ihr seltenes Auftreten und anschlie&#223;end die bedachtvolle Wehmut, die dankbar auf die Erfahrung blickt.</p>
<p>Es war Fr&#252;hling, kurz vor Ostern, wohl 3. Klasse, Jahr 2001, ich war wohl 9. Schulschluss, Mittagszeit. Meine halbprivate Grundschule lag ein St&#252;ck weg, und so genoss ich den Fahrdienst meiner Mutter.</p>
<p>Nach Unterrichtsschluss packte ich in aller Gem&#252;ts Ruhe meinen Ranzen, denn ich hatte Zeit, machte mich auf den Weg, schlenderte durch das Geb&#228;ude, passierte die gro&#223;en Glast&#252;ren, und zielte gen links den Elternparkplatz an, der hinter der Schule leicht versetzt auf einer Anh&#246;he begann. Der Weg hoch zum Parkplatz f&#252;hrte durch eine kleine Laternen- und Baumallee, machte einen Schlenker nach rechts, verlief entlang der Fahrradst&#228;nder, die ich nie beachtete, und m&#252;ndete auf dem Platz ein, abgeschlossen auf der linken Seite durch eine letzte Laterne und einen gepflasterten Gehweg.<br />
Dort setzte ich meinen Ranzen ab, mich oft darauf, und wartete. Ich wartete dort oft lange. Ich war einer von denen, die eigentlich immer am l&#228;ngsten warteten. Seltsamerweise kann ich mich nicht erinnern, wo die anderen Sch&#252;ler ihren Eltern harrten, aber die Wenigsten an meinem Platz.</p>
<p>Ich tat mich recht schwer in meiner Klasse, ich hatte den Dreh beim Umgang mit den Einheiten Freund und Mitsch&#252;ler-aber-nicht-Freund noch nicht raus, hatte da eine sehr absolute Einstellung. Au&#223;erdem hatten wir im Herbst einen neuen Klassenlehrer bekommen, der meine engagierten Eltern und mich unbequem fand. Nach der Schule war ich oft deprimiert. Sp&#228;ter sollte ich die Schule wechseln und aus diesem Grund die Klasse wiederholen.</p>
<p>Es war also schon einige Zeit nach Schulschluss vergangen, der Vorhof praktisch geleert. Und dann kam sie. Ich nehme heute an, sie war Parallelkl&#228;sslerin. Sie kam hoch und stellte ihren Ranzen einen Meter rechts von meinem weiter oben auf den Weg, wo ich gut 3 m vor der Laterne gelangweilt dastand. Geschickt t&#228;nzelte sie locker etwas, machte ihren R&#252;cken gerade, schaute kurz &#252;ber den Parkplatz und sah sich best&#228;tigt, dass f&#252;r sie noch niemand da war.</p>
<p>Es wehte ein lauer Wind. Die Sonne schien hell, die Szene lag lichtvoll. Es war angenehm, aber nicht warm. Ich betrachtete sie. Ich kannte sie vom Sehen auf dem Schulhof. Sie hatte ein liebes, aufgewecktes Gesicht mit einem weiten L&#228;cheln, das aus dem Schl&#252;sselbein zu kommen schien. Ihre dunklen, schulterlangen Haare mit leichten Locken trug sie nach hinten fallend, sanft im Wind wiegend. Ihre Erscheinung war seltsam majest&#228;tisch erhaben, weise. Ganz und gar ein Naturkind.<br />
Aufgeschlossen und kontaktfreudig begann sie ein Gespr&#228;ch, ich war &#252;berrascht.</p>
<p>Sie l&#228;chelte ehrlich und entschlossen, unumhaubar. Wie ich damals perverserweise gerade drauf war, sah ich das als Provokation und wollte sie mit meinem gerade etwas verdrie&#223;lichen Gem&#252;te konfrontieren und sagte irgendetwas Launisch-Negatives, zusammen mit einer depressiven R&#252;ckenhaltung. Ich wurde augenblicklich noch in dem Versuch von einer Gegenwelle positiver Energie umgeworfen, alleine durch ihre Pr&#228;senz, ihre Mimik, ihre Augensprache, die flux sagen wollten: »Meinst Du wirklich? Kann doch nich&#8217; sein!« &#8211; So was hatte ich noch nicht erlebt! Wie eine magnetische Absto&#223;ung. Ich machte einen Schritt zur&#252;ck.<br />
Sie sah mich mit wachen Augen an und strahlte unersch&#246;pfliche Fr&#246;hlichkeit, Ausgeglichenheit und Alliebe aus.<br />
Ehrf&#252;rchtig hielt ich mich darauf zur&#252;ck; distanziert, schwieg. Sie war ein Sonnenschein, wie es hei&#223;t, dass ich einer gewesen sei, vor meinem Augenunfall; aber ihrer war viel st&#228;rker. Sie war eine Sonne.</p>
<p>Mit geschickten kompakten Handbewegungen erz&#228;hlte sie mir eine Anekdote aus ihrem Tag. Meine Gedanken in dem Moment waren:<br />
»Welch ein Engel.<br />
Das habe ich nicht verdient, hier oben mit ihr zu sein, und das ganz alleine.<br />
Ich Griesgram, ich. Mit Sorgen und negativen Gedanken.«<br />
Und diese Gedanken sind original! Ich habe sie mir erhalten!! (Wenn auch nicht in Worten, aber exakt das waren meine emotionalen Eindr&#252;cke.)</p>
<p>Wenn ich heute an dieses Ereignis denke, kommen mir noch die Gl&#252;ckstr&#228;nen.<br />
Ich frage mich immer wieder, was war das nur, was ist damals geschehen, was hat sich damals ereignet?<br />
Es w&#228;re leicht, einfach den Schluss zu ziehen, dass hier die Chemie au&#223;erordentlich stimmte und ich mich einfach blitzartig verliebt hatte, aber ich sage euch, das war es nicht. Da war was anderes, irgendetwas ganz Besonderes hat mich dort ber&#252;hrt. Au&#223;erdem: Solch enorme Verliebtheitsmerkmale &#8211; spontan &#8211; mit 9? Unwahrscheinlich.<br />
Seitdem habe ich etwas Vergleichbares mit dieser Intensit&#228;t nicht mehr erlebt. Zugegeben, das was dem am n&#228;chsten kam, waren seitdem Gef&#252;hle von Verliebtheit, aber damals war ich noch ganz unbefangen solcherdinge (vergleiche ich es relativ mit meinem Ich von ab 15 Jahren) und auch hormonell noch gar nicht darauf eingestellt.<br />
Und doch, so denk ich insgeheim, muss so die gro&#223;e Liebe sein. Aus dieser Vorstellung heraus war ich auch sprachlos, als sich dann auf dem Gymnasium in der Klasse die ersten &#8220;Versuchsp&#228;rchen&#8221; bildeten; die Idee dem Kopf entsprungen; ich konnte das nicht verstehen.<br />
(Ich habe &#252;brigens sp&#228;ter selber noch den Fehler gemacht, mit dem Verstand synthetisch f&#252;hlen zu *wollen*, als ich in einer besonderen Minderwertigkeitskomplexphase war, in der ich dann selbst glaubte, dies sei die richtige Art der Seeleneindr&#252;cke, weil sie ja anscheinend alle um mich praktizierten. Die Folge dieser Verwirrung der Seelenglieder war verheerend. Tats&#228;chlich war es bei den anderen zu der jungen Zeit offenbar ein Erleben noch innerhalb der Empfindungsseele, das ich so nie teilte, und als Beobachter eingebettet in die logische Verstandesseele mit allerlei Widerspruch wahrnahm und falsch nachahmte. Altersdifferenz, Mangel an empirischer Realit&#228;tserfahrung, und grundverschiedene unmaterialistische Weltanschauung waren die Beg&#252;nstiger. Aber das nur am Rande.)</p>
<p>Speziell psychologisch interessant ist es f&#252;r mich heute, wie mein Selbstwert, besonders in Bezug auf Frauen, damals schon lag, siehe meine Originalgedanken. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass sich die wahren Ausl&#246;ser daf&#252;r in diesem Leben ereigneten, und ich habe viel &#252;berlegt. Ich glaube, das ist ein P&#228;ckchen, das mir noch aus fr&#252;heren Inkarnationen aufliegt. Damit stehe ich immer wieder im Konflikt.</p>
<p>Diese Maide hat meine Weltanschauung absolut nachhaltig gepr&#228;gt, und r&#252;ckblickend werte ich sie f&#252;r mich schon fast als eine g&#246;ttliche Offenbarung und Erscheinung.<br />
Es war ein Schl&#252;sselereignis, ich habe fr&#252;h eine Kostprobe von etwas sehr Hohem erhalten. Eine Wahrheit wurde mir klar, oder sie verhalf mir vielleicht auch nur dabei, mich wieder daran zu erinnern. Von der Begegnung konnte ich auch in liebes-romantischer Sicht noch sehr lange zehren, ohne &#252;berhaupt den Wunsch nach etwas Greifbarem, Nichtgeistigem zu versp&#252;ren.</p>
<p>Wir sprachen noch ein wenig miteinander, ich balancierte vielleicht &#252;ber einige Deko-Steinbrocken an der Seite, dann wurden wir abgeholt. Ich wei&#223; nicht mehr, wessen Mutter zu erst ankam, und wie ich mich verabschiedete, glaube aber, es war ihre. Vielleicht sogar ihr Vater. Ich habe sie nie mehr gesehen. Hielt Ausschau nach ihr, sah sie aber nicht mehr. Glaubte einmal, ihr Gesicht in einer Menge zu sehen. Warum wurde sie an diesem Tag abgeholt und sonst nie mehr?</p>
<p>Es vergeht so viel Zeit. Du hast so viele Erlebnisse, aber nur so wenige Offenbarungen, die sich teilschlie&#223;en zu etwas Gro&#223;em, einer Wahrheit. Und Du fragst dich, ob diese Erkenntnisse nicht alle in einem Licht kombiniert sein k&#246;nnten. Und ob Du diese Faser in dir sp&#252;ren kannst. Ob Du sie festhalten kannst. Ob Du sie mit deinem Sein verflechten kannst.<br />
F&#252;r dich, um all die Fehler nicht machen zu m&#252;ssen, die Du machst. F&#252;r dich, um ein Leben mit dem Verm&#246;gen der Erf&#252;llung zu f&#252;hren. F&#252;r dich, als Teil der Wahrheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/FES-Parkplatz1.jpg"><img class="alignnone" title="M&#228;rchen schreibt die Zeit… Und Anderes." src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/FES-Parkplatz1-150x200.jpg" alt="" width="150" height="200" /></a> <a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/FES-Parkplatz2.jpg"><img class="alignnone" title="Vor dem Schauplatz" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/FES-Parkplatz2-150x200.jpg" alt="" width="150" height="200" /></a></p>
<p>__<br />
Notizen f&#252;r den Text Dezember 2009, weitere Details April 2010, ausgearbeitet und vollendet nun.<br />
Als ich den Ort besuchte, um die Fotos zu machen, ward mir noch ganz schauer.</p>
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		<title>Gro&#223;artigkeit</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2011/04/26/grossartigkeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 20:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[<!-- <iframe src="http://www.23hq.com/23/slideshow-inline?album_id=6681030&#038;play=f" _mce_src="http://www.23hq.com/23/slideshow-inline?album_id=6681030&#38;play=f" frameborder="0" style="border:0;" _mce_style="border: 0;" height="750" width="630"></iframe> -->]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Man stilisiert sich den Wechsel aus, glaubt, irgendetwas und alles wird sich komplett und radikal &#228;ndern. Und dann startet man sein Linux und landet auf seinem Desktop von vorhin, ohne Murren, ohne Peng-Peng, einzig muss zuvor unter Umst&#228;nden der alte Grafiktreiber deinstalliert werden.<br />
Dann klickt man ein bisschen rum und nach einigen Sekunden hat man vergessen, dass man nun auf einem System mit einer Hochpotenz der Leistung des alten Systems arbeitet, alles ist wie gehabt, nur ein klein wenig flutschiger.</p>
<p>Ohne dass es dir besonders bewusst w&#228;re, erh&#246;hst du mit der Zeit deine Standards, nimmst nun doch einen verlustfreien Codec f&#252;r dies und jenes und encodierst deine Videos bald ganz selbstverst&#228;ndlich in Studioqualit&#228;t. Der &#220;bergang durch die neue Grenzbestimmung ist flie&#223;end und mit dem Luxus an h&#246;here Standards, die heute, ja heute noch, deinen Premium-Anspruch par excellence befriedigen, wird dein Rechner schrittweise auf das Durchsatzniveau bei Standardaufgaben deines Altrechners angeglichen. Und es wird sich immer wiederholen, das ist das Sch&#246;ne an PCs, und zugleich das Tragische. Dazwischen ist eine Phase, in der du das Gef&#252;hl hast, dass irgendwas an deinem System fehlt und du wei&#223; Gott nichts mit seiner Leistung anzufangen wei&#223;t. Aber die Zeit, die &#228;ndert das, die Zeit ist der wahre Fortschrittsmotor dieser Branche, des Einsiedler-Biotops der Geeks.<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/TWMeinTraum.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1326" title="Mein Traum" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/TWMeinTraum.jpg" alt="" width="587" height="275" /></a></p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Wunschliste.jpg"><img class="size-medium wp-image-1338 alignleft" title="Wunschliste" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/Wunschliste-300x150.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a></p>
<p>Konkret geplant war der Rechner seit Sommer 2010, das n&#246;tige Kapital wurde mir Mitte Januar 2011 bewilligt. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Die Recherche nach den besten Komponenten dauerte wie gew&#246;hnlich bei meinen gr&#246;&#223;eren Anschaffungen mehrere Wochen.<br />
Meine Maxime diesmal: Das Beste. Keine Kompro-misse mehr. Du bereust sie *immer*.<br />
Und alles perfekt aufeinander abgestimmt.</p>
<p>Zusammenbau alte HW: <a href="http://www.frumble.de/blog/2007/06/08/ich-konnte-heulen-immer-noch-kein-neues-netzteil/">Juni 2007</a><br />
<strong>CPU</strong>: AMD Athlon64 X2 5200+ EE (2,6 GHz)<br />
<strong>RAM</strong>: letztlich 4 GB DDR2-800 A-Data/V-Data<br />
<strong>MB</strong>: Abit NF-M2-Nview<br />
<strong>GC</strong>: GeForce 7600 GS/sp&#228;ter 8600 GS<br />
<strong>PS</strong>: be quiet! Straight Power 450W<br />
<strong>F</strong>: Arctic Cooling Freezer 64 Pro + Arctic Cooling Arctic Fan 8 PWM + Noiseblocker BlackSilent 80 mm<br />
<strong>WLP</strong>: Coollaboratory Liquid Metal Pad<br />
<strong>HDDs</strong>: 3 HDDs, letztlich 5 TB<br />
<strong>optische LWs</strong>: LG DVD-Brenner + LG Blu-Ray/HD DVD-Leselaufwerk<br />
<strong>Geh&#228;use</strong>: noname Mac Pro-Nachbildung, relativ wertig, schwarz</p>
<p>Zusammenbau neue HW: Januar 2011<br />
<strong>CPU</strong>: AMD Phenom II 1100T (3,2 GHz &#8211; OC @ 3,85 GHz stabil mit AMD C&amp;Q) (bis dato AMDs schnellster Desktop-Prozessor, und das macht mich sehr gl&#252;cklich)<br />
<strong>RAM</strong>: 4 GB DDR3-2000 (OCZ3P2000C8LV4GK) (OC @1920 MHz stabil)<br />
<strong>MB</strong>: ASUS M4A89GTD PRO/USB3<br />
<strong>GC</strong>: SAPPHIRE AMD Radeon HD 6850<br />
<strong>PS</strong>: ENERMAX Modu87+ 500W<br />
<strong>F</strong>: Noctua NH-D14 + Noctua NF-S12B<br />
<strong>WLP</strong>: Coollaboratory Liquid Metal Pad<br />
<strong>HDDs</strong>: erhalten + ein silentmaxx HD-silencer-Festplattend&#228;mmer (das Lauteste in jeder Hinsicht an dem Rechner sind die mechanischen Laufwerke)<br />
<strong>optische LWs</strong>: erhalten<br />
<strong>Soundkarte</strong>: ASUS Xonar DX PCIe (native Linux-Treiber!)<br />
<strong>Geh&#228;use</strong>: Xigmatek Midgard</p>
<p><strong>Monitor</strong>: Dell/Samsung 23&#8243; Full HD seit Anfang 2009<br />
<strong>Soundsystem</strong>: Edifier S530D 2.1 Rev. 2 seit August 2010<br />
<strong>geplante Anschaffung</strong>: System-SSD mit 400 MB/s+</p>
<p><iframe src="http://www.23hq.com/23/slideshow-inline?album_id=6681030&#038;play=f" _mce_src="http://www.23hq.com/23/slideshow-inline?album_id=6681030&amp;play=f" frameborder="0" style="border:0;" _mce_style="border: 0;" height="750" width="630"></iframe></p>
<p>Bei einigen der Bilder w&#228;re mir vor wenigen Monaten noch der Sabber gekommen. Wie euch in diesem Moment. Hrrr.</p>
<p>Damit: Allen versp&#228;tet einen sch&#246;nen Start in 2011 und wieder auf diesem Blog!<br />
Seid nicht zu sehr angeberisch und materialistisch! ;D<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/TWDaemmerung.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1327" title="D&#228;mmerung" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/TWDaemmerung.jpg" alt="" width="587" height="275" /></a></p>
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		<title>Dichterwettstreit</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2010/10/16/dichterwettstreit/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Oct 2010 20:51:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin auf der Suche nach einem freien Platz. &#8220;Ist hier noch frei?&#8221; &#8220;Nein, die Pl&#228;tze sind alle besetzt.&#8221; Mein Blick schweift &#252;ber den Raum, im vorderen Teil, die Stufe hinab, ist alles belegt. Im hinteren Teil sind noch St&#252;hle an Tischen frei, mehr oder weniger gute Sichtwinkel. Hinten sitzen die Erwachsenen, vorne die jungen&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin auf der Suche nach einem freien Platz. &#8220;Ist hier noch frei?&#8221; &#8220;Nein, die Pl&#228;tze sind alle besetzt.&#8221; Mein Blick schweift &#252;ber den Raum, im vorderen Teil, die Stufe hinab, ist alles belegt. Im hinteren Teil sind noch St&#252;hle an Tischen frei, mehr oder weniger gute Sichtwinkel. Hinten sitzen die Erwachsenen, vorne die jungen Leute. Ich sage mir, vorne m&#252;sstest du doch sowieso so unbequem den Kopf zur B&#252;hne heben, hinten hast du entspannte Sicht. OK, ich kam knapp zu dem Poetry Slam, wie eigentlich immer. Endlich finde ich einen Dreidamentisch, der mich aufnimmt. Als ein Exot unter ungleich &#228;lteren sitze ich nun hinten und beobachte, wie die vorne noch neue Freunde begr&#252;&#223;en und ihnen die von ihnen f&#252;r sie vorbelegten Pl&#228;tze zeigen. Ich kam allein. Mir hat auch niemand reserviert; wer sollte. Ich komme hier immer allein her, suche einen Erwachsenentisch, der mich gn&#228;dig aufnimmt. Die kommen auch in Gruppen, wenigstens zu zweit, meistens.<br />
Die ersten 20 min des Abends bin ich regelm&#228;&#223;ig in mich nachdenkend versunken.<br />
Es hei&#223;t, geh raus, geh zu Veranstaltungen, da lernst du nette neue Leute kennen. Ich sitze &#252;ber den Infragekommenden. Selbst wenn ich es einmal durch versch&#228;tzte zeitliche &#220;berp&#252;nktlichkeit oder gl&#252;ckliche F&#252;gung der &#228;u&#223;eren Ereignisse schaffte, mir im vorderen Teil einen Platz zu sichern, half mir das nicht. Traute mich nicht zu sprechen, aus mir raus zu gehen. Wie macht man das da? Ich wei&#223; nicht.</p>
<p>Die Schule hat wieder begonnen, ich bin jetzt in der Kursstufe. Kaum noch vertraute Personen um mich, ein ganz neues soziales Umfeld &#8211; oder eher gesagt, so viele wie Kurse. Ich tu mir sehr schwer, Kontakte aufzubauen, wei&#223; nicht, wie das gehen soll. Direkt ein bisschen geredet habe ich mit den Jungs mit den iPhones, das war kein Problem. Im Nachhinein dachte ich, wir haben ja *nur* dar&#252;ber geredet, nichts Pers&#246;nliches ausgetauscht. Wie Jungengespr&#228;che halt gew&#246;hnlich laufen.</p>
<p>Vergangene Sommerferien war ich sage und schreibe einmal unter Gleichaltrigen, zwei alte Chatfreunde, die auf einen Tag zu Besuch kamen. Die restliche Zeit moderte ich daheim unter meinen Eltern herum &#8211; was wirklich auch nicht schlecht sein muss &#8211; oder lag alleine im Stadtpark, ein Buch lesend. Ehrlich, ich hab &#252;berhaupt keinen Bezug <em>zu mir noch unbekannten Gleichaltrigen</em>, ich kann mit ihrem Leben gar nichts anfangen, der Lebensweise von irgendwie so Normalen, Nicht-Geeks (aber das schrieb ich <a href="http://www.frumble.de/blog/2008/05/17/was-machen-eigentlich-andere-in-meinem-alter/">schon mal</a> vor Jahren).</p>
<p>Vermutet, gef&#252;rchtet, gebangt, das hatte ich im Gedanken an die Aufl&#246;sung unserer Klassengemeinschaft um einen Punkt. Nun, ich war zuletzt wirklich der aggressivste Kritiker unserer Klasse, vor allem st&#246;rten mich die letzten zwei Jahre die zunehmenden starren Strukturen und die verlorene Denkfreiheit, im speziellen f&#252;r mich durch ein paar Geschehenisse, aber jetzt fehlt sie mir.<br />
Sie war immer etwas, in das man regelm&#228;&#223;ig zur&#252;ckfiel, das einen trug, auf das man als Ganzes noch irgendwie vertrauen konnte. Das ist jetzt weg, jeder ist auf sich allein gestellt.<br />
Da ist eine enorme soziale K&#228;lte in mir, die kristallisiert und schmerzt. So viele Mitsch&#252;ler um mich, aber alle fremd, &#252;ber die H&#228;lfte irritierend jung, und keiner, wirklich keiner unter denen, mit dem ich mal ein paar Worte &#252;ber eine Emotion, ein Gef&#252;hl austauschen kann und der oder die mich l&#228;chelnd und aufmunternd anschaut, mit einem Blick Mut macht. Das war in den Ferien ok, da war ich nicht unter Menschen, da haben sich viele inneren Vorg&#228;nge auch nicht ergeben, aber jetzt ist Schule, ist Stress, und ich bin ja unter Mitmenschen, aber jetzt ist keiner f&#252;r mich da. Wenn man das nicht ausgleichen kann, wo irgendwo anders, ist es furchtbar. Ich habe sehr, sehr gro&#223;e Angst, jetzt keine Freunde zu finden.<sup><a href="http://www.frumble.de/blog/2010/10/16/dichterwettstreit/#footnote_0_1293" id="identifier_0_1293" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Mir ist bewusst, dass es so auch w&amp;#228;hrend des Studiums sein wird, doch der nun stattfindende Umstellungsprozess macht sich eben eben f&amp;#252;r mich &amp;#228;u&amp;#223;erst schmerzlich bemerkbar.
