Ich war jetzt doch schon ziemlich neugierig und habe mir die aktuelle Entwicklerversion Beryl 0.1.3 über meine “stabile” alte Version installiert. Das war sogar sehr einfach, hier kann man alles für Ubuntu Dapper und Edgy nachlesen.
Als Erstes fallen die neuen Plugins auf: A 3D world, Annotate, Clone Output, Input enabled Zoom und Window Grouper.
Mit A 3D world schweben Fenster nun leicht über dem Würfel, wenn man ihn bewegt, um auf eine andere Arbeitsoberfläche zu kommen. Annotate ist ein Werkzeug, mit dem man mit der Maus auf den Bildschirm schreiben kann, und das so, als ob der Stift eine Glasscheibe, die vor dem Desktop steht, beschriftet. Man kann also auf eine andere Arbeitsoberfläche, oder in ein anderes Programm gehen und der Text steht immer noch genau so, bis man ihn löscht, oder radiert, was nicht unbedingt toll ist. Clone Output ist schwer zu erklären. Windowstaste-Shift-Linksklick macht ein Live-Bild des Desktops und zieht es in einer Animation in eine kleine Miniaturvorschau des Desktops als kleines Bild irgendwo hin. Videos laufen darin weiter. Allerdings scheint Clone Output noch nicht fertig zu sein, denn man kann nur solch eine Vorschau erzeugen und wenn man die Maustaste los lässt, verschwindet das Bild wieder und man hat bisher auch sonst keine anderen Funktionen. Input enabled Zoom bringt endlich das Zoomen von Mac OS X nach Beryl: Man kann nun nicht nur wie bisher in den Desktop reinzoomen, sondern auch weiter klicken und tippen. Den Sinn des Window Grouper habe ich wirklich nicht verstanden, wer neugierig ist, kann versuchen aus diesem Forums-Thread etwas genaueres zu entlesen, ich wurde trotz meiner Französischkenntnisse aber auch nicht schlauer.
Andere Neuerungen stellen “Fire”, das, wenn man möchte in den “Animations” Fenster verbrennen lässt, wenn man sie schließt und die Option für einen transparenten Würfel. Vor allem Letzteres hat einen starken Rockfaktor: Man kann etwa ein Video starten und dann den Würfel drehen. Je nachdem, in Welcher Position man sich befindet sieht man das Video über die transparenten Würfelwände gespiegelt und natürlich in Echtzeit weiterlaufen. Auch wurde die Geschwindigkeit von Beryl gesteigert, also nicht die Geschwindigkeit der Animationen (Speed), sondern die Verarbeitungsgeschwindigkeit, was im Allgemeinen sehr positiv auffällt. Ein paar Animationen wurden auch im Detail verbessert und sehen jetzt schöner aus. Damit ihr euch die neuen Funktionen etwas besser vorstellen könnt, habe ich für euch eine kleine Bildergalerie erstellt.
Leider ist die Stabilität der Entwicklerversion so miserabel, dass ich schon wieder die “stabile” alte Version installiert habe, aber es ist ja auch nur eine Entwicklerversion. So wie ich das vorstehe, wird diese Version bald als Version 0.1.2 vom Beryl-Projekt veröffentlicht, und bis dahin natürlich stabilisiert.
Ich finde, dass Beryl immer mehr am zur Zeit hardwaremäßig möglichen scharrt. Nicht unbedingt Rechenleistung, sondern neuartige Hardware, wie 3D-Projektoren, oder sonstige Virtuale Realität-Hardware muss auf den Markt. Beryl hat einen wahnsinns Funktionsumfang, der aber leider wirklich mit der verfügbaren Hardware zu Ende geht. Während die Vista-Entwickler vom “Aero Glass-Erlebnis” mit den 5 lausigen Effekten für teures Geld schwärmen, ist Beryl heute schon ein pompöser Hingucker, den man auch exzellent benutzen kann. Was vor wenigen Jahren noch Fiktion in Filmen war, zum Bleistift rotierende Bilder, Transparenz, Animationen, ist mit Beryl jetzt da. Was man dafür braucht ist auch nicht so hardwarelastig, wie es vor einigen Jahren noch hieß. Ein 2 GHz Rechner, 512 MB RAM und eine Grafikkarte von ab 2004 reichen und man kann ohne Ruckler arbeiten. Ich freue mich schon auf die stabile Version von Beryl 0.1.3.
Die Firma 
Zwar kommt diese Info hier eine gute Woche zu spät, aber ich hatte leider mein System zerschossen und konnte nichts mehr machen und hatte keinen Nerv für den WinLux Blog…