Archiv für September 2008
Ausflug mit dem iPod in die Psychologie
18. Sep
Heute führte uns der alljährliche Klassenausflug zu Beginn des neuen Schuljahres nach München in die Bavaria Filmstudios und anschließend in das Stadtzentrum zu einem einstündigen verkrüppeltem Schaut-euch-an-was-euch-gefällt, das zu einem Sucht-euch-so-schnell-wie-möglich-so-viel-wie-möglich-Nahrung,-denn-wir-werden-wieder-vier-Stunden-zurückfahren wurde.
Auf der Rückfahrt ist mir etwas sehr Spannendes passiert: Ich saß mit meinem iPod nano 3G auf meinem Sitzplatz und hörte meine Podcasts durch. Die Situation war ausgesprochen langweilig; daheim laufen die meisten Podcasts parallel zu anderen Dingen, die ich erledige, jetzt war ich also “unterfordert” (ja, ich kann Multitasking im Kopf). Wie so oft suchte ich also in den Einstellungen und den Extras nach einer Beschäftigung; die Spiele fesseln mich nicht, also blieb nicht viel mehr übrig als die Einstellungen der “Anzeigesperre”. – An diesem Punkt verließ mich mein Oberbewusstsein.
Ein paar Sekunden später schockte ich auf: Neben einem Schlosssymbol wurde eine Codeeingabe von mir verlangt. Fuck! Während die schon laufende Folge der Esel- und Teddy-Show lief, versuchte ich eine ganze gute Viertelstunde, durch Logik auf den Pin zu kommen. Ich probierte in den Nummernfeldern mehrere recht clevere Ideen aus, keine führte zum Erfolg. Ich war endgültig resigniert und gab für mich auf. – Mein Unterbewusstsein bevollmächtigte sich wieder mir – und Sekunden später war der iPod über den Code “0002″ wieder entsperrt. Wow. Wie konnte das sein?
Meine These: Ich schuf mir selber ein Problem zum Arbeiten, eine Herausforderung, die ich mit einem Erfolg brauche, um längerfristig mein Selbstbewusstsein und den Spaß an der Arbeit zu behalten, das kommt sicher vom Computer. Als ich oberbewusst aufgab, löste mein Unterbewusstsein die Aufgabe auf. Ich hatte sie nicht gelöst. Nicht mein unterfordertes Oberbewusstsein.
Ich komme darauf, weil es praktisch unmöglich ist, bewusst einen Pin einzurichten und ihn auch noch einmal korrekt zu bestätigen.
Das ist ein hochinteressanter psychologischer Akt, beinahe ein Paradoxon, zumindest eine Lücke im “System” (weil ich extrem analytisch denke), durch die man ein Stückchen “Wahrheit” strahlen sehen kann. Kann man daraus ableiten, dass wir uns alle Probleme durch uns erst selber machen und sie genauso wieder selbst schließen können und sollen? Dass das was wir tun und wie wir sind, unmittelbare Auswirkungen auf unsere uns gegenüber aufkommenden Konfrontationen hat, dass wir uns unsere “Gegner” selber bestimmen, oder dass sie uns folgerichtig zugeteilt werden, damit wir wieder “perfekt” werden können?
Stolz schrie ich den Erfolg im Omnibus einem Freund zu und fühlte mich erst einmal toll – bis mein Analytismus griff und ich verstand: Ich wollte mich wieder besser fühlen und erreichte das durch eine anstrengende und doch aussichtslose Aufgabe, die ich mir, wie ich sie mir selber gestellt hatte, wieder selber beantwortete und ich durch die lange hartnäckige Knobelei und dem letztendlichen Doch-Eureka ein süßes Sieges- und Erfolgsgefühl verspürte. Ein tiefenintelligenter Psychotrick, den wahrscheinlich so nicht viele Leute erkennen würden. Mann, bin ich krank.
Nein, ich habe keine MasterCard – und bin auch kein Österreicher!
