Zeiten des Aufruhrs: Die Desktop-Frage 2011 – Eine Analyse

»I don’t want you to think of this as just a film – some process of converting electrons and magnetic impulses into shapes and figures and sounds – no. Listen to me. We’re here to make a dent in the universe. Otherwise, why even be here? We’re creating a completely new consciousness, like an artist or a poet. That’s how you have to think of this. We’re rewriting the history of human thought with what we’re doing.« —Steve Jobs im Spielfilm “Pirates of Silicon Valley”, 1999

Ein Zitat, das mir vermittelnd-bezeichnend zu sein scheint für den Geist des Umbruchs, den wir gerade erleben. Denn es passieren Dinge auf der Welt, die unsere Gedankenwelt verändern, weil wir spüren, dass es Zeit dafür ist.
Doch hier soll es um Linux gehen, und auch dort lässt sich das Zitat einsetzen. Kein anderes Thema war in diesem Jahr im Linux-Umfeld so aufregend wie der Kurs des Linux-Desktops. Es fanden bedeutende Entscheidungen und Veröffentlichungen statt, die mit dem alten Paradigma der Benutzeroberfläche brachen, einfach, weil man fand, es sei an der Zeit.

Ich möchte den Versuch wagen, ein wenig die Zusammenhänge und Ideen zu beleuchten, die die Projekte ausmachen, die mich dieses Jahr so umtrieben. Es ist offensichtlich: Die Reise geht hin zu Touch-optimierten Oberflächen und einer radikalen Zuwendung zu Applikationsorientierung und Semantik, weg von der makrokosmisch offenbarten strukturellen Technik. Oftmals fragt man sich: Gibt es abseits dessen eine Langzeitvision, ist da was? Meine Betrachtung ist offen subjektiv und ich lade zur Diskussion ein.
Es wurde so viel geschrieben. Die Arbeit, die neuen Desktop-Umgebungen bis ins Detail vorzustellen, haben andere gemacht und an Ende dieses Beitrags habe ich einige Links gesetzt.

Kapitel:
1 – Revolution statt Evolution
2 – Unity — die UI-Konzept-Katastrophe
3 – Compiz als Grundlage
4 – Canonical, der Schurke
5 – Flucht!
6 – KDE
7 – Der Wert einer schönen Software-Architektur
8 – Von Integriertheit und Harmonie
9 – Plattform vs. Ökosystem
10 – Feature Regressions
11 – Philosophische Ergüsse
12 – Wo es denn nun hingeht
13 – Neue Geräteklassen und die Konvergenz
14 – Finale
15 – Auswahl weiterführender Artikel

1 – Revolution statt Evolution
Mit Version 3 wurde GNOME seinem seit der Veröffentlichung von Version 2 geführten Entwicklungsmodell untreu, das viele kleine stetige Verbesserungen statt die Konzentration auf große Neuerungen bedeutete. Ergebnis dieser Anstrengungen von 2002 bis 2009 war ein Desktop Environment, ziemlich nah an der Marke, die man Perfektion nennen könnte: Hohe Produktivität, kurze Mauswege, reich an Individualisierungsmöglichkeiten.
Doch die Entwicklung stagnierte, man hatte sich im konzeptionellen Design verfahren. Viele neue Ideen, die die Nutzer wünschten, erschienen ungeeignet für die Art, wie man GNOME mit seinen Panels, Applets und Systray bediente. Der ganze Desktop war Datei-orientiert aufgebaut: Dateien im Dateisystem, nicht Informationen des Nutzers. Für Forderungen wie Benachrichtigungsblasen konnte man im GNOME-Projekt keine Umsetzungsmöglichkeit finden. Es gab eine Menge Ideen die man hätte integrieren können, die Umsetzung aber wäre nicht ganzheitlich gewesen, weil sie das bisherige konsistente UI-Konzept unterlaufen hätte, mit bestehenden runden Paradigmen gebrochen hätte.
Auftritt Canonical 2008: Der vom GNOME-Projekt viel geliebte Ubuntu-Distributor emanzipiert sich. „Sie liefern die beste GNOME-Distribution, sie liefern GNOME so aus, wie es wirklich ist!“, war der Chorus bisher. Canonicals Ayatona-Projekt leuchtet skizzenhaft immer mal wieder auf. Der Ubuntu-Entwickler tritt unberührt der Interface-Mimosen des GNOME-Projektes an die Verwirklichung von unverwirklichten Ideen. Zu aller erst wird ein neues Abmeldemenü rechts im oberen Panel, dann ein Benachrichtigungssystem und dann eine neue Art von interaktivem Panel-Element, Indikatoren, angegangen. Während die Ubuntu-Community den kühnen Vorstoß jubelnd Willkommen heißt, werden GNOME-Entwickler und etablierte Standardisierungsgremien bei den Canonical-Entwürfen großteils übergangen. Die zu keinem Ergebnis führenden, da kontroversen Diskussionen mit GNOME-Leuten werden von Canonical-Entwicklern vermieden, die nötigen Patches mehr oder weniger letztlich selber mit heißer Nadel in die Distributionspakete eingepflegt, ohne dass sie Upstream gehen.
Wer aufmerksam war, konnte in der Ferne bereits den sich abzeichneten unvermeidlichen Bruch von Ubuntu mit GNOME erahnen.
Dann begann die Diskussion zu GNOME Version 3, aus der sich Canonical raushielt, prinzipiell mit dem Verweis auf die geleisteten Eigenentwicklungen zum Wohle des ganzen Desktops, diese möge man doch integrieren.

Der weitere Entwicklungsverlauf von GNOME 3 sei hier ausgespart, ich will mich gleich mit dem Ergebnis beschäftigen:
GNOME 3 hat die Gemüter von vielen langjährigen Nutzern auf Kesseltemperatur gebracht: Es sei zu bevormundend, zu restriktiv; das neue Aktivitäten-Paradigma, nun ganz inhaltzentrisch und Anwendung-orientiert, inkompatibel zum Power-Nutzer; es ließe sich nichts mehr einstellen. (“GNOME 3 ist restriktiver als Apple erlaubt.”) Vieles der Kritik lässt sich mit den von den Entwicklern unterschätzter notwendige Umsetzungszeit erklären, es ist einfach noch nicht fertig; anderes sind grundlegende Design-Entscheidungen, die getroffen wurden, und manchem nicht schmecken.
DIe bei Planung angedachten eigentlich zentralen Elemente ›Zeitgeist‹ und sein Front-End ›Activity Journal‹ zur Aufzeichnung von verschiedenen Nutzer-Aktivitäten in eine systemweite intelligent kombinierende Datenbank mit APIs für alle Anwendungen haben noch immer nicht Einzug in die GNOME-Kompilation gehalten, das betrachte ich als den Startfehler von GNOME 3 überhaupt. Ohne diese Komponenten ist das forcierte neue Bedienparadigma unstimmig, da inkonsequent und unvollendet. Ich hoffe sehr, dass sich da sehr bald etwas tut.

Um es kurz zu machen: Ich bin kein Fan der neuen Aktivitäten-Oberfläche, vor allem, weil sie mir Kontrolle nimmt, die ich vorher hatte – das aber auch hauptsächlich durch Fremdsoftware wie Compiz, das wegen der engen Verzahnung von Aktivitäten-Overlay und Fenstermanager nun nicht mehr direkt einsetzbar ist. Besonders gut gefällt mir das neue Panel-Paradigma mit konsistent integrierten Benachrichtigungen und dynamisch einblendenden Systray-Bereich. Die neue Richtung einer voll Touch-ausgerichteten Oberfläche halte ich für weitsichtig und angebracht. Generell spricht mich GNOME 3 Shell mehr an als das gleich zu behandelnde Unity, vor allem, weil ich eine Vision erkenne, die es dem Nutzer ganz von Herzen einfacher machen möchte. Viele der anfänglichen Kritikpunkte wurden mit GNOME 3.2 entschärft, oder durch die exzellente Scriptbarkeit des neuen Desktops mit externen Erweiterungen behoben. GNOME 3 Shell hat Potential, es ist durchdachte Technik mit einer großen Weitsichtigkeit im UI-Design, die uns noch überraschen wird, aber es braucht mehr Zeit. Für eine neue Generation von Nutzern, die mit Inhalten umgehen möchten und nicht mit Containern, halte ich GNOME 3 Shell (einmal mit Zeitgeist und Activity Journal) für die ideale Oberfläche über Geräteklassen hinweg, und wollte es selber nutzen, wenn ich nicht so ein alter Hase wäre und mehr (nicht erst noch zu erschaffende!) Möglichkeiten gewohnt. Zum Thema der Feature Regressions führe ich weiter unten noch meine Gedanken aus.

