Frumble201

Will Antworten, Zurufe, eine Sekunde Prominenz, geht dafür an die Öffentlichkeit.
In Fernsehshows, zu Zeitungen, auf Blogs.
Das Medienopfer.
Ihm war nicht klar, wie nieder, hämisch, mäuterisch und oberflächlich die Masse denkt und urteilt.
Es wollte nicht dieses Publikum, es wollte eine Gruppe vielleicht immaginärer Freunde erreichen und Antworten über sich selbst finden. Antworten. Antworten, auf Fragen, die sich erst beim Darübernachdenken über seine Situation ergäben.
Oder wollte es überhaupt Antworten? Wollte es sich unterbewusst nicht nur einen Vorwand schaffen, um sich mit sich selbst auseinander setzen zu müssen? War das Echo ihm nicht völlig gleichgültig?
Schlimm genug, wie seine Aussagen kichernd und substanz- wie kontextlos verbreitet wurden, auf einen winzigen Rest seiner Dramaturgie reduziert. Dass seine Aussagen doch nach Monaten und ganzen Jahreszeiten des Weiterlebens und Weiterhervorrückens von Neuentdeckern unter den Tischen als Lachnummer und Geheimtipp ohne anklopfendes Gewissen weitergegeben würden, damit konnte es nicht rechnen. Es hat ein reifes Publikum erwartet, und ursprünglich vorgefunden, in dem Kreis der konventionellen Konsumenten seiner Medienpräsenz. Dass Außenstehende auf seine entblößte selbstreflektierende Seele schauen sollten, kam ihm nicht mal in seiner davor überdachten Synopsis über sein Publikmachen in den Kopf. Waren die Lästerer nicht unsagbar kindisch?

Danke.


Ein Text von mir für Deutsch, geschrieben selbstaufgefordert und wundersam passend zum aktuellen Thema in der Nacht zum Montag (weil die Ferien dafür zu schade sind). ;)
Nicht ganz ohne Hintergedanken, aber den kann ich hier leider, so gern ich es wegen seiner Genialität hätte, nicht niederschreiben, das wäre witzlos und würde das Konstrukt nutzlos werden lassen. Jedoch kann ich noch meinen Lesern, die nicht zu meinen Bekanntenkreis gehören, den Rat geben, dass sie überhaupt nicht darüber nachzudenken brauchen, sie werden es nicht verstehen.

Cool ist auf alle Fälle, dass unsere Deutschlehrerin den Text im Unterricht noch ausführlich behandeln und auseinander nehmen will, das ist doch schon eine große Ehre, zum Lehrmaterialliferant zu werden. ;)

Ein Tipp in die Runde: Lasst Euch nie mit Fundamentalchristen zu einer Diskussion über Religionen oder gar im Speziellen den Buddhismus hinreißen. Und vor allem, vor allem, wenn ihr es nicht tut, dann sprecht in diesem Zusammenhang, den es dann nicht geben kann, auch nie “Matrix” zur besseren Veranschaulichung an! :ugly:

Irgendwas mach ich falsch, wenn ich in den Ferien jede Nacht um 2 – 4 Uhr zu Bett geh und so lange mit Christoph chatte, telefoniere und Filme anschaue, der bei diesem Spiel genau so eifrig mitmacht. Und seitdem er jetzt auch Nachrichten-Feeds abonniert hat, kann man ihn auch schon fast als Geek bezeichnen. Wird noch. ;)

Mein Vorsatz für die zweite Ferienwoche: Früher Schlafen gehen, dann hab ich auch noch was von den Vormittagen (“Ähm, aber nichts mehr von den Nächten!” “Halt’s Maul!” –Eine kleine innerköpfliche Kontroverse).

