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Manjaro Linux und KDE Plasma 5: Das Frumble-Kompendium 2017

Wann es denn geschehe, das Jahr des Linux-Desktops? Das Jahr Deines Linux-Desktops bestimmst Du! – Nach Canonicals community-feindlichem Gebaren ab ca. 2011 ist es schwergefallen, Einsteigern eine Distribution zu empfehlen, die sinnigerweise auch nicht von Ubuntu abgeleitet ist. Privat bin ich auf Arch gewechselt, diese rollende Distro ohne Autokonfiguration verbietet sich aber von selbst unbedarften Anwendern vorgelegt zu werden. In 2011 wurde das Manjaro-Projekt aus der Taufe gehoben, das ein einsteigerfreundliches, von Arch abgeleitetes System ist. Anders als bei Arch werden bei Manjaro die Paketupdates nicht kontinuierlich, sondern in gepufferten Schüben mit Vortest ausgeliefert. Seit zwei Jahren nutze ich ebenfalls primär Manjaro und habe damit auch in der Familie gute Erfahrungen gemacht. Manjaro ist damit aus meiner Sicht die Distribution du jour für Linux-Einsteiger und gleichermaßen bis zu einem hohen Grad auch für Poweruser.

Dieser Text soll euch bei der Konfiguration an die Hand nehmen, denn vieles steht in komplizierteren Zusammenhängen, als es zunächst scheint. Das habe ich mir zum Ziel gemacht, einigermaßen aufzulösen. Wenn ihr zu lesen beginnt, werdet ihr feststellen, dass der Text weniger einer Konfigurationsanleitung in Wikis gleicht, als dass er ihnen Kompagnon steht als Sammlung von Tipps, Tricks und Hinweisen aus eigener Erfahrung. Er ist darauf angelegt, kapitelweise angesprungen werden zu können. Was ist seine Zielgruppe? Daran habe ich länger geknobelt, um dann zum Schluss zu kommen: Einsteiger, die bereits ihre erste Linux-Berührung hatten und Poweruser, die von meinen Erfahrungen profitieren möchten, denn ich muss aus Gründen der Praktikabilität ein gewisses Vorwissen voraussetzen.

Dieses Werk ist das Ergebnis eines knappen Jahres Zusammentragen von Informationen. Ich werde diesen Text vorerst fortlaufend aktualisieren, kann aber überholte Darstellungen nicht ausschließen. Wenn ihr Fehler findet – und seien sie noch so klein: Bitte schreibt mir, das ist im Sinne aller Leser.

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Zehn Jahre Bloggen, zehn Jahre dieses Blog

Eine Notiz in Metamission: Dieses Blog feiert heute sein zehnjähriges Bestehen. \o/
Am 25.08.2006 veröffentlichte ich den Ouvertürentext, noch unter dem Namen ,,WinLux Blog“. Als Vierzehnjähriger galt mein brennendes Interesse der Entdeckung von Betriebssystemen und die Namenswahl sollte das aufgreifen. Doch um den ,,Win“-Teil ging es hier nie so wirklich und wie mir der Name unangenehm wurde suchte ich nach Alternativen und änderte den Namen knapp zwei Jahre nach Start in Frumble201. Auf dieses Kunstwort bin ich beim Albern mit einem Freund gekommen und es heißt „gar nichts – oder alles“. Die echte .de-Domain folgte. Mir gefiel die ulkige Phonetik des Wortes mit seiner Anlehnung an „Google“. So ist dann auch die deutsche Aussprache mit verschlucktem „e“ meine Intention: „Fruumbll“. Die Zahl im Titel war zufällig und erschien mir ästhetisch, heute habe ich das irritierende Relikt entfernt – in der Domain fehlte sie bereits von Beginn an.

