Manjaro Linux und KDE Plasma 5: Das Frumble-Kompendium 2017

Wann es denn geschehe, das Jahr des Linux-Desktops? Das Jahr deines Linux-Desktops bestimmst du! – Nach Canonicals community-feindlichem Gebaren ab ca. 2011 ist es schwergefallen, Einsteigern eine Distribution zu empfehlen, die sinnigerweise auch nicht von Ubuntu abgeleitet ist. Privat bin ich auf Arch gewechselt, diese rollende Distro ohne Autokonfiguration verbietet sich aber von selbst unbedarften Anwendern vorgelegt zu werden. In 2011 wurde das Manjaro-Projekt aus der Taufe gehoben, das ein einsteigerfreundliches, von Arch abgeleitetes System ist. Anders als bei Arch werden bei Manjaro die Paketupdates nicht kontinuierlich, sondern in gepufferten Schüben mit Vortest ausgeliefert. Seit zwei Jahren nutze ich ebenfalls primär Manjaro und habe damit auch in der Familie gute Erfahrungen gemacht. Manjaro ist damit aus meiner Sicht die Distribution du jour für Linux-Einsteiger und gleichermaßen bis zu einem hohen Grad auch für Poweruser.

Dieser Text soll euch bei der Konfiguration an die Hand nehmen, denn vieles steht in komplizierteren Zusammenhängen, als es zunächst scheint. Das habe ich mir zum Ziel gesetzt, einigermaßen aufzulösen. Wenn ihr zu lesen beginnt, werdet ihr feststellen, dass der Text weniger einer Konfigurationsanleitung in Wikis gleicht, als dass er ihnen Kompagnon steht als Sammlung von Tipps, Tricks und Hinweisen aus eigener Erfahrung. Er ist darauf angelegt, kapitelweise angesprungen werden zu können. Was ist seine Zielgruppe? Daran habe ich länger geknobelt, um dann zum Schluss zu kommen: Einsteiger, die bereits ihre erste Linux-Berührung hatten und Poweruser, die von meinen Erfahrungen profitieren möchten, denn ich muss aus Gründen der Praktikabilität ein gewisses Vorwissen voraussetzen.

Dieses Werk ist das Ergebnis eines knappen Jahres Zusammentragen von Informationen. Ich werde diesen Text vorerst fortlaufend aktualisieren, kann aber überholte Darstellungen nicht ausschließen. Wenn ihr Fehler findet – und seien sie noch so klein: Bitte schreibt mir, das ist im Sinne aller Leser.

Inhaltsverzeichnis

1 – Die erste Âventiure
1.1 – Partitionierung
1.2 – Warum /boot, / und /home separate Partitionen sein sollten
1.3 – Wieso ich btrfs empfehle
1.4 – Der Installer Calamares
1.5 – Paket-Mirrors, Updates
1.6 – Neueren Kernel installieren
1.7 – Nvidia-Grafiktreiber
1.8 – Vollständige Sprachpakete
1.9 – „Mit leerer Sitzung starten“ + Yakuake-Autostart deaktivieren
1.10 – (Hi)DPI
1.11 – KDE-Plasma-Thema
1.12 – Fensterknöpfe anpassen
1.13 – Klassische Taskeinträge mit Namen
1.14 – Arbeitsflächenwechsler nach rechts
1.15 – Plasmoids hinzufügen
1.16 – Plasmoids sperren
1.17 – Anwendungsstarter mit Programmnamen
1.18 – Maustasten auf dem Desktop
1.19 – Killing the Cashew
1.20 – Dateimanager Dolphin
1.20.1 – Navigationsknöpfe und Werkzeugleiste
1.20.2 – Vorschaubilder für Videos
1.20.3 – Ansicht optimieren
1.21 – Kwin
1.21.1 – Kwin-Renderer optimieren
1.21.2 – Maßnahme gegen Tearing
1.21.3 – Kwin-Effekte
1.21.4 – Kwin-Befehle auf Maus-Sondertasten und Zoomen per Tastatur-Mausrad-Kombo
1.22 – Farbenfrohere Bildschirmsperre
1.23 – Aktivierzeit der Bildschirmsperre
1.24 – Fensterrahmen: Kreis um den Schließen-Knopf wiederherstellen
1.25 – Seitliche Kontrollleiste für Anwendungsstarter
2 – Systemkonfiguration
2.1 – Protokolliert, was ihr tut!
2.2 – sudo auf der Konsole, sudoedit für grafische Anwendungen
2.3 – RAM-Disk
2.4 – Swappiness regulieren
2.5 – Pacman – Systemupdate und Paketcache
2.6 – Mit Konflikten bei Paketaktualisierungen umgehen
2.7 – Yaourt für das AUR – Niemals zur Systemaktualisierung verwenden!
2.8 – Yaourt: Editieraufforderung deaktivieren
2.9 – Multicore-Optimierung und CPU-Flags für Compiler-Optimierung setzen
2.10 – Multicore-Optimierung für Paketkomprimierung einschalten
2.11 – Systemd-Log-Daemon Journald und Coredump
2.12 – Apple-Tastaturen: Funktionstasten zum Standard machen
2.13 – RAM-Komprimierung per zswap
2.14 – GRUB2-Bootloader: Wartezeit und Standardeintrag + Windows-Erkennung
2.15 – Natürliches Scrolling – wie auf macOS und Android
2.16 – Trackpads: Tippen für Klicks aktivieren
2.17 – Trackpad-Gesten
2.18 – 48 kHz und 24-Bit in PulseAudio aktivieren
2.19 – MTP mit Android
2.20 – KDE Connect zur Integration mit Android
2.21 – 7Zip
2.22 – Redshift (F.lux-Alternative)
2.23 – Hilfe bei Kwin-Abstürzen
2.24 – Wichtige SSD-Optimierungen
2.25 – Firefox: Hardwarebeschleunigung und gleitendes Scrollen
2.26 – Firefox: SSD schonen
2.27 – LibreOffice: A4 statt US-Letter in als Standard
2.28 – Dropbox unter Plasma
2.29 – Systemschriften werden seltsam – Fontconfig wiederherstellen
2.30 – KDE Systemmonitor und seine Tastenkürzel
2.31 – VLC als Standardmediaplayer
2.32 – VLC: Spulen per Mausradlauf
2.33 – VLC: Hardwarebeschleunigung aktivieren
2.34 – MPV: Der bessere Videoplayer für den Poweruser
2.35 – GIMP: Einfenstermodus aktivieren
2.36 – Mit EasyTAG Albencover-Bilder in Musikdateien einbetten
2.37 – Plasma: Herunterfahren und Neustart des Rechners mit Tastenkombination
2.38 – Terminal: Im Befehlsverlauf suchen
2.39 – Festplatten-Vitalität überprüfen
2.40 – Festplatten-Spin-down einstellen per Gnome Disks
2.41 – Ext4: Reservespeicherplatz freigeben
2.42 – GRUB2 auf UEFI-Installationen reparieren
2.43 – Einfache Heimnetzwerkfreigaben mit Samba
3 – Programmtipps
3.1 – GIMP
3.2 – LibreOffice Fresh
3.3 – SoundKonverter
3.4 – K3b
3.5 – Pavucontrol
3.6 – GParted
3.7 – htop
3.8 – Downgrade
3.9 – Meld
3.10 – gPodder
3.11 – VirtualBox: Proprietäre Extras
3.12 – MediathekView
3.13 – exFAT
3.14 – Passwortverwaltung KeepassXC
3.15 – Duden-Korrektor-Alternative für LibreOffice
3.16 – Kodi
3.17 – Back in Time
3.18 – Systembackup mit rsync
3.19 – Microsoft-Schriftarten
3.20 – Thunderbird: Automatischen Zeilenumbruch deaktivieren
3.21 – Transparente Terminalfenster
3.22 – Fira Code als Terminalschrift
3.12 – Texteditor Kate: Dunkles Farbschema und breiterer Scrollbalken mit Textübersicht
3.13 – Bildbetrachter Gwenview: „Vorheriges“/„Nächstes“-Knöpfe & OpenGL
3.14 – Amarok
3.14.1 – Moodbar
3.14.2 – Weitere Tipps für Amarok
3.15 – Das Media-Plasmoid
3.16 – Bonus: Plasma-Hintergrundbilder in 4K UHD
4 – Habt Spaß am Gerät

Die erste Âventiure

Das Logo des KDE-Projekts

Manjaro hat seiner offiziellen Spins drei, wobei einer gänzlich ohne grafische Oberfläche, einer mit Xfce und einer mit KDE Plasma 5 daherkommt. Als erklärter KDE-Advokat möchte ich darum in diesem Text besonders auf die Feinjustierung des Plasma-5-Desktops eingehen. Das KDE-Projekt hat sich den Satz „Simple by default, powerful when needed“ zur Design-Philosophie erklärt. Der Plasma-Desktop ist ansprechend modern, kommt brauchbar vorkonfiguriert und ist trotzdem gleichermaßen flexibel an die Wünsche anspruchsvollerer Nutzer anpassbar, wie auch, dass er ihnen die letzte Kontrolle lässt, statt sie zu bevormunden. Das sind Prinzipien, die auch in der Linux-Welt keineswegs selbstverständlich sind – aber bevor ich in einen ausufernden Rant abgleite, belasse ich es bei dieser Andeutung.

Nun denn, Schritt eins eurer Manjaro-Âventiure muss sein, euch den aktuellen KDE-Spin in 64-Bit als ISO herunterzuladen und nach Anleitung des Wikis auf einen USB-Stick zu schreiben oder auf DVD zu brennen.  Dann wird davon gebootet, im Bootmenü lässt sich mit F2 gleich Deutsch vorauswählen – und das Live-System startet. Für ihren Kauf bedauernswerte Nvidia-Grafikkartenbesitzer sind besser beraten, den Kernel mit proprietären Treibern zu wählen, Besitzer von AMD- und Intel-Grafikchips können den Standardkernel starten.

Partitionierung

Es ist sinnvoll, den Datenträger vor dem Start des Setups zu partitionieren, das ist übersichtlicher und bietet mehr Optionen. Dafür über Anwendungen → System → „Partitions-Editor (KDE-Partitionsverwaltung)“ starten.
(Wenn die KDE-Partitionsverwaltung Probleme machen sollte – das macht sie leider häufig – nutzt anstelle dessen das ausgereiftere GParted. Das müsst ihr leider zuvor nachinstallieren: „sudo pacman -S gparted“ im Terminal, anschließend starten mit „kdesu geparted“. Installiert wird es dabei immer noch nur im Live-System, das heißt nur im RAM. Eine Internetverbindung per LAN oder WLAN ist also Voraussetzung.)

Ohne UEFI-Boot: Überspringt den folgenden Absatz.
Mit UEFI-Boot: Unabdingbarer Schritt Nummer eins: Schaltet UEFI Secure Boot im UEFI ab!
Wenn ihr noch kein Windows oder anderes Linux installiert habt, das die UEFI-Partition angelegt hat, könnt ihr Manjaro einmal automatisch die Partitionierung übernehmen lassen und den Installer die UEFI-Partition konfigurieren lassen (also den Datenträger komplett plattmachen lassen, bzw. erst einmal das GPT-Partitionslayout anlegen lassen etc.). Aufgrund der notwendigen speziellen Flags ist das Anlegen der UEFI-Partition auf manuellem Weg recht kompliziert. Ihr müsst diese erste automatische Installation ganz durchlaufen lassen und dann noch einmal neu vom Installationsmedium booten. Anschließend könnt ihr die Installation selbstverständlich neu formatieren, aber habt eben schon das korrekte UEFI-Layout angelegt, das ihr für den späteren Boot benötigt.

Sofern ihr also ein fertiges UEFI-Bootlayout habt, hängt ihr die kleine FAT32-Partition später im Installer als /boot/efi ein. Ich rate nicht dazu, Linux auf UEFI-Systemen im BIOS-Kompatibilitätsmodus zu betreiben, weil das zu schwerwiegenden technischen Verwirrungen mit Parallelsystemen führen kann und unter Umständen hardwarenahe Befehle an der korrekten Ausführung hindert.

Legt über den Partitions-Editor folgende Partitionen nacheinander an:

/boot: 150 MB, ext4. Bei Bezeichnung schon mal „boot“ eintippen.

Zweite Partition für das System mit btrfs anlegen, Bezeichnung „Manjaro“. Größe ca. 8-15 GiB. Mehr sollte es nicht brauchen.

Dritte Partition mit „Linux-Swap“ anlegen, keine Bezeichnung. Größe idealerweise 2/3 des verbauten RAMs. (Kann auch wesentlich kleiner sein. Wird als Auslagerungsdatei verwendet, wenn das RAM voll wird und zum Schreiben des RAMs auf den persistenten Speicher, wenn der PC in den Suspend-to-Disk-Ruhezustand fährt. Selbst dann wird aber nur komprimiert die tatsächlich belegte Größe des RAMs geschrieben, nicht 1 : 1 etwa alle 16 GiB, ob belegt oder nicht.)

Vierte Partition: /home mit beliebiger Größe und btrfs. Hier landen die Nutzerdaten. Bezeichnung z. B. „Home“.
Über „✔ Anwenden“ die Änderungen auf den Massenspeicher schreiben und prüfen, ob alles korrekt durchgelaufen ist. Dann die Partitionsverwaltung schließen und den Installer Calamares starten.

Warum /boot, / und /home separate Partitionen sein sollten

Grundsätzlich ließe sich das System auch auf nur eine einzige Partition installieren. Das Trennen von einzelnen Unterverzeichnissen auf separate Partitionen hat aber große Vorteile: So lässt sich die Partition mit dem Homeverzeichnis bei einer Neuinstallation einfach wieder einbinden, ohne sie vorher wegsichern und zurückspielen zu müssen. Der Grund für ein separates /boot liegt in den Eigenheiten von btrfs, das nicht ideal mit GRUB2 zusammenspielt. Legt ihr es trotz btrfs für die „/“-Partition nicht an, werdet ihr höchstwahrscheinlich im GRUB2-Bootmenü auf kleinere Probleme stoßen, weil der Bootloader immer noch keine Mini-Konfiguration auf btrfs-(und XFS-)Partitionen schreiben kann und dann Fehler ausspuckt, wenn er z. B. versucht, den letzten gestarteten Eintrag zu lesen oder zu schreiben. Daher solltet ihr /boot mit ext4 formatieren.
Die Swap-Partition mit der Auslagerungsdatei und für das Speicherabbild beim Ruhezustand (Suspend-to-Disk) könntet ihr theoretisch auch als Datei auf die „/“-Partition schreiben lassen, als Swap-Partition ist die Einrichtung aber unkomplizierter und robuster.

Wieso ich btrfs empfehle

Das neue Dateisystem btrfs (gesprochen „butter FS“, gedacht „better FS“) ist Linux‘ Antwort auf ZFS. Es ist mit Prüfsummen auf Dateisystemebene und Copy-on-Write robuster als Dateisysteme der letzten Generation, von denen XFS noch das geschliffenste ist. Zudem unterstützt es Snapshots und transparente Kompression. Ich setze seit 2012 auf btrfs und hatte seit fünf Jahren keinen Datenverlust mehr damit. Die konkreten Vorteile für Normalnutzer: Durch Copy-on-Write werden Dateien nicht überschrieben, sondern auf Dateisystemebene ein Diff erzeugt, der, bis der Speicherplatz eng wird, vorgehalten bleibt. Treten unmittelbar beim Schreiben oder danach ein Stromausfall oder sonstige Dateisystemfehler auf, fällt btrfs von selbst auf den letzten validen Zustand der Datei zurück. Das hat mir schon viel Arbeit gerettet. Durch die transparente Kompression beschleunigt das Dateisystem I/O auf Festplatten und sogar SSDs, weil die Rechengeschwindigkeit schon seit BeFS-Zeiten weit über dem möglichen Durchsatz von Datenträgern liegt. Nur für Festplatten ist dagegen die Autodefragmentier-Funktion von btrfs relevant. Das Dateisystem ist schlichtweg das modernste, was Linux zu bieten hat und wird mit starkem Rückhalt von Industriegrößen aktiv weiterentwickelt. Daher lohnt es sich mit btrfs auch besonders, aktuelle Kernel-Versionen einzusetzen, um von den Optimierungen zu profitieren.

Der Installer Calamares

Nun ist euer System bestens präpariert für die Installation. Startet dafür den Calamares-Installer aus dem Starter unten links, zu finden über Anwendungen → System → „Live Installer (Calamares)“.

Geht die Schritte zu Zeitzone und Tastaturlayout durch, für Deutschland gilt die Berliner Zeitzone; wenn ihr nicht wie ich das zeitgemäße Neo-Layout wollt, sollte das Standard-Tastaturlayout mit QWERTZ für euch passen, dann die manuelle Partitionierung wählen. Nun die zuvor erstellten Partitionen zuweisen: Der kleinen ext4-Partition mit Klick darauf der „Einhängepunkt“ „/boot“. Der ersten btrfs-Partition „/“. Die Swap-Partition wird später automatisch eingebunden. Die Home-Partition mit dem zweiten btrfs unter „/home“ einhängen. Auf UEFI-Systemen die erste Partition mit FAT32 als /boot/efi einbinden.

Wenn ihr noch weitere Partitionen habt, ist es sinnvoll, sie hier gleich mit einem individuellen Mountpunkt unter /mount einzurichten. Habt ihr z. B. eine Windows-Partition, könnt ihr sie als /media/windows einrichten. Das spart Nacharbeit, weil der Installer hier einige Schritte automatisiert. Selbstverständlich nicht den Formatieren-Haken setzen, das wäre kontraproduktiv.

Dann auf „Weiter“, Benutzerkonto erstellen und abermals auf „Weiter“. Nun noch einmal die Installationsangaben in der Zusammenfassung kontrollieren (aufpassen, dass jetzt keine neuen Partitionen außer eventuell der Swap formatiert werden) und dann wieder auf „Weiter“.

Manjaro wird nun installiert. Nach einem Neustart sollte das System hoffentlich starten. Im frisch installierten System dann erst mal eventuell vorhandenes WLAN über das Werkzeug unten rechts in der Kontrollleiste einrichten.

Paket-Mirrors, Updates

Bevor ihr Updates ladet, solltet ihr besser eine Spiegelserverliste für die Paketserver erstellen. Im Manjaro-Startmenü „Terminal“ wählen und „sudo pacman-mirrors -g“ eingeben, dann Enter, Passwort eingeben und warten. Anschließend Updates installieren, z. B. grafisch über Rechtsklick auf das pulsierende rote Gespenster-Symbol in der Kontrollleiste oder alternativ sicherer im Terminal mit „sudo pacman -Syu“ (sollte die Meldung „unable to lock database“ erscheinen, im Terminal ausführen: „sudo rm /var/lib/pacman/db.lck“.) Die Updates sollten dann automatisch heruntergeladen und installiert werden. Sollten Fragen kommen, immer mit „J“ antworten, auch wenn „N“ die Vorgabe ist. Wenn in der grafischen Variante unten „Befehl erfolgreich ausgeführt!“ steht, ist die Installation fertig. Nun vorsichtshalber neustarten. Das hat hier den Sinn, weitere Probleme auszuschließen. Wenn der Neustart per Menü nicht funktioniert, liegt das an den soeben installierten Updates, die wohl sehr viel ersetzt haben. Einfach Strg + Alt + F2 drücken und anschließend einmal Strg + Alt + Entf, dann startet der Rechner dennoch sauber neu.

Neueren Kernel installieren

Manjaro installiert standardmäßig einen ‚stabilen‘, aber leider auch sehr alten Linux-Kernel. Neue Kernels bringen vielseitige technische Verbesserungen und unterstützen neue Hardware. Da Manjaro es leicht macht, aktuelle Kernels zu installieren, bietet sich das also an.

Dafür im Manjaro-Startmenü auf Systemeinstellungen, dann „Kernel“. Dort den aktuellsten, obersten Kernel installieren. Leider ist der Dialog eine mittlere Katastrophe. Es steht manchmal gleich „fertig“, obwohl noch gar nichts installiert wurde. Daher notfalls mehrmals zurück gehen und nochmals in „Kernel“ und beim obersten Eintrag auf „Installieren“, bis er ganz sicher als „Installiert“ auftaucht. Dann das System neustarten. Im Bootmenü wird der neue Kernel gleich als neue Standardoption gesetzt. Sollte der Bootvorgang nicht klappen, lässt sich darunter immer noch der alte Kernel starten. (In diesem bedauerlichen Fall noch mal die Installation über „Kernel“ in den Systemeinstellungen versuchen. Im allergrößten Notfall mal mit „Octopi“ im Startmenü nach der Kernelversion ohne Punkt suchen, z. B. „linux413“, dann prüfen, ob sowohl das „linux413“-Paket als auch „linux413-headers“ installiert sind. Notfalls mit Rechtsklick „installieren“ wählen und dann auf den „✔“.)

