Allgemein

Können wir uns treffen, auch wenn ich ein seltsamer Junge bin?

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Ich weiß beim besten Willen nicht, was ich mit “normalen” Jungen, die keine Computer-Geeks sind, reden soll. Mit Mädchen/Maiden wüsste ich es. Da kann ich über ziemlich alles sprechen. Jungen wollen mit dir nicht über die wirklich wichtigen, emotionalen Dinge im Leben sprechen. Sie sprechen immer in einer technischen Form, und wenn du sie einmal da raus führst, werden sie gleich sehr unsicher und ihnen wird das Gespräch unbehaglich. Meine Erfahrung ist, dass mir Gespräche mit tollen Mädchen viel mehr nützen als mit Jungen, und dass ich mich dabei viel angenehmer fühle.

Mir geht’s nicht gut. Mir ging es die letzten vier Schuljahre nicht gut, sogar richtig schlecht.
Meine soziale Kompetenz ist nicht stark, ich habe es über die Kursstufe immerhin geschafft, keine groben Verhaltensprobleme mehr in Gruppen zu zeigen, irritiere aber immer noch mit ungewöhnlichen Formen von Unangepasstheit. Ich besitze in helleren Momenten eine heitere, spielerische Natur, aber zusammen immer noch mit einer bissigen Selbst-Hartnäckigkeit, einer Spielart des Perfektionismus, die für Beobachter sehr schwer einzuordnen ist. Ich bin in hellen Momenten skurril, bestenfalls amüsant. Aber nicht so amüsant, dass ich cool wäre und mensch direkt Kontakt mit mir außerhalb der Lehrveranstaltung wollte. Und das sind die hellen Momente.
Niemand kommt auf mich zu und fragt, wollen wir Freunde sein. Derartiges hab ich die letzten 10 Jahre nicht erlebt. Es war immer ich, der deutliches Kontaktinteresse verbalisieren musste.

Ich würde so gern einmal mit jemandem sprechen, der mich einfach mag, mich umarmt und Freund mit mir ist. Mit dem ich einfach ich selbst sein kann, mit dem ich mein Selbst durch seines entdecken kann, ohne eine Rolle erfüllen zu müssen. Ich schaffe es nicht, solche Beziehungen aufzubauen, nicht im RL. Ich weiß gar nicht, wie das geht. Wie mensch zueinander findet und Freude an sich haben kann. In mir fühle ich, dass es möglich sein muss. Aber ich war immer nur allein. Mein Beitrag “Ich wünsche mir einen Freund” von letzten Februar trifft das noch immer auf den Kopf. Ich bin sehr einsam und es zermürbt mich.

Zu den Mädchen: Mir geht es nicht gut und das nimmt mensch wahr, zumindest unbewusst. Darauf angesprochen haben mich in den letzten Jahren nur sehr wenige, meist durch mein desorientiertes Verhalten nachdenklich gemacht, und ich bin ausgewichen.

Wenn du seltsam drauf bist und sie dann fragst, wollen sie nichts mit dir machen. “Ich find Dich cool”, “Ich find Dich inspirierend”, “Es macht Spaß mit Dir”, “Ich fühl mich gut mit Dir” – das führt alles zu nichts. Nie Zeit, wochenlang, monatelang; viel zu tun; nein, ich mag nicht mit Dir.
Ich fand das schlimm. Es hat mich wirklich verletzt. Ich hab mir immer Mühe gegeben.

Es ist eigentlich sehr simpel: Wenn du Mädchen fragst, ob sie was mit dir machen wollen und nicht selbstbewusst rüberkommst, wird die Antwort in den meisten Fällen nein sein. Deine Intention ist dabei egal; ob du einfach nur Freunde suchst, ob du sie inspirierend findest, ob sie dir helfen, mit dir besser klar zu kommen. Ich habe auch wenig Erfahrung mit Jungen, aber ich weiß, dass sie da gnädiger sind, wohl auch, weil sie die Situation selber kennen.
Wenn du irgendwie komisch bist und ein Mädchen dann fragst, dann bittest du sie um ein Date. Eine Strategie, die Falle zu vermeiden, wäre sofort klar zu stellen, dass es aber kein Date sein soll. Absolut kein Interesse, keine Sorge. – Aber ich will das nicht ausschließen, hey, weil ich hetero bin. Ich habe wahrscheinlich sowieso keine Chancen, aber ich will es nicht ausschließen, verdammt!