Der Text ist schon ein paar Wochen alt, ich wollte ihn bei meinem damaligen Gef&amp;#252;hlsstand zu genau dem Zeitpunkt belassen. Zwischenzeitlich entwickelten sich leichte Besserungen: Mit einigen Maiden in meinen Kursen kann ich Gedanken austauschen, mit den Jungen dagegen fange ich allgemein kaum etwas an, sie bleiben mir verschlossen.">1</a></sup></p>
<p>Ich wei&#223; jetzt, dass die mit den iPhones ganz nett sind, das funktioniert, man hat ein gemeinsames Thema, fachsimpelt sich gegenseitig an und dann&#8230; Dann lauf ich aus dem Ruder, dann wei&#223; ich nicht, wie ich weitermachen soll und ob, und wei&#223; auch ehrlich nicht, ob mich das Mehr vom Gegen&#252;ber jetzt noch interessiert. Es ist ganz eigenartig&#8230;<br />
Zus&#228;tzlich dumm ist der Aspekt der Altersunterschiede der G8er zu uns G9ern im Doppeljahrgang (plus mein Wiederholen der 3. Klasse); wenn ich wen bisschen Interessantes gefunden habe, glaube ich meist eher nicht, mit ihm wegen des Alters au&#223;erhalb der Schule oder gar au&#223;erhalb des Themas etwas machen zu wollen, aber das ist noch mal eine andere Sache.</p>
<p>Gr&#252;ppchen von Maiden tuscheln dort unten. Die wenigsten sind begleitungslos da, um die kleinen Rundtische dr&#228;ngen sich Freundeskreisverbindungen, oft mit Partner. Gut 2/3 der Unterparkettler d&#252;rfte weiblich sein, das andere Drittel setzt sich zusammen aus den angereisten m&#228;nnlichen Poesie-Vortragenden und den Partnern der 2/3. Glaube nicht, dass viele von denen gekommen w&#228;ren, wenn sie von ihren Freundinnen nicht mitgenommen worden w&#228;ren. Insgesamt sieht die ansehnliche weibliche Belegschaft dort unten &#252;ber den Finger gesch&#228;tzt sehr vergeben aus.<br />
Gef&#252;hle des Alters formen aus einem Nebel eine Manifestation die ich nicht f&#252;hlen mag; Unab&#228;nderlichkeit, zu sp&#228;t sein. Langsam komm ich damit klar. Langsam akzeptiere ich, dass ich es nicht schaffe, dass ich es nicht kann, weil ich total sozialinkompetent und introvertiert und sch&#252;chtern bin. Langsam kann ich sie anschauen ohne in Verliebtheitsfantasien, M&#246;glichkeiten abzudriften, bleibe ganz sachlich. Ob das gut ist, ist sicher fraglich, aber es macht mir weniger Stress und erzeugt weniger Selbstwertstiche. Es ist irgendwo konsequent.</p>
<p>Aber dass ich auch komplett abgeschottet von (wirklich) gleichaltrigen Jungen in der Nicht-Netz-Realit&#228;t bin, das setzt mir zu, macht mich krank. Ich h&#228;tte so gerne Kontakt und wei&#223; nicht wie. Eine Tr&#228;ne rinnt.<br />
Wenn ich sie beobachte, dann ist mir &#252;berdeutlich, wie viel reifer sie im Gruppenumgang sind, selbstbewusster Meinungen vertreten, deutlichere Charakter ausgebildet haben, und was wei&#223; ich noch alles&#8230; Irgendwie erwachsener eben. Tats&#228;chlich halte ich mich auch dazu f&#228;hig, ich kann das auch, oder k&#246;nnte es, irgendwie&#8230; Aber nicht so, nicht wenn ich nie unter solchen Menschen bin! Ich sehe nicht so aus, aber ich bin potenziell mindestens so weit wie sie &#8211; bildlich gesprochen f&#252;hle ich in meinem Kopf ausgegraute neue Bereiche, die fr&#252;her noch nicht da waren, in die ich hinein k&#246;nnte, und es so gerne wollte, wenn ich nur w&#252;sste wie&#8230; Nicht benutzte, nicht geschulte Kapazit&#228;ten, oder auch nur anschauliche F&#228;higkeiten, die aus Gef&#252;hl das Potenzial der Entfaltung und Verwurzelung dieser Kenntnisse bieten&#8230;<br />
Wahrscheinlich kann man sagen, ich bin sozial entwicklungsgehemmt, wobei es das nicht ganz trifft. Jedenfalls bin ich wirklich tief ungl&#252;cklich dar&#252;ber, und nicht erst seit vorletzter Woche.</p>
<p>Durch meinen fr&#252;hen Geburtstag im September war ich bei Einschulung schon der Zweit&#228;lteste in der Klasse, damals noch stolz darauf, nachdem ich die dritte Klasse freiwillig wegen eines besonderen Schulwechsels wiederholte dann endg&#252;ltig, und die Altersdifferenz von im Schnitt anderthalb Jahren war meine bisherige Gymnasialzeit schon Grund von vielem Klagen und Ursache von kleineren St&#246;rungen.<br />
Und jetzt nicht noch mal eine Verbreiterung des Grabens! Das ist der Hauptgrund, warum ich &#252;ber den G9/G8-Doppeljahrgang jammere; weil ich bef&#252;rchte, noch weniger Gelegenheit zu bekommen, mich in altersentsprechendem (und besserem!) Umfeld zu entwickeln. Ich hab schon mehrfach schlecht deswegen getr&#228;umt. Entwicklungsstop, <del datetime="2010-11-28T12:00:49+00:00">fast schon</del> R&#252;ckwurf. Aber ja, daran ist nicht die Schule schuld, sondern ich.</p>
<p>Klar gehe ich nicht aus Gesellschaftsgr&#252;nden auf den Poetry Slam, sondern um die Poeten zu h&#246;ren. Aber es ist so ein Wunsch von mir, wenn ich rausgehe, einmal Kontakte kn&#252;pfen zu k&#246;nnen. Vielleicht ist die Erwartung zu gro&#223;, auch weil ich au&#223;er dem Dichterwettstreit alle paar Wochen abends nicht das Haus verlasse, und weil ich auch sonst immer noch keine Tagesaktivit&#228;ten au&#223;er der Schule habe, bei denen ich unter Menschen k&#228;me. Speziell unter eine Vielzahl neuer Gesichter, Abwechslung, Dynamik und so weiter. Irgendwas.</p>
<p>Also, L&#246;sungen aus der Misere. Ich roll mir das Thema noch mal auf. Ich habe kein Interesse an Alkohol und Getr&#228;nken, finde dieses &#8220;Was trinken&#8221; ehrlich gesagt auch l&#228;cherlich. Bin zu introvertiert zum Tanzen &#8211; wollte es mal, aber kriege es nicht &#252;ber mich. Freimaurer? In unserer Loge sind nur reife Erwachsene, n&#252;tzt mir nichts. Pfadfinder? F&#252;r meinen Geschmack zu aktivit&#228;tsfreudig. Was g&#228;b&#8217;s noch? Keine Ahnung.<br />
Und ich habe keinen, der mich in irgendwelche speziellen Kreise einf&#252;hren k&#246;nnte, WEIL ICH KEINEN KENN. Der Verdienst aus 10 Jahren Geek-Sein! Zehn Jahre vergeistigte T&#228;tigkeiten, lieber als Gesellschaft. Oder andersherum, weil ich von Kindergarten an nie bereichernde Weggef&#228;hrten fand, v&#246;lliger R&#252;ckzug ins Alleinsein; wof&#252;r ich aber zus&#228;tzlich eine Veranlagung besitzen m&#252;sste, denn dem Durchschnitt passiert das nicht, und das hie&#223;e, ich hatte im Psychischen selbst Schuld von Anfang an; und — oww&#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1293" class="footnote">Mir ist bewusst, dass es so auch w&#228;hrend des Studiums sein wird, doch der nun stattfindende Umstellungsprozess macht sich eben eben f&#252;r mich &#228;u&#223;erst schmerzlich bemerkbar.<br />
Der Text ist schon ein paar Wochen alt, ich wollte ihn bei meinem damaligen Gef&#252;hlsstand zu genau dem Zeitpunkt belassen. Zwischenzeitlich entwickelten sich leichte Besserungen: Mit einigen Maiden in meinen Kursen kann ich Gedanken austauschen, mit den Jungen dagegen fange ich allgemein kaum etwas an, sie bleiben mir verschlossen.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Das M&#228;dchen, das kleine Ding</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 16:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist euch schon mal das angef&#252;gte &#8220;-chen&#8221; an dem Wort aufgefallen? &#8220;M&#228;dchen&#8221; ist sexistisch, es ist eine Verniedlichung. Das k&#246;nnte egal sein, hie&#223;e es dagegen nicht ungerechterweise &#8220;der Junge&#8221;. &#8211; Aber halt, da gibt es doch das B&#252;bchen. Aha, auf der Suche nach einer sprachlichen Gleichwertigkeit zu M&#228;dchen kommen wir auf das B&#252;bchen; sp&#228;testens jetzt&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist euch schon mal das angef&#252;gte &#8220;-chen&#8221; an dem Wort aufgefallen? &#8220;M&#228;dchen&#8221; ist sexistisch, es ist eine Verniedlichung. Das k&#246;nnte egal sein, hie&#223;e es dagegen nicht ungerechterweise &#8220;der Junge&#8221;. &#8211; Aber halt, da gibt es doch das B&#252;bchen.<br />
Aha, auf der Suche nach einer sprachlichen Gleichwertigkeit zu M&#228;dchen kommen wir auf das B&#252;bchen; sp&#228;testens jetzt sollte jedem die antiquierte und unzeitgem&#228;&#223;e Sprachfestlegung ins Gesicht springen.</p>
<p>Herkunft des Wortes ist das Diminutiv (Verniedlichungsform) von Magd → die Magd → das M&#228;gdchen → das M&#228;dchen.<br />
Diminutive bekommen einen sachlichen Artikel, da sie als Neutrum behandelt werden. Ein Hauptziel feministischer Sprachpolitik ist die Herstellung von sprachlicher Symmetrie. Wir k&#246;nnten also einfach das -chen streichen und bek&#228;men eine M&#228;d &#8211; nicht sehr tauglich. F&#252;gten wir analog zu Junge noch ein -e daran, h&#228;tten wir eine M&#228;de. Noch immer w&#228;re damit aber keine Symmetrie hergestellt, besitzt doch die weibliche Form einen Umlaut, &#8211; also Made? Nein, doch es lie&#223;e sich auch ein -a anh&#228;ngen, was uns eine Mada einbr&#228;chte, nur ist diese Form im Deutschen eher un&#252;blich.</p>
<p>Gl&#252;cklicherweise h&#228;lt unsere Sprache noch ein ein Synonym zu Magd parat: Die Maid. H&#246;rt sich Magd heute nach b&#228;uerlichem oder Hausangestellten-Kontext und unter Vormundschaft an, hat sich die Maid ihre Reinheit bewahrt, konnte vielleicht sogar noch etwas Prestige als Anrede hoher Frauen (meist mittelalterliche Geschichten mit dem Bezug zur Unvergebenheit) gewinnen.</p>
<p>Graben wir dieses relativ unvorbelastete ursprungsdeutsche Wort hervor, ergibt sich: Die Maid, der Junge, die Maiden, die Jungen &#8211; vollst&#228;ndige Symmetrie hergestellt!<br />
Und huch: Jetzt hei&#223;t es auch nicht mehr: &#8220;Oh, DAS kleine, s&#252;&#223;e, M&#228;dchen [/Entchen/...]&#8221; Das Femininum zieht ein.</p>
<p>Es macht mich w&#252;tend, dass ich selbst in wissenschaftlichen Bereichen ausnahmslos M&#228;dchen lesen muss und finde es traurig, dass so viele junge Frauen die sprachlich-patriarchale Verniedlichung mit sich machen lassen. Das Wort hat seine Berechtigung bei Kindern, aber ab dem Alter, in dem man zu ihnen nicht mehr B&#252;bchen sagen k&#246;nnte, ohne eine gewischt zu kriegen, sollte auch dieses Wort einem angemessenerem weichen.</p>
<p>Meine Bitte ist, euch Gedanken dar&#252;ber zu machen und euch um das Wort bewusst zu werden. Als ich vor mehreren Monaten darauf kam, beschloss ich, zuerst mich selbst zu &#228;ndern. Seitdem gew&#246;hne ich mir an, Maid und Maiden anstatt M&#228;dchen zu sagen und nach einem verwirrten Blick und meiner Begr&#252;ndung kommen meine meist verst&#228;ndnisvollen Zuh&#246;rer damit zurecht.</p>
<p>Auch interessant: <a href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/maedchen-und-buebchen/">M&#228;dchen und B&#252;bchen</a>, fembio.org</p>
<p><em>Nachtrag vom 12. Oktober 2010:</em><br />
Die letzten Wochen besch&#228;ftigte mich hartn&#228;ckig die Frage, ob ich nun im Singular Maid oder Maide sagen sollte. Maid ist im Deutschen und Englischen die offizielle Form, das zu seinem Plus. M&#246;chte man aber absolute Symmetrie herstellen, m&#252;sste man in der Konsequenz entweder das -e an Junge streichen, oder ein -e an Maid anh&#228;ngen. Da das eine sprachlich nicht umsetzbar ist, bleibt nur die &#196;nderung zu Maide als L&#246;sung und als N&#228;chstes stellt sich einem dann die Frage ob der akzeptablen &#196;sthetik und dem Lautbild. Diese m&#246;chte ich bejahen und als vorteilhaft bezeichnen: Als Vereinfachung muss beim Plural wie bei Junge nur noch ein -n angeh&#228;ngt werden, das &#8220;gehauchte&#8221; Maid bekommt mehr Stimme und kann mit geringerer Anstrengung laut betont werden, und letztlich bietet das -e die Chance, die Neubezeichnung als starkes neues Wort zu etablieren, vielmehr noch als mit den leisen Reminiszenzen an Burgfr&#228;uleins. Darum lautet meine neue Empfehlung: <em>Die Maide, die Maiden</em>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Best&#252;rzende moderne weibliche k&#246;rperliche Gesellschaftszw&#228;nge</title>
		<link>http://www.frumble.de/blog/2009/09/10/bestuerzende-moderne-weibliche-koerperliche-gesellschaftszwaenge/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 21:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir fiel die letzten Jahre immer deutlicher an den M&#228;dchen meiner Klassenstufe auf, dass, je &#228;lter sie werden, dass da etwas mit ihren Beinen nicht stimmen kann. Sie wirken aus einem inneren Gef&#252;hl heraus irgendwie befremdlich unnat&#252;rlich. Dahinter stand kein gr&#246;&#223;eres L&#246;sungsinteresse und &#252;berhaupt waren die Beobachtungen eher unbewusst. Nun, durch einen Zufall erlebte ich&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir fiel die letzten Jahre immer deutlicher an den M&#228;dchen meiner Klassenstufe auf, dass, je &#228;lter sie werden, dass da etwas mit ihren Beinen nicht stimmen kann. Sie wirken aus einem inneren Gef&#252;hl heraus irgendwie befremdlich unnat&#252;rlich. Dahinter stand kein gr&#246;&#223;eres L&#246;sungsinteresse und &#252;berhaupt waren die Beobachtungen eher unbewusst.</p>
<p>Nun, durch einen Zufall erlebte ich vor kurzem eine Szene, in der von Freundinnen &#252;ber andere M&#228;dchen und eines im Speziellen gel&#228;stert wurde, das sich die Beinhaare nicht rasiert: »Wu&#228;&#228;h! Wie unm&#246;glich!« &#8211; Beinhaare rasieren?!<br />
Das war es also, was nicht stimmte. Ich hatte es doch schon gef&#252;hlt&#8230;<br />
Das hat mich enorm schockiert. Diese M&#228;dchen diskriminierten sich also untereinander bei nichtrasierten Beinen. Ich hab mit offenem Mund gestaunt.</p>
<p>Ich war entsetzt, als mir aufging, wie lange meine Mitsch&#252;lerinnen das schon tun mussten: Schon Jahre bevor ich anfing, mir regelm&#228;&#223;ig meinen Bart zu rasieren.<br />
Ich dachte immer, das w&#252;chse so, beziehungsweise &#8220;in dem Alter&#8221; NOCH NICHT. Ich hatte eine obskure Vorstellung davon, dass die Beinhaare erst ab Anfang 30 bei Frauen beginnen zu wachsen, wie gesagt, ich hatte mir dar&#252;ber noch nie bewusst Gedanken gemacht.</p>
<p>Auf Nachfrage, wie sie das &#252;ber das Jahr &#252;ber hielten, erkl&#228;rte man mir in Eile, dass das &#8220;darauf ankommt, ob man &#8216;nen Freund hat&#8221;. Aber in wiefern, in welche Richtung? Erwarten das etwa sogar die Jungen in einer (k&#246;rperlichen?) Liebesbeziehung, und gilt es ganz abstrakt als wichtiger Attraktivit&#228;tspunkt? Oder aber braucht man gerodete Beinhaare nur, solange man noch keinen Freund hat, weil dieser dann vollstes Verst&#228;ndnis zeigt?<br />
Damit warf sich in mir die Frage auf, ob eine Beinglattrasur gar schon pers&#246;nliches Sch&#246;nheitsideal f&#252;r die Frauen geworden ist und nicht nur Konvention.</p>
<p>Das ist doch nur ein leichter Flaum, nicht so was wie bei M&#228;nnern!<br />
— Dabei f&#228;llt mir auf, dass ich eigentlich gar keine Vorstellung davon habe, wie junge Frauenbeine unrasiert aussehen. Nur aus Einsch&#228;tzung und Gef&#252;hl heraus glaube ich aber, es sind nicht so viel, es sind weniger und zartere Haare, und farbloser.</p>
<p>Was hier nat&#252;rlich aufkommen k&#246;nnte und das ich vorsorglich kl&#228;ren m&#246;chte: Ich bin nicht vom anderen Ufer. Ich hab keine Schwester, ich hab keine Freundinnen (hier), ich hab keine Freunde in der Gegend, mit denen ich besonders viel gemein h&#228;tte. &#220;ber solche, ich sage mal, weltlichen Dinge, kommt kaum einer (meiner Freunde) auf die Idee zu chatten, man spricht doch &#252;ber diesen Themenkomplex eher, wenn man real zusammensitzt. Meine Gespr&#228;che sind in der Regel bestimmt von Abstrakta und Theorie, nicht vom Auspacken von seltsamen Geschichten und Beobachtungen am anderen Geschlecht. Diese Sachverhalte nicht zu kennen und auch gr&#246;&#223;tenteils nicht die gegenw&#228;rtige &#8220;Kultur- und Sch&#246;nheitsempfindung&#8221; zu teilen, erkl&#228;ren sich somit durch meine vorwiegende Kommunikationsart und meinen Freundeskreis.</p>
<p>Bald kam ich, logisch erweiternd, auch noch auf ein ganz anderes Gebiet: Die Achseln. Mir schauderte es, als ich begriff, dass wie die Beinhaare wohl auch Frauen Achselhaare wachsen m&#252;ssen und &#8211; der Grund des Schauderns &#8211; allerorts absolut unbeanstandbare glatte Achselh&#246;hlen zeigen, was bedeuten muss, dass sie sie penibelst und akribisch in sehr h&#228;ufigen Abst&#228;nden rasieren und &#252;berpr&#252;fen m&#252;ssen, wovon ich aber noch nie sprechen geh&#246;rt habe. Man schweigt dar&#252;ber. DAS ist das Unheimliche!</p>
<p>Seit wann ist das schon so, seit wann ist das Pflicht, Mode, Norm? Ich erinnere mich noch d&#252;ster: Mitte der 90er konnte man noch viel &#246;fter Achselhaare bei Frauen sehen (erinnere mich nur allgemein, nicht, bei welcher Altersgruppe). Ich war zwar noch sehr jung, aber sagt mir, ist das Einbildung?</p>
<p>M&#228;nner k&#246;nnen mit Achselhaaren herumlaufen, ein bisschen sollen sie sogar, glaube ich, haben. Auch das scheint Frauen verboten zu sein, aber das ist noch ein bisschen nachvollziehbarer als das mit den Beinhaaren. (Schwei&#223; durch Arbeit → m&#228;nnlich; keine Schwei&#223;abf&#228;nger → &#8220;weiblicher&#8221;)</p>
<p>Dadurch separiert ihr euch noch mehr von den M&#228;nnern und steckt euch damit SELBER in ein konservatives Frauenbild hinein! Es ist antifeministisch!</p>
<p>Da man (- ich) nur perfekt rasierte Frauenachseln sieht, und da ich einsch&#228;tzen kann, wie schnell dort die Haare nachwachsen, muss ich doch annehmen, dass ihr sie <em>t&#228;glich</em> gen&#246;tigt seid zu rasieren. Hammer.</p>
<p>Bei manchen ist das &#228;u&#223;erst sexy, an vielen sieht es einfach nicht gut aus, haarlose Beine passen an ihnen nicht zum K&#246;rper (was &#252;berhaupt nichts mit Burschikosit&#228;t zu tun hat). Das sind die, an denen es dann auch besonders unnat&#252;rlich, befremdlich, falsch wirkt und an denen der gesellschaftliche Zwang am deutlichsten wird, durch den sie es dennoch tun.</p>