Nvidia-Grafiktreiber

Wer eine Nvidia-Grafikkarte hat, sollte in den Systemeinstellungen unter „Hardware Detection“ deren proprietären Treiber installieren, um die volle Grafikleistung und Energieeffizienz zu erhalten. AMD- und Intel-Grafikchips benötigen keine proprietären Treiber.
AMD setzt nun löblicherweise voll auf freie Treiber direkt im Linux-Kernel. Daher meine Kaufempfehlung: Unterstützt AMDs freie Treiberpolitik und kauft keine Nvidia-Produkte!

Vollständige Sprachpakete

Euch wird vielleicht bereits eine Benachrichtigung darauf hingewiesen haben, dass weitere Pakete für die vollständige Sprachunterstützung installiert werden können. Das geht analog auch über die Systemeinstellungen → „Language Packages“. Dort die Sprachpakete über den Knopf laden und installieren lassen, fertig. Spätestens nach der nächsten Anmeldung ist dann alles auf Deutsch.

„Mit leerer Sitzung starten“ + Yakuake-Autostart deaktivieren

Wahrscheinlich ist euch schon das Einklapp-Terminal Yakuake aufgefallen. Wenn ihr es deaktivieren wollt, öffnet die Systemeinstellunen → „Starten und Beenden“ → Autostart. Dort den Starter mit dem Kästchen hinter Yukuake deaktivieren.

Dann in den Systemeinstellungen ebenfalls unter „Starten und Beenden“ auf den Reiter „Arbeitsflächensitzung“. Dort unter „Bei der Anmeldung“ „Mit leerer Sitzung starten“ auswählen und unten „✔ Anwenden“ klicken. Vorausgewählt ist hier nämlich „Vorherige Sitzung wiederherstellen“, was den Effekt hat, alle laufenden Programme beim erneuten Anmelden wieder zu starten, was häufig sehr nervig sein kann.

(Hi)DPI

Es lohnt sich bei hochauflösenden Monitoren die Skalierungsstufe der Oberfläche anzupassen, um ergonomischer arbeiten zu können (‚Retina‘, ‚HiDPI‘). Aber nicht nur Besitzer von ultrahochauflösenden Monitoren werden belohnt, wenn sie Plasma die tatsächliche Auflösungsdichte ihres Monitors mitteilen. Schon kleine Erhöhungen des Wertes können die Oberflächenelemente und die Systemschriften sichtbar klarer zeichnen. Zunächst solltet ihr mit dem DPI-Rechner unter https://www.sven.de/dpi/ die DPI des eigenen Monitors ausrechnen. Bei meinem 4K-UHD-Monitor mit 3840×2160 @ 27“ („inches“) (die eigenen Angaben im Rechner genau überprüfen!) ergibt das 163,18 PPI (DPI). Nun in den Systemeinstellungen von Plasma auf „Schriftart“ und dort „DPI für Schriften erzwingen“ aktivieren. In das Feld den errechneten Wert gerundet eintragen und die Änderung anwenden. Dann einmal abmelden und wieder anmelden. Die DPI der Schrift nutzt Plasma, um alle UI-Elemente auf die größere Skalierung anzupassen.

Was sich je nach Pixeldichte des eigenen Monitors lohnt, ist die Icons außerdem aus einer höheren Auflösung zu laden. Dazu in den Systemeinstellungen unter „Symbole“ auf den Unterreiter „Erweitert“ und je für „Arbeitsfläche; Werkzeugleiste; Haupt-Werkzeugleiste; Kleine Symbole; Kontrollleiste; Dialoge“ Icons aus einer höheren Auflösung auswählen. Ich, mit meinen 164 dpi, stelle die Icons z. B. immer eine Einheit höher: Aus 48 wird 64, aus 22 wird 32 usw. Es lohnt sich hier zu experimentieren, bis die Icons klar und in ‚ästhetischem‘ Verhältnis zum Rest der Oberfläche sind. Dazwischen muss wieder immer neu angemeldet werden.

Es wird bei Plasma daran gearbeitet, diese verteilten Einstellungen durch einen einfachen Skalierungsregler zu ersetzen. Er ist in den Systemeinstellungen unter „Anzeige und Monitor“ mit Klick auf „Anzeige skalieren“ bereits verfügbar. Allerdings hat er noch einige Nebeneffekte wie unscharfe Icons und OpenGL-Probleme in einigen Programmen (z. B. Gwenview), so dass ich ihn hier derzeit *nicht* empfehlen kann. Vorerst seid ihr besser dran, wenn ihr manuell die Schrift-DPI setzt, die sich auch auf die Oberflächenskalierung auswirkt, und dann noch die Größe der Symbole bestimmt. Der Regler sollte darum auf 1.0 bleiben. Über die Hintergründe zum neuen Skalierungsregler hat der Entwickler einen Blogpost geschrieben.
Problematisch bei HiDPI: Multi-Monitor-Systeme. Das wird mit Wayland gelöst, unter dem X-Server verursacht es leider viele Schmerzen.

Die meisten Anwendungen berücksichtigen die von Plasma gesetzten DPI-Werte. Populäre Ausnahmen sind: Die Mozilla-Programme, Java-Programme, Steam, Wine und Spotify.
In Firefox muss manuell ein DPI-Wert gesetzt werden. Gebt „about:config“ in die URL-Zeile ein und sucht dann nach dem Wert mit Namen „layout.css.devPixelsPerPx“. Diesen überschreiben, bei meinen 164 dpi sieht 1.5 gut aus. Die Änderung wird sofort sichtbar.
In Thunderbird öffnet ihr in die normalen Einstellungen → Erweitert → „Konfiguration bearbeiten“. Dort ebenfalls nach „layout.css.devPixelsPerPx“ suchen und den String überschreiben, die Änderung wird wieder sofort sichtbar.
Die DPI für Wine-Programme richtet ihr über „winecfg“ ein (z. B. im Terminal starten – nur verfügbar, wenn Wine überhaupt installiert ist!), dann im Reiter „Grafik“ bei „Bildschirmauflösung“ einen DPI-Wert eintragen. Für weitere Programme und ihre HiDPI-Spezialitäten, lest den HiDPI-Artikel im Arch-Wiki.

KDE-Plasma-Thema

Manjaro bringt sein eigenes Design. Das kann mensch mögen, ich bevorzuge und empfehle allerdings das originale Thema „Breeze“ von Plasma. In den Systemeinstellungen dafür auf „Arbeitsbereich-Design“ und dort „Breeze“ wählen. Fehlt noch der Login-Manager. Dafür unter „Starten und Beenden“ → Reiter „Anmeldebildschirm (SDDM)“ ebenfalls Breeze wählen, Änderung anwenden und mit Passwort bestätigen. Einmal neu anmelden und sich über die deutliche Steigerung der Eleganz des ganzen Desktops freuen.

Testet aber ruhig die verfügbaren Themes durch und wählt, was euch persönlich am meisten zusagt. Manjaros neues Thema „Breath“ macht auch ganz schön was her.

Fensterknöpfe anpassen

Plasmas Fensterknöpfe lassen sich nach eigenem Belieben anpassen. Ich bevorzuge Schließen, Minimieren und Maximieren auf der linken Seite. Um das einzustellen, in den Systemeinstellungen auf „Anwendungs-Stil“ → Reiter „Fensterdekoration“ → Unterreiter „Knöpfe“. Hier lassen sich die Knöpfe nun auf der Fensterleiste anordnen. Das ist ein bisschen friemelig, weil sie manchmal verrutschen und sie sich nicht immer gut packen lassen, aber das ist kein Problem.

Empfehlung: Die Pinnnadel für „Auf allen Arbeitsoberflächen anzeigen“ benötige selbst ich nicht, weil ich die Funktion, wenn ich sie mal selten benötige, auch im Rechtsklickmenü der Fensterleiste finde. Praktisch finde ich die Option „Fenster durch Doppelklick auf Menüknopf schließen“. Der Menüknopf ist das Icon der jeweiligen Anwendung in der Fensterleiste. Siehe auch das Kapitel „Fensterrahmen: Kreis um den Schließen-Knopf wiederherstellen“.

Kontrollleiste vergrößern

Für meinen Geschmack ist die Plasma-Kontrollleiste zu klein. Um sie zu vergrößern, auf das rechteste Symbol mit den drei Linien klicken und dann über den Knopf „Höhe“ mit gedrückter linker Maustaste die Höhe bestimmen. Darauf achten dass die Icons in verschiedenen Detailgraden geladen werden. Daher eine Größe finden, in der sie vor allem eine einheitliche Größe haben.

Klassische Taskeinträge mit Namen

Standardmäßig konfiguriert Manjaro bei Plasma 5 einen dock-artigen Taskwechsler wie Windows 7+. Zumindest ich bin überhaupt kein Freund davon. Über einen Rechtsklick auf die leere Fläche in der Mitte und „Alternativen“ lässt sich auf die „Fensterleiste nur mit Symbolen“ auf die „Fensterleiste“ (oberster Eintrag!) ändern.

Dennoch lassen sich dock-ähnliche Starter anlegen. Dazu einfach einen Eintrag eines laufenden Programms rechtsklicken und dann „Pin“ klicken. Die Starter könnt ihr dann bei gedrückter Maustaste hintereinander anordnen.

Nun noch einmal auf die Taskleiste rechtsgeklickt und „Einstellungen für Taskleiste“ gewählt. Dort empfehle ich bei Sortierung „manuell“ statt alphabetisch zu aktivieren und weiter unten unbedingt „Nur Fenster der aktuellen Arbeitsfläche anzeigen“.

Arbeitsflächenwechsler nach rechts

Zumindest mich stört der Arbeitsflächenwechsler links im Panel. Da auch Mausradlauf die Arbeitsflächen wechselt, benötige ich ihn selten. Ich empfehle ihn nach rechts zu verschieben: Wieder auf die drei Linien in der Kontrollleiste klicken, dann über den Arbeitsflächen-Umschalter fahren und ihn mit gedrückter Maustaste nach rechts verschieben. Bei der Gelegenheit könnt ihr auch gleich „Arbeitsfläche anzeigen“ (quasi ein Minimieren aller Fenster) durch Überfahren und Klick auf den roten Knopf entfernen.

Plasmoids hinzufügen

KDE Plasma ist hochgradig anpassbar und setzt sich aus vielen kleinen kombinierbaren Elementen zusammen. Ein Rechtsklick auf den Desktop → „Miniprogramme hinzufügen“ öffnet eine Liste an kleinen Miniprogrammen, die sich auf dem Desktop oder in der Kontrollleiste platzieren lassen. Was ich sehr praktisch finde, ist die Systemlast-Anzeige. Zieht das Symbol mit gedrückter Maustaste z. B. auf den Desktop und lasst es fallen. Das überdimensierierte Plasmoid lässt sich dann mit langer gedrückter linker Maustaste an den Pfeilchen in seiner Größe und Form anpassen. Mit lange gedrückter Maustaste lässt es sich auch verschieben und sogar einfach in die Kontrollleiste an eine Stelle setzen. Tipp: Zumindest mich interessiert eigentlich nur die Prozessor-Auslastung. Dafür Rechtsklick auf das Plasmoid → „Einstellungen für Systemlast-Anzeige“ öffnen und unter „Anzeigen“ „Spiecher-Anzeige“ und „Auslagerungsspeicher-Anzeige“ deaktivieren. Außerdem ist die Anzeigeart „Kreisring“ schöner als der Balken. Den Aktualisierungsintervall solltet ihr bei 1s belassen, damit die Anzeige nicht auch noch Leistung kostet.

Plasmoids sperren

Es ist eine gute Idee, die Plasmoids zu sperren, wenn mensch mit ihnen zufrieden ist. So können sie nicht versehentlich verschoben oder gelöscht werden. Dazu Rechtsklick auf den Desktop und „Miniprogramme sperren“ wählen.

Anwendungsstarter mit Programmnamen

Der Plasma-Anwendungsstarter (das ‚Startmenü‘) hat die Standardeinstellung, Programmbeschreibungen groß, und klein darunter den eigentlichen Programmnamen anzuzeigen. Das macht die Programmvielfalt zwar für Neulinge zugänglicher, nervt aber schon nach kurzer Zeit. Wenn ihr das so umkehren möchtet, dass die Beschreibungen klein unter den Programmnamen stehen, rechtsklickt auf das Starter-Symbol unten links → „Einstellungen für Anwendungs-Starter“ und aktiviert „Anwendungen nach Namen sortieren“.

Maustasten auf dem Desktop

Eine nervige Standardeinstellung von Plasma ist es, bei Mittelklick auf den Desktop ein Notizen-Plasmoid mit dem Inhalt der Zwischenablage einzufügen. Die Tasten lassen sich aber auch sinnvoller belegen: Rechtsklick → „Einstellungen für Arbeitsfläche“. Satt „Einfügen“ empfehle ich für die mittlere Maustaste „Anwendungsstarter“. Damit öffnet sich dann mit Mittelklick auf den Desktop ein praktisches Programmstartmenü.

Killing the Cashew

Da Plasma so anpassbar ist, kann es passieren, dass sich Nutzer so sehr verklicken, dass sie gar keine Kontrollleiste mehr haben. Damit sie dann nicht aufgeschmissen sind, führte Plasma 4 die „Cashew“ ein, ein Knopf in der oberen Desktop-Ecke, der sich zwar an den Rändern verschieben, aber nicht löschen lassen hat. Das hat viele Poweruser geärgert und zahlreiche dirty Hacks hervorgebracht, um das störende Element zu entfernen. In Plasma 5 ließen sich die Entwickler erweichen und bieten jetzt eine versteckte Option, den Notfallknopf zu entfernen. Dafür macht ihr einen Rechtsklick auf den Desktop → Optimierungen → „Anzeige des Werkzeugkastens für die Arbeitsfläche“ deaktivieren. Aber seid gewarnt! Für den Ernstfall: Die Arbeitsflächeneinstellungen erreicht ihr auch über Alt + D + S (Reihenfolge wichtig).

Gratulation, damit habt ihr die wichtigsten Plasma-Optionen konfiguriert!

Dateimanager Dolphin

KDE Plasmas Dateimanager Dolphin ist ein grandioses Stück Software, meiner Meinung dem Explorer, Finder und seinen Linux-Kollegen haushoch überlegen. Hier ein paar Tipps zur Anpassung.

Navigationsknöpfe und Werkzeugleiste

In der Standardeinstellung zeigt Dolphin nur kleine Knöpfe mit „<“ und „>“ für die Navigation an, das ist fitzelig. Rechtsklick auf das linke „<“ und „Text anzeigen“: „Zurück“ aktivieren. Schon besser, es ist aber auch praktisch, einen Knopf für „eine Hierarchie höher“ zu haben. Dafür Klick auf „Einstellungen“ → „Werkzeugleisten einrichten“. Aus der linken Liste lässt sich nun ein „Nach oben“ auswählen und mit dem Steuerkreuz nach rechts verschieben. Dort landet es dann ganz unten und lässt sich mit gehaltener Maustaste oder dem Steuerkreuz in der Mitte nach oben verschieben, idealerweise direkt hinter „Nach vorne“. Dann noch ein Klick darauf und „Text ändern“ gewählt, dort „Nach oben“ zu schlicht „Hoch“ kürzen und darunter „Text ausblenden“ deaktivieren. In der Liste finden sich noch andere praktische Aktionen, ich empfehle den Powerusern insbesondere „Versteckte Dateien“, das versteckte Dateien und Ordner ein- und ausblendet. Bei dem bietet es sich wieder an, den Namen zu kürzen, z. B. auf „Versteckt“. Außerdem praktisch: „Terminal öffnen“ (wieder kürzen). Seht in das Bildschirmfoto für meine derzeitige Konfiguration der Werkzeugleiste.
Tipp: Für „Versteckt“ auf „Symbol ändern“ klicken und nach „quickview“ suchen. Dieses Icon mit dem Motiv eines Auges passt besser zur Funktion.

Vorschaubilder für Videos

Dolphin kann über Plugins Vorschaubilder für diverse Dateitypen anzeigen. In der Standardeinstellung erhalten Videos noch keine. Um das zu ändern, installiert ihr das Paket ffmpegthumbs und aktiviert anschließend in Dolphins Einstellungen unter dem Reiter „Allgemein“ bei „Vorschauen“ „Videodateien (ffmpegthumbs)“. Hier lassen sich auch gleich Vorschaubilder für PDFs aktivieren (falls nicht verfügbar, muss kdegraphics-thumbnailers installiert werden).

Ansicht optimieren

Dolphin bricht lange Dateinamen in der Standardeinstellung recht bald ab. In den Einstellungen lässt sich unter „Ansichten“ die Breite von „Mittel“ auf „Lang“ stellen, das sieht besser aus und ist übersichtlicher.

Über den Einstellungen-Knopf (!) dann noch auf „Ansicht anpassen“ und dann „Zusätzliche Informationen“ klicken. Dort „Größe“ aktivieren. Dann „Diese Ansicht-Eigenschaften als Standard verwenden“ und außerdem – ganz wichtig – „Vorschau anzeigen“ aktivieren und bestätigen. Nun zeigt Dolphin unter jeder Datei ihre Größe an und unter Ordnern, wie viele Objekte sie beinhalten. Unglaublich praktisch!

Ordner lassen sich übrigens in Dolphin per Maus-Mittelklick als neuer Tab öffnen, genau wie in einem Webbrowser.
Strg + I öffnet eine Filterleiste, die im aktuellen Ordner nach einem Ausdruck sucht, dieses Feature verwende ich andauernd.
Shift + F4 öffnet ein Terminal als neues Fenster mit dem aktuellen Ordnerpfad.

Geschmackssache und Frage der Bildschirmfläche ist, ob mensch die rechte Seitenleiste einschalten möchte. Über den Einstellungen-Knopf → Seitenleisten → Informationen lässt sie sich dazuschalten und per Rechtsklick einrichten.

Kwin

Kwin ist eines der Herzen der Plasma-Oberfläche. Der Fenstermanager ist integral mit der Architektur des Desktops verzahnt und fungiert nicht nur als Verwalter für Fenstereigenschaften, sondern auch Compositor für aufwendige und coole 3D-Effekte. Die wichtigsten der beeindruckenden und praktischen Effekte, die Compiz ab 2006 entwickelt hat, haben es in der einen oder anderen Form auch in Kwin geschafft. ‚Nextgen‘ arbeitet er außerdem als Wayland-Compositor.

Kwin-Renderer optimieren

In den Systemeinstellungen unter „Anzeige und Monitor“ → Compositor ist es sinnvoll, bei Ausgabemodul „OpenGL 3.1“ zu wählen. Ich gehe hier davon aus, dass der Rechner einigermaßen aktuell ist und der Grafiktreiber funktioniert/installiert wurde (nur für Nvidia-Chips). Die Änderung anwenden, neu anmelden und sehen, ob sich Fensteranimationen gut verhalten. Wenn nicht, auf OpenGL 2.0 stellen, hilft auch das nicht, auf Xrender.

Maßnahme gegen Tearing

Bei manchen Grafiktreibern kommt es in der Standardkonfiguration zum sogenannten Tearing, dem ‚Zerreißen‘ des Bildschirminhalts bei schnellen Änderungen. Das lässt sich auf Systemen mit proprietärem Nvidia-Treiber in den Nvidia-Einstellungen konfigurieren. Mit freien Treibern öffnet ihr wieder die Systemeinstellungen → Anzeige und Monitor → Compositor. Dort gibt es die Option „Einzelbild-Zerreißen (Tearing) verhindern (VSync)“. Testet hier alle Optionen durch. Bei meinem AMDGPU-Treiber bringt „Vollständiges Neuzeichnen“ die gewünschte Wirkung.

Kwin-Effekte

Kwins Einstellungen findet ihr in den Systemeinstellungen unter „Arbeitsflächen-Verhalten“ → „Arbeitsflächen-Effekte“. Experimentiert dort ruhig mit den dutzenden Funktionen!

Meine Empfehlungen zum Aktivieren:

Eltern-Fenster abdunkeln
Modale Dialogfenster lassen ihr Abstammungs-Fenster abdunkeln. Die Intention zielt in die Richtung der Schubladen-Animation von macOS.

Nach hinten gleiten
Fenster nach hinten gleiten lassen, wenn ein anderes Fenster aktiviert wird. Organisch und fancy.

Animierter Arbeitsflächen-Würfel
Haha! Geschmackssache, aber *der* Effekt-Klassiker. Die virtuellen Desktops werden auf einem Würfel abgebildet, der sich durchschalten lässt. Ich würde euch aber nicht empfehlen, diesen Effekt euren Eltern oder der Tante einzurichten.

Mein Rat für die Einstellungen des Effekts (das mittlere Icon rechts): „Layout des Arbeitsflächen-Umschalters für die Animation verwenden“. Damit der Würfel auch ein Würfel ist: Innerhalb von „Arbeitsflächen-Verhalten“ in den Systemeinstellungen auf „Virtuelle Arbeitsfläche“ klicken, „Anzahl der Arbeitsflächen“ von zwei auf vier erhöhen, die Zeilenanzahl bei einer belassen.