2 – Unity — die UI-Konzept-Katastrophe
Canonicals Antwort auf GNOME 3 Shell ist Unity. Hervorgegangen aus einem ursprünglich für Netbooks entwickelten Minimal-Hack auf Compiz zur Bildschirmplatzersparnis entschied sich der Distributor als es ernst mit GNOME 3 Shell wurde, eigene Wege zu gehen, um ›am Markt herausstechen zu können‹. Sonderbares Vorgehen bei einer Linux-Distribution, aber gut, es ist Freie Software. Die Ähnlichkeit der GNOME 3 Shell-Aktivitäten und einiger Elemente von Unity ist nicht zufällig, schließlich waren die Designstudien zu GNOME 3 längst entwickelt. Wie bei GNOME 3 Shell bekommt es der Nutzer bei Unity mit einem revolutionären statt evolutionären Bruch in der Oberfläche zu tun, wenn sich Unitys Bruch auch mehr auf Äußerlichkeiten als das tatsächliche Bedienparadigma bezieht, wie man es bei GNOME 3 Shell versucht. Aber der Reihe nach: Was sie zu dieser UI geritten hat, ich weiß es nicht. Canonical ist eigentlich dafür bekannt, professionelle Benutzbarkeitsstudien durchzuführen – ich habe selber auch damals das Verschieben der Fensterknöpfe nach links begrüßt. Unity betrachte ich als Fehldesign durch und durch.
In meinem Verständnis liegt dieses große Fehldesign konkret bei: Es kann nicht sein, dass man für die Programmsuche die Index-Suche durch Eintippen des Programmamens verwenden muss, weil die alten Menükategorien absichtlich verschwert zugänglich gemacht wurden. Das Konzept funktioniert nicht, wenn ich ein Einsteiger bin und überhaupt nicht weiß, wie die Programme heißen, sondern nur beispielsweise nach einem Schreibprogramm schauen möchte. Oder mir die Programmnamen nicht merken kann (weil sie mir scheißegal sind, zu Recht), oder ich eben *nicht an einem Laptop arbeite* und meine Zwei-Hände-Wege von Maus zu Tastatur nervend lang ausfallen – und nein, das Anpinnen im Dock von jeder kleinen Anwendung, die ich über die Woche brauche, ist keine ernsthafte Alternative dazu (Übrigens: Ich hasse Docks!!).
Zum Vergleich in GNOME 2: Ich fahre an die obere linke Bildschirmecke, klicke und fahre nach unten, hinein in die entsprechende Kategorie, zeige auf die Anwendung, und lasse die Maustaste los. Meistens selbst in meinen vollen Menüs keine zwei Sekunden. Und die Kategorien sind übrigens das, was Einsteiger oft am meisten unter Linux liebten: Weil es das unter Windows nicht gibt! Und was machen GNOME 3 und Unity nun? Sie verleugnen – das kann man so sagen – ja, verleugnen die sinnvollen Anwendungskategorien und möchten das Arsenal am Liebsten als großen Haufen mit Symbolen in Übergröße anzeigen. Und warum? Weil sie Apples iOS kopieren! Sinnverloren! Unity noch mehr als GNOME 3, da sind die Anwendungskategorien wenigstens noch dominant sichtbar, aber auch erst mit ZWEI Klicks zu erreichen, wo bei GNOME 2 einer reichte, um das Menü und später die Anwendung zu öffnen. Im Übrigen halte ich auch das Global Menue von Unity für schwachsinnigen Apple-Kopiertrieb. War bei denen sinnvoll, als man noch niedrigere Auflösungen hatte, und ist es heute auf der hoffentlich bald vollends verreckenden Gerätegattung der Netbooks, aber ich will meinen Bildschirmplatz auch ausnutzen, und auch nicht erst Fenster fokussieren müssen, um über einen Mausumweg in ihr Menü zu gelangen, dessen Sektionen dann außerdem erst beim Maus-Überfahren überhaupt angezeigt werden! – Dass man das Global Menue deinstallieren kann, spielt nichts zur Sache! Fehldesign!
Auch kann es doch nicht sein, dass eine grafische Benutzeroberfläche erst ›wirklich produktiv‹ wird (so schreiben Ubuntu-Fanblogs!), wenn man eine längere Liste Tastenkommandos gelernt hat. – Hallo — eine grafische Benutzeroberfläche sollte es gerade unnötig machen, dass man mit der Tastatur arbeiten *muss*!
Puh, erst mal beruhigen. Man sieht, Oberflächenänderungen verursachen immer hochemotionale Regungen in der Community. Aber Unity ist auch wirklich richtig schlecht. ;)
In der Anwendungssuche werden zur Installation angebotene Anwendungen prominent angezeigt, während die Liste mit den zu einem Stichwort gesuchten installierten zusammengeklappt wird. Auch irgendeine Strategie, ein Konzept wie man die Verwaltung dieser Such-›Linsen‹ plant, kann ich nicht erkennen. Ich könnte jedes zweite Design-Element von Unity auseinandernehmen; ich sehe darin einfach keine klare Linie und Vision; Stückwerk; der Desktop geht am Nutzer vorbei, zuallererst an mir.

3 – Compiz als Grundlage
Ich bin Compiz-Enthusiast seit 2006. Ich liebe Compiz. Ich weiß, das klingt seltsam. Ich liebe meinen Firefox mit seinen drölfzig Add-Ons und ich liebe mein bis ins letzte Detail konfiguriertes Compiz. Ich liebe es. (Das Wort verwende ich nur mit dem allergrößten Bedacht, doch hier zögere ich keinen Moment, es zu benutzen.) Ohne die Grundparadigmen seiner Bedienung will ich nicht mehr am PC arbeiten.
Ich bin es gewohnt, mit einem Mausschwenk oder Tastendruck das Schicksal von dutzenden Fenstern zu kontrollieren, in einer Geschwindigkeit und Direktheit, die Mac-Nutzer ins Staunen versetzt. Ich liebe die wabbelnden Fenster und die sich aufspannenden Kontextmenüs. Den Würfel – bei mir ein Zylinder – mit den virtuellen Arbeitsoberflächen und 3D-Fenstertiefe. Ich bin verrückt nach allem, was mehr organisches Element, Physik, Plastizität, Realismus in meinen Computer-Alltag bringt.


(Video-Klassiker von 2007)

Canonical baut Unity seit Ubuntu 11.04 auf Grundlage des Compositing-Fenstermanagers Compiz auf. Darin eingegossen lassen sie noch ihr eigenes OpenGL-Toolkit Nux laufen, aber das Zentralmanagement über die Komponenten hat der Fenstermanager. Das Unternehmen befindet sich in einer verzwickten Lage: Ihre Spezial-Patches für GNOME 2 Shell gingen nicht Upstream – wie schon erwähnt durch eine Mischung aus Absonderungswillen und Arroganz – aber jetzt ist GNOME 3 Shell fertig und macht ihre Anpassungen inkompatibel. Nicht einfach inkompatibel, sondern unumsetzbar mit den neuen Gegebenheiten. Man könnte fast meinen, die Erkenntnis traf die Truppe ein bisschen überraschend. Man hat also viel Forschung und Integration über Jahre voran getrieben, und steht plötzlich ohne passendes Fundament da. GNOME 2-Komponenten werden veralten, einen Fork zu machen ein irrwitziges Unterfangen, alles aufgeben will man aber auch nicht, nicht zuletzt, weil es zum Bild der Distribution geworden ist und Nutzer sich daran gewöhnt haben. Was also tun? Canonicals Antwort: Wir nehmen das aktuelle GNOME 3 als Grundlage, ersetzen aber die für unsere Vorhaben unanpassbare Shell durch eine eigene. Ein schöner Kompromiss, will man meinen.
Ich sage: Compiz ist nicht die Lösung. Compiz ist ein außerordentliches Projekt, getrieben vom Experimentiergeist – und das ist auch gut so. Canonical denkt, es sei ihre Lösung und begeht damit einen Fehler: Ist es nicht, denn es ist nicht in das Desktop Environment als ganzes integriert. Hier kommen wir wieder bei den Bedienparadigmen an.
Was sie also tun, ist den Unity-Desktop IN Compiz hineinzubauen, was reichlich absurd ist. Für Compiz sprach wahrscheinlich die extreme Plugin-Architektur; die Situation, das man schon bisher für Desktop-Effekte darauf gesetzt hatte und keine Feature Regessions bei den Nutzern wollte, und ihr offizielles Statement, dass man sich mit Compiz besser auskenne als mit Mutter (der neue GNOME 3 Shell-Fenstermanager mit Compositing-Fähigkeiten). Überhaupt, die neue Unity-Oberfläche sollte 3D sein und Fenster verwalten, da ist es doch am einfachsten, man erweitert einen (unsichtbaren) Fenstermanager um eine (sichtbare) eigene Bedienoberfläche und vereinheitlicht mit einer eigenen Konfiguration. Das haben sie getan, und jetzt haben sie das Problem, dass die GNOME 3-Plattform sich mit jedem Major-Release in sich konsistenter macht in ihrem Ziel, ihr neues Bedienparadigma ganzheitlich umzusetzen. Jede Komponente bei GNOME 3 ist darauf ausgelegt und strebt das Projektziel an, das sich in ganz grundsätzlichen Fragen, eben Bedienparadigmen, von dem doch eher klassischen Ansatz Unitys unterscheidet. Also in Zukunft wieder viele GNOME-Komponenten patchen?

»Hier entsteht dann etwas der Eindruck, dass man bei Canonical nicht so recht weiß, wie man die zunehmend divergierenden Ansätze von GNOME und Ubuntu zusammenbringen kann, um ein rundes Ganzes zu erzeugen.« —derStandard.at-Test von Ubuntu 11.10 (S. 14)

Wenn man sich diese Tragödie anschaut, sieht man wieder ganz deutlich, warum ein offenes Entwicklungsmodell und Kollaboration und gemeinsames verständiges Entwickeln in der Welt von kleinen Unternehmen und offenen Systemen ein MUSS ist.
Trotzdem glaube ich, hat Canonical in Anbetracht ihrer Situation das Richtige getan – zum Einen, weil ihre Patches für neue Konzepte wie Indikatoren nicht Upstream gingen, und das ist de facto ein Problem für sie, zum anderen, weil ihre Ideen teilweise doch wirklich etwas taugen. Sie müssen natürlich noch (sehr viel^^) geschliffen werden, aber sind auf dem besten Wege zu einem tollen Nutzungserlebnis für den nicht professionellen Heimanwender – für die Massen. Maximierte Anwendungen sind z.B. sehr nett umgesetzt. Das Potential ist da. Canonical wird die Verzahnung von Compiz und Desktop irgendwie hinbekommen, aber es wird keine Integration sein und es wird sie noch sehr viel Ressourcen kosten. Ihr Problem ist heute ihr historisches Setzen auf GNOME und dessen Ökosystem (was damals jedoch zweifelsfrei die vernünftigere Wahl war), wenn man den Alleinstellungsdrang sowieso nicht als Problem betrachten will.