Während ich heute intensiv Harry Potter 7 zu Ende hörte (ich bin mit einer Hörspanne von zwei Monaten dabei wohl der Langsamste auf dem Planeten) hatte ich viel Zeit, mich wieder einmal innigst mit meiner Musikbibliothek und meinem iPod zu beschäftigen. Doch noch ein ganz heißer Insider zu Harry Potter: Ich kann euch zwitschern, dass er doch nicht stirbt. ;)

Ein Problem, das ich bisher immer mit meiner Musikbibliothek hatte war, dass sehr viele meiner Stücke in Ogg Vorbis sind und ich auch neue CDs eher in dieses Format als in ein anderes rippe, weil mir seine Freiheit zusagt und die Qualität besser als bei MP3 bei gleicher Dateigröße ist. AAC ist ganz nett, aber nicht frei und mir ist auch insgesamt das Frauenhofer Institut wegen seiner Lizenzpolitik unsympathisch. Aufwendige Hörspiele in heruntergerechnetem Souround-Klang kommen gar noch ins verlustfreie FLAC-Format.
Das ist so lange prima, wie ich die Musik und Hörspiele nur auf meinem PC abspielen will, sollte auch nichts ausmachen, er hat hier die beste Tonanlage. Mein alter i.Beat classico FM kann mit vielen Abstürzen mit Ogg Vorbis umgehen, den habe ich aber bis für Audio-Aufnahmen ausgemustert und nutze nur noch meinen iPod nano G3 mit 8 GB, der sich seit der libgpod 0.6 auch von Linux aus beschreiben lässt.
Der iPod akzeptiert nur MP3, AAC, WAV, und diverse Apple-eigene (Kopierschutz-)Formate, ist also sehr unbrauchbar, wenn es um das Abspielen von Ogg Vorbis geht. Auch Rockbox oder iPod Linux lassen sich auf den G3 wegen einer verschlüsselten Firmware und neuer Hardware, für die es anscheinend noch keinen Compiler gibt, nicht installieren, ich bin also auf Gedeih und Verderb der Apple-Firmware ausgeliefert und meine Ogg Vorbis-Dateien mussten bisher im wahrsten Sinne des Wortes “zu Hause” bleiben.

Aber jetzt habe ich eine kleine fantastische Funktion in AmaroK entdeckt: Es kann nicht kompatible Dateien “on-the-Fly” während einer Übertragung auf einen iPod oder ein anderes mobiles Abspielgerät in MP3 konvertieren, diese MP3s übertragen und nach der Übertragung vom Computer gleich wieder löschen! So bleibe ich meinen Prinzipien treu, auf freie Software und Standards zu setzen und kann trotzdem meine Musik auf dem iPod hören! Natürlich unstimmig, dann überhaupt einen iPod zu kaufen, aber von der Benutzerfreundlichkeit, dem Design und den Features sind die schlicht die besten. Bis auf den Ton vielleicht, naja, da stinken sie doch gegenüber der Konkurrenz stark ab, aber der ist noch gut hinnehmbar und meine Sennheiser CX 500 federn das ein bisschen ab. ;)

AmaroK kann für ein mobiles Abspielgerät ungeeignete Dateien bei Bedarf automatisch in MP3s konvertierenSo funktioniert’s: In AmaroKs Einstellungen auf “Media-Player” klicken und rechts neben dem aufgelisteten mobilen Abspielgerät (es muss angesteckt sein) auf das Zahnradsymbol gehen. Dann einfach “Vor der Übertragung umwandeln” aktivieren und darunter den Knopf “Umwandlung in das vom Player bevorzugte Format (mp3) – Nur wenn nötig” und je nach Gedüngen darunter noch “Umgewandelte Dateien nach der Übertragung entfernen”. Damit das dann auch funktioniert, muss das Paket “soundkonverter” und unter Umständen noch “vorbis-tools” installiert sein (hat bei mir ohne funktioniert). Vermutlich muss man dann erst einmal SoundKonverter starten und einrichten, das weiß ich nicht mehr, weil ich es schon davor installiert hatte und dann werden in Zukunft ganz unbemerkt von einem und “objektorientiert” unpassende Dateien in Ogg Vorbis oder FLAC während der gewohnten Übertragung aus AmaroK heraus auf das mobile Abspielgerät in MP3s mit anscheinend variabler Bitrate zwischen 160 und 180 kb/s konvertiert. Das dauert eine Weile, vom Fortschritt kann man sich ja aber über die Systemüberwachung, respektive das Systemmonitor-Applet überzeugen. Bei der Konvertierung werden nicht nur die Vorbis-Tags in ID3-Tags übernommen, sondern sogar die in AmaroK eingestellten Cover in die MP3s geschrieben (da AmaroK aus Lizenzgründen – hallo FHI! – im restlichen Programm keine Cover in MP3s schreiben kann, und man sich bei schon auf dem Computer als MP3s gespeicherten Stücken die Cover als cover.jpg in das Albenverzeichnis legen muss, obwohl die ID3-Tags das, anders als leider der Ogg-Container, bei dem man das immer so machen muss, unterstützen, ist das erwähnenswert, weil während der Konvertierung die Cover ja an der einzigen Stelle im Programm offensichtlich in die ID3-Tags geschrieben werden!). Qualität geht also logischerweise verloren und es lässt sich scheinbar auch nicht einstellen, wie viel kb/s die MP3s haben sollen, aber doch kann man so auch unterwegs auf seine ganze Musik zurückgreifen und dafür ist diese Lösung wirklich glänzend!