Arbeitsflächen-Würfel
Der eigentliche Würfel, es müssen beide Module aktiviert sein. Öffnet die Einstellungen und geht in den Reiter „Erweitert“. Aktiviert „Nach dem Ziehen mit der Maus beenden“. Stellt den Schieberegler von „Ansicht“ auf den sechsten Strich, den von „Deckel-Deformation“ kurz vor den vierten. Im Reiter „Einfach“ könnt ihr ein Hintergrundbild auswählen. Das ist wichtiger, als ihr annehmt, weil der Würfel ohne ‚Raum‘ nicht zur rechten Geltung kommt. Ich empfehle dieses grüne Makrofoto eines Blatts, ladet es in der höchsten Auflösung an einen permanenten Ort herunter und wählt es anschließend aus. Das Motiv und die Farbe harmonieren perfekt mit dem Grau des 3D-Raums. Unten bei „Aktivierung“ könnt ihr globale Tastenkürzel definieren. Ich rate ausschließlich zum Würfel, nicht der Kugel, nicht dem Zylinder. Eingängig als Tastenkürzel ist Windows + F1.

Anmelden
Blendet den Desktop nach der Animation des Anmeldebildschirms auf.

Bildschirmkante
Praktisch, wenn ihr für die Ecken Aktionen definieren wollt. Beim Annähern an die Bildschirmecken glühen sie dann blau und signalisieren, dass die Aktion gleich ausgelöst werden wird.

Fensteröffnung
Schiebt die Fenster beim Ausblenden der Fenster in die Ecken (z. B. durch Klick auf das Cashew oder Tastenkürzel, Standard ist Strg + F12). Von macOS bekannt.

Hereingleitende Aufklappfenster
Ohne diesen Effekt blenden sich Plasma-Plasmoids (heißt: nur QML-Elemente, nicht klassische Fenster) nur ein, statt elegant ‚auszufahren‘.

Hineinzoomen
Zoomt neue Fenster beim Öffnen heran, lässt den Vorgang eleganter wirken.
Vom Alternativeffekt „Gleiten“ rate ich indes ab. Er emuliert das Verhalten von Windows Vista+, trägt aber zu dick auf. Das Hinein- und Herausgleiten sieht spektakulär aus, stört aber nach kurzer Zeit.

Hintergrundkontrast
Erhöht den Kontrast und verbessert die Lesbarkeit hinter halbtransparenten Fenstern.

Maximieren
Animiert das Maximieren und ‚Wiederherstellen‘ von Fenstern als Übergangseffekt.

Morphing popups
Verändert beim Überfahren von Plasmoids fließend die Geometrie der Infoblasen.

Transparenz
Lässt Fenster unter festgelegten Bedingungen durchscheinen.
Mein Rat für die Einstellungen des Effekts (das Fenster-Icon rechts mit dem schwarzen Feld): „Verschieben von Fenstern“ auf den dritten Strich von rechts. Außerdem: „Menü-Transparenz separat einstellen“, dann „Aufklappmenüs“, „Kontextmenüs“ und „Abreißmenüs“ auf Werte zwischen den letzten und vorletzten Strich stellen. Das aktiviert eine dezente Transparenz von Kontext- und Drop-Down-Menüs, so dass sich das Fenster dahinter erahnen lässt.

In den Systemeinstellungen unter → Fensterverwaltung → Fensterverhalten → Reiter „Fenster“ lässt sich unten bei „Inneres Fenster, Titelleiste & Rahmen“ Alt + Mausrad für „Transparenz ändern“ festlegen. Mit dieser Einstellung lassen sich durch Halten der Alt-Taste und Drehen des Mausrads beliebige Fenster durchsichtig stellen! An dieser Stelle sei auch gleich auf die voreingestellte Option hingewiesen, mit Alt + Mausklick Fenster beliebig anpacken und verschieben zu können.

Verblassen
Blendet Fenster beim Öffnen/Schließen langsam ein bzw. aus.

Verwischen
Milchglas-Effekt für den Hintergrund halbtransparenter Plasmoids.

Wabernde Fenster [sic!]
HA! Kommen wir zum wirklich Wichtigen! Lässt Fenster beim Verschieben schwabbeln. Wirkt organisch und gibt den Fenstern eine knuffige Plastizität.

Einstellungsempfehlung: Den „Wabern“-Regler unter das zweite Dreieck des „W“ von „Wabern“ stellen. Dann „Erweiterten Modus aktivieren“. Unten Werte korrigieren: „Steifheit“ (höhöhö): 6. „Ziehen“: 85. „Bewegungsfaktor“: 10.
Ich habe diese Werte sehr sorgfältig ermittelt und finde, dass der Effekt damit am besten wirkt. Die Einstellung folgt ungefähr dem Eindruck, den das alte Compiz-Plugin gemacht hat.

Wunderlampe
Der von macOS bekannte „Genie-Effekt“. Setzt dies statt der „Minimieren-Animation“, die den Windows-10-Effekt emuliert.

3D-Fenstertitel
Ermöglicht einen alternativen Anwendungsdurchschalter im Stil von Flip3D aus Windows Vista/7 oder CoverFlow wie in iTunes und dem macOS-Finder. Die Einstellungen findet ihr aber woanders: Öffnet in den Systemeinstellungen → Fensterverwaltung → Anwendungsumschalter. Unter „Fenster filtern nach“ empfehle ich nachdrücklich, die Häkchen vor „Virtuellen Arbeitsflächen“ sowohl unter den Reitern „Allgemein“, als auch „Alternativ“ zu entfernen. Unter „Alternativ“ könnt ihr im Drop-Down-Menü nun „3D-Fensterstapel“ oder „3D-Fenstergalerie“ wählen.
Bleibt unter „Alternativ“ und definiert dort unter „Alle Fenster“ Tastenkürzel für „Vorwärts“ mit Windows + TAB und „Rückwärts“ mit Windows + Shift + TAB, bestätigt die Warnung (ja, ihr wollt neu zuweisen), bestätigt mit „Anwenden“.
Alternativ-Tipp: „Raster“ ist ebenfalls ein praktischer Durchschalt-Effekt.

Arbeitsflächen-Umschalter (Raster)
Zeigt eine Übersicht über alle Fenster der vorhandenen Arbeitsoberflächen. Wie das alte „Spaces“ von macOS, gab es aber schon früher. Wichtig: Öffnet die Einstellungen und wählt unter „Layout-Modus“ „Automatisch“ aus. Im rechten Teil des Fensters könnt ihr gleich ein globales Tastenkürzel definieren, Standard ist Strg + F8. (Hinweis: Momentan ist dieser Effekt von einem heimtückischen Bug geplagt, der Kwin abstürzen lässt. Hoffen wir auf eine mittelfristige Behebung. Es gibt aber einen Workaround: In den Einstellungen des Effekts „Fenster zeigen“ muss „Lücken füllen“ deaktiviert werden!)

Fenster zeigen
Der praktischte Effekt schlechthin, eine Implementierung von „Exposé“! Öffnet die Einstellungen, setzt einen Haken vor „Minimierte Fenster ignorieren“. Unten bei „Aktivierung“ könnt ihr globale Tastenkürzel definieren. Für mich hat sich seit 2006 bewährt: „Fenster aller Arbeitsflächen zeigen“: F8. „Fenster der aktuellen Arbeitsfläche anzeigen“: F9. „Fenster zeigen umschalten (Fensterklasse): F7. Bestätigt eventuelle Umtausch-Dialoge, das passt schon.

Klickt dann innerhalb von „Arbeitsflächen-Verhalten“ auf „Bildschirmränder“. Im kleinen Monitor könnt ihr nun euren Bildschirmkanten Kwin-Aktionen zuweisen. Meine Empfehlung: Links unten „Fenster zeigen – Alle Arbeitsflächen“. Rechts unten „Fenster zeigen – Aktuelle Anwendung“. Rechts oben „Fenster zeigen – Aktuelle Arbeitsfläche“. Ansonsten keine Ecken, deaktiviert auch die eventuell vorkonfigurierte obere linke Ecke.

Maus-Position finden
Irrsinnig praktisch! Mit der Standard-Tastenkombo Strg + Windows kreisen zwei Halbkreise um den Mauszeiger. So lässt er sich schnellstens wiederfinden, wenn er mal wieder verloren gegangen ist.

Vergrößerung
Zoomt den ganzen Desktop heran und lässt nach wie vor Mausklicks zu. Unermesslich praktisch, um kurz etwas heranzuholen, etwas groß zu zoomen, eine wiederspenstige Webseite zu vergrößern und vieles mehr! Die Standardkonfiguration ist allerdings für ein US-Tastaturlayout definiert. Öffnet die Einstellungen und wählt für „Vergrößern“ Windows + L, für „Verkleinern“ Windows +K (NEO-Layout: D/T). Damit erreicht ihr die Funktion leicht mit einer Hand über die rechte Windows-Taste. Wenn ihr eine vereinfachte Tastatur habt, solltet ihr euch andere Kürzel suchen, die ihr mit einer Hand ausführen könnt.

Kwin-Befehle auf Maus-Sondertasten und Zoomen per Tastatur-Mausrad-Kombo

Diese Funktionalität muss mensch sich leider händisch zusammenbasteln. Installiert „xbindkeys“ und führt dann im Terminal diesen Befehl aus, um die Standard-Konfigurationsdatei anzulegen:
xbindkeys --defaults > ~/.xbindkeysrc
Öffnet nun die versteckte Datei .xbindkeysrc in eurem Homeverzeichnis mit Kate oder dem Editor eurer Wahl. Durch Lesen der Vorlagen könnt ihr auch schon andere eigene Szenarien abdecken.

Maus-Sondertasten mit ›Exposé‹-Effekt
Sofern ihr eine Maus mit mindestens einer belegbaren Sondertaste habt, könnt ihr sie mit dem „Fenster zeigen“-Effekt und einer Übersicht über alle Desktops („Raster“) belegen.

Erst mal müsst ihr die Bezeichnung der Maustasten herausfinden, hierfür startet in einem Terminal „xev“. Sollte es nicht installiert sein, findet ihr es im Paket xorg-xev. Es öffnet sich ein weißes Fenster, in dem ihr die Maus-Sondertasten drücken könnt, parallel liefert das Terminal eine Ausgabe der Knopfinformationen, der Wert von „button“ ist entscheidend.

Nun gehe ich davon aus, dass ihr „Fenster zeigen“ und „Arbeitsoberflächen-Umschalter (Raster)“ in Kwin aktiviert habt. (Hinweis: Momentan ist der Raster-Effekt von einem heimtückischen Bug geplagt, der Kwin abstürzen lässt. Hoffen wir auf eine mittelfristige Behebung.)

Fügt diese Zeilen in eure .xbindkeysrc ein und passt den Button-Wert entsprechend an:

Wie aus dem Titel ersichtlich, ist der dritte Eintrag noch mal eine weitere Möglichkeit, den Raster-Effekt diesmal nur mit der Tastatur auszulösen.

Zoom in den Desktop mit Tastatur-Mausrad-Kombo
Dafür muss der Effekt „Vergrößerung“ aktiviert sein. Per Windows-Taste [Super] + Mausrad-Lauf könnt ihr dann nachher damit in den Desktop zoomen. Fügt ein:

Ausprobieren, ob alles funktioniert, könnt ihr nun, indem ihr „xbindkeys“ im Terminal startet.  Bei Gefallen tragt ihr es in den Systemeinstellungen unter Starten und Beenden → Autostart als neuen Eintrag ein. Dafür klickt ihr unten auf „Programm hinzufügen“ und tippt dann „xbindkeys“ ein und aktiviert „In Terminal ausführen“ und klickt „OK“.

Eine Übersicht aller u. a. Per xbindkeys möglichen Kwin-Befehle erhaltet ihr übrigens mit dem Befehl
qdbus org.kde.kglobalaccel /component/kwin shortcutNames
Namen, die aus mehreren Wörtern bestehen, müssen dann in Anführungszeichen gesetzt werden. Doppelte Anführungszeichen in der Zeile stören xbindkeys nicht.

Farbenfrohere Bildschirmsperre

KDE Plasma 5.8 hat einen neuen Sperrbildschirm eingeführt, der abstoßend minimalistisch daher kommt und an ein Windows 8 erinnert. Doch der Hintergrund kann einfach ausgetauscht werden: In den Systemeinstellungen unter Arbeitsflächen-Verhalten → Bildschirmsperre → Reiter „Hintergrundbild“; statt „einfarbig“ „Hunyango“ auswählen. Das zeichnet Lichtkreise in sich wechselnden farbigen Hintergründen auf den Sperrbildschirm. Alternativ könnt ihr auch eine der anderen Optionen wie „Bild“ wählen und dann individuell ein klassisches Hintergrundbild festlegen.

Aktivierzeit der Bildschirmsperre

Standardeinstellung ist, dass sich der Desktop nach fünf Minuten ohne Eingaben sperrt. Das ist nicht nach jedermenschs Belieben. In den Systemeinstellungen unter → Arbeitsflächen-Verhalten → Bildschirmsperre → „Bildschirm automatisch sperren nach:“ könnt ihr die Sperre deaktivieren oder einen höheren Wert setzen. Überlegt euch auch die Option darunter: „Passwort nach der Sperrung anfordern nach:“, die die Passworteingabe verzögert.

Fensterrahmen: Kreis um den Schließen-Knopf wiederherstellen

Ab einem der Updates aus Plasma 5.8 scheint der Desktop den Kreis um den Schließen-Knopf in der Fensterleiste zu deaktivieren. Zwar halte ich das eher für einen Bug, aber geflissentlich will ich darauf hinweisen, wie ihr den Usability-förderlichen Kreis wiederbekommt: In den Systemeinstellungen auf Anwendungs-Stil → Fensterdekoration → das kleine „Einstellen“-Icon in der linken unteren Ecke des aktivierten Fensterdekorations-Designs anklicken → „Einen Kreis um den Schließ-Knopf zeichnen“ aktivieren → OK.

Seitliche Kontrollleiste für Anwendungsstarter

Prinzipiell könnt ihr eure untere Kontrollleiste mit so vielen Programmstartern vollstopfen, wie euch beliebt. Wenn ihr die Dock-Taskleiste nutzt, bietet sich das auch gewissermaßen an. Sofern ihr allerdings meinem Tipp gefolgt seid und die klassische Taskleiste mit Fensternamen aktiviert habt, wird der Platz eng. Mein Rat: Legt einfach eine zweite Kontrollleiste an, in die ihr all eure regelmäßig genutzten Programme ablegt. Zunächst müsst ihr auf euren Desktop einen Rechtsklick ausführen und „Miniprogramme entsperren“ wählen, wenn ihr sie wie oben empfohlen gesperrt habt. Öffnet dann das Rechtsklickmenü erneut und wählt nun die neue Option „Kontrollleiste hinzufügen“ → „Leere Kontrollleiste“. Sie wird nun an einer anderen Bildschirmkante erscheinen. Klickt gleich auf die drei Linien → „Weitere Einstellungen“ → „Automatisch ausblenden“. Über die seitlichen Pfeilchen, die erscheinen, wenn ihr auf die drei Linien klickt, könnt ihr auch die Größe des Panels justieren, sie muss ja keine ganze Bildschirmseite lang sein. Es wirkt meiner Meinung ganz gut, sie auch über das obere Pfeilchen von der oberen Bildschirmkante abzulösen, so dass sie ein bisschen unterhalb ‚hängt‘. Über die Knöpfe „Bildschirmkante“ könnt ihr die Leiste an eine andere Kante verschieben (auch nach oben), über „Breite“ ihre Breite festlegen. Es lassen sich jetzt ganz normal aus dem Anwendungsstarter im Hauptpanel Programmstarter auf das neue Panel ziehen. Anordnen könnt ihr die einzelnen Einträge manuell, indem ihr wieder auf die drei Linien klickt und dann über die Icons der Anwendungen fahrt. Wenn ihr damit fertig seid, solltet ihr die Miniprogramme wieder per Rechtsklick auf den freien Desktop und Auswahl des entsprechenden Eintrags sperren.

Systemkonfiguration

Protokolliert, was ihr tut!

Ein genereller Tipp: Legt euch eine Textdatei an und protokolliert einigermaßen, was ihr an eurer Installation ändert. URLs zu Artikeln, die euch geholfen haben, sind auch praktisch. Bei der nächsten Neuinstallation, oder auch nur, wenn ihr die Distro z. B. bei einem Freund einrichtet, wird euch das viel Nerverei ersparen. Diese ganze Anleitung baut essentiell auf meinem eigenen kompakten Protokoll auf!

sudo auf der Konsole, sudoedit/kdesu für grafische Anwendungen

Systemverwaltung benötigt in der Regel Administrator-Rechte (Root). Im Terminal, das ihr im Plasma-Anwendungsstarter findet, gebt ihr dafür „sudo Kommando“ ein. Das sollte sich aber nur auf Kommandozeilenwerkzeuge beschränken. Wollt ihr grafische Programme mit Root-Rechten starten, solltet ihr immer „kdesu Kommando“ schreiben. Nach Bestätigung von Enter öffnet sich eine Eingabemaske für euer Passwort. Kdesu berücksichtigt Dateisystem-Rechte besser und ermöglicht in der Regel erst überhaupt die Nutzung grafischer Programme als Root. [Update Mai 2017:] Allerdings ist nun das sichere sudoedit dabei, kdesu abzulösen, zunächst bereits geschehen für den Texteditor Kate und den Dateimanager Dolphin. Der neue Standardbefehl, um System-Konfigurationsdateien mit dem grafischen Editor Kate zu bearbeiten, lautet daher nun nur noch:
kate /pfad/zur/config
Kate startet damit mit Normalnutzerrechten und sobald gespeichert werden soll, fragt er (sie?) nach dem root-Passwort.

SUDO_EDITOR=kate sudoedit /pfad/zur/config
Analog dazu der Befehl, um den Dateimanager mit Root-Rechten zu starten:
dolphin sudoedit

(Ja, so wird das wahrscheinlich mal funktionieren, ist aber noch nicht fertig. Wenn ihr in der Zwischenzeit einen grafischen Dateimanager mit Root-Rechten benötigt, installiert „pcmanfm“.)

RAM-Disk

Eine RAM-Disk ist ein virtueller Datenträger im Arbeitsspeicher, der sich wie ein persistenter Speicher verhält, aber verfällt, sobald der Rechner herunterfährt. Das bringt einige Vorteile: Temporäre Dateien des Systems und von Anwendungen können dort hingeschrieben werden, weil sie nach einem Neustart sowieso nicht mehr gebraucht werden. Auch ist eine RAM-Disk ideal, um eine SSD zu schonen, wenn z. B. große Archive heruntergeladen und entpackt werden sollen, komplexer Code compiliert werden soll oder auch nur um dort Downloads hinzuschreiben, die mensch nur einmal braucht. Manjaro legt bei der Installation bereits eine RAM-Disk für /tmp an, das ist prima. Aus der /etc/fstab:
tmpfs /tmp tmpfs defaults,noatime,mode=1777 0 0
Das erzeugt bei jedem Boot eine tmpfs-RAM-Disk mit der Hälfte der Größe des Arbeitsspeichers des Rechners. Diese Hälfte wird dynamisch alloziert, das tmpfs belegt also nur tatsächlich die Größe im RAM, die in ihm belegt ist. Das hat übrigens den Nebeneffekt, dass Dateien im tmpfs nicht als belegter Arbeitsspeicher in „free“ und dem KDE-Systemmonitor angezeigt werden („htop“ berechnet den belegten Arbeitsspeicher inklusive des belegten tmpfs aber korrekt).

Was passiert, wenn das ‚System-RAM‘ und das tmpfs voll sind? Dann passiert das, was immer bei ‚Überläufen‘ des Arbeitsspeichers (Out of Memory) passiert: Die Daten werden auf die Swap-Partition auf dem persistenten Datenträger ausgelagert. Weil es bei starker Nutzung des tmpfs schnell vorkommen kann, dass der physische Arbeitsspeicher überläuft, ist es also auch bei Systemen mit viel verbautem RAM immer noch sinnvoll, eine Swap-Partition mit ein paar GiB zu haben.

Wenn ihr wie ich eine Menge RAM habt, werden extreme Größen für die RAM-Disk möglich, ohne das System dabei zu verlangsamen. Diese Konfiguration bringt mir 14,4 GiB auf /tmp:
tmpfs /tmp tmpfs rw,nosuid,nodev,noatime,size=92%,mode=1777 0 0
Es lässt sich auch direkt die gewünschte Größe mit z. B. „size=10G“ angeben. Zum Ausprobieren natürlich immer neustarten. Mit so viel schnellem Speicher lassen sich schnell größere Dateien bearbeiten, remuxen, aus PCM-Audio schneiden und vieles mehr. Ich nutze /tmp auch gerne, um dort kurz Bilder oder Videos abzulegen, die ich gleich wohin hochladen möchte. Das Verzeichnis säubert sich durch Neustarts von selbst und es ist daher im Dateipicker auch immer schön übersichtlich. Für den schnelleren Zugriff könnt ihr ein Lesezeichen auf /tmp unter den ‚Orten‘ in der linken Seitenleiste von Dolphin anlegen.