4 – Canonical, der Schurke
Ich muss an dieser Stelle meiner Enttäuschung über Ubuntu in den letzten Versionen Luft machen. Ich war Nutzer seit 5.04 Hoary Hedgehog, davor Fedora, Debian und SuSE. Bei Ubuntu habe ich meine Heimat gefunden, eine Distribution, die sich von Release zu Release für mich als Nutzer verbesserte, einfach *funktionierte*, schön schlank kam, auf dass ich meine persönlichen Anpassungen auf sie schmeißen konnte, und mit einfachen Systemtools punktete.
Mit 11.04 Natty Narwhal änderte sich das. Der neue Standarddesktop wurde Unity, und ich hätte in 11.04 noch GNOME 2 Shell trotzdem als meinen Desktop starten können, wäre das vollkommen verhunzte System nicht gewesen. Angefangen von GRUB, der falsch installierte und nun auch keine Installationsoption mehr bot, über den Kernel, der ohne ACPI-Deaktivierung nicht mehr bootete, was in einem permanenten Stromverbrauch des Hexacore-Rechners von über 150 W und hochlaufendem Lüfter resultierte, bis zu widerspenstigen Compiz-Paketen und einer Reihe von Anwendungen, die plötzlich sehr seltsames Verhalten zeigten. Und Ubuntu 11.10 soll ja noch viel kaputter geworden sein.
Der Selbstgeltungszwang und die entschiedene Abgrenzung mit der Marke ›Ubuntu‹ vom restlichen Linux-Distributionsgeschenen von Canonical wird immer schlimmer, und es immer schwerer, die Sonderwege, die Ubuntu geht, in einer Installation loszuwerden.
Die Anstrengungen in das ›Software-Center‹, die angestrebte ›Appifizierung‹ (wie ich ›App‹ für Desktop-Anwendung hasse!) und die enge ›heile Welt‹, in die einen Canonical mit seinem Ökosystem-Korsett zu führen versucht, machen nur umso deutlicher, was schon lange offensichtlich durch das selbstherrliche Auftreten des Unternehmens ist: Sie möchten das ›Apple der Linux-Welt‹ sein. Nebenbei wird Basis-Software wie GIMP und Synaptic aus der Distribution entfernt, ich meine, SYNAPTIC!! Eine Distribution, die den grafischen hochfunktionalen und essentiellen Paketmanager aus der Standardinstallation mit einem App Store ersetzt, ist nicht mehr die meine!
Das Übrige tun die von Canonical gewünschten Copyright Assignment zu Kernprojekten wie dem Sotware-Center (Code-Einreicher geben Canonical unbegrenztes Lizenzierungsrecht über ihren eingereichten Code, dieses kann ihn dann später auch proprietär machen; laut Mark Shuttleworth, um dadurch den ›Wettbewerb‹ mit anderen Projekten zu erhöhen und besseren Code abzuliefern, so argumentiert er, ernsthaft!). Das Unternehmen wird mir unsympathisch bis ins Mark (höhö!). Es lohnt sich, in die Chroniken eines GNOME-Entwicklers über die Zusammenarbeit mit Canonical hineinzulesen.

Das alles war für mich Grund, meine Langzeitbeziehung zu Ubuntu zu beenden und auf Linux Mint Debian Edition/Debian Testing zu wechseln, und langfristig auf KDE 4. Ubuntu 11.04+ bringt mich in die Situation, Linux-Einstiegswilligen keine Empfehlung mehr reinen Herzens für eine Distribution aussprechen zu können. Ubuntu hat meistens funktioniert. Mandriva und Mageia, die vielleicht am ehesten vergleichbaren Distributionen, sind mir zu exotisch, beziehungsweise unpopulär, openSUSE ist leider für den Einsteiger wie den willigen Amateur nach meiner Meinung eine Konfigurations-Katastrophe.

5 – Flucht!
Wie bereits ausgeführt, bin ich ehrlich angetan von GNOMEs neuem Nutzungsparadigma, aber es ist nichts für mich, weil ich mit etwas mehr technischem Verständnis als der Normalnutzer weiß, wie ich schneller ans Ziel komme als über die neuen chicen Nutzungswege, die GNOME 3 einführt. Sie vereinfachen vieles bisher Versteckte und Komplizierte und machen es einfacher zu lernen, aber ich bin nun mal versierter und schon ganz andere (multiple) Möglichkeiten gewohnt als die, die das neue GNOME mir nun noch anbietet. Es ist tatsächlich intuitiver; uns fällt das wahrscheinlich nicht auf, weil wir schon so ›versaut‹ von der Technik-abstammenden Bedienung sind. Ich werde damit langsamer, aber ich bin mir sicher, ein Großteil der Nutzer wird damit schneller.
Als GNOME 3-Abtrünniger hat man überschaubare Optionen, sofern man bei einer großen integrierten Desktop-Umgebung bleiben möchte, weil man den gebotenen Komfort schätzt: Festhalten an GNOME 2 beziehungsweise dem Fork ›MATE‹, Wechsel auf Xfce, oder Migration auf KDE SC 4. Ich sage bewusst Migration, weil KDE eine ›andere Welt‹ ist mit seinen Qt-Anwendungen und eigenem Bibliotheken-Fundus als GNOME und Xfce mit GTK+.

Ja, die Arbeit der Xfce-Entwickler wird in der Presse nicht gewürdigt. Die Desktop-Umgebung liefert ein schön integriertes Anwendungsarsenal und bietet fortgeschrittene Features, die sich teils mehr als mit GNOME messen lassen können (teil aber auch gar nicht). Insgesamt steht Xfce für Reduktion von UI-Firlefanz und Addition von Pro-User-wesentlicher Funktionalität. Der gewisse ›Firlefanz‹ hat mir in Xfce immer gefehlt, aber es ist eine sehr solide Oberfläche.
Nicht wenige wählten die Alternative nach ihrer Enttäuschung über Unity oder persönlichen Inkompatibilität mit GNOME 3 als ihr Refugium. Das ist keinesfalls verwerflich, doch jeder sollte sich klar machen: Xfce steht für die Stagnation von UI-Evolution. Klassisch und konservativ. Wer sich dafür entscheidet, steigt mit gewisser Endgültigkeit aus der *sinnvollen* Diskussion sowie Fortevolution der Desktop-Metaphern aus.
Das Selbe ist übrigens der Fall bei allen, die den GNOME 2-Fork MATE aufgesprungen sind. Bei diesem ist obendrein höchst ungewiss, wie lange das Projekt überhaupt mit dem Mega-Unterfangen durchhält. Ähnliches Problem wie beim KDE 3-Fork Trinity.
Immer ernsthafter in Erwägung sollte auch das Bleiben bei GNOME mit GNOME 3 gezogen werden, das durch das von Woche zu Woche breiter werdende Angebot an GNOME 3-Anpassungsscripten zusehends attraktiver wird. Die Ubuntu zur Basis nehmende Distribution (also Achtung!) Linux Mint 12 will z.B. mit Mint GNOME Shell Extensions ›MGSE‹ (siehe Bild) das Nutzungsparadigma von GNOME 2 mit seiner klassischen Datei-orientierten Fensterliste und Anwendungsmenüs für GNOME 3-Anwender retten – und dennoch GNOME 3 Shell laufen lassen. Ein Ansatz, den ich für am vielversprechendsten halte.

6 – KDE
Ich habe vor, noch 2011 endgültig auf KDE 4 Plasma zu wechseln, weil die eingeschlagene Richtung der GNOME 3 Shell mich zu sehr in meiner Arbeitsweise einschränkt und ich mit KDE Plasma schon länger liebäugele. Diesen Juli veröffentlichte das KDE-Projekt Version 4.7 von KDE Software Compilation (SC) und ich habe dem Termin ziemlich entgegengefiebert.
Ich möchte jeden ermutigen, die Desktop-Umgebung auszuprobieren, es macht wirklich sehr viel Spaß. Wie ich schon Dezember 2008 auf Twitter schrieb, kombiniert KDE 4 die grafische Eleganz von Apples Aqua mit der Konfigurierbarkeit und dem Funktionsreichtum von KDE 3 – eine mächtige Mischung, deren gesundes Verhältnis zu erforschen eben auch nicht ohne Experimente gelingen kann. Wer bisher nur KDE 3 kennt, wird sehr überrascht sein, wie das Projekt das Benutzerparadigma weiterentwickelt hat.
Hochinteressant ist das Streben nach der der Nutzbarmachung von sogenannten ›Aktivitäten‹, eine logische Weiterentwickelung von mehreren virtuellen Arbeitsoberflächen. Die Oberfläche soll sich kontextorientiert an die Aufgabe anpassen, also entsprechende Widgets anzeigen, Programmgruppen starten, oder in angepassten Programmen nur bestimmte Funktionen oder Inhalte anbieten. Das hört sich äußerst abstrakt an, man kann sich aber einen Nutzen ganz leicht schon vorstellen, wenn man nur einmal an die unterschiedlichen Nutzungsszenarien von Arbeit/Freizeit denkt. Aktivitäten-Fähigkeiten halten in immer mehr Komponenten des Desktops Einzug und der zukünftige Nutzen für mobile und Ultramobil-Geräte wie Tablets und Smartphones lässt sich schon erahnen.

