Frumble201

Ich laufe gerade in die Stadt, mache nur eine Pause, um das hier zu notieren.
Was ist geschehen?
Mir ist schwindelig, ich taumle. Mein Mund, voll mit Pfeffer, der nicht nach Pfeffer schmeckt. Aber er fühlt sich so an, irgendwie. Aber mein Mund ist leer. Ich huste.
Ich kneife meine Augen zusammen; ich huste noch mal.
Ich bekomme einen Rechtsdrall, schleife an einer Hauswand entwang, trete mich schließlich mit dem rechten Fuß von der Mauer los.
Ich komme in ein Kaufhaus mit vielen Spiegelungen, ich wende meinen Kopf von ihnen ab, sie schmerzen mir.
Ich schwitze, und doch ist mir kalt.
Ich betrete eine Rolltreppe, fahre nach oben – da ist der Ausstieg, die Begleitlichter an den Seiten machen zwar korrekt den Steigungswechsel mit, fahren aber doch weiter gerade aus; nach oben.
Dieser Pfeffer!
Ich hatte mich dazu gezwungen, in die Stadt zu laufen, alles andere wäre naives Denken gewesen, ich hätte mich zu Hause, in meinem Zimmer, schon wieder davon erholt.
Ich bin wieder draußen, Lichter! – Reflektionen! Warum fallen mir so viele Farben auf? Sie sind wässrig, Aqua. Apropos Apple: Da! ein iPhone? Nein, nur eine Hausklingel, die mit weißem Papiereinschub und greller Hintergrundbeleuchtung rechts von mir abstrahlt. Ob die Bedienung in der Bücherei was gerochen hat? Ich war das nicht! Nein, nein!
Ich stehe an dem Ausgang eines Weges, der zu einer vor ihm gelegenen Autostraße führt. Da fahren Autos, sie haben ihre Lichter an, die auf mich gerichteten Schatten der Lichter, die durch die am Straßenrand geparkten Autos entstehen, lassen den Eindruck eines Kreisels aufkommen, ein komischer Kreisel. Aaah! Ich kneife die Augen zu und packe meinen Kopf mit zwei Händen von hinten und beuge mich rückwärts, weg von diesem Kreisel.
Ich laufe eine Straße entlang. Da, da erlosch doch eine Straßenlaterne, wo ist der Deluminator? Nein, das war doch in Harry Potter.
Ich komme wieder zu Hause an.
Was war geschehen?

Ich bin seit drei Tagen nachmittags 90 Minuten bei einer, durch meine Mutter unter meinem Zeitdruck meines schnellen Bedarfs in der Zeitung gefundenen, neuen Mathe-Nachhilfelehrerin. Die Frau ist gerade noch so erträglich, aber ihre winzige Wohnung stinkt nach Rauch. Das war so schlimm, dass ich am ersten Tag schon in der Wohnung Kopfweh bekam, daheim mussten wir alle meine Klamotten wechseln. Gestern dann war es besser, wie sie selber sagte, hatte sie den ganzen Tag noch keine Pause. Aber heute. Als ich ankam, war es noch annehmbar. Wir fingen an, und sie gab mir, etwa zur Halbzeit, eine Aufgabe, und verzog sich auf’s Klo, gleich nebenan. Ich hörte erst ein Belüftungssystem, dann einen Wasserhahn und dann ein Geräusch entflammenden Feuers. Sie kam zurück, und nein, unbeschreiblich, der Gestank. Das tat sie später noch einmal. Ich verlor meinen Boden, fühlte eine Leere im Bauch. Und in meinem Kopf begannen wilde Zeichentrickfilmfetzen auf Mittelerdelandschaften abzulaufen. Mathe?
Meine Backen hiengen herunter, wurden schwer, meine Lippen hatten kein Gefühl mehr. Trotz meines Zustands bemerkte ich jeweils den Eintritt in ein neues Stadium des regressiven Bewusstseins.
Erlösung, die Sitzung war beendet. Ich schleppte mich aus der Wohnungsdiele, torkelte, verabschiedete mich höflich. Doch die erhoffte Frischluftwelle, die alles wegpusten sollte, kam nicht an. Mein Zustand blieb, verbesserte sich nur geringfügig. Ich hielt meinen Kopf, wollte mich an den Straßenrand kauern, rannte dann aber doch los, los, den Hügel hinab. Dieser schreckliche Nicht-Geschmack in meinem Mund, Wüste; Pfeffer! Ich musste Husten; das war eindeutig Pfeffer. Ich bin gerade so wie so schon erkältet, aber dieser Hustreiz war kein gewöhnlicher, er wurde von etwas anderem ausgelöst.
Ich rannte die Straße hinab, ernüchterte mich, es würde mir nicht helfen, lief normal weiter. Diese Zeichentrickfetzen, was sollte das? Mein Handrücken war rau und feucht.
Die Frau tut mir leid, ehrlich. Was muss das für ein erbärmliches Leben sein, wenn man sich schon an so etwas gewöhnt hat. Ich werde sie zum Ende der Woche absetzen.
(Geschrieben Anfang Februar, jetzt veröffentlicht.)