Aus Skype:

ich: hallo
… frage: hast du schon mit dem dossier für geschichte angefangen?
D.: gerade nicht
ich: also noch gar nicht?
D.: ich hab keine zeit man#
ich: hehe
… ich habs auch noch nicht
… ist ja nicht schlimm, wir haben ja noch ne woche
… wie gut ist dein geschi-heft?
… ich würde es mir gerne mal ausleihen
D.: fick dich junge
ich: nicht heute, morgen oder übermorgen kurz
… aber sonst…?
««blockt mich»»
… ich hab der ganzen klasse den museumsführer hochgeladen
… und hätte nur gerne meine lücken ausgefüllt
… und du blockst mich? bist du betrunken?!

Der dritte Kurzentschlossene. Die anderen zwei haben es glücklicherweise wieder mehr oder weniger schnell eingesehen.

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Ich habe mir einen interessanten Vorsatz für diese Ferienwoche gegeben: Ich möchte fünf Tage lang den PC auf’s Nötigste rationalisieren. An drein davon plane ich, ihn erst um 18:00 einzuschalten, für zwei habe ich mir eine komplette Ruhepause verordnet. Warum?

Das letzte Mal war ich vor zwei Jahren mehrere Tage im Urlaub und also von meinem Rechner abgeschnitten. Seitdem gab es verstreut mal einen Tag, an dem wir in der Familie etwas Größeres unternommen haben und der PC somit auch kurzzeitig still stand. Aber mehrere Tage war, zumindest mein neuer Selbstbaurechner vom Juni 2007, glaube ich noch nie aus.

Da greift sich der Durchschnittsverbraucher wohl an den Kopf, betet für mein Seelenheil und möchte mir das Gerät als Entzugsmaßnahme wegnehmen, denn ich bin ja so süchtig. Aber nein, ich bin nicht süchtig, ich bin abhängig. Das ist eine goldfädene Trennlinie, die man da ziehen muss. Ich kann sehr wohl ohne den Rechner auskommen, aber dann bekomme ich sehr schnell die Probleme, keine Kommunikation mehr mit anderen aufbauen, und keine Konversationen mehr führen zu können, völlig von allen Informationen und (IT-)Nachrichten abgeschnitten zu sein und keine Unterhaltung mehr genießen zu können, denn auch die läuft bei mir ausschließlich am Computer über Podcasts und aufgenommene und heruntergeladene Fernsehsendungen ab.