Von dem persönlichen Umstiegs-Schritt hält mich bisher noch KWins Trägheit auf meiner Hardware und mangelnde Eleganz in Details als alter Compiz-Poweruser, und Dolphins oftmals etwas unlogisches Verhalten ab (abgesehen von dem weiterhin Vermissen von aktuellen Paketen für Debian Unstable *seufz*). Überhaupt sind die meisten KDE-Programme eigentlich extrem cool, doch an der Alltagsbenutzbarkeit scheitert es zu oft an kleinen nervigen Details. Aber das wird; hoffe ich zumindest. Wenn man keinen Code einreicht, ist es immer schwierig mit den Feature Requests bei diesen Bug-geplagten Großprojekten. Die Arbeiten an KDE SC 4.8 sehen auch schon sehr vielversprechend aus.


Beispiel Dateimanager Dolphin 2.0 im kommenden KDE SC 4.8: Sehr verheißungsvoll, sehr lecker.

7 – Der Wert einer schönen Software-Architektur
KDE 4.0 Developer Preview war die Grundsteinlegung für eine gänzlich neu gedachte Anwendungsplattform. Ich halte das KDE-Prinzip für die durchdachtere Lösung, für langfristig besser angelegt, und es wird sich mit der Zeit sicher noch auszahlen. Ein Wort: Frameworks. Alles wurde abstrahiert, alles wurde dynamisch austauschbar und portierbar gemacht. Eine ausgezeichnete Einführung in die Software-Architektur von KDE SC 4 bekommt man in der Release Event Keynote von 4.0 bei Google.
Zwei der ganz großen Frameworks sind Phonon und Solid. Phonon als Multimedia-API, Solid als Schnittstelle für die Erkennung von Hardwarekomponenten. Beispielsweise hat es zwar *hust* Jahre gedauert, bis nun auch in KDE GStreamer als Backend für Phonon richtig eingezogen ist (wie bei GNOME, das früh komplett und exklusiv ohne Abstraktion darauf setzte), aber das Meta-Modell – an dieser Stelle mit Phonon und den austauschbaren Sound-Backends – bot per Design größtmögliche Wahl, Freiheit und Potentialentwicklingschancen; hätte über die Jahre auch verhältnismäßig leicht auf neue Entwicklungen reagieren können. Dass vieles bei KDE SC so lange brauchte, ist wahrscheinlich der Zahl der Entwickler und der ›selbstverschuldeten‹ zu erst notwendigen Schaffung und Stabilisierung von Meta-Frameworks geschuldet.
Jetzt, da KDE mit Plasma Active auf Tablets und Smartphones expandieren will, zahlt sich die Entwicklungsarbeit in Solid aus, da nun Dinge wie Multicore-Erkennung nicht für eine andere ganz eigen-spezifische Hardware-Plattform in dutzende Anwendungen händisch eingepflegt werden muss, sondern ein zentrales Framework die Informationen aggregiert und verteilt. Gerade bei Plasma Active wird deutlich, wie massiv skalierbar KDE 4 angelegt ist: Die verschiedenen Plasma Workspaces als dezidierte Oberflächen für verschiedene Geräte-Klassen basieren alle auf dem selben Widget-, bzw. ›Plasmoid‹-Arsenal und den selben Technologien, die hochabstrahiert neuangeordnet und neuintegriert neue Einsatzzwecke ermöglichen. Die Plattform war per Design darauf ausgelegt, über Geräte-Klassen hinweg eingesetzt werden zu können.

Damit ist man dann vielleicht auch bei dem Kritikpunkt an KDE, der vor allem von GNOME-Anwendern vorgebracht wird: Es wird eine eindeutige Vision für ein Oberflächenmodell vermisst. Alles ist Baustein, doch der Kathedralen-Architekt ist nicht so richtig anwesend. Wo die Visionäre des GNOME-Lagers Human Interface Guidelines schreiben und UI-Skizzen auf dem Flip-Chart Board machen, sind die Visionäre im KDE-Projekt passionierte Technik-Designer. Sie würden sich eigentlich bestens ergänzen. (Wer den Hinweis mit der Kathedrale verstanden hat, ist gut; es ist richtig: Wir wollen doch mit freier Software eine Kathedrale bauen, die in ihrer Größe den Vergleich nicht mit den proprietären Domen zu scheuen braucht; der Basar braucht einen Baumeister!)
Leider begeisterte auch mich in der Vergangenheit das Entwicklungsmodell der KDE-Plattform mehr, als das wirkliche Nutzen. Plasmoid-Zeug, das alles irgendwie spinnt, instabil ist, plötzliches Verschwinden von Kontrollleisten und fitzelige Details in Plasmoid-Oberflächen und systemauslastende Hintergrunddienste sind nur einige der nicht richtig schönen Eigenarten des Desktops, an denen ich aneckte. Doch es wird besser, rapide.

8 – Von Integriertheit und Harmonie
Compiz war damals revolutionär, und der erste wirkliche Effekte-WM (obwohl schon KDE 3 anno dazumal (2004?) einige hochexperimentelle Compositing-Effekte bot) und sollte – wie seine Entwickler selber betonten – die Spielwiese für neue Konzepte sein, die dann in die nativen Fenstermanager der Desktops integriert werden sollten. Alleine das ist sinnvoll für den Standardnutzer. Compiz ist einfach ein Monster für sich und so hübsch es auch ist, gehört dieses Experimentierolymp in keine Normalnutzer-Standardinstallation.
GNOME 3 hat mit dem Fenstermanager ›Mutter‹ die Chance vertan, ein ordentliches Animations- und Erweiterungsframework zu schaffen – das Ding ist statisch wie der Microsoft Windows Desktop Window Manager. (Ja, es geht offenbar irgendwie, die Fokus-Effekt-Erweiterung sieht für mich aber wie eine ›Injection‹ oder Hack aus, nicht wie der Gebrauch einer dafür ausgelegten Schnittstelle.) Immerhin sind Pläne im Gespräch, das Animationsframework Clutter direkt in Mutter und GTK+ zu integrieren, und nicht nur als Abhängigkeit einzubinden. Dies würde eine völlig neue Art von GNOME-Anwendungen ermöglichen, die starken Gebrauch von Mac-artigen Effekten machen, und diese mit Wissen über die Desktop-Geometrie verknüpfen (ähnliches ist bei KWin auch im Gange).
KDE SC macht es dagegen richtig: Perfektes Zusammenspiel von Desktop Plasma und Fenstermanager KWin – von Beginn an so konzipiert, natürlich modular. Man spürt, wie alles schön durchdacht ist und ineinander übergreift, wie Plasmoid-Anwendungswidgets Gebrauch von KWin machen; die KWin-Einstellungen im KDE SC-Kontrollzentrum sitzen und perfekt mit der Konfiguration und dem Verhalten der Arbeitsoberfläche zusammenspielen; es fühlt sich alles wie aus einem Guss an. Das mag ich, und KDE – darum teilweise auch meine Euphorie – überträgt Systemparadigmen von Mac OS X hierbei auf den freien Linux-Desktop, wie man es in dieser Integriertheit und Innen-System-Harmonie dort bisher noch nicht sah. Die Arbeit ist großartig! Die besprochene Integriertheit zieht sich bei KDE SC durch alle Bereiche: Die Benachrichtigungen können im Kontrollzentrum feingranular für jede Anwendung und Funktion aktiviert oder deaktiviert werden, gleich verfährt man mit einem zentralen Kontrollpult bei der Einrichtung von Tastenkombinationen für alle KDE-Anwendungen – es ist ein Traum!
GNOME 3 versucht mit seinem neuen Systemeinstellungen mit KDE SC 4 gleichzuziehen, hat aber noch verdammt viel nachzuholen. Traditionell wurde bei GNOME alles auf seiner Insel entwickelt, und später Upstream gebracht. Bei GNOME 3 hatten die Entwickler sich die Herausforderung gestellt, verschiedene Systemtools unter einer wirklich-wirklich konsistenten Konfigurationsoberfläche zu vereinen.

9 – Plattform vs. Ökosystem
Mit GNOME 3 ist ein verstärkter Trend vom Insel-Upstream-Zusammenarbeiten hin zum Komponentenmodell erkennbar. Die nun tiefer verzahnten Systemelemente formen gemeinsam den Desktop. Tatsächlich aber verhält es sich so, dass GNOME, ähnlich Apple im Vorgehen, ein eigenes Ökosystem schafft, während KDE SC eine Plattform darstellt, in die man Komponenten hineinstecken kann, und welche diese dann in einem dynamischen Prozess integriert.
Das habe ich schon an KDEs Herangehensweise an das Thema Multimedia-Backends illustriert: Man erstellt ein Meta-Framework, in die sich diese, oder eine jene andere Entwicklung backend-en lässt. Man ist hochflexibel, man ist auf der Geschwindigkeit der Strömung der Linux-Technologie, zumindest in der Theorie — und man ermöglicht mehr evolutionäre Auslese und den Nutzern mehr Freiheit.
Unterstrichen werden kann meine Meinung mit GNOMEs öffentlichen Überlegungen, zukünftig GTK+ und GNOME nur mehr für Linux und keine anderen UNIXoide – und Windows, man denke an die Auswirkung auf GIMP – zu entwickeln. Das ist eindeutig Ökosystem-Strategie.
Dass Canonicals Unity-Prozess eine langausgelegte Ökosystemstrategie zur Marktdifferenzierung ist, brauche ich eigentlich gar nicht erst zu erwähnen. Interessanterweise scheinen sie mit all ihrer Absonderungsarbeit tatsächlich eine eigene Plattform zum Ziel zu haben – aber ganz im autoritären Stile Apples.
Ulkigerweise scheint dem Unternehmen selbst noch nicht klar ist, wie diese aussehen soll – zu beobachten an dem ständigen Wechsel von Toolkits; der Bestrebung für eine eigene Entwicklungsumgebung, aber jetzt schon mit veralteten Technologien usw. usf..
Das sind meine Beobachtungen. Hieraus ergibt sich für mich die Erkenntnis, dass die KDE SC-Plattform eher das darstellt, was ich unter Linux und freier Software verstehe. Und nutzen möchte.