<p>Wenn ich die 90er nicht miterlebt h&#228;tte, und daheim nicht meine Mutter sehen w&#252;rde, die aus der Mitl&#228;uferzeit heraus ist, l&#228;ge das Denken nur allzu nahe, Frauen h&#228;tten keine Achselhaare! Eine perfekte Illusion da drau&#223;en, und ihr alle spielt mit!!<br />
Dass ich dachte, Frauenbeinhaare w&#252;chsen auch erst mit Anfang 30, ist genau das Selbe! Ich seh einfach keine unter diesem Alter mit Beinhaaren!</p>
<p>T&#228;glich die Achselhaare rasieren, das muss f&#252;r euch zum Tag geh&#246;ren wie Z&#228;hneputzen. Reizt das die Haut nicht irrsinnig? Nicht selten, wenn ich das mach, schneid ich mich dabei. Ich wei&#223; nicht, ob ich&#8217;s wirklich wissen will, welche Tricks und Apparaturen ihr daf&#252;r bem&#252;ht, damit das immer so aalglatt aussieht&#8230; Vielleicht habt ihr da ja ganz andere Haut, oder ihr seid auch gar nicht so perfekt und immer gr&#252;ndlich, aber habt dann &#8220;drau&#223;en&#8221; gro&#223;e Hemmungen, euch nat&#252;rlich zu bewegen, weil andere die W&#252;ndchen oder nichtrasierte (!!!) Stellen sehen k&#246;nnten, zieht euch dann auch f&#252;r diese Tage was Geschlosseneres an&#8230;</p>
<p>Je l&#228;nger ich &#252;ber dieses und &#228;hnliche Themen nachdenke, desto mehr Leid tut ihr mir.</p>
<p>Damit komm ich zur Frage: Macht ihr das auch so verbindlich wie Z&#228;hneputzen, oder seht ihr das an Wochenenden, in Ferien und Co. nicht doch etwas legerer? Geht es euch darum, in einer fest definierten Gruppe euren Status zu wahren (&#8220;Schulklasse&#8221;), oder wollt ihr auch &#8220;f&#252;r&#8221; Fremde auf der Stra&#223;e (in den Ferien z.B.) unbehaarte Achselh&#246;hlen und Beine haben? Wenn ja, <em>wof&#252;r</em>? Warum meinen denn so viele von euch, immer sexuell attraktiv sein zu m&#252;ssen (nach den Konventionen) und nicht nur einfach h&#252;bsch? Wo ist der Sinn dabei? Und hey, ihr seid M&#228;dchen, das H&#252;bschsein wird euch von der Natur schon viel leichter gemacht als uns; oder meint ihr nicht? Warum braucht&#8217;s da noch mehr?<br />
Damit erreicht ihr h&#246;chstens eine Penetration, nicht aber euren Traummanntyp, den ihr erhofft. Was also soll das? Es kommt mir vor, als w&#228;r die ganze Konvention von l&#252;sternen M&#228;nnern erdacht, und euch durch Gehirnw&#228;sche aufgezwungen!</p>
<p>Wie haltet ihr es, wenn ihr mehrere Tage das Haus nicht verlasst (Ferien; dabei schlie&#223; ich zwar von mir auf andere, aber mal angenommen)?<br />
Und &#252;berhaupt: Wie haltet ihr das im Winter, in der Jahreszeit, in der ihr &#252;berhaupt niemandem eure Beine und Achseln zeigen, geschweige denn Rechenschaft dar&#252;ber ablegen m&#252;sst?<br />
Eure Antworten auf diese Fragen, gerne differenziert, beantworten euch, ob ihr nur gezwungenerma&#223;en den aktuellen Sch&#246;nheitskonventionen folgt, um nicht ausgeschlossen zu werden, oder ob ihr sie als nat&#252;rlich empfindet. Ob ihr euch sch&#228;mt, wenn ihr nicht rasiert seid.</p>
<p>Ich spreche bei den Achselhaaren nicht von drei Zentimetern, ich spreche von noch &#228;sthetischen L&#228;ngen.<br />
Bei beidem nehme ich euch nicht ab, dass &#8220;die M&#228;nner das einfach so wollen&#8221;. Ihr k&#246;nnt euch sehr wohl gegen solchergestalten Anspr&#252;che wehren und sie ausschlagen. Nat&#252;rlich war das zu erst Hollywood, die Idee wurde bekannt, der Wunsch ge&#228;u&#223;ert, dann habt ihr euch alle angepasst und seid pariert.<br />
Welcher Trend soll als n&#228;chstes folgen? In welche bedingungslose Verzichtabh&#228;ngigkeit und falsche Tugend &#8211; denn nichts anderes ist das &#8211; soll euch das noch f&#252;hren?<br />
Nietzsche: »Nutzen der gro&#223;en Entsagung: Das N&#252;tzlichste an der gro&#223;en Entsagung ist, dass sie uns jenen Tugendstolz mitteilt, verm&#246;ge dessen wir von da an leicht viele kleine Entsagungen von uns erlangen.«<br />
Wir erschaffen eine neo-viktorianische Gesellschaft, aber diesmal gibt es keiner zu!</p>
<p>Ich empfinde es hier als angebracht, die Funktionen der Haare ins Ged&#228;chtnis zu rufen: Arm- und Beinhaare zum K&#228;lteschutz, popul&#228;rste &#220;berreste des Ganzk&#246;rperfells. Achsel- und Schamhaare: Schwei&#223;abnehmer &#8211; das sind beides Extremit&#228;tenendzonen, in denen viel Muskelarbeit und Reibung stattfindet.<br />
&#214;hm, ok. Weiter ausf&#252;hren, dass letztgenannte Regionen ohne wenigstens leichte Behaarung schnell sehr schwei&#223;ig werden, brauche ich wohl nicht. Und das der Schwei&#223; runterrillt und dann ernsthaft riecht, gro&#223;fl&#228;chig &#252;ber den K&#246;rper verteil. Oder doch&#8230;?<br />
Die Haare haben einen Sinn. Auch heute. Welche falsche Scham aus diesem durchdachten Prinzip baut ihr also daraus?</p>
<p>Wollt ihr wissen, wie ich meinen K&#246;rper zur&#252;ckweise? Ihr wollt es nicht, aber ich sag es euch trotzdem: Alle drei Monate lasse ich mir die Kopfhaare schneiden, etwa alle drei Wochen rasier ich mir die Schamhaare, alle zwei Wochen schneid ich mir die N&#228;gel, ebenso etwa alle zwei Wochen die Achselhaare, und auch etwa alle zwei Wochen die Brusthaare, wenn ich die Brust gerade lieber glatt habe; alle zwei bis drei Werktage rasiere ich meinen Bartwuchs, jeden Tag putz ich mir die Z&#228;hne. Punkt. Eventuell nicht repr&#228;sentativ f&#252;r einen Jungen, aber so sieht&#8217;s aus. Versteht aus diesem Standpunkt meinen Schock &#252;ber euren einvernehmlich selbstaufgestachelten K&#246;rperkult. [Anmerkung Juli 2011: Die Intervalle sind noch sehr viel gro&#223;z&#252;giger geworden. Abgesehen vom Z&#228;hneputzen und den N&#228;geln, nat&#252;rlich.]<br />
Ich hab schon oft versucht, einen tieferen Sinn in eurer emsiger Besch&#228;ftigung und Auseinandersetzung mit eurem K&#246;rper (in allen Bereichen) zu finden, diese gro&#223;e K&#246;rperlichkeit und K&#246;rperkonzentriertheit, aber ich komme einfach auf keinen. Verzeiht, aber so m&#252;sste ich eigentlich denken, ihr seid so nieder materialistisch und objektizistisch und dabei paranoid untereinander. Und doch schwingt dabei etwas mit: Unterdr&#252;ckung durch den Mann und der Wille nach Freiheit, aber sogleich mit ihm, als sei es eine Miterscheinung, das Schaffen von Strukturen zum eigenen Ausgrenzen und Erschweren in seltsam diametraler Richtung gegen die Ann&#228;herung der eigenen Rechte hinauf zu jenen des Mannes.<br />
Das ist kein Emanzipationsproblem mehr, sondern ein ganz neuer Streit darum, was es hei&#223;t, eine Frau zu sein, aus euren Reihen. Vielleicht aus reaktion&#228;rer Angst, vielleicht w&#228;hrend der zunehmenden Emanzipation eine Suche nach wahrer Weiblichkeit, verleitet gestrandet im Materiellen, vielleicht sind auch gewisse Elemente so konstelliert, dass sie eine eigene Wettbewerbsordnung erschaffen, dass sie ein eigenes Funktionssystem aus sich heraus entwerfen m&#246;chten &#8211; aber schlie&#223;lich ist es eine Identit&#228;tskrise.</p>
<p>Auf mich wirkt euer Beinhaarumgang widernat&#252;rlich und befremdlich. Ich finde ihn &#252;bertrieben und neurotisch.<br />
Euren Achselhaarumgang finde ich schlicht schockierend. Zwar gebe ich zu, dass haarlose Achseln sexyer sind, ich kenne es aber auch nicht mehr anders. Macht es wieder sexy, <em>seid sexy</em> mit eurem Kopf, macht leichte Achselbehaarung wieder salonf&#228;hig, indem ihr sie im Kollektiv langsam wieder einf&#252;hrt und sanft erh&#246;ht &#8211; dann wird sie auch akzeptiert. Ein Tabubruch muss erfolgen! Behindert euer Positionsfortschreiten nicht selber, tretet ein f&#252;r eine zwangsfreie, <em>freie</em> Lebensgestaltung! Es ist h&#246;chste Zeit!</p>
<p><strong>Nachwort (26. September 2009)</strong><br />
Es wurde von einigen gefragt, was mich das Thema denn anginge, »schlie&#223;lich ist er kein M&#228;dchen«, das k&#246;nne mir doch vollkommen egal sein.<br />
Ihr tut mir einfach furchtbar Leid.</p>
<p>Wenn es mich doch nicht direkt selbst betrifft, so m&#246;chte ich zumindest, dass meine noch ungeborenen T&#246;chter einmal nicht in einer Welt unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen und Zw&#228;ngen werden leben m&#252;ssen.</p>
<p>Das Pl&#228;doyer ist sogar sehr eigenn&#252;tzig: Wenn ich als Mann dauerhaft neue Rechte erhalten m&#246;chte, die bisher den Frauen vorenthalten waren, muss es ein gerechtes Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern geben, sonst wird meine &#8220;Nahme von Rechten&#8221; immer argw&#246;hnisch be&#228;ugt werden; und *k&#246;rperliche* Zw&#228;nge sind dabei absolutes No-Go und unzuwirklich dem Ziel, so was darf es nicht geben.</p>
<p>Der K&#246;rper ist das Niederste, und Gedanken sind seinen Ideen, seinen Vorstellungen in gewisser Weise bedingt und unterworfen.<br />
Die Enthaarungspraxis und der gesellschaftliche k&#246;rperliche Zwang dahinter dient nur der Unterdr&#252;ckung und Unterwerfung; von den M&#228;nnern mehr oder weniger bewusst lanciert und in eure K&#246;pfe verpflanzt, um euch unfrei, &#8220;bewusstlos&#8221;, zu halten, ihnen &#8220;ungef&#228;hrlich&#8221;.<br />
Ihr m&#252;sst doch das erkennen, was hier mir euch gemacht wird! Ihr seid Sklaven der Vorstellungen der M&#228;nner, geschickt von ihnen in eure eigenen Ideale geschrieben!</p>
<p>Wenn ihr gar nicht das Bed&#252;rfnis habt, dagegen zu rebellieren, &#8211; das versteh ich voll! Aber denkt doch mal &#252;ber dieses System auf einer h&#246;heren Ebene nach, ihr werdet erkennen, wie es funktioniert; dass die &#8220;nat&#252;rliche Notwendigkeit&#8221; durch die Medien &#8211; und letztendlich dahinter den l&#252;sternen M&#228;nnerk&#246;pfen als Entscheidern, die eben genau so etwas sehen wollen &#8211; seit Jahren propagiert wird, bis ihr es tats&#228;chlich als Eigenschaft von &#8220;Weiblichkeit&#8221; annahmt; das ist fatal!!</p>
<p>Wenn ich hypothetisch mit einem M&#228;dchen den K&#246;rper tauschen w&#252;rde, ich w&#252;rde mich aktuell sehr bedr&#228;ngt, unter Zw&#228;ngen und Erwartungen und Idealen f&#252;hlen, nicht gleichberechtigt und von anderen bestimmt, befohlen und eingeschr&#228;nkt; das empf&#228;nde ich als h&#246;chst unangenehm.<br />
Das stelle ich mir schrecklich vor, ich empfinde ja schon alleine die geistige Unfreiheit, die nat&#252;rlich auch ich habe, als gro&#223;e Behinderung in meiner pers&#246;nlichen Auslebung und Entfaltung, dazu noch mehr k&#246;rperliche Zw&#228;nge, oh Gott! So wollte ich nicht leben! Das ist keine Freiheit!</p>
<p>Macht euch dessen bewusst, was mit euch <em>*getan wird*</em>, macht euch dessen bewusst, <em>*was ihr nicht d&#252;rft*</em>, was euch <em>*verhindert wird*</em>, was euch an Freiheit <em>*entgeht*</em>. Die Freiheit geh&#246;rt euch durch die Natur, sie wird euch genommen; ihr seid nicht Frauen, ihr seid <strong>*Menschen*</strong> und sie steht euch zu!</p>
<p>Dagegen m&#252;sst ihr was tun, echt. Mir ist v&#246;llig klar, dass ihr euch nicht trauen werdet, in Trotz auf einmal mit Bein- und Achselbehaarung herumzulaufen, w&#252;rde ich mich an eurer Stelle auch nicht.<br />
Das Thema muss diskutiert werden, es muss &#246;ffentlich gemacht werden und es muss zum &#246;ffentlichen Interesse werden &#8211; was es nat&#252;rlich unter jeder von euch schon sein sollte.<br />
Sprecht mit M&#228;nnern dar&#252;ber, nicht nur Partnern, sondern allgemein mit Freunden. Macht ihnen klar, wie ihr den Zw&#228;ngen unterworfen seid, und glaubt mir, die werden nachsichtiger damit werden und sein, als ihr selbst untereinander, die m&#246;chten euch helfen.<br />
Sprecht &#252;berhaupt mit so vielen Freundinnen und Freunden wie m&#246;glich dar&#252;ber, wenn ihr einen Blog habt, bloggt dar&#252;ber, stellt eure Situation dar. Das ist der Schritt hin zu ungehemmter Emp&#246;rung, Mut und schlie&#223;lich einer &#196;nderung, die gesellschaftlich akzeptiert wird.</p>
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		<title>Schule. Ein Leidensbericht.</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich entschlossen, meine Gef&#252;hle und Verfassung zur Schule in einen zweiten Beitrag zu ver&#246;ffentlichen, weil sie sonst dem objektiv angelegten ersten Teil seine Glaubhaftigkeit, St&#228;rke und Signifikanz n&#228;hmen und, wie ich finde, auch nicht dazugeh&#246;ren. Warum ich das hier ver&#246;ffentliche, wei&#223; ich nicht genau. Ich wollte es in erster Linie in Selbsttherapie f&#252;r&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich entschlossen, meine Gef&#252;hle und Verfassung zur Schule in einen zweiten Beitrag zu ver&#246;ffentlichen, weil sie sonst dem objektiv angelegten ersten Teil seine Glaubhaftigkeit, St&#228;rke und Signifikanz n&#228;hmen und, wie ich finde, auch nicht dazugeh&#246;ren.<br />
Warum ich das hier ver&#246;ffentliche, wei&#223; ich nicht genau. Ich wollte es in erster Linie in Selbsttherapie f&#252;r mich herausarbeiten und wenn ich auf kein Ziel wie eine Blogver&#246;ffentlichung hinarbeite, w&#252;rde das nie fertig und niemals so ausformuliert, wie es jetzt geworden ist.</p>
<p>Die Schule ist f&#252;r mich ein einziges Drama.<br />
Was nun kommt, ist ein Streifzug durch die F&#228;cher, die mir am meisten Kummer bereiten. Doch wenn nicht explizit anders erw&#228;hnt, bedeutet ein hier aufgef&#252;hrtes Fach nicht, dass ich darin deshalb notisch schlecht w&#228;re.</p>
<p><em>Inhalt: Mathe, Englisch und Gemeinschaftskunde, Gemeinschaftskunde, Sport, Biologie, Bildende Kunst, Mein Biorhythmus, Teile meiner Hochsensibilit&#228;t, Stresskonsequenzen, Freunde, Selbstbewusstsein, Psyche, Das n&#228;chste Schuljahr, Schlussgedanken.</em></p>
<p><strong>Mathe</strong><br />
Ich wei&#223;, viele Leute, die mich kennen, erwarten das nicht von mir: Ich bin sauschlecht in Mathe.</p>
<p>Das Maximum, was ich w&#228;hrend der Stunde noch hinkriege, ist &#196;quivalenzumformung &#8211; und auch das nicht, wenn ich unverhofft aufgerufen werde.<br />
Ich habe w&#228;hrend den Stunden regelrechte Angstzust&#228;nde.<br />
Was ich gerne h&#228;tte, w&#228;re ein psychologisch beglaubigter Attest f&#252;r Mathe.<br />
Mein Denken ist eingefroren, mein ganzes Denken ist blockiert.<br />
Ich bin so kaputt, dass sogar meine Rechtschreibung katastrophal wird.</p>
<p>&#220;ber Mathe bin ich unter allen F&#228;chern am ungl&#252;cklichsten, hier ist der Leidensdruck am st&#228;rksten.</p>
<p>W&#228;hrend des Tafelabschreibens kann ich nichts lernen. Ich habe ja schon die gr&#246;&#223;te Not, diese Zahlen und W&#246;rter in H&#228;ppchen zu erfassen, zu behalten und zu kopieren. Und dann wird ja meistens auch nebenher noch weitererkl&#228;rt!</p>
<p>Das Fach ist hektisch. Ich bin <em>nur</em> angespannt.</p>
<p>Mir dr&#228;ngt sich Stunde um Stunde das Gef&#252;hl (oder: die Illusion) auf, ich w&#228;re hier in der Intelligenz s&#228;mtlichen Mitsch&#252;lern unterlegen. Dadurch ziehe ich mich erst recht in eine vermeintliche Schutzposition zur&#252;ck, mache mich ganz klein. Dazu kommen weiter unten noch beschriebene &#220;berreizungen der Umgebung.</p>
<p>Au&#223;erdem m&#246;chte ich immer originelle und kreative L&#246;sungen pr&#228;sentieren und das kann ich in Mathe nicht &#8211; weil ich nichts gelernt habe, weil ich darin nicht lernen *kann*. Aber ich M&#214;CHTE doch so gerne etwas darin lernen!</p>
<p>Sag ich was Falsches, deprimiert mich das die ganze Stunde (oder werde ich eben &#252;berraschend aufgerufen; ich sch&#228;me mich dann vor der ganzen Klasse).<br />
Mathe ist f&#252;r mich reine Berieselung und Hoffen, nicht aufgerufen zu werden.<br />
Fast nie kann ich w&#228;hrend Arbeitsphasen etwas mit den Aufgaben anfangen.</p>
<p>Schon immer musste ich den in der Schule eigentlich vermittelten Stoff in den naturwissenschaftlichen und sprachlichen F&#228;chern zu Hause nachholen, weil ich es in der Schule nicht auf die Reihe bekomme. Das ist schrecklich. Ich sitze ganze Stunden da, <em>m&#246;chte</em> etwas von dem dargereichten Stoff verstehen und behalten, aber kann es nicht.</p>
<p>Ich mache eigentlich nur kleine Fehler, aber die sind &#8220;mit gro&#223;er Wirkung&#8221; und es gibt in den seltensten F&#228;llen jemanden, der bereit ist, mir kurz zu helfen, weil jeder so auf sich konzentriert ist, weil alles so schnell geht. &#8211; Den Lehrer zu fragen, nat&#252;rlich, traue ich mich nicht.<br />
Die &#8220;gro&#223;en&#8221; Fehler sind bei mir eher die Ausnahme, viel mehr mache ich kleine, aus Unverst&#228;ndnis mit anderen Stoffbereichen zusammenh&#228;ngend, die ich einfach nicht (mehr) beherrsche.</p>
<p>&#220;brigens &#8211; das will ich noch klarstellen &#8211; streckenweise, vor mancher Arbeit, habe ich echten Spa&#223; an dieser Essenz der Rationalit&#228;t. Streckenweise meine ich auch, ich w&#252;rde Dinge schneller verstehen als meine Mitsch&#252;ler.<br />
Aber, die Einschr&#228;nkung die kommen muss, ich bin de facto in Mathematik so eine verlorene Seele, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe, jemals gleich wie die anderen dem aufeinanderfolgenden Stoff verstehen zu k&#246;nnen. Mir fehlen viele Grundlagen, Dinge, vor denen ich mich damals gesperrt habe aus Uneinsicht, bei denen ich heute sagen muss, h&#228;ttest du doch wenigstens diese Dinge damals richtig gelernt, dann w&#228;re dein Problem mit dem Fach heute ein partiell anderes. Selbst wenn ich diese Grundlagen nachlerne, f&#252;hle ich mich nicht sicher, f&#252;hle ich mich gegen&#252;ber den anderen minderwertig, glaube, dass die doch noch so viel mehr im Zusammenhang damit verstehen m&#252;ssten, dass ich so weit abgeschlagen bin, dass es sinnlos ist, dass ich nur verlieren kann.<br />
Mein Problem mit Mathe ist ein psychologisches.<br />
Mathelehrer glauben ja immer ganz selbstverst&#228;ndlich, etwa in Elterngespr&#228;chen, man m&#252;sse ja nur &#252;ben, um den Zustand zu &#228;ndern, und w&#228;re eben faul.</p>