13. Sep
Gerade ging ich gemeinsam mit meiner Mutter meine Bestellliste für meinen Geburtstag ab und ganze zwei Mal werden wir vom System enttäuscht: Ich will das Firefox-T-Shirt mit dem niedlichen Fuchs und “Please dont’ hurt the Web – use open standards”, also kauften wir es im offiziellen Mozilla.org-Store. N
ach den horrenden Importversandkosten von 9€ aus England war der endgültige Showstopper, dass wir auf Worldpay.com weitergeleitet wurden, über die wir unsere Bestellung geldtechnisch hätten abwickeln sollen. Als wir Maestro als Zahlungsart wählten, erklärte uns das Zahlungssystem, dass dies nur mit £ als Währung möglich wäre. Aha. MasterCard, Visa und wie sie alle heißen, hat in der Familie niemand, nur MaestroCards, über die mir das Internet nicht so recht Aufschluss geben konnte, ob sie dafür geeignet sind, ähnliches Logo, ähnlicher Name, gleicher Anbieter, aber die werden sich schon etwas dabei gedacht haben, wenn dort Master, aber nicht Maestro steht. Jedenfalls können wir die Bestellung über keinen der angebotenen Wege bezahlen, ganz großes Popcorn-Kino.
Ändert man die Währung auf Pfund, kommt man tatsächlich auch mit einer MaestroCard weiter, aber die wollen einen Sicherheitscode, der auf die Karte gestanzt sein soll – auf unseren hier ist keiner. Die Wikipedia dazu: »In Österreich kann man mit der Maestro-Card auch im Internet zahlen. Grundlage dafür ist die Nutzung des bereits etablierten MasterCard-SecureCode-Verfahrens für Maestro. Da es in Österreich mit über 6,7 Mio. Maestro-Karten weit mehr Debitkarten als Kreditkarten gibt, haben sich die österreichischen Banken und Europay Austria entschlossen, das SecureCode-Verfahren auch für Maestro zu adaptieren.« Also nur Österreich… Toll.
Damit war die Bestellung gegessen und wir konnten sie “abschreiben”, abbrechen.
Das andere, das nicht tat, war die Aggro-Grünwald-CD über Finetunes. Aggro-Grünwald, schön, Medienhype, kennen wir alle, das wollte ich trotzdem haben. Es ist schon wirklich erstaunlich, dass die Typen es nicht geschafft haben, ihr Album in die Läden da draußen zu bringen, bei der Aufmerksamkeit, die sie hatten. Meine Mutter meint, gefragt zu haben, man habe nachgesehen und nicht mal den Namen habe man gekannt. Daher müssen wir die Musik online kaufen, die Seite von denen bietet drei Links dazu: Finetues, iTunes und Musicload. iTunes fällt wegen wahrscheinlichem DRM und hässlicher Apple-ID (und weil es nicht auf Linux läuft) gleich raus, Musicload von der Telecom passt mir schon rein prinzipiell nicht. Bleibt Finetunes, das das Album als MP3 (leider nicht Ogg oder FLAC) in 320 kb/s im Programm hat (hört sich so weit noch sehr gut an), und per Klick&Buy (Paypal-Konkurent) oder “Kreditkarte” Zahlungen zulässt. Wählt man hier “Kreditkarte”, hat man die Wahl zwischen einer Transaktion mit der MasterCard oder mit Visa-Karte. OMG!
Bei Klick&Buy werde ich mich für diesen einen Kauf nicht anmelden, ich habe bisher noch nicht einen Shop gesehen, der das sonst noch unterstützte.
So entgehen mir also ein fesches Firefox-Werbe-T-Shirt und diese CD von Musikern, die die Aufmerksamkeit aller großen deutschen Zeitungen erhielten, es aber nicht fertigbrachten, in die Läden zu kommen. Wie unfähig ist das?
Warum bieten die bitte kein PayPal an, warum nicht?! Oder wenigstens eine Vorkasse-Banküberweisung, ihr versteht, das mit dem Zettel und dem Automaten zum Selbereintippen. Boaha, bin ich genervt.
42 + 42 = 84!