Swappiness regulieren

Die Swappiness ist ein Wert, der bestimmt, wie schnell der Kernel bei belegtem Arbeitsspeicher Teile davon auf den Datenträger auslagert, um mehr freien Arbeitsspeicher zu halten. Manjaro konfiguriert diesen Wert seit einer Weile auf 60, das halte ich für falsch. Die Einstellung bewirkt, dass das System bereits bei 40 % belegtem Arbeitsspeicher beginnt, auf die Swap-Partition auszulagern. Der Wert ist also zu konservativ gewählt. Ein zu niedriger Wert wie 1 wäre aber auch nicht ideal: Belegt ein Programm in schnellen Sprüngen viel RAM, wird dann erst bei 99 % Auslastung des Speichers Speicher ausgelagert und das System wird unter Umständen erst mal unbenutzbar. Meine Empfehlung ist ein Wert um 8. Das lässt sich leicht umkonfigurieren:
kate /etc/sysctl.d/99-sysctl.conf
Tragt als neue Zeile ein: vm.swappiness=8

Nach einem Systemneustart überprüft ihr im Terminal mit „sysctl vm.swappiness“, ob „vm.swappiness = 8“ ausgegeben wird. Nach dieser Änderung lagert der Kernel erst bei 92% belegtem RAM vorsorglich Teile auf die Swap-Partition aus.

Pacman – Systemupdate und Paketcache

Aktualisierung der Paketlisten mit anschließender Systemaktualisierung:
sudo pacman -Syu
Ich lege nahe, das Systemupgrade immer manuell auf der Konsole mit Pacman durchzuführen und nicht das grafische Frontend Octopi dafür zu verwenden, weil gelegentlich Konflikte und Nachfragen kommen, die Octopi nicht darstellen kann und dann abbricht.

Installation von Paketen: sudo pacman -S paketname

Deinstallation: sudo pacman -R paketname

Installation eines lokalen Paketes: sudo pacman -U paket.tar.xz

Das Installationsprotokoll findet ihr unter /var/log/pacman.log, praktisch, wenn ihr im Nachhinein nachvollziehen möchtet, welche Pakete aktualisiert wurden.

Leeren des Paketcaches unter /var/cache/pacman/pkg/ – denkt daran, ansonsten wird die Partition in wenigen Monaten voll!
sudo pacman -Scc
Möchten Sie ALLE Dateien aus dem Puffer entfernen? [j/N]
Gebt entgegen der Empfehlung hier ein „j“ ein und drückt Enter.

Den Speicherort könnt ihr in der /etc/pacman.conf hinter „CacheDir =“ ändern. In einem Desktop-System mit SSD und HDD bietet es sich an, ihn auf die HDD zu verlegen. Oder, seien wir mal realistisch, ihr werdet den Cache ohnehin so gut wie nie benötigen, setzt den Pfad also doch gleich auf /tmp. Damit müsst ihr schon nicht mehr im Hinterkopf behalten, dass euch Paketupdates mit der Zeit den Datenträger vollschreiben. Für den Problemfall gibt es dann immer noch Downgrade.

Mit Konflikten bei Paketaktualisierungen umgehen

Häufig kommt es zu Änderungen in Paketnamen, neue Pakte, die bisherige ersetzen, und dergleichen. pacman -Syu wird dann eine Ausgabe wie diese Beispiele geben:

1) calligra-plugins durch extra/calligra ersetzen? [J/n]

2) calligra und calligra-braindump stehen miteinander in Konflikt. calligra-braindump entfernen? [j/N]

3) xorg-server und xf86-input-joystick stehen miteinander in Konflikt (X-ABI-XINPUT_VERSION). xf86-input-joystick entfernen? [j/N]

Fall 1: „Ja“ wird hier von pacman vorgegeben, ein Drücken der Enter-Taste reicht also.

Fall 2: Ab hier ist Sachverstand gefragt. Was passiert hier, ist das ok? Eventuell hilft eine kurze Netz-Recherche, um etwa hier herauszufinden, dass die neue Version von Calligra Office „Braindump“ vorerst aus der Distribution geworfen hat. Die Konfliktlösung schlägt hier nicht vor, das Braindump-Paket zu entfernen. Tut ihr es allerdings nicht, lässt sich Calligra nicht mehr weiter aktualisieren. Also wird es notwendig, hier entgegen der im wahrsten Wortsinne konservativen Empfehlung von pacman zu entscheiden und ein kleines „j“, gefolgt von Enter zu wählen.

Fall 3: Auch hier wird eine kurze Netzrecherche Pflicht, wenn sich das Paket anhört, als könnte es für euch relevant sein. In diesem speziellen Fall findet ihr heraus, dass xf86-input-joystick nicht weiterentwickelt wird und von Manjaro nicht länger unterstützt wird. Das Kernpaket xorg-server konfligiert mit dem Modul, da jenes gegen eine ältere Xorg-ABI geschrieben wurde. Wenn ihr den Xorg-Server also überhaupt noch aktualisieren können wollt, müsst ihr die Änderung akzeptieren und entgegen der konservativen Empfehlung von pacman xf86-input-joystick entfernen.

Bei komplizierteren Konflikten sollte eure erste Handlung sein, die pacman-Ausgabe zu googeln. Selbst mit deutschen Terminal-Texten hat mensch da bei Manjaro und Arch oft Glück. Wenn sich ein Konflikt nicht lösen lässt, hilft es zuweilen, einen Tag verstreichen zu lassen. Die Chance ist hoch, dass der Fehler entdeckt und behoben wurde. Sollte sich das Problem hartnäckig halten, könnt ihr in einem der Manjaro-Foren fragen.

Yaourt für das AUR – Niemals zur Systemaktualisierung verwenden!

Yaourt vereinfacht die Installation von ‚Paketen‘ aus dem Arch User Repository, dem AUR. Im AUR liegen Scripte, die Programme in der Regel aus dem Quellcode laden und lokal compilieren. Die Installation verläuft mit Yaourt ähnlich einfach wie mit Pacman. Ein Installationsbefehl lautet „yaourt -S aurname“, ohne das sudo.
Die normale Systemaktualisierung ist wie erwähnt „sudo pacman -Syu“. Dabei werden nur normale Pakete aktualisiert, keine AUR-Pakete.
Yaourt bietet den nützlichen Befehl „yaourt -Syua“, der ebenfalls ein Systemupdate, aber inklusive des AUR macht. Nutzt das ja nicht! Immer erst per pacman -Syu das System aktualisieren, danach könnt ihr yaourt -Syua ausführen. Der Grund ist, dass Yaourt eine schwächere Abhängigkeits- und Konfliktprüfung als Pacman durchführt – und das kann euer System zerschießen. Wirklich. Ich spreche aus nicht nur einmaligen Erfahrung.

Yaourt: Editieraufforderung deaktivieren

Yaourt fragt bei jeder AUR-Installation, ob mensch zuvor sicherheitshalber das PGKBUILD mit einem Editor lesen möchte. Das ist gut gemeint aber nervig, ich empfehle daher diese Frage abzuschalten:
kate /etc/yaourtrc
Unter „Prompt“ diese Zeilen entsprechend editieren und die Rauten entfernen:
BUILD_NOCONFIRM=0
EDITFILES=0

Multicore-Optimierung und CPU-Flags für Compiler-Optimierung setzen

Yaourt compiliert viele Pakete aus dem Quellcode. Das kann dauern. Per Standard laufen die Compiliervorgänge nämlich nur auf einem Kern.
kate /etc/makepkg.conf
Vor „MAKEFLAGS“ die Raute entfernen und dahinter die Zahl der CPU-Kerne des Systems eintragen. Bei einem Achtkerner also: MAKEFLAGS="-j8"
Wenn mensch auf dem eigenen Rechner compilierten Code nicht weitergeben möchte, bietet es sich außerdem an, den Compiler, ganz Gentoo-style, voll auf die eigene Architektur zu optimieren. Dafür die Zeilen „CFLAGS“ und „CXXFLAGS“ vorne anpassen: „-march=native“ statt „-march=x86-64“ und je das „-mtune=generic“ entfernen.

Multicore-Optimierung für Paketkomprimierung einschalten

Der xz-Kompressor für Paketarchive verwendet per Standard nur einen Kern, das ist unglücklich.
kate /etc/makepkg.conf
Die Zeile „COMPRESSXZ=(xz -c -z – —threads=0)“ hinten anpassen [Vorsicht: WordPress konvertiert mir hier zwei Minusse in Gedankenstriche! Es muss heißen: „… -z leer Minus leer MinusMinus…“] und die Null durch die Zahl vorhandener Kerne ersetzen, also z. B. „8“.

Systemd-Log-Daemon Journald und Coredump

Der Systemdienst systemd erstellt zu Abstürzen von einigen Programmen sogenannte Coredumps unter /var/lib/systemd/coredump/, große Abbilder des Zustands im Arbeitsspeicher zur Zeit des Crashes. Nur Normalnutzer ist das völlig nutzlos und SSD-Nutzer haben sogar durch die mitunter enormen Speichermengen eine erhöhte Abnutzung ihres Speichers. Darum solltet ihr Coredumps deaktivieren.
kate /etc/systemd/coredump.conf
Unterhalb von „[Coredump]“ diese Zeile einfügen und speichern:
Storage=none

Ein anderer Vielschreiber ist der systemd-Protokolldienst journald, der eifrig unter /var/log/journal/* klotzt. Es ist keine schlechte Idee, seine Speichergröße zumindest zu beschränken:
kate /etc/systemd/journald.conf
Diesen neuen Eintrag unterhalb von „Journal“ anlegen:
SystemMaxUse=250M
Speichern. Bisherige Inhalte von /var/log/journal/[ID] und /var/lib/systemd/coredump lassen sich übrigens ohne Bedenken in den Ordnern per „sudo rm -rf *“ löschen.

Apple-Tastaturen: Funktionstasten zum Standard machen

Habe ich zwar nicht mehr, es gibt aber genug Leute damit: Wer eine Apple-Tastatur nutzt, muss in der Standardeinstellung für die F-Tasten immer gleichzeitig Fn drücken, weil die Mediatasten präferiert werden. Das ist eigentlich verkehrte Welt. So stellt ihr das um:
Datei anlegen: kate /etc/modprobe.d/hid_apple.conf mit Inhalt:
options hid_apple fnmode=2
Dann in der /etc/mkinitcpio.conf unter „FILES“ diese Datei eintragen:
FILES="/etc/modprobe.d/hid_apple.conf"
Schließlich „sudo mkinitcpio -p linux413“ – wenn das euer genutzter Kernel ist, gegebenenfalls anpassen. Zukünftige Kernel(-Updates) werden dann automatisch damit konfiguriert. Nach einem Neustart sollte der neue Standard gelten.

RAM-Komprimierung per zswap

Was Apple mit OS X 10.9 Mavericks als Compressed Memory eingeführt hat, kann Linux schon länger. Damit werden bei ausgehendem Arbeitsspeicher die länger nicht benutzten Speicherbereiche vom Kernel komprimiert, um das Swapping auf die Swap-Partition zu vermeiden. Offenbar ist diese für das Verwenden von zswap dennoch Voraussetzung. Zswap aktiviert ihr, indem ihr es als Kernel-Parameter setzt:
kate /etc/default/grub
Fügt unter „GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=“ „zswap.enabled=1 zswap.compressor=lzo“ innerhalb der Anführungszeichen ein. Speichern, danach „sudo grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg“ (und „sudo mkinitcpio -p linux414“ – wenn das euer genutzter Kernel ist, gegebenenfalls anpassen [bin mir nicht sicher, ob notwendig]). Zukünftige Kernel(-Updates) werden dann automatisch damit konfiguriert. Ob zswap nach einem Neustart eingeschaltet ist, könnt ihr mit „cat /sys/module/zswap/parameters/enabled“ prüfen, das sollte „Y“ ausgeben.

GRUB2-Bootloader: Wartezeit und Standardeintrag + Windows-Erkennung

Die Wartezeit von GRUB2 beim Systemstart kann nervig sein. Eventuell wollt ihr auch eine andere Distribution oder Windows als Standard setzen
kate /etc/default/grub
„GRUB_TIMEOUT=“ legt die Sekunden fest, die das Bootmenü angezeigt wird. Ich empfehle hier Werte zwischen 1 und 4.
„GRUB_DEFAULT=saved“ könnt ihr hinten mit einer Zahl von 0 – n ersetzen. Ist Windows momentan im Bootmenü der vierte Eintrag von oben, muss es also „=3“ heißen.
Wird Windows gar nicht erst aufgelistet, muss es zunächst mal erkannt werden, das wird es von selbst offenbar nicht immer: „sudo grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg“ sollte es der Liste hinzufügen. Klappt das nicht, prüft ob das Paket „os-prober“ installiert ist.
Den vorigen Befehl müsst ihr nach Änderungen in der /etc/default/grub in jedem Fall ausführen. Er liest die Konfigurationsdatei aus und schreibt sie in die ‚richtige‘ GRUB2-Konfiguration, in der ihr besser niemals von Hand eingreifen solltet.
Zur weiteren Vertiefung in GRUB2 bietet sich der Artikel im Ubuntuusers-Wiki an.

Natürliches Scrolling – wie auf macOS und Android

Viele bevorzugen das ‚verkehrte Scrollen‘, das Apple vor einigen Jahren auf macOS eingeführt hat. Die Scroll-Metapher ist dabei eine modernere: Mensch scrollt nicht den ‚Scollbalken‘, sondern mensch bewegt den Bildschirminhalt. Damit ist die Geste der direkten Scroll-Bewegung auf Smartphones und Tablets auch viel ähnlicher als das historische Scrollen des Scroll-Balkens, der über eine gedachte Mechanik das Dokument weiterzieht. Es gibt zwar eine grafische Konfigurationsoption hierfür, sie funktioniert mit libinput aber derzeit nicht zuverlässig, daher müsst ihr in die Systemkonfiguration eingreifen.

Erstellt eine Konfigurationsdatei
kate /etc/X11/xorg.conf.d/60-libinput.conf
Mit diesem Inhalt:

Section "InputClass"
Identifier "libinput"
Driver "libinput"
MatchDevicePath "/dev/input/event*"
Option "NaturalScrolling" "True"
EndSection

Das sollte nach einem Neustart gleichermaßen für Mäuse und Trackpads gelten.
Wenn ihr ein Trackpad habt, das bisher noch den Synaptics-Treiber nutzt, deinstalliert xf86-input-synaptics. Achtet darauf, dass xf86-input-libinput installiert ist.

Trackpads: Tippen für Klicks aktivieren

In der Standardkonfiguration wird euer Trackpad nur einen Klick über den Hardwareknopf ausführen werden. In den Systemeinstellungen unter Eingabegeräte → Touchpad gilt es unter „Mausklick-Emulation“ die Funktionen für das Tippen mit einem, zwei, oder drei Fingern festzulegen.
Auch hier der Hinweis: Falls xf86-input-synaptics installiert ist, solltet ihr es deinstallieren und den neuen libinput-Treiber nutzen.

Trackpad-Gesten

Eines fernen Tages in einer besseren Zukunft wird Plasma Trackpad-Gesten integriert haben. Doch heute muss mensch sich extern behelfen. In der Annahme, dass ihr den modernen libinput-Treiber nutzt, kommt dafür am ehesten das Python-Script libinput-gestures in Frage. Installiert es aus dem AUR (siehe mein Kapitel zum AUR). Erstellt dann mit Kate eine Scriptdatei Gesten.sh, z. B. in einem Unterordner „Skripte“ in eurem Home-Verzeichnis:

#!/bin/sh
sleep 15
libinput-gestures
exit

Was das Script macht, ist nach seinem Start 15 Sekunden zu warten, bis es dann libinput-gestures ausführt. Ich habe auf meinem System mit einem Magic Trackpad herausgefunden, dass es nur so zuverlässig beim Anmelden gestartet werden kann.
Geht dann in die Systemeinstellungen → Starten und Beenden → Autostart und klickt auf „Skript hinzufügen“. Wählt dort das Script aus, „als Verknüpfung hinzufügen“ aktiviert lassen, und dann sollte es in der Autostart-Liste unter „Skriptdatei“ gelistet werden. Sein „Ausführungszeitpunkt“ sollte die „Anmeldung“ sein.
Zu guter Letzt benötigt ihr noch eine Konfigurationsdatei. Ihr könnt euch aus der /etc/libinput-gestures.conf Anregungen besorgen. (Eventuell überschreibt diese Datei eine Nutzerkonfiguration, falls die spätere Nutzerkonfiguration nicht klappen sollte, löscht die /etc/libinput-gestures.conf über „sudo rm /etc/libinput-gestures.conf“)

Meine Konfigurationsempfehlung für eine individuelle Konfiguration unter dem versteckten Ordner .config in eurem Home-Verzeichnis als Datei libinput-gestures.conf findet ihr hier. Die Regeln für Firefox und Amarok folgen meinen persönlichen Tastenkürzeln, Standard für Firefox dürfte ctrl+w / ctrl+shift+w sein (Tab schließen/wiederherstellen; bei Amarok vorheriger/nächster Titel). Für die Umstellung in Firefox habe ich das Add-On Dorando keyconfig genutzt.

Nun könnt ihr euch neu anmelden oder gleich „libinput-gestures“ im Terminal starten. Sollte kein geeignetes Trackpad erkannt werden, unterstützt eures höchstwahrscheinlich keine Gesten.

48 kHz und 24-Bit in PulseAudio aktivieren

Der Sound-Server PulseAudio gibt Audio per Standard nur in 44,1 kHz (CD-Standard) aus. Das ist doof, weil Videos in aller Regel Tonspuren mit 48 kHz haben, was PulseAudio dann zu einem Downsampling veranlasst. Da eurer Audiochip 48 kHz ebenfalls beherrscht, ist es besser, PulseAudio stattdessen zwischen den Sampling-Raten wechseln zu lassen. Dafür öffnet ihr:
kate /etc/pulse/daemon.conf
Sucht nun diese Optionen, entfernt das „;“ vorne und passt die Werte nach dem Gleichzeichen wie angegeben an:
resample-method = speex-float-10
default-sample-rate = 44100
alternate-sample-rate = 48000
default-sample-format = s24le

Durch die Zeile mit „s24le“ aktiviert ihr übrigens auch gleich 24-Bit-Audio.
Ob die Änderung funktioniert hat, könnt ihr nach einem neuen Anmelden/Neustart mit „pacmd list-sources | grep sample“ testen, während ihr wechselnd Audio in 44,1 kHz (die meiste Musik) und 48 kHz (Standard bei Videos, allerdings nicht immer) abspielt.
Lektüre zum Vertiefen: 1, 2, 3. Hinweis: Die src-sinc*-Resampler sind mittlerweile entfernt worden.

MTP mit Android

Möchtet ihr per MTP und USB-Kabel Daten mit eurem Android-Gerät austauschen: Versucht besser erst gar nicht, die System-Implementierung, bzw. das, was Plasma anbietet, zu nutzen. Es ist alles katastrophal. Die einzige MTP-Implementierung, die verlässlich funktioniert, ist go-mtpfs. Ihr könnt es mit „yaourt -S go-mtpfs-git“ installieren, inklusive seiner leider üppigen Abhängigkeiten. Anschließend lassen sich angeschlossene und bereite MTP-Geräte per „go-mtpfs [Mountpfad]“ nach z. B. ~/MTP mounten (ohne sudo!). Beachtet, dass es ein Ordner sein muss, auf den ihr als Nutzer schreiben könnt, legt also einfach einen Ordner „MTP“ in eurem Homeverzeichnis an. Nach dem Einhängen könnt ihr dann per Dolphin darauf unterhalb von ~/MTP zugreifen. Das Display sollte solange nicht aus gehen, sonst wird die MTP-Verbindung unterbrochen. Stellt also am besten für längere Sitzungen vorübergehend die Zeit für den „Ruhezustand“ in Androids Einstellungen unter „Display“ auf einen höheren Wert. Ein Unmount geht nur (in einem neuen Terminal/-Tab) mit „fusermount -u MTP“. (Erinnerung: Ab Android 6 (?) müsst ihr für eine MTP-Verbindung nach dem Einstecken des USB-Steckers am Android-Gerät auf die fixe Benachrichtigung „USB zum Aufladen“ tippen und dann „Datenübertragung – Dateien an Windows oder Mac übertragen (MTP)“ wählen.)