Eine Frage an meine (noch ;) ) Windows-benutzenden Abonnenten: Wie steht ihr zu Vista vs. XP?

Es interessiert mich aus dem Grund, dass ich viel von Leuten lese, die meinen, dass sie mit XP sehr zufrieden wären und Vista doch der letzte Schrott sei, sie warteten aber auf Windows (Codename) 7 in 2010. Das ist etwas, was ich wirklich nicht verstehe: Windows XP ist sehr, sehr alt, herausgegeben 2001, das war vor 7 Jahren. Sein Kernel wurde hauptsächlich nur mit den drei Service Packs verbessert, echte Innovationen gab es in diesem Prozess aber noch nicht. Die Benutzerführung und das Benutzeroberflächenkonzept blieb seit 2001 unverändert, wenn man aber einzelne Applikationen wie den Windows Media Player herauspickt, möchte man fast zu dem Schluss kommen, es habe sich verschlechtert.

Die Benutzeroberfläche von Vista ist zwar nicht mein Ding, aber ich finde sie um Längen intuitiver und funktionaler als die von XP, sieht man sich z.B. nur mal den Datei-Explorer an. Gegen Vistas Oberfläche wird gerne argumentiert, dass man nichts wiederfindet. Das ist korrekt, aber es steht meiner Meinung einem Softwareanbieter vollkommen frei, sein Bedienkonzept mit der Zeit auch radikal zu ändern. Geht man als völliger Anfänger an einer PC mit Vista heran, kann ich mir vorstellen, findet man ihn intuitiver als einen noch mit XP. Ich glaube daran, es kann nicht sein, dass Microsofts Bedienbarkeits-Forschung so falsche Ergebnisse geliefert hat, und die stecken wirklich eine Menge Energie da rein, zusätzlich steht ihnen die Möglichkeit offen, von Apples Mac OS X und Linux’ Gnome gelungene Konzepte zu kopieren. Ein echter Kritikpunkt, auch von mir, ist Vistas Systemsteuerung, oder, die kategorische Ansicht der Einstellbarkeiten, die ist nämlich wirklich unglücklich unlogisch eingeteilt.

Vor allem Anfang 2007 waren die PC-Magazine voll von Artikeln, wie man “XP zu Vista” transformieren kann. Sei es nur die Optik, oder auch in der Funktionalität. Ja, das geht, aber einem muss klar sein, dass solche Bastelarbeiten bei Windows-Systemen immer zu einem Overhead des Systems führen, man kann nur etwas hinzufügen, nichts modifizieren. Das Ergebnis ist ein lahmender Rechner mit seltsamen Problemen. Wenn man also auf die neuen Features scharf ist, lohnt es sich wirklich mehrmals und ganz genau zu überlegen, ob man nicht gleich auf die aktuelle Version des Betriebssystems umsteigen will, die diese Features gleich fest integriert und ineinander verzahnt bietet, quasi “massiv”.

Abseits der Oberfläche hat sich bei Vista, gerade jetzt auch durch das Service Pack 1, sehr viel technisches getan, nicht nur beim DRM. Konkret fällt mir dazu jetzt wenig ein (ja, schwach ;) ), ich habe aber schon einige Interviews mit Kernel-Entwicklern gesehen (aus denen mir jetzt doch nichts mehr einfällt, aber es waren doch irgendwie gefühlte große Verbesserungen gegenüber Server 2003/XP).

