Frumble201

Metisse ist eine Weiterentwicklung des In Situ-Projektes und stellt ähnlich wie Looking Glass von Sun, einen 3D-Desktop dar. Anders als Beryl, oder Compiz ist Metisse nicht in erster Linie für hübsche 3D-Effekte, sondern versucht den Desktop wie Looking Glass wirklich dreidimensional werden zu lassen. Fenster können gekippt werden, geklont, falten sich bei Textkopieraktionen über anderen Fenstern zur Seite und so weiter. Mandriva hat die Entwicklungsarbeit des In Situ-Projektes beschleunigt, und möchte nun Metisse in seiner Distribution Mandriva One Spring, die demnächst erscheinen wird, mitliefern. Auf einer Info-Seite zu Metisse von Mandriva kann man sich einige Videos dazu ansehen und auch eine Live-CD herunterladen.

Das habe ich mal getan und sie ausprbiert: Der Gnome-Desktop mit Metisse wirkt nicht sehr viel anders, als es ein normaler wäre. Auffallend ist aber die langsamere Reaktionszeit der Oberfläche (was nicht an der Live-CD liegt) und der seltsame Fenster-Fokus. Bei Metisse wird wohl die CPU mehr als bei XGL und AIGLX verwendet. (Metisse ist nicht nur ein Fenstermanager, sondern anscheinend, wie ich in einem Artikel auf derStandard.at gelesen habe, auch ein erweiterter X-Server) Die Effekte und Möglichkeiten sind zwar nicht mehr experimentell, dafür aber nicht so faszinierend wie bei Beryl. Mandriva möchte mit Metisse anscheinend den Firmendesktop vereinfachen; dafür ist Metisse aber noch zu schwer verständlich und viele Animationen und Möglichkeiten dürften auch bei Metisse eher in die Kategorie eye candy fallen, sind aber nicht so perfekt wie bei Beryl, wodurch der Benutzer wie ich denke eher mehr verwirrt wird, als dass sie ihm bei seiner Arbeit unterstützen.

Wie Golem berichtet, werden KDE 4, das vermutlich noch 2007 herauskommt, und Gnome 3, dessen Zeitplan noch nicht entgültig ist, jeweils eine Fortschrittsüberwachung für laufende Prozesse mitbringen. So sollen in Zukunft zum Beispiel der K3B-Brennfortschritt, oder der Datei-Kopieren-Dialog in einem Panelmenü, oder in einem eigenen Fenster zusammengefasst werden. Wie das aussehen könnte, kannst Du hier sehen. (“on-going” oben rechts) Über das Linux-Nachrichtensystem D-Bus können dabei auch direkt Befehle an die dahinter arbeitenden Programme gegeben werden. Damit ließen zum Beispiel Downloads pausieren oder abbrechen. Damit Fortschrittsfenster in dieser Übersicht zusammengefasst werden können, müssen sie erst einmal dieses Feature unterstützen. Hier arbeiten zum Glück KDE- und Gnome-Entwickler zusammen an einer Codebasis. Der Codename für die Fortschrittsüberwachung von Gnome ist “Mathusalem“. Über die KDE-Spielart der Fortschrittsüberwachung kannst Du dich hier näher informieren.

Was mich sehr stark nervt, ist dass Apple überall auf seiner Seite, einmal von Detailinformationen für Hardware abgesehen, immer von “Intel” spricht. Leute: Intel ist die Firma! Vorher mit den PowerPC-CPUs von IBM hattet ihr die Prozessor-Architektur PPC, jetzt habt ihr X86, oder i386!

Das nervt mich gottes. Nennt es Haarspalterei, aber ich finde das so einfach nicht gut. Durch die ständige Wiederholung des Namens “Intel” wird der Name auch im Bewusstsein der Werbekonsumenten im Fernsehen, oder auf Mac-Werbebannern besonders gut eingeprägt und diese fassen es dann in Zukunft als das Synonym für Leistungsfähigkeit auf. OK, Intels Core 2 Duos sind im Moment schneller als die Athlon 64 X2er von AMD; aber das wird sich sicher demnächst wieder umkehren, auf jeden Fall dann, wenn AMD seinen ersten Athlon 64 X4 mit QuadCore-Prozessor auf den Markt bringt. Intel hat schon so einen Prozessor im Sortiment, aber der ist kein “echter” QuadCore, sondern nur ein Gebastel aus zwei aufeinandergeklebten Core 2 Duos. Außerdem arbeitet AMD momentan an einer Technik, mit der sich mehrere CPU-Kerne bei Bedarf für das Betriebssystem wie einer anfühlen und es so auch Programme, die nicht auf Multikernprozessoren optimiert sind, mit erhöhter Geschwindigkeit ausführen kann.