Meine Texte behandelten nicht nur Linux und zum Teil in Häme Windows, sondern ich wollte auch meine Begeisterung für Exoten wie BeOS, Haiku, AmigaOS und Co. zu einem Vorteil für andere machen. Der eigentlich bessere Text über die Anfänge ist der zu seinem zweiten Geburtstag.
Mit der Zeit rückten die technischen Beiträge in den Hintergrund und mein Blog wurde mir primär zu einem Ausdrucksort von emotionalen persönlichen Themen. Auch wenn ich noch einige starke technische Artikel geschrieben habe, die diese Bezeichnung meiner Meinung nach wirklich verdienen und auf die ich stolz bin, es sind heute eher die persönlichen Texte, die für mich dieses Blog ausmachen. Die so auch über keine andere Plattform möglich wären.

Dieser Beitrag ist mein 308. hier veröffentlichter Text. Ja, es gab Zeitabschnitte, da habe ich nichts veröffentlicht. Es gab Jahre. Ich habe nicht zehn Jahre durchgebloggt, aber wer tut das schon. Es ging mir leider nicht selten nicht gut genug um die mentale Energie und den Eifer aufzubringen, der Texte entstehen und vollenden lässt. Aber wenn die Kraft dafür reichte, dann hatte ich als Belohnung etwas, worauf ich stolzer sein konnte als auf alles, was ich in der Schule und der Uni erreicht hatte. Dieses tolle Gefühl. Mich selbst und mein Wesen ausgedrückt und dabei etwas über mich gelernt zu haben. Selbstwirksam einen Text geschrieben zu haben, der nicht nur mir gefällt, sondern auch anderen hilft, die Welt ein bisschen besser zu verstehen.
Dafür blogge ich.

Von Interesse, verlieben, und dem Nichtpassieren

Ich dachte früher immer, das mit dem Verlieben und dem beidseitigen Gernhaben, das ist etwas ganz Selbstverständliches, das so mit einem geschieht. Du begegnest irgendwann und immer wieder jemensch, der sich sehr für dich interessiert, und du dich für ihn. Da ist eine mysteriöse gemeinsame Anziehung aufeinander zu. Du gehst so durch dein Leben, machst neue Bekanntschaften und dann ‚ergibt sich das so‘, ganz von selbst.
Und was machst du, wenn das nie passiert? Ich meine jetzt nicht selten oder extrem selten, ich meine nie. Was ist dann mit dir los? Wenn jedje, für dje du Affektionen hegst, weniger für dich übrig hat. Natürlich machst du dir Gedanken. In Zeiten, in denen es dir nicht gut ging, hat dich das weniger beschäftigt. Da lag der Grund irgendwie auf der Hand. Aber jetzt bist du eigentlich einigermaßen fröhlich, offen, und gebildet und sozialkompetent wie noch nie. Du sprichst mit so vielen fremden Menschen. Hast auch gute Bekanntschaften. Bist für deine Verhältnisse viel draußen, erlebst Dinge. Aber es passiert nichts.

Gernhaben dürfen. Gerngehabt werden. Das ist für dich im RL nicht drin. Niemensch kommt auf dich zu und möchte Zeit mit dir verbringen. Wenn du die anderen darum bittest, fühlst du dich immer wie ihr Zeitdieb, weil du ahnst, dass sie es nur tun, um nett zu sein. Du bietest dich anderen als Freund an, aber erhältst darauf keine Resonanz.
Da fragst du dich, was ist falsch an dir? Willst du es zu sehr? Bist du durch das übermäßige Alleinsein schon zu skurril geworden? Hast du nichts an deinem Charakter, das Menschen gerne um sich haben möchten? Was bist du wert?

Weil es nicht nur Freunde sind, die du suchst, denkst du mal so wirklich über Körperbilder und Attraktivität nach. Vielleicht stehst du so jenseits dessen, wonach gesucht wird? Vielleicht macht dein Körper, den du selbst eigentlich ok findest, alles zunichte, was dein Kopf und dein Herz hätten?

Um dem nachzugehen probierst du auch mal dieses Tinder aus. Du hast gute Fotos, meinst du. Du kannst ja fotografieren. Ein paar Sätze sympathischen Text. Du nutzt das ein paar Wochen, steckst dabei enorme Zeit dort hinein. Du fragst dich, wann eigentlich mal diese Matches passieren. Nicht mit Spam-Bots. Oder mit Frauen, die dich innerhalb weniger Minuten wieder entfernen. Du liest und hörst, wie der Dienst für andere funktioniert. Aha. Also, für dich fühlt sich das an, als wäre etwas kaputt. Wahrscheinlich bei dir. Du fühlst dich in der Annahme bestärkt, dass dein Körper nicht als attraktiv gilt.
Du verstehst nicht, warum das hier ist, wie es ist. Du gefällst dir doch und bist nicht objektiv hässlich. Was ist los?
Dann gibst du Tinder auf, weil es dich traurig gemacht hat.