10 – Feature Regressions
“Never touch a running system”? Doch! Warum? Weil wir Fortschritt wollen und Fortschritt bedeutet auch Bruch mit Altem. Man muss aber fairerweise unterscheiden: Zum einen die evolutionäre und revolutionäre Weiterentwicklung von Software, die Brüche in Paradigmen, Funktionalität, Kompatibilität nötig macht, will sie Fortschritt erreichen, und will sie sich sanieren. Zum anderen ›das Recht des Nutzers‹ auf allgemeine Funktionsfähigkeit. Sind Entscheidungen von Großprojekten mit großer Nutzerbasis, ›alles neu zu schreiben‹, tragbar? Ist es richtig, den Nutzer, selbst wenn nur vorrübergehend, mit starken Feature Regressions zu konfrontieren, sogar mit völlig neuen UI-Ansätzen, hat er sich doch über die Jahre an die Software gewöhnt und erwartet, dass sie nicht bricht? Es ist fast schon eine ethische Fragestellung, und sie ist bewusst provokant formuliert. Aus technischer und projektzentrierter Sicht fällt die Antwort nicht schwer: Das Übel nimmt man in Kauf für die Zukunft des Projektes, sei es eine Plattformaktualisierung, ein Schwenk auf eine elegantere Programmiersprache, die für das Projekt besser geeignet ist, oder die Neuorientierung für neue Interaktionsmodelle, oder alles zusammen. Das Problem wirkt sich insbesondere bei Projekten negativ aus, die sehr viel mehr technikbegeisterte Entwickler mit To-Boldly-Go-Innovationstrieb als Nutzbarkeitsinteressierte haben: Die Nutzer fühlen sich dann unverstanden. (Hier ein schieler Blick auf KDE SC 4.) Was dagegen getan werden kann: Kommunikation der Absichten. Kommunikation ist das Wichtigste.

11 – Philosophische Ergüsse
Das Wesen eines Linux-Geeks kennzeichnet sich mit dadurch, dass er hofft, dass alles besser *wird*. Wir sind ausdauernde Idealisten. (Ein Grund übrigens, weshalb ich an eine Piratenpartei mit einer Großzahl IT-Verständigen glaube.) Wir sind zäh und wir nehmen mitunter unsagbare Verluste in Bedienung und Funktionsumfang in Kauf, weil wir überzeugt auf ein großes Ziel hinleben, sei es ideologisch im Sinne der Freiheit, sei es durch den Gedanken an die neuen Horizonte, die sich durch Architekturumbauten werden anschiffen lassen. Weil wir daran glauben. Weil wir immer ein perfekteres Softwaredesign als Selbstzweck anstreben. Wir kämpfen nicht für uns, sondern dafür, dass das Ding besser wird. Das macht uns zu den Guten. Und das gibt uns die moralische Legitimation dafür, Dinge zu brechen.
So weit, so schön. Doch die Sache geht über ihren Selbstzweck hinaus in die größere Einheit ›Ziel‹. Denn IT-Projekte wären als reiner Selbstzweck – „Weil wir es können!“ – sinnlos. Ihr Selbstzweck liegt in ihrer Schönheit und fortwährender Evolution des Dinges. Und euch ist schon meine Verwendung des Begriffes ›Ding‹ aufgefallen: Genau das sind diese Projekte nämlich nur – sachliche Dinge. Nichts tut man sachlich ohne menschlichen Nutzen – und dieser sind die Nutzer, aber natürlich auch der persönlich-menschliche Spieltrieb der Entwickler, welche diese ›Dinge‹ erst beleben. Kommen wir nun auf die Kommunikation zurück, die als Element zwischen Entwickler und Nutzer wichtig ist. Ein Ausloten zwischen Nutzerinteressen und denen des Dinges ist notwendig, und hier vertrete ich die Meinung, dass das Dinginteresse höher gestellt werden sollte: Darauf baut alles auf, was das Projekt als Ganzes ist. Die Nutzer können sich vor Brüchen sträuben, wie sie wollen – Blockierung der Umsetzung des Idealismus der Entwickler führt zum langsamen Tod des Projektes, nämlich metaphorisch gesprochen zur Hemmung der Fortevolution und damit zum Aussterben. Nur kann es sein, dass die Entwickler den rechten Evolutionspfad noch nicht kennen – unwahrscheinlich, aber möglich – und da liegen die Nutzer in der Verantwortung. In Verantwortung für das, was die reine, bessere Architektur des Dinges ist, nicht in Verantwortung dafür, sie an sich anzupassen.
C.L.U. 2 aus Tron: Legacy: Ein Programm, das in Idealismus geschrieben wurde, die Welt zu verbessern, dies aber zum Selbstzweck macht und nach vernichtender Perfektion strebt. Was ihm fehlt: Das Ziel für die Gemeinschaft.

12 – Wo es denn nun hingeht
Ich konnte hierfür Leszek, der mit seinem Podcast und vormals PDF-Magazin Techview seit Jahren eines meiner inspirierenden Vorbilder in Sachen Linux- und IT-News-Geek ist, zu einem Kommentar überreden =) :
»Ich glaube, eine große Vision gibt es in den Desktops nicht mehr. Alle scheinen sich in die Entwicklung Touch zu bewegen und gleichzeitig neue Infrastrukturen in Form von Bibliotheken bzw. API-Anbindungen für die Integration von Webapplikationen zu bieten. KDE beispielsweise setzt neben Solid jetzt auch richtig auf den E-Mail-/Kontakte-/Kalender-Austauschdienst Akonadi. GNOME 3 integriert ebenfalls mit ›Kontakte‹ und ›Dokumente‹ das Web in die Desktopoberfläche. Windows 8 soll ebenfalls eine Integration von verschiedenen Diensten bieten, dass sogar soweit geht, dass im Öffnen-/Speichern-Dialog Webressourcen wie GMail, Flickr usw. angezeigt werden. Ich denke, im Nachfolger von OS X Lion wird es ähnlich werden.
Augenscheinlich ist aber, dass Microsoft und die Linux-Desktops ihr Aussehen und ihr Bedienkonzept teilweise komplett ändern. Bei Mac OS X fehlt das noch. Ich könnte mir vorstellen, dass Launchpad (der ›iOS-Launcher‹ für den Desktop) bei der nächsten Version noch weiter ausgebaut werden wird und dann eventuell als Desktopersatz zum Standard erklärt wird.« Danke! (Einen Blick wert sind übrigens auch seine Linux-Distributionen ZevenOS und ZevenOS-Neptune!)
Faszinierend zu beobachten ist im Moment, dass sich drei der größten Arbeitsoberflächen in sehr ähnliche Richtungen entwickeln: GNOME 3, Canonicals Unity, Apples Mac OS X Aqua. Ein interessanter weiterführender Denkanstoß dazu bietet der Artikel Mac OS X Lion Features are Ubuntu Rip-Off.
Da kann ich gleich einhaken: Es gibt gute Gründe, warum ich nicht OS X als Haupt-OS nutze, obwohl ich einen Hackintosh besitze: Ich will die Oberfläche nicht auf Dauer nutzen müssen. Sie schränkt mich ein, sie ist hinderlich, verumständlicht Abläufe. Aqua ist ein zwar perfekt designtes, aber fitzeliges UI, das mich in seine akkuraten Bahnen zwingt. Die Linux-Desktops waren bisher selbst mit dem behütenden GNOME Gegenentwürfe zu dieser Mentalität, doch GNOME 3 und Unity reißen das Ruder ganz klar in Richtung Apple-Kopie. Ich habe Bedenken bei dieser Entwicklung. Mittlerweile kann ich es jedoch, so es um GNOME 3 geht, für mich relativieren, da immer mehr vorhandene Userscripte ein umfangreicheres Personalisieren ermöglichen.