Tut mir leid, ich bin nicht schwul, können wir trotzdem Freunde sein? NEIN!
Ich leide darunter. Ich weiß auch nicht richtig, was ich will – eigentlich beides (ich glaube, das spüren sie), aber dafür sollte ich mich nicht schlecht fühlen, das ist normal, das will doch jeder. Mir macht es ein schlechtes Gewissen. Ich kann damit nicht umgehen und niemand gibt mir die Chance, damit umgehen zu lernen.

Mir fehlt das soziale Sprungbrett, eine Plattform, auf der man sich schon außerhalb von jedem Unterricht kennenlernen und abschätzen kann. Ich hab nichts. Ich bin dieser Computer-Mensch mit seinem Linux und ungeheurer unbrauchbarem IT-Kulturwissen, daheim.

Jetzt auf der Uni scheint es so weiter zu gehen. Der quantitative Neukontakt ist erheblich mehr geworden, aber die qualitative Nähe noch geringer. Mich macht das sehr traurig. Ich will nicht so allein sein.

Großartigkeit

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Man stilisiert sich den Wechsel aus, glaubt, irgendetwas und alles wird sich komplett und radikal ändern. Und dann startet man sein Linux und landet auf seinem Desktop von vorhin, ohne Murren, ohne Peng-Peng, einzig muss zuvor unter Umständen der alte Grafiktreiber deinstalliert werden.
Dann klickt man ein bisschen rum und nach einigen Sekunden hat man vergessen, dass man nun auf einem System mit einer Hochpotenz der Leistung des alten Systems arbeitet, alles ist wie gehabt, nur ein klein wenig flutschiger.

Ohne dass es dir besonders bewusst wäre, erhöhst du mit der Zeit deine Standards, nimmst nun doch einen verlustfreien Codec für dies und jenes und encodierst deine Videos bald ganz selbstverständlich in Studioqualität. Der Übergang durch die neue Grenzbestimmung ist fließend und mit dem Luxus an höhere Standards, die heute, ja heute noch, deinen Premium-Anspruch par excellence befriedigen, wird dein Rechner schrittweise auf das Durchsatzniveau bei Standardaufgaben deines Altrechners angeglichen. Und es wird sich immer wiederholen, das ist das Schöne an PCs, und zugleich das Tragische. Dazwischen ist eine Phase, in der du das Gefühl hast, dass irgendwas an deinem System fehlt und du weiß Gott nichts mit seiner Leistung anzufangen weißt. Aber die Zeit, die ändert das, die Zeit ist der wahre Fortschrittsmotor dieser Branche, des Einsiedler-Biotops der Geeks.

Konkret geplant war der Rechner seit Sommer 2010, das nötige Kapital wurde mir Mitte Januar 2011 bewilligt. :) Die Recherche nach den besten Komponenten dauerte wie gewöhnlich bei meinen größeren Anschaffungen mehrere Wochen.
Meine Maxime diesmal: Das Beste. Keine Kompro-misse mehr. Du bereust sie *immer*.
Und alles perfekt aufeinander abgestimmt.

Zusammenbau alte HW: Juni 2007
CPU: AMD Athlon64 X2 5200+ EE (2,6 GHz)
RAM: letztlich 4 GB DDR2-800 A-Data/V-Data
MB: Abit NF-M2-Nview
GC: GeForce 7600 GS/später 8600 GS
PS: be quiet! Straight Power 450W
F: Arctic Cooling Freezer 64 Pro + Arctic Cooling Arctic Fan 8 PWM + Noiseblocker BlackSilent 80 mm
WLP: Coollaboratory Liquid Metal Pad
HDDs: 3 HDDs, letztlich 5 TB
optische LWs: LG DVD-Brenner + LG Blu-Ray/HD DVD-Leselaufwerk
Gehäuse: noname Mac Pro-Nachbildung, relativ wertig, schwarz