In mir kam schon vor einer Weile der Eindruck auf, dass ich mir einige Lernprobleme in der Schule richtig selber verursache, indem ich in meiner Freizeit so enorm viele Nachrichten lese, und das ja nicht erst seit kurzem, sondern schon seit gut drei Jahren. Diese extreme Fülle und Dichte an Informationen, die sich innerhalb weniger Tage oft selbst revidieren, relativieren und unlogisch machen und diese Fülle an Dingen, bei denen man nur überrascht ist, wenn man neue Innovationen liest, mag es z.B. ein neuer Videocodec sein, der so effizient wie noch kein anderer sein Werk verrichtet, lassen in der Schule einen Egalismus, also den Abbau der kritischen Analyse, das Abnicken von vorgesetztem Stoff und eine Das-ist-nicht-so-wichtig,-das-kommt-ja-eh-bald-wieder-Mentalität entstehen. Jeder kann sich denken, dass das wirklich nicht vorteilhaft im Unterricht ist, und da sich zunehmend weniger (was für ein Wortspiel) des Stoffes daheim wenige Tage vor den Arbeiten aus den Heften oder Büchern in quasi-elitärer Selbstgelehrtheit beibringen lässt, ohne etwas von den Erläuterungen der Lehrer dauerhaft im Kopf behalten zu haben, schlägt sich das auch negativ auf die Noten nieder. Diese dutzenden Nachrichten-Feeds können ein Grund dafür sein, neben meiner Faulheit und einigen zum Lehrplan quergestellten überzeugten Auffassungen über die Relevanz des Stoffes, warum ich, ganz allgemein, ein Problem mit der Schule habe.

Abseits dem stellte ich auch fest, dass mir Zeit für mich, meine Gedanken und meine Umgebung fehlen. Es ist nicht so, dass ich sie nicht hätte. Mir ist oft auch vor dem Rechner langweilig, aber da komm ich nicht auf den Gedanken, mein Zimmer radikal umzustrategen, ein Buch zu lesen, oder zu meditieren.

Darum setze ich mir dieses Experiment an, fünf Tage weitend ohne den Computer zu verbringen und in dieser Zeit absolut keine Nachrichten zu lesen und keine technischen Podcasts zu hören. Ich hoffe sehr, dass ich so “leben” kann, ohne ihn, in dieser Abstinenz, fehlt mir wahrhaftig alles vom Aufgabenplaner über die Musikanlage zum Kommunikator, weil ich fast keine separaten Geräte oder “analogen” Arbeitsmöglichkeiten nutze.

Zumindest morgen/heute wird das aber noch nicht ganz planmäßig funktionieren. Ich muss vorher noch einiges vorbereiten, wie meine Remember The Milk-Aufgaben auf Papier “synchronisieren” und meine neue Musik auf den iPod übertragen (ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den nicht auch aussperren soll, schließlich kann man viel damit machen, im Grunde zu viel, und ich werde dadurch von mir abgelenkt).

Dann kann das eine wirklich spannende Woche werden, in der ich wieder ein Stück weit zu mir selber finden kann und vielleicht bringt sie mich ja sogar dazu, das Haus zu verlassen!

Swiftweasel braucht nach mehreren Abstürzen 1,1 GB im ArbeitsspeicherDoch wirklich erstaunlich: Da bastel ich in Ektase an einer Bildergalerie und nutze eigentlich nur Firefox/Swiftweasel, Konqueror, Quanta Plus und GEdit, da steigt meine Speicherauslastung mal kurz auf 1,7 GB.

Swiftweasel bringt das System dazu, 1,7 GB insgesamt im RAM zu belegen, und sogar auf die Swap wird noch ausgelagertDie vermutete Ursache: Bei der aufwendigen Animation der Galerie stürzte mir Swiftweasel während der Entwicklung oft ab und ich hab nach seinem Neustart jeweils immer nur die letzte Sitzung wiederherstellen lassen, so hat sich mein Speicher mit vielen kleinen und großen Speicherlecks von Swiftweasel gefüllt; goldig. Nach einem echten Swiftweasel-Neustart kam er dann wieder nur auf 40 MB von davor 1,1 GB. Aber hey, mit meinem 64-Bit-Ubuntu gingen noch theoretisch viel größere Speicherleichen! ;)

Ich war wieder einmal bei Grzegorz, dem polnischen Germanisten, bei MacUnplugged zu Gast, Thema der Sendung: Microsofts Office Open XML. Auf die Idee eines Gastauftritts kam Grzegorz, als ich ihm einen Artikel von Linux Magazin Online schickte, in dem die erneuten ISO-Standardisierungsversuche von Microsofts OOXML perfekt hinterleuchtet wurden. Das eigentlich Wichtige, dass Microsoft korrumpiert und sich Stimmen einkauft, haben wir zwar dann doch vergessen, aber ich denke, die Podcast-Folge ist trotzdem ein ganz netter Überblick über die kaum zu überblickende komplexe Situation, in der das ISO-Gremium und die ganze Freie Software-Welt aktuell stecken.