Die Strömungen, die ich so erkenne, sind generell der Wunsch, Dateien zu Informationen zu machen und als Information behandelnd zu kategorisieren. GNOME 3 und indirekt Unity haben mit Zeitgeist und dem Activity Journal aufregende Forschungsfelder aufgetan und dabei Pionierarbeit geleistet. Was habe ich gestern für Dokumente bearbeitet, welche Videos habe ich gesehen, was ist meine meistgespielte Musik des Monats? Welche Programme habe ich wofür wann verwendet, wo habe ich gespeichert? Solche Fragen können die GNOME-Unterprojekte beantworten und stellen dabei Schnittstellen für alle Destop-Anwendungen zur Verfügung, womit diese Zugriff auf Datenbanken mit großen Wissen über die Nutzergewohnheiten erlangen, was zu einer noch nie gekannten ›Service-Intelligenz‹ der Computeroberfläche führen kann. Bild: Activity-Journal-Prototyp. Soll letztlich direkt in die ›Aktivitäten‹-Shell-Oberfläche mit reicher Such-Grammatik integriert werden.
Erfreulich hier, dass auch KDE an der Integration von Zeitgeist arbeitet. Umso erfreulicher, dass KDE im Rahmen seines Nepomuk-Projekts, das sogar von der EU mit Millionen Euro mitfinanziert wurde, an einem – Framework – wie sollte es anders sein – zur Sammlung und Vernetzung von verschiedendsten Metadaten über Dateien arbeitet. Das Ergebnis eines so von den Anwendungen automatisch getätigten Durchbeschriften mit Schlagwörtern und technischen Informationen und der vom Anwender selbst mitgeteilten persönlichen Bedeutung für ihn im Sinne einer Qualität, bahnt ebenfalls die Straße zu einer neuen Generation von Anwendungen: Die, welche von einer zentralen Datenbank gefüttert, Ontologie-basiert, erstmals wissen, *was auf dem Computer IST*, und welche Beziehung es zum Nutzer hat. Klassische Index-Suchen werden nebenbei auch immer besser, und sind wie bei KDE SC 4 schon tief in der Standardkompilation integriert. Es wäre jedoch wünschenswert, dass die KDE-Entwickler es cooler finden würden, mehr Frontend-Bewegung erkennen zu lassen, als über die ungeahnten Möglichkeiten ihrer Technologie zu philosophieren, sonst bleibt der semantische Desktop auf KDE leider weiterhin ein Buzzword.

Wie schon herausgekommen sein müsste, habe ich ein Faible für Schönheit in Konzept-Architektur. So bin ich auch ein großer Fan von BeOS und Haiku, die ihrerseits durch ein extrem modulares, dynamisches Konzept bestechen. Das 2000 wegen Microsoft’schen Kartellverstößen aufgegebene Betriebssystem BeOS (und dessen Open Source-Nachbildung Haiku) führte das Be File System BFS ein, das noch nach heutigen Maßstäben eine Revolution darstellt: Metadaten und Programm-Assoziationen zu Dateien werden in eine im Dateisystem integrierte Datenbank geschrieben. Dies hat weitreichende Konsequenzen für alle Anwendungen auf dem System, die sich viel Code sparen, und obendrein untereinander interoperabler werden. Auch die Dateisuche findet direkt über die Dateisystem-Datenbank ohne zusätzlichen Indizierungsdienst statt, ist also ressourcensparend und extrem flink.
Das habe ich an den neuen Ideen des Linux-Desktops zu kritisieren: Sie können schnell in ›Bloatware‹ ausarten. Zeitgeist, Nepomuk, Strigi, Tracker, Akonadi und wie sie alle heißen, sind zusätzliche Dienste, die eine weitere Abstraktionsschicht auf das Dateisystem legen. Microsoft hatte Großes bei Windows Codename: Longhorn vor mit WinFS, das in eine ähnliche Richtung ging, ist aber bei der Entwicklung wegen der hoffnungslosen Aufblähung und Verkomplexierung gescheitert. Warum setzen sich die Desktop-Entwickler nicht mal mit den Kernel-Entwicklern zusammen, und sprechen über Metadaten auf Dateisystemebene? Warum lässt man die Chance bei dem gerade heranreifenden Next-Gen-Dateisystem Btrfs verstreichen, wirkliche tiefgreifende Innovation für den Desktop zu ermöglichen?

13 – Neue Geräteklassen und die Konvergenz
Einer der sich für nächstes Jahr abzeichnenden Computing-Trends sind Ultrabooks. Ultrabook – Intels Spezifikation für extrem flache Notebooks im Stile des MacBook Air. Der Chip-Hersteller hat für dieses neue Segment sein umfassendstes Kommunikationsprogramm seit Jahren angekündigt, da wird bald richtig was geh’n. Ultrabooks sind dünn, und sie sind aus ganzen Blöcken gefräst: Neben Aluminium soll zur Produktionsteigerung auch Glasfaser als Gehäuse verwendet werden. Und sie sind dünn. Klingelt da etwas? Die nächste Tablet-Generation wird auch dünn, mit 8 mm und fallend sind Geräte angekündigt. Es ist jetzt möglich, leistungsfähige Hardware ungeahnt kompakt zu packen, sogar mit starkem Akku, ordentlichen Lautsprechern, FullHD-Kamera und natürlich mit Multitouchscreen. Ich sehe die Entwicklung klar dahin gehen, dass Tablets mit Docking-Stationen zu ultramobilen Laptops werden – eine Konvergenz der Geräteklassen. Intel setzt Energie in einen vollen Android-Port für x86, auf der anderen Seite wird Windows 8 auch für die ARM-Architektur erscheinen. Ich stelle mir Geräte vor, die Tablet sind, die aber durch Einstecken in ein Tastatur-Dock mehr Anschlüsse bereitstellen, mehr Speicher, vielleicht mehr Rechenleistung. Mir kommt der Sabber bei dieser Vorstellung. Das ist die Art von mobilem Gerät, die ich möchte, endlich!
ASUS Eee Pad Transformer Prime: Nvidia Tegra 3-Tablet mit Android 4 und Tastatur-Dock mit Zusatzakku, siehe Spezifikationen

Stellt sich die Frage nach der konkreten Benutzeroberfläche solcher Geräte. Habe ich ein Tablet in der Hand, will ich mit geschwinden Touch-Gesten meinen Startbildschirm bedienen und Apps – wirklich Apps, vereinfachte und Touch-optimierte Varianten von Desktop-Anwendungen nutzen, um rasch an (meinst konsumierbare) Ergebnisse zu kommen. Sitze ich vor einem Notebook, möchte ich mein System bequem per Tastatur und Trackpad steuern, nicht unbedingt meine Arme heben, und auch eher nicht meinen Bildschirm verschmieren. Zudem ist meine Notebook-Steuermöglichkeit viel exakter als die per Touch und ich habe den Anspruch, mit Dateien und Werkzeugleisten umzugehen; meine Eingabekompetenz ist ›fitzelig-tauglich‹. Wie bringt man die zwei Welten zusammen?
Spannend, was sich mal wieder bei Apple tut: Im diesem Sommer erschienen Mac OS X 10.7 Lion hielten bereits eine Reihe feiner iOS-Essenzen ihren Einzug. Auffälligste das ›natürliche Scrollen‹ – Scrollen vom Inhalt, nicht Bewegen einer Scrolleiste mit dem Mausrad oder dem Trackpad. Dazu das von Leszek angesprochene Launchpad als iOS-artiger Anwendungsstarter, sowie systemweite Multitouch-Gesten auf dem Trackpad. Dass Apple in der Zukunft recompilierte iOS-Apps aus seinem unermesslichen Fundus an iPad-Software für Macs mit Multitouch-Screen und vielleicht entkoppelbarer Tastatur anbieten wird, liegt nahe wie noch was.
Microsofts Hoffnungsträger Windows 8 bezaubert den Nutzer auf allen PCs ab nächsten Sommer mit der neuen kubistischen Tablet-Oberfläche Metro als Standarddesktop, der nur mit dem klassischen Fenster-Desktop gewechselt werden soll, wenn es eine ›Legacy‹-Anwendung nötig macht – schließlich ist in Zukunft ja alles ganz toll Touch-optimiert und in HTML5 und JavaScript geschrieben. Also, alles, ja. […] Den alten Desktop wird es dabei nur noch auf x86(_64) geben, reine Windows-Tablets mit ARM-Prozessor werden nur mit Metro kommen. Microsoft bleibt uns noch einen Entwicklerfaden für ernsthafte Anwendungen in ›Metro-style‹, wie sie es so gerne nennen, schuldig. Nichtsdestotrotz lässt sich die selbe Absicht in der Verschmelzung wie bei Mac OS X erkennen, wenn auch aus der entgegengesetzten Position, dass Microsoft noch keinen App-Fundus hat, sondern sie erst mit Windows etablieren will.
Um endlich auf Linux zu kommen: GNOME 3 ist durch und durch geschaffen für Geräte, die beides sein möchten, GNOME 3 IST die Konvergenz, ist die Synthese! Es mag den Desktop-Nutzer gerade an manchen Stellen schmerzen, aber das ist die Richtung, und GNOME 3 und die GNOME 3 Shell tritt bestens aufgestellt in in diese neue Gerätewelt, von der ich glaube, dass sie die generelle Zukunft von Mobilcomputern ist.
KDE hat Plasma Active als neue Voll-Touch-Umgebung, zwischen der und dem Standard-Plasma man während der Sitzung wird wechseln können, ohne die laufenden Anwendungen zu beenden, sie sogar wird mitnehmen. Der verheißungsvolle Wechsel auf Qt QML macht wie bei Android verschiedene Nutzeroberflächen eines Programms für verschiedene Auflösungen, oder auch Umgebungs-Anforderungen möglich. Der E-Mail-Client wird also auf Plasma Active ein anderes Layout zeigen als auf Plasma, und doch ist es die selbe Anwendung. Auch eine kluge Herangehensweise mit dem Vorteil, den Power-Nutzer nicht einzuschränken. – Und es wird an der Umsetzung dieser Vision gearbeitet, viele KDE-Entwickler beschäftigen sich bereits mit dem Freundlichmachen ihrer Anwendungen für Touch-Geräte.
Meinen vollen Enthusiasmus in Sachen Linux auf ›Tabbooks‹/›Lapdocks‹/›WebTops‹ schmälert zur Zeit noch, dass X.org noch immer eine Multitouch-API fehlt; sie wird von Version zu Version aufgeschoben. Das könnte noch ein düsteres Erwachen geben. Multitouch ist zwar möglich, man muss bisher aber die Eingabegeräte direkt am Treiber ansprechen und dafür erst kennen, um sie dann in ein von X separates Framework zu mappen, welches überhaupt erst allgemeine Muster und damit Gesten erkennt. Canonical tätigte zumindest dabei einen löblichen Vorstoß mit uTouch, das seit Ubuntu 10.10 mitinstalliert wird, leider aber auch auf anderen Distributionen erst einen speziell ›Hack‹-gepatchten X.org erfordert.
Ja, danach sieht’s aus.