Zusammenbau neue HW: Januar 2011
CPU: AMD Phenom II 1100T (3,2 GHz – OC @ 3,85 GHz stabil mit AMD C&Q) (bis dato AMDs schnellster Desktop-Prozessor, und das macht mich sehr glücklich)
RAM: 4 GB DDR3-2000 (OCZ3P2000C8LV4GK) (OC @1920 MHz stabil)
MB: ASUS M4A89GTD PRO/USB3
GC: SAPPHIRE AMD Radeon HD 6850
PS: ENERMAX Modu87+ 500W
F: Noctua NH-D14 + Noctua NF-S12B
WLP: Coollaboratory Liquid Metal Pad
HDDs: erhalten + ein silentmaxx HD-silencer-Festplattendämmer (das Lauteste in jeder Hinsicht an dem Rechner sind die mechanischen Laufwerke)
optische LWs: erhalten
Soundkarte: ASUS Xonar DX PCIe (native Linux-Treiber!)
Gehäuse: Xigmatek Midgard

Monitor: Dell/Samsung 23″ Full HD seit Anfang 2009
Soundsystem: Edifier S530D 2.1 Rev. 2 seit August 2010
geplante Anschaffung: System-SSD mit 400 MB/s+

Bei einigen der Bilder wäre mir vor wenigen Monaten noch der Sabber gekommen. Wie euch in diesem Moment. Hrrr.

Damit: Allen verspätet einen schönen Start in 2011 und wieder auf diesem Blog!
Seid nicht zu sehr angeberisch und materialistisch! ;D

Erklärung kultureller Revolutionäre

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Dies ist ein offenes Experiment.
Ein in Worte fassen von dem, was bereits in der Luft liegt.
Je häufiger diese Erklärung gelesen, gedacht oder ausgesprochen wird, umso mehr wird ihre Energie sich in unserer Welt und Gesellschaft manifestieren.
Wenn du das Gefühl hast, was du hier liest, in dir wiederzufinden, mach es zu deinem Statement.
Finde Wege, die Erklärung zu lesen, sie zu teilen und in Aktion umzuwandeln.

Kulturelle Revolutionäre in 2009…

  • leben, handeln und arbeiten mit und nicht gegen die Natur
  • wissen, dass Leben zu komplex ist, um es zu intellektuell zu verstehen
  • schaffen und unterstützen lokale, autonome Ökonomien
  • wertschätzen und bewahren Vielfalt aller Art
  • wertschätzen und praktizieren gegenseitige Abhängigkeit, da sie wissen, dass nichts getrennt existiert
  • betrachten sich als gleichwertig zu allen Lebensformen
  • beschützen und unterstützen Leben
  • lieben und unterstützen Kinder bedingungslos
  • arbeiten an sich selbst, hin zu grösserer Bewusstheit
  • kennen ökologische Prinzipien und integrieren sie in ihr Leben
  • sehen Musik und Tanz als integrale Bestandteile ihres Ausdrucks und ihrer Kommunikation
  • leben auf einer lebendigen Erde und betrachten sie als heilig
  • wissen wie sie ihre Nahrung anbauen
  • wissen ihre sinnliche Bewusstheit zu schätzen
  • feiern das Leben
  • kooperieren
  • verlagern ihr Denken von ‘Entweder oder’ zu ‘Sowohl als auch’
  • teilen ihr Wissen
  • verstehen und integrieren Prozess, als eine Art und Weise zu sein
  • sind nicht mit ihrem Körper, ihren Gedanken oder Emotionen identifiziert
  • sehen den Verstand als Werkzeug
  • erkennen, dass es kein richtig oder falsch gibt
  • sind nicht mit einem sozialen Etikett, ihrer Vergangenheit oder Zukunft identifiziert
  • sind sich bewusst, dass die Essenz dessen was sie sind, das Leben selbst ist
  • übernehmen Verantwortung für ihre Emotionen
  • sind sich ihrer Beziehungen zu ihrer lebendigen und scheinbar nicht-lebendigen Umgebung bewusst und wertschätzen diese
  • wertschätzen und integrieren die Weisheit von Frauen
  • wertschätzen und integrieren die Weisheit von indigenen Kulturen
  • wertschätzen das Wissen von Generalisten
  • sind sich über Wandel und Veränderung als eines der Kernprinzipien der Evolution bewusst
  • arbeiten in Richtung Diversifikation und Dezentralisierung
  • nehmen an dem Ort an dem sie leben Anteil, und bauen Beziehungen zu ihm auf
  • werden von abhängigen Konsumenten zu verantwortungsvollen Produzenten
  • suchen nach Wegen, um ihre Interessen und Talente entfalten zu können
  • haben den Mut, sich Gesetzen, die Selbstregierung, Selbstversorgung und Selbstbestimmung illegal machen, zu widersetzen und ihnen nicht zu folgen
  • sind über das derzeitige Geldsystem informiert und identifizieren es als kontemporäre Form der Versklavung
  • identifizieren und boykottieren biologische, kulturelle, soziale und philosophische Monokulturen
  • boykottieren Monopole jeglicher Art
  • stellen jeden in Frage, der eine einzelne Lösung vorschlägt
  • wertschätzen Umwelt- und menschliche Ethik mehr als Profit-Maximierung
  • boykottieren Konzerne und Banken, die auf Profit-Maximierung hinarbeiten
  • fordern Land und Wälder als Gemeingut zurück
  • fordern Wasser als Gemeingut zurück
  • fordern biologische Vielfalt und Wissen als Gemeingut zurück
  • sind sich bewusst, dass sie zu jeder Zeit am Prozess der Ko-Kreation teilnehmen
  • erlauben dem Leben, sich durch sie zu entfalten