Intuitiv meintest du als Kind, dass es da keine Unterschiede gäbe. Dass es da diese gemeinsame Anziehung aufeinander zu gäbe. In deiner heutigen Wahrnehmung ist es so, dass die Männer* darum zu kämpfen haben, dass die Frauen* sie in ihre Nähe lassen, und dass die Frauen* damit beschäftigt sind, Horden an Männern zurückzuweisen. Warum kämpfen wir? Wie begegnen wir uns eigentlich als Gender? Warum ist das so weit entfernt von dem, was du als Kind als gesunde Natürlichkeit empfunden hast?

Du liest auf Twitter von den Fehlern anderer und denkst dir: Woah, so viel, was mensch falsch machen kann! Wie soll ich lernen, es richtig zu machen, wenn ich keine Gelegenheit dazu erhalte?

Plädoyer für die Aussprache, wider dem Ghosting

Ghosting, nicht mehr zurückschreiben, ist nicht ok. Wenn Menschen scheiße zu euch waren, müsst ihr nicht scheiße zu anderen sein. Ghosting ist feige, emotional verletzender und umtreibender als klare Worte und setzt diesen sich selbst replizierenden Virus bei anderen fort. Durchbrecht den Kreis! Seid gut, gebt anderen das grundsätzliche Vertrauen, dass ihr sie als Individuen ernst nehmt.
Gebt anderen den Respekt, den ihr euch selbst wünscht. Ihr werdet euch damit besser fühlen und ihr geht dej Anderen eine Chance, für sich daraus zu lernen.
Es ist eine Selbsttäuschung zu meinen, Ghosting sei ein passiver Akt. Es ist eine aktive Tat, eine Entscheidung, die nicht unschuldig ist.
Eine Tat, die sich in das Bild über euren Charakter, das sich je1 Andere durch eure gemeinsame Zeit geschaffen hat, mit Meißel einschreibt.

Beziehungen abschließen gehört zum Menschsein dazu. Egal ob noch in ihrer zarten Knospe freundschaftlich, mit romantischem Interesse, partnerschaftlich, professionell, oder vage dazwischen tänzelnd. Das Abschließen ist etwas, was mensch lernen muss. Sie technisch offen zu lassen und einseitig ausbluten zu lassen zeugt von Unreife. Mag der Hauptgrund für das Vermeiden des Gesprächs die Angst sein, bei einer Aussprache selbst verletzt zu werden. – Das was ihr zu hören bekommen könntet, dürftet ihr ohnehin schon geahnt haben. Wenn euch jemensch am Ende aus Frust oder als ‚Vergeltung‘ meint verletzen zu müssen, dann ist je ein Arschloch. Indem ihr klare Worte findet, eine Aussprache zulasst und vielleicht sogar einleitet, habt ihr die moralische Höhe, die euch niemensch nehmen kann. Dass ihr euch dafür entschieden habt, wird erinnert bleiben. Selbst von einje Arschloch, auch wenn je es nicht zugeben mag.
Es geht nicht um Kampfbereitschaft. Es geht um Menschlichkeit.

Seid die Guten. Gebt anderen die Zuversicht, dass sich wieder gute Menschen für sie interessieren werden. Schätzt es auch selbst, wenn mensch euch mit netten, deutlichen Worten bedenkt.
Zu antworten, ein Beziehungsende mit verletzungsarmer Begründung zu formulieren, mag der kurzfristig anstrengendere Weg zu sein. Aber es ist der richtige.

  1. Genderneutrales Personalpronomen und Artikel „je“. Ein lautliches J ist sowohl in „er“/“der“ als auch in „sie“/die“, beide haben ein E. []