14 – Finale
Der Paradigmenumbruch findet statt. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Die traditionelle Desktop-Metapher weicht nach Jahren etwas Neuem; was es ist, wird immer greifbarer. Es ist sehr erfreulich, dass man den Umbruch in der Industrie weitsichtig vorausgespürt hat und jetzt besser aufgestellt ist als die proprietäre Konkurrenz.
Ich rate zum Experimentieren. Dabei auf die Nachhaltigkeit der eigenen Plattform-Entscheidung zu achten.
Das Schöne ist: Wir haben die Wahl auf Linux.
Es sind aufregende Zeiten.

15 – Auswahl weiterführender Artikel
Im Folgenden noch eine Auswahl einiger lesenswerter Artikel der letzten Monate, die es ermöglichen, sich selbst ein breites Urteil zu bilden. Damit schneller ersichtlich ist, wohin eine Empfehlung führt, habe ich die Links sichtbar geschrieben.

Unity

Canonicals Copyright Assignments

GNOME 3

KDE

Gemischtes

Bildrechte:

GNOME Foundation, derStandard.at (Kätzchen), Canonical (Unity), be-jo.net (Apluntu), Xfce, KDE, Disney, ASUS

12 Gedanken zu „Zeiten des Aufruhrs: Die Desktop-Frage 2011 – Eine Analyse

  1. Benutzt Google Chrome Google Chrome 15.0.874.120 auf Linux Linux

    Danke, sehr guter Artikel (warum ist da kein Flattr-Button?).

    Hast mich grade überzeugt, mal Linux Mint dauerhaft auszuprobieren. Vielleicht wird das mein Abschied von Ubuntu, obwohl ich mit Unity ganz gut klarkomme. Es ist halt auch mehr die Richtung, die mich stört. Da wird nicht mehr zusammengearbeitet, und das können wir uns gegen den Rest der Desktop-Landschaft nicht leisten.

  2. Benutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 7.0.1 auf Linux Linux

    Vielen Dank für das Lob! :)
    Kein Flattr hier, weil ich finde, die Betreiber verdienen mit 10% dabei zu viel und verschaffen sich ein Monopol – für geeignet hielte ich nur ein echtes dezentrales Micropayment-System nach Art des Vorschlags von Richard Stallman. Zudem generierten Bekannte damit nur Peanuts, und jeder Beitrag mit Flattr-Button wirkt wie ein Betteln und ein Schreiben für Geld, nicht weil einem etwas daran liegt. Bitcoin ist zu instabil, und Geld wird sowieso bald abgeschafft. ;)

    Zu Linux Mint: Achtung, das normale Mint nutzt die ganzen Ubuntu-Quellen, nur die Debian Edition hat ein stabileres Fundament…

  3. Benutzt Google Chrome Google Chrome 15.0.874.120 auf Linux Linux

    Naja, ich will jetzt auch nicht unbedingt weg von Ubuntu. Ich mach das erst mal auf eine Kiste, die ich seltener verwende, so zum Testen. Wenn man sich mit Unity einigermaßen angefreundet hat, kennt man ja gar nichts anderes mehr.

  4. Benutzt Google Chrome Google Chrome 15.0.874.106 auf Linux Linux

    Sehr schöner Artikel. Und bestimmt auch ein ganzes Stück Arbeit bei der Länge.
    Eventuell lohnt es sich ja mal KDE SC genauer anzuschauen. Bis jetzt hab ich es immer nur kurz ausprobiert. Und da hat es mir nie so richtig zugesagt.
    Gruß,
    AntJOo

  5. Benutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 7.0.1 auf Linux Linux

    Mensch, aber auch viel Mühe beim Veröffentlichsdatum, die du dir da gemacht hast ;)

  6. Benutzt Google Chrome Google Chrome 15.0.874.121 auf Linux Linux

    Hi
    Da ich nicht in allen Punkten mit dir übereinstimme hier mal eine etwas ausführlicherer Antwort.

    Vorab ich habe bis jetzt nur die Gnome 2, Unity und Gnome 3 (Shell) Oberfläche wirklich genutzt.Oberflächen wie KDE, Xfce oder LXDE habe ich zwar mal ausprobiert habe aber nie produktiv damit gearbeitet.
    Ach und ich nutze Linux erst seit zwei Jahren von demher kann ich den Entwicklungverlauf nicht so gut beurteilen.

    Der Text hat mich echt beeindruckt allein von der Länge. Selten so ein Artikel zu diesem Thema(s) gelesen der so umfangreich war. *thumb up*

    Ich habe immer die passende Stellen auf die ich Bezug genommen habe herauskopiert also wenn es etwas zusammenhanglos ist einfach in den Text schauen

    1 – Revolution statt Evolution

    Im Punkt Gnome 3 muss ich dir eigentlich durchgehend Recht geben. Ich finde die Shell ist vom System her gut zu nutzen und mach durchaus Sinn. Aber gerade so banale Sachen wie den Ausschalt Botton zu verstecken (wenn man Alt drückt wird er angezeigt) ist doch einfach Quatsch. Also da ist noch Potenzial nach oben da.

    2 – Unity — die UI-Konzept-Katastrophe

    “Es kann nicht sein, dass man für die Programmsuche die Index-Suche durch Eintippen des Programmamens verwenden muss, weil die alten Menükategorien absichtlich verschwert zugänglich gemacht wurden. Das Konzept funktioniert nicht, wenn ich ein Einsteiger bin und überhaupt nicht weiß, wie die Programme heißen,”

    Ich persönlich liebe Index suchen Windows Taste drücken 3 Buchstaben tippen und ich hab mein Programm. Es funktioniert schon, nur nicht bei Neulingen die nicht wissen nach was sie suchen sollen.

    “nicht an einem Laptop arbeite“
    Hier muss ich dir Recht geben Unity auf hohen Auflösungen absolutes No Go hatte es ca. 5 Monate mit Ubuntu auf meine Desktop System und war davon auch genervt.

    “Übrigens: Ich hasse Docks!!”
    Hab ich früher auch(oder besser gesagt ich fand sie uneffiektiv) aber mittlerweile komm ich echt gut damit zurecht. vielleicht einfach nur Gewöhnungssache.

    “Kategorien sind übrigens das, was Einsteiger oft am meisten unter Linux liebten: Weil es das unter Windows nicht gibt! Und was machen GNOME 3 und Unity nun? Sie verleugnen – das kann man so sagen – ja, verleugnen die sinnvollen Anwendungskategorien und möchten das Arsenal am Liebsten als großen Haufen mit Symbolen in Übergröße anzeigen. Und warum? Weil sie Apples iOS kopieren!”

    Ich muss sagen ich war nie ein Großer Fan der Kategorieren,ok ich dachte auch als ich das erste mal Linux vor mir hatte yo das macht Sinn (aber auch weil ich davor eigentlich auch nur das Windows Startmenü kannte und das ist ja so was von unübersichtlich( alles in Ordner ohne Symbole in auf einer Liste))
    Hatte dann aber relativ schnell einen Anwendungstarter installiert mit dem ich meine Anwendungen per Indexseuche starten kann. Ich finde die App Haufen auch eigentlich nicht so schlimm die Anwendungen die man oft nutzt findet man nach einer gewissen Zeit relativ schnell.

    Allerdings wünschte ich mir das ich den Anwendungsbereich (den hier mein ich http://www.frumble.de/blog/wp-content/uploads/GNOME3-Anwendungsuebersicht.jpg)verwalten kann “Anwendungen verschieben Ordner anlegen oder Anwendungen komplett verschwinden lassen (Das sie dann nur noch in den Kategorieein angezeigt werden ) ”Alle “ müsste dann halt Home oder so heißen.
    Und das Dash unter Unity kann man meiner Meinung nach , bis auf die Suche , komplett vergessen.

    Im Übrigen halte ich auch das Global Menue von Unity für schwachsinnigen Apple-Kopiertrieb. War bei denen sinnvoll, als man noch niedrigere Auflösungen hatte, und ist es heute auf der hoffentlich bald vollends verreckenden Gerätegattung der Netbooks, aber ich will meinen Bildschirmplatz auch ausnutzen, und auch nicht erst Fenster fokussieren müssen, um über einen Mausumweg in ihr Menü zu gelangen,

    Kopie definitiv ja. Schwachsinnig meiner Meinung nach nicht. Denn auf meinem 12 Zoll Notebook mit einer (1366*768) Auflösung bin ich im jedes Pixel froh dasfür die eigentliche Anwendung zur Verfügung steht . Und bei diesen Vorgaben kommt es eigentlich nicht oft vor das ich mehrher Fenster nebeneinander auf dem Bildschirm hab damit wäre das Problem mit den nicht fokussierten Fenster auch “gelöst”. (es kommt halt nicht mehr vor.)

