Meines Erachtens herrschen im Verständnis der männlichen Sexualität ein paar äußerst populäre Missverständnisse vor, mit denen ich mich unwohl fühle.
Naturgemäß sind die, die am wenigsten Ahnung davon haben, die Frauen. Darum richte ich mich in dieser Auseinandersetzung in erster Linie an die Frauen.
Aber, und das ist das ungeheuerliche an diesem vorherrschenden Fehlglauben, auch die Männerwelt begreift ihren eigenen Prozessehergang nicht und handelt sich so Unmengen an Problemen und Versperrungen ein.
Zeit, es klarzustellen.
Die Selbstbefriedigung der Männer bleibt für die Frauen ein immer mehr oder minder großes Mysterium. Da sie die Beharrlichkeit nicht nachvollziehen können, erklären sie es für sich als unendliche männliche Wollust und einen unvernünftigen Trieb. Tatsächlich sieht es aber so aus, dass wir nicht aus Trieb, sondern aus Drang handeln: Unsere Hoden produzieren immerzu Samenzellen, die eine Reifungszeit benötigen und schließlich auch nicht ewig auf den nächsten Geschlechtsverkehr warten können, weil ihre Qualität zerfällt. Das bedeutet also, die Samen müssen raus – und das ist der biologische und urnatürlichste Entledigungsdrang des Mannes.
Doch so simpel erklärt ist es nicht. Einhergehende Symptome bei zunehmendem Drang:
- Blase wird empfindlicher und man kann doch nicht auf’s Klo… (es kommt einfach nichts, so, als wäre der Schlauch verstopft) → tut weh
- man steht unter Strom, findet im Bett nicht zur Ruhe
- fühlt sich in seinem Körper ›blockiert‹, ja, das Wort passt, blockiert von unterhalb des Nabels bis zu den Intimitäten
- ein warmes Feuer, dass in einem zwischen Nabel und Intimbereich entbrennt, und rückwärts in einer Energiebahn über die Wirbelsäule den Rücken hochzieht, bis es schließlich fühlbar den Kopf umschließt und umfließt
- man empfindet einen Begriff von Rot, Wille, Energie, Entschlossenheit, Ausdauer, Leidenschaft
- man ist fühlbar nicht mehr in seiner Mitte, kann auch unter größer Anstrengung nicht mehr in seine Mitte finden
- kann sich nur noch kurz konzentrieren, Gedanken werden hastig, abgehakt und man springt von einem zum anderen im Wahn
- man kann sich für nichts mehr begeistern
- → dabei ist einem selbst meistens gar nicht unmittelbar klar, woran es liegt
Doch trotz allem, gelingt es einem, diese Energie (→ Leidenschaft) zu kontrollieren, kann man sie nutzen, um gewaltige geistige Leistungen zu vollbringen, aber dazu braucht es Übung, einen reinen Verstand, Bewusstheit um die Tat und die Zielidee und keinen Zwang und Druck von außen.
Mit diesem Feuer umzugehen, stellt eine der größten Herausforderungen im Umgang des Geistes mit dem Körper dar. Und man kann sich an seiner Energie wortwörtlich verbrennen.
Aus diesem Wissen und den oben genannten Symptomen können wir schließen, dass während der Zeit des erhöhten Entledigungsdranges eine Blockierung dieser Energie stattfindet; eine Blockierung und gleichzeitig ein Überlauf eines Puffers/Staus, der, unkontrolliert und sich dessen nicht bewusst, zu verheerenden Taten nach außen führen kann.
Diese Energie entspringt dem physischen Körper und fließt über in die Seele. Nehmen wir das an, ließe sich erklären, warum eine physisch-biologische Blockierung dort ein unvorhersehbares Wirken auf unser Seelenbefinden hat. Ich nehme an, dieses Feuer haben auch Frauen. (Das Energiezentrum sind nicht die inneren Sexualorgane, sondern die Kraft entspringt aus dieser Gegend des Körpers, eine wichtige Unterscheidung.)
Überlegung:
Können diese Symptome denn alle sein, wenn es nur um die Ausscheidung von angestautem Sperma geht? Ist das nicht “zu viel”, sind die Auswirkungen auf Verfassung und Seele nicht zu groß? Eine Antwort könnte uns das nähere Verstehen des schon angesprochenen “Feuers” liefern; es ist doch eine überaus faszinierende Beobachtung.