Als “Randnotiz” möchte ich hier noch auf einen älteren Artikel über meine Verbalsprache verweisen, damit sich keiner wundert, warum meine Sätze in der Folge nicht so schön sind. ;)

Ab gestern haben wir zwei Wochen Osterferien und für der letzen Schultag wurde von der Schülermitverantwortung ein “Schwof” organisiert. Die bunten Flugblätter enthielten außer in reißerischen Tönen seltsam anmutenden Versprechen und dem Ort und der Uhrzeit keine weiteren Informationen dazu, was es eigentlich genau werden sollte. Nachdem ich mitbekam, dass einige Mitschüler kommen wollten, dachte ich mir, es wäre eine Chance für mich, mal die Jugendkultur aus nächster Nähe beobachten zu können. Da lag ich gar nicht so falsch.

Daheim noch /dev/radio, Z! und Bits und so gehört, machte ich mich in leicht modifiziertem Erscheinungsbild um halb acht auf zur Schule. Vor dem Eingang standen ein paar Mitschülerinnen; warum auch immer davor. Drinnen wurde ich zu erst einmal von zwei fetten Bodyguard, oder “Türstehern” nach dem mitzubringenden Flugblättern angesprochen, die sollten wohl Eindruck machen. Nachdem ich meinen Wegzoll an der Kasse beglichen hatte und meine Jacke zur Aufbewahrung abgab, betrat ich also die umfunktionierte Eingangshalle. In den Ecken standen riesige Lautsprecher mit dicken Kabeln, von oben blitzte es und drehten sich Lichtmuster, vorne erkannte ich eine Bühne. Die Musiker waren noch nicht da, so lange spielte Musik vom Band. Und wie sie spielte! Furchbar laut und grässlich unmelidiös, unausgeglichen und übersteuert, aber ich glaube, das muss so sein. Ich blickte mich verstört um, sah niemand Bekannten und lief an der Bühne vorbei, hinter einer Ecke zu Fußballkickern und Bierbänken. Immer noch kein bekanntes Gesicht. Ich tastete mich zurück zum Eingang, wieder zur Bühne und dann nach draußen, just, da kamen Freunde herein. Ich schloss mich ihnen an, und folgte ihnen mal, was sie taten war nichts anderes, als das, was ich bis dahin tat, den begehbaren Weg immer wieder abwandern, sie wirkten damit nur in einer Gruppe und mit strammen Laufschritt entschlossener und selbstbewusster als ich. Wir wechselten ein paar Worte und irgendwie verlor ich sie. Da traf ich eine Mitschülerin, und fragte sie, ob sie wisse, wo der Rest der Klasse sei. Sie gab zurück, dass einer von ihnen anscheinend “Gras” dabei hätte und die anderen ihm folgten. Ähm, aha. Schockiert verließ ich das Gebäude, sah ein paar Meter vor mir eine große Gruppe Mitschüler beieinander stehen und sich offenbar entschlossen zu haben, in den sehr nahe gelegenen Park abzuwandern. In sicherer Entfernung folgte ich ihnen ein paar Schritte, um meinen Verdacht zu erhärten, kehrte dann ungläubig und entsetzt zurück und fand mich wieder nahe der Bühne vor. Ich bekam hier den totalen Overkill, dieser ungewohnte Extrovertismus der Leute und diese Disco-Stimmung, die ich bisher nur aus Filmen kannte, jetzt war ich hier drin, musste mit der neuen Situation fertig werden. Und das alleine, weil meine einzige Anhaltsperson zu beschäftigt damit war, auf Leute zu zugehen und konfuse Gespräche zu beginnen; absolut legitim und verständlich (für seinen Charakter), aber für mich daher ein ernstes Problem. Er erzählte mir, dass auch er bisher mit der Gegebenheit nichts anfangen könne, weil die gespielte Musik nicht seine wäre und die richtigen Leute fehlten. Ich traf auf eine Gruppe bekannter Leute, die sich offensichtlich mit reinem Alkohol zugepumpt zu haben schien. Einer von ihnen hätte mir unter normalen Umständen ganz egal wie Schmerzen bereiten wollen, nun schüttelte er eifrig meine Hand und leilte Freundschafsgrüße.
Beim Weiterlaufen unterstrich ich in Gedanken mit rotem Marker Sätze in meinem 16 1/2-Artikel (Passwort bis zum 22.03.08:”Hao5z45Aesa&$L€”) und zu gern hätte ich etwas zum Schreiben dabei gehabt, um schon Stichwörter für diesen Text notieren zu können. Auch hätte ich mich gerne zu dem Type am Lichtanlagesteuercomputer gesetzt, aber das passte jetzt hier nicht und es hätte bei dem Lärm auch keinen Sinn gemacht. Ich verbrachte weitere Zeit damit, umherzustreunen, aber auch mir fehlten die richtigen Leute, besonders…