KDE Connect zur Integration mit Android

KDE Connect ist eine feine Software, die euch Benachrichtigungen, Zwischenablageinhalte, Dateien und mehr zwischen KDE Plasma und eurem Android-Gerät synchronisiert (mit Einschränkungen klappt das auch mit anderen Linux-Desktops). Außerdem ermöglicht sie, vom Android-Gerät aus die auf dem PC-Musikplayer laufenden Titel zu wechseln, die Musik dort anzuhalten, sobald ein Anruf eingeht und das Android-Gerät klingeln zu lassen, wenn es gesucht wird.
Manjaro liefert KDE Connect erfreulicherweise gleich in der Standardkonfiguration aus, so dass ihr es nur noch auf eurem Android-Gerät installieren müsst.
Gebt der App alle Berechtigungen, die sie verlangt und verbindet PC und Android über die Kopplungsfunktion, wofür sich beide im selben Netzwerk befinden müssen. Die Kommunikation läuft dann auch zukünftig über WLAN, nicht etwa Bluetooth, und wird mit etablierten Methoden verschlüsselt.
Die PC-seitige Konfiguration erreicht ihr entweder über die Systemeinstellungen → KDE-Connect, oder per Rechtsklick auf das Tray-Icon. Unter „Senden und Empfangen“ könnt ihr den Download-Pfad für vom Android-Gerät gesendete Dateien anpassen.
Warnung aus eigener Erfahrung: Der Dateisystem-Browser zu Android, der nach dem Koppeln im Dateimanager Dolphin auftaucht, überträgt Dateien nicht unbedingt zuverlässig. Prüft besser genau die Dateigrößen/Checksummen („sha1um dateiname“ im Terminal auf Linux, auf Android einen Dateimanager wie Solid verwenden ) und nutzt bei kritischen Dateien einen anderen Übertragungsweg wie MTP per Kabel.

7Zip

Der freie Packer 7Zip ist besonders unter Windows als WinRAR-Alternative beliebt, sein Dateiformat ist ebenfalls offen. Mit „yaourt -S p7zip-gui“ installiert ihr den Packer auf Manjaro, inklusive der Oberfläche mit den detaillierten Packoptionen, die ihr vielleicht von Windows kennt. Das Compilieren wird wahrscheinlich eine Weile dauern. Anschließend habt ihr sogar einen Eintrag im Kontextmenü von Dolphin.

Redshift (F.lux-Alternative)

Zur Abendzeit strengt mich das Lesen auf leuchtenden Monitoren mehr an. Redshift kann den Bildschirm rötlich verfärben und ihm damit die grellen Blautöne nehmen. Funktioniert noch nicht unter Wayland.
sudo pacman -S redshift
yaourt -S plasma5-applets-redshift-control

Nach der Installation des Plasmoids könnt ihr es per Rechtsklick auf den Desktop → „Miniprogramme hinzufügen“ → „Redshift Einstellungen“ auf eure untere Kontollleiste ziehen (anordnen wie gehabt per Klick auf das rechte Icon mit den drei Linien).

Im Rechtsklickmenü des Plasmoids könnt ihr dann noch seine Einstellungen aufrufen. Dort müsst ihr die Einstellungen definieren. Zunächst empfehle ich sehr, „Weiche Übergänge“ einzuschalten. Unter „Erweitert“ müsst ihr den Standort eures Ortes/Stadt unter „Breitengrad“ und „Längengrad“ angeben. Herausfinden könnt ihr ihn schnell per Websuche. Nutzt nicht den „Locate“-Knopf, weil die Werte, warum auch immer, falsch sind. Achtet auch darauf, dass die Einstellungen Kommata nutzen, nicht Punkte. Unter „Farbtemperatur“ empfehle ich den Wert „4300“ für Nacht. Wenn ihr „Autostart“ unter „Allgemein“ abschaltet, empfehle ich noch 5700 für Tag. Dann könnt ihr auch tags manuell Redshift starten und bekommt zumindest eine kleine wohltuende Rotverschiebung. Wenn ihr mehrere Monitor nutzt, könnt ihr unter „Modus“ den „vidmode“ oder „randr“ wählen und einen „Bildschirm“ definieren, die Zählung beginnt bei 0. Es kann auch notwendig sein, den Wert zu setzen, wenn ihr nur einen Monitor habt. (Falls das nicht funktioniert: Meldet euch bei mir, ich hab noch mal eine eigene Script-Lösung.) Ich empfehle außerdem die Gamma-Werte je auf 0,80 zu stellen, das haut mehr rein (NICHT, wenn ihr Autostart nutzt). Unter dem Reiter „Kurzbefehle“ könnt ihr Redshift schließlich auch noch eine Sondertaste/Tastenkombination zuweisen, braucht ihr aber nicht. Das Fenster dann per OK schließen. Experimentiert bei Nacht ruhig mal mit den Werten für Night, je nach Monitor wirkt sich das auch verschieden deutlich aus.

Hilfe bei Kwin-Abstürzen

Es kommt unter Plasma 5.8 noch vor, dass der Fenstermanager Kwin abstürzt. Das äußert sich dann visuell darin, dass die Fensterleisten auf einmal fehlen. Nicht verzagen: Rechtsklick auf den Desktop: „Befehl ausführen“ → „kwin_x11“ eingeben, Enter (beachtet den Unterstrich). Nutzt ihr Wayland (dann dürftet ihr diesen Text wahrscheinlich in der Zukunft lesen – ein herzliches Hallo in die Zukunft!) lautet der Befehl „kwin_wayland“. Möchtet ihr Kwin einfach so neustarten (z. B. zum Debuggen), könnt ihr in einem Terminal „kwin_x11 –replace“ ausführen (WordPress formatiert hier eigenwillig um, es müssen zwei normale Minusse sein!).

Wichtige SSD-Optimierungen

Wenn ihr Manjaro mit btrfs auf eine SSD installiert, berücksichtigt dies das Setup nicht vollständig für die Erstellung der /etc/fstab, in der die Partitionen eingetragen werden.
kate /etc/fstab
Entfernt überall „autodefrag,discard“! Lasst „discard“ nur bei der Swap-Partition stehen. (Wenn ihr ein UEFI-Setup habt: Auch bei /boot/efi mit vfat stehen lassen.) Autodefrag ist eine btrfs-Option, die eben automatisch defragmentiert. Für HDDs ist das sinnvoll, für SSDs Gift! Discard ist zwar der TRIM-Befehl für SSDs, es ist aber besser, TRIM stattdessen regelmäßig per (Ana)Cron-Job laufen zu lassen, als immer sofort nach dem Schreiben TRIM zu senden. Fügt dafür „ssd“ hinzu, so dass die btrfs (!!) -Zeilen lauten: defaults,noatime,space_cache,ssd,compress=lzo
(Ab Linux 4.14 voraussichtlich besser: compress=zstd – Notiz an mich: Sollte die Btrfs-Anpassungen mal in ein Extrakapitel zusammenführen.)

In meinem einfachen Beispiel hat das System die Datenpartitionen /boot, /, und /home auf der SSD, für die wir das „discard“ entfernt haben. Legt nun eine Datei an:
kate /etc/cron.daily/fstrim
Fügt dort diesen Text ein.

Wenn ihr noch andere Partitionen auf der SSD eingebunden habt, fügt sie hier ebenfalls hinzu. ext4, XFS und btrfs unterstützen fstrim/discard. ntfs-3g (NTFS) unterstützt nur fstrim. Vfat (FAT32) unterstützt nur discard. HFS+ unterstützt wohl weder noch. Es gibt eine Übersichtstabelle.

Macht die Scriptdatei dann ausführbar:
sudo chmod 755 /etc/cron.daily/fstrim
Nach einem oder zwei Neustarts sollte das Script nun unter /var/log/batched_discard.log protokollieren, dass es TRIM-Vorgänge ausgeführt hat.

Falls das nicht klappt (schon erlebt und nicht erklären können): Es gibt eine Alternative über ein systemd-Script.
sudo systemctl enable fstrim.timer
sollte fstrim periodisch wöchentlich auf allen TRIM-unterstützenden Mountpunkten ausführen.

Hardwarebeschleunigung für Firefox und gleitendes Scrollen

Firefox unterstützt auch unter Linux OpenGL-Hardwarebeschleunigung für das Darstellen/Compositing von Seiten. Das beschleunigt insbesondere das Scrolling, weil die GPU dann die Ansicht ‚verschiebt‘. Unabhängig von Prozessorleistung habe ich bei mehreren Maschinen festgestellt, dass ab einer Auflösung von 2560×1440 das CPU-Compositing per xrender stärker stört. In 2012 habe ich mehrere Wochen recherchiert, wie ich das OpenGL-Compositing aktiviere. Es stellte sich raus, dass der AMD-Catalyst-Treiber komplett unbrauchbar dafür war, so dass ich dafür sogar initial auf radeon umgestiegen bin. Mittlerweile ist die Aktivierung sehr viel leichter als noch vor ein paar Jahren. Ich habe gute Erfahrungen mit den freien AMD-Treibern radeon und AMDGPU und den Intel-GMA-Treibern gemacht. Ein älterer Nvidia-304-Chip mit proprietärem Treiber spielte auch mit.

Ich gehe hier von einem frischen Firefox-Profil aus:
1. Gebt in Firefox „about:support“ ein und löst aus. Ihr gelangt auf eine interne Diagnoseseite. Schaut unter „Grafik“ nach „Compositing“, dort müsste noch „Basic“ stehen.
2. Gebt nun „about:config“ ein. Sucht nach „layers.acceleration.force-enabled“ und stellt es per Doppelklick auf true.
3. Startet Firefox neu. Geht wieder auf „about:support“ und prüft die Zeile „Compositing“. Dort sollte nun „OpenGL“ stehen.
4. Profit.

Huch, das geht ja heute wirklich leicht. Für ältere Profile eventuell relevant: „gfx.xrender.enabled“ auf false, „layers.offmainthreadcomposition.enabled“ auf true.
Hardwarebeschleunigung für Videos per VDPAU oder VA-API ist in Firefox leider noch immer nicht umgesetzt.

Zweiter Schritt: Gleitendes Scrollen
Firefox unterstützt nun echtes pixel-perfektes Scrolling. Insbesondere – aber nicht nur – für Trackpads ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Feeling damit ist dann tatsächlich wie auf macOS. Zum Konfigurieren reicht es, via
kate /etc/environment
als neue Zeile „MOZ_USE_XINPUT2=1“ einzufügen, zu speichern und sich neu anzumelden. Dass das Feature noch nicht standardmäßig aktiv ist hat allerdings auch einen Grund: Nach einem Fensterwechsel kommt es in ca. 1/5 der Fälle vor, dass sich das Scrollen in Firefox nur mehr extrem träge verhält. Einfacher Workaround: Das Fenster geschwind minimieren und wiederherstellen. Das butterweich gleitende Scrolling ist diesen kleinen Bug dutzendfach wert!

Außerdem empfehle ich, unter about:config die Werte von general.smoothScroll.mouseWheel.durationMinMS sowie -MaxMS von 200/400 auf 100/150 zu minimieren. Das hat Auswirkungen auf das Beschleunigungs- und Bremsverhalten beim Scrollen und macht dieses zackiger, im Feeling gleicht sich damit Firefox dann eher Chromium an. Mit Maus ist der Effekt kaum wahrnehmbar, aber mit Trackpad bringt die Änderung ein deutliches Plus an Schwuppdizität.

Weitere Konfigurationstipps
An dieser Stelle sei auch generell mal empfohlen, „Shockwave Flash“ in den Add-Ons unter „Plugins“ radikal zu deaktivieren.

Ab Firefox 50 kommt es mit vielen HTML5-Videos zu Abspielproblemen, die Videos spielen dann nur noch die ersten Sekunden in einer Dauerschleife. Abhilfe schafft, manuell den Schalter auf Electrolysis (e10s) zu umlegen und damit Firefox‘ neue Multiprozess-Architektur einzuschalten.
Das ist in jedem Fall eine gute Idee, weil es den Browser tendenziell stabiler macht und neue Features der kommenden Rendering-Engine freischaltet. Setzt dafür unter about:config „browser.tabs.remote.autostart“ auf true. Erstellt außerdem per Rechtsklick einen neuen Wert als Boolean = true mit String „browser.tabs.remote.force-enable“.

Aus Firefox 54+ lässt sich noch mehr Geschwindigkeit herauskitzeln, indem die Zahl der Prozesse der Rendering-Engine angehoben wird. Einziger Nachteil: Eine minimal erhöhte RAM-Beantspruchung. Standardwert sind gegenwärtig zwei Prozesse, wer einen Achtkerner hat, kann also klotzen und unter about:config den Wert von „dom.ipc.processCount“ überschreiben und auf seine Kernzahl erhöhen. Die Zahl darf auch höher liegen, proportional steigt allerdings wie gesagt dann auch die RAM-Auslastung.

Firefox: SSD schonen

Im September 2016 ging die Meldung um, dass Firefox ganz happig auf die SSD schreibt. Bei genauerer Recherche kam heraus, dass das Problem die meisten Browser inklusive auch Chromium betrifft – der sogar noch gefräßiger ist, aber das ist untergegangen. Firefox ist aber der einzige Browser, der das Problem konfigurierbar macht. Es handelt sich dabei um die Sitzungswiederherstellung, die häufig Sitzungsdaten als Backup auf den Datenträger schreibt, für den Fall eines Absturzes.
Die Firefox-Entwickler arbeiten an einer Lösung, momentan muss mensch sich aber selbst helfen: Gebt about:config ein, und löst aus. Dort sucht nach „browser.sessionstore.interval“ und ändert den Wert 15000 (15 sec) auf einen höheren, etwa 300000, also 300.000 ms, was alle 5 min eine Sicherung bedeutet, das dürfte ausreichen.

LibreOffice: A4 statt US-Letter in als Standard

Selbst mit allen deutschen Sprachpaketen installiert stellt LibreOffice die Standard-Seite in Writer als US-Letter statt dem in Deutschland üblichen A4 ein. Das ist nervig und mensch vergisst vor einem Ausdruck oder einer Abgabe häufig, das Seitenformat unter Format → Seite umzustellen, was mitunter verheerende Effekte auf die Formatierung hat. So stellt ihr A4 als Standard ein: Neues Writer-Dokument öffnen. Format → Seite → „Format“ auf A4 ändern → OK. Datei → Vorlagen → Als Vorlage speichern → Namen eingeben, z. B. „A4“ → Kategorie „Meine Vorlagen“ anklicken → „Als Standardvorlage setzen“ aktivieren → „Speichern“. Jedes neue Writer-Dokument wird nun in A4 sein.

Dropbox unter Plasma

Dropbox installiert ihr per „yaourt -S dropbox“. Leider (?) aktualisiert Dropbox sich selbstständig, an jeder Paketverwaltung vorbei. Es lädt nämlich regelmäßig die neue Version nach ~/.dropbox-dist. Diesen versteckten Ordner im Home-Verzeichnis könnt ihr gefahrlos löschen, wann immer ihr ihn seht. Das AUR-Paket wird auch ab und an aktualisiert. Für eine Dropbox-Integration in Dolphin müsst ihr erst „dolphin-plugins“ installieren. Startet Dolphin neu und klickt dann auf Einstellungen → Dolphin einrichten → Reiter „Dienste“. Dort sollte nun „Dropbox“ auswahlbereit stehen. Aktiviert es und startet Dolphin nochmals neu.

Systemschriften werden seltsam – Fontconfig wiederherstellen

Wahrscheinlich habt ihr mit der Kantenglättung in den KDE-Systemeinstellungen unter „Schrift“ herumgespielt. Tut das nicht! Irgendwie verstellt das die gesamte Schriftenkonfiguration und selbst Webfonts in Firefox sind nicht mehr dieselben. Aber es gibt Rettung: Löscht den Inhalt von ~./config/fontconfig (im versteckten Ordner .config in eurem Home-Verzeichnis) und meldet euch neu an. Hilft das nicht, löscht auch eine eventuell vorhandene ~.fonts.conf.

KDE Systemmonitor und seine Tastenkürzel

Der Systemmonitor Ksysguard, den ihr im Startermenü unter Anwendungen → System findet, ist ein Äquivalent zum Task-Manager von Windows. In seinem ersten Reiter zeigt er die Prozesstabelle, in einem zweiten die Systemlast in hübschen Grafiken. Direkt starten lässt sich das Programm auch über einen Klick auf das Systemlast-Plasmoid, das ich oben schon empfohlen habe, auf das Panel zu ziehen. Ich muss leider einschränkend sagen, dass der Klick auf das Systemlast-Plasmoid irgendwie manchmal funktioniert und meistens dann doch nicht. :/ Es empfiehlt sich daher, den Systemmonitor via Rechtsklick im Anwendungsstarter → „Zu Favoriten hinzufügen“ auf den ersten Reiter des Starters zu pinnen, oder gleich einen Starter ins Panel zu legen.

Das Wichtigste: Wie beende ich störrische Programme? Wenn der Knopf „Prozess beenden“ nicht hilft, Rechtsklick auf den Programmeintrag in der Prozesstabelle → „Signal senden“ → „Töten (KILL)“.
Eine Alternative dazu für grafische Programme: Strg + Alt + Esc. Euer Mauszeiger wird dann zu einer Kill-Bombe.
Nur mit Strg + Esc öffnet sich ein Fenster mit der Prozesstabelle wie im Systemmonitor, aber ohne den Reiter mit der Systemlast.

Der Systemmonitor kann noch mehr: Klickt Datei → „Neues Arbeitsblatt“ → neuer Name „Temperaturen“ → OK. Dort könnt ihr euch nun aus den erkannten Hardware-Sensoren rechts Diagramme zusammenbauen. Zieht Einträge auf die freie Fläche nach links und erstellt Liniendiagramme. So lassen sich die Temperaturen von CPU, GPU und Mainboard im Auge behalten.
Sollten die gewünschten Sensoren nicht erkannt werden, ist vielleicht nur nicht ihr notwendiges Kernel-Modul geladen. Dafür startet ihr auf der Konsole „sudo sensors-detect“. Dabei handelt es sich um einen kleinen Assistenten, der eure verbauten Hardware-Sensoren versucht zu erkennen und am Ende ausgibt, für welche Sensoren bisher nicht geladene Kernel-Module vorliegen. In meinem Fall ist das „it87“. Der Assistent schreibt den Namen gleich nach /etc/conf.d/lm_sensors und startet einen systemd-Service, der die Namen der in die Konfigurationsdatei geschriebenen Sensor-Module beim Systemstart nachlädt. Nach einem Neustart sollten sie dann im Systemmonitor auftauchen.

VLC als Standardmediaplayer

Der Multimediaplayer VLC wird zwar vorinstalliert, eigenartigerweise besitzt er aber keine Dateiassoziationen. Beim Klick auf Audio- und Videodateien werden sie mit den Playern QtAV, Cantata und Xine (was zum Geier?!) abgespielt. Das lässt sich in Grenzen zwar diskutieren, aber der generell ausgereifteste Player dürfte für die meisten Fälle VLC sein. Darum müsst ihr manuell die Dateizuweisung anpassen: Rechtsklick auf einen Dateityp → „Öffnen mit“ → „Weitere“ → VLC unter „Multimedia“ auswählen → darunter den Haken setzen bei „Programm allen Dateien dieses Typs zuordnen“. Für Musikdateien ist eventuell auch eine Assoziation mit Amarok oder Cantata sinnvoll, persönlich trenne ich aber gern, weil ich aus dem Dateimanager gestartete Musikdateien oft nur hineinhöre und nicht meiner Wiedergabeliste hinzufügen möchte.
Siehe auch das Kapitel zum Videoplayer MPV.

VLC: Spulen per Mausradlauf

Standardmäßig verändert der Mausradlauf in einem laufenden VLC-Video die Lautstärke. Es empfiehlt sich allerdings eher, Spulen im Video auf das Mausrad zu legen. Dazu öffnet ihr die Werkzeuge → Einstellungen → Hotkeys → „Steuerung über Mausrad-X-Achse“ (unter der Liste) → von „Lautstärkesteuerung“ auf „Positionssteuerung“ umstellen.

VLC: Hardwarebeschleunigung aktivieren

Um Rechenleistung (und möglicherweise Akku) zu sparen – und auf langsameren Prozessoren die Wiedergabe von hocheffizient komprimierten Medien erst zu ermöglichen – bietet es sich an, in VLC die Hardwarebeschleunig zu aktivieren. Unter Werkzeuge → Einstellungen → Eingang/Codecs unter „Hardware-beschleunigte Dekodierung“ „Automatisch“ oder gleich VDPAU (AMD/Nvidia) oder VA-API (Intel-Grafik) einstellen. Ob die Änderung funktioniert, könnt ihr nach einem VLC-Neustart über die Systemauslastung beim Abspielen eines H.264-Videos prüfen (dafür den KDE-Systemmonitor öffnen, oder htop/top auf der Konsole nutzen). Wenn es nicht funktioniert, ist eventuell mesa-vdpau nicht installiert (für AMDGPU-Treiber), bzw. libva-intel-driver (für Intel-Grafik), oder euer Grafikchip unterstützt es nicht. Siehe auch das Programm vdpauinfo (eventuell erst installieren), das für AMDGPU und den proprietären Nvidia-Treiber die unterstützten Codecs für die VDPAU-Decodierung ausgibt.
VLC 2.x unterstützt übrigens noch kein hardwarebeschleunigtes H.265-Decoding, Manjaro installiert jetzt allerdings bereits Prerelease-Versionen von VLC 3.0 statt der alten 2er-Reihe.
Hinweis: Ihr könnt keine ‚Videoschnappschüsse‘ mehr machen, wenn ihr die Hardwarebeschleunigung nutzt, zumindest nicht über das Menü Video → „Videoschnappschuss machen“. Eine Alternative ist Spectacle („Druck“-Taste, bzw. direkt das Programm starten), oder ihr deaktiviert kurz die Hardwarebeschleunigung, startet VLC neu und macht so den Screenshot.