Wäre es nicht logischer, den Entledigungsdrang rein gedanklich auslösen zu lassen, durch (einem mit dem Harndrang vergleichbaren) “Trieb”, möglichst im Begatten einer Frau, genau so, wie es heute plump der Großteil der Menschen auffasst? – Hier liegt das Verständigungsproblem: Zu dominante und schnellentschlossene Logik gegen die Wahrheit und noch unverstandene Komplexität und Bedeutung der Sexualität im Spirituellen. Wir übersehen irgendetwas. Etwas sehr wichtiges.
Die Männer, die es nicht tun, sind entweder impotent, oder haben solche starken Komplexe aus z.B. religiöser Überzeugung, dass sie die Abläufe ihres Körpers damit (über-)steuern und aussetzen können (was auf das gleiche hinausläuft). Und wenn sie diese Kontrolle nicht erreichen, dann findet alle paar Tage eine Zwangsausschüttung des drängenden Spermas bei Nacht statt. Soviel dazu.
Um auf den Punkt zu kommen: Ich fühle mich bei dieser Vorstellung der Frauen diskriminiert als triebgeleiteter Lüstling, der “ständig nur an Sex denkt” und getadelt gehört. Wir haben das nun einmal in unserer Natur, aber es ist wesentlich anders geartet, als der populäre Glauben bei Frauen wie auch Männern in dieser Sache sich befindet. Folgend will ich nun meine Betrachtung dazu euch ausbreiten.
Eine Entledigung von dem Zeug kann auch weitgehend ohne “unreine Gedanken” ablaufen. Darum lehne ich den Titel ›Selbstbefriedigung‹ ab und plädiere, es in dieser Form der körperlichen Nötigung als ›Entledigungsdrang‹ zu bezeichnen, wie oben schon mehrmals geschehen.
Meine Beobachtung ist die folgende: Wenn man schon dazu genötigt wird, versucht man wenigstens, das Beste daraus zu machen. Es ist eine Nötigung, die aber richtig geleitet zu Genuss führen kann.
- → die Kunst ist die Erzeugung von Genuss und von Steigerung derselben
- → das ist, wo erst Triebhaftigkeit und Begehren einsetzt; – auf der geistigen Ebene! (Etwas anderes, was oft irrtümlicherweise als Begehren deklariert wird, ist in Wahrheit die Sehnsucht nach Liebe und wird vom Verstand zu oberflächlich bearbeitet.)
- → ein Verlangen, das man nicht mehr fähig ist zu befriedigen, Sucht (“Suche”) nach immer stärkerem Reiz aus weiterem Fehlverständnis
Was ist demnach Wollust beim Mann? Was ist Triebhaftigkeit, Begierlichkeit bei ihm (Extrem: Vergewaltiger)? Womöglich nur ein Ergebnis des Verstandes aus Überzeugungen über seinen Körper, womöglich mit einer neuen Art der Aufklärung im Grundkeime vermeidbar.
Es gibt keinen Orgasmus-Drang. Es gibt nur den Drang zur Ausscheidung unseres Spermas; nur als sekundäre Wichtigkeit möglichst in einer Frau. Wir glauben – und dieser Glaube scheint sich instinktiv zu ergeben und nicht durch Wissen überspielbar zu sein – durch mehr und mehr Reize – Stimulationen des Dranges, Erhöhungen des Bedürfnisses, der “Lust” – unseren Orgasmus in seiner Stärke und Länge – die größte Fehlannahme überhaupt – steigern zu können. (Erinnerung: Bekanntermaßen zielt das männliche Sexualverlangen im allerersten auf einen Orgasmus ab.)
Der Orgasmus verheißt die “Füllung der Leere”, die Befriedigung des Verlangens, der Lust. Daher die Annahme, eine große Leere verhieße einen großen Orgasmus.
Doch aus Erfahrung wissen wir, diese Hoffnung wird nicht adäquat befriedigt. Wir machen das Beste daraus und versuchen, uns an der Zunahme der Leere, des größerwerdenden Verlangens, zu ergötzen.
Aus Erkenntnis wissen wir, dort, wo das Verlangen über die Befriedigung hinausgeht, bleibt entsprechend viel Verlangen bestehen.
Was passiert mit diesem unbefriedigtem Verlangen bei der Selbstbefriedigung und beim Sex? – Ist es wohl das, was uns danach mit beklemmender Sehnsucht übermannt und schwächt?