Wieder zu Apple. Apple hätte den Umstieg auf X86 auch ganz “heimlich” vornehmen können. Klar, die Programme müssten trotzdem angepasst werden, aber das sollte bei den Entwicklern im Stillen funktionieren, wie es bei Apple normal eh der Fall ist. Warum aber ist das so nicht geschehen, und warum hebt Apple sogar den Namen “Intel” so hervor?
Ich hätte dafür zwei Erklärungen: Die erste ist, dass Apple mit Intel einen Deal gemacht hat, und dabei vereinbart wurde, dass der Name Intel explizit sehr häufig im Zusammenhang mit Geschwindigkeit genannt werden soll. Die Zweite Vermutung ist, dass Apple den Prozessorenumstieg als Leiter nutzen will, um, wenn darüber entsprechend berichtet wird, wieder mehr in die Presse zu kommen. Das ist die eine Seite, auf der anderen wirbt ja dann Apple selber noch mit dem Intel-Namen und gibt der Presse damit nicht nur Recht (“viel schneller als der alte Mac”), sondern greift genau das auf, und schreibt selber noch Internetseiten über die neue CPU-Architektur. Durch dieses Doppel-Gemoppel verschwindet bei den meisten Leuten dann ganz schnell die Misstrauigkeit und sie werden zum Kauf eines Macs verleitet. Übrigens ist Apple oft nicht so genau bei Hardwarebezeichnungen und dichtet gerne selbst mal einen Namen. So geschehen bei “AirPort” für WLAN. Was denkt denn ihr darüber? Wie findet ihr die ganze Namensgebung von Apple?
Hier noch ein paar interessante Kurzfilmchen zum CPU-Wechsel: Offizieller WerbespottAlles geklaut!Mac WarsCore 2 Duo und Athlon 64 X2 im Stresstest“Working with Intel-based Macs” auf der Apple-SeiteAirPort Extreme auf der Apple-Seite

Ein BeOS-DesktopCool! Vassilis Perantzakis alias Vasper, der einstige Hauptentwickler von BeOS MAX hat in seinem Blog gesagt, dass er, weil ihm die Weiterentwicklung von Magnussoft an Zeta nicht gefällt, eine neue Version seiner BeOS 5-Distribution machen wird.

BeOS 5 (Wikipedia) wurde nach dem Bankrott von Be inc. als Personal-Version kostenlos zum Download bereit gestellt. Vasper baute mit BeOS MAX dann eine Distribution daraus, die z.B. einen eigenen Fenstplatteninstaller und viele zusätzliche Programme an Bord hatte. 2003 beendete er seine Entwicklung an der Version 3.1 Beta 1, weil er meinte, dass nun mit Zeta von YellowTab die Entwicklung von BeOS weiterginge und man kein BeOS MAX (mit dem alten BeOS 5-Kernel und dessen Grundsystem) mehr brauche. Die Entwicklung ging zweifelsohne gut weiter, nur befindet sich Zeta momentan auf einer wackligen Hengelbrücke wegen finanziellen Schwierigkeiten und nach der Übernahme der Entwicklung an Zeta von Magnussoft ist die Zeta-Zukunft nicht mehr so gewiss und Magnussoft macht nach Vaspers Meinung marktstrategische Fehler.

Wann BeOS MAX 4 erscheinen wird, ist noch nicht klar, aber man kann sich auf einer neuen Wiki-Seite im BeOS MAX-Wiki die Entwicklung vor Augen führen. Auch wenn Vasper, weil er keinen Quellcode von BeOS hat, den Kernel und das Grundsystem nicht verändern kann, will er doch durch Kernel-Module und Binärdatei-Hacks (bei Dateien, von denen man weiß, dass sie etwa eine Sicherheitslücke, oder eine Instabilität bringen), BeOS ein Stück weit erneuern. So wird z.B. der USB-Stack von Haiku auf BeOS MAX portiert werden und bringt damit endlich eine breitere Masse an USB-Geräten zu BeOS. Natürlich werden auch die ganzen Anwendungsprogramme aktualisiert werden, z.B. Firefox auf 2.0.X. Apropos Haiku: Sobald es eine stabile Version des freien BeOS-Klons gibt, wird Vasper auf diese als Grundlage für seine MAX-Distribution setzen.