MPV: Der bessere Videoplayer für den Poweruser

Die Stärke VLCs ist seine umfangreiche GUI. Auf der technischen Seite hapert es bei dem Player seit einer ganzen Weile leider und die seit Jahren köchelnde Version 3.0 scheint nicht aus ihrem Betastadium herauszukommen. Abseits von VLC gibt es auch für Linux noch andere hochentwickelte Player wie Kodi und MPV. Letzterer basiert auf mplayer2, pimpt diesen aber ordentlich auf: Das Ausgabefenster ist ein OpenGL-Layer, was der Darstellungsgeschwindigkeit zu Gute kommt. Bedeutend besser ist zudem die Integration von Hardwarebeschleunigung. Der Player besitzt keine eigentliche GUI, sondern startet per Terminalbefehl ein Video. Das soll aber nicht abschrecken, denn selbstverständlich lässt sich auch einfach in Dolphin MPV als neuer Standard-Player für Video-Dateien definieren. Die eigentliche Konfiguration wird in Konfigurationsdateien vorgenommen.
Nach der Installation des Pakets „mpv“ legt ihr unter dem versteckten Ordner ~./config in eurem Homeverzeichnis einen Ordner „mpv“ an. Darin erstellt ihr eine Textdatei mpv.conf mit folgendem Inhalt:

Von oben nach unten: Eine höhere Qualitätsstufe des OpenGL-Renderings wird gesetzt. Hardwarebeschleunigung per VA-API für AMDGPU und Intel. Da AMDGPU noch kein VA-API per EGL kann, wird auf GLX ausgewichen. Ein qualitativ hochwertigerer Farb-Upscaler wird gesetzt, ebenso wie ein qualitativ hochwertigerer Schärfe-Upscaler. Optional durch Entfernen der Raute möglich: Die Position in einem Video beim Schließen des Fensters speichern, es wird dann beim nächsten Öffnen dort fortgesetzt. Allerdings werden dann auch bis zum Ende gespielte Videos dort ‚fortgesetzt‘, was bedeutet, dass sie erstmal auf einem schwarzen Frame stehen, darum hab ich das mal besser auskommentiert. Der Compositor in Kwin wird nicht während der Vollbild-Wiedergabe deaktiviert, damit weiterhin der Scale-/Exposé-Effekt und dergleichen funktionieren. Auf meinem System teart außerdem der Bildschirm bei deaktiviertem Compositing, das kann bei euch auch gerade andersherum sein. Zuletzt soll das Player-Fenster beim Erreichen des Videoendes nicht geschlossen werden.

MPV ist ein mächtiger Player und es ist unerlässlich, dass ihr euch mit seinen Tastenkürzeln vertraut macht. Für weitere Konfigurationsideen, schaut in die Doku. Wenn ihr experimentiert, startet MPV besser immer vom Terminal aus, um eventuelle Fehlerausgaben abzupassen.

Übrigens ist MPV derzeit der einzige Player für Linux, der H.265 10-Bit hardwarebeschleunigt per VA-API ausgeben kann, für AMD-Grafikchips ab der RX-400-Serie und Intel-CPUs ab Kaby Lake interessant, ab Skylake/AMD Fury/AMD Carrizo ist immerhin schon H.265 8-Bit an Board. Auch praktisch ist die Integration von youtube-dl (muss installiert sein): Einfach „mpv http://url.zu.öffentlich-rechtlicher-mediathek/sendung“ eingeben und der Player zuzelt sich den Stream aus der Webseite.

GIMP: Einfenstermodus aktivieren

‚Traditionell‘ präsentiert sich GIMP in einer Dreifensteraufteilung. Seit Version 2.8 von 2012 ist endlich der angenehmere Einzelfenstermodus aktivierbar: „Fenster“ → „Einzelfenster-Modus“.

Mit EasyTAG Albencover-Bilder in Musikdateien einbetten

Cover-Bilder einbetten können zwar die meisten besseren Player, häufig rekomprimieren sie aber die Bilddatei und reduzieren deren Auflösung. Das Programm EasyTAG (Paket easytag) tut hier nur wirklich, was es auch soll. Übrigens erwartet der Musikplayer Amarok, auf den ich weiter unten noch eingehen werde, keine eingebettenen Cover, sondern liest auch „cover.jpg“ in den Ordnern der Alben aus. Nichtsdestotrotz ist es für die Übertragung auf Mobilgeräte unerlässlich, ein Albumcover in den Mediencontainer einzubetten.
Startet EasyTAG, ändert zunächst in Bearbeiten → Einstellungen → ID3-Metainformationen die „Version“ auf ID3v2.4 (nur für mp3 relevant). Navigiert nun in der linken Spalte in euren Album-Ordner, in dem ihr Cover setzen möchtet. Es wird nun bereits der erste Titel markiert. Markiert jetzt mit Strg + A alle Titel. Klickt dann in der rechten Spalte auf den Reiter „Bilder“ und fügt über das „+“ oder per Drag-&-Drop aus Dolphin ein gewünschtes Cover hinzu. Um dieses Cover auf alle Dateien im aktuellen Ordner anzuwenden, klickt unten auf das rechteste Icon: Es zeigt ein Piktogramm eines Berges mit einer Sonne und der Hover-Text liest sich „Diese Bilder in allen ausgewählten Dateien eintragen“. Fast geschafft, jetzt muss noch das Speichern-Symbol in der Werkzeugleiste geklickt werden und die Änderungen werden geschrieben.

Plasma: Herunterfahren und Neustart des Rechners mit Tastenkombination

Sehr praktisch: Herunterfahren mit Strg + Shift + „Bild ↓“
Neustart: Strg + Shift + „Bild ↑“

Terminal: Im Befehlsverlauf suchen

In allen Bash-Terminals (auch Konsole aus KDE) könnt ihr mit Strg + R in eurem Befehlsverlauf suchen („reverse-i-search“). Die ersten Buchstaben eures gewünschten Befehles reichen dann, um ihn aus dem Verlauf zu vervollständigen. Ist er nicht der erste gefundene, drückt noch einmal Strg + R, noch einmal, usw., bis euer gesuchte Befehl ausgeschrieben steht.

Festplatten-Vitalität überprüfen

Festplatten und SSDs geben S.M.A.R.T.-Werte aus, über die sich ihre Werte prüfen lassen. Neben Betriebstemperatur und Laufstunden sind gibt es darunter auch Werte, die Aufschluss über mögliche bevorstehende Ausfälle geben können. Insbesondere „Reallocated_Sector_Ct“ ist für Festplatten interessant, es gibt die Anzahl der wegen eines Lese- oder Schreibfehlers auf eine andere physische Position verschobener Sektoren an.
Zunächst muss das Paket smartmontools installiert werden, danach lassen sich mit „sudo smartctl -a /dev/sdX“ die Werte für ein Speichergerät ausgeben.

Die c’t hat in Ausgabe 1/2017 die Lebensdauer von SSDs untersucht. Sie hat herausgefunden, dass Samsung und Crucial mit „Wear_Leveling_Count“, bzw. „Remaining_Lifetime_Perc“ ausgeben, wie lange die SSD es noch macht (bei meiner Crucial auch „Percent_Lifetime_Used“). OCZ nennt sein Äquivalent „Total_Bad_Block_Count“. Die Werte zählen in Prozent von 100 abwärts. Laut c’t haben die Hersteller die Werte zu ‚konservativ‘ gehalten, so dass sie schon nach einigen Dutzend geschriebenen Terrabyte angeblich am Ende ihrer Lebenserwartung angekommen sind. In der Realität ließen sich die SSDs vielfach häufiger beschrieben. Jedoch kündigte bei Crucial ein steigernder „Erase_Fail_Count“ und bei Samsung eine fallende Prozentangabe für „Used_Reserve_Block_Count“ den nahenden Laufwerkstot an.

Festplatten-Spin-down einstellen per Gnome Disks

Solltet ihr noch Festplatten einsetzen (ich hoffe für euch, nur in Begleitung einer SSD), dann wird sich dieser Tipp lohnen. Oft läuft die Platte nur als Datenlager mit, wird aber selten gebraucht. Hier bietet es sich extremst an, sie nach einer gewissen Dauer schlafen zu legen, „Spin down“, bei dem die Leseköpfe in Ruheposition fahren und die Motoren zu drehen aufhören. Das lässt sich mittels hdparm einstellen. Gnome Disks ist ein grafisches Datenträger-Multi-Werkzeug, das vom Unmounten von Partitionen, über das Disk-Dumping, dem Formatieren und noch einigem mehr reicht. Um seine verkappte Partitionierungsfeatures solltet ihr allerdings besser einen großen Bogen machen. Das Feature, Zugriffszeiten von Datenträgern in aussagekräftigen Diagrammen zu messen und darüber vergleichen zu können, ist übrigens auch sehr praktisch. Ich empfehle aber nicht, die S.M.A.R.T.-Ausgabe in Gnome Disks zu betrachten, nicht weil sie falsche Werte zeigen würde, sondern weil sie einfach manche Werte nicht ausliest, die smartmontools auf der Konsole ausgibt.

Einmal als „gnome-disk-utility“ installiert, könnt ihr es über Dienstprogramme → „Laufwerke“ starten (oder im Terminal mit: gnome-disks).
Nachdem ihr eine Festplatte ausgewählt habt, klickt ihr auf den Knopf mit den drei Linien oben rechts und wählt „Laufwerkseinstellungen“. Unter dem Reiter „Bereitschaft“ solltet ihr nun zunächst den Schalter auf „An“ stellen und könnt dann eine individuelle Zeit bis zum Ruhestand des Laufwerks festlegen. Bedenkt: Eine zu kurze Wartezeit nutzt die Schreib- und Leseköpfe langfristig stärker ab als eine längere. Deswegen solltet ihr euch aber nicht übermäßig sorgen. Eine Viertelstunde bis halbe Stunde wäre mein Richtwert als Balance zwischen dem Wunsch nach schneller Plattenruhe und bedenkenlosem Spin-down.
Beim nächsten Zugriff wird das Laufwerk wieder transparent vom Kernel aufgeweckt und hochgefahren.

Der Vorteil an der Festlege-Methode über Gnome Disks ist, dass das Tool euch abnimmt, manuelle udev-Regeln für den Systemstart anzulegen. (Gnome Disks legt seine permanenten hdparm-Regeln nicht als Konfiguration unter /etc/udev/rules.d/ ab, sondern nutzt dafür udisks2, die Konfigurationen liegen daher unter /etc/udisks2/)
Für einen tieferen Einstieg in hdparm, siehe das Arch-Wiki.

Ext4: Reservespeicherplatz freigeben

Ich rate zwar jedem von Ext4 ab – wenn ihr kein btrfs wollt, nutzt XFS. Der Ext4-Code ist selbst für die eigene Entwicklergemeinde ein undurchschaubarer Dschungel voller obskurer historischer Bugs. Aber es gibt dennoch Fälle, wo Ext4 notwendig ist, z. B. als freie Alternative zu exFAT auf SD-Karten für Android. Oder aus Kompatibilitätsgründen mit GRUB2 für /boot. Jedenfalls, was kaum bekannt ist: Die Ext-Familie hält sich eine Reserve für Löschaktionen von root auf ihren Dateisystemen von 5% vor. Das kann auf größeren Partitionen schon mal viel Platz sein. Ihr stellt die Reserve auf 0% mittels „sudo tune2fs -m 0 /dev/sdXn“, wobei X für den Festspeicher und n für die Partitionsnummer steht („sudo blkid“ listet die vorhandenen Partitionen einmal auf).

GRUB2 auf UEFI-Installationen reparieren

Wenn ihr eure GRUB2-Installation aus welchen Gründen auch immer zerschossen habt, dann wird es komplizierter, als mensch sich das wünscht. Zunächst einmal braucht ihr ein bootbares Medium mit halbwegs aktuellem Manjaro, das heißt also, flasht euch einen neuen USB-Stick mit dem ISO. Bootet davon, öffnet das Terminal, und dann geht‘s los: Zunächst braucht ihr eure Systempartitionen. Am einfachsten bekommt ihr die über den KDE Partitionsmanager heraus, der sich im Menü unter „System“ verbirgt. Dann öffnet ein Terminal und mountet als erstes mal eure Systempartition („/“):
sudo mount /dev/sdXY /mnt

Anschließend mountet ihr eure /boot-Partition, sofern ihr eine habt (ansonsten überspringt diesen Schritt):
sudo mount /dev/sdXY /mnt/boot

Dann mountet ihr eure UEFI-Loader-Partition (müsste eine der ersten Partitionen sein, FAT32; selbstverständlich nur auf UEFI-Systemen):
sudo mount /dev/sdXY /mnt/boot/efi

Dann diese Zeilen nacheinander ausführen:
sudo mount -t proc proc /mnt/proc
sudo mount -t sysfs sys /mnt/sys
sudo mount -o bind /dev/ /mnt/dev
sudo mount -t devpts pts /mnt/dev/pts
sudo modprobe efivarfs
[nur auf UEFI-Systemen]
sudo chroot /mnt

Jetzt seid ihr per chroot in der Umgebung des installierten Systems. Sofern ihr ein UEFI-System habt, zunächst noch die UEFI-Tabellen mounten (ihr seid schon root):
mount -t efivarfs efivarfs /sys/firmware/efi/efivars

Dann endlich führt ihr die GRUB2-Installation (erneut) aus:
grub-install --target=x86_64-efi --efi-directory=/boot/efi --bootloader-id=Manjaro --recheck

Für klassische BIOS-Systeme – sdX ist eure System-SSD, keine Partition:
grub-install --target=i386-pc /dev/sdX

Anschließend zweimal „exit“ und ihr könnt neustarten, nun solltet ihr hoffentlich wieder in GRUB2 booten können.

Einfache Heimnetzwerkfreigaben mit Samba

Das SMB-Protokoll kommt ursprünglich von Windows, Linux und andere unixoide Systeme hatten NFS. Für den Heimgebrauch stellt sich aber selbst für homogene Umgebungen ohne Windows-Clients die Nutzung von SMB/CIFS als einfacher heraus. Dafür kommt Samba zum Einsatz. Was ich nun empfehle ist ausschließlich für geschlossene Heimnetze brauchbar!

Vorweg: Falls alle Bemühungen scheitern: sharedrop.io ist ein freier P2P-Dateitransferdiest auf WebRTC-Basis. Ein Browser auf beiden Seiten genügt, um Dateien mit einmal gültigem Link verschlüsselt auszutauschen, beide Geräte müssen sich im selben Netzwerk befinden. Das bietet sich an für nur gelegentlichen Dateiaustausch, der nicht groß über die Möglichkeit eines ‚sneakernet‘ hinausgeht.

Samba ist zwar vorinstalliert, jedoch nicht vorkonfiguriert. Ein „sudo cp /etc/samba/smb.conf.default /etc/samba/smb.conf“ kopiert die Standardkonfiguration an die richtige Stelle.

So geht es nun weiter:
sudo systemctl disable smbd
sudo systemctl enable smbd.socket nmbd
sudo groupadd -r sambashare
sudo mkdir -p /var/lib/samba/usershares
sudo chown root:sambashare /var/lib/samba/usershares
sudo chmod 1770 /var/lib/samba/usershares
sudo gpasswd sambashare -a euer-nutzername
sudo useradd -c "Guest User" -d /dev/null -s /bin/false nobody
sudo smbpasswd -a nobody

Gebt kein Passwort ein, nur zweimal Enter.

kate /etc/samba/smb.conf

„MYGROUP“ hinter „workgroup =“ ersetzen durch „WORKGROUP“ (der Standardname bei Windows)
Direkt darunter diese Zeilen einfügen:
usershare max shares = 100
usershare allow guests = yes
usershare owner only = yes

Das Semikolon vor „; guest account = pcguest“ entfernen und hinten statt „pcguest“ „nobody“ schreiben.
Unter „security = user“ diese Zeile einfügen: „map to guest = Bad User“.

Unten alle vier Zeilen von „[homes]“ mit einem Semikolon vorne auskommentieren.
Speichern.

sudo systemctl restart smbd.service nmbd
sudo pacman -S kdenetwork-filesharing

Neu anmelden.

Nun könnt ihr einen Ordner, auf den ihr Leserechte habt, in Dolphin rechtsklicken, in seine Eigenschaften gehen und im neuen Reiter „Freigabe“ „Mit Samba freigeben (Microsoft Windows)“ aktivieren. Darunter auch die „Gastanmeldung zulassen“ und „Everyone“ z. B. „Nur lesen“ zuweisen. Prüft anschließend, ob Dolphin nun unter /var/lib/samba/usershares/ eine Usershare-Datei kreiert hat. Wenn nicht, startet mal „dolphin“ vom Terminal aus und achtet auf die Ausgabe. Häufig erscheint „kf5.kio.core: „net usershare add: cannot convert name \“Everyone\“ to a SID. The connection was refused. Maybe smbd is not running.\n““ Das bedeutet, ihr müsst vorher „sudo systemctl enable smbd.socket –now“ ausführen (Achtung: WordPress konvertiert die zwei Minusse zu einem Gedankenstrich).

In der Theorie war es das. In der Praxis werdet ihr auf Probleme stoßen, die die Anmeldung beim Samba-Server betreffen. Kurioserweise funktioniert das Ordnerteilen zwischen einer Linux-Freigabe und einem Windows-Host zuverlässiger als zwischen zwei Linux-Rechnern. Wenn ihr zur Authentifizierung aufgefordert werdet, gebt „nobody“ in den Dialog ein und lasst das Passwort-Feld leer.
Ich bin brennend interessiert an einer Erklärung, inwiefern „sudo smbpasswd -a nobody“ der richtige Ansatz ist und welchem Nutzer „Everyone“ in Dolphins Freigabedialog entspricht, außerdem, wieso dort „nobody“ nicht aufgeführt wird.

Als etwas zuverlässige Alternative könnt ihr auch direkt in der smb.conf Usershares definieren. Fügt dafür unterhalb von „Share Definitions“ Zeilen wie diese ein:

[Name]
comment = Name
path = /pfad/zum/verzeichnis
available = yes
browsable = yes
public = yes
read only = yes
public = yes

Testet die Freigabe in Dolphin über das Lesezeichen „Netzwerk“ in der linken Seitenleiste, dann „Samba-Freigaben“. Seid nachdrücklich gewarnt, dass die Intention meines Einrichtungsvorschlags eine unverschlüsselte Freigabe ohne Passwort für ein Heimnetzwerk ist.

Programmtipps

GIMP

Eigentlich nicht der Rede wert, wieso das hier steht. Von Manjaro vorinstalliert wird nur das Malprogramm Krita, welches als richtige Bildbearbeitung nur mit Einschränkungen zu gebrauchen ist. Wenn ihr das Künstlerprogramm nicht braucht, würde ich raten es zu deinstallieren, denn die regelmäßigen Updates von Krita sind immerhin über 100 MiB groß.

LibreOffice Fresh

Vorinstalliert wird die ‚still‘-Version von LibreOffice, die immer eine Versionsnummer zurückliegt. Diese Release-Politik von LibreOffice finde ich zweifelhaft, aber ihr könnt ja einfach auf die -fresh-Pakete wechseln (libreoffice-fresh, libreoffice-fresh-de). Diese konfligieren mit der ‚-still‘-Version, die dabei ersetzt wird.

SoundKonverter

Sehr cooles grafisches Frontend für Konvertierungen von Audiodateien über die dutzenden Kommandowerkzeuge der Formate.

K3b

Brennprogramm, schon vorinstalliert. Möchte auf seinen Audio-CD-Ripper hinweisen, der viele Optionen zur Dateibenennung, CD-Paranoia und Co. bietet.

Pavucontrol

Der Pulse-Audio-Lautstärkeregler, GTK+3-Anwendung. Lohnt sich häufig, mal reinzuschauen, wenn sich Lautstärken von Anwendungen seltsam verhalten. Für kompliziertere Audio-Setups gibt es unter Linux auch keine bessere grafische Oberfläche.

GParted

Ein ausgereifterer grafischer Partitions-Manager als der KDE Partitionmanager.

htop

Das bessere „top“. Zeigt Prozesse und Auslastung an und ist nicht so hässlich braun.

Downgrade

Paketaktualisierungen können schon mal was kaputt machen. Das Programm „downgrade“ ermöglicht es, unkompliziert auf eine vorherige Version zu wechseln. Dabei können sowohl lokal vorhandene Pakete aus dem Cache, als auch Pakete aus dem Arch Linux Archive (eine Art „Rollback Machine“ für Arch-Pakete) geladen und installiert werden. Doch darum ist hier auch eine gewisse Vorsicht geboten: Die angebotenen Pakete sind direkt aus der Mutterdistro Arch, nicht seinem Derivat Manjaro. Es kann zu Inkompatibilitäten und Schlimmeren kommen.