<p>Ich habe schon gemerkt, dass ich nicht der Schlechteste bin. Den &#8220;anderen Schlechten&#8221; scheint ihre Lage aber nicht aufzufallen, sie nicht zu st&#246;ren, sie machen sogar oft vergn&#252;gt am Unterricht mit. Sie scheinen nicht zu bemerken, wie viele Zusammenh&#228;nge sie nicht erfasst haben, sie scheinen es nicht weiter mit sich in Verbindung zu setzen, nicht pers&#246;nlich zu nehmen.<br />
Ich sch&#228;me mich daf&#252;r, das selbe &#252;brigens in Franz&#246;sisch.</p>
<p>Ich bin keineswegs von der Mathematik &#252;berfordert, mich &#252;berfordert die Klasse.</p>
<p><strong>Englisch und Gemeinschaftskunde</strong><br />
Ich denke viel zu kompliziert und abstrakt und finde keine Worte daf&#252;r. Ich kann selten direkte, klare Gedankenwege kreieren.<br />
Bei vielen Fragen nehme ich dagegen die erwartete L&#246;sung schon als selbstverst&#228;ndlich an und suche auf dieser aufbauend krampfhaft mit meiner ganzen Kreativit&#228;t nach etwas &#8220;Mystischem&#8221;, was ich ebenso als selbstverst&#228;ndlich halte. So &#252;bersehe ich tonnenweise einfache, simple Antworten und &#228;rgere mich griesgr&#228;mig best&#228;ndig &#252;ber mich selbst.<br />
Und das, weil ich nicht in mir ruhe, weil ich mich unfrei f&#252;hle, bedr&#228;ngt, bedroht.</p>
<p><strong>Gemeinschaftskunde (</strong><strong></strong><strong>„</strong><strong>Politik</strong><strong>“</strong><strong>)</strong><br />
W&#228;re es nur der Stoff, w&#228;r ich besser. Es gibt jede Stunde dumme Witze, &#8220;soziale Verh&#228;ltnisse&#8221; in einer Art, der ich abgeneigt gegen&#252;berstehe, durch die ich genervt bin, sie gefallen mir nicht, ich f&#252;hle mich unwohl, nicht dazugeh&#246;rend und ich blocke ab; versuche zwar, den Stoff trotzdem noch an mich ranzulassen, aber das ist verdammt schwer; es wird sehr viel geschrien, es gibt sehr viel L&#228;rm.<br />
Ich bin au&#223;erordentlich interessiert an dem Stoff, aber hier wird es mir wirklich richtig, richtig schwer gemacht, auch nur zu Konzentration zu finden und nicht gleich f&#252;r mich das gesamte Fach hinzuschmei&#223;en.</p>
<p><strong>Sport</strong><br />
Ich bin die gegenseitigen Anschuldigungen der Jungen der Homosexualit&#228;t Leid. So was von.</p>
<p>Mir tut nach jeder Stunde Irgendetwas weh, nicht, weil ich unbedingt etwas falsch gemacht h&#228;tte, sondern weil ich (meistens) b&#246;sartig mit B&#228;llen beworfen werde, oder sonstige Sp&#228;&#223;e ertragen muss. Sport haben wir zusammen mit einer Parallelklasse und summa summarum kommt da ein ordentlicher Haufen Proleten zusammen, die sich in einem Fach &#252;ber k&#246;rperliche Kondition sehr wohl f&#252;hlen.</p>
<p>In den Kabinen herrscht eine unzumutbare Luft, verpestet durch unz&#228;hlige Deos und &#8220;Bel&#252;ftungsaktionen&#8221; mit dem Wandf&#246;hn (!!). Auch in der Turnhalle west schreckliche Luft dahin; dazu der eklige schmutzige Boden (Popels?).</p>
<p>Ich bin durch einen Spielunfall als Kleinkind auf dem rechten Auge blind und habe somit kein direktes optisches 3D-Sehen, ich muss alles sch&#228;tzen aus Erfahrung.<br />
Darum brauche ich l&#228;nger; ich hasse B&#228;lle, ich hasse Ballspiele, ich hasse Aufgaben mit Anlaufen, ich hasse sie alle.</p>
<p><strong>Biologie</strong><br />
Ich denke mit Absicht an das Schwierigste, ich m&#246;chte dem Lehrer nicht zuspielen und irgendwie versuche ich immer den schwierigsten Weg, um mir selbst etwas zu beweisen. Es ist sehr lange her, als ich das letzte Mal in Biologie eine geniale Assoziationskette hatte, dabei ist das ja eigentlich das, mit dem ich mir gefalle und was ich von mir erwarte.<br />
Ich kann nicht frei denken, bin nicht kreativ.<br />
Analog zu Englisch und Gemeinschaftskunde fehlen mir, zumindest, wenn ich etwas vor der Klasse sag, auf einmal alle Fachausdr&#252;cke.</p>
<p><strong>Bildende Kunst</strong><br />
Seit Jahren habe ich darin nichts mehr geschaffen, worauf ich stolz gewesen w&#228;re. In keinem anderen Fach sch&#228;me ich mich so wie in BK (gerechtfertigt zu dem, was die besten anderen kreieren). Und denke, ich kann das doch viel, viel besser. Meine zu Hause zweifelsohne in &#220;berma&#223;en vorhandene Kreativit&#228;t ist in der Schule geradezu eingefroren, chronisch in BK.</p>
<p>——</p>
<p><strong>Mein Biorhythmus</strong><br />
Mein Biorhythmus ist eine Ausnahme &#8211; ich erreiche meine h&#246;chste Leistungst&#228;rke von 21:00 Uhr bis 03:00 Uhr. Um die Uhrzeit 02-03 Uhr +-1 h bin ich auf meinem kognitiven H&#246;hepunkt. Es ist einfach so. Ich sp&#252;re das immer wieder an Wochenenden und in Ferien.<br />
Morgens ist &#252;berhaupt nicht meine Zeit. Selbst wenn ich mal ausgeschlafen bin. Ich kann mit den Vormittagen kognitiv nicht so viel anfangen.</p>
<p>Da ich durch meinen Biorhythmus sehr schlecht nachts einschlafe &#8211; ich schlafe verst&#228;ndlicherweise &#228;u&#223;erst widerwillig zu der Zeit ein, zu der ich mich am leistungsf&#228;higsten f&#252;hle &#8211; bin ich meistens in der Schule recht m&#252;de.<br />
Dazu kommt noch eine, gerade durch den Schlafmangel beg&#252;nstigte, schwache Blase. Es ist grauenhaft.</p>
<p><strong>Teile meiner Hochsensibilit&#228;t</strong><br />
Ich bin <a href="http://www.festland-verlag.com/zb/2/2.1.htm">hochsensibel</a>, und in der Schule wird meine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t">Reizgrenze</a> &#252;berschritten. Es ist &#228;u&#223;erst unangenehm.</p>
<p>Es geht dort hektisch zu, ich bin unter vielen Sch&#252;lern mit unterschiedlichsten Emotionen, die ich allesamt unbewusst beobachte und analysiere, dann der Zeitdruck aus dem Unterricht&#8230;<br />
Ich habe jeden Tag Angst vor der Schule.<br />
Die Schule sch&#252;chtert mich ein, durch verlangte und im von den meisten erbrachte &#8220;Disziplin des Funktionierens&#8221;, durch ein K&#246;nnen, das ich nicht habe.</p>
<p>Ich kann effektiv und gr&#252;ndlich lernen, aber beim Stress, der von au&#223;en, nicht von mir, kommt, bin ich blockiert. Ich lerne gerne etwas f&#252;r die Schule, kann es aber nicht unter diesem Stress. Ich leide sehr darunter.<br />
Im ersten Schuljahreshalbjahr von September bis Februar ist das immer am schlimmsten, danach wird alles etwas lockerer.</p>
<p>Ich brauche Besinnlichkeit, ich brauche Ruhe, ich brauche Zeit f&#252;r mich. Ich scheine vollkommen inkompatibel zu diesem Modell von Schule zu sein.</p>
<p>Wie meine Deutschlehrerin in der 9. Klasse vor der Tafel erkl&#228;rte: In subtilen Anspielungen bin ich der absolute Meister, da kommt keiner an mich ran.<br />
Das bedeutet auch, dass jedes Wort, jede Formulierung in mich mit einer viel enormeren Gewalt einschl&#228;gt, mehr Nerven ber&#252;hrt, mehr wehtut oder mehr erheitert (ich lache oft &#252;ber &#8220;ganz banale&#8221; Formulierungen). Das ist Teil der Hochsensibilit&#228;t.<br />
In einem Satz, den ich in der Schule sage, zerrei&#223;t es mich innerlich schier an der Entscheidungsfindung, wie er zu formulieren w&#228;re, um entweder ganz spezielle subtile Anspielungen hervorzurufen oder bei allen, bei denen es mir darauf ankommt &#8211; und das ist so irre schwer &#8211; keine aufkommen zu lassen. Dabei kann ich noch nicht mal wirklich gut verbal sprechen und formulieren, ich konnte das nie lernen.</p>
<p>Wenn wir etwas lesen oder besprechen, kommen mir, habe ich den Eindruck, viel mehr Gedanken aus den skurrilsten Herleitungen, als anderen. Vor allem Bilder kommen mir in den Sinn und &#252;bergeordnete Zusammenh&#228;nge versuche ich durch h&#228;ndisches Aufeinanderzubewegen der verschiedenen Fakten und Drehen der Ansichtsweisen zu entdecken.<br />
Andere k&#246;nnen sich einfach auf die Fakten, so wie sie sind, konzentrieren, sie hinnehmen, lernen &#8211; und anwenden. Ich nicht.<br />
Und ist eine Frage offiziell aufgel&#246;st, h&#228;ngt in mir immer noch ein Nachbild meiner Konstruktion meiner Gedanken zu der Frage auf den Liedern, und ich habe die gr&#246;&#223;te M&#252;he, meine eigenen Gedanken als offenbar ›falsch‹, unpassend und unwesentlich zu akzeptieren und zu verwerfen. Spricht der Lehrer weiter, m&#246;chte ich am Liebsten weiter auf meinen eigenen Gedanken aufbauen &#8211; was mich nach k&#252;rzester Zeit wieder aus dem Verst&#228;ndnis wirft.</p>
<p><strong>Stresskonsequenzen</strong><br />
Ich f&#252;hle mich wirklich richtig unwohl.<br />
Unter den Schulbedingungen kann ich mich nicht vern&#252;nftig konzentrieren.<br />
Ich kann einen Lehrer nicht etwas fragen, nicht mal in den mir angenehmeren F&#228;chern, und mich naher noch genau an seine Antwort erinnern. Es geht nicht.</p>
<p>Ich wei&#223;, dass ihr jetzt denkt: »Haha, es sind nat&#252;rlich immer die Anderen!«, doch ich bin mir meiner Situation absolut bewusst und ja, es sind die anderen. Doch nicht so, dass sie einfach schlimm w&#228;ren. Es bin ich in Beziehung zu diesen anderen.<br />
Ich werde erdr&#252;ckt von Gedankeng&#228;ngen, die ich zu ber&#252;cksichtigen habe, ich wei&#223; zu viel &#252;ber die anderen, habe sie schon zu tief analysiert, und will (muss) immer fortsetzen darin.<br />
Ich habe mit ein paar wenigen tiefeinschneidende Erlebnisse und ein Traum gehabt (ja, das Wort ist mit Bedacht gew&#228;hlt). Das sind momentan gewaltige (und bitte nicht zu untersch&#228;tzende) Energien in mir, die in die Bew&#228;ltigung hineinflie&#223;en, in die Umschiffung von Problemhafen, in skurrile Fantasien, es wieder umzuschlagen; und daneben Scham, gro&#223;e Scham.<br />
All das bildet ein Konglomerat aus entgegengesetzten Gef&#252;hlen, das ich selber nicht ergr&#252;nden kann. Es stellt auf jeden Fall eine schwere Last auf mir dar, immer wenn ich in dieser Klasse bin.</p>
<p>So viel Pein, so viel zu ber&#252;cksichtigen, so eine Belastung! Das macht mich kaputt! Nach der Schule bin ich immer emotional total fertig und habe so viele Eindr&#252;cke gesammelt, dass ich Stunden brauche, um wieder zu <em>mir</em> zu kommen. Ich habe den Eindruck, ein Schultag stresst mich so sehr wie andere ein hohes Pensumlimit in einem Beruf. Ich bin danach deutlich kaputter, als wenn ich daheim lange lerne oder Nachrichten lese.</p>
<p>Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wie es ist, den Kopf ganz frei zu haben und sich vollkommen auf den Stoff und sich konzentrieren zu k&#246;nnen. Es muss wunderbar sein. Es muss eine Wonne sein. Das reine, pure Verst&#228;ndnis muss zu Erkenntnissen f&#252;hren.<br />
Das dr&#252;ckt ein Bild davon aus, was ich unter Schule und Lernen begreife (bis auf die Wonne) &#8211; und wovon ich so weit in meinem Empfinden und Kummer entfernt bin.</p>
<p><strong>Freunde</strong><br />
Seit jetzt zwei Jahren, als mein damals bester Freund von der Schule ging und seit nun einem Jahr, seit ich ein anderes besch&#228;mendes und angstmachendes Problem mit wem in der Klasse habe, f&#252;hle ich mich ganz allein. Niemand, den ich interessant finde, interessiert sich seitdem noch von sich aus f&#252;r mich, ich kann die gr&#246;&#223;ten St&#246;rungen und Unwohlheiten zeigen, niemand spricht mich darauf an.<br />
Ich m&#246;chte am liebsten da nicht mehr hin!</p>
<p>Dieses Jahr verlassen insbesondere zwei Mitsch&#252;ler die Klasse, die sehr gest&#246;rt haben, ja, aber die in ihren Gebieten auch tolle Kameraden waren. Ohne sie werde ich mich wieder ein St&#252;ck einsamer f&#252;hlen.</p>
<p>In den gro&#223;en Pausen streife ich ziellos durchs Erdgeschoss und den Schulhof. Mir ist langweilig, wenn nicht gerade sch&#246;nes Wetter ist, w&#252;nsche ich mir so schnell wie m&#246;glich ein Ende der Pause herbei. An den oberfl&#228;chlichen, egofr&#246;hnenden Gespr&#228;chen, die meine Klassenkameraden in der Zeit untereinander f&#252;hren, kann ich nichts finden.<br />
Auch in den Pausen f&#252;hl ich mich schlecht, bedr&#252;ckt. W&#252;rde ich als externer Beobachter mal meinen ungl&#252;cklichen Pausengang beobachten, ich w&#252;rde wahrscheinlich &#252;ber meine Einsamkeit weinen.</p>
<p><strong>Selbstbewusstsein</strong><br />
Selbstbewusst _ <em>sein</em> hei&#223;t, sich trauen, selbst zu denken. Das tue ich in einigen F&#228;chern nicht.<br />
Ich kann mich nicht nur auf mich konzentrieren, nicht einfach sein.</p>
<p>Ich denke bei und w&#228;hrend <em>allem</em>, was ich f&#252;r die Schule tu, in erster Linie an die anderen. Es als alleiniges Vergleichen zu erkl&#228;ren, w&#252;rde dem nicht gerecht werden. Ich habe viel Angst und verstehe die anderen nicht. Verstehe ihr Bewusstsein nicht, das sich offenbar so stark von meinem unterscheidet.</p>
<p>Die anderen scheinen fast ausschlie&#223;lich in sich zu ruhen, anstatt &#252;ber alles um sie herum nachzudenken, ihrem Ego zu fr&#246;nen (das ich praktisch &#8220;nicht habe&#8221;). Das Schockierende ist, dass sie trotzdem weiterkommen. Sie machen viel falsch, aber durch eine spezielle gesellschaftliche Dynamik, die zuversichtlich ist, dass dazugelernt wird, werden sie in ihren Gruppen sogar noch unterst&#252;tzt, wird ihnen verziehen, wird ihrem Ego gehuldigt (!!).</p>
<p>Ich glaube in dieser Klasse immer, mich verteidigen oder rechtfertigen zu m&#252;ssen.<br />
Ich bin in der Schule zu 80% eingesch&#252;chtert.<br />
Die einzige Zeit des Jahres, in der ich in meinem reinen Bewusstsein sein kann, wirklich zu mir selbst finden kann, sind die Sommerferien, kleinere Ferien reichen nicht aus, nur die Sommerferien, weil das so viel Zeit ist, dass ich wirklich vergesse und durch die anderen nicht verunsichert werde, nicht bedr&#252;ckt bin, alleine in mich schauen kann.<br />
Dabei werde ich klarer und meine Intelligenz legt sich frei, die sich zur Schulzeit unter Zw&#228;ngen und starren Anforderungen verkriecht.<br />
Ich schreie dagegen an: Ich m&#246;chte meine Intelligenz nutzen k&#246;nnen!!<br />
Das ist, warum ich die Schule hasse, oder genauer: Ich habe Furcht vor ihr!</p>
<p>Mir wird eingeschlossen damit das Assoziieren erschwert &#8211; das bedr&#252;ckende Unterlegenheitsgef&#252;hl und der st&#228;ndige Pessimismus weitet sich auch auf meinen au&#223;erschulischen Privatbereich aus.</p>
<p>Wenn ich mich eh schon eingesch&#252;chtert f&#252;hle, tu ich mir noch schwerer, mit dem Eindr&#252;ckebeschr&#228;nken → bin unsicher, schwach, verletzbar von au&#223;en, &#8220;ablenkbar&#8221;.</p>
<p>Ich seh nicht, was ich kann, ich seh nur, was ich nicht kann und wie schlecht ich in der Schule bin. Ich k&#246;nnte auch niemals auf einem Schulfest feiern, ich habe nichts zu feiern, das ist mir jede Minute in der Institution im Bewusstsein. Ich bin so viel schlechter, als ich sein k&#246;nnte.</p>
<p>Ich erinnere mich an viele angesammelte peinliche, schamvolle Momente der Vergangenheit. Ich kann kaum &#252;ber sie hinwegsehen, sie setzen mich in meinem Selbstwert noch immer herab.</p>
<p>Auff&#228;llig ist auch, dass die anderen schneller von der Tafel abschreiben. Ich schreibe nicht langsamer als sie, und so f&#252;hre ich das darauf zur&#252;ck, dass sie sich mehr W&#246;rter oder Elemente am St&#252;ck beim Hinschauen auf die Tafel merken als ich. In F&#228;chern, in denen ich mich wohl f&#252;hle, bin ich nicht unter den Langsamsten. Also hat auch das etwas mit dem Selbstbewusstsein und Wohlbehagen zu tun.</p>
<p>Ich bin eh schon deprimiert &#252;ber meine Leistungen und das geht mir an den Selbstwert, soweit, dass ich mir in bestimmten F&#228;chern nur Minimales im Kurzzeit- wie im Langzeitged&#228;chtnis behalten kann.<br />
Ich bin in mir unwohlen F&#228;chern in einem neuen Thema ab dem Punkt schlecht, an dem vorhin erw&#228;hntes Wissen ganz exakt und vom Lehrer als nat&#252;rlich vorhanden-vorausgesetzt angenommen wird. Ich wei&#223;, dass da noch etwas war, aber kann mich nicht mehr genau entsinnen. Ich schaue scheu und best&#252;rzt um mich herum &#8211; dabei wird die Klassen-Kamera zur Hauptkamera und ich halte die Lehrerkamera kaum noch aus. Ich bin so deprimiert &#252;ber mich, dass ich in mir zusammensacke, mir Vorw&#252;rfe mache, tief traurig bin und dem Lehrer nur noch ein »Ja, red Du nur, ich komme ja eh nicht mit!« zudenken kann.<br />
Da dies Erfahrung ist, verkr&#252;ppelte das mein Selbstbewusstsein so sehr, dass ich es kaum noch wage zu versuchen, mitzukommen. Alleine der Versuch ist ein Kampf gegen meine Erfahrung und mein kaputtes Selbstbewusstsein, bei dem ich, wenn ich einmal Oberhand gewinne, immer noch die Stimme h&#246;re: »Es bringt nichts, Du wei&#223;t es, gleich hast du wieder versagt.« &#8211; Womit ich fr&#252;her oder sp&#228;ter dann auch wieder den Anschluss verliere.</p>
<p><strong>Psyche</strong><br />
Wenn ich nur an die Schule denk, werd ich schon nerv&#246;s und mein Denken entgleitet mir.<br />
Alleine die Vorstellung, mit meinen Mitsch&#252;lern zusammen sein zu m&#252;ssen, l&#246;st das schon aus. Wie beim Schreiben dieses Textes: Ich denke nur an die Schule und beginne zu Schwitzen und meine Gedankeng&#228;nge werden durcheinander und hektisch.</p>
<p>&#196;u&#223;erst perplex bin ich &#252;ber die jahrelang gemachte Beobachtung, dass ein Gro&#223;teil meiner Klasse keine Moral besitzt; ich denke mir, wie kann man nur so sein. Sie kennen keine Grenzen, keine Werte, sind egoistisch, kennen keinen Anstand. Und doch funktioniert das Klassengef&#252;ge unter ihnen irgendwie. Aber ich kann doch nicht mit solchen unzuverl&#228;ssigen Menschen (Morallosigkeit: Nichteinhalten von menschnat&#252;rlichen Werten) gl&#252;cklich (theoretisch) in einer Klasse sein, ich hab immer Furcht vor ihren n&#228;chsten unberechenbaren Aktionen. &#8220;Perplex&#8221; trifft das wirklich am besten, ich kann ihre Art auf keiner Ebene verstehen und bin immer wieder &#252;berrascht, wie r&#252;cksichtslos sie sich verhalten. Verstehe auch nicht, warum das so gut bei dem Rest ankommt. Ich halte es f&#252;r gesellschaftssch&#228;ndigend falsch.</p>
