StudiVZ will auch weiterhin offiziell keine Nutzerprofile verkaufen
Eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Gemeinschaftsseite studiVZ hat unter Datenschützern für Furore gesorgt. Mit dem 16 Seiten langen Dokument spekulieren Datenschützer, dass die Änderung studiVZ 2008 erlauben wird, ganz offiziell Nutzerdaten und Personenprofile an Werbekunden zu verkaufen, so, wie es auch schon sein Vorbild Facebook in den USA macht (und es gibt übrigens Belege dafür, dass studiVZ ein geleaktes Facebook ist). Dem widersprechen zwar die Gründer und erklären, dass die Änderung studiVZ nur erlauben werde, nutzerspezifische Werbung auf den eigenen Seiten einzublenden (Werbebanner, E-Mail-Werbung direkt von studiVZ etc.), doch ist es so weit hergeholt, dass das studiVZ nicht schon lange im Hintergrund abwickelt? Immerhin verdient Facebook einen großen Anteil (genaue Zahlen sind mir nicht bekannt) nur am Verkauf der Nutzerdaten, das sind z.B. E-Mail-Adresse, Telefon- und Handynummer, Alter, Hobbys, Interessen, Geschlecht usw., halt allem, was man in seinem Profil hinterlegt hat.
Sicherlich, der Dienst möchte und muss Geld verdienen, der eingeschlagene Weg ist die denkbare Konsequenz aus seinem Geschäftsmodell und momentan, wenn der Datenschutz so strikt eingehalten wie versprochen wird, auch noch tragbar, doch so etwas würde ich nie nutzen (abgesehen von GMail, naja…). Wichtig zu erwähnen ist auch, dass schuelerVZ zu studiVZ gehört, man sich also denken kann, dass die Änderung auch dort bald eingeführt wird und damit werden dann nicht nur Erwachsene, sondern auch gleich eine große Anzahl unbedarfter Kinder und Jugendlicher mit der Änderung belangt, welche die auf der Seite auftauchende Meldung zur Absegnung der AGB-Änderung für sich, ohne sie gelesen zu haben, einfach mal bestätigen werden. Timon vom Z!-Pod schlägt vor, als Option einzuführen, dass man für seine Privatsphäre zahlt, ganz akzeptabel (wird aber auch keiner von denen machen, die eh keine Ahnung von den Risiken ihres Dienstes haben, somit zwar als Option sehr gut, aber das ganze bleibt “ungerecht”). Weiter schlägt er vor, in der Schule Aufklärungsunterricht zur Privatsphäre und Vertragsabschluss einzuführen, fände ich sehr gut. Ebenfalls hörenswert zum Thema ist eine schon ältere Z!-Pod-Episode, in der der Start von schuelerVZ diskutiert wird (in der Folge bei 12:50 min), erster Kommentar von Matthias nach der Überschrift: “Um Gottes Willen!” Da schließe ich mich ihm an.
Schlimm und bedenklich ist auch, dass meine Aufklärungsarbeit in der Schule auf keine Resonanz bei meinen Mitschülern stößt und nicht ernst genommen wird. Das kann ich mir einfach nicht erklären…
Genauere Informationen zu dem Geschehen gibt es bei der PC-WELT, einer zweiten Nachricht der PC-WELT, bei Welt.de und Spiegel Online.
| Dieser Beitrag wurde von Frumble am 15. Dezember 2007 um 21:34 veröffentlicht und unter Berichte und Artikel, sonstige Nachrichten abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
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vor 4 Jahren
Gibt es denn gar keine Alternative zu StudiVZ?
Ich würde jedenfalls wechseln.
vor 4 Jahren
Doch, es gibt sicher viele Alternativen, wenn auch vielleicht nicht so gute, weil die Facebook-Software wirklich ausgereift ist/war, als sie *VZ übernommen hat. Aber Du würdest in einem anderen Netzwerk Deine Freunde nicht behalten können, oder aber alle müssten mit Dir migrieren. Was es da jetzt en detail gibt, ist mir nicht bekannt, aber z.B. als schuelerVZ-Alternative gibt es Lokalisten, KWICK, usw.. Die müssen alle aber auch Geld verdienen und wenn man Betreiber einer Profilseite ist, wird man da schnell gierig. Mein Urteil zu allen diesen Netzwerken (auch hier http://www.frumble.de/blog/2007/09/15/feature-kwick-verseucht-jetzt-auch-mobile-gerate/ schon beschrieben) ist, sich von ihnen vorzuhalten, weil man in ihnen verblödet und die dort allgemein gültige Rechtschreibung und Grammatik grauenhaft ist. Mag aber sicher nicht für jeden so leicht wie für mich fallen, Freundschaftsnetzwerke systematisch zu ignorieren. Die meisten aus meiner Klasse z.B. sind die größte Zeit ihres Internetaufenthaltes auf KWICK oder StudiVZ und den Rest auf Youtube oder MyVideo (warum verdammt MyVideo?!), weil sie schlicht nichts anderes Interessantes im Internet kennen.
vor 4 Jahren
Das Problem ist eben, dass man den Kontakt zu Leuten behalten möchte.
Was mir speziell nicht an studivz gefällt ist, dass sie vorschnell mit solchen Aktionen loslegen und das auch schon in der Vergangenheit.
Aber es gibt noch unister.de und studylounge.de
Dann bleiben auch noch Dinge wie jabber, skype, openwengo, icq, …
Scheint ähnlich wie bei Ebay zu sein: Die Kosten/ Nachteile gehen in die Höhe, aber der Wechsel fällt schwer, weil einfach viele dort sind und nicht, weil die anderen an sich schlechter wären.
Grüße und Dank für Deine informative Antwort. Schöner Blog! Lese ich gerne.