Die Logik verlangte somit, uns kein höheres Verlangen zu setzen, als wir uns selbst fähig sind zu befriedigen. Aber ist das überhaupt möglich? Ich glaube, unter speziellen Bedingungen ist es das, und allen Anschein nach liegt das Potenzial einer Erfüllung dieser Bedingungen in der Liebe.
Geartet in einem wahren Verschmelzen der Seelen, nicht nur während des Aktes, möglich sicher für jeden nur mit einer arg eingegrenzten Art von Menschen mit einer ähnlichen Schwingungsreife, einer gemeinsamen Grundlage.
Einmal genauer dieses Missverständnis des eigenen Körpers betrachtet:
Durch den populären Glauben, Zug in das Materielle, in das Sinnliche, damit weitere Entfernung von der Ursprungsenergie. Glauben, man hätte es mit einer Begierde zu tun und zielgerichtiges Stärken dieses Irrglaubens durch Zuführung von geistigen (Gedanken) und materiellen (Bildern) “Befriedigungsgütern”. Was man damit jedoch nur erreicht, ist ein Ansteigen der Stimulation und letztlich eine Verfangenheit in dem Glauben der Sinnlichkeit. (Siehe meine Beobachtung oben)
Nichterkennen, dass jeder Triebimpuls nicht durch den Körper sondern durch den Verstand ausgelöst wird.
Man spürt nur den Druck und denkt sich: »Ich brauch mal wieder ‘ne Entladung« – man glaubt, der Druck sei ein Trieb und werde durch Reize ausgelöst und der (absurde) Weg der Ent-Pressur wäre wieder durch Reize, was die oben skizzierte vollkommene Verfangenheit in der materiellen Sinnlichkeit bedeutet.
Das Verhältnis zum Entledigungsdrang und der Selbstbefriedigung, das wir anstreben sollten: Begreifen und Erkennen der Energie und bewusstes Einsetzen als Facette der Lebenskraft. Komplex- und vorbehaltloses Annehmen der natürlich gegebenen Sexualität als das, was sie ist, ohne sie zu überbewerten. Sich den Forderungen des Körpers fügen, ohne der Sinnlichkeit zu verfallen. Bewusstmachung der Tatsache, dass Triebhaftigkeit und Begehrlichkeit Produkte des Verstandes in einer spezifischen Kultur sind.
Ich erkenne drei Grundarten, durch die ein Seximpuls in einem Manne angestoßen werden kann:
- Körperlich – Entledigungsdrangs des angestauten Spermas
- Gedanklich – durch jegliche Art von Verheißung von Vergnügen: Erotik, Stimulation, Vorstellung; alles letztlich durch den Verstand
- In Liebe – komplex mit instinktivem Familiensinn, Herbeisehnen der größtmöglichen physischen Nähe des Partners, Erstreben einer wahren Einigkeit
Die Übergänge sind fließend, üblich sind natürlich generell mehrere der Gründe zusammen.
Da die Frau keinen biologischen ›Druck‹ hat, gibt es bei ihr nur zwei der Impuls-Gründe: Den gedanklichen und den in Liebe. Das erklärt in einem geschlossenen Gesamtbild logisch viele Unterschiede ihres Sexualitätsbedürfnisses zu dem des Mannes. Was faszinierend ist, ist dass auch Frauen die Selbstbefriedigung üben – zwar weit weniger und unregelmäßiger als die Männer (ist ja klar, da keine Nötigung) – aber sie tun es ebenfalls. Es muss bei ihnen also rein gedanklich ausgelöst werden, durch wahre Lust oder das Sehnen nach Liebe/Zärtlichkeiten – und all das scheint meine Ansicht zu bestätigen, dass da irgendetwas in uns ist, das sich anstauen, blockieren und überlaufen kann.
Das Thema finde ich sehr spannend, vielleicht kann ich hierzu ja noch eine Gastautorin gewinnen.
Selbstverständlich liegt in den von mir als ›gedanklich‹ bezeichneten Gründen auch in der tiefsten Schicht ein instinktiver Arterhaltungstrieb – der allerdings ständig wacht – und es obliegt dem Ermessen des Geistes und Verstandes, ob er ihn bei einer Person zulassen möchte oder nicht. Man kann sich das vorstellen als eine Seeräuber-Besatzung, die bei jedem Handelskreuzer am Horizont an die Kapitäns-Kajüte klopft, um einen Angriff vorzuschlagen. Der Kapitän trifft die persönliche Entscheidung und die Besatzung ist ihm loyal ergeben. Und es gibt raffsüchtige Käptens und intelligente Käptens.