Meld

Ein Datei- und Ordnervergleicher. Stellt die Unterschiede zwischen verschiedenen Textdateien und verschiedenen Ordnerinhalten gegenüber. Zum Vergleichen von Ordnern in den Einstellungen im Reiter „Ordnervergleiche“ den Haken bei „Dateien nur anhand Größe und Änderungszeit vergleichen“ aktivieren, ansonsten schnauft sich das Programm per langsamen Rohdatenvergleich voran.

gPodder

Podcatcher, also Podcast-Verwaltung und -Downloader. Leider kein Player. Solide Oberfläche. Gibt die Dateien z. B. an Amarok weiter. Amarok ist hier auch meine Empfehlung, da es sich über das Fähnchen oben rechts über der Positionsleiste Wiedergabepositionen merken kann. AUR-Name: gpodder3

VirtualBox: Proprietäre Extras

Die proprietären VirtualBox-Extensions für USB 2/3 und weiteres. Gibt es nur im AUR. Braucht ihr natürlich nur, sofern ihr VirtualBox nutzt. Problem: Hinkt schon mal der Manjaro-Version von VirtualBox aus den Paketquellen hinterher oder ist ihr sogar voraus. Da wachsam sein und eventuell Updates zurückhalten. Vergesst nicht, euch mit „sudo gpasswd -a meinnutzername vboxusers“ der Gruppe vboxusers hinzuzufügen, sonst gibt‘s keinen USB-Zugriff. Danach neu anmelden. AUR-Name: virtualbox-ext-oracle

MediathekView

Mediathek-‘Browser‘ für alle deutschen öffentlich-rechtlichen Mediatheken mit Download-Option. Trotz der Java-Oberfläche eine Wohltat gegenüber den Webseiten. Wird aktiv weiterentwickelt. AUR-Name: mediathek

exFAT

Das neue Dateisystem für SDXC-Karten hat eine hässliche Verquickung mit Microsoft und Software-Patenten. Samsung hat einmal versehentlich seinen exFAT-Code für Android veröffentlicht, und weil er ein Kernel-Modul war, musste es ihn unter die GPL stellen. ExFAT hat es wegen seiner Patentproblematik leider noch immer nicht in den Kernel geschafft. Installieren könnt ihr das Kernel-Modul über das AUR-Paket exfat-dkms-git. Sollte der Treiber dann mal trotz DKMS nach Kernel-Updates nicht bereitstehen, einfach noch mal per Yaourt drüberinstallieren, das hilft für gewöhnlich. Einmal installiert, bindet der Treiber mit exFAT formatierte Datenträger wie Kamera-Speicherkarten genauso integriert ins System ein, wie jeden USB-Stick mit anderen Dateisystemen.
Exkurs: Wenn ihr ein Android-Gerät mit CyanogenMod (und einigen anderen Distros) habt, könnt ihr auch SD-Karten verwenden, die ihr vorher am PC mit Ext4 formatiert habt (z. B. mit GParted). Anschließend Android-Gerät einstecken und dann dort als tragbaren Speicher konfigurieren. Die Karte wird dadurch nicht neu formatiert, sondern direkt mit dem Ext4 gemountet. So habt ihr eine elegante Alternative zum Standard-FAT32, das die freien Distros den SD-Karten verpassen. Siehe auch den Abschnitt zum Entfernen der 5%-Reserve von Ext4.

Passwortverwaltung KeepassXC

Wahrscheinlich derzeit die beste freie grafische Passwortverwaltung für Linux. Tipp: Passwort-Datenbank im NextCloud- oder Dropbox-Ordner ablegen, dann erreicht ihr sie auch bequem mit der Android-App. Die Datenbank wird ja sowieso stark verschlüsselt. Zusätzlich empfehle ich das Nutzen einer Schlüsseldatei, die ihr manuell auf alle eure Geräte verteilt und ohne die sich selbst mit Passwort die Datenbank nicht entschlüsseln lässt.

Unter Werkzeuge → Einstellungen → „Taskleistensymbol anzeigen“ und „Fenster verstecken wenn minimiert“ aktivieren. Dann minimiert sich das Fenster ins Tray und stört nicht in der Taskleiste. Wollt ihr es im Tray sichtbar halten und nicht in den Pfeil links von der Uhr ‚rutschen‘ lassen, müsst ihr dort rechtsklicken und „Einstellungen für Systemabschnitt der Kontrollleiste“ wählen. In dem Fenster dann unter dem Reiter „Einträge“ den Eintrag von KeepassXC von „Automatisch“ auf „Angezeigt“ wechseln.

In den Einstellungen bietet sich zudem „Gruppensymbol für das Erstellen neuer Einträge verwenden“ an. Unter dem Reiter „Sicherheit“ empfehle ich „Zwischenablage leeren nach“ von 10 auf 30 Sekunden zu erhöhen und „Passwörter standardmäßig im Klartext anzeigen“ einzuschalten. Das Killerfeature, der lokale KeePass-HTTP-Server, verbirgt sich hinter dem Reiter „Browser-Integration“. Anschließend noch das Firefox- oder Chromium-Add-On installieren und die Einrichtung läuft selbsterklärend. Damit der Browser-Helfer die Zugangsdaten auch findet, sollte bei jedem Eintrag von KeepassXC im entsprechenden Feld die URL des Dienstes eingetragen sein.

Duden-Korrektor-Alternative für LibreOffice

Language Tool erweitert die Rechtschreibprüfung in LibreOffice und achtet auch auf Grammatik und Aspekte wie doppelte Leerzeichen. AUR-Name: libreoffice-extension-languagetool

Kodi

Ehemals unter XMBC (Xbox Media Center) bekannt, ist Kodi eine fortschrittliche Mediacenter-Oberfläche, die ständig sehr aktiv weiterentwickelt wird. Weshalb ich es aber insbesondere empfehle: Durch seine komplett 3D-beschleunigte Oberfläche und sehr gute Implementierung von VDPAU wirken Filme damit einen Tick flüssiger als mit anderen Playern wie VLC. Selbst wenn VDPAU deaktiviert ist, scheint die OpenGL-beschleunigte Oberfläche einen Zacken cleverer auf den Bildschirm zu rendern als herkömmliche Player, außerdem sind seine Software-Decoder für H.264 und H.265 schneller als VLC. So lässt sich auch ohne H.265-fähige Grafikkarte auf vielen Rechnern der Codec mitunter flüssig bis zu hohen Bitraten in 4K abspielen.

Vollbildmodus an/aus ist: „/“, also bei QWERTZ entsprechend Shift + 7 und bei NEO Capslock + U. Spulen in Videos geht mit F/R. Die Taste O zeigt ein Info-Overlay, in dem u.a. der verwendete Decoder aufgeführt wird, z. B. ff-h264-vdpau.
Zurück geht es immer mit der Backspace-Taste. Die Taste S ruft direkt das Beenden-Menü auf.

In den Einstellungen geht ihr in die Rubrik „Wiedergabe“. Dann müsst ihr noch auf die Expertenansicht wechseln, indem ihr dafür in der linken unteren Ecke „Einfach“/„Standard“ so oft anklickt, bis dort „Experte“ steht. Aktiviert dann unter „Videos“ (innerhalb von „Wiedergabe“) „Hardwarebeschleunigung erlauben – VDPAU“ (AMD/Nvidia) oder „Hardwarebeschleunigung erlauben – VAAPI“ (Intel-Grafik). Zurück geht es mit der rechten Maustaste oder Backspace.

Back in Time

Die ideale grafische Backup-Lösung für den Desktop! Back in Time basiert auf rsync und hat eine reich konfigurierbare Qt-4-Oberfläche. Wie Time Machine auf macOS arbeitet Back in Time mit inkrementellen Backups: Nur das erste Backup ist ein Vollbackup. Alle nachfolgenden Backups sichern nur noch die Änderungen zum jeweils letzten Backup und nutzen sogenannte Hardlinks, um die nicht geänderten Dateien der letzten Backups einzubinden. Darum sollte die Backup-Partition ein Linux-Dateisystem besitzen. Die Sicherungsart will ich durch ein Beispiel noch veranschaulichen: Ich mache ein erstes Vollbackup und dann weitere Backups mit geänderten Dateien. Sobald ich in Back in Time das erste Backup lösche, übergehen die Dateiverweise über die im zweiten Backup übernommenen ungeänderten Dateien des ersten Backups auf das zweite Backup als Hardlinks. Sprich, das zweite Backup bleibt vollständig. Diese Sicherungsmethode ist äußerst platzeffizient.

Vorschläge für zu sichernde Verzeichnisse: /boot, /etc, /media/[Eure Datenpartitionen] – und selbstverständlich /home/[nutzer].
Sofern ihr Back in Time als normaler Nutzer ausführt, wird es unter /etc zu Berechtigungsproblemen kommen. Tipp: Die Fehler einmal in einen Texteditor rauskopieren und dann nacheinander in den Einstellungen des Sicherungsprofis unter „Ausschließen“ hinzufügen.
Das Protokoll der Sicherungen erreicht ihr nach einem Klick auf eine Sicherung über das Icon, das wie „Datei“ oder „Blattseite mit geknickter oberer rechter Ecke“ aussieht, gleich links des Icons für „Einstellungen“. In dem Fenster könnt ihr dann auch gezielt nach Fehlern filtern.
Backup-Profile lassen sich automatisieren, hierzu wird ein Anacron-Eintrag angelegt. Anacron scheint bei Manjaro bereits eingerichtet zu sein und auch normale Nutzer können über die Profileinstellungen von Back in Time unter „Allgemein“ einen Zeitplan für das Backup festlegen.

Es empfiehlt sich, mehrere Backup-Profile anzulegen, so kann es etwa sinnvoll sein, ein eigenes Profil nur für die Sicherung einer großen virtuellen Maschine anzulegen. Die jeweiligen Ordner sollten dann natürlich im Hauptprofil ausgeschlossen werden.
Firefox-Nutzern lege ich ans Herz, ein eigenes Profil nur für die Sicherung des Firefox-Profilordners anzulegen: Es kommt leider häufig vor, dass Firefox bei gewissen Systemcrashes seine halbe Konfiguration zurücksetzt, ein großes Drama. Letzteres vermeidet ihr, indem ihr /home/[nutzer]/.mozilla/firefox/[profilordner] als tägliches automatisches Sicherungsprofil konfiguriert. Den Profilordner findet ihr per Dolphin unter ~/.mozilla/firefox/ heraus, es ist der Ordner mit dem neuesten aktiven Profil. Unter „Automatisch entfernen“ bietet es sich dann in diesem Fall an, etwa nur die Sicherungen der letzten sieben Tage zu behalten.
Back In Time gibt es nicht als Paket, sondern nur im AUR unter dem Namen backintime.

Systembackup mit rsync

Neben dem Dateibackup mit BackInTime, das sich auch anbietet, den /etc-Ordner zu sichern, lege ich jedem wärmstens ans Herz, in gefühlt erträglicher Regelmäßigkeit echte Systembackups der Root-Partition („/“) anzulegen. Systemupdates können unter gewissen Umständen (und die treffen einen immer selbst) gern mal einiges zerschießen. Dann lohnt es sich, ein Backup angelegt zu haben, auf das mensch zurückgehen kann.
Führt aus:
sudo rsync -aAXv --exclude={"/dev/*","/proc/*","/sys/*","/tmp/*","/run/*","/mnt/*","/home/*","/media/*","/lost+found"} / /pfad/zum/backupverzeichnis/heutiges-datum

Das sichert „/“ inklusive /boot und den gefüllten Verzeichnissen, lässt aber virtuelle Kernel-Verzeichnisse, alles unter /home und alles unter /media außen vor.

Ein Zurückspielen im Ernstfall erfolgt dann über ein USB-Live-System, wobei ihr zunächst den Inhalt der Partition mit
sudo rm -rf * /pfad/zum/rootverzeichnis
löschen solltet [lest erst den ganzen Absatz!], und dann rsync rückwärts ausführen könnt:
sudo rsync -aAXv /pfad/zum/backupverzeichnis/datum /pfad/zum/rootverzeichnis
Das Dateilöschen hat gegenüber dem Formatieren den Vorteil, dass sich die UUID der Partition nicht ändert und ihr somit keine Konfigurationsdateien anpassen müsst. Vorsicht: Ich gehe hier davon aus, dass ihr /home als separate Partition angelegt habt, anderenfalls solltet ihr /home verständlicherweise vom Löschen verschonen.

Wenn ihr eine UEFI-Installation habt, solltet ihr den Inhalt des zurückgespielten Ordners /pfad/zum/rootverzeichnis/boot/efi/ löschen und dessen Inhalt, den Ordner EFI (nun Großschreibung), aus eurem Backup auf die UEFI-FAT32-Partition zurückspielen, die ihr zuvor separat finden und einhängen müsst.
Gleich muss noch mit der wahrscheinlich vorhandenen separaten /boot-Partition verfahren werden. Der Ordner /boot auf dem wiederhergestellten Rootverzeichnis sollte dann leer sein, aber seine Dateien die separate /boot-Partition bevölkern.

Microsoft-Schriftarten

Auch wenn Manjaro viele ‚äquivalente‘ Schriften zu den proprietären Microsoft-Schriften mitbringt, ist es in vielen Situationen unerlässlich, die originalen Schriftarten installiert zu haben. Weil sie an eine Windows-Lizenz gebunden sind, ist die Installation komplizierter.
An dieser Stelle zunächst ein Lesetipp, der auf die perfide Problematik der Office-Schriften und ihrem beabsichtigten Lock-in eingeht: Why you should never use Microsoft’s OOXML pseudo-standard format

Um Arial, Times New Roman und wenige weiter zu installieren, reicht das unkomplizierte AUR-Paket ttf-ms-fonts. Die typischen modernen Microsoft-Office-Schriften sind dort allerdings nicht dabei und die Schriftversionen scheinen auch bereits älter zu sein. Daher ist meine Empfehlung, stattdessen ttf-ms-win10 zu installieren.
Das AUR-Script lässt sich nicht direkt über yaourt installieren, sondern ihr müsst erst manuell Hand anlegen. Dafür braucht ihr ein installiertes Windows 10 auf jeweils dem aktuellem Stable-Build-Zweig. (Es wird auch oft empfohlen, die 90-Tage-Demo von Windows 10 Enterprise herunterzuladen, zu entpacken und die Dateien daraus zu entnehmen. Allerdings sind diese häufig nicht auf dem aktuellen Stand und das aktualisierte Script schlägt fehl.) Aus dessen Partition kopiert ihr den Ordner …/Windows/Fonts/. Das Unterfangen gestaltet sich leider als noch komplizierter, weil Windows 10 offenbar den Lesezugriff von Linux aus auf den NTFS-Ordner einschränkt. Darum werdet ihr wahrscheinlich genötigt sein, den OrdnerINHALT erst aus einem laufenden Windows 10 heraus von C:\Windows\Fonts an einen anderen Ort zu kopieren (eventuell gleich zu einem Archiv komprimieren) und dann diesen Ordner/Archivdatei auf das Manjaro-System bekommen, respektive die Partition mounten.
Im nächsten Schritt klickt ihr „Download snapshot“ auf der AUR-Seite von ttf-ms-win10 und ladet das Script-Archiv nach /tmp herunter, wo ihr es auch gleich entpackt. In den entpackten Unterordner kopiert ihr dann alle Schriften aus der Windows-Installation herein (Januar 2017: 148 Dateien mit ~320 MiB).
Außerdem müsst ihr noch die licence.rtf aus z. B. …/Windows/System32/Licenses/neutral/_Default/Professional in das Arbeitsverzeichnis kopieren.
Nun öffnet ihr ein Terminal in dem ttf-ms-win10-Ordner und führt „makepkg -s“ aus. Das Script checkt, ob alle Dateien vorhanden sind und ob die Signaturen stimmen.
Sollten hier einzelne Dateien fehlen, bei mir ist das z. B. „marlett.ttf“, sucht diese Schriften per Suchmaschine und nennt sie entsprechend in Kleinschreibweise um. [Lasst das besser.] Legt sie in den Ordner und versucht erneut makpkg -s. Ist die Meldung „==> FEHLER: Eine oder mehrere Dateien überstanden nicht die Gültigkeits-Prüfung!“, lasst neue Signaturen erstellen mittels „makepkg -g >> PKGBUILD“. Danach sollte makepkg -s durchlaufen. Anschließend habt ihr im Ordner einige Pakete, von denen eigentlich nur das Kernpaket ttf-ms-win10 relevant ist, die restlichen Pakete mit asiatischen Schriften könnt ihr euch schenken. Dieses Paket installiert ihr dann mittels „sudo pacman -U ttf-ms-win10-[…].tar.xz“
Zu guter Letzt öffnet ihr noch „kate /etc/pacman.conf“ und tragt hinter „IgnorePkg =“ „ttf-ms-win10“ ein (die Raute entfernen nicht vergessen). Das hat den Sinn, dass ihr nicht alle paar Wochen von Yaourt über ein vorhandenes ‚Update‘ des AUR-Pakets informiert werdet, was ansonsten nervig wäre, zumal diese Schriften so schnell auch nicht ‚veralten‘.

An dieser Stelle würde ich auch gerne noch die Installation der macOS-Schriften erläutern, leider gibt es das alte AUR dafür nicht mehr und ich darf das generierte Paket nicht öffentlich weitergeben. Das alte ttf-mac enthielt u. a. Helvetica, Neue Helvetica, Marker Felt und Noteworthy. Das neue ttf-fonts-mac liefert nur noch die Garamond- und Lucida-Schriftfamilien.

Thunderbird: Automatischen Zeilenumbruch deaktivieren

Der Mailclient Thunderbird (wird nicht vorinstalliert) fügt in seiner Standardkonfiguration in gesendete Mails munter Zeilenumbrüche ein, um eine Blockdarstellung des Texts zu erhalten. Das ist grober Unfug und gehört verboten, aber so könnt ihr es abstellen:
Bearbeiten → Einstellungen (wenn die Menüleiste nicht angezeigt wird: F10) → Erweitert → „Konfiguration bearbeiten“.
Dort „mailnews.send_plaintext_flowed“ suchen und mit Doppelklick auf „false“ stellen (nur falls es auf „true“ steht.)
Anschließend „mailnews.wraplength“ suchen und per Doppelklick von 72 auf „0“ stellen.
Auch noch eine gute Idee: Ansicht [F10] → Textkodierung → auf „Unicode“ umstellen.

Transparente Terminalfenster

Ein transparentes Terminal sieht nicht nur chicer aus, es zeigen sich bei der Arbeit damit auch handfeste ergonomische Vorteile, weil es weniger andere Fenster verdeckt, was insbesondere bei Browser-Recherchen sinnvoll sein kann.
In KDEs „Konsole“ lässt sich der Effekt einfach konfigurieren: Einstellungen → Aktuelles Profil bearbeiten → Erscheinungsbild → Bearbeiten → den Schieberegler „Hintergrund-Transparenz“ bewegen, ich empfehle 6% bei dunklem Hintergrund.

Fira Code als Terminalschrift

Die von Erik Spiekermann für Mozilla entwickelte Schrift Fira Sans (ursprünglich Feura) sieht modern aus und hat gefälligen Charakter. Überzeugt euch selbst.
Fira Code ist eine Weiterentwicklung der Monospace-Variante von Fira mit exzessivem Gebrauch von Ligaturen. Aus doppelten Zeilen wird ein langes, aus ASCII-Pfeilen werden grafische Pfeile, usw., schaut euch die beeindruckende Übersicht bei GitHub an.
Daher bietet sich Fira Code hervorragend als Terminal- und Programmiereditor-Schrift an.
Installiert otf-fira-code aus dem AUR. Anschließend könnt ihr es in „Konsole“, dem KDE-Terminal, in den Einstellungen unter „Profile“ → „Profil bearbeiten“ → „Erscheinungsbild“ → „Schriftart auswählen“ als neue Schrift konfigurieren (empfehle „Fira Code Medium“). Analog könnt ihr die Schrift in Kate oder dem Texteditor eurer Wahl in den Einstellungen festlegen. Unter Systemeinstellungen → Schriftarten lässt sich für „Feste Breite“ ebenfalls Fira Code festlegen, das gilt dann global für alle KDE-Anwendungen, die ihre Konfiguration daraus ableiten.

Texteditor Kate: Dunkles Farbschema und breiterer Scrollbalken mit Textübersicht

Der vielseitige Editor Kate bringt alternative Farbschemen mit. Wer einen dunklen Hintergrund bevorzugt, wird bedient: Einstellungen → Kate einrichten → Schriften & Farben → unten bei „Standardschema für Kate:“ „Breeze Dark“ oder „Solarized (dark)“ auswählen. Kate hat den von u. a. Sublime bekannten Scrollbalken mit verkleinerter Textübersicht übernommen. Das Feature gibt einem rasch ein Orientierungsgefühl, an welcher Stelle des Dokuments mensch sich gerade befindet. Der Balken lässt sich noch ein wenig breiter stellen: Dafür auf Einstellungen → Kate einrichten → Erscheinungsbild → Reiter „Randbereiche“ , dort die „Breite der Textgrafik“ auf 100 erhöhen.

