MicroVell - Novells CEO Ron Hovsepian und Steven Ballmer knuddeln sichWie der Microsoft Insider Paul Thurrott berichtet, soll sich ein neues Einsatzgebiet für die Microsoft-Novell Partnerschaft ergeben haben: Man arbeitet hinter verschlossenen Türen mitlerweile gemeinsam am Windows Fiji-Nachfolger Vienna. Vienna soll, wie schon früher angekündigt, einen völlig neuen Kernel besitzen und nicht mehr abwärtskompatibel zu früheren Versionen von Windows sein. Durch einen undichten Microsoftmitarbeiter soll Paul erfahren haben, dass Novell anscheinend immer noch große Eigentumsanteile an dem eigentlich an SCO/Caldera verkauften UnixWare besitze, die bei der Entwicklung von Vienna als Basis dienen sollen. Somit gäbe es auch keine Probleme mit den Lizenzen von freier Software, die man hätte, wenn man auf Linux setzen würde (insbesondere nicht mit der GPL3). Die Frage, warum Microsoft nicht allein fähig ist, einen neuen Kernel zu schreiben sei mal dahin gestellt. Und warum man sich von UnixWare bedient, auch. UnixWare ist als Server-OS ohne viel Komfort und keiner weiten Hardwareunterstützung designt. Worauf es aber letztendlich ankommen wird, ist die Oberfläche des Betriebssystems. Es ist wohl zu erwarten, dass Microsoft den Benutzer in Windows Vienna nicht wie bei Linux die Wahl des Desktops geben wird, sondern auf eine einheitliche, sehr wahrscheinlich codegeschlossene Entwicklung setzt. Vienna soll in der Gegend von 2012 – 2014 erscheinen und nach dem “Vista – Zweite Ausgabe” Codename Fij, welches nur ein überarbeitetes Vista sein wird, die erste große Neuerung seit Windows NT werden. Microsoft versuchte schon einmal, ein Unixsystem – nämlich Linux – mit dem Windowsdesktop zu kombinieren, mit flopsigem Erfolg – wenige Monate nach Projektbeginn wurde es aus unveröffentlichten Gründen fallen gelassen. Als Oberflächentechnologie dürfte sich Microsoft bei Vienna noch “mehr” als bei Vista bei der Windows Presentation Foundation bzw. Avalon bedienen. Zu Avalon kann man sich hier und hier Videos ansehen. Klar ist aber, dass Microsoft ein neues Desktopkonzept braucht. Während sich die großen Linuxdesktops und Aqua von Mac OS X stetig weiterentwickeln gibt es nur sehr selten etwas grundlegend neues im Windowsdesign. Das aufgesetzte Aero Glass auf Vista ist nur eine Notmaßnahme, damit es so scheint, Microsoft hätte den Windowsdesktop stetig weiterentwickelt. Schaut man sich Quarz Extreme auf Mac OS X und dessen Entwickler-APIs an, sieht man schnell die Unterschiede. Auch holten die Linuxdesktops in ihren Features immer mehr auf, so dass sie heute schon teilweise über Aqua hinaus zielen. Das wird Microsoft, das nur alle paar Jahre eine neue Revision des einheitlichen Windows Desktop abliefert, zu schaffen machen: Es muss auf einen Schlag wenigstens annähernd vergleichbare Features mit Aqua, oder den Linuxdesktops bringen, was entwicklungstechnisch wieder in ein ein Disaster (siehe Longhorn) führen wird.