Metisse ist eine Weiterentwicklung des In Situ-Projektes und stellt ähnlich wie Looking Glass von Sun, einen 3D-Desktop dar. Anders als Beryl, oder Compiz ist Metisse nicht in erster Linie für hübsche 3D-Effekte, sondern versucht den Desktop wie Looking Glass wirklich dreidimensional werden zu lassen. Fenster können gekippt werden, geklont, falten sich bei Textkopieraktionen über anderen Fenstern zur Seite und so weiter. Mandriva hat die Entwicklungsarbeit des In Situ-Projektes beschleunigt, und möchte nun Metisse in seiner Distribution Mandriva One Spring, die demnächst erscheinen wird, mitliefern. Auf einer Info-Seite zu Metisse von Mandriva kann man sich einige Videos dazu ansehen und auch eine Live-CD herunterladen.

Das habe ich mal getan und sie ausprbiert: Der Gnome-Desktop mit Metisse wirkt nicht sehr viel anders, als es ein normaler wäre. Auffallend ist aber die langsamere Reaktionszeit der Oberfläche (was nicht an der Live-CD liegt) und der seltsame Fenster-Fokus. Bei Metisse wird wohl die CPU mehr als bei XGL und AIGLX verwendet. (Metisse ist nicht nur ein Fenstermanager, sondern anscheinend, wie ich in einem Artikel auf derStandard.at gelesen habe, auch ein erweiterter X-Server) Die Effekte und Möglichkeiten sind zwar nicht mehr experimentell, dafür aber nicht so faszinierend wie bei Beryl. Mandriva möchte mit Metisse anscheinend den Firmendesktop vereinfachen; dafür ist Metisse aber noch zu schwer verständlich und viele Animationen und Möglichkeiten dürften auch bei Metisse eher in die Kategorie eye candy fallen, sind aber nicht so perfekt wie bei Beryl, wodurch der Benutzer wie ich denke eher mehr verwirrt wird, als dass sie ihm bei seiner Arbeit unterstützen.