Bildbetrachter Gwenview: „Vorheriges“/„Nächstes“-Knöpfe & OpenGL

KDEs herausragender Bildbetrachter Gwenview kommt in der Vorkonfiguration mit einem kleinen Manko: Die „vorheriges Bild“-/„nächstes Bild“-Schalter sind nur kleine Icons. Zwar lässt sich auf per Pfeiltasten durchschalten, größere Schaltflächen sind aber nicht verkehrt. Um sie zu bekommen, macht einen Rechtsklick auf die entsprechenden Icons in der Symbolleiste und wählt aus dem Kontextmenü „Text anzeigen: Vorheriges“, respektive „Text anzeigen: Nächstes“.
Zusätzlich empfehle ich noch, in den Einstellungen unter → Bildansicht → Animationen „OpenGL“ statt „Software“ auszuwählen. Damit wird nach meinem Verständnis die ganze Bildanzeige in OpenGL gerendert. Sollten später offensichtliche Anzeigeprobleme damit auftreten, könnt ihr die Option immer noch zurück stellen.

Amarok

Der Audioplayer Amarok ist der zweifelsohne mächtigste Musikplayer für Linux. Derzeit basiert er auf Qt 4, eine Portierung auf die KDE Frameworks 5 schleppt sich voran, die Entwickler geben aber definitiv auf KDE Bugs Lebenszeichen von sich und beheben Fehler. Sieht mensch von kleineren UI-Unstimmigkeiten mit Plasma 5 und der problematischen HiDPI-Unterstützung ab, ist Amarok 2.8 immer noch die iTunes-Alternative für Linux mit wirklich vergleichbarem Funktionsumfang.
Alternativ sei noch Clementine genannt, der aus dem Amarok-1.4-Pfad weiterentwickelt worden ist.

Amarok ist ein feature-belandenes Stück Software, das manchmal zu viel des gut Gemeinten anbietet und leider ist die Standardkonfiguration nicht unbedingt ideal. Ich könnte einen Promotionskurs zu Amarok-Konfiguration anbieten. Hier will ich euch meine über die Jahre gewachsene und bewährte Konfiguration aufs Auge drücken:
Ich empfehle euch als erstes, die Oberfläche zu ‚spiegeln‘: Zunächst klickt unter Ansicht → „Ansicht sperren“ den Haken weg, dann packt die „Medienquellen“ oben und zieht sie von links nach rechts. Tauscht dann auch den Platz der „Wiedergabeliste“, so dass diese nun links sitzt. Diese Anordnung ist logischer, da die aktuelle Wiedergabeliste nun ästhetisch links liegt, der Bereich, in den ihr wohl hauptsächlich schauen werdet. Den „Kontext“ in der Mitte zu belassen ergibt Sinn, weil er Aktionen beim Drag & Drop von Dateien aus der Sammlung in die Wiedergabeliste und umgekehrt anbietet. Sperrt anschließend wieder die Ansicht über Ansicht → „Ansicht sperren“. Generell empfiehlt es sich, die Oberflächeneinteilung in den drei Spalten in etwa gleich breite Einheiten zurecht zu ziehen.

Navigiert nun in den versteckten Ordner ~/.kde4/share/apps/amarok/playlist_layouts/ in eurem Homeverzeichnis und legt mit einem Texteditor die Datei Frumble.xml mit diesem Inhalt an.
Nach einem Amarok-Neustart habt ihr dann unter Wiedergabelisten → Ansichten → Frumble meine Konfiguration zur Auswahl.
Sie zeigt euch dann nach den Titelnamen an: Die durchschnittliche Bitrate des Titels, seine Dateigröße, die Moodbar und die durch Wiedergaben automatisch vergebene Beliebtheitspunkte.
Außerdem wird im Titel des Albums, wie es in der Wiedergabeliste liegt, der Codec angezeigt und das Cover ist größer.

In den Medienquellen solltet ihr „Lokale Sammlung“ anklicken. Das ist die indizierte Sammlung mit Tags. „Dateien“ ist nur eine Ordneransicht.
Die Medienquellen, bzw. die lokale Sammlung (wie beschrieben nun rechts) lässt sich nach Belieben sortieren. Mein Rat: Klickt auf die drei Linien rechts von „Sammlung durchsuchen“ und wählt bei „Erste Ebene“ „Album“, unter „Zweite Ebene“ „Keine“, darunter außerdem „Jahre anzeigen“. Das ordnet die Alben nach Erscheinungsjahr, für mich entspricht das meiner gedanklichen Ordnung. Da ich in der Regel ganze Alben höre, kann das für euch unpassend sein.
Noch ein Tipp: Wenn ihr auf den Pfeil im Suchfeld der Sammlung klickt, bekommt ihr Filter-Vorschläge wie „Diesen Monat hinzugefügt“, die ihr anschließend noch bearbeiten könnt. So lassen sich schnell neue Alben finden, deren Namen euch gerade entfallen ist.

Eines der integrierten Plasmoids macht Ärger: Das alte eingebettete Wikipedia-Feld funktioniert nicht mehr, daher werdet ihr beim Start mit Fehlern begrüßt. Entfernen könnt ihr das Plasmoid über einen Klick auf das Icon „Miniprogramme einrichten“ im mittleren Bereich unten ganz rechts. Dann wird „Unbekanntes Miniprogramm“ durch einen Klick auf das Pfeilchen (Darstellungsfehler! Sollte ein „X“ sein.) löschbar. Danach unbedingt nochmal auf „Miniprogramme einrichten“ klicken, damit die Ansicht wieder gesperrt wird.
Unter Einstellungen → Amarok einrichten → Scripte solltet ihr nun noch „Cool Streams“ und „Free Music Charts“ deaktivieren, auch beides Dienste, die nicht mehr funktionieren.
Es ist auch keine schlechte Idee, in den Einstellungen unter → Module alle Internet-Dienste zu deaktivieren, die ihr nicht benötigt.

Moodbar

Im Screenshot seht ihr die Moodbar bei mir aktiv. Dabei handelt es sich um eine Farbvisualisierung des laufenden Stücks, die hilfreich beim Springen und optisch einfach nett ist. Sie analysiert das Audiospektrum der Titel und stellt niedrige Frequenzen als rot, mittlere Frequenzen als grün und hohe Frequenzen als blau da. Um die Moodbar zu bekommen, installiert „moodbar“ aus dem AUR, das wird mit ihren Abhängigkeiten ein Weilchen dauern. Wählt dann Einstellungen → „Amarok einrichten“ „Stimmungsbarometer in Fortschrittsanzeige anzeigen“ und – unbedingt! – „Stil des Stimmungsbarometers“: „Fröhlich“! Nur „Fröhlich“ gibt wirklich aussagekräftige bunte Stückvisualisierungen aus!
Zuletzt müsst ihr noch in den Einstellungen unter → Scripte → „Scripte verwalten“ nach „Moodbar“ suchen und „Moodbars-BL“ (mit -s!) installieren.
Startet dann Amarok neu (In der Menüleiste „Amarok“ → Beenden [Strg+Q]) und zieht Stücke in die Wiedergabeliste. Im Hintergrund wird nun Moodbar kleine „.Stückname.mood“-Dateien in ihren Ordnern anlegen (sie sind nur einstellige KiB groß), die wegen des Punktes vorne versteckt bleiben und nicht stören. Jedes neues Album erfordert erst ein Anlegen von Mood-Dateien über einmaliges Fallenlassen in der Wiedergabeliste, anschließend ist leider ein Neustart von Amarok erforderlich. Dann werden die Mood-Analysen eingelesen und dargestellt.
Wer gleich seine ganze Sammlung mit Moodbar-Informationen bereichern möchte, kann eines der von Amarok unabhängigen Moodbar-Scripte hierfür verwenden.

Die Moodbar installiert aus dem AUR derzeit die Pakete: gstreamer0.10 gstreamer0.10-bad gstreamer0.10-bad-plugins gstreamer0.10-base gstreamer0.10-base-plugins gstreamer0.10-ffmpeg gstreamer0.10-good gstreamer0.10-good-plugins gstreamer0.10-ugly gstreamer0.10-ugly-plugins
Da diese AUR-Scripte regelmäßig aktualisiert werden, nervt der Rattenschwanz an angezeigten Updates in Yaourt (yaourt -Syua). Mein Tipp: Lasst Yaourt diese Pakete einfach bei Updates ignorieren. Das geht über die /etc/pacman.conf (ja, Yaourt übernimmt diese Konfigurationsdatei): kate /etc/pacman.conf
Die Raute vor „IgnorePkg =“ entfernen und hinter das Gleichzeichen die Paketnamen ohne Kommata aufreihen. Yaourt wird dann bei -Syua zwar anzeigen, dass es Updates für die Pakete gibt, sie aber ignorieren.

Weitere Tipps für Amarok

Amarok ist so mächtig, dass ihr wahrscheinlich Jahre der Benutzung brauchen werdet, um seine Features zu erforschen. Ich will noch auf einige konkrete Funktionen hinweisen:
In der Wiedergabeliste könnt ihr für Titel im Kontextmenü „Stück in die Warteschlange einstellen“ wählen. Das überschreibt die lineare Wiedergabeliste von oben nach unten und spielt das gewählte Stück als das nächste ab. Auch immens praktisch: „Wiedergabe nach diesem Stück beenden“. Hat sich für mich bewährt, wenn ich Sachen aufschiebe zu tun, z. B. mir schon länger einen Toilettengang verdrückt habe.
Der Player besitzt eine Lesezeichenfunktion für Wiedergabepositionen. Das ist insbesondere für Podcasts praktisch (btw: Für die Verwaltung nutzt ihr besser extern gPodder). Ihr könnt bei einer beliebigen Position eines Stücks auf das ausgegraute Fähnchen oberhalb der Wiedergabepositionsanzeige (etwas rechts versetzt) klicken. Das legt ein Lesezeichen an. Über Extras → Lesezeichenverwaltung gelangt ihr an eine Liste dieser Lesezeichen. Einmal geladen, müsst ihr in der Wiedergabepositionsanzeige dann noch auf das kleine Dreieck klicken, um genau zu der gemerkten Position zu springen. Wenn ihr Titel nur pausiert und dann gleich Amarok beendet, merkt es sich die aktuelle Position übrigens automatisch.
Es bietet sich auch extrem an, globale Tastenkombinationen für Amarok zu definieren (global bedeutet: Gilt auch, wenn das Amarok-Fenster gerade nicht im Fokus ist.). Öffnet dafür Einstellungen → Kurzbefehle festlegen. Mein Rat: „Wiedergabe/Pause“ bei „Global“ auf Windows-Taste [Super] + P legen. „Nach aktuellem Stück anhalten“ auf Windows + Alt + P. „Aktuelles Stück neu wiedergeben“ auf Windows + R. „Hauptfenster anzeigen/ausblenden“ auf Windows + Z. Außerdem „Vorheriges Stück“ und „Nächstes Stück“ nach Wunsch global definieren, z.B. auf A/E. Meine Empfehlung folgt der Belegung meines Neo-Tastaturlayouts insofern, dass ich sie komplett mit der linken Hand tippen kann. Fühlt euch frei, für QWERTZ praktischere Kürzel zu wählen.

Das Media-Plasmoid

Im Tray-Bereich (geht mensch nach der Windows-Terminologie) ist das Media-Plasmoid vorkonfiguriert. Es dient zur Steuerung von Mediaplayern, die das MPRIS2-Protokoll beherrschen, was unter Linux die meisten grafischen mit einschließt, darunter Amarok und VLC. An dieser Stelle übersetze ich aus einem Blog-Text des Entwicklers:

  • Mittelklick auf das Icon zum Pausieren/Fortsetzen
  • Sofern vorhanden und nicht anders zugewiesen, bewirken die Vorwärts-/Zurück-Sondertasten von Mäusen einen Titel-Wechsel
  • Während die Leiste aufgeklappt ist, sind folgende Tastenzuweisungen aktiv:
    • K oder Leertaste: Abspielen/Pause
    • P oder N: Letzter/nächster Titel (previous/next)
    • ← oder → / J oder L: Vorwärts/rückswärts spulen
    • S: Abspielen pausieren
    • Nummern 0-9: Zu 0%, 10%, 20% etc. des aktuellen Titels springen

Zudem lässt sich mit dem Mausrad auf das jeweilige Icon die Lautstärke oder Bildschirmhelligkeit (nur Notebooks) regeln. Ein Mittelklick auf das Lautstärke-Icon bewirkt die Lautlosschaltung.

Bonus: Plasma-Hintergrundbilder in 4K UHD

Die in diesem Artikel verwendeten farbenfrohen abstrakten Hintergrundbilder stammen aus der spitzen Mausfeder von Ken Vermette und waren die offiziellen Hintergrundbilder der letzten Plasma-Versionen. Ich habe mir alle auffindbaren SVG-Dateien besorgt und sie neu in hochauflösendem 4K UHD gerendert. Ein Archiv von mir mit den Bildern in gerendertem UHD und als SVG von Plasma 5.5 bis 5.10 könnt ihr hier laden (oder hier).

Habt Spaß am Gerät

Wenn ihr auf Probleme stoßt, zögert nicht, in den deutschen und englischen Manjaro-Foren zu fragen. Bei fundamentaleren Themen bietet sich auch das Arch-Forum an. Indes bitte ich davon abzusehen, mich um Rat zu fragen, denn ich kann euch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bei spezifischen Problemen helfen. Das soll meine eingangs erklärte Aufforderung nicht untergraben, mich von Fehlern in diesem Text wissen zu lassen, das ist im Sinne aller Leser.
Sodann, ich wünsche euch, was mensch mit Linux hervorragend haben kann: Spaß am Gerät!

Für Dich. Denn hätte ich Dir nicht beweisen wollen, dieses Projekt zum Abschluss bringen zu können, wäre es eine Bauruine geblieben.

11 Gedanken zu „Manjaro Linux und KDE Plasma 5: Das Frumble-Kompendium 2017

  1. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 45.9 auf Linux Linux

    Hi Frumble,
    Dein Kompendium zu Manjaro KDE ist Weltklasse!!!
    Bin mit Linux seit ein paar Jahren unterwegs und hab verschiedene getestet, Mint, Ubuntu, Debian, Fedora… alle haben ihre Stärken und Schwächen, je nach dem, was man selbst bevorzugt.
    Aber Deine Beschreibungen zu Manjaro hier, sind so detailliert, dass ich mir viele Stunden einspare, die ich sonst in irgendwelchen Foren vergeudet hätte.
    Deswegen ein herzlicher Dank.

    Gruß aus Nürtingen

  2. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 54.0 auf Linux Linux

    Aww, vielen Dank für das Lob! Tut immer gut! =) Du bist nicht der Erste, aber ich schätze das sehr, wenn sich das auch mal wer direkt hier auf meinem Blog traut.

  3. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 52.0 auf Linux Linux

    Hey,
    mal abgesehen davon, dass dieses Kompendium inhaltlich wirklich erstklassig ist, weiß ich es auch zu schätzen, dass du auf ebenso klare wie fehlerfreie Sprache Wert legst. Das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich.
    Auch schön: Alle Tipps passen selbst dann, wenn man, wie ich, lieber Antergos statt Manjaro installiert.
    Bei den Software-Tipps würde ich noch empfehlen, Tilda (Terminal, im Gegensatz zu Yakuake frei platzierbar) aufzunehmen. Und wer Zwei-Fenster-Dateimanager mag, wird sich vielleicht freuen, dass es eine 1:1-Kopie des unter Windows beliebten TotalCommander auch für Linux gibt (Doublecmd, QT und GTK). Ein paar nützliche Aliases für das Terminal wären evtl. nicht schlecht – bei Bedarf kann ich welche beisteuern.
    Danke für deine Arbeit!
    LG

  4. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 54.0 auf Windows Windows 7

    Auch ich möchte mich bedanken. Setze zwar Antergos ein, aber die Tipps lassen sich trotzdem nutzen.

  5. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 55.0 auf Linux Linux

    Hey, noch mal herzlichen Dank euch beiden! Das Lob für den Schreibstil freut mich ganz besonders! Hat das Germanistik-Studium also Spuren hinterlassen. 😉
    Zu den Aufnahmetipps: Diese Aufklapp-Terminals sind nicht die Art, wie ich Terminals nutze. Deswegen kann ich das auch nicht sinnvoll empirisch beurteilen. Ich hab mir Konsole auf die „Rollen“-Taste gemappt (Systemeinstellungen -> Kurzbefehle -> Eigene Kurzbefehle) und beim Drücken öffnet sich halt immer ein neues Terminal, das ich auf meinem großen Monitor passend platziere. Ich hätte auch noch auf zsh und Anpassungen eingehen können, aber das ist so advanctes Zeug, dass die Poweruser, die es wirklich interessiert, das schon ohne mich finden und hinkriegen. Irgendwo musst du dann einfach die Linie ziehen und deine Zielgruppe bestimmen. Wollte ja nicht die Kofler-Fibel rebooten. 😉
    Dual-Pane-Dateimanager nutze ich auch nicht. Dolphin hat den „Teilen“-Knopf, hin und wieder ist das ganz übersichtlich, generell verwende ich dann aber doch Tabs, weil das für mich praktischer ist. Aber die Tipps stehen nun in den Kommentaren und wegen den Aliasen hab ich Dir schon eine Mail geschickt. 🙂
    Ich bin noch immer daran, das Kompendium zu erweitern. Heute gab es neue Kapitel zu butterweichem pixel-perfekten hardwarebeschleunigten Scrolling in Firefox und dem Videoplayer MPV.

    Ist nicht sehr verwunderlich, dass ihr die Tipps von einem Arch-Derivat auf ein anderes übertragen könnt. Die Informationen sind so allgemein, das Allermeiste wird auch auf einem Kubuntu umsetzbar sein. 😉
    Antergos ist zweifelsohne auch eine solide Distribution. Manjaro macht die Sache mit der Vorkonfiguration und den vorinstallierten Programmen aber schon sinnvoller. Ein echtes täglich rollendes Arch (was Antergos ja ist) kann ich nur Nerds empfehlen, da bricht einfach viel zu viel – dabei beweist sich selbst schon Manjaro nicht gerade als Segelflieger durch die Updates.
    LG!

  6. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 55.0 auf Linux Linux

    Durch Deine ständigen Updates ist diese Seite momentan eine regelmäßige Anlaufstelle für mich geworden.

    Eventuell denkst Du darüber nach, die Tipps auch in einem Forum zu posten, dann würden sicherlich noch mehr Anwender davon profitieren.

    Noch eine Anmerkung: Ich benutze KeePassXC anstatt Deiner Empfehlung KeePassX2. Optisch sind beide identisch, aber XC hat mehr Funktionen. Ist einen Blick wert.

    Gruß
    Michael

  7. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 55.0 auf Linux Linux

    Hi,
    in Deinem Text zur Multicore-Optimierung ist ein Fehler.
    Die falsche Zeile:
    „COMPRESSXZ=(xz -c -z – –threads=0)“ hinten anpassen und die Null durch die Zahl vorhandener Kerne ersetzen, also z. B. „8“.

    Korrekte Zeile:
    Die Zeile „COMPRESSXZ=(xz -c -z – –threads=0)“ hinten anpassen und die Null durch die Zahl vorhandener Kerne ersetzen, also z. B. „8“.

    Also: statt -threads muss es –threads (zweimal minus) heissen. (Vermutlich wieder dieses WordPress-Thema)

    Gruß
    Michael

  8. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 55.0 auf Linux Linux

    Sehr aufmerksam, ist korrigiert, Dankeschön. War tatsächlich wieder die automatische WordPress-Umformatierung.

  9. Nutzt Google Chrome Google Chrome 60.0.3112.113 auf Linux Linux

    Super Leitfaden, hat mir den Einstieg sehr erleichtert!
    Vielen Dank dafür!

  10. Nutzt Google Chrome Google Chrome 61.0.3163.100 auf Windows Windows NT

    Vielen Dank für dieses umfangreiche, sehr ausführliche Tutorial. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich auf Manjaro Linux umgestiegen bin. 🙂
    Eine Frage habe ich zum Thema „MPV: Der bessere Videoplayer…“
    Welche Einstellungen sind hier für meine NVIDIA-Grafikkarte vorzunehmen, wenn die Grafikausgabe auch hier von der Hardware unterstützt werden soll?

    Vielen Dank!

  11. Nutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 56.0 auf Linux Linux

    Hey Martin, freut mich, eine Hilfe zu sein.
    MPV und aktuelle Nvidia-Hardware mit proprietärem Treiber: Probiere mal „hwdec=vdpau“ oder „=nvdec“. Eventuell ist auch noch „opengl-hwdec-interop=vdpau-glx“ von Nöten. Nouveau müsste sich analog zu den anderen freien Treiber verhalten und VA-API nutzen, sofern die Schnittstellen für Deine Hardware überhaupt reverse engineered sind. Das ist genau der Grund, weshalb ich nicht darauf eingegangen bin: Ich kann es nicht testen. 😉

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