Zurück zum den XP-Treuen. Es gibt doch tatsächlich welche, die naiv glauben, Windows Codename 7 würde ~2010 besser als Windows Vista, würde ihnen mehr gefallen. Dass Microsoft alle seine über die Jahre gefestigten Paradigmen jeder Art mit dieser Veröffentlichung ändern wird.
Da sage ich: Nein. Wird es nicht. Windows 7 wird nicht radikal anders. Wenn es schlecht läuft, und es gibt Anzeichen dafür, bekommt es nicht mal den neuen WinWin-Kernel. Was tatsächlich für mich glaubhaft ein abrupten Denkwechsel für Microsoft darstellen würde, wäre, wenn sie auf Singularity setzten, von dem es just erst eine neue, quelloffene (!!) Version herausgegeben hat und wenn sie noch einmal alles (darüber) von Grund auf neu schreiben würden. Für Windows 7 war einmal geplant, dass es nicht mehr rückkompatibel zu den bisherigen Windows-Anwendungen sein würde. Wenn man aber schon jetzt lustige detailverliebte Aero-Verbesserungen in den herausgegebenen Entwickler-Builds implementiert, ist anzunehmen, dass am Fundament nicht viel getan wird (denn ich würde ja bei so einem Projekt Prioritäten setzen).
Was ist nun mit den Leuten, die bei XP blieben? Zum Einen tun sie mir sehr leid, weil XP ihre Hardware nicht effizient ausnutzt, das können Vista und Linux besser. Zum Anderen wird es immer weniger Software für das alte System geben, oder zunehmend “legacy”-Versionen von Software-Titeln. Diese Leute werden mit der Zeit immer und immer mehr Probleme mit ihrer Hard- und Software bekommen, weil die Vision von Programmen auf der XP-Plattform schon seit Jahren zerstört ist. Ein Beispiel ist Anwendungsdesign: Es gibt keine sich durch XP-Anwendungen durchziehenden Bedienparadigmen mehr. Jeder Hobby- und Profi-Programmierer hat seine eigenen Vorstellung der HIG. Es gibt keine Standards, nicht mal eine allgemeine HIG-Einkategorisierung von Programmen mit ähnlichen Aufgaben ist möglich. Das macht XP-Nutzer konfus, unnötig unglücklich, ohne, dass sie den Grund kennen. Das macht Anwendungsentwickler orientierungslos, visionslos, begleitet sie nicht auf dem Weg zu einer barrierefreien und funktionalen Applikation. Beides hat zur Folge, das der Nutzer gefrustet wird, sich nicht wohl fühlt. Vistas Aero-Konzept gibt den Entwicklern weniger offensichtliche Designfreiheit und bietet ihnen eine stärkere Anwendungsvision.

Ich denke, wenn man Vista nicht nutzen will, soll man dazu stehen. Es hat keinen Sinn, mit ein bisschen Computerhorizont noch an XP oder 2000 festzuhalten, die Technik ist zu alt. Auch die mitgelieferten Funktionen sind nicht mehr mit den aktuellen produktivitätssteigernden und Wohlfühl- Highlights der anderen Systeme zu vergleichen. Wem Vista nicht gefällt, soll nicht rumheulen, sondern tätig werden, und das hieße, auf Linux oder Mac OS X zu migrieren. Was die Leute daran hindert, ist nur ihre Faulheit. Ich hoffe sehr, dass das die Masse in den nächsten Jahren versteht und Windows 7 wird einfach mal nicht besser. Das muss sie einsehen. Die Alternativen sind da, und selbst Linux ist nun endgültig an dem Punkt, an dem man es fast bedenkenlos an die meisten Noch-nie-ein-Betriebssystem-Installierten empfehlen kann, und die Nutzer damit eine klare Vision dafür bekommen, wie sie entwickeln und arbeiten sollen, können, wollen.

Wie ist Eure Meinung dazu? Wie seht ihr Vista, wie steht ihr zu dem Umstieg auf Vista oder ein anderes Betriebssystem? Was denkt ihr über das krampfhafte Festhalten vieler an XP?

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