Darum finde ich die populäre Behauptung infam und verantwortungsverneinend, die sich über die Nichtachtung dieser Beobachtung hinwegsetzt. Der Verstand entscheidet, nicht untergründige animalische Triebhaftigkeit!
Zu Pornografie
Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass Pornografie ein Suchtmittel ist. Die Sucht, die ›Suche‹, nach immer größerer Lust, immer größerer Leere, im Erwarten der Füllung durch einen ebenso großen Orgasmus (was, wie ich gezeigt habe, eine Fehlkausalität ist). Gerade hier haben wir es mit dem angeführtem Missverständnis des eigenen Körpers zu tun.
Lasst mich eine kleine Geschichte erzählen:
Ich war vor einigen Wochen das erste mal auf einer LAN-Party bei Klassenkameraden eingeladen. Da ich mit den Spielen nichts anfangen konnte, habe ich die ganze Nacht lang an den Rechnern herumgeschraubt, sie ausgemistet und optimiert…
Gegen Mitternacht ging es los mit einer mich ganz und gar entsetzenden Regung in den Jungs: Sie zeigten einander ihre Bewegtbildsammlungen und gingen auf Porno-Seiten. Schauten mit dem größten Vergnügen johlend Schwulen-Pornos, empfahlen über den Tisch rufend Aufnahmen mit älteren und brüstigeren Frauen, versammelten sich von Zeit zu Zeit um einen der Rechner, um das Spektakel gemeinsam zu erleben… – Die sind 16.
Staunend über dieses schamlose Rudelverhalten werkelte ich derweil unbeirrt an meinen mir selbst gestellten Aufgaben weiter.
Das war doch nichts Schönes! Wenn ich mir so etwas anschauen wollte, dann sollte es doch wenigstens ästhetisch ansprechend, spannungsgeladen, mit mit sich identifizierbaren Charakteren sein.
Was ich dort – ausdrücklich nur aus den Augenwinkeln gezwungenermaßen – mitsehen musste, war die totale Hemmungslosigkeit, ein Nicht-Respekt und eine Respektlosigkeit vor der Würde des Körpers und des Menschen, billigst produziert, ohne verbleibenden Reiz, weil alle Reize mit einem Mal offen ausgespielt wurden.
Die ›Player‹ schauten sich das über eine halbe Stunde lang an, die Nacht über immer wieder eine Session, bis sie wieder auf ihre Spiele kamen. – Direkt danach wurde niemand auffällig mit einem Toilettengang.
Kann das sein?! Was haben die mit sich gemacht?! Eine halbe Stunde lang diese erschlagende Reizüberflutung, ohne zu ejakulieren?!
Ich war schockiert bei denen.
Ich nahm ich mir vor, nie mehr auf eine LAN-Party zu gehen, auf der es keine weiblichen Teilnehmer gibt, die das dann nicht durch ihre bloße Anwesenheit schon in Grenzen halten würden.
Anscheinend ist der Konsum von Pornografie längst dermaßen sozial akzeptiert – was bedeutete, dass es ›jeder‹ sieht – dass eine Legitimierung eingesetzt hat, die ich absolut ablehne. Niemand war dort verschämt, fand die Bilder irgendwie grenzwertig; alle persönliche ›Geheimhaltung‹ und Scham wurde fallengelassen. Nach aktuellen Erhebungen surft monatlich mehr als 1/3 der deutschen Jugendlichen mindestens einmal auf Sex-Seiten, Jungen UND Mädchen eingeschlossen.
Teils wird in den Videos Sexualgewalt mit brutalen Praktiken als Lustgewinn dargestellt. Generell ist der Verkehr dort ohne Liebe. Das ganze ist gefühllos.
Sex ohne Liebe wird die Menschen immer schwächen. In den Videos werden gefühllose animalische Exzesse zelebriert, die die eigentlich vorhandene menschliche Erkenntnis darüber vergessen lassen können.
Daneben werden den Jungen und Mädchen falsche Körper- und Leistungsideale weisgemacht, wie Potenz, Ausdauer, Brüste, und so weiter. Das erzeugt Leistungsdruck, und so fühlt man sich nie ›gut genug‹.