Berlin, 03/2009

culturalrevolutionaries.org
Creative Commons License

Habt Mut. Die Bewegung wird immer größer. Die Gedanken greifen um sich, berühren stetig mehr festgefahrene Strukturen, und es brizzelt in der Luft.

Das Jahr und ich

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Ein ziemlich unkontrollierter Monolog über das Jahr und was mich gerade beschäftigte. Ich spreche sonst nicht viel, darum ist das formulierungstechnisch nicht ganz so top und das bitte ich euch, mir zu verzeihen. ;)

Warum man sich das ansehen sollte kann ich auch nicht sagen, ihr habt ja aber immer einen Grund. ;)

Gesamtlänge: 24 min (Die Videos sind mittlerweile nicht mehr öffentlich zugänglich)


(weiterlesen …)

Wenn das Alte nicht mehr soll, muss was Neues sich entwickeln

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Wer mir auf Twitter oder über status.net folgt, bekam seit einem Jahr enorm viel von mir mit, aber hier auf meinem Blog wurde es immer stiller.

Nun bin über was hinweg gekommen, glaub ich.
Ich will wieder schreiben.

Ich will wieder schreiben, es tut mir gut. Die Person, die mich so lange blockierte, soll keine indirekte Macht mehr über mich haben.
Sie hatte zu nicht geringem Teil indirekt über zwei Jahre das Programm meines Blogs bestimmt – jetzt hab ich das überwunden und bin wieder geistig frei.

Ich habe mit diesem Blog durch brutale Selbstdisziplin immer wieder meine Grenze überschritten und die Latte höher gelegt, aber zu welchem Preis? Für die kläglichen zehn dieses Jahr veröffentlichten Beiträge habe ich viel zu viele Stunden gebraucht, meistens über Tage hingeggezogen. Das kann man auch anders machen. Davon abgesehen, dass diese letzten Beiträge sehr komplexe Introspektionen erforderten und waren (horrendes Beispiel), und mehr wissenschaftliche Auseinandersetzungen als Blogbeiträge, glaube ich, lässt sich das Sprachniveau auch mit weniger Bemühen erreichen, setzt man sich nur häufiger mit Schrift auseinander.
Das möchte ich probieren: Mehr schreiben, und daran evolutionär wachsen, nicht mehr in revolutionären Sprüngen, wie ich es bisher unter großen Gehirnverrenkungen tat. Das ist der bessere Weg und auch der Weg, durch den man eher total lernt, als beim revolutionären, bei dem man sich meist auf seinen einen Text und dessen steife Bedingungen verengt. Durch den evolutionären Weg kristallisiert man mit der Zeit situationslosen Charakter (und kein “System” wie beim revolutionären) aus seinen Anlagen, er ist viel mehr natürlich, er ist der Lernweg des Lebens.