Die Virtualisierungssoftware VirtualBox von Innotek gibt es jetzt auf der Herstellerseite kostenlos als OpenSource-Version. VirtualBox lässt sich sehr ähnlich wie VMware bedienen und bietet auch praktisch die gleichen Funktionen. Ebenfalls wie VMware emuliert es nicht die CPU selbst, sondern leitet die Befehle direkt an die echte CPU weiter, was einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Programmen wie Qemu (die auch die CPU in Software virtualisieren) ausmacht. Es bietet ungefähr die gleiche Geschwindigkeit wie VMware und ist für Windows und Linux erhältlich. Ich habe es schon ausprobiert und war sehr erfreut, dass es auch in Xgl läuft (VMware will immer direct rendering mit der Grafikkarte und das ist mit Xgl nur über Tricks möglich). Neben der GPL-Version auf der Seite gibt es auch noch eine rein binäre, die als Zusatzfeatures Dinge wie USB-Support mitbringt, aber auch kostenlos und sogar ohne Anmeldung und Keyeingabe ist. Auch sehr schön finde ich, dass die Seite gleich fertige Installationspakete für viele Distributionen bereit hält, das macht gegenüber VMware einen großen Vorteil aus!
Die Portierung von VirtualBox auf Mac OS X und die Unterstützung von 64bit ist laut Innotek im Gange.

Eine Installationsanleitung und kleiner Problembeseitiger für Ubuntu 6.10 Edgy Eft kannst Du hier lesen.

Der eingefleischte Linux-Kernel-Hacker Alan Cox, der momentan für Redhat arbeitet, hat zwei DRM-Patente beantragt. Die Namensgebung von “Rights management system” und “Apparatus and method for managing digital rights with arbitration” dürfte absichtlich sehr breit gefächert sein. Ziel könnte sein, Microsoft, Apple und Co. dann hinterher auf Patentverletzung zu verklagen und DRM zu verbieten. Allerdings darf ein Patent doch nur angenommen werden, wenn die Technologie noch nicht verbreitet ist, oder? Das finde ich ein bisschen seltsam, na gut.

Mehr Infos (auch bei den Kommentaren) findest du dazu bei Golem.

Die übelst reichen Betreiber des Bittorrent-Trackers ThePirateBay.org wollen das Fürstentum Sealand neben England kaufen, um dort völlig ohne Rechtsfragen “eine Insel des Dateitauschens” zu schaffen. Sealand ist irgend so etwas wie eine Bohrinsel, die sich als eigener Staat sieht, international aber nicht anerkannt ist. Ein britisches Gericht erklärte sich im Jahr 1968 nicht für Sealand verantwortlich.

Mehr dazu kannst Du bei Golem lesen.

Schon vor wenigen Monaten hat Cisco ein Skype-VoIP-Telefon auf den Markt gebracht, das auch den Namen iPhone hört. Apple nannte jetzt seinen Newton-Nachfolger auch iPhone. Das Problem liegt jetzt darin, dass iPhone schon seit 2000 von Cisco ein geschützter Name ist und Apple sogar eine Zeit lang mit Cisco um die Lizenzierung sprach, die Gespräche aber im Sand verliefen. Mich hat der Name des iPhone auf der Apple Keynote (ich berichtete *höhö*) auch irritiert, weil ich mir dachte, dass man das Ding doch so nicht nennen darf. Cisco hat jetzt Apple verklagt, laut eines Rechtexperten könnte das aber nur der Versuch von Cisco sein, Apple zu einer Lizensvereinbarung zu bringen und dass der Fall nicht unbedingt vor Gericht ausgehandelt werden wird. Mehr dazu kannst Du bei PC-Welt.de lesen.

Übrigens ist jetzt publik, warum Apple das iPhone in Amerika erst im Juni (oder Juli, egal) verkaufen wird: Es ist einfach noch nicht fertig. Ein Redakteur von MacNews.de, der es kurz ausprobieren durfe, erzählte sogar, dass es noch einige Platzhalterbilder für Programme gibt. Ich wundere mich darüber, dass das iPhone anscheinend mit OS X läuft, Steve Jobs aber keinen normalen OS X-Desktop gezeigt hat. Das war vorgestellt wurde, ist eine einfache Oberfläche für PDAs, aber bei weitem kein OS X und man soll ja sogar normale OS X-Programme auf dem iPhone ausführen können, was ziemlich sicher auch einen normalen Aqua-Desktop voraussetzt. Der wurde noch überhaupt nicht vorgestellt und ist auch nicht auf den Prototypen drauf. Hier hat Apple also noch einige Arbeit vor sich…

Update vom 20 Januar 2007:

Cisco hat bekannt gegeben, dass es ihr nicht so sehr um den Namen “iPhone” , sondern vielmehr um die Kompaktibilität zwischen dem Cisco und dem Apple iPhone geht. Mehr dazu gibt es bei Heise zu lesen.