Außerdem bekommt man ein heimtückisch gefälschtes Bild der Frau zu Gesicht, das einzig patriarchalischen Männerfantasien entspringt:
- Sie ist die persönlichkeitslose Dienerin des Mannes
- Objektisierung der Frau
- → der Mann ist das dominante Element, die einzige Aufgabe der Frau besteht darin, den Mann zu befriedigen
- → das Sehen bewirkt bei jüngeren Mädchen (insbesondere der unteren Bildungsschicht) Vorbild-Prägungen, was äußerst unemanzipiert und schade für sie selbst ist
- → Pornos sind eine Gefahr der Beeinflussung auf Vorstellungen von Sexualität, Liebe, Gender, Körperbau, Gefühlszulassung, Emanzipation.
Wer behauptet, er habe ›Interesse‹ oder ›Neugier‹ daran, er wolle etwas daraus lernen, dem nehme ich das nicht ab. So was heuchlerisches habe ich lange nicht mehr gehört. Das sind höchstens drittklassige sekundäre Gründe, worum es denen geht, ist in allererster Linie Selbstbefriedigung.
Wer sich wirklich für neue Techniken interessiert, der tut besser daran, sich in die Literatur zum Thema einzulesen.
Was ich ebenfalls schon als Begründung gehört habe ist das “Lernen von Verzögerung” des Orgasmus’ und der Ejakulation. Oh-mein-Gott! Das ist wohl das, was meine Klassenkollegen zur Vollendung gebracht haben. Eine Ent-Sensibilisierung durch eine immer höher angesetzte Reizbarkeit ( – und Verfallen in die materielle Sinnlichkeit).
Die Lösung, werte Herren, wenn ihr meint, zu schnell zum Erguss zu kommen, ist die “Start/Stop”-Technik, und die ist ohne den Effekt, seine ganze Reizwahrnehmung abzustumpfen, und dabei lustvoller.
Ich bin kein konservativer Verbots-Vorderer von Pornografie; ich störe mich an den typischen Mit-Eigenschaften des “Genres”. Ich kann niemanden ändern, aber ich hoffe, mit dieser Ausbreitung ein paar Jungen und Männern ein Bewusstsein dafür gegeben zu haben, was sie da konsumieren, aus welchen falschen Annahmen der Kausalität, und was es für längerfristige Auswirkungen auf sie haben kann.
Fragt euch doch mal, ob ihr diesen Reiz-Orkan denn wirklich braucht. Er entsensibilisiert euch für die kleinen Reize im realen Leben, die subtilen Gesten, Anmerkungen, ja, Lächeln eines Mädchens. Kann sich das noch einer von euch vorstellen, durch das charmante, zarte Lächeln einer Dame, in die ihr nicht verliebt seid und bei der ihr nicht rountinegemäß zu erst den Körperbau abgecheckt habt, dass euch ein zartes Lächeln von ihr hin und weg reißt?
Wenn man diesen wöchentlichen Entledigungsdrang unkompliziert (vorzugsweise durch den Geist und ohne sich impotent auf Lebenszeit zu machen) abstellen könnte, wär ich der erste, der Hier! ruft. Aber wirklich. Mich nervt das. Ich strebe nach Vergeistigung und möchte so wenig wie möglich mit meinem Körper zu tun haben (ja, wir Jungen können uns so eine Einstellung viel eher erlauben und durchziehen…), und wenn ich auch weiß, dass der Wunsch mit dieser Konsequenz verfolgt nicht ganz der richtige Weg sein kann… (Bild: xkcd)
Letztendlich schließe ich hier meine Ausführungen und hoffe, ein besseres Verständnis den Frauen für den männlichen Entledigungsdrang, und auch den Männern eine wahrere Vorstellung ihrer Sexualitätswesenheit vermittelt haben zu können. Für Kommentare und Meinungen bin ich dankbar und hätte auch sehr gerne einmal die Meinungen und Auffassungen der weiblichen Leser dazu gehört.
Nachtrag vom 02. Juni:
Wie sich in einer Diskussion auf Bleeper herausgestellt hat, gibt es Unklarheit mit meiner Definition von ›Sinnlichkeit‹. Sinnlichkeit ist passives Erleben mit Betörung des Geistes. Sie hindert uns an der Erkenntnis, sie ist entwicklungshemmend. Man darf sie als Mensch genießen, aber sollte sie nicht mit dem Lebenszweck verwechseln. Sie ist ein Schleier, den es wahrzunehmen gilt, um ihn für den Weg der Erkenntnis vollbewusst aus eigener Entscheidung abziehen zu können.