<p>Was ich vor allem in der Schule br&#228;uchte, w&#228;re wieder unter Gleichaltrigen zu sein, was leider unm&#246;glich ist. Ich f&#252;hle mich immer an einer losen Leine au&#223;erhalb der Klasse, die an gespannter Leine kollektiv nach vorne zieht. Ich habe keine F&#252;hrung. In sehr vielen bin ich denen voraus, in anderen anscheinend Jahre hinterher, es ist unvereinbar (im Denkhorizont, in der Gef&#252;hls- und Emotionswelt weeeit voraus, in allem Nachau&#223;entragendem hinterher).<br />
Das ist gerade so wichtig, weil ich eigentlich nur w&#228;hrend der Schule im realen Kontakt mit Menschen bin. Ich bin total unsicher, weil ich mich nur dort unter welchen erlebe, und dabei so schlecht in allem Nachau&#223;entragendem.</p>
<p>Im Gef&#252;hlsbereich k&#246;nnen die anderen mir nichts Neues mehr beibringen, und so fehlt mir eine Orientierung nach vorne. Ich wei&#223; nicht mehr, wie es ist, emotional gefordert zu sein. Ich bin nie real unter Gleichaltrigen. Das hei&#223;t f&#252;r mich, ich muss mir selber Ideale suchen &#8211; Ideale, nicht Idole. Und das hei&#223;t, ich verhalte mich etwas &#8220;weltfremd&#8221;. Und das hei&#223;t auch, dass ich dann erst recht unsicher werde, weil ich nie sagen kann, wie sich Gleichaltrige verhalten w&#252;rden, was sie denken w&#252;rden, wie sie abstrakte Visionen umsetzen w&#252;rden; ich f&#252;hle mich ausgeschlossen, separiert und ungleich.<br />
Ich sch&#228;me mich daf&#252;r, mit 18 in die 11. Klasse zu kommen und mit so jungen Mitsch&#252;lern zusammen zu sein. Die 3. Klasse freiwillig zu wiederholen, weil ich auf eine andere Schule gewechselt bin, <em>war einer der gr&#246;&#223;ten Fehler meines Lebens</em>.</p>
<p>Ich denke dauernd, ich habe den Gleichaltrigen so viel hinterher, sie haben schon so viel mehr Stoff als ich gelernt, haben schon viel mehr erlebt, sind ein Jahr eher mit der Schule fertig, ich denke immer daran, wenn ich welche sehe und wenn ich mit welchen kommuniziere.<br />
Ich seh meine Gleichaltrigen vor mir schon ein Jahr weiter in der Schule, schon viel weiter im Stoff, schon viel mehr hinter sich gebracht, Dinge, die ich noch nicht verstehe, mit denen ich mich noch abqu&#228;len werde, sie sind viel weiter. Das macht mich fertig und bringt mich bis zum Weinen.</p>
<p>Es gibt in meiner Klasse Leute, die mir in logischen Gedankeng&#228;ngen recht &#228;hnlich sind, zwar in ihrer Leistungsf&#228;higkeit arg unterlegen, aber sie sind bedeutend besser auf den Gebieten Verbalformulierung, Selbstbewusstsein, Sozzeln [= soziale Geschicklichkeit, Sympathie bei anderen erweckend]; davon gibt es in meiner Klasse einige. Alles in allem f&#252;hrt das dazu, dass ich mich minderwertig f&#252;hle, ich mit meinem Nachau&#223;entragenden nicht gegen diese anderen ankomme, dann auch nat&#252;rlich im Denken schlechter und schlie&#223;lich depressiv werde.<br />
Aus Entt&#228;uschung &#252;ber etwa meine Formulierf&#228;higkeiten, kann ich mich immer &#246;fter beobachten, wie ich mich einfach wie die anderen ohne Bedacht im Sprechen gehen lasse. Daf&#252;r verachte ich mich dann so richtig.</p>
<p>Ich bin lernwillig, aber ich kann in der Schule nichts lernen. (Viele sind ja nicht lernwillig. Ich dagegen bin im Grunde sehr motiviert.)<br />
Ich st&#246;re nie den Unterricht, weil ich etwas ›langweilig‹ oder ›unverst&#228;ndlich‹ f&#228;nde, eher noch habe ich dann meist Respekt vor einem Thema, halte mich zur&#252;ck, beobachte, und bin nur noch &#252;ber mich selbst deprimiert.</p>
<p>Ich habe einen sehr hohen Selbstanspruch. Mir reicht es nicht, &#8220;gut&#8221; zu sein, ich will immer &#8220;au&#223;ergew&#246;hnlich&#8221; sein. Ich will nicht besser sein als die anderen, sondern ich sehe es irgendwie als ganz &#8220;nat&#252;rlich&#8221;, als meine &#8220;Bestimmung&#8221;, an der Spitze zu sein. Das ist vielleicht sehr arrogant formuliert, ich meine es aber nicht arrogant. Ich will perfekt sein, es ist triebhaft, zwanghaft. Ich f&#252;hle mich immer ungen&#252;gend, wenn ich nicht perfekt bin, jeder Fehler setzt mir zu, mehr als anderen. Dazu kommt Angst vor Blosstellung.<br />
Wenn ich in der Schule von so vielen Eindr&#252;cken und analytischen Gedanken abgelenkt und besch&#228;ftigt werde, dann kann ich das unm&#246;glich halten &#8211; ich konnte es nie halten &#8211; und verfalle in Depression und gestehe mir kaum noch Selbst<em>wert</em> zu &#8211; der Rest schafft es ja!</p>
<p>Wenn ich die Hausaufgaben nicht gewissenhaft erledige, h&#228;ngt das w&#228;hrend des Unterrichts oftmals tonnenschwer an meinem Selbstbewusstsein und ich f&#252;hle mich gar nicht mehr <em>w&#252;rdig</em>, das Wissen w&#228;hrend der Stunde aufzunehmen.</p>
<p>Wenn ein Lehrer spricht, von mir sehr sympathischen Lehrern und mich pers&#246;nlich brennend interessierenden Themen abgesehen, bebt in mir der Widerstand gegen diese Einrichtung, gegen das System, gegen den verlogenen Zwang.<br />
Ich bin vielleicht so ein radikaler Schulkritiker einer speziellen Art, dass ich sie nicht bewusst verweigere, sondern mir selbst die Teilnahme &#8220;verbiete&#8221;, wer wei&#223;.</p>
<p>Ich k&#246;nnte mir gut vorstellen, mir allen Stoff selbst, daheim, beizubringen; ohne Privatlehrer, vielleicht mit Ansprechlehrer. Aber leider ist das &#8220;Unschooling&#8221; in Deutschland, anders als in vielen Nachbarl&#228;ndern, nur in absoluten gesundheitlichen Ausnahmef&#228;llen m&#246;glich.</p>
<p>Das mag ein kolossal subjektiv falsches Fehlgef&#252;hl sein, aber ich habe den Eindruck, dass ich in ein, zwei Parallelklassen sehr viel besser hineinpassen w&#252;rde, als in meine momentane. Dass ich mich dort betr&#228;chtlich wohler f&#252;hlen w&#252;rde. Dass die Leute dort mich besser verstehen k&#246;nnten, und seien es auch nur die M&#228;dchen.<br />
Unsere Klasse wurde nicht geteilt. Ich Idiot musste in der 5. unbedingt die Klasse nehmen, die als erste Fremdsprache mit Franz&#246;sisch begann (darum kann ich auch nicht einfach die Klasse wechseln). Jetzt sind wir sechs Jahre zusammen. Und egal, was man mir weismachen m&#246;chte: Diese Klasse ist kaputt, es gibt keinerlei Dynamik mehr. Jeder hat seine Rolle. Wenn man Grundlegendes an sich &#228;ndern m&#246;chte, dann bleibt man auf seiner alten Position gefesselt.</p>
<p><strong>Das n&#228;chste Schuljahr</strong><br />
Es ist f&#252;r mich der absolute Albtraum, wenn nicht Horror, noch ein Jahr in dieser Klasse sein zu m&#252;ssen.<br />
Ich kann mich nicht an <span style="text-decoration: line-through;">viele</span> sch&#246;ne Momente mit meinen Mitsch&#252;lern erinnern, in denen ich mich so ganz gut wohl gef&#252;hlt h&#228;tte. Nein, ich habe keine positiven Erinnerungen an dieses Schuljahr. Vielleicht einige Momente, die ich meiner Geschichtslehrerin zu verdanken habe.<br />
Sonst, wenn ich an Sch&#246;nes in der Schule denken m&#246;chte, lande ich gedanklich immer in der 9. Klasse.</p>
<p>Eine aus meiner Klasse hat es zum Jahresende Klasse 10 richtig gemacht: Sie wechselt das Gymnasium. Eine schlicht geniale L&#246;sung. Meinen tiefsten Respekt f&#252;r diese Entscheidung. Ich hab mir in den Ferien &#252;berlegt, es ihr gleichzutun, selbst wenn ich dann in eine Klasse k&#228;me, die mit Englisch und nicht Franz&#246;sisch als erste Fremdsprache angefangen hat. Aber daf&#252;r war es da schon zu sp&#228;t.<br />
Ich will aus der Klasse raus, ich will so gerne einen Neuanfang.</p>
<p>Nach einigen Beobachtungen, scheinen viele ihre Arbeitshaltung zur Schule mit dem Beginn der Oberstufe zu &#228;ndern. Jene, die davor die Schule noch nicht ernst genommen haben, legen in der Oberstufe richtig los und glauben die Einbl&#228;uungen, die Schule sei das Wichtigste, der Sinn, das Ziel. Ihr ganzes Denken transformiert sich ins radikal <em>schul</em>-logische, sie werden rationalistisch, werden angepasst, sie ergeben sich vollkommen dem System.<br />
Wer das nicht tut oder kann, der scheint keine Chance zu haben, &#8220;gut zu sein&#8221;. Man muss funktionieren. Man muss angepasst sein.<br />
Die Oberstufler stellen das nicht infrage, sie nehmen es an; sie k&#246;nnen sich &#252;berhaupt nicht leisten, es infrage zu stellen.<br />
Davor habe ich Angst: Erstens sehe ich die Wichtigkeit unserer Schule so nicht ein und dann bin ich eben einfach hochsensibel und werde das so niemals umsetzen k&#246;nnen und an dem eventuellen Versuch sicherlich zerbrechen. Und ich will mich nicht so anpassen. Das geht gegen meine philosophische Auffassung.</p>
<p>Im Film Logan&#8217;s Run (deutscher Titel: Flucht ins 23. Jahrhundert) leben die letzten Menschen vollkontrolliert unter einer riesigen Stadtkuppel, und es besteht ein Alterslimit der B&#252;rger von 30 Jahren, zu dem sie &#8220;erneuert&#8221;, aber tats&#228;chlich get&#246;tet werden, um die Population niedrig zu halten. Die Menschen in der Kuppel glauben, die Welt au&#223;erhalb w&#228;re lebensfeindlich und sehen das Erneuerungskarussell als selbstverst&#228;ndlich.<br />
Genau das vergleiche ich mit der Schule, damit, wie Gehirnw&#228;sche betrieben wird, wie manipuliert wird, f&#252;r einen eigenn&#252;tzigen Zweck, f&#252;r die vermeintliche &#8220;Wirtschaft&#8221;.</p>
<p>Ich habe Angst vor n&#228;chstem Schuljahr. Angst, meinen Charakter durch die Schule zu &#8220;bilden&#8221;, Angst davor, so zu sein und werden zu m&#252;ssen, wie ich es nicht f&#252;r gut halte. Oder mich am Widerstand aufzuspie&#223;en.</p>
<p><strong>Schlussgedanken</strong><br />
Ich kann lernen. Ich halte mich f&#252;r recht intelligent. Aber ich kann es nicht in der Schule, nicht in dieser Art Schule. &#8220;Wenn ich nicht so mit mir selbst besch&#228;ftigt w&#228;re&#8221;, und wenn ich das System bespringen w&#252;rde, wie manch anderer, w&#228;re ich ein exzellenter Sch&#252;ler, da bin ich mir sicher. So bin ich ein durchschnittlicher, auch wenn ich mir selbst viel, viel schlechter vorkomme. So jemanden nennt man Underachiever.<br />
Doch mein Leidensdruck ist hoch, ich halte das so nicht mehr lange durch.</p>
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		<title>Schule.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 21:52:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich m&#246;chte, f&#252;r alle lesbar, meine Unzufriedenheit mit dem deutschen Gymnasium (und in meinem Fall speziell dem Baden-W&#252;rttembergischen) zu einen kleinen Essay fassen. Das mag den Eindruck einer harten Abrechnung erwecken, aber das ist es nicht, schon gar nicht eine mit meinen Lehrern. Dahinter steht kein b&#246;ser Wille, sondern sachliche Systemwut. Sollte dies einer meiner&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte, f&#252;r alle lesbar, meine Unzufriedenheit mit dem deutschen Gymnasium (und in meinem Fall speziell dem Baden-W&#252;rttembergischen) zu einen kleinen Essay fassen.<br />
Das mag den Eindruck einer harten Abrechnung erwecken, aber das ist es nicht, schon gar nicht eine mit meinen Lehrern. Dahinter steht kein b&#246;ser Wille, sondern sachliche Systemwut.<br />
Sollte dies einer meiner Lehrer lesen: Ich will Ihnen nichts B&#246;ses. Ich kritisiere hier nicht Sie, sondern dieses System von Schule.</p>
<p>Ich spreche nur einige wenige F&#228;cher an, bei den anderen mir bekannten hielt ich den Unterrichtszustand nicht in diesen Ma&#223;en f&#252;r kritisierbar.</p>
<p><strong>Mathe</strong><br />
Wir bekommen in diesem Fach so unglaublich viel unn&#252;tzes Wissen eingetrichtert, und leider traut sich keiner mal die tats&#228;chliche Sinnhaftigkeit der Themen objektiv zu betrachten, weil es ja so stark legitimiert ist als &#8220;Denksport&#8221; und Disziplin der Intelligenten; weil man ja insgeheim diese Pr&#228;zision ehrf&#252;rchtig anstrebt und sieht, dass die, die auch in vielen anderen Feldern auffallend intelligent sind, Spa&#223; daran haben, also muss es gut sein.</p>
<p>Ich sage: Wir m&#252;ssen das nicht alle k&#246;nnen!<br />
Ganz klar geh&#246;rt Logik geschult, die Schule ist der richtige Ort daf&#252;r. Logik! Logik kann man auch anders lernen!</p>
<p>Das Fach Mathematik ist an den deutschen Gymnasien ab der Mittelstufe <em>Geldverschwendung</em> des Staates. Von 30 Sch&#252;lern braucht voraussichtlich nicht einmal immer einer das Schul-Mathematikwissen ab der Oberstufe im sp&#228;teren Beruf. Das bedeutet, 29 Sch&#252;ler einer Klasse von 30 Sch&#252;lern werden ~vier Jahre in der Schule mit dem Lernen von absoluten Fachwissen gepeinigt, das sie nie gebrauchen k&#246;nnen.<br />
Ich schreie innerlich vor vergeudeter Lebenszeit! Mir scheint, als lernte ich es nur zum Selbstzweck! Das ist Wissen, das ich nie brauchen kann und selbst wenn ich es in ein paar Jahren brauchen k&#246;nnte, *habe ich es sowieso schon wieder vergessen*.</p>
<p>Was im Fach Mathematik gelehrt werden sollte, ist praktisch umsetzbares Wissen f&#252;r den Alltag; da m&#246;gen auch mal diese oder jene Spezialgebiete auf dem Plan stehen, um ein ehrlich brauchbares Bild der F&#228;higkeiten zu ergeben. Aber der Fokus sollte stets auf der Praxis liegen.<br />
Jeder, der dar&#252;ber hinaus <em>ganz spezielle</em> mathematische F&#228;higkeiten f&#252;r ein Studium und so auch einen Beruf ben&#246;tigt, dem sollen gerne kostenlose F&#246;rderkurse angeboten werden; dort sind dann wenigstens die Leute zusammen, die auch wirklich am Erlangen des Wissens ein pers&#246;nliches Interesse haben.<br />
Das Fach Mathematik, so wie es heute besteht, geh&#246;rt revolutioniert, und jeder, der sich objektiv mit den Fakten besch&#228;ftigt, wird auf den gleichen Standpunkt kommen.</p>
<p>Ich frage mich angesichts dessen sogar, warum Mathematik auf dem Gymnasium ab der Mittelstufe noch als Hauptfach gelehrt werden muss. (Seine Berechtigung hat es darunter eindeutig, schon als Ged&#228;chtnis&#252;bung.)<br />
Und w&#228;re es nicht auch naheliegend, es abw&#228;hlen zu k&#246;nnen, wenn man nichts damit anzufangen wei&#223;? Was spricht dagegen?</p>
<p>Es hei&#223;t bei Mathe lakonisch »Du musst«.<br />
Ich &#8220;muss&#8221;, weil das vor Jahrzehnten Entscheider festgelegt haben, ich &#8220;muss&#8221; es nur weil es in der Schule *Pflicht* ist, Pflicht in einem abgesteckten System, ich m&#246;chte sagen, in einem ganz eigenen &#214;ko-System (streicht das &#214;ko, aber damit dr&#252;cke ich die Separation aus), das an dieser Stelle heute v&#246;llig entartet ist zu dem, was seine Wurzel, der Auftrag, ist: Die Sch&#252;ler auf das Leben und Berufkompetenzen vorzubereiten! Es geht heute nicht um Bildung, es geht um Abschl&#252;sse! Ich &#8220;muss&#8221; nur, um mein Abi zu schaffen! Was ist das f&#252;r ein M&#252;ssen! Das ist doch absurd! Und niemandem scheint das aufzufallen und zu st&#246;ren!</p>
<p>Trotz alledem, mein Standpunkt zu Mathe ist: Ich &#228;u&#223;ere diese Kritik, aber ich setze Energien dahinein, trotzdem den Stoff zu lernen, weil ich es eben &#8220;muss&#8221;. Das sehe ich ein.</p>
<p><strong>Musik</strong><br />
»Wenn man es nicht braucht, muss man auch keine Partituren lesen k&#246;nnen (seh ich jedenfalls so), deshalb find ich den erzwungenen Musikunterricht in der Schule stellenweise (okay, mehr als stellenweise… <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_rolleyes.gif' alt=':roll:' class='wp-smiley' />  ) auch ziemlich schwachsinnig.« —<a href="http://www.chary-smile.de/?p=804#comments">Charysmile</a></p>
<p>Wenn man als einzige Voraussetzung f&#252;r eine 1 im Referat im Schulorchester sein muss, ist f&#252;r mich die n&#246;tige Objektivit&#228;t f&#252;r ein Schulfach nicht gegeben.</p>
<p>Auch was man so in Musik macht ist ja selten d&#228;mlich: Ein gutes Viertel der Zeit verbrachten wir dieses Schuljahr mit Singen (danke Himmel, dass es nicht benotet wird&#8230;), wer eh im Chor ist, dem macht das Spa&#223;, wer ein komplizierteres Instrument spielt, ist ein Ass in s&#228;mtlichen Notenfragen.<br />
Klassische Musikgeschichte seh ich als wesentliches Kultur- und Allgemeinwissen, der Rest interessiert mich nicht, brauch ich nicht.<br />
Bis darauf ist das Fach einfach unn&#246;tig. Der Stoff geh&#246;rt nicht in eine allgemeinbildende Schule.</p>
<p><strong>Chemie</strong><br />
Grundlagen sind OK, aber ich werde nie, nie, niemals in meinem sp&#228;teren Leben irgendeine dieser Reaktionen durchzuf&#252;hren gezwungen sein. Man sollte sich mehr auf allgemeine Kenntnisse, ein breites Basiswissen konzentrieren, als die spitze Entkonglomeratisierung unserer Materie. Auch mehr Geschichte in das Fach hereinzubringen w&#228;re ein Gewinn; eine gewagte Forderung die Zusammenlegung mit Erdkunde.</p>
<p><strong>Physik</strong><br />
Physik hat schon eher erkannt, dass es den Sch&#252;lern nicht alles zu vermitteln braucht, was zu vermittelbar ist. Anerkennenswert. Aber auch hier ist der Lehrplan noch voller Details und Episoden, die keinerlei Nachwirkeffekt, bis auf die Noten haben. Da ist so viel, was man einfach wieder vergisst nach der Arbeit, und was einem im Leben nicht mal als kluge Hintergrundserkl&#228;rung noch dienlich w&#228;re. F&#252;r Physik wie Chemie gilt: Interessiert mich ein exakter Prozess pers&#246;nlich, kann ich mir das Wissen am effektivsten selbst aneignen.</p>
<p><strong>Sport</strong><br />
Den Sinn des Faches Sport habe ich bis heute nicht verstanden. &#8220;K&#246;rperliche Ert&#252;chtigung&#8221; w&#252;rde ja noch einleuchten, aber ich sp&#252;r keine Ert&#252;chtigung. Weder st&#228;rken die 2h w&#246;chentlich meine Muskeln, noch nehme ich aus den Stunden auch nur *irgendetwas* mit nach Hause.<br />