Ich bin mit meinem Blog an einem Punkt, an dem es nicht mehr weiter geht. Ich will das so nicht mehr.
Recht häufig bekomme ich kleine Ideen für Blogbeiträge, die ich aus Mangel an “Tiefe” und “Relevanz” nicht weiter verfolge. So habe ich viele Dinge, die mir auf dem Herzen lagen, verdrängt. Ich habe mich auf diesem Blog in einen wahnsinnigen Selbstanspruch getrieben, der letzten Endes nur der verzweifelte und verstörte Wunsch war, jemandem zu gefallen und etwas umzuschreiben.
Jetzt habe nicht mehr die Absicht, damit vor wem Bestimmtes zu imponieren oder mich zu beweisen, was es einfacher macht, über Kleinigkeiten, Banalitäten, kompaktere Gedanken und Erlebnisse zu berichten, ganz nach Lust. Ich habe vor, den Blog neu zu erfinden.

~Hiermit lege ich den zwanghaften Brutal-Perfektionismus ab und sage mich von ihm los~

Ich mache mir zur Zeit, auch gerade wegen Twitter, viele Gedanken darüber, wie und warum ich so viel Privates und Intimes von mir ins Netz stelle.
Ich habe wenig Freunde, im realen Leben verdammt wenige. Microblogging ist eine Strategie von mir, “unter Menschen zu kommen”, und auch völlig neue Charakterbilder kennen zu lernen, denen ich im normalen Leben niemals begegnet wäre.

Auf Twitter, fällt mir immer stärker auf, möchte ich mich als tolle Person darstellen und möglichst viele “Freunde”, Sympathisanten, um mich scharen (was sie mir geben und was ich ihnen zurückgebe ist noch mal eine ganz andere Geschichte, die mir auch zuweilen schlechtes Gewissen bereitet).
Ich fühle mich alleine, möchte nette Antworten, möchte doch im Grunde nur mit *Freunden zusammen sein* – das ist es. Ich gebe in naher Verzweiflung so viel von mir preis, damit sie mir näher sein können, und damit mir jede ihrer Reaktionen näher vorkommt.
Das ist so traurig, ich will da was an meinem Leben ändern.
Ich schreibe auch allgemein zu viel auf Twitter. Nur wirklich verdammt Guten mit so viel Tweets wie ich über den Tag folge ich selber, meinen Account wollte ich mit diesem ganzen gelangweiltem Geplänkel eigentlich keinem Fremden zumuten. Ich will schauen, wie ich das verbessern kann.

Was kommen wird, ist auch ein neues Blog-Design, dazu hatte ich noch nicht die Zeit und werde sie mir noch eine ganze Weile lassen, denn so was will gut gewählt sein. Das jetzige dumdum-Thema hielt hier mit der Umbenennung von WinLux-Blog auf Frumble201 im Juli 2008 Einzug und jetzt ist es Zeit für etwas Neues.

An meinem Schreibstil muss ich weiter arbeiten. Wenn ich z. B. @verdachtsmoments Twitter-Account und Blog lese, und sie ist erst 16, wird mir ganz anders. Der muss nicht nur besser werden, der muss auch natürlicher und schneller werden. Den Handlungsbedarf seh ich da so herb, weil Schreibenkönnen noch eines meiner kleinen raren Stolzreliquien ist.

Ich will jetzt also versuchen, nachdem ich es jetzt kann, keine so große Selbstdarstellung mehr zu betreiben, sondern meine Texte ohne unterschwellige Angeberei (die ich aus Unsicherheit nötig hatte, im Grunde rede ich mir selbst dabei etwas ein) für sich sprechen zu lassen.

Die kommenden Beiträge auf diesem Blog werden erst mal noch Verarbeitungen von Themen sein, die mich schon lange Zeit belasten und die ich endlich rauslassen möchte. Danach wird es hier dann Formatänderungen geben.

Langsam erkenne ich, was mir wirklich wichtig ist, wo meine Stärken liegen, und was meine Herzenswünsche sind. Ich möchte in stärkerem Bewusstsein leben, glücklich werden, ich möchte darauf zuarbeiten.

Ich will mich neu erfinden,
Ich will mein Leben verändern und fange mit meinem Online-Leben an, weil das einfacher ist.

Ich möchte mehr gute private Blogs ohne Tech-Zeug lesen und dafür Tech-Zeug aus meinem Feedreader rausschmeißen. Überhaupt, mein Feedreader ist eine Katastrophe: So ungelesen, dass ich ihn schon kaum mehr öffne.
Ich will mehr Bücher lesen.
Ich will vom Autor wieder zum Blogger werden.