05. Sep
Ich hab jetzt auch eine Numer bei MillionNumbers.com:
Wer die Seite noch nicht kennt: Auf MillionNumbers.com kann man sich kostenfrei eine noch verfügbare Nummer zwischen 1 und 100000 registrieren und sich dann darin mit seinem Namen, einem Homepage-Link und einem kurzen Text verewigen. Die Betreiber meinen, dass in ein paar Jahren die schönsten Nummern von den jetzigen Besitzern für viel Geld verkauft werden könnten. Ich wollte natürlich irgendwas mit 42. ![]()
Es lohnt sich auch, mal bei Langeweile die FAQ des Betreibers durchzulesen. :ugly:
Wunderlampe ohne Welle in Compiz Fusion hacken
01. Sep
Durch einen schon etwas älteren Beitrag vom Januar im Ubuntuusers-Forum, bin ich darauf gekommen: Eine Anleitung, wie man in Compiz die “Wunderlampenanimation” auf eine Welle zurückhackt.
Worum geht’s? Wir alle kennen vermutlich den “Genie-Effekt” in Aqua auf Mac OS X, wenn man ein Fenster ins Dock minimiert. In der Anfangszeit von Compiz war davon ein 1:1-Nachbau im Paket, eben diese Animation beim Minimieren der Fenster. Das ging so Angang 2006 bis Herbst 2007, als die Compiz-Entwickler auf ein Softwarepatent von Apple aufmerksam gemacht wunden – Apple hat sich tatsächlich die Animation patentieren lassen, zum Glück ist das noch nicht in der EU möglich. (Auch noch mehr Elemente von Aqua sind patentiert, sehr, sehr hässliche Sache, in KDE4 spürt man richtig, wie die Entwickler um diese Patente herumbauen mussten.) Daher ist seitdem die Wunderlampenanimation mit mindestens drei “Wellen” im Code, das Fenster schwingt also beim Einsaugen und die Wellen lassen sich in den Einstellungen zwar überzeugend mit zig Parametern konfigurieren und noch mehr hinzufügen, aber das ganze ist doch eher unschön. Jetzt gibt es eine Möglichkeit, ein binär installiertes Compiz nachträglich ohne Quellcodeänderung wieder so zu hacken, dass der Effekt keine statt drei Wellen hat.
Ich gehe im Folgenden davon aus, dass ihr Ubuntu 8.04 und das Compiz-Backports-Repos von Intrepid für Compiz 0.7.6 eingeschalten habt:
- sudo gedit /usr/share/compiz/animation.xml (in Kubuntu “kate” statt gedit schreiben)
- Suchen nach <short>Magic Lamp Max Waves</short>
- Ein paar Zeilen darunter steht <min>3</min> – ersetzt die 3 durch eine 0 und speichert die Datei ab
- Wir installieren einen Hex-Editor: sudo apt-get install ghex
- sudo ghex2 /usr/lib/compiz/libanimation.so → Bearbeiten → Suchen, in der rechten Fensterspalte (der kleineren) “magic_lamp_max_waves” eingeben (einfügen geht leider nicht) und auf “Weitersuchen” klicken.
- Im Hauptfenster wird jetzt die Stelle rot markiert, das Suchfenster könnt ihr über “Abbrechen” schließen. Eine Zeile unter der Stelle in der rechten Fensterspalte steht wieder ein <min>3</min>, dass ihr ebenfalls auf 0 ändert und dann die Datei abspeichert.
- In diesem Augenblick wird vermutlich der Fenstermanager durch die X.org-Fehlerprävention automatisch auf Metacity gewechselt. Gebt einfach in Alt+F2 oder ein Terminal compiz –replace ein (zwei Bindestriche), um Compiz wieder zu starten.
- Das war’s auch schon. Jetzt noch in CCSM (dem Einstellungsmanager) im “Animationen”-Modul unter “Animation ‘Minimieren’” die Wunderlampe als Minimiereffekt einstellen.
So sieht das dann aus:
Aber es ist ja nicht so, dass man als Compiz-Benutzer auf die Wunderlampe angewiesen wäre, es gibt in CCSM noch sage und schreibe 17 andere Minimieranimationen zur Auswahl, bisher habe ich alternativ “Zoom” genutzt, das dem Minimiereffekt von Aero Glass ähnelt. Doch die Wunderlampe ist natürlich das Sahnehäubchen. =) Der Hack ist meines Wissens absolut legitim und legal für Privatpersonen – innerhalb der EU so wie so für alle Personen.
Nachtrag:
Die Anleitung funktioniert nachweislich auch mit dem in Ubuntu 8.10 bis 9.10 enthaltenen Compiz Fusion! =)
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