Sport ist das ungerechteste Fach, das es gibt, mit diesen pauschalen Leistungsanforderungen ohne R&#252;cksicht auf die individuelle Konstitution und die unterschiedlichen K&#246;rper; und ein &#220;berbleibsel der spartanischen k&#246;rperlichen Leistungskultur, das abgeschafft geh&#246;rt.</p>
<p><strong>Religion</strong><br />
Warum gibt es dort keine krassen theologischen Er&#246;ffnungen und Diskussionen? Warum muss ich mir 2h in Religion Filme &#252;ber Recycling-Vorg&#228;nge ansehen?! (Ohne Witz!)</p>
<p>Unser Lehrer ist ja ein sehr netter Mensch, doch er scheint jede Stunde zu gr&#252;beln, mit was er die Zeit nur totschlagen soll. So meine ich, 1h w&#246;chentlich reicht locker, um das Jahrespensum unterzubringen. Oder: Die Zeit, in der man &#8220;Nichts&#8221; tut, lie&#223;e sich sinnvoller mit Philosophie verbringen, nur m&#252;ssten die Religionslehrer das auch mit sich vereinbaren k&#246;nnen&#8230;</p>
<p><strong>Geschichte</strong><br />
Mehr Zeit daf&#252;r. Geschichte ist wichtig, man kann aus der Vergangenheit f&#252;r die Zukunft lernen. Das Fach wird wirklich viel zu sehr vernachl&#228;ssigt.<br />
Es geht mir nicht unbedingt um ein breiteres Stoffspektrum, sondern um Zeit f&#252;r liebevolle Details.<br />
Durch dieses Fach kann man zu h&#246;heren Erkenntnissen gelangen, vor allem durch den Inhalt der ersten drei Lehrjahre. Diese riesige Chance f&#252;r die Sch&#252;ler wird bislang weitgehend str&#228;flich vernachl&#228;ssigt. (Ich hatte Gl&#252;ck durch eine geniale Lehrerin, die wir zwei Jahre in Deutsch und Geschichte hatten und sich so die Stunden selbst sehr frei einteilen konnte.)</p>
<p><strong>Gemeinschaftskunde („Politik“)</strong><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><br />
Mehr Geschichte, alte Geschichten aus der Antike, diese mit neueren vergleichen; das ist spannend.<br />
Die Sch&#252;ler sollen &#8211; und m&#252;ssen &#8211; ein Gef&#252;hl f&#252;r Politik entwickeln.<br />
Auch nirgends sonst unten den weltlichen F&#228;chern ist es wichtiger f&#252;r den Staat, die Sch&#252;ler zu Erkenntnis zu f&#252;hren, als in Politik.<br />
Gerade mit diesem &#8220;Gef&#252;hl entwickeln&#8221; komme ich &#252;ber das Beispiel Politik auf eins meiner zentralen Anliegen: Das Notensystem herunterfahren und mehr auf Erkenntnis setzen.</p>
<p><strong>Ideen</strong><br />
Aus der Schule kommen auf den Materialismus und Kapitalismus getrimmte Leute heraus. Die Schule gibt den Sch&#252;lern nur Fakten, die Schule l&#228;sst sie nicht sich selbst finden. Sie bietet keinen Platz und keine Zeit daf&#252;r.<br />
Darum pl&#228;diere ich f&#252;r das neue Fach <em>Geistesschulung</em>. Darin k&#246;nnte man Ideen und &#220;bungen Rudolf Steiners in einf&#252;hlsamer Art ansto&#223;en (auch ohne sich mit der von vielen als zu obskur befundenen &#8220;Esoterik&#8221; zu besch&#228;ftigen, der &#8220;Geheimwissenschaftsteil&#8221; lie&#223;e sich gut auskoppeln).<br />
Bringt die Methoden der Anthroposophie in die staatliche Schule, die Sch&#252;ler werden es euch danken!</p>
<p>Sprachlich neben Englisch sollte unbedingt Esperanto unterrichtet werden. Ich h&#246;re die Rufe: »Das spricht doch keiner!« &#8211; genau deswegen. Diese Plansprache, die das beste aus Europas Sprachrepertoire vereint, ist in jeder Hinsicht kinderleicht zu lernen und irgendwer muss ja mal anfangen, sie staatlich zu unterrichten. Esperanto ist eine L&#246;sung f&#252;r Europa, sein Sprachproblem geregelt zu kriegen: Es ist einfacher als Englisch zu erlernen, viel, viel einfacher, dennoch ungeheuer pr&#228;zise und kein Land hat es als Muttersprache, so w&#228;ren in der Kommunikation alle gleichgestellt. Englisch ist aus diesem Grund nicht f&#252;r ein Europa der B&#252;rger geeignet. Da Esperanto so wirklich ph&#228;nomenal einfach ist, w&#252;rde vorerst auch nur eine Stunde w&#246;chentlich ein halbes Jahr gen&#252;gen, um stabile Grundlagen zu vermitteln. Ich halte es f&#252;r wichtiger, Esperanto zu unterrichten, als irgendeine andere zweite Fremdsprache au&#223;er Englisch &#8211; diese w&#228;re f&#252;r ein Land, Esperanto ist f&#252;r Europa und den Rest der Welt.</p>
<p>An unseren Gymnasien gibt es heute zwei &#8220;Profile&#8221;: Das naturwissenschaftliche und das sprachliche.<br />
Habt ihr nicht auch das wage Gef&#252;hl, da fehlt etwas?<br />
Weder &#8220;Naturwissenschaft&#8221; noch Fremdsprachen sind mein Ding, mein &#8220;Hobby&#8221;. Was ich gerne h&#228;tte, was mir vorschwebt, ist ein <em>neues humanistisches Profil</em>, verst&#228;rkt mit F&#228;chern wie Deutsch, Geschichte, Politik, Rhetorik, Psychologie, Philosophie, Geistesschulung.<br />
Das soll schon nicht zum Dr&#252;ckebergerprofil werden, Anspr&#252;che d&#252;rfen gerne gestellt werden.<br />
Ich meine, das ist wirklich einen Gedanken wert. Klar, Englisch ist wichtig, und noch ein bisschen Esperanto und Franz&#246;sisch oder etwas in der Richtung, warum nicht. Auch die &#8220;Naturwissenschaften&#8221; sehe ich als wichtig, aber f&#252;r mich eben nur die Basis. Ich muss die ganzen Zusammenh&#228;nge nicht auf Arbeiten gepaukt haben. Mir reicht eine gesunde Basis, wenn ich mich f&#252;r etwas n&#228;her interessiere, kann ich es mir ja selbst beibringen. Ich habe nicht vor, ein Studium, respektive einen Beruf anzufangen, bei dem ich mehr als gesundes Allgemeinwissen in diesen Bereichen brauche.</p>
<p><strong>Reformen</strong><br />
Eine weitere Idee, die das Profilproblem sogar aus der Welt schafft: Nach meinen Vorschl&#228;gen &#252;ber das Neuauffassen und gegebenenfalls K&#252;rzen einiger F&#228;cher k&#246;nnte man zu dem Schluss kommen, das Abitur lie&#223;e sich noch weiter fr&#252;her herabsetzen, was ich aber trotz der Zeitersparnisse f&#252;r bedenklich hielte. Meine Vorstellung w&#228;re eher die, das Kurs-Prinzip schon mit der Mittelstufe einzuf&#252;hren, nach Ende der Mittelstufe eine neue Pr&#252;fung, &#228;hnlich dem heutigen Abitur anzusetzen, und die Oberstufe freier zu machen: Die Oberstufler sich verst&#228;rkt mit dem besch&#228;ftigen zu lassen, was ihnen liegt, indem sie sich ganz frei in die Details deren F&#228;cher vertiefen, f&#252;r die sie zuvor neugierig wurden. Am Ende der Oberstufe eine neue letzte Pr&#252;fung oder Begutachtungen der Ausarbeitungen, die, ganz individuell, ihre Lernerfolge bewertet.<br />
Dabei sollte kein Zwang bestehen bei der Menge der zu absolvierenden F&#228;cher oder Themen. Jedoch ergibt der Eindruck dieser Leistungen zusammen mit den Werten der Pr&#252;fung nach der Mittelstufe das &#8220;Abitur&#8221;.<br />
Das heutige Kurse-Prinzip sollte weitergedacht werden: Jede Themeneinheit geh&#246;rt als eigener Kurs abgesplittet, und &#252;ber das Jahr hin wiederholen sich bei verschiedenen Lehrern die Unterkurse. So ist man absolut frei im W&#228;hlen dessen, was man f&#252;r wichtig h&#228;lt. Die Zeit der Oberstufe soll nicht mehr in Schuljahren betrachtet werden, sondern an sich als eines, was erlaubt, sich beliebigen Stoff zu beliebigen Zeit vorzunehmen. Wer m&#246;chte, kann sich pr&#252;fen lassen und bekommt &#8211; optionale &#8211; Noten. F&#252;r Pr&#252;fungen k&#246;nnen ein besuchter Unterkurs oder mehrere Voraussetzung sein; &#8211; ihr seht, in welche Richtung und zu welchen M&#246;glichkeiten das f&#252;hrt!<br />
So fordert man wahren Freigeist, Individualit&#228;t und Bildung!</p>
<p>An dieser Stelle m&#246;chte ich auf den exzellenten Artikel &#8220;<a href="http://thefutureisnow-dots.blogspot.com/2009/07/die-schule-der-zukunft-v20.html">Die Schule der Zukunft (v2.0)</a>&#8221; verweisen, der da noch sehr viel weiter geht und insbesondere die Auswirkungen eines Bedingungslosen Grundeinkommens auf das Schulwesen entwickelt und beleuchtet. Ebenfalls zu empfehlen ist Klaus Sinderns Sachbuch &#8220;<a href="http://www.tologo.de/tamagotchi-schule/">Tamagotchi Schule</a>&#8220;, in dem der festgefahrene Selbstzweck unserer Schule allzu deutlich wird.</p>
<p><strong>Was k&#246;nnen wir tun?</strong><br />
Als erster Schritt muss &#252;berhaupt erst mal wieder eine Diskussion &#252;ber die Schule legitimiert werden, muss ein Bewusstsein &#252;ber das, was uns in der Schule vorgesetzt wird, auf breiter Ebene hergestellt und erlaubt werden. Nicht nur bei Eltern und P&#228;dagogen, sondern vor allem in den K&#246;pfen der Sch&#252;ler. Es kann nicht angehen, dass man dieses aktuelle System einfach hinnimmt, ohne sich zu beschweren. Macht euch Gedanken dar&#252;ber, bloggt dar&#252;ber, diskutiert mit Freunden, sagt eure Meinung wohl dosiert den Lehrern. Es wird einfach Zeit, dieses archaische Schulsystem zu einem Bildungssystem zu machen! Was daf&#252;r zu erst geschehen muss, ist die Aufr&#252;ttlung, ist dass sich mehr Sch&#252;ler &#252;berhaupt einmal trauen, &#252;ber die heutige Schulmaschinerie nachzudenken, anstatt sie als gottgegeben zu nehmen und sich f&#252;gsam in ihren Schlund zu werfen!</p>
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		<title>Nationalstolz reloaded</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 21:54:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir Deutschen geben klar zu, dass es mit unseren Nationalstolz nicht sehr weit her ist. Wir haben ihn verloren mit Ende des Krieges und der Aufarbeitung unserer Taten darin. Italien und Russland haben ihre Kriege weit nicht so aufgearbeitet wie wir. Sie haben keinen Selbstwertschaden erlitten. Wir dagegen forschten unnachgiebig nach, so weit, dass wir&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir Deutschen geben klar zu, dass es mit unseren Nationalstolz nicht sehr weit her ist. Wir haben ihn verloren mit Ende des Krieges und der Aufarbeitung unserer Taten darin.<br />
Italien und Russland haben ihre Kriege weit nicht so aufgearbeitet wie wir. Sie haben keinen Selbstwertschaden erlitten. Wir dagegen forschten unnachgiebig nach, so weit, dass wir uns seitdem f&#252;r unsere Nationalit&#228;t sch&#228;men, und wenn nicht, zumindest viel Kraft aufbringen m&#252;ssen, um uns nicht von der Scham &#252;berzeugen zu lassen (»Ich hatte damit nichts zu tun«).<br />
Das Schlechte siegt &#252;ber das Gute? Oder ist der Nationalstolz schon das Schlechte, das durch noch mehr Schlechtes offenbart wird?</p>
<p>Ginge es nur um Gr&#252;nde, stolz auf Deutschland zu sein, dann fielen mir da einige Dinge ein, die es hervortun und mir gefallen:</p>
<p>Deutschland ist einer der Hauptfinanziers Europas. Eine Frau ist unsere Bundeskanzlerin.<br />
Wir haben eine gute Regierung. Sie hat Konzepte entwickelt, der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und wir haben ein momentan konfuses und ungerechtes, aber zumindest garantiert funktionierendes Sozial- und Gesundheitssystem.<br />
Wir bekommen Netzsperren f&#252;r Seiten mit Kinderpornografie (kleiner Scherz).<br />
Wir n&#246;rgeln und regen uns &#252;ber die Politik auf, das zeigt, wir B&#252;rger haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben; und wir sind interessiert an der Politik.</p>
<p>Die deutsche Sprache ist eine &#228;u&#223;erst „begriffliche Sprache“, exakt und pr&#228;zise. Sie unterst&#252;tzt Wortzusammensetzungen (›Donaudampfschiffskapit&#228;nsm&#252;tze‹). Vertritt man die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese">Sapir-Whorf-Hypothese</a>, nach der der Wortschatz und die Grammatik einer Sprache einen kausal zwingenden Einfluss auf das Denken nehmen, so kann man annehmen, dass das auf uns gewisse Auswirkungen hat.</p>
<p>Wir haben ein Land mit nur wenig Rohstoffvorkommen, sind aber dennoch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exportweltmeister">Exportweltmeister</a>. Um das zu erreichen liegt es ganz klar: Unser eigentliches Gut ist unser K&#246;nnen.<br />
Wir sind das Land der Dichter und Denker, „geborene Metaphysiker“ wie Verne in „Von der Erde zum Mond“ schreibt. Damit kann ich mich identifizieren. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das weltber&#252;hmte „Made in Germany“ ist ein Pr&#228;dikat f&#252;r hohe Qualit&#228;t, Durchdachtheit und Robustheit.<br />
Unsere Fernsehsender, staatliche wie private, haben ein Designniveau, wie ich es noch nirgends anders gesehen habe. Ich m&#246;chte meinen, unsere Fernsehanimationen und -Grafiken, das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Corporate_Design">Corporate Design</a> der Sender, sind Weltspitze. Was sie produzieren, sieht wirklich &#228;sthetisch, frisch, angenehm, modern aus und nervt nicht (!!). Die Intros zu etlichen Shows und Sendungen sind k&#252;nstlerische Meisterwerke, die man erst sch&#228;tzen lernt, wenn man mal das Ausland erlebt. Bei unseren Nachbarl&#228;ndern ringsherum kommt mir der deutsche Entwicklungsvorsprung mitunter wie mehrere Jahrzehnte vor; und vom graulichem effekthaschendem und hektischen amerikanischen Fernsehen braucht man gar erst anfangen.</p>
<p>Auch in der Technik, und was mir hier noch besonders am Herzen liegt, in der IT mischt Deutschland ganz weit vorne mit.<br />
Das Frauenhofer und das Max Planck-Institut z&#228;hlen zu den mir am gel&#228;ufigsten Einrichtungen, aus denen kontinuierlich Innovationen und wegbereitende Forschungsergebnisse hervorgebracht werden. So sind der mp3- und AAC-Codecs zu einem gro&#223;en Teil deutsche Entwicklungen!<br />
Wir haben SAP, neben IBM und Oracle der gr&#246;&#223;te Firmenintegrationssoftwareentwickler weltweit.<br />
Eine ganz erstaunliche Anzahl der Drittanbietersoftwareentwickler f&#252;r den Mac sind Deutsche – und dann, was ich damals irre fand: Als Mitte 2006 die Public Beta von Windows Vista freigegeben wurde, gab es sie in Englisch, Chinesisch und Deutsch! Weltweit, f&#252;r das Austesten und Fehlerfinden eines neuen Betriebssystems bedachte Microsoft als dritten von drei die deutschsprachigen L&#228;nder! Wenn das mal nichts &#252;ber unsere Signifikanz in der IT aussagt!<br />
&#220;brigens war der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zuse_Z3">Zuse Z3</a> 1941 der erste funktionsf&#228;hige (und programmierbare!) Digitalrechner – der erste Computer!<br />
In der privaten Internetanbindm&#246;glichkeit ist Deutschland unter den besten L&#228;ndern Europas, wir bekommen hier in St&#228;dten mit DSL 16.000 und VDSL 50.000 schon vergleichsweise sehr schnelle Leitungen (in den USA ist man da, so weit meine Kenntnis, im Allgemeinen und Schnitt eher auf DSL 2.000-Niveau unterwegs).<br />
Wir haben hier eine gigantische Anzahl an Geeks – auf unsere Landesgr&#246;&#223;e relativiert – und eine im sonstigen nicht-englischen Raum unvergleichbare Anzahl an IT-Nachrichtenseiten, Foren, Wikis und computerbezogenen Blogs. Man st&#246;&#223;t zu IT-Themen in keiner anderen Sprache nach Englisch mehr so oft so viel auf lesenswerte Seiten aller Art (Probleml&#246;sungen, Forendiskussionen, Artikel, Blogs, Podcasts) als im Deutschen – in manchen Extrembereichen ist es f&#252;r den „Rest“ Gang und Gebe, sich deutsche Seiten maschinell &#252;bersetzen zu lassen, um an die ben&#246;tigten Informationen zu gelangen.</p>
<p>Wir haben die zweitgr&#246;&#223;te <a title="Vergleicht die erstellten Artikel" href="http://wikipedia.org/">Wikipedia</a> geschaffen, ist das nicht krass? Und die *beste*, denn die deutschen Nutzer erstellen Artikel mit Verstand und Ordnung. In Chaosradio Express <a href="http://chaosradio.ccc.de/cre093.html">hie&#223; es einmal</a> (aus dem Kopf, unkontrolliert), dass „die deutsche Wikipedia die heimliche wahre Wikipedia ist“. Wir haben selbst solche hohen Anspr&#252;che an uns, unsere Gr&#252;ndlichkeit und unseren Stil, dass so ein bombastisches Werk dabei herauskommen kann. Vergleicht doch mal zum Spa&#223; die deutschen Artikel mit den franz&#246;sischen, spanischen, italienischen, oder englischen. Ern&#252;chterung werdet ihr erleben! Was die englische Wikipedia als theoretischen Vorteil hat, dass Englisch die erkl&#228;rte Weltsprache ist, hat sie auch zum Nachteil, denn viele Artikel sind zwar planlos vollplakatiert mit unbelegten Informationen, aber dabei l&#228;sst das allgemeine Stilniveau sehr zu w&#252;nschen &#252;brig, eben weil ein Gro&#223;teil der Autoren die Sprache nicht als Muttersprache beherrscht. Es gibt dort keine allgemeinen Konventionen im Artikelaufbau, viele Texte sind einfach Matsch, unvollst&#228;ndig, begonnen aber gleich wieder abgebrochen. Ulkigerweise trifft man die selben M&#228;ngel bei den genannten anderen Sprachen auch in fraglichen Dosen an; hier ist die deutsche Wikipedia ganz klar Top.</p>
<p>Nicht zu vergessen sind auch unsere deutschen Tugenden: P&#252;nktlichkeit, Zuverl&#228;ssigkeit, Flei&#223;, Strebsamkeit, Ausdauer, Disziplin, Treue, Ordentlichkeit, Genauigkeit, Gr&#252;ndlichkeit, Protokollismus, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit. Zuletzt als n&#252;tzlich erwiesen haben sie sich beim Wiederaufbau, bei dem in letzter Instanz dann auch die milit&#228;risch angelegten preu&#223;ischen Tugenden ein St&#252;ck weit ge&#228;chtet wurden.<br />
&#220;brigens habe ich irgendwie das Gef&#252;hl, diese positiven und einst weit hochgehaltenen Tugenden heute noch am pr&#228;sentesten bei uns W&#252;rttembergern vorzufinden, um hier mal etwas zu feixen. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Doch Nietzsche sagt ja »Gebet zu Menschen: &#8220;Vergib uns unsere Tugenden&#8221;«. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Es ist unvermeidlich: Etwas zum zweiten Weltkrieg.<br />
Das ist nat&#252;rlich ein heikles Thema, aber in dieser Zeit haben wir eindrucksvoll gezeigt, was wir k&#246;nnen.<br />
&lt;beliebig lange Distanzierungserkl&#228;rung von den Nazis&gt;<br />
Wir waren enthusiastisiert, propagandiert und ideologisiert, aber diese Zeit lie&#223; erkennen, was in uns steckt, welches Potenzial wir haben. Die ganze deutsche Tugendpalette kam zum Einsatz. Und bei allem Respekt, was wir damals geleistet haben *war* beeindruckend.<br />