Da bemerkte ich, dass ein paar aus meiner Klasse wieder nach draußen wollten, diesmal aber nur in den Schulhof. Ich lief mit und wir hielten ungefähr an dem Platz, an dem sich auch regulär während den Pausen ein Großteil meiner Klasse einfindet. Das ist bei uns ganz nett und ich kenne keine andere Klasse, die sogar in den Pausen größtenteils zusammen ist. Die anderen tranken böse Flaschen und – rauchten. Aber nicht nur “normale” Zigaretten, sondern, abermals entsetzt, musste ich “fettere Zigaretten” ausmachen, mit größter Wahrscheinlichkeit “Joints”. Aus einem Interview mit einem besonders selbstbewussten Konsumenten: “Weißt Du, wenn ich 16 1/2 bin, hör ich damit auf, wegen dem Führerschein. Oder schon mit 16.” “Das schaffst Du nicht alleine.” “Doch, doch, das schaff ich sicher.” Ganz sicher.
Dann musste ich miterleben, wie eine Mitschülerin, die mich wenige Minuten zuvor noch unerwartet trunkend umarmt hatte, (“Du bist das erste Mädchen seit einem Jahr, das mich umarmt.” “Dann doch gleich noch mal!”) auf einer Bank zusammenbrach. Beruhigend mit anzusehen, dass sich dann die anderen, die mir subjektiv betrachtet von diesem Zustand auch nicht mehr weit entfernt schienen, so rührend um sie kümmerten… (L.:”Och, hast Du geraucht?” “Jähm…” L.:”Ooch, warum machst Du das…?”)
Zumindest hatten Christoph und L. nicht mitgeraucht, das gibt mir eine gewisse weitere Bestätigung in meiner Entschlossenheit, mich von dem ganzen Zeug fern zu halten. Aber getrunken hatte sie und da wurde mir klar, dass ich hier weit und breit wohl der einzige trockene und sachlich denkende neben den fetten Sicherheitleuten war. Das hatten die anderen also getan, als ich im Haus umherlief. Ich hatte mich im Gebäude noch gar nicht umgeschaut, wo es was “zum Trinken” gäbe, irgendwo an der Treppe, aber es war mir zu blöd, da weiter nachzulesen, oder mich kundig zu machen, was man da bekommt und was ich mit 16 bekäme. Außerdem hatte ich noch zu Hause zwei Gläser Volvic getrunken und nun absolut keinen Durst mehr.

Als die eingeladene Band abgezogen war, spielte im Haus wieder erträglichere Musik aus der Konserve. Wären jetzt ein paar Freunde in der Eingangshalle gewesen, ich hätte vielleicht sogar getanzt. Aber schon das Gefühl, hier wirklich als einziger konzentriert eine Bombe entschärfen zu können, machte mir Unbehagen, auch, wenn ich mir so verantwortlicher und wichtiger vorkam. Das war hier etwas, was ich noch nicht begriffen hatte, und ich habe auch keine Interesse, auf diesem Wege noch tiefer in die “Jugendkultur” einzutauchen. Aber ich werde es wahrscheinlich müssen, um auf längere Sicht Verständnis und eine tiefere soziale Kompetenz zu den Leuten aufzubauen, die in dieser speziellen Welt leben oder auch nur von Zeit zu Zeit in sie eintauchen und das als Normalität und Teil ihres Lebens ansehen.