    “auf der hoffentlich bald vollends verreckenden Gerätegattung der Netbooks”

    Ich weiß das gehört nicht zum Thema aber kannst du das trotzdem mal etwas näher erleeutern.

    Auch irgendeine Strategie, ein Konzept wie man die Verwaltung dieser Such-›Linsen‹ plant, kann ich nicht erkennen.Ich könnte jedes zweite Design-Element von Unity auseinandernehmen; ich sehe darin einfach keine klare Linie und Vision; Stückwerk;

    Da muss ich die leider Recht geben es wirkt etwas zusammen gewürfelt und dann festgenagelt.

    Unity hat aber auch ein paar Vernünftige Ansätze. Wie das sich der Launcher auf der linken Seite befindet und nicht oben oder unten. Denn mit den 16/9 Formaten ist seitlich eigentlich immer genug Platz in der Höhe aber ehr nicht. Das Global Menu wie schon erklärt. Das Dash finde ich von der Grundidee Sinnvoll aber die Umsetzung der Menüs und der Linsen und wie das Zeug aufgebaut ist da würde ich vorschlagen alles auf Anfang und nachmal versuchen.

    Die verschiedene Arbeitsoberflächen ist auch etwas was ich bei den Linux Oberflächen liebe (in Gnome 2 in Verbindung mit Compiz – es war genial) aber bei Unity ist es viel zu Umständlich den Arbeitsplatz zu wechseln, das sollte man entweder ganz lassen oder es richtig umsetzen.

    Um es noch mal deutlich zu machen Unity taugt meiner Meinung nach nur bei einem Bildschirm und geringer Auflösung (bzw. kleine Bildschirmen – Notebooks halt). Und bei diesen Bedingungen finde ich ist es immer noch besser geeignet als die anderen Oberflächen.

    3 – Compiz als Grundlage
    Nichts hinzuzufügen alles gesagt ;-)

    4 – Canonical, der Schurke

    “Die Anstrengungen in das ›Software-Center‹, die angestrebte ›Appifizierung‹ (wie ich ›App‹ für Desktop-Anwendung hasse!) und die enge ›heile Welt‹, in die einen Canonical mit seinem Ökosystem-Korsett zu führen versucht, machen nur umso deutlicher, was schon lange offensichtlich durch das selbstherrliche Auftreten des Unternehmens ist: Sie möchten das ›Apple der Linux-Welt‹ sein. Nebenbei wird Basis-Software wie GIMP und Synaptic aus der Distribution entfernt, ich meine, SYNAPTIC!! Eine Distribution, die den grafischen hochfunktionalen und essentiellen Paketmanager aus der Standardinstallation mit einem App Store ersetzt, ist nicht mehr die meine!”

    Das Ziel von Ubuntu ist nunmal eine möglichst einfache Distro bereit zu stellen welche besonders für Linux Einsteiger geeignet ist und das Software Center ist meiner Meinung nach der richtige Weg. Denn mit Synaptic lässt sich zwar wunderbar arbeiten wenn man sich auskennt aber nicht wenn man das erste mal vor einem Linux Rechner sitzt. Und Ubuntu möchte die Linux Distribution für die Massen sein und nicht die für die Linux Nerds.
    Gimp ist wenn ich mich recht Erinnere zugunsten eines Video Editors aus der Standart Installation rausgeflogen und Synaptic zu gunsten von Deja Dup. Das halte ich aus der Sicht von Cannocial für durchaus Sinnvoll denn jetzt ist auch ein Backup tool intiegriert, ein Video Editor und ein sehr Simpler Bildeditor auch. Eben für die Massen die noch Windows benuzten und dann wie Canonical hofft zu Ubuntu wechseln ( Ziel sind ja 200 Millionen Ubuntu-Nutzer). Ich denke Canonical ist sich bewusst das sie dadurch ein paar langjährige Nutzer verliert hofft aber dadurch auf lange Sicht mehr User zu gewinnen.
    Mir gefallen die Änderungen großteils zwar auch nicht kann es aber Verstehen warum Canonical so handelt.

    5 – Flucht!
    Yo der Vorteil von Linux.

    6 – KDE
    Zu KDE sage ich mal nichts da ich nie damit gearbeitet habe. KDE konnte mich irgendwie nie dazu bringen es länger zu nutzen. Warum kann ich nicht beantworten. Evt. lohnt sich hier dann auch mal ein Probehaft umzustieg. Allein um es mal Richtig kennen zu lernen.

    7 – Der Wert einer schönen Software-Architektur

    8 – Von Integriertheit und Harmonie

    “GNOME 3 hat mit dem Fenstermanager ›Mutter‹ die Chance vertan, ein ordentliches Animations- und Erweiterungsframework zu schaffen “

    Das vermisse ich an Gnome 3 auch. Es fehlt noch irgendwie das natürliche. Allgemein ist mir die Shell etwas zu langsam und steif. Ich verfüge jetzt nicht über Spitzen Hardware aber bei einem Quatcore i5 (750) und einer GeForce GT 220 kann man zumindest erwarten das die Oberfläche schön geschmeidigt läuft.
    9 – Plattform vs. Ökosystem

    10 – Feature Regressions

    “Never touch a running system”? Doch! Warum? Weil wir Fortschritt wollen und Fortschritt bedeutet auch Bruch mit Altem. “

    Da muss ich dir Recht geben.
    Wo alle auf ihren Blog und in Foren rumgehelt haben das Unity und Gnome doch unbenutzbar seien und bla bla. War ich froh das man sich endlich an neue Beinkonzepte wagt (ok das Unity Beinkonzept ist jetzt nicht wirklich neu) und wenigsten mal was neues probiert und auch wenn es gar nicht benutzbar gewesen wäre so ist ist das immer noch der bessere Weg als stur auf dem alten zu beharren.

    11 – Philosophische Ergüsse
    Das Wesen eines Linux-Geeks kennzeichnet sich mit dadurch, dass er hofft, dass alles besser *wird*.

    Wird es doch auch. ;-)

    12 – Wo es denn nun hingeht

    13 – Neue Geräteklassen und die Konvergenz
    “Ich stelle mir Geräte vor, die Tablet sind, die aber durch Einstecken in ein Tastatur-Dock mehr Anschlüsse bereitstellen, mehr Speicher, vielleicht mehr Rechenleistung. Mir kommt der Sabber bei dieser Vorstellung. Das ist die Art von mobilem Gerät, die ich möchte, endlich!”

    Und das ganze mit vollwertigem OS (kein Smartphone oder Tablett OS)und ordentlich Rechenleistung. Aber bei nicht angedockter Tastatur volle touch Untersützung. und so ca 12 Zoll Groß und eine schön hohe Auflösung. Ja das wäre schon Hammer aber wird warscheinlich noch ein paar Jahre dauern.
    Hier könnte ich mir auch Vorstellen das sich die Oberfläche in der Dockingstation ändert mehr in Notebook Nutzung eben mit Tastatur und Maus bzw. Touchpad.

    Mit dem Asus EeePad Transformer geht das doch schon mal in die richtige Richtung.

    Zu den Tousch bei Oberflächen verweiß ich mal auf den Blog Artiekel von bejonetnet

    http://be-jo.net/2011/09/linux-tablet-oberflachen-2/

    14 – Finale

    Wir haben die Wahl auf Linux.

    ein Grund warum ich Linux so mag.

    PS: Rechtschreibfehler, falsche Zeichensetzung, und der ganze Quatsch behaltet es für euch.

  7. Benutzt Google Chrome Google Chrome 15.0.874.121 auf Linux Linux

    Hi, dein Artikel ist sehr interessant zu lesen.
    Du schreibst ja auch das du ein Fan von BeOS bist, es gibt eine Ubuntuversion die nennt sich ZevenOS, die solltest du dir mal anschauen. Sie sieht aus wie BeOS und hat super nützliche Tools.
    http://www.zevenos.com/de/

    Gruß Torben

  8. Benutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 8.0 auf Ubuntu Linux Ubuntu Linux

    @Torben: ZevenOS erwähne ich sogar in Kapitel 12 im Zusammenhang mit dem Zitat Leszeks. ;) Muss Dir aber nicht peinlich sein, schließlich ist der Artikel wirklich lang.^^
    Dass ich das Architekturdesign von BeOS revolutionär finde, muss jedoch nicht heißen, dass ich den Desktop heute immer noch nutzen wollte. Schließlich ist da schon ordentlich etwas passiert und moderne Oberflächen bieten mehr Komfort und Möglichkeiten. ZevenOS ist eine interessante Alternative für ältere Rechner, hier käme es aber schon aus dem Grund nirgends drauf, weil es auf Ubuntu basiert, und Ubuntu, wie von mir in Kapitel 4 dargestellt, einen dramatischen Qualitätsverfall verläuft.

  9. Benutzt Opera Opera 9.80 auf Linux Linux

    Habe diese Analyse erst eben entdeckt – glücklicherweise – und kann nahezu jede Zeile unterschreiben. Großartig! Daraus kann man ja bald schon ein E-Book machen. Eine atemberaubende, fundierte Bestandsaufnahme, verwoben mit treffenden persönlichen Ansichten. Kompliment.

  10. Benutzt Mozilla Firefox Mozilla Firefox 9.0.1 auf Ubuntu Linux Ubuntu Linux

    @dws Bin gerührt und fühle mich zutiefst geehrt das von Dir zu lesen! Vielen Dank! :)

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