Ich bin &#252;berzeugt, dieses Potenzial l&#228;sst sich auch f&#252;r Gutes nutzen.</p>
<p>Da waren Entscheider, Machthaber, Propagandaf&#252;hrer, &#214;konomen, das waren ohne Frage intelligente Leute, die leider furchtbar fehlgeleitet waren und wurden. Einmal aus der kalten Sicht des Rationalismus betrachtet, haben diese Menschen Beachtliches geleistet.<br />
Ich bin wirklich der Meinung, der zweite Weltkrieg zeigte auf bedr&#252;ckendste Weise unser Potential.</p>
<p>Nach Kriegsende schauten alle L&#228;nder mit Argwohn und Suspekt auf uns, wie schnell wir wieder emporschossen, uns rehabilitierten. „Wirtschaftswunder“ wurde das genannt, die wirkenden Kr&#228;fte in der Bev&#246;lkerung waren f&#252;r Au&#223;enstehende geradezu unheimlich.<br />
Unser Protokollismus w&#228;hrend des Krieges machte eine bis dahin nicht gekannte Kriegsaufarbeitung m&#246;glich. Wir haben ihn aufgearbeitet und verarbeitet, uns in allen Details mit ihm auseinandergesetzt, uns unserer Vergangenheit gestellt. Dabei half uns auch unsere Wahrheitsliebe und Ausdauer. Und da entwickelten wir Scham um unsere Nationalit&#228;t.</p>
<p>Da wir wissen, dass die anderen L&#228;nder nicht wissen, wie sehr wir uns mit dem Krieg besch&#228;ftigt haben und Asche &#252;ber unser Haupt streuen, trauen wir uns keine nationalen Geb&#228;rden aller Art, um nicht das »Aha, die Deutschen wieder!« zu provozieren.</p>
<p>Ich bezweifle, dass die Deutschen in den n&#228;chsten 100 Jahren wieder zu Nationalstolz finden.<br />
Hinsichtlich der EU m&#246;chte man meinen, Nationalstolz w&#228;re dem Projekt nicht f&#246;rderlich, &#8220;Arroganz&#8221; k&#246;nnte keine L&#228;nder vereinen. So ist es auch. Doch wir &#252;bersehen: Wir Deutschen haben ihn nicht mal in gesunden vern&#252;nftigen Ma&#223;en. Wir haben ihn gar nicht. Und damit haben wir einen Nachteil bei der Integration, so paradox es klingt. (F&#252;r ein besseres Europa bin ich, aber nicht f&#252;r den vorliegenden Lissabon-Vertrag oder gar eine NWO, erzeugt durch &#196;ngste.)</p>
<p>Mein Vorschlag: Den Begriff nicht in strikter geografischer Nationalit&#228;t sehen, sondern gelang einer Kulturnation einen neuen finden.<br />
Bei &#8220;national&#8221; schwingt immer &#8220;Regierung&#8221; mit, man denkt an Kaiserzeiten und Spr&#252;che wie: »Wo hat Er gedient?«, &#8211; und nat&#252;rlich leitet jeder unserer sch&#252;chternen Gedanken an die Politik fr&#252;her oder sp&#228;ter unwillk&#252;rlich auf den Nationalsozialismus &#252;ber.</p>
<p>Was aus dieser Betrachtung folgt, ist dass wir, wenn wir sagen, wir sind Deutsche, nicht an unsere Politik und an unsere Grenzen denken sollten, sondern an das, was unsere Gesellschaft ausmacht und was unsere Denker bisher schon vollbracht haben. Damit verabschieden wir uns von der Nationalit&#228;t und sehen auf unsere Kultur. Wie w&#228;re es mit, ein Proof of Concept, »Volksstolz«? »Volksverm&#228;chtnis«, »Kulturerleben«, »Kulturempfinden«? Mit jedem dieser W&#246;rter lenken wir den Blick auf die Kultur. Denken wir an eine Kulturnation, nicht an eine regierte Nation!</p>
<p>Dort wo unsere Kultur mit ihren urgr&#252;ndlichsten Werten und Kr&#228;ften erkennbar ist, da lebt das geistige Prinzip der Deutschen. In der Sapir-Whorf-Hypothese steckt sicher ein Kern Wahrheit, wenn ich aber daraus auch nicht folgern will, dass alle deutschsprachig denkenden &#8220;Deutsche&#8221; in ihrer eigenen Gesinnung sind. Es ist aber einfach dieses Gebiet, diese Zone in Europa, nicht ein spezifisches, mit harter politischer Grenze abgestecktes Land, das „deutsch“ ist.</p>
<p>Aber kommen wir wieder auf die Frage zur&#252;ck, wie man Nationalstolz als solchen bewerten soll.<br />
Schopenhauer schreibt &#252;ber Nationalstolz (Aphorismen zur Lebensweisheit; Parerga und Paralipomena &#8211; Teil 1):<br />
»Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verr&#228;t in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein k&#246;nnte, indem er sonst nicht zu dem greifen w&#252;rde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende pers&#246;nliche Vorz&#252;ge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie best&#228;ndig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erb&#228;rmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein k&#246;nnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angeh&#246;rt, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en zu verteidigen.«</p>
<p>Ich kann <em>nicht</em> ehrlich stolz sein auf die gro&#223;en deutschen Wissenschaftler, Schriftstellern, Philosophen, Luther, exzellente Politiker und K&#252;nstler. Ich kann nicht auf die Leistungen anderer stolz sein, als w&#228;ren es meine. Ich kann deren Ideen und Begriffe in mir sp&#252;ren und sie verbreiten, mich f&#252;r sie einsetzen und sie unterst&#252;tzen. Das kann ich, denn ich identifiziere mich pers&#246;nlich mit vielen deren Ansichten, wei&#223; innerlich, dass sie richtig sind. Ebenso ist mein Verh&#228;ltnis zu vielen unserer Tugenden, aus irgendeinem Grund liegen sie mir im Gem&#252;te und habe herzliche Freude an ihnen.<br />
Ich besch&#228;ftige mich aber auch damit, was bedauernswerterweise ja die &#252;berwiegende Anzahl der B&#252;rger nicht tut. Ich habe eine pers&#246;nliche Beziehung zu den guten Ideen geschaffen und lasse sie durch mich leben und wirken, dadurch f&#252;hle ich mich als tief verwurzelte Pflanze, die ebenso neue Bl&#252;ten hervorbringt; dadurch erst entsteht meine &#252;berzeugte Nationalit&#228;t; als Deutscher. Und so kann ich auch aufrichtig sagen: Ich bin stolz, Deutscher zu sein.</p>
<p>Ist denn das nicht die einzige vern&#252;nftige, verst&#228;ndige, vermittelnde und hilfreiche Art, sich national zu f&#252;hlen? Wenn man es denn kann, wenn man die Ideen in sich findet, wenn man sich mit ihnen identifizieren kann.<br />
Wie steht ihr zu der Thematik?</p>
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		<title>Eine Ubuntu-Neuinstallation als Upgrade, richtig gemacht</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 00:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frumble</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte und Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Nicht-Geeks, die sich in den letzten Jahren f&#252;r Linux auf dem Desktop entschieden haben, und es ist toll, dass es sie gibt! Das zeigt, wie weit wir in Benutzerfreundlichkeit sind. Der Ubuntu-Installationsassistent trifft, etwa bei der Partitionierung, also der Aufteilung der Festplatte, sehr undifferenzierte, pauschale Entscheidungen, wenn man ihn auf den Mach-alles-f&#252;r-mich-Werten&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Nicht-Geeks, die sich in den letzten Jahren f&#252;r Linux auf dem Desktop entschieden haben, und es ist toll, dass es sie gibt! Das zeigt, wie weit wir in Benutzerfreundlichkeit sind.<br />
Der Ubuntu-Installationsassistent trifft, etwa bei der Partitionierung, also der Aufteilung der Festplatte, sehr undifferenzierte, pauschale Entscheidungen, wenn man ihn auf den Mach-alles-f&#252;r-mich-Werten bel&#228;sst, was die meisten Nutzer ja tun, weil sie sich nicht trauen, selbst &#252;ber das System zu bestimmen, sondern das System bestimmen lassen.</p>
<p>F&#252;r wen ist diese Anleitung? Ich wei&#223; es selber nicht so genau. Sie ist ein seltsamer Mischling zwischen pers&#246;nlichem Blog-Eintrag und einer Tipp-Sammlung. Sie richtet sich sicher nicht an Ubuntu-Einsteiger, sondern eher an die, die schon mehrmals ein Ubuntu installiert haben, die sich aber immer den Vorentscheidungen des Installationsassistenten gebeugt haben und nun mal von Grund auf alles richtig machen wollen. Ich will damit keine schrittweise Anleitung, sondern Anregungen und Ideen geben und auf M&#246;glichkeiten der Konfiguration aufmerksam machen. Der rote Faden ist ein ›Upgrade‹ auf das neue Ubuntu 9.04, das Ende April herauskam.</p>
<p><strong>Meine Haltung zu Upgrades</strong><br />
Upgrades sind Aktualisierungen von Systemen oder Programmen auf die n&#228;chste ›gro&#223;e‹ Version mit gr&#246;&#223;eren &#196;nderungen. Man kann Windows, Mac OS X und Linux-Distributionen auf die n&#228;chste gro&#223;e Ver&#246;ffentlichungsversion upgraden, ohne seine Systemeinstellungen, Programme und Dateien zu verlieren, theoretisch. Praktisch ist das unter Windows so, dass ein Upgrade ein meistens sowieso schon altes/benutztes/mit Software bespieltes und von Fehlern duchl&#246;chertes Windows-System noch mal zerkratzt, so dass man zwar in den meisten F&#228;llen ein benutzbares System erh&#228;lt, es aber einfach nicht rund l&#228;uft.<br />
In der Theorie ist das Upgrade eines Linux- oder sonst wie unixiiden Systems das sauberste, das man durchf&#252;hren kann, weil die Systembestandteile sehr klar deklariert sind, jede Datei versioniert, die Programme dabei eher evolution&#228;re als revolution&#228;re &#196;nderungen erfahren und au&#223;er dem Systemkern auch noch die allermeisten darauf laufenden Applikationen, da sie aus dem Paketserver-Pool der Linux-Distribution stammen, mitaktualisiert werden.<br />
Wann sollte man also dennoch eine Neuinstallation als Upgrade in Betracht ziehen? Vier m&#246;gliche Gr&#252;nde:</p>
<ul>
<li> Das System l&#228;uft irgendwie nicht mehr zuverl&#228;ssig, oder so, wie es sollte</li>
</ul>
<ul>
<li> Man hat das System ›verkonfiguriert‹</li>
</ul>
<ul>
<li> Man hat im Laufe der Zeit so viele zus&#228;tzliche Programmtitel zum Testen installiert, dass die Men&#252;s prallvoll sind und man hat keine Lust, von Hand auszumisten (wobei dann auch nur die Programme selber und nicht ihre mitgezogenen Abh&#228;ngigkeiten mitentfernt w&#252;rden)</li>
</ul>
<ul>
<li> Man m&#246;chte auf eine intelligentere Partitionierung umstellen</li>
</ul>
<p>Seht ihr eurer System in einem der Punkte beschrieben, dann rate ich euch wirklich: Macht eine Neuinstallation statt eines Upgrades. Das f&#252;hlt sich auch allein ideologisch schon besser an.</p>
<p><strong>Zur Konfiguration</strong><br />
Ein grundlegender Unterschied zum Microsoft-System: Mit Windows hat man immer Arbeit, ein Linux dagegen l&#228;uft in der Regel, nachdem man einmal eine hohe Konfigurationsh&#252;rde erreicht hat, sehr lange ziemlich gut.<br />
Ich selbst schiebe die Installation einer neuen Version immer einige Zeit vor mir her, weil es halt wirklich Arbeit ist. Dann nehme ich mir mehrere Tage einige Stunden das System vor, f&#252;r Ubuntu 9.04 habe ich gesch&#228;tzte 16h gebraucht, bis alles so lief, wie auf meiner vorigen Installation. Diese Zahl ist ungesch&#246;nt, aber ich will bemerken, dass ich ein Perfektionist bin, dann der Entwickler von <a href="http://www.frumble.de/blog/fertibunti/">Fertibunti</a> (was auch Zeit kostete), wirklich viel individuell haben m&#246;chte, und dass gerade mein Rechner (gem&#228;&#223; meinem Fachwissen, es darf ja nicht einfach funktionieren&#8230; Ich staune, wie toll sich die Computer meiner Freunde, die nicht so versiert sind, einer Ubuntu-Installation f&#252;gen&#8230;) mir gerne dazwischenfunkt.</p>
<p>Das, was wohl auf einem Windows-System am meisten Zeit verschlingt, ist die Installation von Software. Die <em>Installation</em>. Die Setups sind unglaublich lahm und umst&#228;ndlich. Die Einrichtung des Systems macht man bei Windows mehr oder weniger nebenher.</p>
<p>Durch die geniale Paketverwaltung von Linux-Distributionen nimmt dort die Nachinstallation zus&#228;tzlicher Programme den kleinsten Teil der Nacharbeit ein. Benutzt ihr <a href="http://www.frumble.de/blog/fertibunti/">mein Fertibunti</a>, das automatisch alles Notwendige und noch ein bisschen mehr nachinstalliert und einrichtet, kommt ihr zeitlich wirklich gut damit weg. Auf einem halbwegs aktuellen Rechner sollte das mit DSL 16.000 nicht &#252;ber eine Stunde dauern. Umgerechnet auf die Zeit, die diese Programmf&#252;lle durch den typischen Windows-Installationsweg vernichten w&#252;rde, w&#228;ren das sicher &#252;ber sechs Stunden Arbeit, und dabei macht Fertibunti alles automatisch.</p>
<p><strong>Wir sichern&#8230;</strong><br />
Bevor wir neuinstallieren, sollten wir nat&#252;rlich die wesentlichen Dinge unseres noch laufenden Systems sichern, ein paar, die mir wichtig erscheinen:</p>
<ul>
<li>/etc/fstab</li>
</ul>
<ul>
<li> /etc/X11/xorg.conf</li>
</ul>
<ul>
<li> /etc/apt/</li>
</ul>
<ul>
<li> /boot/grub/menu.lst</li>
</ul>
<p>&#220;berhaupt w&#228;re eine Komplettsicherung des Systems auf eine andere Festplatte/Partition ratsam. Ich empfehle daf&#252;r <a href="http://wiki.ubuntuusers.de/sbackup">sbackup</a>.</p>
<p>Hat man /home noch nicht auf einer separaten Partition (dazu sp&#228;ter mehr), so muss man nat&#252;rlich auch alle seine sichtbaren und versteckten Dateien in seinem ›Heim-Ordner‹ sichern. Dabei kann es vorkommen, dass einige Dateien sich nicht kopieren lassen, weil etwa die pers&#246;nlichen Rechte nicht dazu ausreichen. Es kann gesagt werden, dass die alle nichts Wichtiges sind, fast immer auch nur sehr klein. Einfach &#252;berspringen, das macht sp&#228;ter nichts aus.</p>
<p>Woran dann fast niemand mehr denkt, sind ›Sicherungen‹ von allgemeinen Systemzust&#228;nden. Ich rate, Bildschirmfotos zu machen:</p>
<ol>
<li> Vom Desktop mit offenem Nautilus-Fenster (so hat man die laufenden Panel-Applets und die Nautilus-Lesezeichen festgehalten)</li>
<li>Falls man ein alternatives Anmeldefenster installiert hat, den Anmeldefenstermanager &#246;ffnen und sich den Namen des Themas rausschreiben, damit man es sp&#228;ter wieder auf <a href="http://www.gnome-look.org/">Gnome-Look.org</a> findet</li>
<li>Eventuell schauen, wie man den Drucker konfiguriert hat</li>
<li>Von Synaptic (-Paketverwaltung) → Ursprung → Lokal/* (unter den Subkategorien von Lokal werden alle installierten Pakete gelistet, die nicht &#252;ber die System-Quellen von Apt installiert wurden)</li>
<li>Von GParded mit den Partitionen (Mountpunkte) (Wenn noch nicht installiert: Paket gparted installieren und dann &#252;ber System → Systemverwaltung → Partition Editor starten)</li>
</ol>
<p>Die Bildschirmfotos von GParded und eine Kopie der Datei /etc/fstab legt ihr nun auf einen USB-Stick, bereit f&#252;r die Installation.</p>
<p><strong>64-Bit?</strong><br />
Das ist eine Frage, die sehr oft in Linux-Foren gestellt wird: Soll ich die 32-Bit-, oder die 64-Bit-Version installieren?<br />
In den Foren melden sich dann oft die, die sagen, dass es sich nicht lohnt, weil man den Unterschied fast nicht sp&#252;rt, oder nur in pomp&#246;sen Datenbankanwendungen.</p>
<p>Ob man die 64-Bit-Version installieren sollte, wenn der Prozessor 64-Bit unterst&#252;tzt? Ich beantworte das mit einem klaren Ja, warum nicht!, mit einer Einschr&#228;nkung: Hat man unter 1 GB RAM, k&#246;nnte es besser sein, noch ein 32-Bit-System zu installieren.<br />
64-Bit bringt keine Nachteile mehr. Flash l&#228;uft gut, Java gibt es, Multimediacodecs machen seit Jahren keine Probleme mehr. Warum also sollte man auf ein bisschen Mehrleistung verzichten, wenn es die Hardware hergibt?<br />
Auch bei der Softwareauswahl muss man keine Abstriche machen, praktisch 1:1 hat man die gleiche F&#252;lle wie ein 32-Bit-Nutzer in den Quellen zur Verf&#252;gung.<br />
Linux war der erste Kernel f&#252;r die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/AMD64">AMD64-Plattform</a> (die auch heute Intel-Prozessoren implementieren, wenn sie 64-Bit-Code ausf&#252;hren) und damit zum ersten Mal in seiner Geschichte die Pr&#228;ferenz- und Standardplattform f&#252;r eine neue Rechnerarchitektur. Es l&#228;uft toll darauf.<br />
Anders als die 64-Bit-Versionen von Windows und Mac OS X kommt eine 64-Bit-Linux-Distribution ausschlie&#223;lich mit 64-Bit-Software daher und jedes Programm, das man &#252;ber die Paketverwaltung nachinstalliert, ist auch f&#252;r 64-Bit gebaut, abgesehen von einigen propriet&#228;ren Dingen wie Flash, Adobe Air oder Zattoo, die immer noch eine Kompatibilit&#228;tsschicht ben&#246;tigen, was aber auch wenig Probleme macht. Bis auf die codegeschlossenen Applikationen hat man dann tats&#228;chlich ein massiv 64-bittiges System, ist das nicht cool? Vergleicht das mit Windows, wo noch nicht mal Microsoft seine Produktpalette wenigstens zu einem nennenswerten Teil in 64-Bit anbietet, von den Drittanbietern ganz zu schweigen!</p>
<p><strong>/boot und /home als separate Partitionen</strong><br />
In einer Standardinstallation sind /boot und /home Unterverzeichnisse der „/“-Partition. Im Prinzip kann man jedes Verzeichnis einer Linux-Distribution aber auf eine separate Partition auslagern. Das bringt f&#252;r mich vor allem Systemsicherheit mit sich: Ich wei&#223; genau, dass der Kernel und die GRUB-Konfiguration auf dieser ersten kleinen Partition liegen, au&#223;erdem erlaubt es mir so, der &#252;bersichtlichen Konsequenz wegen, nur /boot als prim&#228;re Partition anzulegen und alle weiteren Partitionen als logische in einem erweiterten Container zu erstellen.<br />
/home als separate Partition sollte Pflicht sein: Ist das System besch&#228;digt und startet nicht mehr, kann man ›einfach‹ Linux noch einmal installieren und wieder die entsprechende Partition als /home einh&#228;ngen und man hat sofort seine individuelle Desktop-Konfiguration und sein Heimatverzeichnis. Theoretisch ist es auch m&#246;glich, f&#252;r mehrere Linux-Distributionen wie Ubuntu, Fedora und SUSE die gleiche Home-Partition anzugeben (was aber an der unterschiedlichen installierten Software dann in Men&#252;s nicht gut aussieht). Und sowieso, weil ich so oft neuinstalliere, w&#228;re es furchtbar umst&#228;ndlich, jedes mal /home zu sichern und sp&#228;ter zur&#252;ckzuspielen.</p>