Ich möchte vieles ändern.
Parallel zu dem hier Genannten will ich versuchen, das auch außerhalb des Internets und meines Zimmers zu tun.

Das ist ein Neustart und ich begrüße euch bei meinem Versuch eines erfüllteren Lebens.

Schnitt

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Ein Produktionseinblick für euch – Entstehung von “Schule.”

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Es kam der Wunsch auf, mal Einblick zu gewähren, wie ich diese Texte schreibe. Die Schultexte waren seit Dezember 2008 die aufwändigste und die mir nahegehendste Ausarbeitung, und so liegt es doch nahe, es an ihr jetzt mal zu betrachten.
Ja, und ich nutz das auch gleich, um mich hier ein bisschen selbst zu loben, bevor ich den ganzen Aufwand, der das war, wieder vergesse. ;)

Die Texte waren von der ersten Idee an, wahrscheinlich Mai, als Großprojekt geplant. Ich wollte mir alle Systemwut, allen Schmerz, allen Kummer von der Seele schreiben, wollte es endlich für mich mal exakt in Worte giesen.

Mitte Mai, glaube ich, fing ich an, mir erste Notizen zu machen. Notizen mit Gedankenfetzen, Ideen, Dinge, die mir in den Sinn kamen. So mach ich das bei diesen Großprojekten: Ich schreib mir alles auf, was mir einfällt, alles, später erst wird dann geordnet, verwertet und nichtverwertet.
Dann lies ich wegen zu viel emotionalen Schulstress (insbesondere Zentrale Klassenarbeiten) die Weiterarbeit an den Schultexten ruhen, raffte mich mit Müh und Not aber zum Ende des Schuljahres noch mal dazu auf, weil mir das Thema so wichtig war, und dann sammelte ich gute 5 Schulwochen Gedanken, während der Schule und vor allem Nachts im Bett.

Bin ich von so einem Projekt überzeugt, geht das Stoffsammeln von ganz alleine, leider eher in den unlieberen Momenten wie im Bett und (diesmal) in einigen Fächern, während ich nur schwierig etwas fachfremdes notieren kann (hauptsächlich wegen dem Tempo des Faches). Da wurden Mathe- und Bio-Heftränder vollgekritzelt, und auch die letzten drei Seiten meines Schulblocks setzte ich dafür ein.
Ich habe es mir seitdem zur Angewohnheit gemacht, überall hin ein quadratisches Notizzettelchen und meinen Lieblingskugelschreiber mitzunehmen, im Bett habe ich schon seit über einem Jahr einen Notizzettel an meiner Seite.

Meine letzten Blogprojekte brauchten länger für die Stoffsammlung, als man sich vielleicht denkt; aber ich weiß ja nicht, was man sich denkt, wenn man das so sieht…
Die meisten letzten Beiträge waren von so persönlicher Gefühlstiefe, dass ich sie nicht mal eben runterrazzen konnte. Die Herausforderung, die eigentliche Arbeit, ist die Stoffsammlung, das Zusammensetzen ist nur Knobelei, auf vollkommen anderem Niveau.
Ich habe so einen bunten Gefühlstrahl in mir, wenn ich an bestimmte Themen denke. Nacheinander, durch Zufall, fasse ich Gegenstände daraus in Begriffe. Ich fühle, ob da noch etwas ist, was ich nicht erfasst habe, und so lange bin ich nicht zufrieden. Ich beginne erst mit der “Postproduktion”, wenn ich das Gefühl habe, meine Gedanken zu einem Thema komplett erfasst zu haben.