Bildschirmfoto von Gnome mit der Auflösung 640x480Beim Ansehen der letzen Keynote von Apple ist mir etwas in den Sinn gekommen: Apple hat bei seinen Präsentationen immer sehr schöne Übergangseffekte zwischen den einzelnen “Folien” auf dem Bildschirm; das wird mit dem hauseigenen Programm “Keynote” aus dem iWork-Paket möglich. Dieses Präsentationsprogramm greift über Mac OS Xens Quarz Extreme direkt auf die Grafikkarte zu, um diese Effekte zu ermöglichen, also zum Beispiel abbrennende Texte, hochauflösendes “Folie-wegziehen”, vom Betrachter her herfliegende Buchstaben und so weiter. Es wäre doch nun eine tolle Idee, ein Komboplugin für Beryl und OpenOffice Impress zu schreiben, was Ähnliches in OpenOffice, zumindest auf einem Linuxsystem, leisten könnte. Beryl ist ein alternativer Fenstermanager, der in Kombination mit einer 3D-beschleunigten Grafikkarte (und einem entsprechenden installierten 3D-Treiber) und dem X.org-Aufsatz XGL, oder AIGLX, Effekte wie wobbelnde Fenster, einen 3D-Würfel zum Umschalten der Arbeitsoberflächen und so weiter auf den Linuxdesktop bringt, also quasi das Pendant zu Quarz Extreme ist. Da Beryl durch Plugins erweiterbar ist, wäre hier eine Lösung nicht all zu schwer; man könnte ja für den Anfang nur mal die anderen schon existierenden Plugins (Würfel, Feuer, Wasserblubbern, Einblendungen…) entsprechend in ein neues Plugin verlinken, also, dass man vorerst keine eigenen Effekte schreiben muss, bis man weiß, was aus dem Projekt wird. Dann muss noch ein Plugin für OpenOffice Impress her, das ganz einfach neue Übergangseffekte der Liste hinzufügt, und dann einen entsprechenden Befehl an Beryl weiter gibt. Das ist eigentlich nur eine Murckslösung, weil eine eigene Implementation von Impress der Effekte; so zu sagen “nativ”, klüger wäre. Aber ich denke, in diese Richtung wird sich auch bis zu OpenOffice 3.0 nichts tun, weil andere Features in der Büro-Suite wichtiger sind. Aber genau deswegen könnte jemand, dem diese Aufgabe Spaß macht, ja trotzdem die Beryl-Lösung entwickeln, vielleicht entdeckt das OpenOffice-Projekt erst dann, was ihm bisher entgangen ist, und gibt 3D-Effekten in Impress einen höheren Stellenwert.

Was haltet ihr von der Idee? Ich werde sie auch dem Beryl-Projekt zukommen lassen.

Die ersten 30 Jahre waren nur der Anfang. Willkommen in 2007.Wunder, was man nicht schon alles gehört, vermutet und erwartet hat. Schwarze iMacs, iLife und iWork 07, neue iPods mit Touchscreen und natürlich das gerüchteumwitterte “iPhone”, ein iPod mit integriertem Handy. Im Allgemeinen stimmten die Gerüchte über den iPod und das Apple Phone. Der iPod kommt nun mit Touchscreen und das Apple Phone hat sogar alle Erwartungen übertroffen. Auf dem Handy ist eine angepasste Version von Mac OS X (!!!) installiert, die die gleichen Kernfeatures bringt und normale Mac OS-Software soll auch darauf laufen. Der Bildschirm ist mit 160 dpi und seiner kleinen Abmessung extrem hochauflösend. Das Gerät hat nur eine Taste, den “Heim”-Knopf, vermutlich für das Hauptmenü. Die restliche Bedienung erfolgt über Handgesten (!!!). Eine “iSight”-Kamera mit 2 MP ist auch eingebaut. Man braucht es sich nicht an das Ohr halten, um zu sprechen, das Mikrofon ist anscheinend sehr empfindlich und wenn man es doch tut, registrieren Sensoren im Inneren des iPod-Handy-Zwidders, dass das Gerät nun senkrecht steht und fahren die Lautstärke auf Telefonniveau herunter. Wie das original Mac OS, bietet auch seine Miniversion zahlreiche verspielte optische Effekte und Animationen wie aufsteigende Luftbläschen.
Das alles hört sich extrem geil an, trotz allem darf man nicht vergessen, dass es ein Mobiltelefon ist, und die sind nicht gesund. Da mein Körper auf Handystrahlung sogar überreagiert (müdes Denken, Kopfweh etc.) habe ich auch keines und werde mir auch keines anschaffen, einmal davon abgesehen, dass ich eh keine Verwendung dafür hätte, weil ich ja die meiste Zeit zu Hause bin.

Mehr zu der ersten Keynote von Apple 2007, auch dem “Apfel” tv und den anderen Produkterneuerungen kannst Du hier bei der PC-Welt und hier bei MacNews.de lesen.