<p><strong>Option 1: Eine frische Installation mit ganz neuer Partitionierung</strong><br />
Ich will hier nicht auf die einzelnen Schritte eingehen, weil ich einfach davon ausgehe, dass ihr ein ›Upgrade‹ machen wollt und schon mit fr&#252;heren Installationen Erfahrungen sammeln konntet. Nicht schaden kann es, wenn ihr euch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Partition_%28Festplatte%29">Wikipedia-Artikel zu Partitionen</a> durchlest, besonders die Sache mit prim&#228;ren, erweiterten und logischen Partitionen solltet ihr sp&#228;ter k&#246;nnen.</p>
<p>Zun&#228;chst ein ›Insider‹: Den Computer ausschalten und ein paar Minuten vor Beginn der Installation abk&#252;hlen lassen. Das ist wahrscheinlich vollkommen sinnlos, aber es gibt einem ein gutes Gef&#252;hl; wie »Jetzt ruhst Du dich noch einmal aus und dann geht es konzentriert los.«<br />
Auch das Zimmer mal gut durchl&#252;ften, damit man selbst genug Frischluft hat, um k&#252;hl denken zu k&#246;nnen. Vernachl&#228;ssigt das nicht, es ist ungeheuer wichtig, bei der Partitionierung keine Fehler zu machen.</p>
<p>Startet von der CD, w&#228;hlt ›Ubuntu ausprobieren (Rechner bleibt unver&#228;ndert)‹ aus dem Bootmen&#252; und wartet, bis die Oberfl&#228;che geladen ist.</p>
<p>Bei einer vollkommenen Neuinstallation (oder eben wenn man die Festplatte komplett neu einteilen m&#246;chte) mit dem Partitionseditor (unter System → Systemverwaltung) Platz f&#252;r /boot, /, /home und swap schaffen.<br />
Legt dann 4 neue Partitionen f&#252;r Ubuntu an (Dateisystem alle <a href="http://www.pro-linux.de/berichte/ext4/ext4.html">Ext4</a> bis auf Swap, da w&#228;hlt ihr ›Linux-Auslagerungsspeicher‹)</p>
<ul>
<li> /boot : 200 MB</li>
</ul>
<ul>
<li> / : 10-20 GB</li>
</ul>
<ul>
<li> swap : Mindestens so gro&#223; wie der verbaute Arbeitsspeicher, aber nicht mehr als doppelt so viel</li>
</ul>
<ul>
<li> /home : mindestens 10 GB</li>
</ul>
<p>Zu /home : Kommt darauf an, wie ihr vor habt, eure Nutzerdateien zu verwalten. Man kann entweder wirklich /home nutzen, um dort seine Bilder, Videos und die Musiksammlung unterzubringen, spricht nichts dagegen. Ich habe, um flexibler zu sein mit anderen Distributionen, auf /home nur das N&#246;tigste, also Konfigurationsdateien und meinen Podcasts-Ordner liegen und nutze die Partition mehr oder weniger als tempor&#228;res Abstelllager von Arbeitsdateien und speichere meine ›Eigenen Dateien‹ auf einer anderen Partition. Aber spricht wie gesagt nichts dagegen, /home f&#252;r alles zu nutzen.</p>
<p>Bleibt zu sagen, dass ihr die Partitionierung mit GParted durchf&#252;hren solltet, bevor ihr das Setup mit dem Icon auf dem Desktop startet.</p>
<p>Folgt dem Assistenten wie gewohnt, bis ihr gefragt werdet, wie ihr die »Festplatte vorbereiten« m&#246;chtet. Dort w&#228;hlt ihr »Partitionen manuell festlegen (fortgeschritten). Darauf seht ihr eure vorhin angelegte Partitionierung und k&#246;nnt den Partitionen Einh&#228;ngepunkte (auch ›Mountpoints‹) und Dateisysteme zuweisen (sollte nat&#252;rlich wieder alles Ext4 sein, bis auf die Swap).</p>
<p><strong>Option 2: Neuinstallation &#252;ber Vorg&#228;ngerversion von Ubuntu</strong><br />
Nach dem Starten von CD (analog zur vorherigen Option, mit ›Ubuntu ausprobieren (Rechner bleibt unver&#228;ndert)‹ ) den vorbereiteten USB-Stick mit den Bildschirmfotos und der fstab einstecken, dann den Installationsassistenten starten. Der USB-Stick sollte automatisch eingeh&#228;ngt und ge&#246;ffnet werden. Der Installationsassistent wird uns gleich anbieten, den USB-Stick wieder auszuh&#228;ngen, was wir aber dankend verneinen.</p>
<p><em>Fall 1</em>: Ihr habt im vorherigen Ubuntu noch keine separate /boot- und /home-Partition gehabt. Vor der Neuinstallation sichertet ihr also euer ganzes Benutzerverzeichnis unter /home inklusive aller versteckter Ordner auf DVD oder eine andere Partition oder Festplatte. Jetzt wollt ihr diese Partitionen anlegen, das geht am besten mit dem Partitionseditor (unter System → Systemverwaltung). Der sollte noch vor dem Installationsassistenten gestartet werden.<br />
Verschiebt, &#228;ndert Gr&#246;&#223;en und l&#246;scht nach euren W&#252;nschen vorhandene Partitionen, um, falls ihr das braucht und in der alten Installation gemerkt habt, dass ihr mehr Platz f&#252;r z.B. /home ben&#246;tigt, als zuvor die Partition hergegeben hat.</p>
<p><em>Fall 2</em>: Ihr habt schon eine /boot- und eine /home-Partition und seid damit zufrieden. Bestens.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/02-das-wichtigste.png"><img class="alignright size-medium wp-image-946" style="margin: 10px 5px;" title="Die wichtigsten Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugewiesen" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/02-das-wichtigste-300x168.png" alt="Die wichtigsten Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugewiesen" width="300" height="168" /></a>Im Installationsassistenten dann zun&#228;chst /boot, /, /home und swp (wieder) besetzen. Zum Formatieren davon nur die /boot- und /-Partition vormerken (bei Fall 2)! Dateisystem der Wahl f&#252;r /boot, / und /home (nur bei Fall 1 nat&#252;rlich auch /home formatieren) ist das neue schnelle Ext4.</p>
<p>Jetzt kommen unsere Bildschirmfotos von GParted vom Vorsystem ins Spiel. &#214;ffnet sie vom USB-Stick und richtet die Mountpunkte der anderen Partitionen getreu diesen Bildern ein. Dabei immer als Dateisystem das w&#228;hlen, was schon im Hauptfenster in der Spalte &#8220;Verwendung&#8221; steht. Der Mountpunkt muss mit der Tastatur eingegeben werden (etwa /media/sdb8) &#8211; eben so, wie er fr&#252;her schon war, gem&#228;&#223; dem Bildschirmfoto.<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/03-alle-partitionen-zugewiesen.png"><img class="size-medium wp-image-947 alignnone" style="margin: 10px;" title="Alle Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugeteilt" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/03-alle-partitionen-zugewiesen-300x168.png" alt="Alle Mountpunkte gem&#228;&#223; meiner alten Belegung wieder zugeteilt" width="300" height="168" /></a><br />
&#220;brigens: Hat man in der vorherigen Installation einigen Partitionen noch gar keine fixen Mountpunkte verpasst, bietet sich nun die Gelegenheit dazu. Hei&#223;t die Partition etwa /dev/sda10, so kann man sie als /media/sda10 einh&#228;ngen lassen. (Bitte nicht beachten, dass ich in nebenstehendem Bild in den Mountpunkten immer sdb statt sda, wie das /dev-Ger&#228;t hei&#223;t, eingebe. Das hat esoterisch-unerkl&#228;rliche technische Gr&#252;nde, irgendwie zusammenh&#228;ngend mit meinem BIOS. Einfach nicht beachten. Auch bitte im Bild nicht darum k&#252;mmern, dass zwei Partitionen im Fensterfoto des Partitionseditors vom alten Ubuntu als &#8220;unbekannt&#8221; markiert sind; ich hatte diese schon als Ext4 benutzt, aber die dort eingesetzte Version des grafischen Partitionsmanagers unterst&#252;tzte zu dem Zeitpunkt noch kein Ext4.)<br />
Versucht nicht, meine Partitionierung zu verstehen. Macht euch nur klar, wie ihr die alten Belegungen der Mountpunkte &#252;bernehmt. Dieser Dialog ist der fordernste und gef&#228;hrlichste am ganzen Betriebssystem.</p>
<p>Die Partitionierung, egal wie frustierend sich das Werkzeug geb&#228;rdet, unbedingt gewissenhaft und mit gr&#246;&#223;ter Konzentration durchf&#252;hren, dabei mehrmals die Angaben auf Mountpunkte und Formatierungen &#252;berpr&#252;fen, gegebenenfalls hier sogar eine kleine Pause einlegen, wieder an den PC gehen und noch einmal alles &#252;berpr&#252;fen und &#252;berdenken; vielleicht will man ja etwas doch anders machen. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich, eine intelligente und ma&#223;geschneiderte Festplattenaufteilung zu haben.</p>
<p>Sodann das erledigt ist, werdet ihr nach euren Anmelde- und Benutzerdaten gefragt. F&#252;hrt ihr ein &#8220;Upgrade&#8221; durch, dann m&#252;sst ihr nat&#252;rlich euren Benutzer wieder so nennen, wie er schon zuvor hie&#223;. Hattet ihr mehrere Konten, dann erstellt jetzt einfach eines der Konten, sp&#228;ter im installierten System lassen sich dann noch weitere Benutzer hinzuf&#252;gen (es geht dabei nur um die Registrierung beim System an sich, eure Benutzerdaten sind ja auf der separaten Home-Partition (Fall 2) oder spielt ihr sp&#228;ter von der Sicherung zur&#252;ck (Fall 1)).<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/04-installationszusammenfassung.png"><img class="alignright size-medium wp-image-948" style="margin: 10px;" title="Die &#220;bersichtsseite des Ubuntu-Installationsassistenten kurz vor dem Startschuss" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/04-installationszusammenfassung-300x239.png" alt="Die &#220;bersichtsseite des Ubuntu-Installationsassistenten kurz vor dem Startschuss" width="168" height="134" /></a><br />
Nachdem euch der Assistent noch gefragt hat, ob ihr von einem installierten Windows-System Benutzerdaten importieren wollt (tut&#8217;s nicht!), seht ihr auf einer &#220;bersichtsseite noch einmal alle auszuf&#252;hrenden Aktionen und Einstellungen. Vergewissert euch dort erneut von der Richtigkeit der Formatierungsaufgaben. Dann sollte die CD werkeln und Ubuntu 9.04 auf eure Festplatte schaufeln.</p>
<p><strong>Erste Aufgaben nach dem „Upgrade“</strong><br />
<em>Fall 1</em>: Ihr habt eine Standardinstallation vor euch, nichts ist eingerichtet.<br />
Spielt von eurem Backup, seien es DVDs oder eine Backup-Partition, wieder eure ganzen versteckten und nicht versteckten Dateien eures alten /home/$BENUTZERNAME$ zur&#252;ck, wenn ihr gefragt werdet, wie ihr mit schon vorhandenen Dateien verfahren wollt, sagt, er soll sie &#252;berschreiben.<br />
Am Kritischten dabei sind die Benutzerrechte, dass die stimmen. Bekommt ihr Probleme dabei, fragt mich hier in den Kommentaren oder im Ubuntuusers.de-Forum.</p>
<p><em>Fall 2</em>: Da ihr euer /home behalten habt, sollte euer gewohnter Desktop wieder vor euch erscheinen:<br />
<a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/05-die-grundausstattung.png"><img class="size-medium wp-image-949 alignnone" style="margin: 10px;" title="Die Grundausstattung - man beachte die fehlenden Programme hinter den Verkn&#252;pfungen" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/05-die-grundausstattung-300x168.png" alt="Die Grundausstattung - man beachte die fehlenden Programme hinter den Verkn&#252;pfungen" width="300" height="168" /></a></p>
<p><em>Fall 1+2 anschlie&#223;end</em>:<br />
Ihr seht, dass die Panels sehr leer aussehen, oben links sind Platzhalter f&#252;r einige Starter und oben rechts ist die Begrenzung der Benachrichtigungsfeld-Symbole viel zu weit links. Das kommt schlicht daher, dass noch nicht alle Programme installiert sind, die ihr/ich in eurer vorherigen Installation hattet, die liefen, und von denen ihr Starter angelegt habt.<br />
Jetzt geht es also an das Installieren dieser zus&#228;tzlichen Pakete.<br />
Daf&#252;r, und um &#252;berhaupt mal eine ansehnliche Auswahl von – aus meiner Sicht – unentbehrlichen Anwendungen zu bekommen, lege ich euch <a href="http://www.frumble.de/blog/fertibunti/">mein Fertibunti-Script</a> ans Herz. Es erweitert selbst&#228;ndig die Paketquellen um z.B. Medibuntu, Wine und VirtualBox und installiert alle n&#246;tigen Mediacodecs, „echte“ Multimediasoftware, Internetprogramme wie Skype, Filezilla, Firefox 3.5 und Midori und eben viele Systemerweiterungen und -Programme wie VirtualBox, Compiz Fusion-Plugins, volle PulseAudio-Kontrollapplets, Envy, Gnome Do und so weiter. In meinem Freundeskreis ist das sehr beliebt und es funktioniert auch wirklich.<br />
Au&#223;erdem konfiguriert Fertibunti ganz zart den Desktop, stellt auf das chice Gnome-Thema „<a href="http://news.softpedia.com/news/Ubuntu-9-04-039-s-New-Themes-106961.shtml">Neue Welle</a>“ um und installiert einen h&#252;bscheren Anmeldebildschirm.<br />
Man k&#246;nnte es als die eierlegende Wollmilchsau f&#252;r die Neuinstallation eines Ubuntu-Systems bezeichnen.</p>
<p><a href="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/06-der-fertige-desktop.png"><img class="size-medium wp-image-973 alignnone" style="margin-top: 6px; margin-bottom: 6px;" title="Der fertige Desktop - so k&#246;nnte es aussehen *h&#246;h&#246;*" src="http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/06-der-fertige-desktop-300x168.png" alt="Der fertige Desktop - so k&#246;nnte es aussehen *h&#246;h&#246;*" width="300" height="168" /></a></p>
<p><strong>Einrichtungstipps</strong><br />
Nach Fertibunti geht es dann an die Einrichtung der Hardware (DAS ist es, was bei mir immer so viel Zeit kostet). Normal sollte alles Wichtige schon laufen, Drucker lassen sich grafisch einrichten etc.. Wenn ihr eine ATI- oder Nvidia-Grafikkarte habt, empfehle ich, zur Installation des Treibers EnvyNG zu nutzen (Anwendungen → Systemwerkzeuge → EnvyNG) , und nicht den von Ubuntu selbst vorgeschlagenen Treiber (weil EnvyNG einen neueren kennt).<br />
Weiter geht es mit den Applikationen, die nicht in den Quellen sind, und von deren Liste ihr euch vor der Neuinstallation in Synaptic ein Foto gemacht habt (das war das unter Ursprung → Lokal/*).</p>
<p>Wollt ihr den Bootmanager anpassen, eignet sich der (von Fertibunti installierte) StartUp-Manager (System → Systemverwaltung → StartUp-Manager). Damit lassen sich unz&#228;hlige Einstellungen komfortabel &#228;ndern, z.B. das als Standard zu startende Betriebssystem, die Wartezeit und die Bildschirmaufl&#246;sung des Bootbildes. Ganz nett finde ich auch, &#252;ber das Deaktivieren des H&#228;kchens bei ›Zeige Bootmen&#252;‹ &#252;berhaupt erst mal kein Bootmen&#252; anzuzeigen, sondern es erst durch Dr&#252;cken von Esc einzublenden, was den Systemstartprozess konsistenter erscheinen l&#228;sst.</p>
<p>Um nicht unn&#246;tig auf / Platz zu verschwenden, ist es klug, in Synaptic unter Einstellungen → Dateien → Tempor&#228;re Dateien → ›Heruntergeladene Paketquelldateien nach der Installation l&#246;schen‹ zu aktivieren (und einmal den Knopf ›Alle Paketdateien im Zwischenspeicher l&#246;schen‹ zu bet&#228;tigen).</p>
<p>Wer sich noch nicht intensiver damit besch&#228;ftigt hat, sollte auch unbedingt einmal die Auswahl an Panel-Applets durchw&#252;hlen. Einfach einen Rechtsklick auf eines der Panels und ›Zum Panel hinzuf&#252;gen &#8230;‹ w&#228;hlen. Was ich absolut empfehlen kann:</p>
<ul>
<li> Tomboy – Eine intelligente Notizenverwaltung, die f&#252;r mich eines der Highlights von Gnome darstellt – ist mir absolut unbegreiflich, warum Canonical das nicht in der Standardinstallation gleich im Panel aktiviert</li>
</ul>
<ul>
<li> Systemmonitor – Eine Live-Systemlastenanzeige &#252;ber CPU und bei Interesse auch Speicher, Netzwerk, Swap, Last und Festplattenaktivit&#228;t. Wie kann man ohne eine Lastenanzeige arbeiten?!</li>
</ul>
<ul>
<li> &#220;berwachen der Prozessortaktstufen – manuelle Regelung der Prozessortaktstufen. Das kann f&#252;r Notebook-Besitzer zum Stromsparen interessant sein, und ist es umgekehrt, wenn der Kernel bei HD-Videos einfach nicht richtig hochtakten will, wie er es sollte (<a href="http://forum.ubuntuusers.de/topic/warum-taktet-mein-athlon64-x2-bei-videos-so-s/">hier</a> ein Foreneintrag zu dem Problem)</li>
</ul>
<ul>
<li> Netzkerk&#252;berwachung – Ein Applet, das haupts&#228;chlich blinkt, wenn Daten &#252;bertragen werden, oder das ein durchgestrichenes Symbol zeigt, wenn man keine Verbindung hat (ich nutze an meinem Desktop-PC das, weil ich auf den gro&#223;en Netzwerkmanager verzichte)</li>
</ul>
<ul>
<li> <a href="http://www.getdeb.net/app/media-applet">Medien-Applet</a> – Superpraktisches Pulldown-Men&#252; mit einer Liste aller verf&#252;gbaren Partitionen, und mit Aush&#228;ngeknopf</li>
</ul>
<ul>
<li> Deskbar – Universalsuche mit individuell zuschaltbaren Plugins. Sucht nach Anwendungen, Kontakten, Dateien (&#252;ber Tracker), kann auf Twitter und identi.ca ver&#246;ffentlichen, kann im Web suchen und so weiter. Kann man sich vorstellen wie der Spotlight-Knopf in Mac OS X. Eine ideale Erg&#228;nzung zu Gnome Do (manches geht mit Gnome Do schneller, manches mit der Deskbar)</li>
</ul>
<ul>
<li> Fisch – Klickt man darauf, &#246;ffnet sich ein „Gl&#252;ckskeks“ mit Sinnspr&#252;chen, Witzen oder Wissenswertem, dank Fertibunti sogar auf Deutsch. Man sollte aber unbedingt in den Einstellungen die Pause nach jedem Einzelbild der Schwimmanimation auf 10 Sekunden hochsetzen, denn sein Gezappel h&#228;lt sonst keiner aus</li>
</ul>
<ul>
<li> Temperaturindikator – ist in der Uhr schon integriert. Klickt auf die Uhrzeit und expandiert unten ›Orte‹. &#220;ber ›Bearbeiten‹ l&#228;sst sich dann der Wohnort (oder eine Stadt nahe des Wohnorts) bestimmen</li>
</ul>
<ul>
<li> Zeiterfassung – Eine Art Stoppuhr mit genauer Protokollierung der Art der Arbeit. Ist leider sehr manuell und bringt nur etwas, wenn man sich auch streng an sein eingegebenes Thema h&#228;lt, ohne abzuschweifen. Dann bietet es aber eine grafisch nette Analyse der T&#228;tigkeiten und Zeiten.</li>
</ul>
<p>Ich hoffe nun, euch einige interessante Anregungen f&#252;r zuk&#252;nftige Installationen gegeben zu haben. Eine Neuinstallation lohnt sich wirklich bei vielen Nutzern statt eines Upgrades, vor allem, da die Systeme oft schon einige holprige Upgrades hinter sich haben. Wenn es Probleme gibt, dann&#8230; &#228;hm, nun ja, das ist so eine Sache. <img src='http://www.frumble.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Fragt besser nicht mich, sondern im <a href="http://forum.ubuntuusers.de/">Ubuntuusers.de-Forum</a>, da bekommt ihr schnell kompetente, nette Hilfe.</p>
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