Dazu eine kleine “Anekdote”: Ich bin da recht zwanghaft, Ende Mai, in den Pfingstferien, hatte ich die Idee zum Nationalstolz-Artikel. Ich fand das ein sehr interessantes, wichtiges und aktuelles Thema und sammelte ein wenig. Aber bald wurde es mir richtig stark zu wider, ich weiß nicht, warum. Ich habe es fast gehasst.
Aber ich hatte mir vorgenommen, als nächsten Artikel den Nationalstolzartikel zu veröffentlichen, das musste einfach so sein, ich musste das hinbekommen, weil es wichtig, gut war, verdammt! Aber ich hing fest! Ich konnte nicht weiterschreiben, es widerstrebte mir so sehr!
Konsequenz: Ganze zwei Monate kein neuer Blogartikel.
Dazu kam die Vornahme mit der Schulauseinandersetzung: Ich nahm mir streng vor, zu erst den Nationalstolz-Artikel und dann den Schultext zu veröffentlichen.
Mitte der Sommerferien (!!) (etwa Mitte August) spornte mich diese zwanghafte Selbstvornahme und Selbstdisziplin an, mich, sehr widerwillig, wieder dem Nationalstolz-Artikel zu widmen. Die Botschaft, die ich mit ihm rüberbrachte, ist übrigens schließlich auch eine ganz andere geworden, als die, die ich ursprünglich hatte.
Um noch ein Element einzubringen: In den letzten Schulwochen bekam ich das Bedürfnis, noch ein weiteres Thema auszuführen, das, was heute noch als Artikel veröffentlicht wird. Schon zu Beginn der Ferien machte ich mir dazu einige Notizen und das sah bald schon recht vielversprechend aus, was mich dann zusätzlich etwas anspornte, diesen verhassten Nationalstolz-Artikel zu einem Ende zu bringen. Die beiden bearbeitete ich dann parallel (was einfach bedeutet, dass mir zu beiden durcheinander Ideen, Begriffe einfielen) und schließlich hätte ich den heute noch veröffentlichenden Artikel noch vor dem Nationalstolz-Artikel online stellen können (er war schon ziemlich gut, aber durch die lange Wartezeit konnte er dann noch mal an einigen Stellen stark reifen). Da dieser jedoch die “neueste Idee” war, stellte ich ihn hinten an. So wurde dann am 29.08. Nationalstolz reloaded, am 07.09. Schule. und am 09.09. Schule. Ein Leidensbericht. veröffentlicht. Den Text, den ihr hier gerade lest, ist übrigens eine Spontanidee und anders als diese sonstigen Artikel relativ geradlinig, wie man sich das so vorstellt, runtergeschrieben. Dass er noch vor dem nächsten heute zu veröffentlichen und direkt nach den Schulausarbeitungen kommt, liegt daran, dass er eben das “Making Of” dieser Ausarbeitungen darstellt und dazugehört.

Bettzettelbeispiele-kleinZurück also zu den Schulausarbeitungen.
Ich nahm mir noch zur Schulzeit vor, sie zwei Wochen vor den Sommerferien fertig werden zu lassen. Ich hab dann aber auch gemerkt, dass ich das unmöglich leisten kann, eben weil ich noch bei weitem nicht die Farbpalette meines Kopfes dazu begrifflich gemacht habe.
In den Ferien schob ich die Arbeit auch schier endlos lange vor mir her, ich meinte wohl, das sei nicht mehr viel Aufwand und auch wollte ich mich jetzt nicht mit der Schule beschäftigen. Als ich mich dann dazu zwang, nach Veröffentlichen des Nationalstolz-Artikels, wurde mir doch sehr schnell klar, dass das eine noch nie dagewesene Stoffmenge, Vielschichtigkeit, teilweise Paradoxie und Komplexität war und verlangte.
Die für mich neue Herausforderung war es bei dieser irrsinnig langen Sammlung von Gedanken, sie auf ein Mal zu einem Text zu verarbeiten. Bisher entwickelte ich längere Texte anders: Es gab Immer einen Faden, immer die aktuelle Baustelle und was mir sonst noch einfiel, kam in die Gedankensammlung, die später verarbeitet wurde, aber ich habe sonst immer progressiv geschrieben. (Wer die Megabildversion zum Entziffernversuchen will: Klick)

Elf Seiten Gedankenteile zusammenzuführen ist äußerst schwierig, man braucht einen Überblick darüber, muss wissen, was man hat. Ich musste, wenn man so will, die elf Seiten in meinen Arbeitsspeicher laden, um sie zu indizieren. Das geht nicht mit schnell darüberlesen, sondern ist ein langwieriger Prozess, praktisch ein Auswendiglernen, bei dem ich immer wieder mal Abschnitte las, sie im Kopf frisch machte, weiterlas und nach und nach assoziieren konnte. Selbst, wo das ja alles von mir selbst geschrieben wurde, ist das in dieser Menge ein ungeheures Stück Arbeit.

Zum ersten Mal musste ich mir ein Arbeitssystem ausdenken; das war der Wechsel von der chaotischen in die systematische Arbeit.
Bald sah ich, dass ich bei dieser Länge unbedingt Kategorien mit Überschriften benötigte. Bisher hatte ich nur selten Kategorien benutzt, diesmal ging ich sogar noch weiter und erstellte Unterkategorien. Um auf die nötigen Kategorien zu kommen, brauchte ich eine halbe Stunde. Das war dann auch der Punkt, an dem ich mir überlegte, es in einen objektiven, schulsystemkritischen, und einen subjektiven, gefühlsbetonten Teil aufzuteilen. Das Prinzip hat zusätzlich noch den Vorteil, dass ich, sollte ich einmal Probleme damit bekommen, den Leidensbericht einfach passwortschützen, und somit vom Netz nehmen kann, ohne die mir ebenfalls sehr wichtige allgemeine Schulkritik den interessierten Besuchern zu verwehren.
Dann brauchte ich über fünf Stunden, um die Gedanken in die Kategorien zu ordnen und in die zwei Teile zu trennen. Um selber nicht den Überblick zu verlieren, benötigte ich ein eigenes Inhaltsverzeichnis. Es waren zeitweise mehr als drei Textfenster gleichzeitig offen.
Der erste objektive Teil war schwerer als der zweite persönliche.
Den zweiten arbeitete ich im Wesentlichen von unten nach oben aus, das erschien mir leichter. Ab dem Ordnen brauchten beide Ausarbeitungen zusammen noch etwa zehn Stunden Zeit.
Es war ein tolles Glücksgefühl, als ich endlich zufrieden mit mir und der Ausarbeitung war. :)

Ein paar Zahlen:
Meine Stoffsammlung hatte elf Seiten (in OO.o kopiert) komprimierte Gedanken. Führt euch das vor Augen: Elf Seiten Stoffsammlung! Das meiste waren Mini-Absätze von zwei Sätzen, dazwischen aber auch schon größere, die ich dann fast ohne Änderungen gleich übernehmen konnte. Jedenfalls war es gigantisch.
Der fertige erste Schulteil zählte (kopiert) fünf Seiten, der zweite stolze neun. Da WordPress aber nicht mehr als eine Leerzeile zwischen zwei Absätzen erlaubt, sind es ohne diese zusätzlichen – noch mal zum Erfassen und zur Ästhetik eigentlich sehr dienlichen – Zeilenabstande im ersten Teil vier und im zweiten acht Seiten. Wie man’s auch anschauen will, das ist eine ganze Menge.

Übrigens schreibe ich diese Bettzettel, selbst wenn ein Projekt nicht “akut” ist, fast täglich ab. Das “täglich” ist dabei einfach wichtig, weil meine Schrift auch für mich in dieser Rumfizzellei zu 30% unleserlich ist und ich die Zettel eigentlich nur dadurch abschreiben kann, indem ich mich beim Sehen der Schnörkel erinnere, was ich dabei empfunden habe und so wieder auf die Sätze komme, oft. ;) Für alle meine Projekte nutze ich das geniale Desktop-Wiki Tomboy. Es ist äußerst angenehm, auf den Notizzettel im oberen Gnome-Panel zu klicken oder Alt+F12 zu machen, eine Liste mit den aktuellen Notizzetteln zu bekommen, durch einen Klick und ohne weitere Ladezeit einen zu öffnen, einen simplizistischen Texteditor zu haben, der ein paar Formatierungsoptionen kennt und alle Notizzettel als Wiki untereinander verlinkbar und durchsuchbar macht, und der automatisch speichert. Das ist echt cool. Gibt es mittlerweile übrigens auch für Mac OS X und Windows. Kann auch auf WebDav synchronisieren und bald kommt auch ein selbsthostbarer Webdienst dafür. :cool:

Ja, das sollte ein kleiner Einblick in die Produktion so einer Ausarbeitung geworden sein. Ich hoffe (für mich), dass ich es in nächster Zeit nicht mehr für nötig erachte, so viel Aufwand aufzubringen und mir selbst oft so blöde Selbstversprechensvorwürfe zu machen. Das war diesmal wirklich nicht schön. Zum Ende habe ich es aber doch geschafft, und das sogar noch in den Sommerferien.

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